Mittwoch 25. Januar 2006 Trainer Koch will eine kleine Serie starten
Bonner General Anzeiger:
Nach dem Heimsieg gegen Frankfurt wollen die Telekom Baskets Bonn am Donnerstag gegen Bremerhaven in Sachen Play-offs nachlegen - Mit Black gibt es mehr Variationen unter dem Korb
Von Bernd Joisten
Bonn. Eine Kurzbilanz vor dem Nachhol-Heimspiel am Donnerstag gegen die Eisbären Bremerhaven (19.30 Uhr Hardtberghalle) bringt beim Basketball-Bundesligisten Telekom Baskets Bonn vor allem eine Erkenntnis: Alle Spiele entscheiden sich wirklich erst in den Schlusssekunden.
Sowohl das Auftakt-Heimspiel am 1. Januar gegen Ludwigsburg (76:79) als auch die Auswärtspartien gegen Oldenburg (89:92) und Trier (68:70) sowie der Heimsieg gegen Frankfurt (59:58) waren allesamt an Dramatik kaum zu überbieten. Dreimal zogen dabei die Baskets den Kürzeren, gegen die Skyliners klappte es dann endlich am vergangenen Sonntag mit den ersehnten Erfolgserlebnis.
In Anbetracht der Ausgeglichenheit der deutschen Eliteliga entscheiden Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage oder besser gesagt über die Teilnahme oder Nicht-Teilnahme an den Play-offs. "Große Vorsprünge oder Rückstände im zweiten oder dritten Viertel egalisieren sich zumeist am Ende wieder. In den letzten Spielen hat man gesehen, dass wir noch zu häufig den Rhythmus in der Endphase verlieren.
Jeder möchte bei uns dann mit Einzelaktionen das Spiel entscheiden, anstatt wirklich die mannschaftlich beste Option zu wählen. Daran müssen wir noch verstärkt arbeiten", weiß Bonns Trainer Mike Koch. Zumindest gegen Frankfurt wählten die Baskets die richtigen Entscheidungen. Und das, obwohl Frankfurts Drei-Punkte-Schreck und "Zuverlässigkeit in Person", Pascal Roller, den Ball hatte.
Ohne Foul wurde er zum Basketskorb "durchgeleitet", wo sich dann eine unüberwindbare Mauer auftürmte - taktisch war dies die beste Option in einer solch schwierigen Lage. Koch: "Die ganze Mannschaft hat im letzten Spiel sehr stark verteidigt. Ein sehr wichtiger Faktor war auch Terry Black, der hinten sehr gute Dinge gezeigt hat. Natürlich hat er vorne noch Anpassungsprobleme, unsere Systeme zu laufen." Die Baskets hätten jetzt aber in der Defense entscheidend mehr Manpower, um Foulproblemen am Ende aus dem Wege gehen zu können.
Manpower ist auch Donnerstag Abend gefragt, wenn die Baskets in der heimischen Hardtberghalle den Tabellensechsten Eisbären Bremerhaven empfangen. Der Aufsteiger war sensationell in die Saison gestartet, rangierte sogar direkt hinter Spitzenreiter Alba Berlin, musste aber zuletzt drei Niederlagen in Folge hinnehmen. Klar, dass die Mannschaft des litauischen Cheftrainers Sarunas Sakalauskas genauso unter Druck steht wie die Baskets, die unbedingt ihre Nachholspiel-Chance nutzen wollen.
"Es hat sich gezeigt, dass man mit einer kleinen Serie in Sachen Play-offs schon einen großen Sprung nach vorne machen kann. Unser Sieg am Sonntag war wichtig. Alle haben gemerkt, dass da bei uns noch etwas geht", meint Koch. Bremerhaven sei als Aufsteiger zu Beginn der Saison sicherlich unterschätzt worden. Anschließend sei der Faktor "Euphorie" hinzugekommen. Koch: "Jetzt sehen sie, wie schwer es ist, in der Liga oben zu spielen. Ich denke, das hat den Knacks gegeben. Dennoch müssen wir am Donnerstag hellwach sein, wenn wir gewinnen wollen."
Da bei den Gästen der 2,08 Meter große Center Darren Fenn der Topscorer (19,1 Punkte im Schnitt) und Toprebounder (7,8 pro Spiel) ist, trifft es sich gut, dass die Bonnern neben Baskets-Abwehrrecke Branko Klepac jetzt auch Terry Black aufbieten können. So steigen die Chancen, den 25-jährigen US-Amerikaner Fenn teilweise zu egalisieren. Aufpassen müssen die Bonner auch auf US-Guard Brian Jones (12,9 Punkte im Schnitt), der seine Stärke als Passgeber bisher gut ausgespielt hat. Von außen gilt Jones eher als wurfschwach. Dafür zieht er aber gerne und sehr schnell zum Korb.
Das kann auf Seiten der Baskets auch Jason Conley, der zu Beginn der Woche für den Dunking-Wettbewerb beim Allstar-Day in Köln am kommenden Samstag nachnominiert wurde. Er nimmt für den verletzten Glen McGowan von Rhein-Energie Köln den Platz ein. Doch zunächst gilt die ganze Aufmerksamkeit dem Spiel gegen Bremerhaven, wo die Baskets einen mäßigen Januar noch gut beenden könnten.
Freitag 20. Januar 2006 Die "athletische Reboundmaschine" ist gelandet
General-Anzeiger Bonn vom 20.01.2006:
Terry Black soll dem Spiel der Telekom Baskets in der Basketball-Bundesliga unter den Körben mehr Souveränität verleihen - Der Neuzugang wird schon am Sonntag gegen Frankfurt in der Hardtberghalle auflaufen
Von Bernd Joisten
Bonn. Er ist da: Terry Black, Neuzugang des Basketball-Bundesligisten Telekom Baskets Bonn landete am Donnerstag um 9 Uhr in Frankfurt am Main.
Ursprünglich sollte der US-Amerikaner bereits um 6 Uhr in Deutschland eintreffen, doch aufgrund von starkem Schneetreiben auf dem Flughafen in Philadelphia gab es Verzögerungen.
In Deutschland angekommen, wurde Black von Teambetreuer Thomas Jondral nach Bonn gefahren und absolvierte sofort einen medizinischen Check - im Profi-Basketball ein normales Procedere.
Danach ging es zum angemieteten "Apartement-Komplex" der Baskets in Bonn-Beuel, wo Terry Black am Nachmittag von Bonns Trainer Mike Koch persönlich begrüßt wurde.
"Wir sind froh, dass Terry da ist. Ich bin mir sicher, dass er der Mannschaft noch einen Schub geben wird", freute sich Koch. Viel Zeit, den Jetlag (ein Flug über mehrere Zeitzonen hinweg, der den Tag/Nacht-Rhythmus des Menschen durcheinander bringt) zu verkraften, blieb am Donnerstag nicht.
In Anbetracht des anstehenden wichtigen Bundesliga-Heimspiels am Sonntag gegen die Deutsche Bank Skyliners aus Frankfurt (18 Uhr, Hardtberghalle) bleibt kaum Luft für eine längere Eingewöhnungsphase.
Und so war der sprunggewaltige Reboundspezialist auch Donnerstagabend schon pünktlich beim Training der Baskets in der Hardtberghalle zugegen. Trotz der kurzen Zeit bis zum Spiel gegen Frankfurt hat Black aber einen großen Vorteil vorzuweisen.
Er war von 2003 bis Ende Mai 2005 Leistungsträger in Oldenburg und kennt die Bundesliga, Spieler, Hallen und auch die Schiedsrichter. Wie die "athletische Reboundmaschine" Terry Black das enttäuschende Gastspiel in der zweiten amerikanischen Profiliga (CBA) bei den Dakota Wizards, wo er nur fünf Spiele absolvierte und Ende November den Club verließ, verkraftet hat, wird sich zeigen.
Er soll den Bonnern in den verbleibenden 13 Bundesligaspielen mehr Souveränität unter den Körben geben, wie er es auch erfolgreich in Oldenburg getan hat. Koch: "Wir wissen, was Terry kann. Menschlich passt er hervorragend ins Team. Seine Zeit in Amerika sehe ich nicht als Problem."
Und Souveränität unter den Körben ist auch dringend nötig, wollen die Baskets am Ende der Saison einen der begehrten acht Play-off-Plätze ergattern. Nach den beiden Niederlagen gegen Oldenburg und Trier hat sich die Lage für die Bonner eindeutig verschärft.
Das Koch-Team ist vier Punkte von den Play-off-Plätzen entfernt, hat aber wenigstens die direkten Vergleiche gegen Oldenburg und Trier gewonnen. Koch: "Man sollte jetzt nicht alles schlecht reden. Natürlich sind wir unter Druck. Aber wir haben sowohl in Oldenburg als auch in Trier gut gespielt und nur durch dumme Fehler am Ende verloren. Das gilt es abzustellen."
Es sei noch genug Zeit, um Punkte zu holen. Dies sagen sich auch die Frankfurter, die nach dem furiosen Sieg über Berlin wieder Morgenluft im Kampf um die Play-offs wittern.
Es spielt sicherlich eine Rolle, dass sich die Frankfurter Spieler derzeit wieder besonders reinhängen, um unter ihrem neuen Coach Charles Barton einen Platz in der Starting Five zu ergattern.
Da ist auch wieder Pascal Roller zu finden, der nach überstandener Verletzung gegen Alba zwölf Punkte erzielte. Ein weiteres Problem dürfte Darren McLinton werden. Der 1,82 Meter "kleine" Guard ist in guter Form und war gegen Berlin mit 17 Punkten Topscorer.
Die Formkurve von Frankfurts Center Malick Badiane zeigt ebenfalls nach oben. Der Senegalese steuerte beim Erfolg gegen Berlin elf Punkte bei und griff sich zwölf Rebounds ab.
Alles in allem kommt auf die Bonner eine sehr schwere Aufgabe zu, die vielleicht vor ein paar Wochen noch einfacher gewesen wäre. "Es gibt für uns kein einfaches Spiel mehr. Frankfurt ist im Aufwind. Aber wir haben die Mittel, das Spiel zu gewinnen", erklärt Mike Koch.
Um das zu schaffen, muss das Team insgesamt konstanter spielen. In Trier war in der ersten Halbzeit der Wurm drin. Die Aufholjagd im dritten Viertel kostete die Baskets dann viel Kraft und Konzentration, die am Ende fehlte.
"Daran arbeiten wir intensiv", sagt Koch, der vor der Aufgabe gegen Frankfurt keine Verletzungssorgen in seinem Team zu beklagen hat.
Freitag 13. Januar 2006 Mamic: „Ich nehme 100.000 Würfe"
Aus der BERLINER MORGENPOST: „Vielleicht ist das Leben so“ Matej Mamic wird heute 31 - Zum Spiel gegen Braunschweig will er erstmals wieder in die Halle kommen Von Jörg Rößner
Heute wird Matej Mamic sein Rehabilitationsprogramm im Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn mit besonderem Ehrgeiz absolvieren. Denn nach der letzten Einheit darf der Kapitän von Basketball-Bundesligist Alba Berlin für zwei Tage nach Hause - um seinen Geburtstag zu feiern. Mamic wird heute 31 Jahre alt. „Meine Frau wird schon irgendwas organisieren“, ist er sich sicher. Und auch die Mannschaft hat sich bestimmt etwas überlegt.
Mittlerweile darf der Kroate jedes Wochenende nach Hause, seit die Familie am vergangenen Freitag ein möbliertes Appartement in der Nähe des Krankenhauses bezogen hat. „Das ist perfekt“, freut er sich. „Mit dem Auto braucht man nur zehn Minuten.“ Wegen des kürzeren Weges kommt seine Frau Veronika jetzt zweimal am Tag vorbei und kocht für ihren Mann Mittag- und Abendessen. Das trifft auf seine Zustimmung: „Ich habe ein volles Programm mit den ersten Übungen schon vor dem Frühstück. Da brauche ich gutes Essen.“ In den vergangenen Wochen verlor Mamic gut fünf Kilogramm an Muskelmasse, die er sich langsam wieder antrainieren will. „Nächste Woche beginne ich mit dem sport-medizinischen Programm und ein bißchen Fitneß - das darf ich jetzt noch nicht.“ Momentan macht er vor allem Übungen zur Verbesserung von Motorik und Koordination. „Bei schnellen Wechselbewegungen hat er noch Probleme“, berichtet sein Arzt Dr. Andreas Niedeggen. „Die Halskrause muß er noch knapp zwei Wochen tragen.“
Daraus ergibt sich Mamics nächstes großes Ziel. Am Mittwoch, den 25. Januar, bestreitet Alba ein Bundesliga-Heimspiel gegen Braunschweig. „Da möchte ich zum ersten Mal wieder in die Schmeling-Halle kommen und mich bei unseren Fans für die Unterstützung bedanken. Das wird bestimmt ein tolles Gefühl. Ich kann allen zeigen, daß es mir wieder gut geht.“ Angst vor der Rückkehr an die Stätte seines schweren Unfalls hat er nicht: „Wenn ich an die Halle denke, dann nicht an das Spiel gegen Trier, sondern an meine erste Partie für Alba gegen Efes Pilsen Istanbul oder wie ich ein Jahr später als Kapitän die Berlin Trophy erhalten habe.“ Braunschweig wird seit dieser Woche von seinem Freund Emir Mutapcic betreut, der Mamic nach Berlin holte, ihn oft im Krankenhaus besuchte und sich mit seiner Frau einen halben Tag um Mamics Sohn Bruno kümmerte, als Veronika in der Klinik war. Für Mamic ist dieses Wiedersehen auch kein Zufall: „Vielleicht ist das Leben so.“
Dr. Niedeggen geht davon aus, daß Mamic Mitte Februar entlassen werden kann, „die ambulante Behandlung geht danach natürlich weiter“. Dazu gehört auch das Basketball-Training, das Mamic vor kurzem aufgenommen hat. „Das Dribbeln mit dem Ball geht nur langsam, das muß schneller werden. Aus vier Metern Entfernung habe ich schon wieder einen normalen Wurf und neun Versuche hintereinander getroffen, bei Dreiern ist das noch eine unnormale Bewegung.“ Seine derzeitigen Defizite machen ihm jedoch keine Sorgen: „Denn ich weiß, daß man im Basketball mit Training alles erreichen kann.“
Für den Fall, daß sich sein ehrgeiziges Rückkehr-Ziel Play-off nicht realisieren läßt, habe er schon mit Trainer Henrik Rödl, Team-Manager Henning Harnisch und Vizepräsident Marco Baldi über ein Fitneßprogramm für den Sommer gesprochen, das er mit einem weiteren seines Freundes Slaven Hlupic (Konditionstrainer von Cibona Zagreb) kombinieren will. „Ich fahre nur eine Woche mit Veronika nach Rom und werde sonst jeden Tag trainieren. Der Sommer wird sehr wichtig. Da will ich alles zurückgewinnen. Wenn es nötig ist, werde ich auch 100 000 Würfe nehmen.“ Diese Einstellung stößt bei seiner Frau weiter auf Unverständnis. „Sie sagt manchmal zu mir: „Du bist nicht normal! Du hast doch alles, was willst du denn noch?’“ Dann antworte er: „Mein Leben ist erst zu 100 Prozent wiederhergestellt, wenn ich Basketball spielen kann.“
Freitag 6. Januar 2006 Eigene Körpersprache vor Augen geführt
Die Bonner Rundschau schreibt:
BERT MARK BONN. In der Hinrunde brachte die zweite Partie gegen EWE Baskets Oldenburg für die Telekom Baskets das große Aufatmen. Denn nach der 77:101-Auftaktschlappe in Ludwigsburg fürchteten viele gegen die starken Niedersachsen gleich eine zweite Niederlage. Die Bonner behielten aber mit 93:86 eindrucksvoll die Oberhand und entzogen überzogener Kritik gleich einmal den Boden. Genau dieses erhoffen Cheftrainer Mike Koch und seine Mannen auch von dem Rückspiel am morgigen Samstag (18.30 Uhr, live auf Premiere).
Die Vorbedingungen sind ähnlich: Die Bonner haben nach der Heimschlappe gegen Ludwigsburg am vergangenen Sonntag erneut ein Negativerlebnis zu verdauen, die Oldenburger gehören als Tabellendritter (20:12 Punkte) zum Kreis der halbwegs sicheren Play-off-Kandidaten. Im engen Gerangel dahinter drohen die Baskets bei einer Niederlage in die zweite Tabellenhälfte zu rutschen, bei einem Sieg wären sie nach Minuspunkten schon wieder gleichauf mit Oldenburg - so knapp geht es in der Basketball-Bundesliga (BBL) von Rang drei bis elf zu.
Nach einem freien Tag am Montag stand bei den Baskets im Training erst einmal die Aufarbeitung des Ludwigsburg-Spiels im Vordergrund, bei dem die Bonner nach einer 16-Punkte-Führung (48:32) Mitte des dritten Viertels noch mit 76:79 unterlagen: „Wir sind da regelrecht auseinander gebrochen“, stellt Koch noch einmal fest. Die Videovorführung diente nicht nur dazu, den Spielern ihre Fehler vor Augen zu führen: „Sie sollten auch einmal ihre eigene Körpersprache in der Phase sehen, in der es bergab ging. Denn die war nur noch negativ: hängende Köpfe, wegwerfende Handbewegungen, Abdrehen von den eigenen Mitspielern“, fasst Koch zusammen. Genau dem gelte es entgegenzuarbeiten, dann das untergrabe den Willen zum Kampf.
Eine belastbare mentale Stärke wird in der 3100 Zuschauer fassenden EWE-Arena morgen auch bitter nötig sein. Denn die Nordlichter sind abgesehen von der ganz knappen 98:99-Niederlage nach Verlängerung gegen Spitzenreiter Alba Berlin zu Hause noch ungeschlagen. So zogen Vizemeister Frankfurt (75:98) und der Tabellenzweite Bremerhaven (71:83) klar den Kürzeren gegen die erfahrene Truppe von Trainer Don Beck.
Vor allem ein Akteur bereitet Koch bei der taktischen Vorbereitung einiges Kopfzerbrechen: Der Ex-NBA-Spieler und letztjährige Kölner Bill Edwards: „Er ist für einen Power Forward enorm beweglich und trifft auch gut von jenseits der Dreierlinie", beschreibt Koch die Stärken des 2,00-m-Mannes. Kochs Problem: Seine Leute auf der Position vier, Michael Meeks, Martin Mihajlovic oder auch Branko Klepac sind ein Stück größer, aber dafür nicht so wendig: „Eventuell werden wir auch Hrvoje Perincic in der Defense zeitweise gegen ihn stellen“, bastelt Koch noch an den Details einer Verteidigungsstrategie.
Pokalauslosung vor dem Spiel
Koch hofft dass seine Truppe an den Auftritt im zweiten Viertel gegen Ludwigsburg („vielleicht unser stärkstes Viertel der gesamten Saison“) anknüpfen kann. Ziel müsse es sein, Oldenburg zu Halbfeld-Basketball zu zwingen: „Gerade zu Hause agieren sie mit sehr vielen Fastbreaks, die zwar manchmal etwas chaotisch organisiert, aber wegen ihres Tempos brandgefährlich sind.“ Die Baskets werden also versuchen, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und die Gastgeber mit verschiedenen Varianten einer Zonen-Defense vom Korb fern zu halten.
Auch abseits des Spielfeldes wird für die Bonner am Samstag Spannung aufkommen: Im Rahmen der Begegnung erfolgt die Auslosung für das Achtelfinale des BBL-Pokals, das am 15. Februar ausgetragen wird.
Freitag 6. Januar 2006 Ein eminent wichtiges Spiel für die Telekom Baskets
Der Bonner General-Anzeiger schreibt:
Basketball-Bundesliga: Bonn gastiert am Samstag in Oldenburg - Trainer Mike Koch: Sicherlich nicht leicht, aber auch nicht unlösbar - Der Schlüssel liegt in einer konstant aggressiven Verteidigung
Von Bernd Joisten
Bonn. "Die Körpersprache war eindeutig. Die Köpfe neigten sich plötzlich immer öfter nach unten. Dann wurde negativ reagiert, wenn ein Mitspieler einen Fehler machte und das Selbstbewusstsein war weg. So etwas merkt der Gegner, den wir mit unseren Reaktionen aufgebaut haben", beschreibt Mike Koch, Trainer des Basketball-Bundesligisten Telekom Baskets Bonn, die ersten Erkenntnisse aus der Videoanalyse am Dienstagabend nach der bitteren 76:79-Niederlage gegen Ludwigsburg.
Im dritten Viertel hatte Bonn am vergangenen Sonntag noch wie der sichere Sieger ausgesehen, bevor die Gäste einen 16-Punkte-Rückstand egalisierten und am Ende die beiden Zähler aus der Hardtberghalle entführten. Koch: "Da haben wir Kredit bei den Fans verspielt, den wir uns wieder hart erarbeiten müssen."
Die nächste Möglichkeit besteht dazu am Samstag, wenn der Tabellenachte Bonn zum Ligavierten EWE Baskets Oldenburg reist. Zumindest das Hinspiel konnten die Bonner mit 93:86 erfolgreich gestalten.
Damals trumpften die Baskets mit 16 Dreiern bei 34 Versuchen auf. Das Rückspiel, das Premiere ab 18.20 Uhr live überträgt, ist bereits ausverkauft. An der Abendkasse stehen lediglich noch wenige Restkarten zur Verfügung.
Zu Hause eine Macht
Nicht nur die kommende Partie ist für die Koch-Truppe in puncto Erreichen der Play-offs enorm wichtig. Am darauf folgenden Wochenende gastiert Bonn bei Tabellennachbar TBB Trier. Die Topausbeute von vier Punkten in den gegnerischen Hallen wäre sensationell.
"Das sind zwei eminent wichtige Spiele für uns. Es wird sicherlich nicht leicht. Aber in der Liga kann jeder jeden schlagen. Und auch das Spiel in Oldenburg ist keine unlösbare Aufgabe. Wir wollen erst gar nicht in irgendeinen Strudel geraten", sagt Koch.
Dass die Oldenburger Baskets in der EWE-Arena eine Macht sind, stellten sie mit einer Bilanz von sieben Siegen bei acht Heimspielen bisher eindrucksvoll unter Beweis.
Während der ehemalige Baskets-Spieler Paul Burke verletzungsbedingt in Oldenburg in dieser Saison kaum zum Zuge kommt, hat Coach Don Beck mit Altmeister "Charlie" Brown, Leistungsträger Tyron McCoy, Allrounder und Topscorer Bill Edwards, Distanzschütze Kristaps Valters, Center Wilbur Johnson und Reboundspezialist LaVell Blanchard Spieler an Bord, die alle mühelos zweistellig punkten können.
Vor allem Bill Edwards, der großen Anteil daran hat, dass Oldenburg mit zehn Siegen - bei fünf Niederlagen - die beste Hinrunde seit der Bundesliga-Zugehörigkeit gespielt hat, dürfte den Bonnern Sorgen bereiten. Dass das Team von Beck sein erstes Rückrundenspiel ebenfalls verloren hat - mit 85:94 in Trier - ist aus Sicht der Oldenburger zu verkraften.
Trotz der Qualitäten des kommenden Gegners sieht Koch keineswegs schwarz: "Wir sind stark genug, um in Oldenburg zu punkten. Ich habe bei der genaueren Analyse unseres Spiels gegen Ludwigsburg auch viel Gutes gesehen. Im zweiten Viertel haben wir bewiesen, was wir spielen können. An dem Einbruch zum Ende des Spiels müssen wir natürlich arbeiten."
Da sei es auch keine Entschuldigung, dass die Bonner drei Spiele in acht Tagen hatten. Bei den Baskets wird es darauf ankommen, ob die Mannschaft eine konstant aggressive Verteidigung spielen kann.
Gleichzeitig sind neben der ersten Fünf auch Ivan Tomeljak und Martin Mihajlovic gefordert, an ihre guten Leistungen in den vergangenen beiden Spielen anzuknüpfen. Nur so können die schweren Aufgaben im Januar gemeistert werden.
Übrigens: Vor dem Spiel werden in Oldenburg noch die Paarungen des Achtelfinales im deutschen Pokalwettbewerb ausgelost.
Eine Entscheidung beeinflussen können die Baskets-Fans bei der Wahl der teilnehmenden Spieler am All-Star-Day 2006, der am 28. Januar ab 14.30 Uhr in der Kölnarena steigt.
Bis zum 10. Januar darf auf der Internetseite basketball-bundesliga.de noch gewählt werden. Zehn Spieler können die Fans per Internetwahl ins Team beordern.
Sieben weitere Spieler pro Mannschaft (Nord und Süd) werden von den beiden Trainern benannt, die ihrerseits auch von den Fans über die BBL-Homepage gewählt werden.
Freitag 30. Dezember 2005 Kein Happy-End im Bonner Krimi
Der Gießener Anzeiger schreibt:
Giessen 46ers sehen lange Zeit wie die sicheren Sieger aus - Kein gutes Niveau - Hohe Foulbelastung entscheidend Wolfgang Lehmann BONN. Als Koch-Duell war es angekündigt, zu einem Krimi um die Trainer-Gebrüder Stefan und Michael Koch wurde die die gestrige Partie der Telekom Baskets Bonn gegen die Giessen 46er. Erst nach Verlängerung setzten sich schließlich die vom jüngeren Bruder Michael gecoachten Fernmelder vom Rhein 101:95 (89:89, 62:73, 38:47, 21:25) vor 3400 Zuschauern in der Hardtberghalle durch. Die Spannung musste dabei allerdings einer Reihe von Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten überdecken.
Weder die Baskets noch die 46ers von Stefan Koch waren über weite Strecken der Partie im Stande, ihre Ansprüche auf einen Play-off-Platz zu untermauern. Wobei die Gäste von der Lahn bis kurz vor Schluss in der Auseinandersetzung zweier erkennbar verunsicherter Mannschaften wie der spätere Sieger aussah. Vor allem die resolute Verteidigung des eigenen Brettes durch Neuzugang Adam Chubb und den für den nach wie vor nur sporadisch einsetzbaren Wane überzeugend zulangenden Florian Hartenstein ließ die langen Kerls der Bonner lange Zeit verzweifeln.
Das kompromisslose Zupacken, Aushelfen und Rebounden machte sich allerdings mit zunehmender Spielzeit auf dem Foulkonto von Hartenstein und Chubb bemerkbar. In der Verlängerung mussten beide Center dann zuschauen und verschafften so den Bonnern doch noch eine wichtige Überlegenheit am Gießener Brett.
Entscheidend allerdings waren zwei Spielphasen zum Ende des dritten Viertels und unmittelbar vor Ende der regulären Spielzeit. Nach knapp 30 Minuten führte Gießen 73:58, hatte Ballbesitz und hätte mit einem komfortablen 17-Punkte-Vorsprung in den letzten Spielabschnitt gehen können, leistete sich aber einen Ballverlust und ein umstrittenes unsportliches Foul, wodurch Bonn auf 63:73 herankam.
Doch selbst dieser Knackpunkt hätte ausgemerzt werden können, wenn Adam Chubb nicht zehn Sekunden vor Spielende beim Spielstand von 87:89 bei Einwurf Bonn Jason Conley regelwidrig an der Seitenaußenlinie an der Ballannahme gehindert hätte. Doch selbst das bedeutete noch nicht das Ende der Siegträume für Stefan Koch und seine Mitarbeiter. Conley vergab den ersten Freiwurf, setzte den zweiten absichtlich auf den Ring, den Rebound allerdings ergatterten drei Sekunden vor der Sirene nicht die Gießener sondern Bonns Michael Meeks, der im Zurückfallen zum Ausgleich und dadurch zur Verlängerung traf.
In der Overtime dann brachen die Gießener Dämme, als Adam Chubb und Florian Hartenstein ihr Foulkonto überzogen hatten, und Gießen mit einer müden Zone schutzlos den Dreiern von Perincic und Wisniewski ausgesetzt waren.
Nach diesem Krimi ohne Happy-End stecken die 46ers zwei Tage vor dem schweren Auswärtsspiel in Bremerhaven nun möglicherweise doch in der von Stefan Koch in der Bonner Presse vor dem Spiel angedeuteten Krise seiner Mannschaft.
Montag 26. Dezember 2005 "Im Bonner Kreis liegt viel Potenzial brach"
Der Bonner General Anzeiger schreibt:
Baskets-Trainer Michael Koch über seine Aufgabe bei dem Bonner Basketball-Bundesligisten, seinen Stil und seine Pläne - "Diese Mannschaft kann die Play-offs schaffen"
Bonn. Einen guten Einstand hatte Michael Koch als Trainer des Basketball-Bundesligisten Telekom Baskets Bonn. "Wir können die Play-offs schaffen", erklärte der Ex-Europameister vor dem Spiel am Montag bei Rhein-Energie Köln (17 Uhr, Kölnarena). Mit dem Ex-Europameister sprach Gerhard Mertens.
General-Anzeiger: Jetzt mal ehrlich, warum ist es zum Wechsel von Danijel Jusup zu Ihnen gekommen?
Michael Koch: Sie wissen, dass ich dazu nichts sagen darf, weil zwischen beiden Parteien einvernehmlich Verschwiegenheit vereinbart wurde. Ich will auch nichts dazu sagen. Die Vergangenheit soll ruhen, wir müssen nach vorne schauen.
GA: Wie sind Sie denn vor der Mannschaft mit der Situation umgegangen? Schließlich sind doch einige Spieler nur wegen Jusup nach Bonn gekommen.
Koch: Das sind Profis. Sie haben einen Vertrag mit dem Verein unterschrieben und erfüllen diesen auch. Aber ich habe bei meinem ersten Auftritt vor der Mannschaft allen Spielern freigestellt, den Verein zu wechseln. Sie hätten sofort die Freigabe bekommen.
GA: Sie haben gleich nach Amtsantritt viele Dinge geändert. Das lässt zumindest durchblicken, was Sie von der Arbeit Jusups gehalten haben. Koch: Es war einfach eine andere Philosophie. Wir hatten ja Erfolg. Zu Beginn haben wir vier Siege geholt.
Nur ist Jusup ein Vertreter der jugoslawischen Schule, die seit 20 Jahren das gleiche Programm fährt. Ich habe unter vielen Jugoslawen gearbeitet, auch unter Svetislav Pesic. Ihr Stil ist knallhart. Die Trennung zwischen Spieler und Trainer ist schon ziemlich extrem. Auch Jusup hat sich sehr zurückgenommen.
GA: Und wie sieht Ihr Stil aus?
Koch: Ich gehe auf die Leute zu, suche die Kommunikation. Das Training ist lockerer. Es darf auch mal gelacht werden, was bei den Jugoslawen unmöglich ist. Bei Pesic durfte man im Training zwei Stunden lang keinen Mucks machen.
GA: Es heißt, die Spieler hätten unter Jusup gelitten. Es soll Unmutsäußerungen gegeben haben.
Koch: Das mag so gewesen sein. Aber das wird jetzt auch der Fall sein. Nehmen Sie Ivan Tomeljak. Der wird sich fragen, warum spiele ich nicht mehr so viel. Jason Conley dagegen wird froh sein, weil er jetzt in der Starting Five steht und mehr Spielzeit bekommt. Man wird nie alle Spieler zufriedenstellen können.
GA: Conley blüht ja richtig auf.
Koch: Er hatte große Probleme mit Jusups Stil. Das lief nach dem Schema: Fehler gemacht, runter vom Feld. Niedergemacht. Wieder aufs Feld. Fehler gemacht, runter vom Feld. Niedergemacht, hinsetzen. Bei mir haben die Spieler das Recht, ein, zwei Fehler zu machen und trotzdem weiterzuspielen. Für andere Spieler, die Jusup kannten, war es Normalität.
GA: Gibt es an der Chemie der Mannschaft etwas auszusetzen?
Koch: Nein. Charakterlich ist die Mannschaft sehr gefestigt. Die Spieler verstehen sich untereinander gut, da ist keiner, der ausschert. Und das kommt mir im Augenblick zu Gute. Als ich das Angebot bekam, Cheftrainer zu werden, wusste ich, dass ich mit dieser Mannschaft, obwohl ich sie nicht selbst zusammengestellt habe, etwas erreichen kann.
GA: Was heißt etwas?
Koch: Wir können die Play-offs schaffen.
GA: Was zeichnet Ihr Team aus?
Koch: Vor allem die offensive Stärke. Das Team hat viele Variationsmöglichkeiten, die wir noch gesteigert haben, weil wir jetzt mehr unter dem Korb spielen, und ist stark aus der Distanz. Unsere größten Schwächen sind der Rebound, der eine Katastrophe ist, und die Verteidigung, weil wir da wenig gemacht haben.
GA: Das ist verwunderlich. Jusup war doch angetreten mit der Maßgabe, gut verteidigen zu wollen.
Koch: Vielleicht hat er sich gedacht, die Spieler können schon gut verteidigen. Aber jetzt arbeiten wir hart daran, auch am Rebound.
GA: Wenn Sie sich eine Verstärkung zu Weihnachten wünschen dürften, welcher Spieler wäre das?
Koch: Einer, der die Bretter aufräumt. Einer, der Masse zeigt, zehn oder mehr Rebounds holt, darunter drei, vier offensive und damit sechs bis acht Punkte macht und vielleicht noch ein paar Freiwürfe dazu bekommt. Das ist das Puzzleteil, das uns noch fehlt, um zwei, drei Plätze nach oben zu klettern.
So müssen wir uns darauf konzentrieren, dass die gesamte Mannschaft sich am Rebound beteiligt. Das nimmt uns ein wenig von unserer Schnelligkeit beim Fastbreak, weil alle näher zum Korb orientiert sind, doch damit komme ich schon klar.
GA: Haben Sie mit dem Klub über Verstärkungen gesprochen?
Koch: Es sind keine Mittel da. Ich beschwere mich auch nicht. Diese Mannschaft hat auch so das Potenzial, die Play-offs zu schaffen. Hätte man noch einen Spieler mit besagten Qualitäten, wäre das vielleicht einfacher. Aber ich komme auch so zurecht.
GA: Sie sprachen von Ihrem lockereren Führungsstil. Birgt das nicht die Gefahr, dass die Spieler das ausnutzen?
Koch: Ich bin nur bis zu einem gewissen Punkt locker. Dann fällt der Hammer. Und der ist schon zwei Mal gefallen.
GA: Wann?
Koch: Zuletzt gegen Karlsruhe in der Halbzeit. Und vor dem Spiel in Tübingen, da habe ich die gesamte Mannschaft im Training aus der Halle geschmissen und nach Hause geschickt.
GA: Ist das eine Strafe?
Koch: Sie hätten die Gesichter sehen sollen. Unser Kapitän Michael Meeks hat dann auch noch ein paar passende Worte gesagt, damit war die Situation geklärt.
GA: Wie beurteilen Sie die Trainingsbedingungen im Verein?
Koch: Die sind eine Katastrophe. Wir kommen in die Hardtberghalle nur zu bestimmten Zeiten. Die Mannschaft trainiert abends fast jede Woche von acht bis zehn. Eine ganz schlechte Zeit. Dann kommen die Spieler nach Hause, müssen noch etwas essen und verdauen.
Bis sie dann richtig schlafen können, kann es zwei Uhr werden. Oft haben wir nur ein Hallendrittel und können nur kleine taktische Dinge machen. Für einen Bundesligisten, der auch ein Jugendprogramm aufziehen will, gehört eine eigene Halle dazu.
GA: Selbstredend plädieren auch Sie für die neue Halle?
Koch: Sie muss gebaut werden, wenn sich der Basketball in Bonn weiterentwickeln will.
GA: Was halten Sie davon, dass in Bonn in den letzten Jahren fast immer die gesamte Mannschaft ausgetauscht wurde?
Koch: Ich würde auch ein bisschen mehr Kontinuität lieber sehen. Aber wir sind im Profigeschäft. Es wird zum Beispiel schwer werden, Andrew Wisniewski zu halten. Er wird im nächsten Jahr Angebote bekommen, bei denen die Baskets sagen müssen: «Es tut uns Leid, da können wir nicht mithalten.»
Kontinuität kann man dann schaffen, wenn man beginnt, jüngere Spieler mit Potenzial nach Bonn zu holen, ihnen längere Verträge gibt und sie kontinuierlich aufbaut. Bei Panathinaikos Athen gab es einmal eine ähnliche Situation wie in Bonn. Da wurde zuerst auch viel gewechselt. Dann hat sich über ein paar Jahre ein Stamm herausgebildet, und plötzlich wurden wir vier Mal Meister.
GA: Sie sprachen von jüngeren Spielern mit Potenzial. Gibt es die überhaupt in Deutschland?
Koch: Es gibt zu wenige. Ich war kürzlich bei einem "Try out" in Frankfurt. Das Niveau war nicht berauschend. Es waren vielleicht drei Spieler dabei, die in der zweiten Liga eine Durchschnittsrolle spielen könnten. Es würde sich im Moment nicht lohnen, einen dieser Spieler nach Bonn zu holen.
Im Ausland sieht das ganz anders aus. Das liegt unter anderem daran, dass es dort viel bessere Trainer gibt. In Deutschland ist es im Augenblick besser, das Geld in die eigene Jugend zu stecken und zu versuchen, da jemanden nach oben zu bringen.
GA: Gibt es Talente bei den Baskets?
Koch: Das U-16-Team beispielsweise hat Erfolg. Da sind bestimmt zwei, drei Spieler dabei, die eine Perspektive haben. Ob die am Ende den Sprung nach oben schaffen, muss man abwarten.
GA: Der Etat der Baskets ist zuletzt stetig reduziert worden. Dazu kommt die Belastung durch den Hallenbau. Erschwert das nicht Ihre Aufgabe?
Koch: Man kann auch eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen, wenn man keine fünf Millionen Euro hat. Das ist eine Sache des Scoutings. Es gibt im geöffneten Markt Europas genügend Spieler, die bezahlbar sind und Potenzial haben. Ein Wisniewski ist ja auch da. Er könnte in jeder Spitzenmannschaft Europas spielen, aber er ist jetzt erst einmal in Bonn.
GA: Aber Sie wollen doch eigene Spieler ziehen?
Koch: Sicher, aber das geht nicht von heute auf morgen.
GA: Ist ein Konzept mit mehr deutschen Spielern nicht schwierig durchzuziehen, wenn es doch so viele gute ausländische Spieler gibt, die dazu preiswert sind?
Koch: Ich glaube, das ist einfach zu schaffen. Sehr einfach. Weil Vereine wie in Bonn nur acht gestandene Spieler brauchen. Schon bei den absoluten Profis kann schon ein Deutscher dabei sein. Dazu können zwei Mittelmäßige kommen, und auf den Positionen elf und zwölf können immer zwei deutsche Talente sein.
GA: Aber die müssen auch Einsatzzeit bekommen?
Koch: Das ist der entscheidende Punkt. Wenn ein Trainer das möchte, dann geht das.
GA: Werden Sie, sollten Sie Trainer bei den Baskets bleiben, im nächsten Jahr diesen Weg gehen?
Koch: Vorab muss ich sagen, dass dann die Mannschaft auch wieder ganz anders aussehen kann. Aber es würden junge deutsche Spieler dabei sein. Ich habe als Spieler einen großen Namen gehabt, und ich kenne viele von den jungen Spielern. Ich glaube, ich hätte große Chancen, einige der besseren Talente nach Bonn zu holen.
GA: Können Sie Namen nennen?
Koch: Zu diesem Zeitpunkt möchte ich das nicht. Es gibt Spieler, die zu großen Vereinen gewechselt sind, aber dort kaum Spielzeit bekommen. Sie wären für ihre persönliche Entwicklung besser beraten gewesen, zu einem kleineren Verein zu wechseln.
GA: Aber auch in Bonn würde ein Talent hinter einem Wisniewski kaum zum Zuge kommen.
Koch: Das ist richtig. Bevor man Talente holt, muss man sich um die Zusammensetzung der Mannschaft genau Gedanken machen. Wenn Wisniewski weggehen sollte, dann könnte man auf der Position einen Spieler holen, der vielleicht nur Mittelmaß hat und rund 20 Minuten spielt, mit einem deutschen Jugendlichen dahinter.
Dafür holt man sich eine Rakete auf einer anderen Position, wo man keinen Nachwuchsspieler hat. Problem bei den Baskets ist, dass die zweite Mannschaft in der 2. Regionalliga spielt. Besser wäre 1. Regionalliga, am besten aber zweite Bundesliga.
GA: Die gibt es ganz in der Nähe in Rhöndorf.
Koch: Richtig. Ich war da drüben, jetzt bin ich hier und kann die fehlende Kommunikation zwischen beiden Klubs nicht nachvollziehen. Für beide Vereine halte ich es für wichtig, Synergien zu schaffen. Dass man jungen Spielern beispielsweise die Möglichkeit gibt, hier zu trainieren und in Rhöndorf zu spielen, um sie so langsam heranzuführen.
GA: Wäre die Kooperation Bonn-Rhöndorf auch eines Ihrer Ziele als Trainer?
Koch: Zuerst einmal wäre ich Trainer bei den Baskets. Da gibt es viele Dinge, die angegangen werden müssen. Wenn das passiert ist, halte ich die Kooperation Bonn-Rhöndorf für einen ganz wichtigen Schritt. Es liegt sonst zuviel Potenzial im Bonner Basketballkreis brach.
Freitag 23. Dezember 2005 GHP Bamberg entzaubert Treviso mit 92:85
Nürnberg (dpa) - Der deutsche Basketball-Meister GHP Bamberg hat mit einem Überraschungssieg gegen den Tabellenzweiten Benetton Treviso seine Chancen auf einen Einzug in die Zwischenrunde der EuroLeague erheblich gesteigert.
Die Franken bezwangen am ersten Rückrunden-Spieltag das italienische Spitzenteam in Nürnberg nach einer eindrucksvollen Aufholjagd mit 92:85 (42:49). Mit 8:8 Punkten festigte das Team von Trainer Dirk Bauermann den fünften Rang in Gruppe A. Dieser würde zum Weiterkommen reichen.
Spencer Nelson (23 Punkte), Demond Mallet (20) und Robert Garrett (17) waren vor 8500 Zuschauern in der ausverkauften Arena Nürnberg nach dem Rückstand von sieben Punkten zur Halbzeit die überragenden Korbschützen bei der umjubelten Energieleistung der Bamberger. Bei Treviso waren Andrew Nicholas (28), Ramunas Siskauskas (19) und Petar Popovic (17) die besten Werfer.
Freitag 23. Dezember 2005 „Klepac braucht Rückendeckung“
Die Bonner Rundschau schreibt:
Vor seinem ersten Derby gegen RheinEnergie Köln sprach Bert Mark mit Baskets-Trainer Mike Koch.
Frage: Wie oft trainiert die Mannschaft nach Ende ihres dreitägigen Kurzurlaubs über die Weihnachtstage?
Koch: Wir haben uns am Donnerstag erstmals wieder getroffen, etwas Athletik-Training, Laufschule und Spiele drei gegen drei oder vier gegen vier zum Auflockern gemacht. Am Freitag ist zweimal Training, an Heiligabend einmal, am Sonntag einmal und am Montagvormittag vor dem Spiel auch noch einmal. Also an allen Tagen.
Frage: Den Baskets-Fans würde es besonders wehtun, wenn Aleksandar Nadjfeji groß aufspielt. Seine Stärken mit dem schnellen ersten Schritt und seinen Körpertäuschungen am Korb sind ja bekannt. Wer wird sein Gegenspieler sein?
Koch: Das hängt auch vom Spielverlauf ab. Es können auch mehrere sein. Es bietet sich ja an, die beiden auch auf ihn anzusetzen, die ihn im gemeinsamem Training in Bonn erlebt haben und seine typischen Bewegungsmuster kennen. Das wären Branko Klepac und Martin Mihajlovic. Aber ich warne davor, dass wir uns zu sehr auf Nadjfeji konzentrieren und dann einen anderen Kölner heiß laufen lassen.
Frage: Klepac spielte gegen Karlsruhe so selbstbewusst auf wie selten. Hat das mit Ihrem Umgang mit ihm zu tun?
Koch: Branko braucht im Spiel Rückendeckung, auch wenn er mal einen Fehler macht. Und die bekommt er von mir auch. Er wird von außen immer sehr schnell kritisiert und nimmt sich das dann sehr zu Herzen. Es ist bei ihm eine Kopfsache. Wenn er Unterstützung spürt, entfaltet er sein Potenzial.
Frage: Es fällt auf, dass er seine Freiwurftechnik verändert hat, dabei eine Art Sprungwurf macht.
Koch: In der Saisonvorbereitung haben wir zum Trainingsabschluss immer Freiwürfe üben lassen. Dabei fiel mir auf, dass er im Stand oft muskulär etwas verkrampfte, wenn er sich besonders konzentrierte. Da habe ich ihm die neue Technik empfohlen, die gibt ihm mehr Sicherheit.
Frage: Sinisa Kelecevic kämpft immer noch um seine Form. Wie viel Steigerung ist bei ihm noch möglich?
Koch: Er ist körperlich immer noch nicht so fit wie die anderen. Bei einem 36-Jährigen dauert das eben auch etwas länger als bei einem 25-jährigen Spieler. Außerdem ist der Basketball im Vergleich zu seinen besten Zeiten viel athletischer geworden. Das ist sein Hauptproblem. Er muss sich halt in jedem Training 110-prozentig reinhängen, um die Defizite zu beheben.
Frage: Welche Rolle kann er im Team noch spielen?
Koch: Er hat zum Beispiel in Tübingen mit seiner Erfahrung entscheidend dazu beigetragen, dass wir gewonnen haben. Das wird auch in anderen Spielen so sein. Vor allem gegen Gegner mit starker Athletik wird es für ihn schwierig bleiben. Bei seiner Beweglichkeit kann ich ihn aber auch mal auf der Position drei bringen, falls Perincic in Foulprobleme geraten sollte. Dann hätten wir mit ihm und zwei anderen Langen auf den Positionen vier und fünf eine richtig große Aufstellung.
Sonntag 18. Dezember 2005 Bamberg strauchelt - Alba zieht davon
(sid) Der Verfolger strauchelt, der Spitzenreiter zieht davon: Während Meister GHP Bamberg eine 75:89 (32:43)-Niederlage gegen die Artland Dragons Quakenbrück kassierte, hat sich Alba Berlin durch einen deutlichen 91:76 (42:32)-Erfolg über Schlusslicht sellbytel Baskets Nürnberg an der Spitze Luft verschafft. Die Mannschaft von Trainer Henrik Rödl baute durch den ungefährdeten Sieg die Tabellenführung auf sechs Punkte aus.
Erste Heimniederlage für Bamberg
Für die Franken, die unter der Woche noch ein Kräfte zehrendes und erfolgreiches Europaligaspiel gegen Athen bestritten hatten, bedeutete die Schlappe gegen die Niedersachsen zugleich die erste Heimniederlage seit März dieses Jahres.
Durch die vierte Saisonniederlage der Bamberger rückten die EWE Baskets Oldenburg bis auf zwei Punkte an den Tabellenzweiten heran. Die Baskets gewannen ihr Heimspiel gegen die Giessen 46ers trotz einer zwischenzeitlichen Aufholjagd der Gäste ungefährdet 97:84 (55:37). Überragender Mann auf dem Feld war jedoch der Gießener Anton Gavel mit 29 Punkten.
RheinEnergie Köln gewinnt in Trier
RheinEnergie Köln fuhr derweil mit dem 81:72 (45:36) bei TBB Trier seinen ersten Auswärtssieg der Saison ein. Zudem siegten die Telekom Baskets Bonn gegen die BG Karlsruhe 81:75 (41:47), EnBW Ludwigsburg unterlag den Deutsche Bank Skyliners Frankfurt derweil 68:69 (36:41).
Montag 12. Dezember 2005 12. Spieltag - Alba strauchelt
Leverkusen (ddp). Die Bayer Giants Leverkusen haben sich auch am 12. Spieltag der Basketball Bundesliga (BBL) nicht aus ihrer Krise befreien können. Der deutsche Rekordmeister verlor am Sonntag in eigener Halle 84:94 (35:48) gegen die Telekom Baskets Bonn. 23 Punkte ihres besten Scorers Josiah James reichten den Giants nicht zum Sieg, bester Bonner Werfer war Jason Conley mit 21 Zählern. Damit rangiert Leverkusen nun punktgleich mit dem Tabellenletzten Sellbytel Baskets Nürnberg auf dem vorletzten Rang. Die Telekom Baskets stehen unverändert im Tabellenmittelfeld.
Bereits am Samstag hatte ALBA Berlin die erste Saisonniederlage in der Bundesliga hinnehmen müssen. Vor eigenem Publikum verloren die «Albatrosse» gegen die Eisbären Bremerhaven überraschend mit 73:75 (47:35). Beste Werfer auf Seiten der Berliner waren Center Jovo Stanojevic und Guard Mike Penberthy mit jeweils 17 Punkten. Überragender Mann auf dem Feld war der Bremerhavener Guard Nick Jacobson mit 30 Punkten. Die Gäste profitierten von der desolaten Punktausbeute der Berliner im letzten Viertel, das mit 19:9 an Bremerhaven ging.
Auch Meister GHP Bamberg feierte einen Auswärtserfolg. Die Franken siegten bei den Deutsche Bank Skyliners in Frankfurt mit 84:74 (45:41). Beste Werfer der Gäste waren die Guards Robert Garrett und Derrick Phelps mit jeweils 16 Punkten. Bei den Frankfurtern setzte Forward Antonio Meeking mit 20 Zählern den Bestwert der Partie.
Bamberg verbesserte sich durch den Erfolg auf den zweiten Platz, da der bisherige Tabellenzweite EnBW Ludwigsburg die große Chance vergab, zu Tabellenführer ALBA bis auf zwei Punkte aufzuschließen. Bei den Giessen46ers verlor man deutlich mit 76:102 (41:54). Mit Forward Barry Jaqawn Elder stellten die Hausherren den besten Scorer. Der US-Amerikaner brachte es auf 29 Punkte. Auf Ludwigsburger Seite steuerte Forward Brian Boddicker alleine 20 Zähler bei.
Ein deutlicher 93:78 (38:31)-Heimsieg gelang RheinEnergie Köln über EWE Baskets Oldenburg. Zu einem überraschenden Heimerfolg kam außerdem das bisherige Schlusslicht BG Karlsruhe. Die Badener bezwangen TBB Trier 83:76 (43:36). Auch in den weiteren Partien jubelten die Gastgeber. Die Walter Tigers Tübingen bezwangen die Sellbytel Baskets Nürnberg 90:85 (49:37) und die Artland Dragons siegten gegen BS Energy Braunschweig 82:63 (45:31).
ddp
Montag 12. Dezember 2005 ALBA-Kapitän Mamic verlässt Intensivstation
Berlin (dpa) - Basketballprofi Matej Mamic von ALBA Berlin hat nach seinem schweren Unfall vor zwei Wochen so große Fortschritte gemacht, dass er Anfang kommender Woche von der Intensivstation auf eine normale Abteilung des Berliner Unfallkrankenhauses verlegt werden kann.
«Die medizinische Entwicklung von Herrn Mamic ist extrem erfreulich», sagte Walter Schaffartzik, Ärztlicher Leiter des Krankenhauses, auf einer Pressekonferenz, bei der auch Mamic über seinen Gesundheitszustand berichtete. «Ein Hallo an alle. Ich fühle mich gut», erklärte der 30 Jahre alte Kroate freudestrahlend. Plaudernd wie vor seinem schweren Unfall im Bundesligaspiel gegen Trier, nach dem zuerst eine Querschnittslähmung befürchtet worden war, bedankte sich Mamic bei allen Helfern und berichtete über seinen Alltag im Krankenhaus. Dabei gestikulierte er auch mit beiden Armen, deren Beweglichkeit nach dem Sturz lange Zeit die größten Sorgen machte.
«Matej Mamic hat großen Wert darauf gelegt, die eigenen Schritte bis zu seinem Platz zu gehen», sagte Schaffartzik. Allerdings könne er über den weiteren Genesungsprozess nach wie vor keine Angaben machen: «Wir haben einmal den Begriff Millimeterverbesserung benutzt. Dabei wollen wir es belassen. Matej soll wieder für das Leben fit gemacht werden. Alles andere ist zusätzlich, ein Geschenk».
Mittwoch 7. Dezember 2005 Nürnberg und Giessen mit Zittersiegen im BBL-Pokal
(sid) Im BBL-Pokal ist eine Sensation zwar ausgeblieben, die Bundesligisten sellbytel Baskets Nürnberg und Giessen 46ers zogen aber nur mit großer Mühe ins Achtelfinale ein. Beim Zweitligisten TV Lich hatten die Franken beim 77:67 (40:40)-Erfolg lange Zeit große Probleme. Auch Giessen siegte beim ebenfalls zweitklassigen 1. FC Kaiserslautern nur knapp mit 87:83 (49:31).
In der Runde der letzten 16 greifen dann auch die sieben in den Europapokal-Wettbewerben spielenden Erstligisten in das Geschehen ein.
Samstag 3. Dezember 2005 Alba Berlin: Nnamaka definitiv nicht Mamic-Nachfolger
Aus der BERLINER MORGENPOST:
Alba will die Negativserie beenden Berlins Basketballer sind seit viereinhalb Jahren bei den Telekom Baskets Bonn ohne Sieg - Noch kein Mamic-Nachfolger in Sicht Von Jörg Rößner Albas Gesamtbilanz gegen die Telekom Baskets Bonn liest sich auf den ersten Blick relativ solide: Insgesamt 34mal traten die Berliner seit 1996 in der Bundesliga und im Pokal gegen die Rheinländer an, gewannen 22 Partien und verloren nur zwölf - was einer Erfolgsquote von 64,7 Prozent entspricht. Doch eine Schwäche verrät die Statistik nicht: Daß Alba seit dem 6. Juni 2001, also seit viereinhalb Jahren oder 54 Monaten, auf einen Sieg in Bonn wartet. Beim damaligen 78:58-Erfolg im zweiten Meisterschafts-Finale spielten Wendell Alexis, Derrick Phelps und Dejan Koturovic für die von Emir Mutapcic trainierten Berliner, der heutige Headcoach Henrik Rödl war Albas Kapitän.
Er hat auch keine richtige Erklärung dafür, warum Alba bei den anderen Bundesliga-Spitzenteams Bamberg, Frankfurt und Köln in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal gewonnen hat, in der Hardtberghalle jedoch seit fünf Spielen (vier in der Bundesliga, eins im Pokal) keinen Erfolg hatte. Zwar sei Bonn wegen der hitzigen Atmosphäre auswärts immer ein sehr schwerer Gegner, und einige Spiele seien sehr knapp und unter schwierigen Umständen (sehr viele Verletzte beim 79:99 vor zwei Jahren, Wrights Dopingbefund wenige Stunden vor dem 85:96 verlorenen Pokalspiel im April) verloren gegangen, aber: „Mich wundert das.“ Albas Chance im sechsten Anlauf heute abend (18.30 Uhr, Premiere live) könnte sein, daß fast alle Spieler im Kader mit dieser Serie nichts anfangen können. Matej Mamic und Sascha Leutloff fehlen, Jovo Stanojevic fährt zwar mit nach Bonn, trainierte wegen seiner Grippe aber auch gestern nicht und wird seinem Team wohl nicht viel helfen. So verlor Martynas Mazeika als Einziger vergangene Saison zweimal in Bonn, für die anderen ist es ein normales Auswärtsspiel. Nachdem sich die Berliner am Anfang der Woche aufgrund des Schocks nach Mamics schwerer Verletzung viel um sich selbst gekümmert hatten, stieg die Trainingsintensität nach der Uleb-Cup-Partie gegen Bree am Dienstag deutlich. „Die Spieler sind wieder da und auch mit dem Kopf bei der Sache. Das freut mich und macht Mut“, sagt Rödl. Mit dem in der zweiten Halbzeit gegen die Belgier trotz der Niederlage wiedergefundenen Kampfgeist müsse sein Team auch bei der wichtigen Partie in Bonn angreifen, um in den Rhythmus zu kommen. „Wir sind zwar geschwächt, haben aber immer noch genügend Substanz. Jetzt müssen wir alles dafür tun, um in der Bundesliga wieder so zu spielen wie bisher.“ Damit würden seine Spieler auch ihrem Kapitän Matej Mamic die größte Freude machen. Er liegt seit einer Woche auf der Intensivstation des Unfallkrankenhauses Berlin, sein Zustand ist unverändert. Der 30jährige Kroate, der eine schwere Prellung des Rückenmarks erlitten hat, machte in den vergangenen Tagen keine großen Fortschritte - was angesichts der Schwere seiner Verletzung zu diesem frühen Behandlungszeitpunkt jedoch völlig normal ist und nicht anders zu erwarten war. Mamic steht noch ein sehr weiter Weg bevor. Das weiß auch Henrik Rödl: „Es gibt Hoffnung, aber wir müssen uns langfristig um ihn kümmern. Matej muß kämpfen und Geduld haben.“ Zumindest glaubt Professor Dr. Walter Schaffartzik, der Leiter der Klinik, daß der Kroate später nicht im Rollstuhl sitzen muß, sondern wieder laufen kann. Um das zu forcieren, wird Mamic weiterhin jeweils zweimal täglich ergo- und physiotherapeutisch behandelt. Je nach dem Grad seiner Erschöpfung dauern diese Übungen mal länger und mal kürzer. Ein Termin für seine Verlegung von der Intensiv- auf eine normale Station, die für nächste Woche vorgesehen ist, wurde noch nicht festgelegt. Mamics Stimmung ist schwankend. Wahrscheinlich auch aus diesem Grund möchte er derzeit nur von seinen Familienangehörigen sowie Mitspielern, Trainern und anderen Alba-Mitarbeitern besucht werden. Bei der Suche nach seinem Nachfolger ist Alba, so Rödl, „in der Anfangsphase. Wir müssen ja jemanden finden, der uns auch wirklich weiterhilft, reinpaßt und möglichst bis zum Saisonende bleibt“. Das wird der in Internetforen gehandelte Ex-Bonner Oluoma Nnamka (zur Zeit bei Italiens Erstligist Upea Capo d’Orlando) laut Alba trotz seiner Stärken in der Verteidigung definitiv nicht sein.
Freitag 2. Dezember 2005 Michael Koch antwortet auf Fragen aus Berlin
Aus der BERLINER MORGENPOST: „Wir sind reif für solche Aufgaben“ Bonns Headcoach Michael Koch über die 93er Europameister als Trainer und das Spiel der Telekom Baskets gegen Alba Berlin Von Dietmar Wenck Mike Koch (39) war einer der erfolgreichsten deutschen Basketball-Spieler. Mit dem Nationalteam 1993 Europameister, gewann er mit seinen Klubs BG Bayreuth, Bayer Leverkusen und Panathinaikos Athen nationale Titel in Serie, mit den Griechen 2000 sogar die Euroleague. Nun ist der Familienvater Trainer der Telekom Baskets Bonn, begann im Sommer als Assistent und stieg nach der Trennung von Danijel Jusup vor zweieinhalb Wochen zum Cheftrainer auf. Vor dem Spiel der Baskets morgen gegen Alba Berlin (18.30 Uhr, Premiere live) sprach er mit der Morgenpost.
Berliner Morgenpost: Herr Koch, wie kam es zu Ihrem schnellen Aufstieg in Bonn? Michael Koch: Über die Gründe für die Trennung von Danijel Jusup bewahren wir Stillschweigen. Nur soviel: Am Sportlichen lag es nicht. Meine Kontakte nach Bonn bestehen lange. Schon als ich noch in Athen spielte, war ich dort im Gespräch. Zunächst als Spieler, danach als Manager. Dann wurde ich Assistent. Obwohl ich gleich gesagt habe: Ich traue mir zu, Cheftrainer zu sein. Nun bin ich es.
Sie sind der siebte deutsche Trainer in der Liga. Warum sind die jahrelang Verschmähten jetzt so begehrt? Das liegt sicher an unserem Jahrgang, zu dem Henrik Rödl und ich zählen. Auch Stephan Baeck und Henning Harnisch, die als Manager eingestiegen sind. Oder Hansi Gnad als Co-Trainer in Leverkusen. Diese Generation, die 1993 Europameister wurde, ist jetzt reif für solche Aufgaben.
Oder sind die Deutschen billiger? Daß Geld eine Rolle spielt, ist auch möglich. Aber es ist wie bei den Spielern: Die Teuren sind nicht immer die Guten. Junge Leute bringen auch frischen Wind rein, das sieht man zum Beispiel bei Klinsmann im Fußball. Und Junge können sich eher in die Rolle von Spielern versetzen - weil sie es vor kurzem selbst noch waren.
Holen Sie sich Tips bei Ihrem älteren Bruder Stefan, der Gießen trainiert? Über Spielsysteme oder taktische Dinge reden wir kaum. Über bestimmte Spieler dagegen schon.
Und Alba? Mit Henrik Rödl und Team-Manager Henning Harnisch wurden Sie 1993 Europameister. Ist das für Sie eine besondere Partie? Jein. Einerseits war das als Spieler intensiver. Jetzt liegen immerhin 20 Meter an der Seitenlinie zwischen uns. Andererseits habe ich von allen 93ern mit Henning am meisten Kontakt. Ich hoffe, wir finden nach dem Spiel Zeit, uns zu unterhalten, vielleicht ein Bierchen zu trinken. Besonders ist das Spiel in anderer Hinsicht: Es ist Albas erstes in der Liga nach dem Mamic-Unfall. Wir haben an dem Abend in Tübingen gespielt und nach Verlängerung gewonnen. Auf dem Weg zum Bus haben wir es erfahren. Das war ein Schock für die ganze Liga und auch für uns. Viele kennen Matej. Ich habe fünf Kroaten in meiner Truppe!
Denkt man als Gegner jetzt professionell und sagt sich: Die sind geschwächt, das ist jetzt unser Vorteil? Man sollte es so sehen. Ob das gelingt, ist eine andere Frage. Alba hatte jetzt etwas Zeit. Aber ich glaube nicht, daß es aus den Köpfen raus ist. Da ist eine Lücke auf dem Feld, die niemand übersieht. In der Halle wird ein ganz bestimmtes Gefühl sein. Wer das am Besten wegsteckt, der gewinnt.
Alba hat bisher einen beeindruckenden Siegeszug in der Liga hingelegt. Wird das so bleiben? Bis Samstag! Nein, im Ernst: Albas bisherige Leistung ist riesig. Aber schon in Oldenburg waren sie angezählt, und international hat die Mannschaft - auch mit Matej Mamic - nicht überzeugt. Ich hab mir erzählen lassen, daß die Berliner in den vergangenen Jahren immer Probleme hatten in Bonn. Das kann ruhig so bleiben.
Donnerstag 1. Dezember 2005 „Ich bin kein Typ, der noch draufhaut“
Die Bonner Rundschau schreibt: Gerade erst zwei Wochen ist Michael Koch als Chefcoach der Telekom Baskets im Amt. Über seine ersten Erfahrungen und seine künftige Arbeit sprach Bert Mark mit dem 39-Jährigen.
Frage: Wie haben Sie die neue Verantwortung erlebt mit gleich zwei Bundesligaspielen in der Verlängerung?
Koch: Der Einstieg war sicher nicht der leichteste. Ich habe ja die Mannschaft nicht selbst zusammengestellt. Es galt, die Rolle vieler Spieler zu überdenken. Da schlägt schon eine Riesenwelle über einem zusammen. Wir haben auch noch viele Baustellen im Team. Aber ich habe ja mit Karsten Schul einen Mann neben mir, der mir enorm viel Arbeit abnimmt.
Frage: Stichwort neue Rolle für einzelne Spieler. Wen betrifft das?
Koch: Es war ja schon zu sehen, dass Jason Conley bei mir seinen Platz in der Starting five sicher hat. Er weiß, dass ich mehr Vertrauen in seine Art zu spielen habe, auch wenn er weiter hie und da Fehler macht. Milos Paravinja wird auf der Centerposition Starter bleiben, Ivan Tomeljak überwiegend Back-up für Andrew Wisniewski auf der Position eins sein und weniger neben Wisniewski auf der Position zwei spielen.
Frage: Paravinja und auch Branko Klepac waren am Dienstag gegen Riga erstmals seit langem in der Offense ein Faktor im Bonner Spiel. Wie ist das zu erklären?
Koch: Es ist bei beiden eine Frage des Selbstvertrauens. Branko ist regelrecht aufgeblüht. Ich denke, hier zahlt sich meine Art aus, die Spieler positiv zu unterstützen. Das heißt, ihnen nach schlechten Leistungen Mut zu machen, sie positiv zu motivieren. Ich bin nicht der Typ, der noch draufschlägt, wenn einer schon am Boden liegt.
Frage: War die gruselige erste Halbzeit des Spiels gegen Riga mehr der starken Defense beider Teams zuzuschreiben oder der schwachen Offense?
Koch: Es waren drei Faktoren: Beide Mannschaften haben im Angriff überhaupt keinen Rhythmus gefunden, beide haben aber auch sehr konsequent verteidigt. Und schließlich war es auch eine Frage der Einstellung in einer Partie, in der es für beide nur noch um die „goldene Ananas“ ging. Wir haben es zuerst geschafft, dies zu ändern und waren deshalb nach der Pause auch verdientermaßen überlegen.
Frage: Zeigt die Leistungskurve nach den Siegen über Tübingen und Riga bei den Baskets jetzt wieder nach oben?
Koch: Die Erfolge waren eminent wichtig für das Selbstvertrauen der Spieler. Die Kurve zeigt deshalb mit Sicherheit leicht nach oben. Den Spielern ist ein wahre Last von den Schultern genommen worden.
Frage: Als nächstes kommt am Samstag aber ausgerechnet der ungeschlagene Tabellenführer Alba Berlin auf den Hardtberg. Ist diese Mannschaft überhaupt schlagbar?
Koch: Natürlich ist Berlin ein anderes Kaliber als etwa Riga. Wir müssen da in unserer Leistung auf jeden Fall noch zulegen, um eine Chance zu haben. Aber auch bei Berlin ist die anfängliche Euphorie, in der sich eine Mannschaft in einen Rausch zu steigern vermag, inzwischen verflogen. Alba hat auf europäischer Bühne nur Niederlagen bezogen und in Oldenburg den Kopf noch so gerade aus der Schlinge gezogen. Eine Chance haben wir immer.
Frage: Wie schwer wiegt die schwere Verletzung von Albas Matej Mamic mit Blick auf die Psyche der Berliner Spieler und seine Rolle als Leistungsträger im Team?
Koch: Der direkte Schock nach der Situation in dem Spiel gegen Trier dürfte aus den Köpfen sein. Aber sein Ausfall ist natürlich auch eine Schwächung in sportlicher Sicht. Mit so einem Kämpfer, der eine ganze Mannschaft mitreißen kann, fehlt Alba ein ganz entscheidender Faktor auf dem Feld. Aber wichtig ist im Moment nur, dass er wieder hundertprozentig gesund wird. Auch unsere Spieler waren völlig geschockt, als sie in Tübingen von der Verletzung gehört haben. Unsere kroatischen Spieler kennen ihn zum Teil persönlich sehr gut und haben sofort versucht, bei Alba Informationen zu bekommen.
Montag 28. November 2005 Mamic kämpft gegen den Rollstuhl
Der SID meldet:
Zwei Tage nach dem Unfall: Mamic kämpft für ein Leben ohne Rollstuhl
Berlin (sid) Hinter den Heilungschancen von Basketball-Profi Matej Mamic stehen auch zwei Tage nach dem Unglück im Bundesliga-Spiel zwischen Alba Berlin und TBB Trier noch viele Fragezeichen. Die vollständige Lähmung nach der am Samstag erlittenen Rückenmark-Prellung im Bereich der Halswirbelsäule ist zwar zurückgegangen, doch weitere verlässliche Prognosen sind unmöglich: „Er kann jetzt zwar wieder beide Beine und einen Arm bewegen“, berichtete Professor Dr. Walter Schaffartzik, Leiter des Unfallkrankenhaus Berlin (ukb), heute: „Doch was weitere große Fortschritte angeht, so muss man wohl eher in Monaten denken, nicht in Tagen oder Wochen.“
Beim siebenmaligen deutschen Basketball-Meister Alba Berlin konzentriert man sich derweil vor allem auf zwei Dinge, wie Vizepräsident Marco Baldi berichtete: „Erstens, alles zu unternehmen, damit Matej wieder auf die Beine kommt und es seiner Familie gut geht. Und zweitens, das zu tun, was Matej auch getan hätte: Die Schuhe anziehen und wieder in die Halle zu gehen.“ Doch die Rückkehr aufs Feld zum ULEB-Cup-Spiel am Dienstag (19. 30 Uhr) gegen den belgischen Meister Euphony Basketball Bree fällt schwer. „Wir müssen unseren Schock eingestehen und ihn gemeinsam verdauen“, fordert Baldi deshalb: „Wir haben der Mannschaft gesagt, dass wir einen Auftritt mit voller Intensität und vollem Einsatz brauchen.“ Es fehle nicht nur ein Spieler und der Kapitän, sondern eine „echte Größe, eine Persönlichkeit in Verein und Mannschaft“, erklärte Baldi.
Matic kämpft im ukb derzeit für ein Leben ohne Rollstuhl. „Beine im Bett bewegen und Laufen sind zwei verschiedene Dinge“, erklärte Schaffartzik, der auch Turner Ronny Ziesmer und Rennfahrer Alex Zanardi nach ihren Unfällen behandelt hatte. Obwohl heute mit der Physio- und Ergotherapie sowie der Mobilisierung bei Mamic begonnen wurde, habe man das Laufen noch nicht probiert. Trotz der Gefahr möglicher Langzeitfolgen gebe sich sein Patient kämpferisch, so der Arzt: „Bei Matej Mamic überwiegt der Optimismus. Wir lachen auch zusammen.“
Wie genau es zu der Rückenmark-Verletzung des 30-Jährigen kam, wird wohl unklar bleiben. Mamic war in einem fairen Zweikampf von seinem Gegenspieler Nate Doornekamp gestoppt worden, verlor dann das Gleichgewicht und schlug mit dem Kopf auf die Hüfte von Mitspieler Quadre Lollis. Anschließend blieb er reglos liegen. Die Verletzung deute auf eine starke Verdrehung des Kopfes hin, erklärte Schaffartzik und schloss zugleich aus, dass eine Operation eine Alternative sein könnte.
Dem NBA-Profi TJ Ford, Pointguard des NBA-Klubs Milwaukee Bucks, hatte im Mai 2004 eine OP geholfen, nachdem er drei Monate zuvor während eines Spiels eine Rückenmark-Prellung erlitten hatte und teilweise gelähmt war. Mittlerweile ist er aufs Feld zurückgekehrt. So viel Glück hatte der Düsseldorfer Regionalliga-Spieler Andreas Schomburg nicht. Er ist seit einem Sportunfall im November 2003 von der Brust abwärts gelähmt. „Ich saß auf dem Boden, da ist mir ein Mitspieler auf den Kopf gefallen“, berichtet er: „Es war eigentlich eine Situation, die im Basketball alltäglich ist. Mir war in dem Moment aber sofort klar, da ist was absolut Heftiges passiert.“
Sonntag 27. November 2005 Drama um Matej Mamic
Die Berliner Morgenpost schreibt:
Alba-Kapitän im Hubschrauber in Klinik geflogen - Verdacht auf Halswirbel-Verletzung - Partie gegen Trier abgebrochen
Von Jörg Rößner Basketball-Bundesligist Alba Berlin bangt um die Gesundheit seines Kapitäns Matej Mamic. Der 30jährige Kroate zog sich gestern abend in der Partie gegen TBB Trier eine Wirbelsäulenverletzung zu und wurde mit dem Hubschrauber ins Unfallkrankenhaus Marzahn geflogen. Das Heimspiel gegen die Moselstädter wurde in der 33. Minute beim Stand von 66:64 abgebrochen. Eine genauere Diagnose gab es bei Redaktionsschluß dieser Ausgabe noch nicht. Mannschaftsarzt Dr. Gerd-Ulrich Schmidt betonte: "Ich will nicht spekulieren, die Intensität der Verletzung kann ich nicht abschätzen. Das kann nur eine Quetschung, aber auch etwas viel Schlimmeres sein. Mamic war bei Bewußtsein, hat aber Arme und Beine nicht mehr gespürt."
Die Max-Schmeling-Halle am Samstag abend um kurz vor 20 Uhr. Zu Beginn des vierten Viertels hatte Alba gerade mit einer 7:0-Serie aus einem 59:64-Rückstand eine 66:64-Führung gemacht. Die letzten Punkte für die Berliner erzielte ausgerechnet Mamic, dann nahm Triers Trainer Joseph Whelton eine Auszeit, um den Berliner Lauf zu stoppen. Doch die eroberten in der Verteidigung wieder den Ball und in der Offensive stieg Mamic zum Korb hoch. Dabei wurde er fair von Triers Center Nate Doornekamp geblockt, fiel aber unglücklich mit dem Hinterkopf aufs Parkett. Während sich seine Mitspieler und das Trierer Team schon wieder Richtung eigene Hälfte orientierten und die Partie zunächst noch einige Sekunden weiterlief, blieb der Kroate auf dem Rücken liegen. Die Anzeigetafeln an beiden der Halle zeigten eine verbleibende Restspielzeit von 7:30 Minuten an.
Dann unterbrachen die Schiedsrichter das Spiel, Quadre Lollis, Alba-Trainer Henrik Rödl und Mannschaftsarzt Dr. Gerd-Ulrich Schmidt eilten zu Mamic, der sich nicht bewegen kann. Minutenlang versuchte Schmidt, mit ihm zu reden und seine Reflexe zu testen. "Er konnte sprechen, aber das Atmen ging schon schlecht", berichtete er. "Matej hat nur oberhalb des Schlüsselbeins etwas gespürt, darunter nichts mehr."
Bis auf einige Fans, die die Referees beschimpften, war es in der Halle fast mucksmäuschenstill, die Augen der 5712 Zuschauer waren alle auf Publikumsliebling Mamic gerichtet. Einige Sanitäter mit einer Trage und Ärzte aus dem Publikum und auch Mamics in Tränen aufgelöste Ehefrau Veronika kamen hinzu. Insgesamt dauerte es rund zehn Minuten, bis der Kroate auf die Trage gehoben und aus dem Innenraum der Halle geschoben wurde. Dort herrschte das blanke Entsetzen.
Alba bat die Schiedsrichter um Spielabbruch. Es war klar, daß die geschockten Alba-Spieler in dieser Situation nicht mehr in der Lage sein würden, auch nur noch einen Gedanken an ein Basketball-Match zu verschwenden. Die Referees verwiesen die Berliner regelgerecht an die Trierer Bank. Also sprach Albas Vizepräsident Marco Baldi mit Triers Coach Whelton, der dem Wunsch der Berliner sofort zustimmte. Über die Wertung dieser Partie, die unter normalen Umständen eine Niederlage der Berliner sein müßte, entscheidet nun das Spielgericht der Basketball-Bundesliga.
Doch diese Frage interessierte gestern abend niemanden. Kurz nachdem beide Teams in die Kabinen verschwunden waren, kamen Lollis und Nenad Canak wieder zurück, um Frau Mamic sowie die beiden Töchter und den Sohn zu trösten, um die sich in der Zwischenzeit Rödls Ehefrau Susan gekümmert hatte. Veronika Mamic war erst zwei Tage zuvor mit den drei Kindern aus Kroatien nach Berlin gekommen, wo sie ein Großteil des Jahres leben, um ihren Mann und Vater in seiner neuen Heimat Berlin zu besuchen.
Während Hallensprecher Tom Böttcher die wartenden Fans informierte und diese dringend darum bat, von Besuchen in Marzahn abzusehen, machten sich Henrik Rödl und die gesamte Mannschaft mit dem Auto auf den Weg ins Unfallkrankenhaus, um sich über die Schwere der Verletzung des Kapitäns zu informieren und an seiner Seite zu sein.
Donnerstag 24. November 2005 Bologna erteilt Bamberg eine Lehrstunde
(sid) Am vierten Spieltag der Euroleague hat der deutsche Meister GHP Bamberg eine klare Niederlage hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann verlor beim italienischen Titelträger Climamio Bologna deutlich 94:64 (53:36). Dennoch haben die Franken mit der ausgeglichenen Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen weiterhin gute Chancen, sich als eines der fünf besten von acht Teams der Gruppe A für die zweite Gruppenphase zu qualifizieren.
Bamberg hatte in der einseitigen Partie gegen den hohen Favoriten von Beginn an keine Chance. Spencer Nelson mit 18 Punkten sowie Robert Garrett und Tim Begley mit je 16 Zählern hielten die Bamberger Niederlage zumindest in Grenzen.
Donnerstag 24. November 2005 Neuerliche Schlappe für Leverkusen
(sid) Niederlagen und kein Ende für die Bayer Giants Leverkusen. Am 10. Spieltag der Basketball-Bundesliga kassierte der Rekordmeister in einem echten Basketball-Krimi ein 101:107 (90:90, 83:83, 42:44) nach zweimaliger Verlängerung gegen die EWE Baskets Oldenburg und stürzte mit der fünften Niederlage in Serie und nunmehr 6:14 Punkten auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Oldenburg hält mit 12:8 Zählern den Kontakt zur Spitzengruppe.
In der Wilhelm-Dopatka-Halle lagen die Gastgeber zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit noch mit 77:71 in Führung, doch die Baskets retteten sich zweimal in die Verlängerung. Tyron-Clement McCoy sicherte mit 20 Zählern den Sieg für die nervenstarken Gäste, Bayer-Topscorer war Nate Fox mit 32 Zählern.
Mittwoch 23. November 2005 Drittes Uleb-Cup-Debakel für Frankfurt
Die Netzeitung schreibt:
Im europäischen Uleb-Cup gab es für Alba Berlin und die Skyliners Frankfurt nicht viel zu holen. Besser lief es hingegen für RheinEnergie Köln.
Der deutsche Basketball-Vizemeister Skyliners Frankfurt hat auch sein drittes Spiel im europäischen Uleb- Cup verloren. Nach den Niederlagen gegen Virtus Rom (50:54) und bei Hapoel Jerusalem (65:80) blieb das Bundesliga-Schlusslicht am Dienstagabend beim klaren 62:89 (28:50) gegen Roter Stern Belgrad erneut erfolglos. Die Chancen der Skyliners auf den vierten Platz in der Gruppe D, der zum Einzug ins Achtelfinale berechtigt, tendieren nach diesem Debakel gegen Null.
Aussichtsloser Rückstand
Vor 2860 Zuschauern in der Ballsporthalle führten die Frankfurter nur ein Mal (3:2/4.), um dann mehr und mehr zum Spielball der Serben zu werden. Nach dem ersten Viertel lagen sie mit 11:23, in der 18. Minute sogar 19:46 und zur Pause mit 28:50 aussichtslos im Rückstand. Danach waren die Skyliners vergeblich um eine Resultatsverbesserung bemüht.
Ferguson und der gegen die Korbjäger aus seiner Geburtsstadt besonders motivierte Mladjen Sljivancanin waren mit jeweils 14 Punkten Topscorer vor Kavossy Franklin (13). Malik Badiane kam auf 9 Punkte und 17 Rebounds. Belgrads Beste waren Vladislav Dragojlovic (18) und Weltmeister Milan Gurovic (17).
Niederlage gegen Tabellenletzten
Auch den Hauptstädter erging es nicht besser. Alba Berlin bleibt auf internationalem Parkett erfolglos und droht das Achtelfinale im Uleb-Cup vorzeitig zu verpassen. Der ungeschlagene Bundesliga- Spitzenreiter verlor im dritten Vorrundenspiel am Dienstag das Duell der sieglosen Tabellenletzten bei Estudiantes Madrid 84:92 (49:40) und bleibt nun alleiniges Schlusslicht der Gruppe A. Vor dem nächsten Heimspiel im Uleb-Cup am kommenden Dienstag gegen Belgiens Meister Euphony Bree empfängt Alba am Samstag in der Bundesliga TBB Trier.
Die Berliner gerieten bereits in der Anfangsphase bedrohlich in Rückstand, holten aber mit einem eindrucksvollen 16:0-Lauf um die erste Viertelpause auf. Mit gelungenen Distanzwürfen zog Alba in der 16. Minute sogar zweistellig (36:26) in Führung und bestimmte das Geschehen bis zur Halbzeit. Anschließend hielten die Madrilenen mit einem 19:0-Lauf dagegen und zogen ihrerseits zweistellig (59:49) davon. Von diesem Konter konnten sich die Berliner, die in Matei Mamic (25) ihren besten Werfer hatten, nicht noch einmal erholen.
Köln in der nächsten Runde
Besser lief es hingegen für RheinEnergie Köln. Die Domstädter haben vorzeitig die zweite Runde im Europapokal erreicht. Der Bundesliga- Neunte bezwang am Dienstag in der Vorrundengruppe C den direkten Konkurrenten CB Gran Canaria mit 78:66 (37:33) und sicherte sich damit vor dem letzten Spieltag den ersten Platz. Vor knapp 2000 Zuschauern erzielten Glen McGowan (26) und Immanuel McElroy (22) die meisten Punkte für die Rheinländer, die schon ab der dritten Minute auf Johannes Strasser verzichten mussten. Der Kölner schied mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus.
Freitag 18. November 2005 Michael Koch setzt bei den Telekom Baskets Bonn neue Prioritäten
Der General-Anzeiger schreibt:
Am Samstag kommen die Basketball-Bundesligisten aus Quakenbrück
Bonn. (gme) Der Mann verwaltet nicht lange das Erbe seines Vorgängers, sondern geht die Dinge mit eigenen Ideen forsch an. Die Rede ist von Michael Koch, neuer Cheftrainer der Telekom Baskets Bonn.
Bereits im kommenden Heimspiel der Basketball-Bundesliga gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück soll die Handschrift des Ex-Europameisters zu erkennen sein. Den meisten wird schon bei der 78:87-Niederlage am Dienstag im Fiba EuroCup gegen Rostow aufgefallen sein, dass Koch neue Prioritäten setzt.
So stellte er den Amerikaner Jason Conley erstmals in die Startformation. "Ich halte viel von ihm. Er ist jung und wird noch Fehler machen, aber daraus wird er lernen. Ich bin mir sicher, dass wir an ihm noch viel Freude haben werden", sagte der 39-Jährige.
Nicht nur im Rebound hält Koch den Amerikaner für unverzichtbar. "Er hat bei uns nach Wisniewski den stärksten Zug zum Korb und macht unser Team athletischer", führte er aus.
Auch in Sachen Taktik wird es Veränderungen geben. So werden die Baskets künftig stärker unter dem Korb präsent sein. "Wir werden unsere Distanzstärken weiter nutzen, aber nicht mehr so viele Dreier werfen wie früher. Die Balance muss stimmen, so sind wir für den Gegner nicht so leicht auszurechnen."
Bereits für die Partie gegen Quakenbrück wird zudem ein neuer Spielzug einstudiert. In der Vorbereitung auf die Spiele wird das Team künftig in einer kurzen Video-Analyse den Gegner auch optisch kennenlernen.
Koch: "Das haben wir bisher nicht gemacht." Der erfolgreichste deutsche Nationalspieler war erleichtert, dass die Baskets gegen Rostow nach einer schwachen ersten Halbzeit zurückgekommen sind.
"Wir haben Charakter gezeigt. Das war unabhängig vom Ergebnis wichtig", meinte er. Im kommenden Spiel gegen Quakenbrück ist für die Bonner aber auch das Ergebnis wichtig. Die Dragons wurden vor der Saison hoch gehandelt, haben aber bisher nur zwei Siege auf ihrem Konto.
Das Mannschaftsgefüge geriet durcheinander, als der Klub sich vor einigen Wochen von seinem langjährigen Aufbauspieler Michael Jordan aus disziplinarischen Gründen trennte. Zuletzt setzten die Dragons ein Zeichen, in dem der Vertrag mit Trainer Chris Fleming um zwei weitere Jahre verlängert wurde.
"Quakenbrück setzt die Akzente vor allem unter den Körben", weiß Koch. Dort müssen Ryan Bond und Darius Hall kontrolliert werden. Gleiches gilt im Spielaufbau für Bryan Bailey. In Sachen Distanzwürfe müssen die Bonner auf Marko Bulic achten.
Freitag 18. November 2005 Interview mit Mike Koch: Keinen Bammel vor dem Bruderkampf
Die Bonner Rundschau schreibt: Am Montag stieg Mike Koch überraschend zum Chefcoach der Telekom Baskets auf. Über diese Vorgänge, seine Pläne und seinen persönlichen Stil sprach Bert Mark mit dem 39-Jährigen. Frage: Wann sind Sie damit konfrontiert worden, Nachfolger von Danijel Jusup zu werden?
Koch: Für die Spieler und für Karsten Schul und mich als Co.-Trainer kam alles völlig überraschend. Mit mir gab es Montagmorgen ein erstes Gespräch, die definitive Entscheidung ist mir mittags im Kreise der Mannschaft mitgeteilt worden, als der Vorstand alle zu einer Sitzung zusammengerufen hatte. Es ging alles sehr schnell.
Frage: Der Trainerstab besteht jetzt statt aus drei nur noch aus zwei Personen. Wie wird die Arbeit künftig organisiert? Wird Karsten Schul weniger mit der zweiten Mannschaft befasst sein?
Koch: Karsten wird natürlich mehr Zeit für die erste Mannschaft mit Scouting, Videoanalyse und Trainingsarbeit investieren müssen. Wir werden schauen, ob Pete Miller (Sportchef der Baskets) dann mehr bei der Zweiten macht. Wir werden uns neu organisieren. Aber Karsten und ich kommen bestens miteinander aus, es wird keine Probleme geben.
Frage: In welchen Bereichen werden Sie beim Team etwas ändern? Es fiel auf, dass Sie Jason Conley gegen Rostov zum Starter gemacht haben?
Koch: Vordringlich ist, dass wir an unserer Verteidigung arbeiten. Wir bekommen regelmäßig zu viele Gegenpunkte, so gegen Braunschweig bei der 90:91-Niederlage. Auch am Reboundverhalten müssen wir hart arbeiten. Die Unterlegenheit dort besteht schon die gesamte Saison. Wir haben auch schon einige neue Offensivsysteme getestet, ganz speziell, um gute Werfer wie Perincic besser in Wurfposition zu bringen.
Frage: Nochmal zu Conley: Ganz offensichtlich war er mit seiner Rolle unter Jusup unzufrieden. Welche Position hat er in Ihrem Konzept?
Koch: Ich halte große Stücke auf ihn. Das wollte ich ihm auch zeigen, als ich ihn zum Starter machte. Er spielt mit sehr viel Energie, ist ein athletisch sehr starker Spieler - und davon haben wir ja nicht allzu viele. Außerdem ist er als Shooting Guard unser bester Rebounder. Er hat meine volle Unterstützung und darf auch Fehler machen. Es gilt jetzt, sein Selbstvertrauen zu stabilisieren.
Frage: Wie sieht Ihre Vereinbarung mit den Baskets aus? Gibt es eine Art Probezeit? Oder gehen Sie davon aus, dass Sie die Nummer eins sind, sofern es nicht eine Serie von Misserfolgen gibt?
Koch: Ich denke, genau so ist es. Wenn es vernünftig läuft, glaube ich, dass ich die Saison zu Ende bringen kann. Bei einer Negativserie würde der Vorstand eventuell reagieren. Aber ich kenne das Team seit vier Monaten, es hat Charakter, ich sehe eine gute Chance, die Play-offs zu erreichen.
Frage: Es fiel gegen Rostov auf, dass Sie versucht haben, die Spieler mit viel Lob und Applaus zu unterstützen. Hatten Sie den Eindruck, dass sie das besonders brauchten oder ist das Ihr persönlicher Stil?
Koch: Es ist mein persönlicher Stil. Die Spieler müssen aber wissen, das geht nur bis zu einem gewissen Punkt. Wenn der überschritten wird, dann fällt der Hammer und es kann auch schon mal laut werden. Aber etwa in der Pause gegen Rostov bin ich in der Kabine nicht laut geworden. Alle saßen da mit hängenden Köpfen, da habe ich versucht, sie aufzurichten und gesagt, wir gehen jetzt mit erhobenen Köpfen raus und versuchen, unser Bestes zu geben. Ich denke, die zweite Halbzeit war auch deutlich besser. In der Situation hätte es nichts gebracht, draufzuhauen.
Frage: Im Vergleich zu Jusup haben Sie die Spielsysteme viel weniger von außen vorgegeben. Soll die Mannschaft und insbesondere Playmaker Andrew Wisniewski ein höheres Maß an Eigenverantwortung und -kreativität bekommen?
Koch: Auf jeden Fall. Es ist schwierig, wenn der Pointguard sich vor jedem Spielzug erst zum Trainer umdrehen muss. Andrew, aber auch Ivan Tomeljak, haben die Qualitäten dafür. Und wie gesagt, wir werden noch zwei, drei neue Spielsysteme kreieren, um mehr Optionen zu haben.
Frage: Der Druck vor dem Spiel am Samstag gegen Quakenbrück ist groß. Wie bereiten Sie die Mannschaft vor?
Koch: Wir werden im Training erst eine kleine Rückschau auf Rostov halten. Dabei werde ich vor allem auf die positiven Dinge eingehen. Dann werden wir an den Schwächen arbeiten, dazu wird es auch einige Einzelgespräche geben. Wir werden keinen zusätzlichen Druck aufbauen. Basketballspiele werden nicht nur auf dem Feld entschieden, sondern auch im Kopf.
Frage: Letzte Frage: Haben Sie Bammel vor dem 29. Dezember?
Koch (lacht): Was ist da? Etwa das Spiel gegen Gießen?
Frage: Genau. Und da steht dann Ihr Bruder Stefan auf der Gegenseite als Trainer.
Koch: Na ja, es ist ein Spiel wie jedes andere. Aber jeder wird dem anderen etwas beweisen wollen. Wir verstehen uns jedenfalls sehr gut.
Frage: Geht das so weit, dass Sie sich mit ihm auch ab und zu über die Liga austauschen?
Koch: Selbstverständlich. Der Kontakt ist immer da. Wenn er mit Gießen schon gegen einen Gegner gespielt hat, werde ich natürlich anrufen, bevor wir gegen das Team spielen. Ich freue mich jedenfalls auf den 29. Dezember.
Donnerstag 17. November 2005 Berlins Ernüchterung in einem Vorort Sofias
Aus dem TAGESSPIEGEL:
Ein völlig neues Gefühl
In der Bundesliga führen Albas Basketballer die Gegner vor, gegen Sofia waren sie selber chancenlos
Von Helen Ruwald Berlin - Zumindest blieben Marco Baldi Jubel am Nebentisch, Hohn und Spott erspart. Wegen einer Stirnhöhlenvereiterung war der Vizepräsident von Alba Berlin nicht mit zum Uleb-Cup-Spiel bei Lukoil Academic Sofia gereist, sondern hatte das Basketballspiel gemeinsam mit Präsident Dieter Hauert im bulgarischen Fernsehen gesehen, in einer bulgarischen Kneipe in Berlin-Mitte. Die Berliner verloren 88:108, Sofia-Fans waren nicht zugegen. Baldi war auch so bedient, „schlecht“ sei das gewesen, was er gesehen habe.
Seine Aufgabe am nächsten Tag war es, einerseits nichts zu beschönigen, andererseits aber auch zu verhindern, „dass jetzt alles in Schutt und Asche geredet wird“. Klar sei aber: „Die tolle Stimmung ist dahin. Das Gebot der Stunde heißt locker bleiben.“ In der Bundesliga hat der Tabellenführer alle acht Spiele gewonnen, mit bis zu 30 Punkten Vorsprung. Das erste Uleb-Cup-Spiel gegen Aris Saloniki ging durch einen Distanzwurf in letzter Sekunde 86:89 verloren, doch am Dienstag wurden die Berliner erstmals in dieser Saison so vorgeführt, wie sie sonst andere vorführen. „Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass wir in der Bundesliga bisher keinen echten Härtetest hatten“, sagt Teammanager Henning Harnisch. Freilich dominiert auch Sofia im eigenen Land – und hatte keine Probleme. Die ersten vier Teams der Sechsergruppe erreichen das Achtelfinale. Am Dienstag tritt Alba als Letzter der Gruppe A beim ebenfalls noch sieglosen Team von Estudiantes Madrid an – und steht schon unter Druck. „Das war nicht unser Abend“, sagt Trainer Henrik Rödl. Seine Mannschaft leistete sich 25 Ballverluste und konnte Sofias Spielmacher Lamont Jones (31 Punkte) nie stoppen. Dass bei Alba Hollis Price (22), Demond Greene (22) und Jovo Stanojevic (16) zweistellig punkteten, reichte nicht. Der zuletzt überragende Mike Penberthy machte diesmal nur fünf Punkte. Der Einbruch kam für die Beteiligten überraschend. Sofia sei in der winzigen Halle der Kleinstadt Pravets vor rund 600 Fans „sehr, sehr gut gewesen. Die waren von Anfang an heiß. Das hat uns verunsichert“, sagt Rödl über sein durchaus routiniertes Team. 27:14 führte Sofia nach zehn Minuten, später sogar 81:54. Rückstände, die Alba aus der Bundesliga nicht gewohnt ist, wo „wir uns in einen Rausch gespielt haben“, sagt Rödl. In Pravets „waren wir überrascht, dass es am Anfang nicht so lief und dass man so weit zurückliegen kann“. Zwischendurch arbeitete sich sein Team auf neun Punkte heran, war dann aber nicht konsequent genug.
„Wir haben in der Bundesliga spektakuläre Spiele geliefert, der Ausschlag kann aber eben auch nach unten gehen“, sagt Baldi. Weder die einen noch die anderen Auftritte entsprächen Albas eigentlichem Leistungsstand. Er sei überrascht gewesen, wie schnell das neu zusammengesetzte Team harmoniert habe – nun ist klar, dass noch viel Arbeit wartet. Am Samstag in Oldenburg wird sich zeigen, wie gefestigt die Mannschaft ist. Dass im Uleb-Cup noch alles möglich ist, zeigt – mit umgekehrten Vorzeichen – die vergangene Saison. Alba gewann damals die ersten vier Spiele und schied aus.
Montag 14. November 2005 Frankfurt unter Schock
Aus der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG:
Der freie Fall der Skyliners geht ungebremst weiter Von Leonhard Kazda
13. November 2005 Der Absturz war spektakulär, der Aufprall knallhart. 66:79 haben die Deutsche Bank Skyliners gegen den bisherigen Tabellenletzten der Basketball-Bundesliga, die Sellbytel Baskets Nürnberg, verloren. Neuer Inhaber der Schlußposition der ersten Liga: die Skyliners. Betroffen, enttäuscht und geschlagen verließen die Verlierer am Sonntag nachmittag das Parkett der Frankfurter Ballsporthalle, wo 3600 Fans den abermaligen Untergang ihrer Mannschaft mitansehen mußten. Konzeptlos und kopflos waren die Spieler von Trainer Ivan Sunara gegen die abwehrstarken Franken angerannt. Nur einmal in der gesamten Partie schien es so, als könnten es die Frankfurter doch noch schaffen. Als Malick Badiane den Ausgleichstreffer zum 46:46 erzielte, kam kurz Hoffnung auf. Doch das, was die Skyliners so dingend gebraucht hätten, trat nicht ein. Kein Ruck ging durch die Mannschaft, allenfalls ein Ruckeln. Zu diesem Zeitpunkt, so sagte Trainer Sunara nach der Partie, „haben meine jungen Spieler das Vertrauen verloren.“
Sieben Niederlagen in Folge Die Zeiten waren noch nie so schwer beim Frankfurter Profiklub, der seit seinem Gründungsjahr 1999 noch keine solche sportliche Krise hat erleben müssen. Sieben Niederlagen in Folge hat es beim Profiklub vom Main noch nie gegeben. Nur einen Sieg haben die Skyliners in dieser Saison bisher errungen. Das war am Sonntag, 16. Oktober, als die Frankfurter in Trier siegten - 77:76, nach Verlängerung. Sieben Bundesliga-Niederlagen, und eine in Europapokal gegen Rom am vergangenen Dienstag: Der freie Fall der Skyliners geht ungebremst weiter. Gegen die vergleichsweise konzentriert spielenden, aber keineswegs feherfreien Nürnberger hatte das Team aus Hessen niemals eine Chance. Schon früh waren sie in Rückstand geraten, 11:2 führten die Baskets nach wenigen Minuten. „Es ist eben schwierig, wenn man von Anfang an hinterherrennen muß“, sagte Bernd Kruel. Dabei war dies aber noch lange nicht der einzige Aspekt des kollektiven Versagens, den der Center bei seiner Mannschaft entdeckte. „Es sind so viele Dinge, die nicht funktionieren“, sagte Kruel resigniert. Selbstvertrauen verloren Kruel und Badiane, die beiden langen Jungs im Team, hatten es besonders schwer an diesem frühlingshaft warmen Novembersonntag, an dem es die Skyliners eiskalt erwischte. Acht Punkte von dem 2,10 Meter großen Badiane, nur vier von Kruel - das Centerproblem der Skyliners war offensichtlich. Beste Werfer waren Kavossy Franklin, der 16 Punkte schaffte, und Mladjen Slijvancanin (15). Der zwei Meter große Guard stand nach der neuerlichen Schlappe niedergeschlagen im Gang vor der Kabine der Skyliners und schüttelte den Kopf: „Die Spieler haben ihr Selbstvertrauen verloren.“ Wie geht es nun weiter bei den Frankfurtern? An diesem Montag müssen sie eine weite Reise antreten. Am Dienstag abend steht das zweite Spiel im Uleb-Cup bevor, Gegner ist Hapoel Jerusalem. „Eigentlich bräuchten wir jetzt erst einmal Zeit, um zu reden“, sagte Slijvancanin, „aber so ist nun einmal der Spielplan.“ Der Mut, den die Skyliners am vergangenen Dienstag aus dem Spiel gegen Rom gewonnen hatten, ist nach der Niederlage gegen Nürnberg verflogen. Und die Hoffnung, daß eine überzeugende Vorstellung in Jerusalem Wege aus der Krise zeigen könnte, ist eher gering. „Natürlich kann so ein Spiel helfen“, sagte Forward Mate Milisa nach der Partie, „aber was wir vielmehr brauchen, ist ein Erfolg in der Bundesliga.“ Darauf, daß sich dieser in der kommenden Zeit einstellen könnte, deutet freilich wenig hin. Denn nun warten Gegner aus dem Mittelfeld auf die Skyliners. Am kommenden Samstag erwartet RheinEnergie Köln die Hessen, acht Tage später spielt Braunschweig in der Ballsporthalle. Es gab so viele Enttäuschungen im Spiel gegen Nürnberg. Eine der größten war der Auftritt von Stefano Garris, der nicht in der Lage war, an seine gute Leistung vom vergangenen Dienstag anzuknüpfen. „Man merkt ihm die fünf Monate Verletzungspause eben an“, sagte Sunara. Daß Garris kurz vor Spielende nach seinem zweiten, unsportlichen Foul vom Platz mußte, paßte ins triste Bild des Duells zweiter potentieller Absteiger. Zwar gab sich der Nürnberger Trainer Stephan Harlander Mühe, als höflicher Gast die Begegnung in einem positiveren Licht erscheinen zu lassen, als sie der Tabellenstand beider Teams erscheint. „Von einem Abstiegsspiel kann man nicht sprechen“, sagte Harlander. Dazu ist es vielleicht tatsächlich noch zu früh. Aber der Überlebenskampf hat längst begonnen bei den Skykliners.
Sonntag 13. November 2005 Süddeutsche Zeitung: In Bonn ist zurzeit in jeder Hinsicht „Crunchtime“
Aus der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG:
Es knirscht und kracht
Bonns Basketballer stehen vor einer gründlichen Metamorphose
Bonn - Im Vip-Raum sind am Samstag viele Leckereien übrig geblieben. Die ganz Wichtigen waren nicht hungrig, vielleicht ist ihnen die 90:91-Niederlage der Bonner Basketballer gegen Braunschweig auf den Magen geschlagen. Deshalb hat der Präsident entschieden, dass die Helfer zulangen dürfen, die Ameisen, wie er sagt. Wolfgang Wiedlich meint das nicht böse. Im Gegenteil. „Wir sind ein Ameisenstaat“, sagt der 49-Jährige, wenn er über die ehrenamtliche Basis der Telekom Baskets Bonn spricht, und deshalb haben die Helfer das Büffet abräumen dürfen. So fand ein magerer Basketballabend ein nahrhaftes Ende. Es geht zurzeit sowieso nicht nur um die Basketballer bei den Baskets, sondern vielmehr ums Drumherum. „Die Zukunft des Bonner Basketballs wird gerade abseits des Feldes entschieden“, sagt Wiedlich. Eigentlich müsste er aufgeregt sein, aber er wirkt ganz ruhig, „weil man mit den Jahren eine gewisse Distanz aufbaut“. Wiedlich ist seit 26 Jahren Präsident der Bonner Basketballer. In diesen Tagen erwartet er die Entscheidung in einem Prozess, der fünf Jahre gedauert hat und „eine Odyssee“ war, wie er sagt. Bis Jahresende wird entschieden, ob die Telekom Baskets Bonn schon die Endphase der nächsten Saison im Frühjahr 2007 in einer neuen Halle erleben dürfen. Seit fünf Jahren bemühen sie sich um eine reine Basketballhalle, jetzt steht die Verwirklichung kurz bevor. Drei Millionen Euro bekämen sie von der Stadt Bonn, elf Millionen von Sponsoren und fünf Millionen wären sie selbst zu finanzieren bereit, doch ob diese 19-Millionen-Euro-Halle für fast 6000 Zuschauer an in der Nähe ihrer aktuellen Spielstätte Hardtberghalle wirklich gebaut wird, das hängt auch von Mitstreitern ab, von Supermärkten und einem Fastfoodladen, die sich um die Halle gruppieren wollen. „Unter all diesen Investoren sind wir das schwächste Glied in der Kette“, sagt Wiedlich. Deshalb bleibt es spannend. Es ist also wie beim Sport, um den es bei allen finanziellen Kalkulationen letztlich doch geht. Wenn es in der Endphase eines Spiels spannend wird, dann sprechen die Basketballer von der „Crunchtime“. Crunchtime heißt, dass es knirscht und kracht und dass nun die Entscheidung fällt. Bei den Bonnern ist zurzeit in jeder Hinsicht Crunchtime. Das Hallenprojekt entscheidet darüber, ob die Baskets in den nächsten Jahren mit höheren Einnahmen und einer stärkeren Mannschaft wieder in der nationalen Spitze mitmischen können, und auch auf dem Feld wurden zuletzt wichtige Weichen gestellt, denn im Übergang zu ihrer zehnten Bundesligasaison haben die Bonner die komplette Mannschaft und den Trainer ausgetauscht. Sie waren nach dem erstmaligen Verpassen der Playoffs in der vergangenen Spielzeit mit nichts mehr zufrieden: mit dem Coach Predrag Krunic nicht, mit den Spielern nicht und vor allem nicht mit der „Chemie“ im Team, wie Wiedlich sagt. Deshalb kümmert sich jetzt der zweimalige kroatische Trainer des Jahres namens Danijel Jusup, 45, um eine neue Mannschaft. Dass diese Spieler sich noch finden müssen, ist am Samstag deutlich geworden, als die Bonner gegen Braunschweig die zweite Niederlage im sechsten Saisonspiel kassierten. Der Bonner Basketball befindet sich in einer gründlichen Metamorphose, und noch weiß keiner so recht, was am Ende dabei herauskommt. Wiedlich nennt es „eine Konsolidierung nach oben“. Wenn die neue Halle erst steht und die Baskets jeden eingenommenen Cent für sich behalten dürfen, dann ist der Bonner Basketball in einer neuen Dimension angekommen. Dann wollen die Baskets endlich Meister werden und in der Euroleague spielen. Davon sind sie im Moment weit entfernt. Das vorsichtig formulierte Ziel der laufenden Saison heißt Playoffs, und im Europapokal müssen sie sich mit einer Wildcard für den bedeutungslosen Euro-Cup begnügen. Das neue Mittelmaß tut den Bonnern weh, denn sie waren dem Basketballhimmel schon sehr nahe. Drei Mal standen sie im Finale um die Deutsche Meisterschaft, drei Mal haben sie gegen Alba Berlin verloren, zuletzt vor vier Jahren. 1999 waren sie erst im entscheidenden fünften Spiel unterlegen. Angesichts dieser Erfolge erlebten die Bonner den neunten Platz der vergangenen Saison wie das böse Erwachen mit einem Brummschädel und geloben Besserung. „Wir versuchen, trotz einer halben Million Euro weniger im Etat die Playoffs wieder zu erreichen“, sagt Wiedlich und erhält Unterstützung vom Festnetzchef des Hauptsponsors Telekom. Bei der Präsentation des Teams vor der Saison hatte Walter Raizner mitgeteilt, er gehe davon aus, dass es für die Playoffs reichen wird, „denn für uns ist wichtig, dass unsere Mannschaften gut abschneiden; wir investieren in erfolgreiche Teams „. Auch die Halle spielt dabei wieder eine bedeutende Rolle. Wenn sie gebaut wird, hat sich die Telekom die Namensrechte für zehn Jahre gesichert. Autor: Ulrich Hartmann
Anmerkungen der Baskets-Internetredaktion: Wolfgang Wiedlich ist zwar seit 26 Jahren im Bonner Basketball engagiert, aber erst seit 1998 Präsident der Telekom Baskets Bonn. Eine 19-Millionen-Euro-Halle gibt es nicht, eher eine um drei Millionen Euro preiswertere (16 Mio. Euro). Der städt. Zuschuss ist in den genannten 11 Mio. Euro bereits enthalten. Ob die Telekom Baskets Bonn bereit sind, einen Kredit von 5 Mio. Euro aufzunehmen, wie es die „Süddeutsche“ annimmt, ist eher unwahrscheinlich.
Samstag 12. November 2005 Berlins Taktik: Zunächst die Leistungsträger schonen
Aus dem TAGESSPIEGEL (Berlin):
Strategie des Zermürbens Alba Berlins Basketballer wollen gegen Ludwigsburg erneut die Tiefe ihres Kaders ausspielen Christian Schwager BERLIN, 11. November. Der Trauerzug ging einen weiten Weg. Einmal rund um das Spielfeld der Max-Schmeling-Halle, vorbei an den Fans. Die Basketballer von Alba Berlin sahen aus, als hätte sie den Verlust eines Angehörigen zu beklagen, aber es war ja auch eine unglückliche Niederlage gewesen, die sie im Uleb-Cup-Spiel gegen Aris Saloniki hatten hinnehmen müssen. In letzter Sekunde, durch einen Distanzwurf der Gäste. Am Dienstag war das gewesen, und inzwischen haben die Berliner ihre Versäumnisse aufgearbeitet. „Wir müssen in der Offensive ruhiger spielen“, sagt Albas Trainer Henrik Rödl. „Und wir müssen besser verteidigen.“ Am Sonnabend will der Coach Besserung sehen beim Heimspiel gegen Ludwigsburg (18.30 Uhr). Nach der Begegnung gegen Aris folgt nun eine weitere schwere Aufgabe. Die Partie in der Max-Schmeling-Halle firmiert wieder einmal unter dem Titel Spitzenspiel, denn die Ludwigsburger belegen in der Tabelle den dritten Rang. Sie haben Meister Bamberg sogar bezwungen und Quakenbrück. Jetzt wollen sie den Spitzenreiter ärgern. Ganz offensichtlich hat sich Ludwigsburg gut verstärkt. Mit Justin Love zum Beispiel, einem schnellen Shooting Guard mit sicherer Hand. Flügelspieler Milan Goljovic ist ebenfalls neu in der Mannschaft, auch er erweist sich als treffsicher. Brian Boddicker ist den Schwaben ebenso eine Stütze wie Regisseur Jerry Green und Center Ermin Jazvin, die vom Kader der vergangenen Saison übrig geblieben sind. Eine gute Startformation bringt Ludwigsburg aufs Feld. Die Bankspieler können dieses Niveau aber nicht halten. „Das könnte für uns der Schlüssel zum Sieg sein“, sagt Rödl. Den Gegner zermürben, das ist das Ziel. „Wir wechseln in der ersten Halbzeit stärker durch“, sagt der Coach: „In der zweiten Halbzeit zahlt es sich dann aus, dass die Leistungsträger vorher genügend Pausen hatten, um sich auszuruhen.“ Diese Strategie hat Alba bisher erfolgreich praktiziert in der Bundesliga-Saison. Alle sieben Spiele haben sie gewonnen, drei davon mit mehr als hundert Punkten und gegen Teams, die ebenfalls zu einem Spitzenspiel in die Schmelinghalle geladen waren. Nachdem die Verantwortlichen in der Bundesliga zuletzt erfreut die Ausgeglichenheit in der Meisterschaft als neuen Trend ausgerufen hatten, zeichnet sich nun die alte Hierarchie ab. Bei Alba bewerten sie eine solche Prognose nach nur sieben Spieltagen mit Zurückhaltung. Die Saison ist noch lang und die Unwägbarkeiten sind nicht zu unterschätzen, so ist die Sprachregelung im Klub. Gleichwohl erlaubt es die Personaldecke in dieser Saison den Berlinern, im nationalen Wettbewerb derartige Unwägbarkeiten zu kompensieren - wie das Beispiel Hollis Price zeigt. Der Spielmacher leidet an Kniebeschwerden. Vor einer Woche, beim 63:95 in Gießen, konnte Price deshalb nicht spielen, doch Mike Penberthy, Martynas Mazeika und Demond Greene teilten sich erfolgreich seinen Job. Penberthy sagt: „Im Uleb-Cup wäre es schwieriger für mich, den Spielaufbau zu machen, denn da bin ich vor allem als Schütze gefragt.“ Er entlastet von außen Jovo Stanojevic, der sich unterm Korb gegen physisch starke Center durchsetzen muss. In der Bundesliga lassen die Gegner Penberthy größere Freiräume. „Ich kann mich zurücknehmen und die anderen ins Spiel bringen.“ Vielleicht wird er das gegen Ludwigsburg wieder tun müssen. Der Einsatz von Price ist ungewiss. Penberthy lächelt: „Wir schaffen das.“
Mittwoch 9. November 2005 K.o.-Schlag aus acht Metern
Der Berliner Tagesspiegel schreibt:
Durch einen Dreier in der letzten Sekunde verliert Alba sein erstes Uleb-Cup-Spiel gegen Saloniki 86:89
Von Helen Ruwald
Berlin - Gerade hatte Nenad Canak mit zwei Freiwürfen für Alba Berlin zum 86:86 ausgeglichen, die Verlängerung im Uleb-Cup-Spiel gegen Aris Saloniki war nur noch 6,5 Sekunden entfernt. Doch dann kam Corey Brewer. Aus acht Metern warf er den Ball Richtung Korb. Drei Punkte, 89:86 (44:40), Schlusssirene. Brewer und seine Mitspieler hüpften um die konsternierten Basketballer von Alba herum. Für die Berliner war es in einem hart umkämpften, teils erstklassigen Spiel vor 7380 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle die erste Saisonniederlage.
„Nicht der letzte Dreier war entscheidend, sondern das letzte Viertel, da war unsere Verteidigung schlecht“, sagte Albas Center Jovo Stanojevic. Den letzten Spielabschnitt verlor Alba 19:31. Die Berliner hatten mit einem Heimsieg in die Uleb-Cup-Saison starten wollen, gilt die Gruppe A doch als sehr ausgeglichen. Vier Teams der Sechsergruppe erreichen das Achtelfinale – Albas Minimalziel nach dem Vorrunden-Aus in der Vorsaison.
Nach knapp vier Minuten hatte es noch so ausgesehen, als würde Alba Berlin international genauso dominieren wie national. 13:2 führte der souveräne Tabellenführer der Basketball-Bundesliga nach begeisterndem Start gegen Aris Saloniki, Albas Mike Penberthy hatte schon drei Distanzwürfe getroffen, am Ende war er mit 31 Punkten Topscorer des Abends. Doch der Tabellenzweite der griechischen Liga machte schnell deutlich, dass er nicht mit Gießen, Leverkusen oder Köln zu vergleichen ist, also mit Teams, die Alba in den letzten Wochen klar besiegt hatte.
Optimistisch durfte gestern Abend schon vor Spielbeginn stimmen, dass Spielmacher Hollis Price wieder auflief – wenn auch mit Bandage. Vor zehn Tagen gegen Köln hatte er mit 28 Punkten geglänzt, am Sonnabend gegen Gießen musste er wegen einer Knieprellung pausieren. Zunächst wirkte sich seine Rückkehr positiv auf das Spiel der Berliner aus. Doch die Griechen stellten sich zunehmend besser auf Alba ein, holten auf und glichen durch drei Distanzwürfe in Folge von Spielmacher Corey Brewer zum 17:17 aus. Seinem Berliner Kontrahenten Hollis Price hingegen merkte man an, dass er nicht fit war; es gelang ihm nicht, das Spiel so schnell zu machen wie sonst. Albas Trainer Henrik Rödl gönnte Price, der keinen einzigen Punkt machte, viele Verschnaufpausen. Der Amerikaner wechselte sich im Spielaufbau mit Demond Greene und Martynas Mazeika ab.
Bis zur Pause konnte sich kein Team absetzen, im dritten Viertel schienen die Griechen zunächst davon zu profitieren, dass Albas Center Jovo Stanojevic schon mit drei Fouls belastet war und nicht mehr so energisch in Zweikämpfe gehen konnte. Doch mehr als sechs Punkte Vorsprung (48:42) konnten die Griechen nicht herausspielen. Dann begann Albas begeisternde, Minuten andauernde Dreier-Serie: Mit sieben Distanzwürfen in Folge gingen die Berliner 67:56 in Führung. Mamic, Canak, Greene und viermal Penberthy trafen. Dass Stanojevic nach seinem vierten Foul auf der Bank saß, fiel zunächst gar nicht auf.
Doch die Berliner konnten den Spielrausch nicht in das letzte Viertel retten. Stanojevic kam zurück ins Spiel, konnte aber nicht verhindern, dass Aris zweieinhalb Minuten vor dem Ende zum 75:75 ausglich und Alba den Rhythmus verlor. In der letzten Minute traf Brewer zum 82:79. Die Spannung stieg, als beide Teams in den letzten Sekunden Freiwürfe trafen und verwarfen. Dann kam Brewer.
Dienstag 8. November 2005 Baskets brauchen einen Sieg
Die Bonner Rundschau schreibt:
Von Holger Klein BONN. Nach zwei Niederlagen aus den ersten beiden Europapokalpartien stehen die Telekom Baskets Bonn vor ihrem heutigen Auftritt bei BC Riga (17.30 Uhr, live auf der Internet-Seite von FIBA Europe) bereits unter Erfolgsdruck: Alles andere als ein Sieg beim bisher ebenfalls sieglosen Vertreter Lettlands würde die Chance auf ein Weiterkommen in die Zwischenrunde auf ein Minimum schrumpfen lassen. Chronische
Auswärtsschwäche
„Das ist für uns heute ein typisches 'must win'-Spiel, denn wir brauchen aus unseren sechs Spielen unbedingt drei Siege", hat Baskets Co-Trainer Michael Koch schon nach einem Drittel der Gruppenspiele den Rechenschieber ausgepackt. Zwei davon sind gegen Riga, ein weiterer gegen den russischen Vertreter aus Rostov fest eingeplant. Das Rückspiel bei Topfavorit Kiew ist, zumal nach der letztwöchigen 58:72-Niederlage in Bonn, hingegen bereits abgehakt.
Koch, der selber in unzähligen Europapokalschlachten mit Leverkusen und Athen auf dem Parkett stand, kennt auch ein Rezept gegen die chronische Auswärtsschwäche seines Teams auf fremden Boden: „Mir hat es einfach nur Spaß gemacht, in fremden, zumal vollen Hallen zu spielen und zu gewinnen. Das Entsetzen der Zuschauer war für mich immer die größte Motivation.“ Schön, wenn seine Spieler diese Einstellung heute verinnerlichen könnten, denn nur ein Sieg aus den letzten siebzehn Partien auswärts waren mit ein Grund dafür, dass Bonn in den letzten Jahren in schöner Regelmäßigkeit seine europäischen Ambitionen frühzeitig begraben musste.
Koch: „Diese Serie muss man ausblenden, wir werden in Riga gewinnen.“ Ob der Amerikaner Jason Conley, dessen Reboundstärke gegen Braunschweig arg vermisst wurde, mit auflaufen kann, ist noch fraglich: Nach seinem Nasenbeinbruch war für ihn an ein Training noch nicht zu denken, ein Einsatz in Lettland würde denn auch spontan erfolgen.
Dafür wird Sinisa Kelecevic einmal mehr mithelfen, den ersehnten Auswärtserfolg unter Dach und Fach zu bringen. Kelecevic, der gegen die Niedersachsen eine weitere Steigerung erkennen ließ, braucht nach Ansicht von Koch aber noch etwas Zeit, sein Maximum zu erreichen: „Waldläufe sind halt etwas anderes, als die Arbeit im Team. Er wird sich in zwei bis drei Wochen an seine Mitspieler und an die Spielsysteme gewöhnt haben.“
Montag 31. Oktober 2005 Verletzte und unnötige Niederlagen: Tristesse in Frankfurt
Aus der FRANKFURTER NEUEN PRESSE
88:89 – Skyliners jetzt schon mit dem Rücken zur Wand Von Thorsten Remsperger
Frankfurt. Die «Rasselbande» der Deutsche Bank Skyliners konnte es nicht fassen. Neuzugang Rudy Mbemba sank zu Boden, Alex King ließ sich gegen den Pfeiler des eigenen Korbes fallen, Dominik Bahiense de Mello musste sich auf der Bande vor der Auswechselbank abstützen. Entsetzen auch bei den übrigen Mitspielern des Basketball-Bundesligisten und den über 4000 Zuschauern in der Frankfurter Ballsporthalle, während die Spieler von Eisbären Bremerhaven überglücklich umherhüpften.
Da hatte erst der 20 Jahre alte Bahiense de Mello mit fünf Punkten in Folge die Frankfurter mit 77:76 wieder in Führung gebracht (36.), ehe der gerade 18-Jährige Mbemba und der zwei Jahre ältere King in der Schlussminute die Nerven von der Freiwurflinie behielten. Beim 86:86 schließlich übernahm Mbemba die Verantwortung, ließ den starken US-Amerikaner Brian Jones aussteigen und flog fünf Sekunden vor Schluss mit seinen 1,78 Metern auf den Korb zu. Der erste Heimsieg? Die Trendwende? Die Zuschauer waren nach dem Treffer schon am Jubeln, doch Jones startete sofort den Gegenangriff und erzielte in Bedrängnis den entscheidenden Dreier zum 89:88 (44:48) für den glücklichen Aufsteiger, der seinen Höhenflug damit fortsetzten, während die verletzungsgeplagten Skyliners mit 2:10 Punkten vor dem «Kellerduell» am Samstag in Karlsruhe bereits mit dem Rücken zur Wand stehen.
«Unglaublich», rang King nach Worten, «so eine Pechphase zu haben, ist schon bitter». Der Schwede Mbemba, der einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten hat und mit acht Assists und vier Steals seinem ersten Heimspiel gleich den Stempel aufdrückte, äußerte sich schon wie ein Großer: «Wir haben mit viel Herz und Einsatz gespielt, wir müssen aber weiter an uns arbeiten.»
Vor allem in der Defense. Verletzungspech hin oder her (Roller, Garris, Andrade und Matinen fehlten): Die Verteidigung war über weite Strecken indiskutabel. «Das war am Anfang erschreckend, wie viele leichte Körbe die erzielt haben», urteilte Roller. An der Rückzugsphase müsse gearbeitet werden. «Die hat uns den Sieg gekostet», sagte King. «Wir haben wieder alles in der Hand gehabt», war Trainer Ivan Sunara schwer enttäuscht, «wir haben zu viele einfache Fehler gemacht.» Frappierend war ein 16:0-Run der Gäste zum 53:60 (36.). Frankfurt hatte immer die passende Antwort – bis fünf Zehntelsekunden vor Schluss.
Punkte Frankfurt: Franklin (19), Milisa (17), Mbemba (14), Badiane (12), Bahiense de Mello (8), King (6), Sljivancanin (5), Kruel (4), Diarra (3). Bremerhaven: Jones (27), Fenn (21), Wallace (15), Jocys (13), Jacobson (11), Stein (2).
Montag 31. Oktober 2005 Im Rausch von Sieg und Dominanz: Berlin genießt den Augenblick
Aus dem TAGESSPIEGEL (Berlin):
Die Genießer
Alba Berlin berauscht sich an seiner Siegesserie
Berlin - Erst nach der Schlusssirene gab Spielmacher Hollis Price das Kommando ab. Der Basketballprofi von Alba Berlin wollte nach einer überragenden Leistung auf dem Parkett seinen 26. Geburtstag begehen, doch er konnte nicht sagen, wo diese Feier stattfinden würde. „Ich folge einfach den anderen“, sagte der US-Amerikaner, der in dieser Saison neu in Berlin ist. Per SMS ließ er sich schließlich den Ort der eigenen Party übermitteln.
Es wird in diesen Tagen viel gefeiert beim Berliner Basketball-Bundesligisten. Der Erfolg über Rhein Energie Köln (103:81) am Samstagabend war für Alba Berlin bereits der sechste Sieg im sechsten Spiel und der vierte Erfolg in Folge mit mindestens 22 Punkten Unterschied. Erneut überrannte Alba seinen Gegner in der zweiten Halbzeit. „Die Mannschaft hat sich in einen Rausch gespielt“, sagte Albas Vizepräsident Marco Baldi. Doch die Vergangenheit habe gelehrt, dass es in einer Spielzeit immer wieder schwierige Augenblicke gibt. „Momentan genießen wir den Augenblick.“ In der vergangenen Spielzeit sind die Berliner ebenfalls gut gestartet, dann aber warf eine Viruserkrankung das Team aus der Bahn. Trainer Henrik Rödl sagte: „Wir haben an der Verletzung von Sascha Leutloff gesehen, dass es Dinge gibt, die man nicht kontrollieren kann.“ Der Flügelspieler hatte sich in der vergangenen Woche einen Kreuz- und Innenbandriss zugezogen. „Vielleicht haben wir in dieser Saison endlich einmal Glück und werden von weiteren Verletzungen verschont“, hofft Baldi.
Er weiß um die Klasse seiner neuen Mannschaft, die in der Offensive zahlreiche Möglichkeiten besitzt. Am Samstag trafen Price (28 Punkte), Kapitän Matej Mamic (20 Punkte) und Jovo Stanojevic (19 Punkte) am besten, die Hilfe des Distanzwerfers Mike Penberthy (5 Punkte) war diesmal nicht nötig. Doch Baldi weist darauf hin, dass der Spielplan es bisher gut mit den Berlinern meinte. So fanden vier von sechs Spielen in der Max-Schmeling-Halle vor jeweils rund 7000 Zuschauern statt. Baldi versteht, dass sich die Kölner in ihr Schicksal ergaben. „Es ist schwer, in dieser Atmosphäre einen kühlen Kopf zu bewahren.“
Die nächsten Auswärtsspiele in der Bundesliga dürften zeigen, wie gefestigt das Berliner Team bereits ist. Und auch im Uleb-Cup warten ab dem 8. November schwierige Aufgaben. Hollis Price glaubt, dass die Berliner noch lange nicht ihr Leistungslimit erreicht haben. „Wir verbessern uns in jedem Training und in jedem Spiel“, sagt der Aufbauspieler.
Marco Baldi tut sich noch schwer, den wahren Leistungsstand seiner Mannschaft einzuschätzen. „Das wird sich erst zeigen, wenn es den ersten Rückschlag gibt“, sagt der Vizepräsident. „Aber wir legen momentan das Fundament für eine erfolgreiche Saison“. Es wirkt bislang als überaus tragfähig. Benedikt Voigt
Sonntag 30. Oktober 2005 Price wirbelt in Berlin
Aus der BERLINER MORGENPOST: 28-Punkte-Geschenk: Hollis Price zaubert an seinem Geburtstag Alba Berlin deklassiert auch Köln klar mit 103:81 Von Sebastian Arlt Für Hollis Price, den Spielmacher des Basketballteams von Alba Berlin, hatte es an seinem 26. Geburtstag nur einen Wunsch gegeben: „Natürlich möchte ich unbedingt, daß wir gegen Köln gewinnen“, hatte der US-Amerikaner vorher erklärt, der es „besonders aufregend fand“, an seinem Ehrentag auf dem Parkett der Max-Schmeling-Halle zu stehen. Und es wurde gestern für Price die erhoffte große Party, wenn auch mit Anlauf. Denn erst in der zweiten Hälfte drehte Alba auf und gewann gegen RheinEnergie Köln mit 103:81 (45:45). Damit bleibt das Team von Cheftrainer Henrik Rödl mit 12:0 Punkten ungeschlagen Bundesliga-Tabellenführer. Der am meisten umjubelte Mann war dabei eben Price, der mit 28 Punkten Albas Topscorer war. Als er 2:15 Minuten vor Ende vom Parkett ging, wurde er von den 6864 Zuschauern enthusiastisch gefeiert. Schon nach acht Minuten sah es für Price und Alba gut aus: Man führte mit 16:13 - und das Geburtstagskind hatte bereits acht Punkte auf seinem Konto, darunter zwei erfolgreiche Dreier. Doch nach dem guten Beginn der Berliner kam ein Bruch ins Spiel. Den Kölnern gelang es immer wieder, ihre Größenvorteile unter dem Korb zu nutzen. Zudem war Aleksandar Nadjfeji von Alba kaum zu stoppen, der nach dem ersten Viertel schon zwölf Punkte erzielt hatte. 25:22 lag Köln nach zehn Minuten in Front. Cheftrainer Sasa Obradovic, einst im Trikot von Alba selbst sehr erfolgreich, hatte seine Mannschaft gut eingestellt. Immer wieder unterband man den Spielfluß, was zwar zu 19 Freiwürfen bis zur Pause für die Berliner führte, Alba aber nicht in den notwendigen Rhythmus kommen ließ. Wenig hilfreich war es dabei auch, daß Mike Penberthy lange kaum ein Faktor im Berliner Spiel war. Und unter den Körben gab es nur schwer ein Durchkommen gegen einen konsequenten Gegner. Als nach 14 Minuten Alba-Center Jovo Stanojevic auch noch sein bereits drittes Foul kassierte, von Rödl bei 34:37 erst einmal auf die Bank beordert wurde, sah es nicht besonders gut aus für den Tabellenführer. Zwar hieß es beim Wechsel 45:45, doch um dieses Spiel zu gewinnen, war eine deutliche Steigerung notwendig. Die dann kam. Und wie: Die Abwehr stand nun sicher, Penberthy, Stanojevic, der unermüdliche Kämpfer Mamic und natürlich Price waren gleich hellwach und sorgten für eine 25:5-Serie zur 70:50-Führung (27. Minute). Wie paralysiert wirkten die Kölner, Alba gelang alles. Welch ein Feuerwerk. „La ola“ schwappte bei der Geburtstagsfeier durch die Halle. Nach 28 Minuten stand es unter dem Jubel der Fans 78:53. „Ihr seid nur ein Karnevalsverein“, skandierten die Fans in Richtung Köln. Fassungslos saß Obradovic auf der Bank, sein Pendant Rödl stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie. Ab und an huschte ein Lächeln über sein Gesicht. 83:63 hieß es acht Minuten vor Schluß. Am Ende zauberte Desmond Greene auch noch zwei Alley-hoops in den Kölner Korb. Die Party nach dem 103:81 wollte gar kein Ende nehmen. Und Hollis Price stand am Ende, mit einem Blumenstrauß in der Hand, und strahlte. „Es ist unglaublich.“
Montag 24. Oktober 2005 Bonn setzte die stärkeren Akzente
Aus dem DARMSTÄDTER ECHO:
Die Tücke des taktischen Fouls Basketball: Gute Stimmung in der Frankfurter Festhalle, doch die Skyliners unterliegen Bonn nach Verlängerung 82:89
Die Frankfurter Festhalle mit 8500 Zuschauern ausverkauft, mitreißende Stimmung, dazu ein zwar nicht immer hochklassiges, aber allemal unterhaltsames und spannendes Basketball-Bundesligaspiel. Alles passte, um aus der Sonderveranstaltung der Deutsche Bank Skyliners in Frankfurts „Gudd Stubb“ am Samstag gegen die Telekom Baskets Bonn eine rundum gelungene Werbeaktion für Sportart und neuen Sponsorpartner zu machen. Zum Höhepunkt stimmte auch das Ergebnis, obwohl das Handicap der Gastgeber nach vier namhaften Ausfällen zu groß erschienen war.
Es stimmte allerdings nur bis 77:74 zwei Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit. Dann erzielte der überragende Bonner Andrew Wisniewski mit einem Drei-Punkte-Wurf den Ausgleich zum 77:77 und schockte damit die Frankfurter offenbar derart, dass sie in der Verlängerung kaum noch Widerstand leisteten. Mit dem 82:89 (15:14, 21:20, 20:18, 21:25/5:12) kassierte der deutsche Vizemeister (sonst in der Ballsporthalle zuhause) schließlich die dritte Saisonniederlage im vierten Spiel und sieht nach seiner schlechtesten Auftaktbilanz der Klubgeschichte trotz der guten Ansätze seiner jungen Spieler schwierigen Wochen entgegen. „In der regulären Spielzeit hatten wir alles unter Kontrolle. In der Verlängerung haben wir praktisch nicht mehr existiert“, ärgert sich der neue Frankfurter Trainer Ivan Sunara. Letztlich fehlte nur ein Schuss Kaltschnäuzigkeit: Hätte Alex King den starken Bonner US-Spielmacher in den letzten Sekunden zur rechten Zeit gestoppt, zur Not mit einem Foul, dann hätte Wisniewski allenfalls zwei Freiwürfe erhalten und damit nur den Anschluss, nicht aber den Ausgleich erzielen können.
Zwar werden so genannte taktische Fouls von Hütern des Fairplay oft als Zeichen verrohender Sitten im Sport angeführt. Im Basketball, wo allerdings die Messlatte für Fouls (auch ohne Verletzungsgefahr) niedrig liegt, gehören sie jedoch zum Spiel. Mit einem Foul im richtigen Moment wird „die Zeit gestoppt“ oder „der Gegner an die Freiwurflinie gezwungen“. Dass Theorie und Praxis auseinander klaffen können, mussten allerdings auch schon gestandene Nationalspieler einsehen – etwa nach dem für Deutschland verlorenen EM-Halbfinale 2001 gegen die Türkei (78:79). Alex King, in diesem Jahr bereits selbst in den Kreis der Nationalmannschaft aufgerückt, haderte freilich dennoch mit sich. Zumal die Taktik kurz zuvor mit Sunara abgesprochen war: „Ich bin weggerutscht, habe die Balance ein Stück verloren und ihm so den Platz zum Schuss gegeben“, schilderte der Zwanzigjährige die entscheidende Szene gegen den enorm schnellen Wisniewski, der die Korbschützenliste (25 Punkte im Schnitt) der Liga anführt.
„Wenn man Verantwortung auf die Schultern junger Spieler legt wie Dominik Bahiense de Mello oder Alex King, die beide sehr gut waren, kann es eben passieren, dass sie in kritischen Momenten die falschen Entscheidungen treffen, weil ihnen die Erfahrung fehlt. Aber daraus können sie für die Zukunft jede Menge lernen“, lautete Sunaras versöhnliches Fazit. Ohnehin waren es gerade die jungen Spieler, die in die Bresche sprangen, nachdem neben den langzeitverletzten Jukka Matinen, Nino Garris und Pascal Roller auch noch Carlos Andrade (Zehenverletzung) passen musste. Zwar wechselten einige Male Licht und Schatten. Doch die jeweils 20 Jahre alten Bahiense de Mello, King und Mladjen Sljivancanin (14 Punkte/6 Assists) brachten Frankfurt dank guter Dreier-Quote (9 von 17) in Front. Das Spiel unter den Korb litt freilich oft genug, obwohl Bonn in Center Milos Paravinja eine wichtige Kraft fehlte. Doch Skyliners-Center Malick Badiane konnte nicht an seine gute Leistung von Berlin anknüpfen, wo er bei der 81:111-Pleite gegen Titelfavorit Alba beste Kraft war. Die ausgewogene Punktverteilung nutzte den Skyliners am Ende wenig, weil Bonn mit Wisniewski, Hrovje Perincic und Michael Meeks die stärkeren Akzente setzte. Bereits am Mittwoch sind die Skyliners in Leverkusen gefordert. Die Rheinländer erhielten am Sonntag in Berlin ebenfalls einen Dämpfer. Frankfurts personellen Engpass könnte aber allenfalls die Rückkehr von Andrade mildern. Beste Werfer für Frankfurt: Sljivancanin 14 Dreier/4 Dreier, Franklin 13/3, Milisa 13/1, Bahiense de Mello 12/4, King 9/1, Kruel 9, Badiane 8, - für Bonn: Wisniewski 27/1, Perincic 19/4, Meeks 17/3, Conley 13/1.
Montag 24. Oktober 2005 Kein Happy End in der "Gud Stubb"
Aus der FRANKFURTER NEUEN PRESSE:
Zwei Sekunden fehlen zum perfekten Basketball-Fest Von Harald Joisten
Frankfurt. Der großartige Fest-Ball hatte zwei Sekunden Überlänge. Zwei Sekunden, die der perfekten Inszenierung des Abends ein trauriges Ende bescherten. Die Deutsche Bank Skyliners standen bei ihrem erstmaligen Auftritt in der ausverkauften Festhalle vor einem sehenswerten Erfolg, als beim Stande von 77:74 die kalte Dusche herabprasselte. Zwei Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit traf der Bonner Wisniewski aus schwieriger Lage einen «Dreier» zum 77:77 – und damit zur Verlängerung. 8500 Zuschauer verstummten, nur die Basketballer der Telekom Baskets Bonn hüpften mit den rund 200 mitgereisten Fans vor Freude umher. Sie ahnten, den entscheidenden Treffer gelandet zu haben. So war es: In der fünfminütigen Verlängerung war Frankfurt demoralisiert und verlor schließlich 82:89 (77:77, 36:34).
«Wir waren in den ersten zwei Minuten der Verlängerung geschockt», gestand der 20 Jahre alte Aufbauspieler Bahiense de Mello, der den verletzten Kapitän Roller gut vertrat. Seine Miene war trotz einer «unglaublich tollen Atmosphäre» in der «Gud Stubb» bedrückt. Denn die dritte Bundesliga-Niederlage im vierten Saisonspiel war sportlich ein weiterer Rückschlag. Der neue Trainer Ivan Sunara hat in nur zwei Wochen bereits zwei Negativ-Rekorde in der sechsjährigen Clubgeschichte aufgestellt: nach der höchsten Niederlage am vergangenen Mittwoch in Berlin (81:111) nun der schlechteste Saisonstart mit 2:6 Punkten. Kein guter Auftakt für den von Verletzungen gehandicapten Vizemeister, der in der Tabelle auf den drittletzten Platz abgerutscht ist.
Und aus dem «Krankenlager» gibt es keine guten Nachrichten. Garris klagt inzwischen über eine kräftige Schleimbeutelentzündung im Knie, die ihn zu einer mehrwöchigen Pause zwingen dürfte. Für den verletzten Roller wird derzeit Ersatz gesucht, der womöglich sogar langfristig gehalten werden soll. Diese Entscheidung der Clubführung überrascht, da mit Bahiense de Mello bereits ein viel versprechender Backup für Roller vorhanden ist. Viel dringender bräuchte die Mannschaft einen dynamischen Power Forward, da Milisa den abgewanderten Williams bislang nicht annähernd ersetzen konnte. «Für uns wird es in nächster Zeit schwer, zumal unsere Mannschaft unerfahren ist», sagte Center Kruel.
Die Youngster Bahiense de Mello (12 Punkte), Sljivancanin (14), King (9) und Badiane (8) machten ihre Sache auch gegen Bonn gut, wenngleich freilich Fehler nicht ausblieben. So gelang es King am Ende nicht, den überragenden Bonner Wisniewski (27) vor seinem entscheidenden Drei-Punkte-Wurf mit einem Foul zu stoppen. Dann hätte Wisniewski an der Freiwurflinie maximal zwei Punkte erzielen können. «Ich wollte ihn foulen, bin aber gestolpert. Tut mir Leid, das geht auf meine Kappe», sagte ein frustrierter King, den der Auftritt in der schmucken Festhalle zumindest moralisch etwas aufbaute. Auf den Rängen herrschte phasenweise eine Stimmung wie bei einem Robbie-Williams-Konzert, zudem wurde das Event mit Lichteffekten, künstlichem Nebel, wummernder Musik und viel Showeffekten angereichert.
Auch Jürgen Lieberknecht, Marketing-Manager der Deutschen Bank, war zufrieden. «Das Experiment ist gelungen. Diese Stimmung und Atmosphäre haben wir uns gewünscht. Bei einem besonderen Spiel wählen wir diesen Rahmen vielleicht noch einmal.» Wann das sein wird, ist völlig offen. Wegen der hohen (Miet-)Kosten für die Festhalle dürfte die Veranstaltung keinen Gewinn abgeworfen haben. Etwa 4400 Karten hatte die Deutsche Bank selbst aufgekauft und an ihre Mitarbeiter zu subventionierten Preisen weiterverkauft. Die Hälfte der Zuschauer waren demnach Bank-Angestellte oder -Kunden.
Montag 24. Oktober 2005 Wöbke: "Das i-Tüpfelchen hat leider gefehlt"
Aus dem WIESBADENER KURIER:
Lob kommt von höchster Stelle Nur ein Sieg fehlt beim gelungenen Auftritt der Skyliners in der Festhalle Höhenflüge in der Festhalle: In Frankfurts guter Stube fühlen sich die Korbjäger der Frankfurt Skyliners sichtlich wohl. Noch mehr ließen sich allerdings die Gäste aus Bonn von der großen Kulisse inspirieren und siegten nach Verlängerung.
FRANKFURT. Von Tobias Goldbrunner Die Erwartungen von Gunnar Wöbke, sie wurden dabei „deutlich übertroffen“. Großartig sei die Stimmung gewesen, sensationell. Und doch hatte das erhoffte Basketballfest einen faden Nachgeschmack für die 8500 Zuschauer in der ausverkauften Arena. „Denn das i-Tüpfelchen, das allein hat leider gefehlt“, bekannte Wöbke.
Dieses kleine Detail, es ist aber nun mal genau das, was im Sport zählt. Ein Sieg. Ein Erfolg gegen die Baskets Bonn, er war schon zum Greifen nahe gewesen. Dass am Ende jedoch eine 82:89-Niederlage nach Verlängerung zu Buche stand, knickte vor allem einen der jungen Akteure: Noch Minuten nach der Partie kam Alex King kein Lächeln über die Miene, tieftraurig gab sich der 20-Jährige für die vermeintlich entscheidende Szene eines hochdramatischen Spiels die Schuld. Ausgerechnet einer dieser jungen Helden, die zuvor aufopferungsvoll gekämpft hatten, die Ausfälle von vier Leistungsträgern beinahe hatten vergessen lassen, sollte zum Schluss zur tragischen Figur werden: Zwei Sekunden waren noch auf der Uhr, als Bonns Bester, Andrew Wisniewski, mit einem Dreier, seinem ersten im gesamten Match, noch der 77:77-Ausgleich gelang. Hätte King ihn gefoult, die Bonner wären mit zwei Freiwürfen wohl nicht mehr heran gekommen. „Der Trainer hat es mir gesagt, aber ich war zu spät daran und bin zudem ausgerutscht“, schilderte King, der sich selbst in die Pflicht nahm: „So etwas darf nicht passieren.“
Kapitän und Spielmacher Pascal Roller verletzt, genauso Stefano Garris, Jukka Matinen und Carlos Andrade - das Debakel schien vorprogrammiert. Und dass ausgerechnet beim über Monate geplanten Spektakel, das mit einem fünfstelligen Betrag vom Namenssponsor Deutsche Bank und enormem logistischen Aufwand exzellent gestemmt wurde. Die Skyliners hatten allen Kritikern die Stirn geboten: Angepeitscht von der Begeisterung der Zuschauer, motiviert vom ersten Gastspiel in der Festhalle, führten Jungspunde um King, Dominik Bahiense De Mello (20), Mladjen Sljivancanin (20) oder Malick Badiane (21) phasenweise schon mit zehn Punkten. „Und auch in der Verlängerung hätten wir das Ding noch gewinnen können“, ärgerte sich De Mello, doch der Schock über die vergebene Chance, sie stand gerade den jungen Spielern noch ins Gesicht geschrieben. Schon das zweite Heimspiel verloren, den schlechtesten Saisonstart in der Vereinshistorie hingelegt - und dennoch überwog das Glücksgefühl über den gelungenen Akt in der Festhalle, auch wenn viele Zuschauer mit Freikarten angelockt wurden. Dass ein weiterer folgen wird, scheint sicher. Nur wann? Noch gebe es keine konkreten Pläne, doch sogar Marketingverantwortliche der Deutschen Bank beteuerten, dass man darüber nachdenke. Selbst BBL-Geschäftsführer Jan Pommer sprach diesmal von einem „großartigen Fest“, welches beweise, „dass Frankfurt eine Halle mit mindestens 10 000 Plätzen braucht“. Mit Abstand gehöre der Club vom Main zu den drei professionellsten der Liga. Das wird Wöbke gerne hören.
Und trotzdem werden und müssen sich die Skyliners schnellstmöglich auf den Alltag konzentrieren: Vor allem der Ausfall von Roller ist im Spielaufbau nicht zu kompensieren. Wöbke schließt eine Verstärkung für ihn daher nicht aus. Nur, ob für vier, fünf Wochen ein kurzfristiger Ersatz kommen soll oder ob man einen Spieler hole, der langfristig ins Konzept passe, scheint derzeit noch die Frage. Und da wird der ehrgeizige Manager doch plötzlich ernst: „Der Druck, er ist jetzt da.“
Freitag 21. Oktober 2005 46ers entlassen Leather
DPA meldet:
Gießen trennt sich von Terrence Leather
Gießen. Basketball-Bundesligist Gießen 46ers hat den Vertrag mit dem Amerikaner Terrence Leather heute nachmittag mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Wie der Club mitteilte, sei es in Gesprächen zwischen Leather und dessen Agenten zu einer für beide Seiten „zufrieden stellenden finanziellen Einigung“ gekommen. Der Power Forward war auf Grund eines Vorfalls im Training bereits am vergangenen Samstag suspendiert worden und in den BBL- Partien der Gießener in Nürnberg und zu Hause gegen Braunschweig nicht mehr eingesetzt worden. 46ers-Geschäftsführer Christian Maruschka sagte: „Terence ist ein guter Mensch und ein guter Basketballer. Er ist ein Rookie, der frisch aus dem College kam und sich hier mit einer neuen Situation und neuen Anforderungen konfrontiert sah. Diesen Anforderungen konnte er nicht in dem Maße gerecht werden wie es erforderlich gewesen wäre.“
Freitag 21. Oktober 2005 Karlsruhe feuert nach drei Spielen Headcoach
Aus KA-NEWS.DE:
“Assi“ Schmitz übernimmt vorerst das Zepter Karlsruhe - Es hatte sich bereits angedeutet, seit heute Mittag 15.15 Uhr ist es amtlich. Uwe Sauer ist nicht mehr Trainer des Basketball-Bundesligisten BG Karlsruhe. „Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, da wir nicht mehr daran geglaubt haben, dass Uwe die Sache wieder ins Lot bringen kann“, so Geschäftsführer Matthias Dischler in einer eigens einberufenen Pressekonferenz. „Ins Grübeln brachte die Verantwortlichen der BG vor allem die Frage nach dem Wie der Niederlagen“, so der Anwalt weiter. Diese ist mehr als berechtigt, denn wer die Auftritte gegen Braunschweig, Bamberg und Quakenbrück verfolgt hat, musste erkennen, dass der ehemalige Nationalspieler nicht mehr den Draht zu den Spielern zu haben schien und die Kontrolle über die Führung der Mannschaft augenscheinlich verloren hatte.
Dischler dankte Sauer für „sehr viele schöne Stunden“, die er der BG und seinen Anhängern in den vergangenen eineinhalb Jahren beschert hat und betonte, dass er dem Geschassten nicht die Alleinschuld geben will: „Nun steht die Mannschaft in der Pflicht und hat kein Alibi mehr. Wir sind in einer kritischen Situation, aber wir werden uns die nötige Zeit lassen, den richtigen Nachfolger zu finden und werden den Markt genau sondieren.“ Bis es soweit ist, betreut der bisherige Assistenztrainer Horst Schmitz das Team. Dass er das kann, hat er bereits in der abgelaufenen Spielzeit unter Beweis gestellt, als er nach der Entlassung von Stefan Koch beim Auswärtssieg in Braunschweig für eine Partie auf der Bank saß und diese prompt gewann. „Immerhin habe ich eine 100-prozentige Quote vorzuweisen und bin damit bester Trainer der BBL“, witzelte Schmitz. An die Disziplin und Arbeitseinstellung der Spieler wolle er appellieren und dafür sorgen, dass das Leistungsniveau schnellstmöglich erreicht wird. Als Zeitrahmen nannte er diesbezüglich drei bis vier Spiele.
Sollte der in Bad Bergzabern lebende Alt-Internationale seine Sache gut machen, so könnte Dischler sich durchaus vorstellen, Schmitz längerfristig als Head-Coach an den Verein zu binden. Der Pfälzer wäre auf alle Fälle die günstigste Alternative. Denn wenn die BG derzeit eines nicht hat, dann sind das die finanziellen Mittel für große Sprünge. „Wenn wir einen neuen Trainer verpflichten, dann muss dieser zwei Voraussetzungen mitbringen: Das ist neben der Begeisterung für Karlsruhe das nötige Fingerspitzengefühl, mit den Spielern umgehen zu können.“ (ak)
Mittwoch 19. Oktober 2005 Auf Brian Brown achten die Baskets besonders
Der Bonner General-Anzeiger schreibt:
Die Bonner erwarten am Mittwoch zum zweiten Bundesliga-Heimspiel TBB Trier - Für den Gegner steht nach zwei Niederlagen schon viel auf dem Spiel - Stark im Rebound und aus der Distanz
Von Gerhard Mertens
Bonn. Allgemeine Erleichterung herrscht bei den Telekom Baskets Bonn nach dem 93:86-Erfolg im ersten Heimspiel der Basketball-Bundesliga gegen EWE Baskets Oldenburg. Gegen einen starken Gegner hatten die Bonner die Auftaktschlappe aus dem Spiel in Ludwigsburg wettgemacht. Für Trainer Danijel Jusup war das Wichtigste, dass sein Team die richtige Einstellung zeigte und zu dieser Trotzreaktion wild entschlossen war.
"Es ist nicht einfach, auf diesem Level eine ganze Saison lang zu spielen und, was genau so wichtig ist, auch zu trainieren. Aber nur so werden wir erfolgreich sein", sagte Jusup. Seine Mannschaft sei immer noch dabei, sich an den deutschen Basketball zu gewöhnen. Jusup: "Es gibt sehr viele exzellente Spieler in der Bundesliga. Wenn man sich nicht auf jedes Spiel hundertprozentig vorbereitet und konzentriert, kann man schnell eine böse Überraschung erleben."
Aber die Baskets machen Fortschritte. Mit der Leistung gegen Oldenburg war Jusup zufrieden, obwohl sein Team auch da ein paar Schwächen zeigte. "Über die haben uns die fantastischen Fans hinweggeholfen. Wären sie nicht gewesen, würden wir jetzt eine ganz andere Geschichte erzählen", meinte Jusup. Dass sich die Baskets gerade in Korbnähe schwer taten, weiß der Coach. Doch er attestierte seiner Truppe auch mildernde Umstände: "Ich glaube, Oldenburg gehört unter den Körben zu den Besten der Liga."
Dennoch sei auch für ihn offensichtlich, dass Center Milos Paravinja völlig ohne Selbstvertrauen ist und noch lange nicht das gezeigt hat, was er kann. "Daran arbeiten wir. Ich habe mir etwas ausgedacht, was ihm hoffentlich schon im nächsten Spiel helfen wird", erklärte Jusup. Dieses Spiel findet Mittwoch Abend statt. Zu Gast in der Hardtberghalle ist um 19.30 Uhr TBB Trier.
Der ursprüngliche Terminplan sah vor, dass die Partie in Trier stattfinden sollte, doch die Klubs tauschten das Heimrecht, weil Trier seine Halle wegen einer anderen Veranstaltung nicht zur Verfügung hat. Das Team von Trainer Joe Whelton kommt mit zwei Auftakt-Niederlagen im Gepäck nach Bonn. In Oldenburg unterlag der TBB 73:90, und das erste Spiel gegen die Deutsche Bank Skyliners Frankfurt wurde knapp mit 76:77 verloren.
Jusup lässt sich davon aber nicht blenden. "Es ist noch sehr früh in der Saison. Jedes Team sucht noch nach Stabilität. Trier hat einige Qualitäten, auf die wir besonders achten müssen", so Jusup. Auffallend: Trotz der Niederlagen haben die Moselstädter in beiden Spielen den Rebound dominiert. Selbst in Oldenburg entschieden sie das Verhältnis mit 46:40 für sich. Aktivposten in dieser Disziplin ist der 2,12 Meter große Center Nate Doornekamp, der sich gegen Oldenburg gleich 16 Bälle vom Brett fischte.
Im Spielaufbau werden auch die Bonner Fans auf einen alten Bekannten achten: Brian Brown. Der ehemalige Bonner Guard entschied die letzte Begegnung beider Teams in der Hardtberghalle fast im Alleingang für die Trierer. Der 26-Jährige spielte wie aufgedreht und erzielte beim 95:81-Erfolg 31 Punkte. Darüber hinaus hat sich TBB mit einigen Amerikanern verstärkt, darunter auch Brandon Gay, der gegen Frankfurt 20 Punkte und neun Rebounds sammelte. Schneller Basketball "Trier spielt sehr schnell und trifft sehr gut aus der Distanz", sagte Jusup.
Ob der 45-Jährige die Startformation, in der bisher stets Ivan Tomeljak als Shooting Guard stand, zu Gunsten des stark verbesserten Jason Conley verändern wird, ließ er offen. Jusup: "Mir gefällt, wie schnell er sich in die Mannschaft integriert und seine Form steigert. Aber wir dürfen nichts überstürzen und Schritt für Schritt tun." Derweil hat sich die Einteilung von Gruppe G im Fiba EuroCup geändert. Karsiyaka Izmir hat seine Mannschaft zurückgezogen. Die Baskets bekommen es stattdessen mit dem lettischen Vizemeister BC Barons Riga zu tun.
Sonntag 16. Oktober 2005 Rundschau: Sensationelle Dreierquote
Aus der BONNER RUNDSCHAU:
In die Herzen der Fans gespielt Von BERT MARK BONN. Das war eine 100-prozentige Steigerung: Nur 48 Stunden nach ihrem überaus schwachen Auftritt zum Saisonauftakt in Ludwigsburg zeigten sich die Telekom Baskets gestern Abend vor 3050 Zuschauern wie ausgewechselt: Mit 93:86 (27:21, 23:21, 23:14, 20:30) bezwangen sie bei ihrer Heimpremiere die hoch gehandelten EWE Baskets Oldenburg. Es war den Bonnern von der ersten Sekunde an anzumerken, dass sie vor allem eines wollten: Beim ersten Auftritt vor den eigenen Fans den desolaten Eindruck vom Freitag in Ludwigsburg vergessen machen. Da war direkt der nötige Biss, da strahlte jeder einzelne Spieler Siegeszuversicht aus, kämpfte jeder um jeden Ball. So wie Jason Conley, der in der ersten Hälfte mit einer halsbrecherischen Flugeinlage einen Ball vor dem Aus rettete. Sensationelle Dreierquote Dazu kam: Die Baskets trafen zu Beginn traumwandlerisch sicher. Im Nu führten sie 7:0, wenig später 18:10, als die Mannen von Chefcoach Danijel Jusup in der Offense fast ohne Fehlschuss agierten. Die Gäste, die ohne ihren verletzten Topscorer Tyron McCoy auskommen mussten, wirkten überrascht, fanden erst allmählich in die Partie. Aber auch einen Oldenburger Zwischenspurt angeführt vom Ex-NBA-Spieler Bill Edwards zum 22:21 (9.) warf das Magenta-Team nicht aus der Bahn. Im Gegenteil: In ihrer stärksten Phase zu Beginn des zweiten Abschnitts legten sie bei einem 9:0-Run zum 36:21 (14.) spektakuläre Spielzüge aufs Parkett. Ob der Fastbreak nach Steal von Andrew Wisniewski, den Conley per Dunking abschloss, oder das pfeilschnelle Solo von Wisniewski Sekunden später - mit diesen Szenen spielten sich die Baskets in die Herzen der Fans. Mit deren Unterstützung steckten sie auch das nächste Aufbäumen Oldenburgs (12:0-Serie zum 41:39) weg, auf das erneut „Wiz“ (Wisniewski) per Dreier die passende Antwort gab. Wer so spielt, erkämpft sich auch das Glück des Tüchtigen: Beide ersten Viertel schlossen die Bonner jeweils in der letzten Sekunde per Dreier ab (Wisniewski und Perincic) - das brachte nicht nur wichtige Punkte, sondern frustriert auch jeden Gegner. Als dann Michael Meeks nach der 50:42-Halbzeitführung ebenfalls mit der letzten Sekunden auf der 24-Sekunden-Schussuhr per Dreier traf, gleich noch einen Fernschuss zum 59:45 (23.) nachlegte, stellten die Bonner die Weichen endgültig Richtung Sieg. Überhaupt die sensationelle Dreierquote der Bonner: Mit 16 Treffern bei 34 Versuchen legten sie mit ihren Distanzschüssen die Basis für den Erfolg, den nach dem Freitag nur wenige Fans erwartet hatten. Sich bei den Anhängern auf Anhieb die Sympathien zurückerobert zu haben, war gestern mindestens so wichtig wie die zwei Punkte in der Tabelle. Denn schon am Mittwoch steht die nächste Heimpartie auf dem Programm: Um 19.30 Uhr ist Trier zu Gast in der Hardtberghalle.
Baskets: Wisniewski (23 / 3), Janza (2), Tomeljak (6 / 2), Perincic (17 / 5), Paravinja (8), Conley (13 / 3), Kolodziejski (2), Meeks (17 / 3), Klepac (5), Mihajlovic; Rebounds: 34 (Conley 7); Assists: 17 (Wisniewski 8); Ballverluste: 16 (Perincic 4); Steals: 5; Trefferquote Feld: 47 % (28 / 59); Dreierquote: 47 % (16 / 34); Freiwurfquote: 75 % (21 / 28). Oldenburg: Brown (10 / 2), Strauch (2), Burke, Evans, Popescu (4), Valters (11), Blanchard (17 / 3), Johnson (11 / 1), Edwards (27 / 3), Dixon (4); Rebounds: 39 (Strauch 6, Blanchard 6); Assists: 13 (Brown 4, Valters 4); Ballverluste: 12 (Valters 6); Steals: 2; Trefferquote Feld: 42% (28 / 66); Dreierquote: 31% (10 / 32); Freiwurfquote: 68% (20 / 29). (KR)
Samstag 15. Oktober 2005 „Erst 70 Prozent des Potenzials erreicht"
Aus der Bonner Rundschau vom 14.10.2005: Heute gehen die Telekom Baskets in Ludwigsburg in ihre 10. Bundesligasaison. Mit dem neuen Trainer Danijel Jusup sprach Bert Mark über Mannschaft, Ziele und taktische Variationen. Frage: Sind Sie mit der Arbeit des Teams in der Vorbereitung zufrieden, mit dem Charakter der einzelnen Spieler?
Jusup: Mit der Härte, mit der die Spieler in den Trainingslagern gearbeitet haben, bin ich rundum zufrieden, auch mit dem Teamgeist. Aber ich muss gleich eine wichtige Sache ansprechen: Ich bin völlig neu hier, das erste Mal in Deutschland, das gleiche gilt für die große Mehrheit der Spieler. Wir sind noch dabei, uns an den deutschen Basketball zu gewöhnen, von dessen Qualität ich überrascht bin. Es gibt sehr viele starke Mannschaften, sehr viele starke Spieler, besonders aus den USA.
Frage: Wie weit ist der Prozess des Zusammenwachsens vollzogen, wieviel Prozent ihres Potenzials hat die Mannschaft jetzt bei Saisonbeginn?
Jusup: Wir steigern uns mit jedem Spiel. Zeit ist ein wichtiger Faktor beim „Teambuilding“. Aber heute geht es los und wir müssen schon heute ein akzeptables Niveau zeigen. Denn der Start ist enorm wichtig. 100 Prozent werden wir noch nicht haben, aber 70 Prozent würde ich erwarten.
Frage: Gehen wir ein bisschen ins Detail: Sie haben mit Paravinja, Meeks, Klepac und Mihajlovic nur vier große Spieler für die Positionen vier und fünf. Reicht das oder ist das bei Foulproblemen oder Verletzungen zu wenig?
Jusup: Bei längerfristigen Verletzungen hätten wir ein Problem und müssten eventuell reagieren. Aber für den Start reicht das erstmal. Wir haben in den Testspielen oft nur mit einem großen Spieler und vier kleineren agiert, auch um schneller zu spielen. Und wir haben dabei erkannt, dass Perincic und Conley das bei den Rebounds gut kompensieren können. Von beiden erwarte ich zwischen fünf und zehn Rebounds pro Spiel - jeweils. Die Saison wird zeigen, wo wir schwach sind, wo wir stark sind. Dann kann man sich auf dem Spielermarkt eventuell noch einmal umsehen.
Frage: Ist Paravinja stark genug, um gegen ganz starke Center wie Ensminger oder Stanojevic zu bestehen?
Jusup: Von Hause aus ist er ein Mann für die Position vier, er ist groß, aber beweglich. Er hat vielleicht die größten Eingewöhnungsprobleme. Ich spüre, dass er noch Zeit braucht, ich denke, er zeigt gerade mal 30 Prozent seines Potenzials. Aber auch später wird es in manchen Spielen natürlich hart auf der Centerposition.
Frage: Wie ist die taktische Rolle von Meeks zu verstehen? Er ist physisch der wohl stärkste Mann im Team, spielt aber oft im Backcourt, versucht einen Dreier nach dem anderen. Soll er so agieren?
Jusup: Wir haben zwei große Spieler, die mit guten Quoten auch von außen werfen können: Meeks und Mihajlovic. Die beiden anderen, Paravinja und Klepac, schicke ich mehr unter die Körbe. Ich will damit Folgendes erreichen: Meeks oder Mihajlovic ziehen ihre Gegenspieler aus der Zone, damit haben Paravinja oder Klepac im Eins-gegen-Eins unter dem Korb mehr Platz. Das erleichtert auch einem Wisniewski zum Korb zu ziehen.
Frage: Aber brauchen Sie einen Brocken wie Meeks nicht unter den Körben?
Jusup: Was ich eben gesagt habe, gilt für die Offense. In der Defense muss er natürlich seine Arbeit gegen die schweren Gegenspieler machen. Ich kenne ihn von zwei gemeinsamen Jahren in Zadar, er kann beide Rollen. Bei seinen Dreiern in den Tests hatte er sehr viele offene Schüsse. Die muss er nehmen. Er hat derzeit bei seinen Würfen halt keine Normalform. Wir müssen da Geduld haben, ich werde aber deswegen nicht die Taktik ändern.
Frage: In den Tests sind Sie mit Jason Conley sehr streng umgegangen, haben ihn nach Fehlern direkt auf die Bank geholt. Ist das Ihre Art, seine Gewöhnung an europäischen Basketball zu beschleunigen?
Jusup: Er muss lernen, dass Basketball Arbeit ist, dass wir hier Geld verdienen. Das darf nicht zu lange dauern, deshalb übe ich Druck auf ihn aus. Er weiß genau, was ich in dieser Phase der Saison von ihm erwarte: Rebounds und Defense! Ich erwarte keine Wunder von ihm in der Offense, an seinen Fähigkeiten dort muss er noch hart arbeiten. Dort darf er ohne weiteres Fehler machen. Aber ich werde sauer, wenn er Fehler in der Defense oder im Rebound macht. Das lasse ich nicht durchgehen.
Frage: Saisonziel sind die Play-offs. Sind Sie optimistisch, das zu erreichen?
Jusup: Ich will mal sagen: Ich hoffe, dass es klappt. Es ist schwer vorherzusagen, denn viele Konkurrenten sind noch nicht richtig einzuschätzen. Wir müssen Schritt für Schritt gehen, uns auf jeden Gegner vorbereiten. Aber ich verspreche: Wir werden in jedem Spiel 100 Prozent Kampf geben.
Freitag 7. Oktober 2005 Härtetest gegen die beiden DM-Finalisten
Die Bonner Rundschau schreibt:
Von BERT MARK BONN. Es ist der ultimative Härtetest eine Woche vor Beginn der Basketball-Bundesliga: Die Telekom Baskets beenden ihre Saisonvorbereitung mit dem Turnier um den Domreiter-Cup in Bamberg, bei dem sie auf die stärksten Gegner ihrer gesamten Testspiele treffen werden: Heute (20.15 Uhr) geht es gegen die gastgebenden Bamberger, immerhin den amtierenden Deutschen Meister, am Samstag gegen den Vizemeister Deutsche Bank Skyliners Frankfurt (17.30 Uhr) und zum Abschluss am Sonntag (13 Uhr) gegen den Meister und Pokalsieger Portugals, Queluz Sintra. Nach diesem Wochenende wird die Spielstärke der neuen Baskets schon besser einzuschätzen sein, die am vergangenen Wochenende beim Turnier in Bad Neuenahr mit zwei knappen Siegen gegen die Ligakonkurrenten Tübingen und Gießen einerseits eine Steigerung im Zusammenspiel erkennen ließen, andererseits aber vor allem in der Feinabstimmung der Defense noch Defizite offenbarten. So wird Chefcoach Danijel Jusup in Bamberg auch wichtiger sein, hier Fortschritte zu erkennen, als Siege gegen diese Top-Teams zu erleben: „Die Phase des Einspielens ist bei uns noch in vollem Gang.“
Gerade gegen die Bamberger mit ihrem Starcenter Chris Ensminger wird sich zeigen müssen, ob die Sorge einiger Fans begründet ist, dass die Reboundstärke der Bonner nach dem Weggang von Oluoma Nnamaka und Altron Jackson gelitten hat. Ensminger als seit Jahren bester Rebounder der Bundesliga wird hier mögliche Schwächen gnadenlos aufdecken.
Dass Meister Bamberg auch finanziell derzeit in einer anderen Liga rangiert als die Bonner, wird schon daran ablesbar, wie sie auf Verletzungsprobleme reagieren können. Da sie mit Hurl Beechum und Steffen Hamann (beide Kreuzbandriss) zwei Langzeitverletzte auf den Backcourt-Positionen haben, stockten sie ihren Kader kurzerhand mit zwei Hochkarätern auf: Mit dem Ex-Bonner und Ex-Berliner Derrick Phelps kam ein Routinier als Pointguard zu den Franken, der gerade auch in der Defensive seine Stärken hat. Zudem verhalf Bundes- und Clubtrainer Dirk Bauermann Nationalspieler Robert Garrett, einem der mit Silber dekorierten EM-Helden von Serbien und Montenegro, zu einem Sechs-Wochen-Vertrag.
Während der Bamberger Kader ansonsten weitgehend zusammen blieb, gab es bei „Vize“ Frankfurt wichtige Veränderungen. Mit Chris Williams ging der wohl beste Spieler der vergangen Bundesligasaison nach Korea, sein US-Landsmann Tyron Ellis verließ die Hessen ebenfalls und ging gemeinsam mit Trainer Murat Didin zu Besiktas Istanbul. Künftig wird bei Frankfurt mit Ivan Sunara ebenso wie bei den Baskets ein Kroate als Chefcoach an der Seitenlinie stehen. Prominenteste Neuzugänge als Spieler sind der Russe Mate Milisa als Williams-Ersatz, Nationalspieler Stefano Garris (von Alba Berlin) und Carlos Andrade, der von den Portugiesen aus Queluz kommt, die das Feld des Domreitercups komplettieren. Auf dem Sprung ins Team ist der Ex-Bonner und Ex-Rhöndorfer Dominik Bahiense de Mello, der eventuell schon am Wochenende für Nationalspieler Pascal Roller zeitweise die Regie übernehmen wird.
Bei den Baskets darf man gespannt sein, welches Gesicht Michael Meeks nach seinen schwankenden Auftritten in Bad Neuenahr zeigen wird. Dass dort ausgerechnet der vergleichsweise kleine Hrovje Perincic (1,97 m) bester Rebounder war, zeigt, dass sich die Langen (Milos Paravinja, Martin Mihajlovic, Branko Klepac und Meeks) hier noch steigern müssen.
Wie hoch der Stellenwert des Turniers für die Baskets eine Woche vor dem Saisonstart in Ludwigsburg (Freitag, 14. Oktober) ist, ist schon daran ablesbar, dass alle drei Spiele vom Baskets-Internet-Radio live übertragen werden. Am Mikrofon werden mit Andreas Wirtz und Thorsten Flink erstmals zwei Mitglieder des Fanclub-Vorstandes sitzen.
Montag 3. Oktober 2005 Zwei Ligakonkurrenten geschlagen
Die Bonner Rundschau schreibt:
Von BERT MARK BAD NEUENAHR. Knapp zwei Wochen vor dem Bundesliga-Saisonstart in Ludwigsburg (14. Oktober) kommen die Telekom Baskets allmählich ins Rollen. Beim Benefizturnier in Bad Neuenahr gab es am Wochenende zwei Testspielsiege gegen Ligakonkurrenten: Am Samstag behielten die Jungs von Trainer Danijel Jusup in einem Krimi mit 81:80 (18:22, 23:17, 27:27, 23:13) etwas glücklich die Oberhand, gestern gelang die Revanche gegen die Gießen 46ers mit 73:69 (27:11, 20:19, 8:22, 18:17). Verzichten musste Jusup in beiden Partien auf den verletzten Ivan Tomeljak. Der kroatische Ersatz-Spielmacher hatte sich im Training einen Nasenbeinbruch zugezogen und saß mit verbundener Nase nur auf der Bank. Ab Dienstag soll er aber mit einer Gesichtsmaske wieder ins Training einsteigen.
Gegen Tübingen hatte sein Landsmann Hrovje Perincic einen Glanztag, als er mit 32 Punkten (davon fünf Dreier) mit Abstand der beste Werfer war. Er hatte auch den größten Anteil an den Aufholjagden im zweiten und vierten Viertel, nachdem die Baskets zu Beginn jeder Halbzeit wegen deutlicher Schwächen in der Defense jeweils in Rückstand geraten waren. So konnten die Tübinger in den ersten sieben Minuten fast unbedrängt von jenseits der Dreierlinie maßnehmen und verwandelten gleich sechs Fernschüsse.
Erst als Andrew Wisniewski und Perincic das Tempo im Pass- und Laufspiel merklich erhöhten, kamen die Bonner ins Spiel und gingen mit einer knappen Führung in die Kabine (41:39). Vor allem bei Solo-Fastbreaks stürmte Wisniewski wie entfesselt auf den gegnerischen Korb zu und war in diesen Szenen nie aufzuhalten. Bei seinem ersten Auftritt vor eigenen Fans zeigte Center Milos Paravinja eine solide Leistung (8 Punkte), musste später aber mit dem fünften Foul auf die Bank.
Wie schon vor Wochenfrist gegen Gießen war Michael Meeks in der Offensive fast ein Totalausfall (2 Punkte). Sechs oder sieben Mal versuchte er sein Glück von draußen, traf aber keinen einzigen Dreier. Co-Trainer Michael Koch erklärte aber später auf Anfrage, dass dies durchaus Meeks taktische Aufgabe sei: „Wenn wir mit Paravinja oder Klepac auf der Centerposition spielen, soll er einen langen Gegenspieler nach draußen ziehen und dann auch aus der Dreierdistanz werfen. Er kann das, hat im Moment aber kein Schussglück“, erläuterte Koch.
Prompt bewies Meeks gestern, dass er es besser kann. Gegen Gießen war er Topscorer mit 20 Punkten und traf dabei auch drei Dreier - alle im ersten Viertel. In dieser Phase überrollten die Baskets die Hessen regelrecht (22:4, 9.). Auch im zweiten Abschnitt pendelte der Vorsprung lange um die 20 Punkte, ehe nach der 47:30-Halbzeitführung im dritten Abschnitt der Einbruch mit 8:22 kam: Die Partie war wieder völlig offen. 75 Sekunden vor Schluss schnappte sich Branko Klepac einen wichtigen Offensivrebound und verwandelte zum 70:67. Gießen konterte zum 70:69, ehe Wisniewski von der Dreierlinie zum 73:69-Sieg traf.
Baskets: Wiesniewski (13 Tübingen, 14 Gießen), Janza (7 / 6), Perincic (32 / 11), Paravinja (8 / 9), Conley (5 / -), Kolodziejski (10 / 5), Meeks (2 / 20), Klepac (3 / 8), Mihajlovic (- / -).
Dienstag 27. September 2005 Köln Turniersieger in Braunschweig
RheinEnergie Köln hat durch einen knappen 64:63-Finalsieg über Virtus Rom ein Vorbereitungsturnier in Braunschweig gewonnen. Ins Endspiel zogen die Kölner durch einen 92:73-Erfolg über Alba Berlin ein, allerdings musste Berlin auf Stanojevic (verletzt), Greene (EM), Mamic (EM) und Arigbabu (EM) verzichten. Weitere Ergebnisse: Halbfinale Braunschweig - Rom (ohne Bodiroga/EM) 69:79 Spiel um 3/4: Braunschweig - Berlin 81:64
Sonntag 25. September 2005 DBB-Team verpasst EM-Titel gegen Griechenland
Belgrad (dpa) - Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft den großen Wurf verpasst, aber mit Platz zwei trotzdem einen Riesenerfolg geschafft.
Im Finale der Defensiv-Künstler verlor das Team um NBA-Star Dirk Nowitzki in Belgrad vor 19 000 Zuschauern mit 62:78 (32:39) gegen Griechenland, das den Titel zum zweiten Mal nach 1987 ins Land des Fußball-Europameisters holte. Platz drei belegte Frankreich durch ein 98:68 gegen Spanien. Die Franzosen hatten in der Vorrunde Weltmeister Serbien-Montenegro und im Viertelfinale den EM-Titelverteidiger Litauen ausgeschaltet.
Zwölf Jahre nach dem sensationellen EM-Triumph von München konnte die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann in ihrem zweiten EM- Finale nicht an die auch tags zuvor in der Vorschlussrunde gegen Spanien gezeigte Topform anknüpfen. Vor allem der ausgelaugt wirkende EM-Topscorer Nowitzki hatte mit den athletischen Griechen, die wie die Kletten an ihm klebten, seine liebe Not und kam auf für ihn magere 23 Punkte. 3:22 Minuten vor Schluss nahm Bauermann seinen Star vom Feld und gönnte ihm einen umjubelten Abgang. Bester Werfer der Griechen war der überragende Theodoros Papaloukas (22), den 8000 seiner zum Finale angereisten Landsleute überschwänglich feierten.
«Wenn man so weit gekommen ist, will man nicht nur Silber, dann will man das ganze Ding», sagte Bauermann vor der Partie, die äußerst schlecht begann. Wie so oft startete seine Mannschaft schwach und lag am Ende des ersten Viertels mit 12:19 zurück. Allerdings konnte der sogar auf zehn Punkte (18:28) angewachsene Rückstand dank Nowitzki mit der Halbzeitsirene noch einmal auf sieben Zähler verkürzt werden.
Es war der erste Dreier des NBA-Stars. Während der Würzburger in den ersten zwanzig Minuten nur einen von fünf Dreiern traf, punkteten der 2,04 Meter große Michael Kakiouzis und der bei ZSKA Moskau spielende Papaloukas fast nach Belieben. Hinzu kamen zahlreiche Ballverluste in der Offensive und ungewohnte Schwächen in der Defensive, die bis dato das Prunkstück war und nach den Griechen die wenigsten Punkte im Turnier zugelassen hatte.
An den Problemen im deutschen Spiel änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Vor allem die körperliche Unterlegenheit machte sich mehr und mehr bemerkbar. Nowitzki allein war überfordert, zumal ihm die Strapazen der vergangenen Spiele in den Knochen steckten. Nach dem dritten Viertel war die Partie praktisch schon entschieden, als die Griechen mit 16 Punkten (48:64) führten, und Nowitzki & Co. die Aussichtslosigkeit ihres Kampfes erkennen mussten.
Das Halbfinale gegen Spanien hatte ganz offensichtlich vor allem Nowitzki zu viel Kraft gekostet. In einem Herzschlag-Finale hatte sich das Bauermann-Team hauchdünn mit 74:73 durchgesetzt, weil Nowitzki wieder einmal im entscheidenden Moment die Verantwortung übernommen hatte. Der Würzburger war in dem Basketball-Krimi mit 27 Punkten ebenso erfolgreich wie der Spanier Juan Carlos Navarro, der im Bronze-Spiel gegen Frankreich nur 17 Punkte machte und an der deklassierenden Niederlage nichts ändern konnte. Griechenland hatte die Franzosen im Semifinale mit 67:66 geschlagen.
Samstag 24. September 2005 Die beiden „Alten“ leben sichtbar auf
Die Bonner Rundschau schreibt:
Von BERT MARK BONN. Ein neuer Trainer, eine fast komplett neue Mannschaft - da war die Neugierde auf das erste öffentliche Testspiel der Telekom Baskets in Bonn groß: An die 1500 Fans kamen gestern Abend in die Hardtberghalle, um die Partie gegen den Ligakonkurrenten Gießen 46ers zu verfolgen.
Was sie bei der 64:69 (19:12, 14:20, 14:14, 17:14)-Niederlage zu sehen bekamen, hinterließ ein zwiespältiges Gefühl: Einerseits war in der Feinabstimmung noch viel Sand im Getriebe und die Trefferquoten waren einfach miserabel (37 Prozent aus dem Feld, bei den Dreiern fünf Treffer bei 28 Versuchen!). Aber andererseits war die Handschrift des neuen Coaches Danijel Jusup schon erkennbar, die Mut machen kann für die neue Saison, die am 14. Oktober in Ludwigsburg beginnt: Jusup legt sichtbar enormen Wert auf absolute Disziplin und Kampfgeist und fordert höchstmögliches Spieltempo. Schon beim Warmmachen scheuchte er seine Jungs in einer Intensität und Lautstärke die man so in Bonn nicht kannte.
Vor allem in der Abwehr waren bei den Baskets aber noch reichlich Abstimmungsprobleme zu beobachten, die Gießen leichte Punkte erlaubten. Aber Jusup nutzte das Testspiel dazu, wozu es gedacht war: zum Testen. Dass etwa Stammcenter Milos Paravinja wegen einer Augenverletzung vorsichtshalber auf der Bank blieb, nahm er zum Anlass, im Innenspiel Branko Klepac, Martin Mihajlovic und Michael Meeks in allen Kombinationen auszuprobieren.
Auch auf der Playmaker-Position agierte er nicht mit einem Wechselspiel von Andrew Wisniewski und Ivan Tomeljak, sondern brachte beide auch mal gleichzeitig aufs Parkett. Und den mit Spannung erwarteten US-Boy Jason Conley schickte er überhaupt erst nach 15 Minuten aufs Feld.
Besonders die beiden einzig verbliebenen „alten“ Baskets, Martin Mihajlovic (Topscorer mit 16 Punkten) und Branko Klepac (9) scheinen den Trainerwechsel als Chance für einen Neuanfang zu betrachten. Beide strahlten weitaus mehr Selbstvertrauen aus und zeigten mehr Zug zum Korb aus als vergangene Saison.
Dass die Baskets von Anfang an in Rückstand gerieten, nur im zweiten Durchgang (21:21, 28:28) mal ausgleichen konnten und am Ende unterlagen, wird Jusup schnell abhaken. Er wollte vor allem sehen, ob und wie seine Jungs seine kleinen Anweisungen während des Spiels umsetzen, wo die Pass- und Laufwege noch nicht stimmen. Er musste erkennen, dass noch reichlich Trainingsarbeit vor ihm liegt, um eine eingespielte Truppe zu präsentieren.
Die nächste Chance, die Baskets zu beobachten, haben die Fans am kommenden Wochenende beim Turnier in Bad Neuenahr: Samstag geht es gegen Tübingen - und Sonntag erneut gegen Gießen.
Baskets: Wisniewski (11 Punkte), Janza (4 / 1 Dreier), Tomeljak (6 / 1), Perincic (7), Conley (5 / 1), Kolodziejski, Meeks (6 / 2, 8 Rebounds), Klepac (9), Mihajlovic (16, 6 Rebounds).
Samstag 24. September 2005 Deutsche "Riesen" fertigen Slowenien ab
(sid) Deutschlands "Riesen" zählen nach einer famosen Leistung gegen Slowenien zu den vier besten Basketball-Nationalteams Europas. Mit 76:62 (34:34) gewann die Mannschaft um den erneut überragenden NBA-Star Dirk Nowitzki das Viertelfinal-Duell mit dem Topfavoriten Slowenien und sicherte sich damit gleichzeitig das Ticket zur WM 2006 in Japan. Zum dritten Mal nach 1993 und 2001 steht eine deutsche Mannschaft damit in einem EM-Halbfinale. Am Samstag (21.00 Uhr/live im DSF) kämpft das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann bei den Titelkämpfen in Serbien und Montenegro gegen Spanien um den Einzug ins Finale. Die Iberer setzten sich in einem dramatischen Viertelfinal-Duell mit 101:85 (73:73, 25:33) gegen Kroatien durch.
Schon Sekunden vor der Schlusssirene reckte Nowitzki die Faust nach oben und war mit seinen Kollegen in Feierlaune. "Wir können stolz sein, dass wir hier im Halbfinale stehen. Alles lief super, die Slowenen haben uns unterschätzt", meinte der Star der Dallas Mavericks glücklich.
"Wir sind noch nicht am Ende"
Bundestrainer Dirk Bauermann sprach mit leuchtenden Augen von einem Erfolg der ganzen Mannschaft und für den deutschen Basketball: "Nun aber dürfen wir uns nicht verrückt machen und nach vier Siegen in Folge denken: das geht jetzt so weiter. Wichtig ist, dass wir weiter an uns glauben."
Mithat Demirel richtete den Blick sofort nach vorn: "Wir sind noch nicht am Ende, jetzt wollen wir auch die Goldmedaille holen." Pascal Roller meinte stolz: "Wir haben heute auf höchstem Niveau verteidigt, da ist es auch egal, gegen welchen Gegner wir spielen." Ausgelassen vollführte die komplette deutsche Delegation nach dem Spiel am Mittelkreis wahre Freudentänze.
Im Gegensatz zu den vier Begegnungen zuvor päsentierten sich die DBB-Akteure vor 18.000 Zuschauern, darunter etwa 8000 Fans aus Slowenien, von der ersten Spielsekunde an hellwach. Mit einer gut organisierten und aggressiven Defensive zwangen sie die Slowenen immer wieder zu unkontrollierten Würfen und damit einer hohen Fehlerquote in der Offensive.
Von Beginn an hellwach
Bis zur 9. Minute konnte die deutsche Mannschaft den Vorsprung auf 19:6 ausbauen. Erst gegen Ende des ersten Viertels fanden auch die Slowenen besser ins Spiel, als die Trefferquote von Nowitzki und Co. sank. Der NBA-Star der Dallas Mavericks glänzte jedoch in der Abwehr und unterstrich eindrucksvoll seinen Status als bester Rebounder des Turniers.
Als der deutschen Mannschaft zu Beginn des zweiten Viertels innerhalb von sieben Minuten lediglich ein Korb gelang, schmolz der Vorsprung dahin. Plötzlich führten die Slowenen 24:23. Bis zur Halbzeit vermochte keines der beiden Teams einen entscheidenden Vorsprung zu erzielen.
Den Ärger über die verpassten Chancen im zweiten Viertel hatten die deutschen Korbjäger offenbar in der Kabine gelassen, denn sie begannen konzentriert und führten schnell 39:34, weil auch der künftige Türkei-Legionär Mithat Demirel (Besiktas Istanbul) und anschließend Pascal Roller trafen. Nowitzki, stets hart attackiert, musste sich jede Wurfmöglichkeit hart erarbeiten. Am Ende standen für den bisherigen Top-Scorer der EM immerhin 22 Punkte und 9 Rebounds in der Statistik.
Slowenische NBA-Center ohne Stich
Der 27-Jährige ging in einer intensiv geführten Partie einmal mehr mit gutem Beispiel voran, kämpfte für das Team und übernahm Verantwortung. Folglich setzte die deutsche Mannschaft ihr gutes Defensivspiel fort, ließ nur wenige Körbe des Gegners zu, hatte die slowenischen NBA-Center Primoz Brezec (Charlotte Bobcats) sowie Radoslav Nestrovic (San Antonio Spurs) weitgehend im Griff. In der Offensive erkämpfte sich das DBB-Team zudem bis zur 33. einen vorentscheidenden 63:47-Vorsprung.
Neben Nowitzki hatte das deutsche Team in den Aufbauspielern Roller (15 Punkte) und Demirel (13) seine besten Schützen. Erfolgreichster Werfer der Slowenen war Brezec (13).
Mittwoch 21. September 2005 Serbien aus dem EM-Rennen
(sid) Gastgeber Serbien und Montenegro ist bei der Basketball-Europameisterschaft der Herren vorzeitig gescheitert. Der Mitfavorit verlor in der Ausscheidungsrunde zum Viertelfinale am Dienstag gegen Frankreich 71:74 (44:35). Die Franzosen treffen nun am Donnerstag auf Titelverteidiger Litauen (20.30 Uhr), der sich über die Gruppenspiele direkt qualifiziert hatte.
Am gleichen Tag spielt Russland gegen Griechenland (17.30 Uhr), das sich in der Ausscheidung gegen Israel mit 67:61 (25:14) durchsetzte. Am Freitag (21.00 Uhr) trifft Spanien auf Kroatien, das am Dienstag gegen Italien 74:66 (40:31) gewann. Deutschland, das die Türkei 66:57 besiegte, muss sich zuvor mit Slowenien auseinandersetzen (18.00 Uhr).
Mittwoch 21. September 2005 Deutsche Basketballer räumen Türkei aus dem Weg
(sid) Deutschlands Basketballer kommen bei der Europameisterschaft in Serbien und Montenegro immer besser in Schwung. Angetrieben von einem erneut stark auftrumpfenden Dirk Nowitzki und mit jeder Menge Kampfgeist hat das DBB-Team zum siebten Mal das Viertelfinale einer EM erreicht und sich zugleich eine gute Ausgangsposition für den Sprung zur WM 2006 in Japan geschaffen. Mit 33 Punkten legte der NBA-Profi von den Dallas Mavericks den Grundstein zum 66:57 (27:34) im sogenannten Cross-Elimination-Game in Vrsac gegen die Türkei. In der Runde der letzten Acht trifft die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann am Freitag (18.00 Uhr/live im DSF) in Belgrad auf das nach der Vorrunde unbesiegte Slowenien.
Herz, Intensität und Nowitzki
"Dass wir ins Viertelfinale kommen, hat uns vorher keiner zugetraut", sagte Nowitzki, der auch mit zehn Rebounds - alle in der Defensive - glänzte, und blickte voraus: "Wenn wir gegen die Slowenen nicht so ängstlich und mit angezogener Handbremse beginnen wie in den bisherigen Spielen, sondern von Anfang an Druck machen, haben wir gute Chancen." Trainer Bauermann lobte: "Was die Mannschaft hier erreicht hat, ist das Ergebnis von viel Herz, viel Intensität und Dirk Nowitzki."
Der WM-Dritte von Indianapolis hatte wieder einmal mit erheblichen Startproblemen zu kämpfen und gestattete den Türken vor 4000 Zuschauern in der ausverkauften Millennium-Arena in Vrsac sogar eine 11:0-Serie zum 6:13-Rückstand. Zwar kam die DBB-Auswahl zurück, erkämpfte sich eine 16:15-Führung (11.), verriet jedoch im Anschluss die bekannte Schwäche in der Offensive mit einer bescheidenen Trefferquote von nur 38 Prozent bis zur Pause.
Harte Defense gegen Nowitzki
Die Taktik von Coach Bauermann, die Türken, denen nur ein Sieg in der Vorrunde gelungen war, mit Tempospiel zu beeindrucken, ging nicht auf. Auf der anderen Seite bemühte sich das Team vom Bosporus, NBA-Profi Nowitzki mit buchstäblich allen Mitteln aus dem Spiel zu nehmen. Nach teilweise ruppigen Attacken standen für den 27-Jährigen in der Halbzeit nur zehn Punkte in der Statistik - und zu allem Überfluss drei Fouls. "Damit haben ihn die Türken wütend gemacht, dann hat er es ihnen gezeigt", meinte Bauermann.
Obwohl es nicht rund lief, bewiesen die deutschen "Riesen" abermals ihre kämpferischen Qualitäten und hielten das Spiel nicht zuletzt durch Drei-Punkte-Würfe von Aufbauspieler Pascal Roller und Nowitzki offen. Nach dem Wechsel schien der gebürtige Würzburger seine Betriebstemperatur erreicht zu haben. 48:46 (29.) lautete die Führung nach seinem dritten "Dreier" am Ende des dritten Viertels. "Ich habe ein paarmal getroffen, dann wuchs das Selbstvertrauen, und es gingen auch Unmögliche rein", sagte Nowitzki.
Türken am Ende ausgelaugt
Auch in der Schlussphase setzte der NBA-All-Star die Akzente und punktete, während das DBB-Team auch in der Defensive seinen Rhythmus fand und den Vorsprung mit Konzentration, Disziplin und einer geschlossen Mannschaftsleistung vorentscheidend auf 62:48 (36.) ausbaute. In der Schlussphase hatten die Türken dem nichts mehr entgegenzusetzen und waren mit ihren Kräften am Ende. Damit feierte Deutschland eine gelunge Revanche für die Halbfinalniederlage bei der EM 2001 in Istanbul.
Neben Nowitzki hatte die deutsche Mannschaft in dem Frankfurter Roller (9 Punkte) seinen besten Schützen. Bester Werfer der Türken war Kaya Peker (16).
Sonntag 18. September 2005 Starke Aufholjagd bringt DBB-Team Rang zwei
(sid) In einem echten Basketball-Krimi hatten Deutschlands Basketballer das bessere Ende für sich. Bei der EM in Serbien und Montenegro zeigte das Team eine grandiose Aufholjagd und holte sich damit noch den zweiten Platz in der Vorrunde. Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann gewann das letzte Gruppenspiel gegen Russland mit 51:50 (16:26) und trifft nun im Qualifikationsspiel am Dienstag (18.00 Uhr/live im DSF) in Vrsac auf die Türkei. Die Russen zogen trotz der Niederlage als Gruppenerster in die Endrunde in Belgrad ein.
Hektisch und nervös begannen beide Teams vor 4000 Zuschauern in der ausverkauften Millennium-Arena in Vrac. Elf Ballverluste, allein vier von Dirk Nowitzki, standen als Beleg für die kampfbetonte Partie. Dennoch sorgte der NBA-Star von den Dallas Mavericks für die ersten sechs Punkte der deutschen Mannschaft. Wie schon in den beiden Spielen zuvor gegen Italien (82:84 n.V.) und die Ukraine (84:58) versäumte es die DBB-Auswahl jedoch erneut, aus den Fehlern des Gegners Kapital zu schlagen.
Russlands Defensive macht DBB-Auswahl Probleme
Die Schwächen in der Offensive ließen die Trefferquote zwischenzeitlich sogar auf 20 Prozent sinken, während Russland seinen Vorsprung im zweiten Viertel auf 22:10 ausbaute. Mit einer aggressiven Defensive gelang es den Russen, Nowitzki weitgehend aus dem Spiel zu nehmen. Zur Halbzeit standen für den Allstar nur sechs Zähler in der Statistik, für die gesamte deutsche Mannschaft bescheidende 16.
Auch nach dem Wechsel schien der Korb für Nowitzki und Co. wie vernagelt. Den Russen reichte folglich eine Trefferquote von lediglich 38 Prozent aus dem Feld, um den Vorsprung auf 33:18 (26.) auszubauen.
Nowitzki erneut Deutschlands Top-Scorer
Dennoch stemmte sich das DBB-Team gegen die drohende Niederlage, ließ nichts unversucht, und kam Punkt für Punkt heran. In der 37. Minute gelang erstmals der Ausgleich zum 45:45 und 27 Sekunden vor Schluss brachte Nowitzki die deutsche Mannschaft mit einem Dreier erstmals in Führung.
Am Ende war Nowitzki mit 24 Punkten auch erneut bester deutscher Werfer vor Greene (7). Die Russen hatten in dem gebürtigen Amerikaner John Robert Holden (13) ihre sichersten Schützen.
Sonntag 18. September 2005 Deutschland besiegt Ukraine souverän
(sid) Deutschlands Basketballer haben mit einem Pflichtsieg ihre Chance auf den Einzug ins Viertelfinale der EM in Serbien und Montenegro gewahrt. 24 Stunden nach der unglücklichen 82:84-Niederlage nach Verlängerung gegen Italien schlug die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) im vorentscheidenden zweiten Gruppenspiel die Ukraine mit 84:58 (47:32). Damit verhinderte die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann nach der 61:87-Niederlage der "Squadra Azzurra" zuvor gegen Russland das vorzeitige EM-Aus.
Die Entscheidung um die Tabellenführung und die direkte Qualifikation für die Runde der letzten Acht sowie über Platz zwei und drei als Ausgangsposition für die Überkreuzspiele am Dienstag fällt im letzten Gruppenspiel der deutschen Korbjäger am Sonntag (21.00 Uhr/live im DSF) gegen Russland.
Neun Punkte Vorsprung nach dem ersten Viertel
Im Gegensatz zu den Italienern hatte die deutsche Mannschaft den Kraftakt am Vortag gut verdaut. Das Team um NBA-Star Dirk Nowitzki begann vor 2500 Zuschauern in der Millennium-Arena in Vrsac konzentriert und baute seinen Vorsprung ab der 4. Minute (7:7) kontinuierlich aus. Trotz einer schlechten Quote bei den Defensiv-Rebounds reichte es zu einem Neun-Punkte-Vorsprung (28:19) am Ende des ersten Viertels.
Danach steigerte sich das deutsche Team in der Abwehr, versäumte es jedoch in der Offensive, den Vorsprung weiter auszubauen. Das gelang erst unmittelbar vor der Halbzeit, als unter anderem Nowitzki wie schon gegen Italien mit der Sirene einen Drei-Punkte-Wurf zum 47:32 versenkte. Nach dem Wechsel legte unter andem Nowitzki zu. Nach einem Zwischenspurt von 8:0 zog die DBB-Auswahl vorentscheidend auf 55:32 davon und brachte den wichtigen Erfolg sicher ins Ziel.
Nowitzki und Femerling beste Werfer
Neben Nowitzki mit 27 Punkten hatte Deutschland in Patrick Femerling (10) seinen besten Werfer. Herausragender Schütze der Ukrainer, die ihr erstes Gruppenspiel gegen Russland mit 74:86 verloren hatten, war NBA-Profi Stanilaw Medwedenko von den Los Angeles Lakers mit 15 Punkten.
Die Italiener wirkten nach dem hart umkämpften Sieg gegen Deutschland am Freitag müde und verzeichneten gegen die Russen in der ersten Halbzeit lediglich eine Trefferquote von 20 Prozent. Zur Pause lagen sie mit 20:52 zurück.
Spanien siegt nach Verlängerung
Wie Russland den zweiten Erfolg verbuchten Litauen und Spanien. Die Litauer besiegten Kroatien mit 85:67 (34:34), während sich die Spanier mit 114:109 (98:98, 49:46) nach Verlängerung gegen Lettland durchsetzten. Unterdessen hat auch Frankreich seine Viertelfinal-Chance durch einen 79:62 (31:36)-Erfolg gegen Bosnien-Herzegowina gewahrt. Es war der erste Turniersieg der Franzosen, während die Bosnier die zweite Niederlage kassierten.
Freitag 16. September 2005 EM-Auftakt misslingt nach Verlängerung
(sid) Für die deutschen Basketballer begann das EM-Turnier denkbar ungünstig mit einer unglücklichen Niederlage. Im ersten Vorrundenspiel musste die Mannschaft um NBA-Star Dirk Nowitzki gegen den Olympia-Zweiten Italien nach einem Krimi eine 82:84 (74:74, 34:38)-Niederlage nach Verlängerung hinnehmen. Damit steht die DBB-Auswahl bei den Titelkämpfen in Serbien und Montenegro im Rennen um den Einzug ins Viertelfinale bereits im zweiten Spiel der Gruppe A am Samstag (21.00 Uhr/live im DSF) gegen die Ukraine unter Zugzwang.
Bauermann: "Mit Wut im Bauch zurückkommen"
"Das ist bitter, jetzt müssen wir das nächste Spiel unbedingt gewinnen", sagte Dallas-Legionär Nowitzki, der seine Kollegen in Schutz nahm: "Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung, sonst hätten wir das Spiel nicht so offen halten können." Dem stimmte Bundestrainer Dirk Bauermann bedingungslos zu: "Das war unser stärkstes Spiel in diesem Sommer, eine Leistung, auf der wir zu 100 Prozent aufbauen müssen. Jetzt müssen wir mit Wut im Bauch zurückkommen und diese Wut an der Ukraine auslassen."
Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann, die vor 3800 Zuschauern in der ausverkauften Millennium-Arena in Vrsac auch das elfte EM-Duell gegen die "Squadra Azzurra" seit 1957 verlor, begann äußerst nervös, fand zunächst keinen Rhythmus und kam erst in der 7. Minute durch den Frankfurter Pascal Roller zum ersten Feldkorb. Die wenigen deutschen Fans mussten sogar bis zur 13. Minute auf die ersten Punkte von Nowitzki durch zwei Freiwürfe warten. Aber auch die Italiener leisteten sich in der Anfangsphase gegen die aggressive deutsche Defensive einige überflüssige Fehler, aus denen die deutsche Mannschaft jedoch kein Kapital schlagen konnte.
Starker Nowitzki inspiriert seine Mitspieler
Probleme bereitete in der Anfangsphase lediglich Italiens Kapitän Gianluca Basile, der im ersten Viertel (14:17) zehn Punkte erzielte. Dennoch konnten die deutschen Korbjäger, die in der EM-Vorbereitung mit einer Verletzungsmisere zu kämpfen hatten und den Ausfall von Ademola Okulaja kompensieren mussten, das Spiel zunächst offen halten, ehe die Italiener auf 36:26 davonzogen. Doch mit einer wahren Energieleistung und einem spektakulären "Dreier" von Nowitzki aus etwa zehn Metern mit der Halbzeit-Schlusssirene blieb der WM-Dritte trotz einer Trefferquote von nur 44 Prozent (Italien 52 Prozent) im Spiel.
Von einem hochmotivierten Nowitzki auf dem Feld inspiriert, gelang dem DBB-Team in der 24. Minute sogar die erste Führung (43:42), die sie sogar auf 52:42 ausbauen konnte. Der NBA-Profi selbst fand erst nach dem Wechsel seinen Rhythmus und sorgte dafür, dass die italienischen Routiniers den Faden verloren. In der Offensive glänzten in dieser Phase besonders Roller und Griechenland-Profi Patrick Femerling. Mit seinem dritten "Dreier" sorgte Nowitzki schließlich für das 60:49 am Ende des dritten Viertels.
Basile überzeugt bei den Italienern
Als alles schon nach einem Erfolg der deutschen Mannschaft aussah, schmolz der bis auf 14 Punkte angewachsene Vorsprung zwischen der 25. und 28. Minute aber nach und nach dahin, ehe die Italiener zwei Minuten vor Schluss sogar wieder in Führung gingen. In den entscheidenden Phasen der Verlängerung setzten sich die Italiener dann schließlich mit ihrer Routine durch. Neben Nowitzki (27 Punkte) hatten die deutschen Korbjäger in Femerling (18) und Roller (14) ihre herausragenden Schützen. Bester Italiener war Basile (25).
Sonntag 11. September 2005 Ergebnisse vom Eurostars-Cup in Tübingen
Cibona Zagreb - EnBW Ludwigsburg 71:77 Walter Tigers Tübingen - RheinEnergie Köln 69:65
Spiel um Platz 3 Cibona Zagreb - RE Köln 80:72
Finale Walter Tigers Tübingen - EnBW Ludwigsburg 80:78
Dienstag 6. September 2005 Rauferei in Oberfranken: GHP-Basketballer verurteilt
Aus dem FRÄNKISCHEN TAG:
GHP-Basketballer verurteilt 90 Tagessätze für Steffen Hamann, Uvis Helmanis und Mike Nahar
BAMBERG. Drei Mitglieder der GHP-Basketball-Meistermannschaft wurden gestern am Amtsgericht der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. Steffen Hamann (24), Uvis Helmanis (33) und Mike Nahar (34) müssen Geldstrafen zwischen 27 000 und 13 050 Euro zahlen. Die drei und der später freigesprochene Radisa Zdravkoviz (29) erlebten das juristische Nachspiel einer Auseinandersetzung, an der sie in der Nacht zum 9. Mai 2004 im überfüllten „Calimeros“ in der Langen Straße und später in der Eingangspassage eines benachbarten Modehauses beteiligt waten. Was ganz genau passierte, blieb auch nach der Aussage von rund einem Dutzend Zeugen unklar. Für Amtsrichter Dr. Jürgen Popp stand nach der umfangreichen Beweisaufnahme aber fest, dass drei der vier Spieler auf der Anklagebank damals Selbstjustiz geübt und sich „nicht gerade meisterlich verhalten“ haben.
Hamann, Helmanis und Nahar wollten demnach dem Mann eine Abreibung verpassen, der kurz vorher drinnen ein Glas in die Richtung geworfen hatte, wo sich nahe der Theke sechs oder acht GHP-Basketballer aufhielten. Das Glas hatte Hamann im Gesicht getroffen und ihm am rechten Auge eine stark blutende Wunde zugefügt. Als der Verursacher der Verletzung mit seiner Frau und deren Freundin vorsichtshalber umgehend das Lokal verließ, waren ihm die prominenten Sportler gefolgt – und mit ihnen viele weitere Gäste. In der Eingangspassage des benachbarten Geschäftshauses entdeckten die Angeklagten dann die drei gesuchten Personen. Feststeht durch ärztliche Atteste, dass alle drei verletzt wurden: die Frauen, die sich schützend vor den sich wegduckenden Mann gestellt hatten, trugen blaue Flecken davon; der Mann ebenfalls Hämatome, Schürfwunden, Strangulationsmarken am Hals, weil Helmanis ihn am T-Shirt aus der Deckung zerren wollte, Zahnabsplitterungen, Kinnbeschwerden; auch ein Büschel Haare wurde ihm ausgerissen. Er war eine Woche arbeitsunfähig. Wer von den GHP-Spielern dort was genau tat, blieb im Dunkeln. Ob der Vorraum überhaupt Platz genug bot, dass sich dort „drei solche Schränke“ (Rechtsanwalt Gottfried Karl) nebeneinander bewegen und auf jemanden eintreten und einschlagen konnten, war für den Richter nicht entscheidend. Die teils widersprüchlichen Zeugenaussagen belegten aus seiner Warte und der des Staatsanwalts hinreichend, dass Hamann, Helmanis und Nahar aktiv an der Abreibung beteiligt waren. Helmanis gab dies als einziger Angeklagter vor zahlreichen Zuhörern auch zu. Er gestand zudem ein, den Auslöser für die ganze Sache geliefert zu haben – indem er der Ehefrau des späteren Opfers im brechend vollen Lokal in den Hintern kniff. Daraus hatte sich erst eine verbale, dann die handfeste Auseinandersetzung entwickelt.
Richter Popp hielt den Verurteilten zugute, dass sie durch eine rechtswidrige Tat provoziert worden waren, alles sehr schnell ging, Alkohol im Spiel war und sie an die Geschädigten schon 2900 Euro Schmerzensgeld zahlten. Er stufte ihr Tun als minderschweren Fall ein und verhängte Geldstrafen am untersten Rand des gesetzlichen Rahmens, je 90 Tagessätze. Steffen Hamann muss am meisten zahlen, weil er im Gegensatz zu den Familienvätern Helmanis und Nahar keine Unterhaltsverpflichtungen hat.
Freitag 26. August 2005 Jusup: "Wir werden läuferisch stark sein"
Aus dem GENERAL-ANZEIGER:
„Die richtige Einstellung ist entscheidend“
Der neue Coach der Bonner Baskets, Danijel Jusup, über den Klub, die Mannschaft, die bisherige Vorbereitung und die weiteren personellen Planungen - Unter dem Korb kein Bedarf mehr
Bonn. (ga) Seit knapp zwei Monaten ist Danijel Jusup als Cheftrainer der Telekom Baskets Bonn im Amt. Derzeit befindet er sich mit seiner Mannschaft im ersten Trainingslager der diesjährigen Vorbereitung in der Sportschule Hennef. „Wir verpflichten keinen Spieler, von dem ich nicht überzeugt bin. Lieber warte ich etwas länger“, meinte Jusup im Hinblick auf die noch zu tätigenden Verpflichtungen. Mit dem Kroaten sprach Gerhard Mertens.
GA: Welchen Eindruck haben Sie bisher vom Team, vom Klub und seinem Umfeld gewonnen? Danijel Jusup: Bisher bin ich zufrieden. Wir haben bisher sehr viel gearbeitet, haben aber noch viel Arbeit vor uns. Vieles muss sich sicherlich noch einspielen. Für mich ist ja alles neu: das Management, das Land, die Stadt, die Mentalität und die Mannschaft. Was den Klub angeht, habe ich bisher einen sehr professionellen Eindruck gewonnen.
GA: Wie sehen Sie die Trainingssituation? Ihre Vorgänger sahen einen Nachteil, weil das Team zu selten die komplette Spielhalle zur Verfügung hat. Jusup: Diese Meinung teile ich. Die Situation ist problematisch, aber nicht zu ändern. Wir müssen damit klarkommen, deshalb werde ich mich nicht darüber beklagen. Mit der neuen Halle wird auch in dieser Hinsicht vieles deutlich besser.
GA: Sie haben bisher neun Spieler im Kader. Wie sehen Ihre weiteren personellen Planungen aus? Jusup: Wir wollen noch zwei Leistungsträger verpflichten. Und aus dem Nachwuchs sollen zwei bis drei Spieler dazu stoßen.
GA: Welche Leistungsträger werden noch kommen? Jusup: Das wissen wir noch nicht. Wir haben viele Kontakte. Der Markt ist sehr, sehr groß.
GA: Auf welchen Positionen sollen sie zum Einsatz kommen? Jusup: Beide sollen auf den Außenpositionen spielen. Einer soll auf der Position zwei, aber auch auf der Position eins spielen können und soll ein Amerikaner sein. Der andere soll auf der Position drei spielen und aus allen Distanzen werfen können.
GA: Also haben Sie unter dem Korb keinen Bedarf mehr? Jusup: Da haben wir mit vier Spielern genug.
GA: Milos Paravinha und Michael Meeks kennen Sie von früher und waren ihre Wunschspieler. Warum haben Sie sich für Martin Mihajlovic und Branko Klepac entschieden? Jusup: Sie hatten noch einen Vertrag für die nächste Saison, was nicht heißt, das ich nicht mit ihnen zufrieden bin. Beide werden uns helfen.
GA: Wie lange wird es noch dauern bis die Mannschaft komplett ist? Jusup: Das kann ich nicht sagen. Wir verpflichten keinen Spieler, von dem ich nicht überzeugt bin. Lieber warte ich etwas länger. Eine personelle Fehlentscheidung lässt sich in der Saison nicht mehr korrigieren.
GA: Sieht man sich die Statistiken der bisher verpflichteten Spieler an, scheint das Team eine Schwäche im Rebound zu haben. Jusup: Das lässt sich nicht verallgemeinern. Viel hängt von der richtigen Einstellung ab und vom System. An beidem werden wir hart arbeiten.
GA: Apropos richtige Einstellung: Wie wichtig ist diese Qualität für Sie? Jusup: Sie ist für den sportlichen Erfolg entscheidend. Die Spieler müssen bereit sein, sich in die Mannschaft zu integrieren, alles für sie zu tun und bis zur letzten Minute zu kämpfen. Diese Bereitschaft muss man trainieren. Gerade der Beginn der Vorbereitung ist dafür sehr wichtig. Wir laufen viel. Das Training ist sehr hart, und die Spieler müssen an ihre Grenzen gehen. Für sie ist es eine Art Charaktertest.
GA: Welche Art Basketball werden die Baskets spielen? Jusup: Erst einmal wollen wir gut verteidigen, also dem Gegner keine einfachen Körbe gestatten. Das wird nur möglich sein, wenn sich jeder Spieler dafür verantwortlich fühlt und bereit ist, dem Mitspieler zu helfen. Was den Angriff angeht: Der Spieler in der besten Position muss den Ball bekommen und werfen. Das klingt einfach, ist aber sehr schwer umzusetzen. Ich setze auf einen sehr schnellen Basketball, denn wir werden läuferisch stark sein.
Zur Person Danijel Jusup ist nach Bruno Soce und Predrag Krunic der dritte Cheftrainer der Telekom Baskets Bonn seit Aufstieg in die Bundesliga 1996. Der 44-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist bereits seit 14 Jahren im Trainergeschäft. Als 31-Jähriger debütierte er als Headcoach seines Heimatvereins KK Zadar, damals schon in der Euroleague. Seine weiteren Stationen: Split (Kroatien), Wloclawek (Polen). Seine größten Erfolge feierte er mit dem Gewinn der starken Adria-Liga und dem kroatischen Pokal. Zweimal war er in Kroatien „Trainer des Jahres“.
Donnerstag 25. August 2005 Hallenprojekt: Bau auf dem "Rodelhang"
Aus dem GENERAL-ANZEIGER:
Baskets sind froh über gemeisterte „Bergetappe“
Mit dem Segen der Bonner Stadtverwaltung zum Hallenprojekt sieht der Verein nach fünf Jahren Licht am Ende des Tunnels
Von Rolf Kleinfeld
Bonn. Mit Freude und Erleichterung haben die Telekom Baskets Bonn darauf reagiert, dass alle Fachämter der Stadt Bonn die Pläne für die geplante Halle für den Bundesligisten abgesegnet haben (der GA berichtete). „Wenn man die Sprache der Tour de France anwendet, würde ich sagen, wir haben die entscheidende Bergetappe gemeistert“, ließ sich Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich in bester Sport-Metaphorik auf der Internet-Seite des Vereins zitieren. Auch wenn damit noch nicht alle Hürden aus dem Weg geräumt sind - es folgen noch Entscheidungen des Stadtrates sowie die Bürgerbeteiligung - sehen die Baskets das Ende einer fünfjährigen Odyssee gekommen, in der man stets wusste, was man nicht wollte: kein Mieterdasein in einer Multifunktionsarena, aber auch keine Investor-Betreiber-Lösung. „Wir haben den steinigeren Weg gewählt“, sagte Wiedlich am Mittwoch dem GA, „sicherlich auch den mit mehr Selbstverantwortung und Risiko.“ Denn wer selbst baue, müsse auch selbst Kredite aufnehmen und für Zins und Tilgung gerade stehen.
Auch Baskets-Architekt Jan van Dorp ist froh. „Planungsrecht wollen und bekommen sind zwei verschiedene Paar Schuhe“, erklärte er. „Gutes Planen vermeidet den späteren Prozess.“ Er ist optimistisch, dass der Baubeginn auf dem stark abschüssigen Gelände, dem „Rodelhang“ im Hardtberg, bald ansteht: „Wenn Du Planungsrecht hast, ist das Baurecht nicht mehr weit“, glaubt der Architekt.
In der Vorlage für den Stadtrat ist aber auch von vielen Schwierigkeiten die Rede, die zu lösen waren. Der gleichzeitige Bau eines Lidl-Discounters, eines DM-Markts und eines Edeka-Vollsortimenters, dazu eines Burger King-Restaurants, sei mit dem Bonner Einzelhandels-Zentrenkonzept nicht in Übereinstimmung zu bringen. „Die Auswirkungen werden jedoch aufgrund der gesamtstädtischen Interessen in Kauf genommen“, heißt es seitens der Stadt. Besonders die Toom-Märkte in Alfter und Duisdorf (der frühere Globus) würden die Konkurrenz zu spüren bekommen, weniger dagegen lokale SB-Läden in den Ortsteilen, sagt ein Einzelhandelsgutachten voraus. Denn der Standort ziele nahezu völlig auf den Autokunden.
Unzufrieden ist die Stadt auch, dass Vorhabenträger Lidl aus Kostengründen seine standardisierten Bauformen umsetzen will, „die mit den gestalterischen Ansprüchen der Verwaltung nicht in allen Punkten zum Einklang zu bringen sind“, wie es formuliert wird. Auch mit der hohen Rückfront des Edeka-Marktes am Kirchbüchel und der geringen Begrünung hat die Stadt Bauchschmerzen. Zwei große Werbepylonen (10 und 12 Meter hoch) hält die Verwaltung dagegen für städtebaulich vertretbar. Zuviel Chic darf der Kunde ohnehin nicht erwarten. Die Stadt geht davon aus, dass der neue Einkaufsstandort aufgrund der Nutzungen und Gebäude einen „gewerbegebietsähnlichen Charakter“ haben wird. „Dies ist letztlich aufgrund der gesamtstädtischen Interessen, die mit der Verwirklichung der Baskets-Halle verbunden sind, hinzunehmen.“ Im weiteren Verlauf der Detailplanung soll über die Fassaden und das Grün aber noch einmal gesprochen werden.
Keine großen Beeinträchtigungen sind von der Baskets-Halle zu erwarten. Tagsüber gar keine, und abends nur dann, wenn die Autos nach 22 Uhr den Parkplatz verlassen würden. Deshalb müssten die Spiele, um Lärm zu vermeiden, spätestens um 19.30 Uhr beginnen.
Mit dem Entwurf ihrer rund 15,5 Millionen Euro teuren Halle schlagen die Baskets zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits soll es eine kompromisslose „Low-Budget“-Produktion werden, die noch dazu als „Bürgerbauprojekt“ verwirklicht wird (Wiedlich: „eine schlüsselfertige Halle können wir uns nicht leisten“), andererseits ist bei der jetzt vorgelegten Ansicht davon rein optisch nichts zu bemerken. Im Gegenteil: Durch die aufgeständerte Rotunde, in der die Sponsoren-Gastronomie untergebracht wird und von der ein freier Blick bis Köln möglich ist, erhält die Halle sogar einen eleganten Touch. Was noch fehlt, sind Testate eines Wirtschaftsprüfers, die die Baskets beibringen müssen - mit Kostenplänen und Finanzierungszusagen der Bank. In dem jetzt vorgelegten Bebauungsplan ist die Rede davon, dass die kreditgebende Bank ein „konservatives Wertgutachten“ erstellt habe und der Kredit über neun bis zehn Jahre ausreichend gegenfinanziert ist.
Vor allem wenn man rekapituliert, dass vor zwei Jahren der vom Land NRW zugesagte 3,2-Millionen-Zuschuss storniert wurde, haben die Baskets ganze Arbeit im Hintergrund geleistet. Sie wollen eine Eigenkapitalquote aufbringen, die den durchschnittlichen Häuslebauer neidisch macht: fast 70 Prozent. Dass die Belastung dennoch hoch ist, ergibt sich laut Präsident Wiedlich aus der beschränkten Einnahmeseite: „Für welche Veranstaltungen sich eine monofunktionale Basketballhalle noch eignet, um daraus Mieterlöse für den Kapitaldienst zu generieren, wissen wir heute noch nicht exakt.“ Auch für den Fall der Fälle haben die Baskets vorgesorgt. Zwar war für den späteren Betrieb wichtig, mit so wenig Personal wie nötig so viel Zuschauer-Auslastung wie möglich zu erreichen, aber: Auch bei einem Abstieg aus der 1. Bundesliga habe die Halle einen Verwendungzweck. Die von den Baskets extra gegründete BonBas GmbH als Bauherr hat selbst den „Zweitliga-Fall“ in ihren Finanzierungsbausteinen explizit berücksichtigt.
Lob kommt bereits aus dem politischen Raum. SPD-Fraktionschef Wilfried Klein meinte am Mittwoch, die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht, seine Fraktion sehe grundsätzlich keine Probleme mehr: „Der Zug kann jetzt losfahren. Der Vorhabenträger muss ihn jetzt nur noch auf die Schiene setzen.“
Mittwoch 24. August 2005 Neue Baskets-Halle wird real
Aus dem GENERAL-ANZEIGER (Bonn):
Projekt Basketshalle nimmt eine ganz wichtige Hürde Bonner Stadtverwaltung gibt grünes Licht
Von Rolf Kleinfeld
Bonn. Die geplante Halle für die Telekom Baskets hat eine wichtige Hürde genommen (der GA berichtete). Die Stadt Bonn ist mit den eingereichten Plänen für das BGS-Grundstück zwischen Autobahn 565, Adenauer-Damm, Julius-Leber-Straße und Kirchbüchel einverstanden und hat diese am Dienstag genehmigt. Nun ist die Politik dran. Bereits am Donnerstag soll der Planungsausschuss über die rechtlichen Voraussetzungen für die Baskets-Halle beraten.
“Das ist quasi der Startschuss für die öffentliche Bürgerbeteiligung“, sagte am Dienstagabend Co-Dezernent Guido Kahlen dem GA. „Es war kein einfacher Prozess, wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Und wir sind Kompromisse eingegangen, auf deren Grundlage man das Projekt aber realisieren kann.“
Auf der Fläche soll neben der Baskets-Halle für 5 000 bis 6 000 Zuschauer ein Basketball-Ausbildungszentrum entstehen. Auf dem gewerblichen Teil des Grundstücks sind ein Lidl-Markt, ein Edeka, ein Burger-King-Restaurant und ein DM-Drogeriemarkt geplant. 1 016 der bei Spitzenbelastungen nötigen 1 690 Parkplätze werden auf dem Gelände untergebracht. Nicht realisiert wird jedoch eine Tankstelle im 24-Stunden-Betrieb, weil die Stadt wegen der Lärmwerte und Protesten der Anwohner ihr Veto einlegte. Die nun vorgelegte Planung umfasst weitere Aussagen zur Verkehrserschließung und zur Situation des Einzelhandels.
Die nächsten Schritte sehen so aus, dass die politischen Gremien am Zug sind; zunächst die Bezirksvertretung Hardtberg, dann weitere Fachausschüsse und zuletzt am 29. September der Stadtrat. Danach geht das Verfahren in die Bürgerbeteiligung, in der Anregungen und Bedenken geäußert werden können. Dazu werden nach dem Ratsbeschluss die Pläne und Beschreibungen drei Wochen lang öffentlich ausgelegt und es gibt eine Bürgerversammlung, erklärte Kahlen. „Diese Versammlung wird wohl Ende Oktober stattfinden, aber nicht in den Herbstferien“, sagte er. Danach hat der Rat das letzte Wort, kann Bedenken berücksichtigen - oder auch nicht.
Montag 15. August 2005 Von den alten Telekom Baskets Bonn bleibt nur ein Trio
Der Bonner General-Anzeige schreibt:
In dieser Woche gehen die Personalplanungen beim Bundesligisten weiter
Von Gerhard Mertens
Bonn. Eines kann man von den Telekom Baskets Bonn nicht behaupten: Dass sie wegen des gravierenden personellen Umbruchs, in dem sich der Kader der Basketball-Bundesligamannschaft befindet, in Hektik ausbrechen.
Erst im Verlaufe dieser Woche werden die Vereinsführung und die sportlich Verantwortlichen um Trainer Danijel Jusup wieder die Köpfe zusammenstecken, um die letzten Personalentscheidungen zumindest vorzubereiten.
Präsident Wolfgang Wiedlich wird am Montag aus dem Urlaub zurückerwartet, Jusup ebenfalls, doch dessen Rückkehr aus Kroatien könnte sich aufgrund von Visa-Formalitäten bis Mittwoch verzögern.
Die Stellung gehalten hatte zuletzt Co-Trainer Michael Koch, der in der Hardtberghalle ein offenes Training anbot, an dem unter anderem Spieler der zweiten Mannschaft und Nachwuchsspieler teilnahmen. Aus dem neuen Bundesliga-Kader waren Branko Klepac und Artur Kolodziejski dabei.
"In dieser Woche wird wegen des Weltjugendtages nichts laufen", erklärte Koch. Vorausblickend auf die weiteren Planungen stellte der Ex-Europameister fest, dass noch einige Spielerverpflichtungen zu erwarten sind, darunter eine für die noch vakante Ausländerposition.
Unter anderem wird noch ein Shooting Guard (Position zwei) gesucht. "Auf dieser Position sind wir noch nicht so gut besetzt", meinte Koch. Obwohl Baskets-Pressesprecher Michael Mager feststellte, dass Jusup vor allem in der Heimat weilte, um Urlaub zu machen, wird man davon ausgehen können, dass er den einen oder anderen Kandidaten ins Auge gefasst hat.
Nachdem klar ist, dass der 44-Jährige nicht auf die Dienste von Center Peter Huber-Saffer zurückgreifen will, wird er mit Martin Mihajlovic, Branko Klepac und Nachwuchsspieler Max Brammertz nur noch drei Spieler aus der vergangenen Saison im Kader haben.
Neben der Position zwei ist noch eine Verstärkung für das Spiel am Brett zu erwarten. Darüber hinaus der ein oder andere Ergänzungsspieler.
Das Thema "deutscher Nachwuchs" schreibt man bei den Baskets zwar groß, doch auch dabei verfallen die Bonner nicht in Hektik. "Derzeit bietet sich auf dem Markt nicht so viel an", meinte Koch.
Der Ex-Europameister hätte zwar gerne den Ex-Bonner und -Rhöndorfer Dominik Bahiense de Mello im Kader gehabt, doch der hat einen Dreijahresvertrag bei den Skyliners Frankfurt unterschrieben. Für Koch kommt es vor allem darauf an, wichtige Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. "Wir haben viele Talente im U 16 und U 18-Bereich. Denen müssen wir zeigen, dass sie in Bonn eine Perspektive haben", sagte er.
Der 39-Jährige ist jetzt seit zwei Monaten bei den Baskets und "sehr zufrieden" mit dem, was er im Verein vorgefunden und wie man ihn aufgenommen hat. Koch: "Ich bin sofort voll einbezogen worden. Zwischen mir und Danijel Jusup hat sich schon ein Vertrauensverhältnis entwickelt." Er sehe der weiteren Zukunft der Baskets sehr zuversichtlich entgegen.
Mittwoch 10. August 2005 Alba: Demirel geht - Penberthy kommt?
Der "Tagesspiegel" schreibt:
Ein Liebling geht
Mit Mithat Demirel verlässt eine Identifikationsfigur Alba Berlin – dafür kommen Nationalspieler Demond Green und wahrscheinlich Mike Penberthy
Von Benedikt Voigt
Berlin – Es dauerte, bis sich Mithat Demirel endgültig entschieden hatte. Seit fünf Wochen hatte er ein Angebot seines langjährigen Klubs Alba Berlin vorliegen. „Aber das war für mich nicht interessant“, sagt der 27-jährige Aufbauspieler. Ein Gespräch am Montag auf der Geschäftsstelle änderte nichts mehr. Gestern nun sagte Demirel: „Ich werde in der nächsten Saison nicht für Alba spielen.“
Ein Basketball-Nationalspieler verlässt den Verein, dafür kommt ein anderer: Demond Green von den Bayer Giants Leverkusen. „Er hat erst mit 16 Jahren mit dem Basketball angefangen, bei ihm habe ich das Gefühl, dass die Decke noch nicht erreicht ist“, sagt Albas Vizepräsident Marco Baldi. Der 26-Jährige spielt auf der Position von Stefano Garris, der nach Frankfurt gewechselt ist. Zudem steht die Verpflichtung des wurfstarken Aufbauspielers Mike Penberthy offenbar kurz bevor. Die italienische Zeitung „Il Messagero Veneto“ meldete am Montag, dass der Amerikaner Snaidero Udine abgesagt habe, weil er demnächst bei Alba unterschreiben wolle. Penberthy spielte für die Los Angeles Lakers und die Hamburg Tigers, wo Albas Marketing-Manager Carsten Rühe als Manager fungiert hat. Baldi will zum Thema Penberthy nicht viel sagen. „Wir melden Verpflichtungen erst, wenn sie perfekt sind.“
Die Personalie des gestrigen Tages aber war Mithat Demirel. „Wir wollten ihn halten, aber nicht um jeden Preis“, sagt Baldi. Der Aufbauspieler war eine Identifikationsfigur im Verein, abgesehen von zwei Jahren in Bursa und Weißenfels hat er seine gesamte Karriere für TuS Lichterfelde und Alba Berlin gespielt. Der Treuefaktor hat jedoch bei dem Vertragsangebot eine untergeordnete Rolle gespielt. „Es muss auch eine gewisse Performance da sein“, sagt Baldi und spielt darauf an, dass der Nationalspieler in den letzten zwei Jahren oft verletzt war. Zuletzt in der Bundesliga erzielte er in 23 Spielen durchschnittlich 6,8 Punkte. Eigentlich wollte der 1,80 Meter große Spielmacher in Berlin bleiben, doch das aktuelle Angebot war ihm zu wenig attraktiv. Dabei macht er deutlich, dass es ihm sonst nicht ums Geld ging. „Wenn ich nur auf die Finanzen gesehen hätte, hätte ich in den letzten vier Jahren keine einzige Saison in Berlin verbracht“, sagt Demirel. Genaue Angaben über das Angebot wollte er nicht machen. Baldi sagt: „Es war für einen deutschen Nationalspieler angemessen.“ Nun sucht Demirels Agent Geert Hammink nach einem neuen Verein. Baldi sagt, er könne sich vorstellen, dass Demirel irgendwann zu Alba zurückkehren werde.
Nach Kotrainer Burkhardt Prigge, der künftig für die Alba AG arbeiten wird, und Garris hat also ein weiterer Getreuer den Verein verlassen. Garris und Demirel zählten zu den Publikumslieblingen in Berlin. Diese fehlen nun, doch Baldi findet: „Man kann auch in zwei Spielen zum Publikumsliebling werden, das hat Mamic im letzen Jahr gezeigt.“
Mit der Verpflichtung von Demond Green erfüllt der Verein einen Wunsch von Trainer Henrik Rödl. Dieser möchte in der kommenden Saison schnell spielen lassen. Falls Penberthy kommt, fehlen Alba noch ein erster Aufbauspieler und ein Centerspieler. Die Verantwortlichen haben nun die Mannschaft komplett umgekrempelt. Aus dem Team, das 2003 letztmalig den Meistertitel nach Berlin holte, sind nur noch Jovo Stanojevic und der Rückkehrer Quadre Lollis dabei. Sogar das Trainerteam hat der Verein ausgetauscht. Ein Ausdruck dessen, wie schwer es die Klubführung getroffen hat, in der Meisterschaft zweimal im Halbfinale gescheitert zu sein. „Wir haben zwei Jahre nichts gewonnen“, sagt Baldi, „jetzt wollen wir angreifen.“ Ohne Demirel.
Donnerstag 4. August 2005 Hamann fehlt bei EM wegen Kreuzbandriss
Basketball-Nationalspieler Steffen Hamann fällt für die Europameisterschaft in Serbien und Montenegro (16. bis 25. September) aus.
Der 24-jährige Nationalspieler des Bundesligisten GHP Bamberg zog sich beim Training einen Kreuzbandriss im linken Knie zu, der operiert werden muss, teilte der Verein mit. Nach Angaben von GHP-Manager Wolfgang Heyder wird Hamann vermutlich erst wieder im März oder April 2006 spielen können.
Quelle: DPA
Donnerstag 28. Juli 2005 Schatten über Nowitzkis EM-Motivation
Aus der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG
Zettelwirtschaft in Kartons Weil sein Mentor Holger Geschwindner noch immer wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung im Gefängnis sitzt, ist die Basketball-EM für NBA-Star Dirk Nowitzki derzeit zweitrangig. Es hätte alles so schön sein können in diesen Tagen für den Basketball-Profi Dirk Nowitzki: Wie in vergangenen Jahren auch wollte er am Starnberger See die konditionelle Basis schaffen für die Europameisterschaft im Herbst und die danach beginnende Saison in der nordamerikanischen Profiliga NBA, alles unter Anleitung seines Entdeckers und Förderers Holger Geschwindner.
Doch der 59-Jährige sitzt seit zehn Tagen in Untersuchungshaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, das schon traditionelle Trainingslager wurde abgesagt, und am Dienstagabend hieß es gar, Deutschlands bester Basketballspieler wolle auch seine EM-Teilnahme vom 16. bis 25. September in Serbien und Montenegro absagen. So hatte jedenfalls Geschwindners Anwalt Dieter Hoffmann eine Bemerkung Nowitzkis verstanden und weitergegeben, und das hat zu derart viel Aufregung geführt, dass der Nationalspieler und die Verantwortlichen des Deutschen Basketball Bundes (DBB) den halben Tag damit verbrachten, alles wieder zu beruhigen.
„Ich versuche, mich in EM-Form zu bringen“, wird Dirk Nowitzki zitiert in einer vom DBB verbreiteten Erklärung: „Ich möchte dort natürlich gerne spielen, weil mir die Nationalmannschaft am Herzen liegt.“ Seine Schwester Silke sagt: „Er versucht, so normal wie möglich die Sachen durchzuziehen, wie sie mit Holger Geschwindner geplant waren“, zum Beispiel einen PR-Termin der NBA am Wochenende in Treviso. Ansonsten mag die Familie Nowitzki gar nicht viel sagen: „Es kann nicht unser Ziel sein, das in der Öffentlichkeit auszutragen. Es ist sowieso schon extrem schwer für Dirk, seinen Trainingsplan wie gewohnt durchzuführen.“ Der 27-Jährige verhehlt nicht, dass ihm die Konzentration auf den Sport schwer falle: Die EM sei „im Moment nicht mein erstes Thema“. Das ist die mit Verdunkelungs- und Fluchtgefahr begründete Inhaftierung von Holger Geschwindner, dem es Nowitzki zu verdanken hat, dass er sich beim NBA-Klub Dallas Mavericks zu einem der besten Spieler der Welt entwickelt hat. Für Nowitzki ist Geschwindner jedoch mehr als Trainer und Betreuer, er ist so etwas wie großer Bruder, treuer Freund oder zweiter Vater, ein Mann jedenfalls, den man für Geld nicht kaufen kann. Aber dass zwischen Nowitzki und Geschwindner Geld geflossen sei, das Geschwindner nicht versteuert habe, glaubt die für Oberfranken zuständige Staatsanwaltschaft in Hof.
Mit Beamten der Steuerfahndung hat sie deshalb vorige Woche Geschwindners Firmen- und Privaträume in Bamberg und Scheßlitz durchsucht, außerdem der Familie Nowitzki in Würzburg einen Besuch abgestattet. Im Zentrum des Interesses stand angeblich eine Art Absicherungsvertrag zwischen Nowitzki und Geschwindner aus dem Jahr 1996, in dem zwar offenbar Zahlungen geregelt waren, der jedoch „nie aktiviert“ wurde, wie Geschwindners Anwalt Dieter Hoffmann sagt. Bei der Staatsanwaltschaft in Hof sagt man nichts über den Stand der Ermittlungen, aber Anwalt Hoffmann versichert, die Vorwürfe der Steuerhinterziehung aus einer siebenstelligen Summe, die aus diesem Vertrag abgeleitet wurden, seien ausgeräumt. Nun seien die Beamten „aufgeregt bemüht, noch etwas Belastendes zu finden“ in den Unterlagen, die sichergestellt wurden. Was anscheinend nicht einfach ist, weil der Beschuldigte seine Belege nach dem Prinzip der Zettelwirtschaft in Kartons sammelte und einem Steuerberater übergab, wie Hoffmann sagt: „Auf Ordnung dürfen sie bei Herrn Geschwindner nicht hoffen.“
Der Anwalt indes hofft, seinen Mandanten in den nächsten Tagen aus der Justizvollzugsanstalt in Hof frei zu bekommen, auch wenn er sich der misslichen Lage bewusst ist. Dass jemand freiwillig auf einen Anteil verzichtet, wenn er von einem mit schätzungsweise 80 bis 90 Millionen Dollar dotierten Vertrag profitieren kann, sei schon „ein eher unnatürlicher Vorgang in unserer materialistischen Welt“, gibt Hoffmann zu: „Das kann man kaum glauben, dass so viel Edelmut vorkommt.“
Wer Geschwindner, den ehemaligen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, jedoch kennt, bescheinigt ihm, ein Idealist in Sachen Basketball zu sein. Allerdings hat er sich mit seiner manchmal forschen Art nicht nur Freunde gemacht. Dass ihm jemand mit der Anschuldigung der Steuerhinterziehung schaden wollte, erscheint jedenfalls nicht ausgeschlossen. Geschwindners Inhaftierung trifft freilich auch den DBB und dessen EM-Vorbereitung. Sportdirektor Wolfgang Brenscheidt sagt, die gesamten Planungen liefen derzeit „unter erschwerten Bedingungen“. Zum einen, weil Geschwindner stets die Versicherungsfragen mit der NBA geklärt habe, die für Nowitzkis Einsätze notwendig gewesen seien. Zum anderen, weil „es nicht zu leugnen ist, dass Dirk gedanklich woanders ist. Er plant für die EM, er trainiert für die EM, aber es fällt ihm schwer“. Falls Geschwindner noch länger in Untersuchungshaft bleiben müsse, fürchtet er deshalb, dass Nowitzki seine EM-Teilnahme wirklich noch absagt: „Ich will nicht ausschließen, dass Dirk in vier Wochen so eine Entscheidung trifft.“
Dienstag 26. Juli 2005 Berlin: Garris und Wright gehen, Lollis retour
Aus der BERLINER MORGENPOST: Quadre Lollis kehrt nach Berlin zurück Das Personalkarussell bei Alba dreht sich: US-Amerikaner kommt aus Athen - Garris wechselt nach Frankfurt - Auch Wright erhält keinen neuen Vertrag
Von Sebastian Arlt Überraschungen bei Alba Berlin: Ein alter Bekannter kehrt zum Basketball-Bundesligisten zurück, ein anderer Profi verläßt nach sieben Jahre in Berlin den Klub. Während Stefano („Nino“) Garris künftig nicht mehr für Alba spielen wird, trägt in der kommenden Saison Quadre Lollis wieder das Trikot des siebenmaligen deutschen Meisters. Der 32jährige stand bereits in der Spielzeit 2002/2003 bei den Berlinern unter Vertrag. Er war Leistungsträger und Publikumsliebling in der Mannschaft, die vor gut zwei Jahren zum letzten Mal Meister und Pokalsieger wurde. „Ich freue mich zurückzukommen“, sagt der sprunggewaltige US-Amerikaner, der sich „in Berlin sehr wohl gefühlt“ hatte. In den vergangenen beiden Jahren war er beim griechischen Vizemeister AEK Athen im Einsatz. In der Saison 2004/2005 kam er bei den Griechen in der Liga in 26 Spielen im Schnitt auf 10,9 Punkte und 5,4 Rebounds, in 20 Partien der Europaliga auf 10,4 Punkte und 6,4 Rebounds.
Nach Philip Zwiener (19) und Nenad Canak (29) ist Lollis jetzt der dritte Zugang bei den Berlinern. „Ich bin überzeugt, daß uns Quadre weiterhilft. Er ist eine Macht unter den Körben“, erklärt Alba Berlins Cheftrainer Henrik Rödl. „Lollis, Canak und Stanojevic bilden ein sehr vielversprechendes Trio.“ Das Ziel für die kommende Saison umreißt Lollis gleich ganz klar: „Wir wollen die Meisterschaft nach Berlin zurückholen.“ Bei diesem Unternehmen werden weder Garris noch Michael Wright mithelfen. Der US-Amerikaner erhält keinen neuen Vertrag, was weniger überraschend ist als die beiden anderen Personalien. Der 25jährige hatte stark begonnen, fehlte seiner Mannschaft aber in der vergangenen Saison in der entscheidenden Phase wegen einer Dopingsperre. Eine Sperre, an der auch der Klub einen Großteil Schuld trug, weil man nicht, wie es notwendig gewesen wäre, ein Medikament von Wright gegen sein Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) angemeldet hatte.
„Für mich ist jetzt die Zeit gekommen, etwas Neues zu wagen“, nennt Garris als Grund dafür, daß er Alba verläßt. „Wir alle haben unsere Visionen.“ Sehr schwer falle es ihm, nach so langer Zeit zu gehen. „Ich hänge schließlich am Klub, an der Stadt, an den Leuten.“ Es sei nicht so, „daß Alba und ich keinen Bock mehr aufeinander haben“, dennoch wolle er sich verändern. Der Nationalspieler war 1998 nach Berlin gekommen, wurde mit Alba fünfmal Meister und dreimal Pokalsieger. In 230 Spielen erzielte er 1575 Punkte. Wohin der 26jährige wechseln wird, ließ er noch offen. „Morgen wird es durch eine Pressemitteilung des Vereins bekannt gegeben“, erklärte er gestern. Nur soviel: Trotz etlicher Angebote aus dem Ausland werde er zu einem Klub in Deutschland wechseln. Köln? „Nein“, sagt Manager Stephan Baeck, „das würde unseren finanziellen Rahmen sprengen.“ Meister Bamberg? Das sei keine Thema, erklärt Manager Wolfgang Heyder.
Bleibt eigentlich nur Vizemeister Deutsche Bank Skyliners Frankfurt. Manager Gunnar Wöbke will weder dementieren noch bestätigen. „Solche Dinge werden bei uns über eine Pressemitteilung bekannt gegeben, vorher sagen wir dazu überhaupt nichts.“ Frankfurt und Garris - ein heißer Tip. Langsam nimmt der Kader von Henrik Rödl Gestalt an. Er baut stark um, wie schon im Vorjahr wird das neue Alba-Team auch diesmal ein stark verändertes Gesicht haben. Künftig werden neben Garris und Wright bekanntlich auch Szymon Szewczyk, Guido Grünheid und Justin Brown fehlen. Eine Weiterbeschäftigung von Gerald Brown und Tanel Tein scheint eher unwahrscheinlich. Noch nicht entschieden ist die Personalie Mithat Demirel. Alba-Vizepräsident Marco Baldi und der Spielmacher haben Gespräche geführt, eine Entscheidung fällt in Kürze. Vertragsverlängerungen hatte es bisher bei Robert Kulawick und Sascha Leutloff gegeben, Jovo Stanojevic, Martynas Mazeika und Matej Mamic hatten noch bestehende Kontrakte.
Samstag 23. Juli 2005 Dirk Nowitzkis Mentor in U-Haft
Die "Mainpost" meldet: Staatsanwalt nimmt Holger Geschwindners Vertrag mit Basketball-Profi unter die Lupe Würzburg - Holger Geschwindner sitzt in Untersuchungs-Haft: Der Mentor, persönliche Coach und Berater von Basketball-Ass Dirk Nowitzki steht unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung.
Am Dienstagmorgen hatten die Nowitzkis ein böses Erwachen: Ohne Vorwarnung standen um 8.30 Uhr sechs Beamte der Steuerfahndung Hof zur richterlich angeordneten Hausdurchsuchung vor ihrer Privat-Tür in Heidingsfeld. Dirk Nowitzki, Würzburgs bekanntester Sohn und derzeit auf Heimaturlaub, reagierte „geschockt“ auf den Vorgang, der ihn persönlich zwar nicht direkt betrifft, aber indirekt: Die Fahnder suchten nämlich nach Unterlagen gegen Holger Geschwindner. Das ist der Mann, der hinter dem Erfolg Dirk Nowitzkis in den Staaten steckt und dessen bedeutsamster Partner abseits der Familie ist.
Während der Basketball-Profi vorerst zu keiner Stellungnahme bereit war, äußerte sich seine Mutter Helga Nowitzki „sehr sehr betroffen: Wir halten zu Holger, glauben fest an ihn und gehen davon aus, dass der ausgesprochene Verdacht purer Schwachsinn ist“. Allein daran sieht man: Das Verhältnis zwischen Dirk Nowitzki und seinem Mentor Geschwindner ist ein sehr spezielles: „Holger ist eine ganz besondere Person für mich“, sagt Nowitzki über ihn. „Er ist irgendwie alles in einem: mein Manager, mein Mentor, mein Coach, mein Freund und manchmal ist er auch wie ein zweiter Vater. So einen Menschen trifft mal wohl nur einmal im Leben. “
Weil die Staatsanwaltschaft Hof vermutet, Geschwindner habe aus der Beziehung mit dem in den USA zum Millionär und Star gewordenen Würzburger nicht versteuerte finanzielle Vorteile gezogen, ermittelt sie gegen ihn. Bereits am Montag wurde er laut seinem Anwalt Dr. Dieter Hoffmann in seiner Wohnung im oberfränkischen Scheßlitz festgenommen und ein Durchsuchungsbeschluss präsentiert.
In diesem war lapidar und ohne detaillierte Ausführungen vom „Verdacht einer Steuerstraftat“ die Rede. Laut seinem Anwalt gibt es keine Ermittlungen gegen andere Personen als gegen Geschwindner – und auch die Beschuldigungen gegen ihn träfen „nie und nimmer“ zu, ist sich Hoffmann sicher. Gegen die Eröffnung eines Haftbefehls hatte der Verteidiger am Dienstag bei der Vorführung vor der Untersuchungsrichterin zunächst vergeblich protestiert.
„Die Staatsanwaltschaft hat wenig zu bieten“ Holger Geschwindners Anwalt Dr. Dieter Hoffmann Die Staatsanwaltschaft Hof bestätigte in einer Pressemitteilung am Freitag, dass sie „gegen Holger Geschwindner aus Scheßlitz ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung“ führe. Die Behörde des Leitenden Oberstaatsanwaltes Gehard Schmitt ist Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschafts- und Steuerdelikte für den gesamten Bereich Oberfranken.
„Am 18. Juli 2005 vollzogen Beamte der Staatsanwaltschaft und der Steuerfahndung richterlich angeordnete Durchsuchungsbeschlüsse,“ bestätigt man in Hof. „„Die Wahrung des Steuergeheimnisses verbietet weitere Auskünfte hinsichtlich der laufenden Ermittlungen.“ Nach Informationen dieser Zeitung drehen sich die Ermittlungen aber im Kern um einen Beteiligungs-Vertrag zwischen Nowitzki und Geschwindner von 1996, der ursprünglich laut Geschwindners Anwalt dazu diente, das damals junge Talent finanziell abzusichern. Heute ist das nicht mehr nötig.
Der Korbjäger der Dallas Mavericks erhält für sechs Spieljahre 90 Millionen Euro, dazu kommen Einnahmen aus Werbeverträgen. Wäre Geschwindner über besagten Vertrag daran beteiligt, stünde ihm demnach womöglich ein Teil des Geld-Kuchens zu – den er allerdings versteuern müsste. Sein Verteidiger bestreitet nicht die Existenz des Vertrages. Der Verteidiger betont allerdings, der Vertrag sei „nie aktiviert worden,“ es sei also nie Geld geflossen. Dies habe auch Dirk Nowitzki bestätigt. Über genaue Summen wollte der Jurist nicht sprechen, er dementierte jedoch nicht, dass es um einen siebenstelligen Betrag gehe. „Der Manager eines jugendlichen Millionärs muss das Geld natürlich verschleppt haben,“ interpretiert er die Sichtweise der Ermittler. „Die rein menschliche und freundschaftliche Seite dieses väterlichen Verhältnisses kann sich die Behörde nicht vorstellen.“ Geschwindners Anwalt betont: Wenn solche Zahlungen erfolgt wären, hätte Dirk sie steuermindernd verbuchen können, aber auch darauf gebe es keinen Hinweis. „Die Staatsanwaltschaft hat wenig zu bieten“, urteilt er und hofft, Geschwindner sei bald wieder frei.
Donnerstag 21. Juli 2005 Jusup: "Die Auswahl der Mannschaft ist das Wichtigste"
Aus der BASKETBALL-NEWS:
„Wer alles gibt, hat kein Problem mit mir”
Bonns neuer Coach Danijel Jusup über Ziele, Methoden und das Gespür für die richtige Einstellung
Eigentlich hatten sich die Verantwortlichen der Telekom Baskets Bonn darauf verständigt, bei der Trainersuche keine Hektik walten zu lassen – und dann ging wider Erwarten alles ganz schnell. Danijel Jusup heißt der Nachfolger von Predrag Krunic. Martin Fünkele traf den Kroaten und gewann erstaunliche Eindrücke.
Herr Jusup, können Sie sich erklären, warum die Telekom Baskets Bonn ausgerechnet Sie aus einem Bewerberpool von über 40 Kandidaten ausgewählt haben? Jusup: So genau weiß ich das auch nicht. Wahrscheinlich hat den Club mein Background überzeugt, aber mit Sicherheit kann ich das nicht sagen.
Waren Sie denn überrascht, dass Sie den Job bekommen haben? Jusup: Ehrlich gesagt, nein. Ich habe in Kroatien auf hohem Niveau gearbeitet, dazu in der Adria-Liga und in Polen. Nein, mich überrascht die Verpflichtung nicht.
Mussten Sie bei Ihrer Bewerbung gegenüber dem Bonner Management irgendwelche Versprechen abgeben? Jusup: Ich habe nichts versprochen. Ich kann nichts versprechen, wovon ich nicht sicher bin, dass ich es auch halten kann. Was ich verspreche ist, jeden Tag hart zu arbeiten und zu versuchen, einige deutsche Spieler zu entwickeln. Und natürlich ist unser Ziel, immer besser zu sein als der Gegner. Die Antwort auf die erste Frage könnte lauten: In Bonn sind alle sehr enttäuscht, dass sie letztes Jahr die Playoffs nicht erreicht haben. Ich setze mir selbst immer sehr hohe Ziele, das ist meine Ambition und vielleicht der Grund, warum ich jetzt in Bonn Trainer bin.
Was wussten Sie vor Ihrer Verpflichtung über die Telekom Baskets? Jusup: Ich wusste, dass einige Kroaten (Josipovic, Perica, Kelecevic, Anm. d. Red.) schon hier gespielt hatten und dass mit Bruno Socé auch schon ein Kroate Coach war. Außerdem habe ich die Baskets oft im DSF gesehen. Dass es hier sehr laute und engagierte Fans gibt, wusste ich auch – das ist wichtig. Aber das Wichtigste war, dass der Club sehr ambitioniert ist. Mehr muss ich nicht wissen. Haben die Aussicht auf eine neue Halle in Bonn und die damit verbundenen Möglichkeiten Ihre Entscheidung beeinflusst? Jusup: Wenn ein Club so lange dafür kämpft, eine eigene Halle zu bauen, dann hat er hohe Ziele. Das interessiert mich. An die neue Halle denke ich momentan aber nicht. Dafür haben wir viel zu viel Arbeit vor uns.
Was haben die Leute in Kroatien für ein Bild vom deutschen Basketball? Jusup: Da außer in Bonn in der BBL noch nicht viele Kroaten gespielt haben, wissen die Leute nicht sehr viel vom deutschen Basketball. Auch ich kenne in der BBL hauptsächlich die Ausländer, vom Niveau der deutschen Spieler weiß ich nicht besonders viel. Wer waren die Trainer, die Ihre Karriere am meisten beeinflusst haben? Jusup: Da gab es viele. Ich versuche, mich bei möglichst vielen Kollegen zu bedienen. Selbst wenn ich mir Trainingseinheiten in der dritten Liga anschaue, versuche ich etwas zu lernen.
Stört es Sie, dass mit Karsten Schul und Michael Koch in Bonn bereits zwei Assistenten auf der Bank saßen, bevor Sie verpflichtet wurden? Jusup: Normalerweise hätte ich meinen eigenen Assistenten mitgebracht, aber vielleicht ist das so ganz gut. Koch und Schul sind Deutsche, kennen sich in der BBL aus und können mir dadurch sehr helfen.
Was wollen Sie persönlich mit Bonn erreichen? Jusup: Mein erstes Ziel ist sehr kurzfristig: Ich will eine gute Mannschaft zusammenstellen. Ist das geschehen, kann ich das Saisonziel definieren – aber eins kann ich schon jetzt sagen: Es ist mir noch nie passiert, dass die Clubführung mehr erreichen wollte als ich. Meine Ansprüche an mich sind immer hoch . . .
Was heißt hoch im konkreten Fall? Mehr als 60 Prozent der Spiele zu gewinnen, die Play-offs zu erreichen . . .? Jusup: Schwer zu sagen. Meine Philosophie funktioniert nur schrittweise. Wenn ich jetzt schon darüber nachdenke, wie viele der 30 Saisonspiele ich gewinnen muss, klappt das nicht. Schritt für Schritt, so sehe ich das. Nach den neuen Regeln der BBL könnten Clubs theoretisch mit elf Amerikanern spielen. Haben Sie als Trainer mit osteuropäischem Background dabei einen Vor- oder Nachteil? Jusup: Es ist wichtig, dass den Trainern und Managern jetzt nicht mehr die Hände gebunden sind. Aber meiner Ansicht nach ist es genau so wichtig, dass die Fans und die Mannschaft gemeinsam wachsen. Das kann man aber nur ganz schwer erreichen, wenn das Team nur aus Ausländern besteht. Ich will einige deutsche Spieler finden, die ich entwickeln kann – und das Jahr für Jahr. In zwei, drei Jahren hat der Club so vielleicht bis zu sechs deutsche Spieler. Das ist eines meiner Ziele. Es ist dumm, jedes Jahr zwölf neue Ausländer zu bezahlen. Gleichzeitig ist es aber natürlich auch immer eine Frage, welches Spielermaterial man zur Verfügung hat. Da Bonn im FIBA-EuroCup spielt und dort nur zwei Nicht-EU-Spieler eingesetzt werden dürfen, haben Sie einen Nachteil gegenüber den anderen Mannschaften. Wie gehen Sie damit um? Jusup: Das ist ein kleines Problem, aber wir werden eine Lösung finden. Fair ist das nicht, aber warum sollte ich mich darüber beschweren? Ändern würde das nichts.
Ex-Baskets-Coach Bruno Socé, der den Ruf eines harten Hundes genießt, sagte, Sie seien noch härter als er. Hat er Recht? Jusup: Da müssen Sie schon ihn fragen, wie soll ich das beurteilen . . . ?
In Split hatten Sie zumindest kein Problem damit, die Spieler Damir Rancic und Hrvoje Peric zu suspendieren. Immerhin zwei der besseren kroatischen Talente. Das könnte man als hart bezeichnen, oder? Jusup: Wenn ich sehe, dass Spieler nicht ihr Bestes geben, kann ich schon mal zu harten Maßnahmen greifen. Bei mir kann jeder Fehler machen, aber wenn einer nicht kämpft . . . das mag ich nicht. Wer alles gibt, wird nie ein Problem mit mir haben. Aber wer etwas zurückhält, das rieche ich sofort. Als ich nach ein paar Monaten Peric wieder ins Team holte, hat er mir öffentlich für seine Suspendierung gedankt. Woran messen Sie den Erfolg eines Trainers: An gewonnenen Spielen oder der Anzahl von Spielern, die er hervorgebracht hat? Jusup: Beides. Das eine geht nicht ohne das andere. Aber ohne Erfolg kannst du niemanden entwickeln.
Angenommen, Sie haben 100 Euro für Ihre Mannschaft – wie würden Sie diese auf die einzelnen Positionen verteilen? Jusup: Ich mag diese Art von Fragen nicht. In Zadar war Marko Popovic zum Beispiel einer der billigsten und trotzdem einer der besten Spieler meiner Mannschaft. Manchmal findest du sehr gute Spieler für weniger Geld und manchmal bezahlst du viel Geld für Spieler, die dich enttäuschen. Generell gesehen, sollten die Positionen eins und fünf das meiste Geld verdienen. Ärgert es Sie, dass Sie nur einen Ein-Jahres-Vertrag in Bonn bekommen haben? Der Club möchte ja gerne etwas Neues aufbauen, und Ihre Interessen scheinen auch eher langfristig zu sein . . . Jusup: Mein Vertrag geht über zwei Jahre, wobei beide Seiten Anfang April 2006 die Möglichkeit zum Ausstieg haben. Auch wenn ich nur für ein Jahr unterschreibe, denke ich immer darüber hinaus. Wenn ich gehe, möchte ich immer etwas hinterlassen, mit dem mein Nachfolger etwas anfangen kann.
Wer außer Ihnen ist in die Spielersuche involviert? Jusup: Ich lasse mich von allen beraten: von den Assistenztrainern bis zum Management – je mehr Leute du fragst, um so mehr erfährst du. Aber am Ende entscheide ich.
Und wer nicht gegen Sie im Eins-gegen-Eins gewinnt, hat sowieso keine Chance . . . Jusup: Das habe ich schon immer gemacht. Auch gegen Jungs wie Marko Popovic oder Roko Ukic. Ich will spüren und riechen, wie die Spieler sich verhalten. Viele mögen das, wenn ein Trainer nicht nur auf der Bank sitzt, sondern auch spielen kann. Schließlich sind wir ein Team. Mit wem verhandeln Sie momentan? Jusup: Wir warten auf die Unterschrift von Oluoma Nnamaka. Wenn er für uns spielt, hat das direkten Einfluss auf alle Folge-Entscheidungen. Das ganze System hängt davon ab.
Hätten Sie versucht, Aleksandar Nadjfeji zu halten, wenn Sie früher in Bonn gewesen wären? Jusup: Ich weiß, dass er ein hervorragender Spieler ist, ich mag seinen Stil. Aber leider war er schon weg, als ich ankam. Eine schlechte Saison im Rücken und zukünftig weniger Budget, um es besser zu machen – was ist der Schlüssel zum Erfolg? Jusup: Die Auswahl der Mannschaft ist das Wichtigste, hier beginnt alles. Wir müssen eine Mannschaft mit großem Charakter formen. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir brauchen ein Team! Wenn uns das gelingt, werden wir erfolgreich sein. Schritt für Schritt.
VITA: Danijel Jusup Der 44-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Als Jugendlicher stand „Jupe“ mit der kroatischen Legende Drazan Petrovic im Team. Mit 31 Jahren coachte er seinen Heimatclub KK Zadar in der Euroleague. Es folgten Stationen in Zagreb (CRO), Wloclawek (POL) und Split (CRO). Seine größten Erfolge: Gewinn der Adria-Liga und kroatischer Pokalsieger. Jusup wurde zwei Mal „Kroatiens Trainer des Jahres“. Er gilt als harter, ehrgeiziger Coach, der junge Spieler entwickeln kann. In Split coachte er Roko-Leni Ukic, der vor kurzem einen Drei-Jahres-Vertrag bei den Toronto Raptors (NBA) unterschrieb.
Samstag 16. Juli 2005 Deutsche Spieler: Marktwert sinkt
Aus der BERLINER MORGENPOST Schwere Zeiten für Deutsche Am Beispiel von Albas Mithat Demirel zeigen sich die Auswirkungen der Marktöffnung im Basketball Die Meldung der Basketball-Bundesliga (BBL) kam schon am 28. Mai. „Die BBL hebt sämtliche Ausländerbeschränkungen ab sofort auf.“ Doch richtig deutlich werden die Folgen dieser Entscheidung erst jetzt. Denn die vollständige Freigabe hat erhebliche Konsequenzen vor allem für deutsche Spieler, ihre Verhandlungsposition auf dem Transfermarkt des Sommers 2005 hat sich verschlechtert.
Zogen sich die (Weiter-)Verpflichtungen der Internationalen bereits in den vergangenen Jahren sehr lange hin, gilt diese Verzögerung mittlerweile auch für aktuelle deutsche Nationalspieler. Albas Vizepräsident Marco Baldi prognostiziert: „Die BBL-Teams werden nächste Saison vielleicht noch internationaler zusammengesetzt, als sie es bisher schon waren.“
Albas Kapitän Mithat Demirel steht symbolisch für diesen neuen Trend. Als sein Vertrag 2003 - nach einer überragenden Spielzeit - auslief, verlängerte er diesen „fünf Tage nach dem Saisonende, ohne mit einem anderen Klub gesprochen zu haben. Ich habe damals alle Anfragen total abgeblockt.“ Das tut der seit dem 30. Juni Vertragslose zwar immer noch, weil er sich „nach dieser Saison so nicht verabschieden möchte“. Doch Alba zögert, seinen Vertrag zu verlängern - und das sicher nicht nur, weil die abgelaufenen beiden Spielzeiten weder für Demirel, der mehr verletzt als einsatzfähig war, noch für den erfolgsgewohnten Klub, der keinen Titel gewann, nach Wunsch verliefen. Am Mittwoch und gestern sprachen Klub und Spieler miteinander, die Entscheidung steht unmittelbar bevor.
Alba könnte Demirels Position nun mit einem Ausländer besetzen, der auch noch weniger verdient. Der Profi ist sich dessen bewußt: „Der Klub beobachtet den Markt. Als deutscher Spieler ist man da jetzt im Nachteil, weil die BBL als einzige Liga die Beschränkungen völlig aufgehoben hat.“ Für Baldi hat „Spielersichtung auch etwas mit guten Nerven zu tun. Nach der NBA-Summerleague werden viele Spieler frei, die vorher noch nicht auf dem Markt sind.“ Als Ergebnis der vergangenen zwei Jahre wolle man „sehr genau auf die Leistung des einzelnen achten. Aber wir haben mit Henrik Rödl einen Trainer, der allen sehr deutlich und konkret gesagt hat, was er von ihnen erwartet und womit sie rechen können und müssen.“
Was bei Demirel der Knackpunkt sein könnte. Denn der 27jährige Spielmacher („Henrik hat mir klar gesagt, was er vorhat“) ist sicher nicht mit ein paar Minuten Einsatzzeit zufrieden. Eigentlich hat er sogar den Anspruch, mehr als nur der Ersatzmann einer ausländischen Nummer eins auf seiner Position zu sein - konnte diesen zuletzt aber, wegen seiner Verletzungen, nicht untermauern. So arrangiert er sich mit der veränderten Situation: „Dieses Jahr dauert es eben etwas länger. Man muß versuchen, damit umzugehen und es akzeptieren.“
Mittwoch 13. Juli 2005 "Heiligtum" Clubname - nur im Fußball
Aus den POTSDAMER NACHRICHTEN:
Im Namen des Sponsors
Deutsche Bank Skyliners statt Opel Skyliners – was im Basketball erlaubt ist, ist in vielen anderen deutschen Sportarten nicht denkbar
Von Claus Vetter
Berlin - Beim sangesfreudigen Frankfurter Basketball-Anhang scheint vor allem eines gefragt: Flexibilität. Bislang sollten die Hessen ihren Klub als „Opel Skyliners“ anfeuern, doch vom 1. September an wäre das komisch. Von da an firmiert der Meisterschaftszweite unter dem Namen „Deutsche Bank Skyliners“. Schuld daran ist der neue Hauptsponsor. Bei fast allen Vereinen der Basketball-Bundesliga (BBL) ist so etwas inzwischen normal.
Die Vorteile eines verkauften Vereinsnamens seien groß, sagt Söhnke Preuss, Marketing-Manager der Liga. „Man hat enorm hohe Kontaktzahlen für die Sponsoren, schließlich taucht der Name in jeder Berichterstattung auf.“ Beim Meister GHP Bamberg singen die Fans aus Franken sogar „GHP“ – die Abkürzung einer Unternehmensgruppe für Marketing. „Das ist eingefleischt“, sagt Preuss, „der Sponsor bekommt einen hohen Gegenwert für sein Engagement.“ Negative Reaktionen gebe es nicht. Schließlich wüssten die Anhänger, dass ein Klub mit dem Sponsor im Namen eine bessere wirtschaftliche Basis hätte.
Der Kampf Wirtschaftlichkeit gegen Tradition ist im deutschen Basketball längst entschieden. In Österreich gehört das schon seit Jahren im professionellen Mannschaftssport zur Normalität. Dort heißt selbst der Traditionsfußballklub Austria Wien nun Austria Magna, keiner stört sich am sperrigen Namen wie „SCU Seidl Software“. Im deutschen Fußball ist so etwas undenkbar. Eine Umbenennung verbieten die Statuten der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Die Lizenzierungsordnung schreibt vor, dass beim Vereinsnamen „die Aufnahme eines Firmennamens als Zusatz unzulässig“ ist. „Der Klubname ist ein Heiligtum“, sagt DFL-Sprecher Tom Bender. Der Schaden, der bei Umbenennungen entstehe, sei hoch: „So ruiniere ich mir die eigene Marke.“ Und wie verhält sich das bei Bayer Leverkusen? „Die sind mit diesem Namen so gegründet worden“, sagt Bender, „das ist eine andere Geschichte.“
Der hartnäckigste Versuch, einen Klubnamen durch einen Sponsorennamen zu ersetzen, scheiterte am Deutschen Fußball-Bund. Likörfabrikant Günter Mast – von 1972 bis 1985 Sponsor und auch drei Jahre Präsident bei Eintracht Braunschweig – durfte den Verein nicht in „Jägermeister Braunschweig“ umbennen. Zuvor waren Umbenennungen noch lockerer gehandhabt worden. Mitte der Siebzigerjahre hieß der Traditionsklub Westfalia Herne schon mal Westfalia Goldin, nachdem ihn die Benzinfirma zum Aufstieg in die Zweite Liga gesponsert hatte. Doch in der Saison 1978/79 ging die Firma Goldin pleite – Herne stieg ab.
Andere Sportarten haben eine ähnlich zögerliche Haltung wie der Fußball. In der Handball-Bundesliga der Männer gibt es keinen Klub mit einem Sponsor im Vereinsnamen, in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nun einen: die Düsseldorfer EG heißt seit ein paar Jahren DEG Metro Stars. „Prinzipiell ist so etwas verboten bei uns“, sagt DEL-Geschäftsführer Tripcke. Allerdings bestünde „ein großes Wohlwollen“ von Seiten der Liga bei Anfragen. Nur gab es nach Düsseldorf keine, wohl weil die Vereine ihre Namen als Marke nicht so schnell aufgeben wollen.
Im Basketball gibt es derlei Bedenken nicht. „Es obliegt dem Klub, wie er mit seinem Namen umgeht“, sagt Marketing-Manager Preuss. Eine Umbenennung sei jederzeit möglich, auch mitten in der Saison. Jede Woche ein neuer Name gleich jede Woche ein neuer Schlachtruf auf den Rängen? So weit kommt es wohl nicht, denn ob „Opel“ oder „Deutsche Bank“ – die Frankfurter Fans wollen nur Skyliners rufen. So wie bisher.
Montag 11. Juli 2005 Flirten mit dem Publikum
Die Bonner Rundschau schreibt:
Von DOMINIK KORTUS
BONN. Den Begriff Casting verbinden die meisten Menschen sofort mit Fernsehformaten wie „Deutschland sucht den Superstar“, „Popstars“ oder „Star Search“. Überall lockt der schnelle Ruhm mit meist - siehe „Superstar" Daniel Küblböck - zweifelhaften Talenten. Wer jedoch mit diesem Wunsch am Samstag zum Cheerleader Casting der Telekom Baskets Bonn kam, merkte ziemlich schnell, dass dort andere Qualitäten gefragt waren. „Wir haben immer wieder Teilnehmer, die denken, hier entdeckt zu werden", beschreibt Michael Mager, Pressesprecher der Telekom Baskets Bonn, die teilweise falschen Vorstellungen der Teilnehmerinnen. „Denn hier geht es nur um den Sport und nicht ums Berühmtwerden." Insgesamt mehr als 30 Bewerberinnen konkurrieren im Fitnessstudio „B9" um die begehrten Plätze im Cheerleader-Team Baskets Dynamics.
Nach einer Aufwärmphase und dem Einstudieren einer Schrittkombination müssen die Bewerber diese dann einer vierköpfigen Jury vorführen, die über den Einzug in die nächste Runde entscheidet. Denn nur die Besten werden zu einem Vorbereitungsworkshop eingeladen, bei dem in den Sommerferien über die endgültige Zusammensetzung der Dynamics entschieden wird.
Werner Fuchs, Trainer der Dynamics und Jurymitglied, erklärt, worauf es ankommt: „Vor allem die Ausstrahlung ist wichtig. Es ist entscheidender, dass man mit dem Publikum flirten kann, als dass jeder Schritt hundertprozentig sitzt." In der Regel haben meist aber nur Teilnehmer Erfolg, die bereits Tanzerfahrung gesammelt haben. „Wer früher Ballett oder Jazzdance gemacht hat, ist durch die bessere Körperbeherrschung im Vorteil", meint Fuchs. „Wenn man dann noch technisch gut ist und diszipliniert arbeiten kann, hat man es schon fast geschafft.“
Davon nicht abschrecken lassen, hat sich die frisch gebackene Abiturientin Annika. Die 19-Jährige nimmt in diesem Jahr an der Ausscheidung teil: „Tanzerfahrung habe ich keine, für mich steht eher der Spaßfaktor im Vordergrund", erzählt sie. „Wenn ich genommen werde, ist das natürlich doppelt schön." Stellvertretend für alle Teilnehmerinnen ist Annika allerdings nicht, denn die typische Bewerberin, so Michael Mager, kann man nicht so einfach benennen. „Die Vorkenntnisse sind bei fast allen unterschiedlich. Aber entscheidend ist die Leistung, die sie hier bringen."
Genauso sieht es auch Trainer Fuchs: „Wir hatten schon Bewerbungen, bei denen wir gedacht haben, die müssen wir unbedingt einladen. Eine Erfolgsgarantie ist es trotzdem nicht " Auch Annika hofft noch, trotz ihrer fehlenden Erfahrung den Sprung zum Workshop zu schaffen. „Vielleicht achtet die Jury auch auf die Lernfähigkeit", hofft sie.
Diejenigen, die letztendlich im neuen Dynamics-Team dabei sein werden, sollen jedoch nicht nur die Fans der Baskets in der Hardtberghalle animieren. Mit dem neuen Sponsor T-Com werden sich auch die Aufgaben der Cheerleader verändern. Die „Botschafter der Baskets" sollen auch bei anderen Veranstaltungen präsent sein. Solche Einsatzmöglichkeiten wären beispielsweise der Empfang des T-Mobile-Radteams oder die Fußball-WM 2006. Die Unterstützung der Basketballer ist aber immer noch Hauptaufgabe des Teams. Deshalb wird das neu zusammengesetzte Cheerleaderteam ihren ersten Auftritt auch bei der offiziellen Mannschaftspräsentation der Baskets haben.
Annika wird jedoch nicht dabei sein. Sie hat es nicht geschafft.
Donnerstag 7. Juli 2005 Jusup: "Großer Vorteil, ein neues Team aufbauen zu können"
Aus der BONNER RUNDSCHAU:
"Spieler müssen in der Defense alles geben"
Seit drei Tagen hat Basketball-Bundesligist Telekom Baskets mit dem Kroaten Danijel Jusup einen neuen Cheftrainer. Mit dem 44-Jährigen sprach Holger Klein über dessen sportliche Ziele. Frage: Sie standen kurz vor der Verlängerung Ihres Vertrages in Split. Warum haben Sie das dortige Angebot nicht angenommen?
Jusup: Mir ist in der letzten Zeit klar geworden, dass ich noch einmal etwas anderes machen wollte, außerhalb von Kroatien. Ich kannte dort alles, die Teams, die Spieler, jeden Schiedsrichter. Ich wollte noch einmal in einem anderen Land tätig werden, hauptsächlich, um meinen eigenen Horizont zu erweitern.
Frage: Da kam Ihnen das Angebot der Baskets also gerade recht?
Jusup: Nun ja, ich hatte also beschlossen, mein Land zu verlassen, und in diesem Moment kam es mir sehr gelegen, dass die Telekom Baskets auf Trainersuche waren. Mein Agent hat mich bei einigen Teams angeboten, es kam zu Verhandlungen mit Bonn, und auf einmal war mit den Baskets alles in trockenen Tüchern.
Frage: Sie waren einer von, so war zu lesen, 45 Bewerbern. Warum haben gerade Sie den Zuschlag erhalten?
Jusup: Zunächst einmal bin ich natürlich sehr froh, dass ich den Job bekommen habe. Ich danke bereits jetzt dem Management für das entgegengebrachte Vertrauen. Für mich ist das Ganze eine große Herausforderung, der ich mich aber sehr gerne stelle. Es ist aber schwierig zu sagen, warum gerade ich den Posten bekommen habe. Vielleicht hat es aber damit zu tun, dass ich bereits in Zadar sehr viel mit Jugendspielern zusammengearbeitet habe, denn ich liebe es, insbesondere mit jungen Spielern zu trainieren. Dabei möchte ich ihnen helfen, Schritt für Schritt besser zu werden. Das möchte ich auch in Bonn tun.
Frage: Kein Störgefühl dabei, dass der Vertrag nur für die Laufzeit von einem Jahr gilt?
Jusup: Nein. Wir werden jetzt erst einmal dieses eine Jahr zusammenarbeiten und dann schauen, ob wir den Vertrag verlängern, schließlich besteht die Option auf mindestens ein weiteres Jahr. Doch schon dieses erste Jahr ist eine ganz besondere Herausforderung, schließlich könnte diese Saison die letzte vor dem Umzug in die neue Halle sein. Daran möchte ich natürlich teilhaben.
Frage: Welche Ziele haben Sie für die kommende Zeit mit den Baskets?
Jusup: Ich habe natürlich davon gehört, dass die Baskets zum ersten Mal in den letzten neun Jahren die Playoffs verpasst haben, doch werde ich jetzt nicht das Erreichen der Endrunde als großes Ziel postulieren. Ich denke Schritt für Schritt: Zunächst einmal muss ich mir ein Bild von der hiesigen Situation verschaffen, dann werde ich sorgfältig daran gehen, Spieler auszuwählen und das Team aufzubauen. Mein Ziel wird es dann sein, immer besser zu werden und möglichst viele Spiele zu gewinnen.
Frage: Wie sehen Sie die Tatsache, dass nur wenige Spieler aus dem alten Kader im Verein bleiben?
Jusup: Wissen Sie, ich sehe es auf der einen Seite als großen Vorteil an, praktisch ein neues Baskets-Team aufbauen zu können. Auf der anderen Seite weiß ich aber natürlich auch, dass dem Verein finanziell etwas die Hände gebunden sind, weil er definitiv weniger Geld zur Verfügung hat als in früheren Jahren. Umso wichtiger ist es, dass wir bei jeder Verpflichtung ganz genau hinschauen müssen, wenn wir daran gehen, das neue Team aufzubauen.
Frage: Voraussichtlich werden in Bonn Ausländerpositionen neu zu besetzen sein. Angenommen, Sie hätten dabei freie Hand: Wären Ihnen dann amerikanische Top-Spieler oder welche aus den ehemaligen jugoslawischen Staaten lieber?
Jusup: Für mich spielt die Nationalität eines Spielers eigentlich überhaupt keine Rolle. Viel wichtiger ist, dass er ins Team passt und damit die gesamte Mischung stimmt. Die Kompatibilität einer Mannschaft ist entscheidend, einer muss zum anderen passen. Entscheidend ist immer der Erfolg, mal helfen mehr Spieler dabei, mal weniger.
Frage: Wie würden Sie Ihre spezielle Basketball-Philosophie beschreiben?
Jusup: Ich vergleiche die Situation auf dem Spielfeld oft mit einem Bild aus der Wirtschaft: „Du kannst nicht mehr Geld ausgeben als du hast.“ Übertragen auf unseren Sport heißt das: Es ist sehr schwierig, ein Spiel zu gewinnen, wenn man viele einfache Körbe kassiert. Die Spieler müssen in der Defense alles geben, da bin ich sehr streng.
Frage: Wie würden Sie sich denn selber charakterisieren, als Mensch und als Trainer?
Jusup: Es fällt mir sehr schwer, mich selber zu beschreiben, ich denke, das können andere besser. Ich möchte aber betonen, dass ich während meiner gesamten Karriere ein gutes Verhältnis zu den Schiedsrichtern hatte und weniger als fünf technische Fouls erhalten habe.
Freitag 1. Juli 2005 Frankfurt sucht "Europa-Trainer"
DPA berichtet:
Skyliners-Manager Wöbke: „Suchen Trainer mit Europa-Erfahrung“
Gunnar Wöbke, der Manager des deutschen Basketball-Vizemeisters Opel Skyliners Frankfurt, hat den Weggang von Trainer Murat Didin bedauert, aber schon das Anforderungsprofil des künftigen Coaches beschrieben. „Wir suchen einen Trainer mit Erfahrung im europäischen Basketball. Er sollte die Qualität haben, sich mit uns auf ein höheres Niveau zu entwickeln“, sagte Wöbke am Donnerstag. Der 50-jährige Türke hatte seine Zelte am Main nach nur einer Saison abgebrochen und am Mittwoch einen Zweijahresvertrag bei beim türkischen Vizemeister Besiktas Istanbul unterschrieben.
Der Skyliners-Manager will sich in den nächsten Tagen mit Didin in Frankfurt/Main über die Modalitäten der Auflösung des eigentlich noch bis 2006 laufenden Vertrages unterhalten. Über Inhalte einer Option machte Wöbke keine detaillierten Angaben. Offen ist, ob Besiktas bereit sein wird, möglicherweise eine Entschädigung für Didin zu zahlen, der schon im März auf der Wunschliste der Türken stand.
Parallel zur Trainersuche macht sich der Skyliners-Manager schon Gedanken über die Zusammensetzung der Mannschaft für die am 14. Oktober beginnende neue Saison. „Das wird kein einfaches Puzzle. Aber mit dem neuen Hauptsponsor Deutsche Bank haben wir jetzt mehr Planungssicherheit“, sagte Wöbke. Fraglich ist, ob die von mehreren ausländischen Clubs umworbenen amerikanischen Leistungsträger Chris Williams und Tyrone Ellis gehalten werden können. Auch Kapitän Pascal Roller hat bei einem entsprechend lukrativen Angebot eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2007 laufenden Vertrag.
Freitag 1. Juli 2005 Hauptsponsor für Nürnberg
DPA berichtet:
Nürnbergs Basketballer starten mit neuem Namen in Bundesliga
Nach ihrem Aufstieg in die Bundesliga werden die Basketballer des RCE Falke Nürnberg unter einem neuen Namen antreten. Der Callcenter-Dienstleister Sellbytel Communication Group steige als Hauptsponsor bei dem Aufsteiger ein, teilte der Verein am Freitag mit. Das Team werde in der neuen Saison als Sellbytel Baskets Nürnberg antreten.
Mittwoch 29. Juni 2005 Frankfurt: Skyliners vor dem Umbruch?
Aus der FRANKFURTER RUNDSCHAU:
Didin zieht es zurück in die Heimat Der Basketball-Trainer der Opel Skyliners soll heute einen Vertrag in Istanbul unterschreiben, obwohl er gerne in Frankfurt bleiben würde VON SEBASTIAN GEHRMANN
Am Samstagabend hat der türkische Erfolgstrainer das Bad in der Menge genossen. Murat Didin, ein geselliger Zeitgenosse, volksnah, flachste und scherzte, schüttelte Hände, drückte Bekannte und Unbekannte, und wer immer den kurzgeschorenen Kauz auf der Saisonabschlussfeier der Opel Skyliners nach seiner Zukunft befragte, Didin gab bereitwillig Antwort. Das klang auf der Terrasse mit Blick auf den Nachthimmel über Frankfurt ungefähr so: „Ich liebe die Stadt, die Menschen und den Klub.“ Und: „Ich würde unglaublich gerne bleiben und hier etwas aufbauen.“ Aber: „Es kommt immer auf die Bedingungen an.“
Der Basketball-Trainer hat nie ein Geheimnis aus seinen Vorstellungen gemacht, nur wenn das Budget erhöht und Schlüsselspieler gehalten werden, so Didin, könne das aufstrebende Unternehmen im erlauchten Kreis der europäischen Branchenführer mithalten. Doch offensichtlich sind die Macher im Hintergrund nicht bereit oder in der Lage, entsprechende Summen zu investieren, und den Trainer zieht es zurück in seine Heimat.
Heute Mittag soll er beim türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschreiben. Das Angebot liegt bereits seit Monaten auf seinem Schreibtisch, die Summe, angeblich ein Dreifaches von seinem Gehalt bei den Skyliners, klingt zu verlockend, um dem aggressiven Werben zu widerstehen. Bereits gestern Mittag gab es ein weiteres Gespräch zwischen Funktionären und dem Trainer, jedoch keine Entscheidung. Heute Vormittag soll ein erneutes Treffen folgen, für 12.30 Uhr ist bereits eine Pressekonferenz angesetzt, bei der Didin seinen neuen Kontrakt unterzeichnen soll. „Das ist die Art der Türken, mich unter Druck zu setzen“, sagte Didin, der anscheinend noch immer auf ein Signal aus Frankfurt wartet.
Am Main soll bekanntlich eine der europäischen Topadressen in Sachen Basketball entstehen, den ehrgeizigen Plan hatte Skyliners-Manager Gunnar Wöbke bereits vor fünf Jahren formuliert. Eine Menge Geld wurde seitdem in die Infrastruktur und Nachwuchsprogramme investiert, Trainingsstätte und Geschäftsstelle gelten im kontinentalen Vergleich als vorbildlich. Nur sieht es momentan danach aus, als ob die Mannschaft, die im Vorjahr mit dem Gewinn der Meisterschaft für den bislang größten Erfolg in der noch jungen Klubhistorie sorgte und vor Wochenfrist nur um Haaresbreite an der Titelverteidigung vorbeischrammte, wichtige Säulen verlieren würde. Chris Williams liegen Angebote aus Italien und der Türkei vor, Tyrone Ellis steht auf der Wunschliste spanischer und italienischer Teams. Und bei einem entsprechenden Angebot aus dem Ausland könnte selbst Kapitän Pascal Roller, Aushängeschild und Werbeträger der Frankfurter, seine Zelte in der Bankenstadt abbrechen.
Wöbke hat stets gepredigt, den Fortbestand der GmbH nicht für kostspielige Angestellte zu riskieren. Spätestens seit dem Abgang von Meistertrainer Gordon Herbert im vergangenen Sommer ist bekannt, dass der Manager von seiner Philosophie nicht abweicht. Didin wurde ein Angebot unterbreitet, gestern Nacht sollte über dessen italienischen Agenten noch einmal nachverhandelt werden. „Jetzt liegt es am Klub, eine Lösung zu finden“, sagte Didin gestern, um abermals zu betonen, „dass Frankfurt meine erste Option ist.“ Nach dem verlorenen Finale gegen Bamberg war der Trainer entgegen anderen Plänen in Frankfurt geblieben, um zusammen mit dem Management an der Zukunft zu basteln. Doch es sieht nicht danach aus, als ob beide Seiten einen gemeinsamen Nenner finden würden. Verlässt Didin den Meisterschafts-Zweiten nach nur einem Jahr, könnte sich das auch auf die Zusammensetzung des Kaders, in dem Ibrahim Diarra verbleiben wird, auswirken. Spyro Panteliadis, der noch einen Vertrag bis 2006 besitzt (allerdings mit der Option, ihn seitens der Skyliners vorzeitig aufzulösen) hätte wieder größere Chancen zu bleiben, der abgewanderte Center Robert Maras könnte leichter zu einer Rückkehr zu bewegen sein.
Sonntag 26. Juni 2005 BBL 2005/06: Tritt Aufsteiger Nürnberg an?
Aus den NÜRNBERGER NACHRICHTEN:
Hilferuf ohne jegliches Echo: Falke-Basketballer suchen weiterhin Geldgeber für die 1. Liga
NÜRNBERG (Eig. Ber./tsch) — Kaum stand mit GHP Bamberg der neue Deutsche Basketballmeister fest, da flatterte gestern schon der Plan mit den ersten beiden Spieltagen der Saison 2005/2006 auf den Tisch. Danach werden die Bamberger die Runde am 14. Oktober mit der Auswärtspartie in Leverkusen beginnen, der RCE Falke Nürnberg soll an jenem Freitag bei Rhein-Energie Köln sein Debüt geben.
Allerdings ist das Fragezeichen, das hinter dem Aufsteiger steht, in den vergangenen drei Wochen eher noch dicker geworden. So lange ist es her, dass Manager Ralph Koczwara einen Hilferuf über die Nürnberger Medien aussandte, denn in dem für die Erstliga-Lizenz veranschlagten Etat von 850 000 Euro fehlten damals noch rund 300 000 Euro. Geholfen hat der Appell an die hiesigen Unternehmen wenig bis gar nichts, denn neue Geldgeber finden sich bislang nicht im Sponsorenpool. Im Gegenteil: Die bislang zugesagten Mittel haben sich durch den Absprung einiger Firmen sogar verringert. „Wir haben derzeit nur 400 000 Euro sicher“, sagt Koczwara, „das bedeutet, dass ich den Sprung in die Bundesliga nicht machen könnte.“ Zumal auch die Lizenz bei der Basketball-Liga (BBL) mit einer Kalkulation von 850 000 Euro beantragt worden sei.
„Freundliches Gespräch“
Koczwara hatte inzwischen zwar ein „sehr freundliches Gespräch“ mit Oberbürgermeister Ulrich Maly und dem für den Sport zuständigen Bürgermeister Horst Förther, bei dem ihm allerdings unmissverständlich klar gemacht wurde, dass es von Seiten der Stadtspitze keine Anweisung an teils städtische Unternehmen wie N-Ergie oder die Sparkasse geben werde, die Falke-Basketballer aus dem Werbetopf zu unterstützen. Koczwara hat inzwischen aus politischen Kreisen zudem mehrfach gehört, dass es zwischen CSU und SPD ohnehin eine Vereinbarung gebe, keine Mittel in den Profisport fließen zu lassen.
Ist also das Thema Bundesliga-Basketball in Nürnberg beendet, bevor es überhaupt begonnen hat? Koczwara und auch Trainer Stephan Harlander wollen bis Ende Juni auf jedenfalls noch „um jede Option kämpfen“. Während der Coach sogar mit einem Mini-Etat den Sprung in die Erstklassigkeit versuchen würde - wenn die BBL dies zulässt - sieht allerdings der Manager darin keinen Sinn. „Wenn wir dann nur noch verlieren, müssten wir uns wahrscheinlich auch noch anhören, dass wir ja ohnehin zu schlecht für die erste Liga sind“, sagt Koczwara. Eine Möglichkeit ist weiterhin, das Aufstiegsrecht zu veräußern, möglicherweise sogar ins Ausland nach Luxemburg. Das allerdings wäre der letzte Schritt. „Ich kann nur immer wieder betonen, dass wir in Nürnberg bleiben wollen“, sagt Koczwara, „aber wir müssen es uns auch leisten können.“
Freitag 24. Juni 2005 Bamberg auf Wolke sieben: Meisterschaft, Hallenausbau, Euroleague
SID berichtet:
Finalsieg gegen Frankfurt: Über 10.000 Fans feiern den ersten Titel
Im Bamberger Forum spritzten Sekt und Bier, auf dem Max-Platz in der Innenstadt jubelten über 10.000 Fans, und noch in der Nacht setzten zwei einheimische Steinmetze den Siegern ein Denkmal: Nach dem 68:64 (37:24) im entscheidenden fünften Playoff-Finalspiel gegen Titelverteidiger Skyliners Frankfurt stand die selbst ernannte „Freak City“ Kopf und feierte die erste deutsche Basketball-Meisterschaft des GHP Bamberg wie einen Olympiasieg.
„Sensationell, einfach unglaublich, Wahnsinn! Das wird sicher die verrückteste Nacht in der Geschichte dieser Stadt. Ich werde jetzt drei Tage durchfeiern“, erklärte Trainer Dirk Bauermann. Kurz zuvor hatte Center Chris Ensminger die unhandliche Siegertrophäe nach zwei Vize-Meisterschaften in Folge endlich den völlig enthemmten 4.750 Zuschauern in der „Frankenhölle“ präsentiert. Während die Spieler – in frisch beflockte Meister-Trikots („Sag einfach Meister zu mir“) gekleidet – ihren Erfolg bereits mit Siegerzigarren in vollen Zügen genossen, dachte ihr Trainer schon an die Zukunft. „Die Meisterschaft ist Triumph und Verpflichtung zugleich“, sagte Bauermann: „Keiner darf sich zurücklehnen. Dann gilt es, neue Visionen zu entwickeln. Das muss für uns Europa sein und das Ziel, uns dauerhaft unter den besten Vier in Deutschland zu etablieren.“
Um dieses Ziel zu erreichen, wird ein erneuter Kraftakt nötig sein. Mit offiziell 2,5 Millionen Euro beläuft sich der Bamberger Spieler-Etat auf gerade mal die Hälfte dessen, was Branchenprimus Alba Berlin zur Verfügung hat. Bauermann weiß, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass der David aus der Kleinstadt den Goliaths aus Berlin, Frankfurt und Köln eine lange Nase zeigt. „Bis auf Spielmacher Steffen Hamann und Mike Nahar haben alle Leistungsträger einen Vertrag für die neue Serie“, sagt Präsident Hannes Kemmer. Will Bamberg in der Euroleague bestehen, müssen Hamann und Nahar gehalten werden – und Verstärkungen her, so Bauermann. „Bei Hamann ist der Verein auf einem guten Weg. Er wäre dumm, wenn er gehen würde“, meint Bauermann, und Hamann selbst gibt an, alles dafür tun zu wollen, um in seiner fränkischen Heimat zu bleiben.
Auch im Umfeld tut sich etwas: Mit dem bereits beschlossenen Ausbau des Forums auf knapp 7.000 Plätze erschließt der Klub weitere wichtige Einnahmequellen. „Unser Markt für die Zukunft sind die Zuschauer“, weiß Manager Wolfgang Heyder, schließlich sind Sponsoren im strukturschwachen Oberfranken rar. Die mit dem ersten Titel in 50 Jahren Bamberger Basketball-Geschichte noch verstärkte Euphorie soll sich mit Hilfe der fanatischen Fans zu einem Boom auswachsen. Bereits jetzt sei es ohnehin schon nicht mehr möglich, „sich über etwas anderes als Basketball zu unterhalten“, meint Kemmer. Vor allem Bauermann habe daran großen Anteil. Vor dreieinhalb Jahren kam der Erfolgscoach nach Bamberg und formte aus einem provinziellen Abstiegskandidaten nach zwei Vize-Titeln den neuen Meister. „Er ist der beste Trainer Europas“, schwärmte Hamann. Die Fans malten ein Plakat, das ein gekröntes Porträt Bauermanns ziert.
Der Trainer selbst lobte den leidenschaftlichen Einsatz aller Beteiligten, ehe er sich mit Skyliners-Coach Murat Didin versöhnte. Dem „Handshake“ folgte eine derart herzliche Umarmung, als hätten die verbalen Attacken der vergangenen Tage nie stattgefunden. „Ich muss Frankfurt meinen höchsten Respekt zollen. Die Serie hatte keinen Verlierer verdient“, sagte Bauermann. Sein demonstrativ gut gelauntes Gegenüber sah das wohl ähnlich. Breit grinsend und in putzigem Englisch gratulierte Didin dem GHP – wohl wissend, dass er den Spieß schon in der kommenden Saison wieder umdrehen kann. Frankfurt bekommt einen neuen Hauptsponsor (Deutsche Bank) und so einen finanziellen Vorsprung gegenüber der fränkischen Konkurrenz. Er sei stolz auf seine Mannschaft, bekannte Didin: „Frankfurt ist meine zweite Heimatstadt geworden. Ob ich bleibe, entscheidet sich aber erst Ende der Woche.“
Dienstag 21. Juni 2005 Endlich angekommen: die Skyliners in der Banker-City
Aus dem TAGESSPIEGEL (Berlin).
Die Deutsche Bank geht jetzt mit ganzer Leidenschaft auf ihre Kunden zu. Erst schickt sie ihren Chef zur Charmeoffensive in eine Talkshow. Und jetzt kauft sie – nein, keine Bank – einen Sportverein. Als künftiger Sponsor des amtierenden deutschen Basketballmeisters aus Frankfurt hat die Bank das Namensrecht des Vereins erworben. Ab September heißen die „Opel Skyliners“ – die im Playoff-Finale der Basketball-Bundesliga derzeit hinten liegen – deshalb „Deutsche Bank Skyliners“. Der Vertrag umfasst auch die Trikot-Werbung. Da würde sich doch Ackermanns Victory-Zeichen auf den Trikots prima machen. dro
Samstag 18. Juni 2005 Duell der Taktiker
"Die Welt" schreibt:
Wie die Basketballtrainer von Frankfurt und Bamberg im Finale tricksen von Andreas Wagner
Frankfurt/Main - Es waren noch eineinhalb Minuten zu spielen im zweiten Finale um die Deutsche Meisterschaft in Frankfurt zwischen den Opel Skyliners und GHP Bamberg, die Gastgeber führten komfortabel mit 17 Punkten Vorsprung. Gerade wollte Trainer Murat Didin für Frankfurt Miroslav Todic einwechseln, dann blickte er zu seinem Gegenüber Dirk Bauermann. Der schaute zurück - und Didin schickte Todic wieder zurück auf die Bank.
Erst als Bauermann 30 Sekunden später seine Reserve aufs Parkett beorderte, durfte Todic auch mitmachen. Die Skyliners gewannen mit 73:54 und glichen damit zum 1:1 in der Best-of-five-Serie aus. Morgen (15.30 Uhr, Premiere live) findet die dritte Partie in Bamberg statt - und mit ihr die Fortsetzung im Taktikduell zwischen zwei der vielleicht besten Trainer, die je in der Basketball-Bundesliga gearbeitet haben.
Wer Didin und Bauermann bei den Finals beobachtet, dem wird klar, warum beide zu Recht als "Trainerfüchse" bezeichnet werden: All ihre Maßnahmen haben entweder das Ziel, den anderen zu überraschen oder auf die Überraschungen des anderen zu reagieren. "Wir kennen uns sehr gut", sagt Bauermann, der über Didin gern als "mein Freund" spricht. Viele Experten bezeichnen das Duell beider Teams als "Schachspiel auf Parkett".
Zuweilen scheint die Taktik tatsächlich aus der Denksportart übernommen. Etwa wenn Didin seine dritte Reihe von Anfang an spielen läßt, um die gegnerischen Center in Bedrängnis zu nehmen. Oder wenn Bauermann daraufhin eine Aufstellung mit kleineren Spielern wählt, um die großen Frankfurter mit Distanzwürfen zu überrumpeln.
Doch auch die Aktionen an spielfreien Tagen zeichnen die Trainer aus. Dann sind sie zunehmend als Motivationskünstler gefragt. Didin etwa versucht dieser Tage, seinen Spielern einzutrichtern, der Heimvorteil spiele überhaupt keine Rolle. "Alba Berlin hat 25 Heimspiele in Folge gewonnen", sagt der 50jährige, "und dann haben wir sie zweimal in Berlin besiegt. ZSKA Moskau hat das ganze Jahr nicht verloren, dann aber das Halbfinale der Europaliga." Hintergrund für derartige Sprüche: Frankfurt muß mindestens einmal in Bamberg gewinnen, um den Titel zu verteidigen.
Ligaweit kann es in puncto Taktik und Raffinesse wohl kaum ein Kollege mit Bauermann und Didin aufnehmen. So ist die Strategie der beiden Vereine aufgegangen, in vergleichsweise teure Trainer zu investieren - im Gegensatz zu Alba Berlin und RheinEnergie Köln, die auf kostengünstigere deutsche Übungsleiter setzten und ihre Saisonziele teils deutlich verfehlten.
Die Bamberger Verantwortlichen atmeten deshalb durch, als Bauermann, der gleichzeitig als deutscher Bundestrainer arbeitet, seinen Vertrag vorzeitig bis 2008 verlängerte. Und auch Frankfurt möchte mit Didin verlängern, obwohl das Geld nach dem angekündigten Aus des Sponsors Opel knapp ist.
Donnerstag 16. Juni 2005 Neuer Anlauf in Würzburg
DPA meldet:
Nach TSK-Insolvenz: 2. Liga in Würzburg
Trotz der Insolvenz des Basketball- Bundesligisten TSK Würzburg soll es in Mainfranken weiterhin hochklassigen Basketball geben. Der Verein Player Development Programm e.V. (PDP) hat die Spielberechtigung für die 2. Liga vom insolventen TSK erworben und am Donnerstag in Würzburg sein Konzept vorgestellt. Demnach wollen die Verantwortlichen mit jungen Spielern aus der Region in die 2. Liga starten. „Wir fangen da an, wo wir schon vor zehn Jahren einmal waren“, sagte PDP-Vorsitzender Nicolas Wucherer, der als Spieler mit TSK 1998 in 1. Liga aufgestiegen war. Genau wie vor der Bundesliga-Zeit des TSK plane man mit jungen Spielern „mittelfristig“ den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Mit dem neuen Zweitligisten wolle man Talente aus der Region fördern und ihnen eine Plattform geben, hieß es auf der Pressekonferenz heute.
Für den neuen Verein engagiert sich auch Holger Geschwindner, Mentor des aus Würzburg stammenden NBA-Stars Dirk Nowitzki. Geschwindner soll sich um die Spielerausbildung kümmern. Zunächst muss für den künftigen Zweitligisten aber noch ein Trainer gefunden werden, der anschließend das sportliche Konzept ausfeilen und die Mannschaft aufbauen soll. Favorit auf den Trainerposten ist Klaus Perneker, der 1998 Würzburg in die erste Liga führte und derzeit als Lehrer arbeitet
Donnerstag 9. Juni 2005 Simon unterschreibt in Leuven
Balazs Simon wird in der nächsten Saison nicht mehr im Dress der Telekom Baskets Bonn auflaufen. Der 25jährige ungarische Guard unterschrieb einen einen Vertrag beim belgischen Erstligisten Passe Partout Groot Leuven.
Mittwoch 8. Juni 2005 Frankfurt und Bamberg ziehen ins BBL-Finale ein
(sid) Im Kampf um die deutsche Basketball-Meisterschaft stehen Titelverteidiger Opel Skyliners Frankfurt und GHP Bamberg als Final-Teilnehmer fest. Der Meister aus Frankfurt setzte sich im vierten Spiel der Halbfinal-Play-offs 70:68 (34:32) gegen den siebenmaligen Champion Alba Berlin durch und konnte damit die "Best of five"-Serie mit 3:1 gewinnen. Ebenfalls mit 3:1 entschied Bamberg die Serie gegen die Gießen 46ers nach einem 88:56 (52:17)-Auswärtserfolg im vierten Vergleich für sich. Das erste Endspiel findet am Sonntag in Bamberg statt.
Vor 4820 Zuschauern in der Ballsporthalle erwischten die Gastgeber den besseren Start und führten nach dem ersten Viertel 16:11. Vor allem die gute Verteidigung der Frankfurter machte den Berlinern zu schaffen. Alba musste sich im ersten Durchgang mit einer Trefferquote von lediglich 25 Prozent zufrieden geben. Dagegen trafen die Frankfurter die Hälfte ihrer Würfe.
Berliner kämpften sich zurück
Im zweiten Viertel deutete sich sogar ein Debakel für die Berliner an. Es dauerte exakt fünf Minuten bis die "Albatrosse" ihre ersten Punkten erzielen konnten. Zwischenzeitlich lag das Team aus der Hauptstadt schon mit 19 Punkten im Rückstand. Bis zur Pause kämpften sich die Berliner in die Partie zurück und verkürzten auf 32:34.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine von beiden Seiten verbissen geführte Begegnung. Nach dem dritten Viertel führten die Frankfurter 57:51. Im letzten Abschnitt waren die Hessen dann das glücklichere Team.
Williams erzielt 21 Punkte
Beste Werfer auf Seiten der Gastgeber waren Chris Williams (21 Punkte), Tyrone Ellis (20) und Kapitän Pascal Roller (15). Bei den Berlinern waren Jovo Stanojevic (16), Martynas Mazeika (11) und Stefano Garris (11) am treffsichersten.
Bamberg stellte die Weichen vor 3150 Zuschauern in Gießen bereits vor der Pause auf Sieg und führten nach zwei Vierteln sensationell deutlich mit 52:17
Dienstag 31. Mai 2005 Stadt Bonn: Hü und Hott bei der Multifunktionalität
Aus dem GENERAL-ANZEIGER:
Das Hü und Hott in Sachen Multifunktionshalle
Stadt Bonn verfolgt jetzt das Gegenteil früherer Pläne
Von Rolf Kleinfeld
Bonn. Manchmal ändern sich Meinungen um 180 Grad. Ein Beispiel dafür ist die Planung für das Internationale Kongresszentrum im Bundesviertel Bonn (IKBB), das sich vom Konzept und der Bauweise her ganz auf Kongresse spezialisieren und kein multifunktionaler Ort für Veranstaltungen jeder Art werden soll.
Aber während Experte Michel Maugé keine Zukunft mehr sieht für Hallen, die als "eierlegende Wollmilchsau" konzipiert sind, war das vor wenigen Jahren noch ganz anders. Da wurde die Multifunktionalität als Nonplusultra gelobt, um die Defizite solcher Hallen zu senken.
Dafür hatte die Stadt vor fünf Jahren extra ein 20 000 Euro teures Gutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Die Unternehmensberatung Plaut bescheinigte, der Ausbau des IKBB mit einer Multifunktionshalle habe positive Auswirkung auf die Ertragslage, also auf die spätere Betriebsbilanz. Auch wenn die Halle dafür um etliche Millionen teurer in der Anschaffung sei.
Der schöne Traum, unter einem Dach UN-Kongresse, Messen, Parteitage, Aktionärsversammlungen, Konzerte und Spiele der Telekom-Baskets haben zu können, wurde nach der Plaut-Studie noch eine ganze Weile geträumt. Der Bedarf sei vorhanden, lobte die Stadtverwaltung.
Angesichts der besseren Auslastung als bei einer reinen Kongresshalle warb im Jahre 2000 auch Bärbel Dieckmann noch vehement für die Multifunktionshalle: "Dann haben wir die Möglichkeit, am Schluss mit Plus-Minus-Null rauszukommen."
Jetzt verfolgt die Stadt die gegenteilige Meinung. Ein Mischbetrieb sei mit den Anforderungen für UN und Kongresse nicht vereinbar, das fange bei der Akustik an, sagte Experte Michel Maugé in der vergangenen Woche bei der Anhörung zum Hallenkonzept. Konzerte seien keine rentablen Veranstaltungen, der meiste Umsatz werde durch Kongresse mit mehr als 1 000 Besuchern gemacht.
Das Hü und Hott in Sachen Meinungsbildung versucht der städtische Co-Dezernent Guido Kahlen aufzuklären. "Wir haben eine Zeitlang versucht, die Baskets-Halle in das Projekt zu integrieren, das hat uns ein Jahr gekostet." Die Multifunktions-Idee habe man aufgegeben, als klar wurde, dass kurzfristige Spieltermine der Baskets mit langfristigen Buchungen für Kongresse nicht vereinbar seien. Kahlen: "Die Terminverlässlichkeit war in der Praxis der größte Hemmschuh."
Der Co-Dezernent betont, in der Ausschreibung für das IKBB sei die Multifunktionalität weder gefordert noch ausgeschlossen worden. Keiner der Entwürfe sei darauf eingestiegen - wohl auch wegen der Mehrkosten beim Bauen.
Dass die Zeiten der Multifunktionalität vorbei sind und das Plaut-Gutachten mittlerweile inhaltlich überholt ist, zeigt auch ein Blick auf die großen Fußballstadien der Bundesliga: Jeder Verein, der etwas auf sich hält, baute reinrassige Fußball-Arenen und hat sich vom Multifunktions-Stadion mit Laufbahn längst verabschiedet.
Teure Sanierung
Um das Hallenkonzept und die bauliche Verbesserung der Beethovenhalle geht es bei einer Sondersitzung des Kultur- und des Wirtschaftsausschusses am Mittwoch, 8. Juni (ab 17 Uhr, Beethovenhalle).
Laut Stadt sind rund 1,9 Millionen Euro notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Beethovenhalle zu verbessern. Geplant ist, die Sanitäranlagen in den Solistenzimmern zu sanieren, die Orchesterbestuhlung zu erneuern sowie den Schallschutz und die Akustik im Großen Saal zu verbessern.
Montag 30. Mai 2005 Skyliners entzaubern Alba - Bamberg schlägt 46ers
Die FAZ schreibt:
29. Mai 2005 In meisterlicher Manier ist Titelverteidiger Opel Skyliners Frankfurt ins Halbfinale um die deutsche Basketball-Meisterschaft gestartet. Mit dem auch in der Höhe überraschenden 80:64-Erfolg bei ihrem Titelvorgänger Alba Berlin fügten die Hessen den Berlinern die erste Bundesliga-Heimniederlage der Saison nach 17 Heimsiegen zu, nahmen den „Albatrossen” in der Playoff-Serie „best of five” den Heimvorteil und gingen mit 1:0 in Führung.
Im zweiten Halbfinalspiel wurde Vizemeister GHP Bamberg beim 74:67 über Köln-Bezwinger Gießen 46ers seiner Favoritenrolle gerecht. Die zweiten Spiele finden am Donnerstag in Frankfurt (18.45 Uhr) und Gießen (20.45 Uhr) statt.
Blitzstart reichte „Albatrossen” nicht
„So etwas darf nicht passieren. Wir haben schlecht verteidigt, während Frankfurt sehr gut gespielt hat”, meinte der tief enttäuschte Alba-Kapitän Mithat Demirel nach dem peinlichen Debakel, bei dem die Gastgeber vor 6060 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle vom Meister phasenweise vorgeführt wurden. Dabei legte das Team von Trainer Henrik Rödl einen Blitzstart hin und führte nach vier Minuten mit 13:4. Doch damit hatten die „Albatrosse” ihr Pulver schon verschossen und gerieten in der Folge völlig von der Rolle.
Vor allem gegen das vom Frankfurter Coach Murat Didin als „Bermuda-Dreieck” bezeichnete Trio Pascal Roller (23 Punkte), Tyrone Ellis (21) und Chris Williams (20), das 64 der 80 Frankfurter Punkte erzielte, hatten die Berliner kein Rezept. „Wir waren in der Offensive viel zu verkrampft und hatten überhaupt kein Mittel gegen Roller, der sensationell und vielleicht eine seiner perfektesten Halbzeiten gespielt hat”, sagte Rödl über den Skyliners-Spielmacher.
Roller: Das war eine tolle Teamleistung
Der nur 1,80 Meter große Roller, der das Duell mit seinem Nationalmannschafts-Kollegen Demirel um Längen gewann, hatte vor der Pause keinen Fehlwurf zu verzeichnen und erzielte drei seiner vier Drei-Punkte-Würfe vom 21:21 zur vorentscheidenden 30:23-Führung. Nach dem 61:45 am Ende des dritten Viertels hatten die Frankfurter beim 73:52 (34.) die Berliner am Rand eines noch größeren Desasters.
„Wahnsinn, daß es uns gelungen ist, Berlin den Heimvorteil zu stehlen. Das war eine tolle Teamleistung”, freute sich Roller über den gelungenen Coup des bärenstark auftrumpfenden Meisters. „Der Schlüssel zum Erfolg war unsere sehr gute Defensive”, meinte der Frankfurts Coach Didin nach der taktischen Meisterleistung. Mit einer „kleinen Aufstellung” und hautnaher Deckung verhinderten die Hessen erfolgreich das gefürchtete Tempospiel der Berliner, die in Gerald Brown (14), Jovo Stanojevic (11) und Szymon Szewczyk (10) ihre besten Werfer hatten.
Diesmal kein Happy End für Gießen
Vor 4750 Zuschauern im ausverkauften Bamberger Forum hatten auch die Franken einen gelungenen Start, führten nach sechs Minuten mit 12:4, um dann jedoch ihren Rhythmus zu verlieren. Getragen von der Euphorie ihres Überraschungscoups über Cupsieger RheinEnergie Köln im Viertelfinale boten die Gießener wieder eine starke kämpferische Leistung - aber ohne Happy End.
Beim 42:40 gingen die Hessen zwar erstmals in Führung, doch die Bamberger, die Gießens Playoff-Topcorer Chuck Eidson (14) erfolgreich aus dem Spiel nahmen, kamen zurück und noch zu ihrem dritten Saisonsieg gegen die Hessen. Der überragende Chris Ensminger (21/17 Rebounds) bei Bamberg und Gerrit Terdenge (16) bei Gießen waren die besten Werfer.
Montag 30. Mai 2005 "Es wird weiter einen Basketball-Bundesligisten in Köln geben"
Die taz schreibt:
Die gute Nachricht in der schlechten
Basketball-Bundesligist RheinErnergie Köln scheitert überraschend im Playoff-Viertelfinale. Trainer Armin Endres kündigt Rücktritt an. Immerhin ist die Zukunft des Bundesligisten bis zum Jahr 2006 finanziell abgesichert
KÖLN taz Wenigstens eine gute Nachricht konnte Walter Pütz in diesen Tagen verkünden. "Es wird weiter einen Basketball-Bundesligisten in Köln geben", sagte der Geschäftsführer von RheinEnergie Köln. Bis zum Jahr 2006 läuft der Vertrag mit dem Hauptsponsor, bald soll über eine Verlängerung verhandelt werden - trotz allem. Die jüngste Blamage, die sich die Kölner Basketballer geleistet haben, muss zuvor aufgearbeitet werden. RheinEnergie, mit einem Jahresetat von 3,5 Millionen Euro nach Alba Berlin zweitreichstes Team der Liga, ist zum dritten Mal in Folge im Playoff-Viertelfinale gescheitert. Die Gießen 46er, die mit 1,5 Millionen im Jahr wirtschaften können, waren diesmal zu stark für die Rheinländer. Im entscheidenden fünften Spiel der Viertelfinalserie kassierten sie im heimischen Zirkuszelt Energy Dome am Donnerstagabend ein verdientes 69:78.
"Eine Katastrophe, das hatten wir nicht auf dem Plan", gab Pütz zu. Die Kölner wollten Meister werden, das hatten sie vor der Saison üblich großspurig angekündigt. Trösten konnte sie auch nicht mehr der Mitte Mai errungene Pokalsieg. Trainer Armin Andres, der im Sommer nach Köln gekommen war, sprach gar von negativen Auswirkungen des Cup-Gewinns. "Nach dem Pokalsieg konnte ich meine Mannschaft nicht mehr einfangen, da war bei jedem eine kleine Sättigung da. Und das ist tödlich." Gießen präsentierte sich als Antithese. Die Profis vom Traditionsklub aus Hessen beeindruckten durch beherztes Auftreten. Die Kölner Star-Ansammlung war dagegen kein Team. Erschütternd waren die Auftritte des ehemaligen NBA-Spielers Bill Edwards, der sich für die Defense nicht zuständig fühlte und - mit viel Coolness - immer wieder die Werbebande anspielte.
Einzelne Spieler wollte Andres nicht angreifen, der Trainer sei verantwortlich für das Debakel, stellte der 46-Jährige fest. Bei aller Selbstkritik hat Andres jedoch auch eine persönliche Meinung zu den Umständen des Scheiterns: "Ich bin eher für langfristige Konzepte, die gibt es in Köln nicht. Hier haben Aufsichtsrats-Chef Herbert Zimmer als Geldgeber und Geschäftsführer Walter Pütz das Sagen. Sie können mit Geld keine Titel kaufen und jedes Jahr, wenn es wieder nicht geklappt hat, alle Spieler rauswerfen und einen neuen Trainer holen. Die können auch im nächsten Jahr keinen Titel kaufen." In der Tat verfuhren die Kölner Manager in den vergangenen vier Jahren, seitdem der Klub 2001 mit der Lizenz von Rhöndorf aus der Regionalliga gleich in die Bundesliga aufgestiegen war, ungefähr in der von Andres beschriebenen Art. Größter Erfolg war die Finalteilnahme 2002 - unter Anleitung des jugoslawischen Trainer-Gurus Svetislav Pesic. Während Pesic den Klub verließ, um in Barcelona mehr Geld zu verdienen, wurden seine Nachfolger Stephan Baeck (inzwischen Kölner Sportmanager) und Milan Minic jeweils ihres Amtes enthoben.
Andres kam seiner Entlassung nun bevor, indem er klarstellte, dass er kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit habe. "Ich hatte eine Option, dass man im Januar meinen Einjahres-Vertrag verlängern konnte. Doch keiner hat mit mir je gesprochen. Das ist sehr enttäuschend", klagte er. Seltsam, warum die Kölner Klubführung die Option damals nicht zog. RheinEnergie war Tabellenführer. "Es gebietet der Anstand, dass man wenigstens mit mir redet. Jetzt ist das Vertrauen weg", sagte Andres.
In der nächsten Saison ist Köln nicht für den europäischen Uleb-Cup qualifiziert, die Sponsorengelder werden magerer ausfallen. Seine Großspurigkeit fand Pütz trotzdem schnell wieder: "Wir treten im nächsten Jahr wieder an, um Meister zu werden", verkündete er. Voraussichtlich mit neuem Trainer.
CHRISTIANE MITATSELIS
Samstag 28. Mai 2005 Brutaler Absturz
Der Kölner Stadtanzeiger schreibt:
Coach Armin Andres verlässt vermutlich den Klub, Sasa Obradovic steht vor dem Ende seiner Karriere.
VON LARS RICHTER Köln - Die Tränen konnte Sasa Obradovic nicht zurückhalten, das Gesicht verbarg der Kapitän von RheinEnergie Köln hinter seinen Händen, einige Male klopfte er sich ungläubig an den kahl geschorenen Kopf. Der 36-jährige Welt-und Europameister hat am Donnerstagabend das voraussichtlich letzte Match seiner großen Karriere bestritten, es endete mit einem brutalen Absturz. Der hoch favorisierte Pokalsieger musste sich im fünften Viertelfinale der Basketball-Bundesliga den Gießen 46ers mit 69:78 geschlagen geben, was niemand für möglich gehalten hatte, war plötzlich Realität. Die etwa 1000 aus Hessen angereisten Fans legten alle Hemmungen ab und verwandelten die Halle am Girlitzweg spontan in ihr persönliches Festzelt. „Man sollte im Moment der Enttäuschung natürlich nicht voreilig sein“, sagte Obradovic, „aber ich denke, dass war mein letztes Spiel als Profi.“
Im Gegensatz zum Außenseiter gelang es den Gastgebern, in keiner Phase des Spiels, sich als Einheit zu präsentieren, Gießens überragender Chuck Eidson vollendete seine sensationelle Leistung in der Serie „best of five“ (durchschnittlich 29,6 Punkte) mit 40 Zählern. Kölns Trainer Armin Andres blieb nichts anderes übrig als „die unglaubliche Mentalität“ des Kontrahenten zu würdigen und das eigene Scheitern einzugestehen. „Der Trainer ist erst einmal immer schuld“, bemerkte Andres, „der Pokalsieg war ein Höhepunkt und danach war bei einigen vielleicht eine Sättigung erreicht.“
Die Enttäuschung des Übungsleiters reduzierte sich aber nicht auf das sportlich desaströse Resultat, sie galt zu einem wesentlichen Teil dem Management seines Klubs: Der Coach hatte zu Saisonbeginn einen Einjahresvertrag unterzeichnet, der dem Arbeitgeber die Option eröffnete, den Kontrakt im Januar zu verlängern. Geschehen ist dies jedoch nicht, Gespräche zu diesem Thema habe es laut Andres auch nicht gegeben. Zu Beginn des Jahres stand RheinEnergie auf Platz eins der Bundesliga, war im Pokal weit fortgeschritten und im europäischen Uleb-Cup lief alles nach Plan. „Ich war verärgert, dass niemand auf mich zugekommen ist“, erklärte der Trainer, der vermutlich in Zukunft nicht mehr in Köln arbeiten wird.
Zudem geißelte der 46-jährige Franke das von seinem Arbeitgeber stets öffentlich kommunizierte Verlangen nach Triumphen. „Hier wird alles nur an Titeln gemessen, aber im Basketball braucht man Kontinuität“, meinte Andres, „wenn hier etwas nicht klappt, stürzt man vom zehnten Stock ins Erdgeschoss.“
Auf ein Statement zur Situation des Trainers wollte Geschäftsführer Walter Pütz verzichten, er verwies auf die kommenden Tage, in denen „wir alle überlegen müssen, was wir falsch gemacht haben.“ Eines aber gab er bekannt: „Wir wollen auch nächstes Jahr um den Titel mitspielen.“ Die Kölner Zukunft betrachtete Andres skeptisch. „Man muss sich überlegen, was man hier langfristig will“, konstatierte er, „ wenn man nicht auf Kontinuität baut, wird es schwer, etwas zu erreichen.“
RheinEnergie Köln: Ovcina (4), Obradovic (21), Talts, Strasser, Gomes (6), Edwards (14), Gortat (4), Pesic (8), Willoughby, McElroy (12). - Gießen 46ers: Gavel (10), Wane (9), Campbell (4), Schaffartzik, Anrin (4), Hartenstein (1), Terdenge (10), Eidson (40). - Zuschauer: 3100 (ausverkauft).
Freitag 27. Mai 2005 Köln scheitert im Viertelfinale an Gießen
(sid) Neben Titelverteidiger Opel Skyliners Frankfurt sind im Kampf um die deutsche Meisterschaft auch überraschend die Gießen 46ers ins Halbfinale eingezogen. Im entscheidenden fünften Play-off-Viertelfinale setzten sich die Hessen erwartungsgemäß gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück 87:63 (44:30) durch. Gießen brachte Pokalsieger RheinEnergie Köln mit 78:69 (41:31) die erste Heimniederlage in dieser Bundesliga-Saison bei und warf den Titelanwärter damit aus dem Rennen
Gießen trifft auf Bamberg, Frankfurt auf Berlin
Gießen steht nun in der Runde der letzten Vier dem zweimaligen Vize-Meister GHP Bamberg gegenüber. Frankfurt trifft in der Vorschlussrunde auf den siebenmaligen deutschen Meister und Top-Favoriten Alba Berlin. Die Semifinals beginnen am 29. Mai, Bamberg und Berlin haben zunächst Heimrecht.
Die Gießener knüpften vor 3100 Zuschauern im ausverkauften Energy-Dom, darunter gut 1000 Fans aus Gießen, an ihre überzeugende Vorstellung vom Heimspiel zwei Tage zuvor an. Chuck Eidson war erneut nie zu stoppen und mit 40 Punkten einmal mehr überragender Werfer der Hessen. Den Gastgebern reichten 21 Zähler von Sasa Obradovic nicht aus.
Pascal Roller erzielt 25 Punkte
Vor 4610 Zuschauern in der Frankfurter Ballsporthalle spielten die Gastgeber anders als in den bisherigen Spielen der Serie in Normalform, fanden schnell in die Erfolgsspur und konnten es sich schon Minuten vor dem Schlusspfiff erlauben, auf der Bank das Weiterkommen zu feiern. Mit 25 Punkten war Pascal Roller erfolgreichster Korbschütze seines Teams, während auf Seiten der Gäste nur Ben Ebong mit elf und Marco Bulic mit zehn Punkten eine zweistellige Trefferzahl erreichten.
Donnerstag 26. Mai 2005 Out: Multifunktionalität bei Hallen
Aus dem GENERAL-ANZEIGER:
Das Leben und Sterben von kleinen und großen Hallen
Experte hält Multifunktionalität für nicht konkurrenzfähig - Kongresse bringen mehr Umsatz als Konzerte
Von Rolf Kleinfeld
Bonn. Von Michel Maugé, Chef des Kongresszentrums Mannheim, kann man lernen. Der Experte, dessen Haus läuft und der auch an der Planung des neuen Kongresszentrums in Bonn beteiligt ist, erklärte am Mittwochabend bei einer Anhörung zu städtischen Hallen in Bonn: "Die Zeiten der eierlegenden Wollmilchsäue, dass in Hallen alles stattfindet, sind vorbei." Stadthallen alter Prägung seien nicht mehr konkurrenzfähig für große Kongresse. "Wir müssen ein spezialisiertes Kongresszentrum bauen", plädierte er und lehnt einen multifunktionalen Veranstaltungsort ab. "Die Anforderungen für UN und Kongresse sind mit einem Mischbetrieb nicht vereinbar. Das fängt bei der Akustik an."
Dem Hinweis von Bundeskunsthallen-Geschäftsführer Wilfried Gatzweiler, der eine vielfältig nutzbare Halle für bis zu 10 000 Konzertbesucher wünscht und die Vielzahl der in Bonn erwarteten Kongresse skeptisch sieht, hielt er seine Mannheimer Bilanz entgegen: Demnach machen 50 Prozent des Jahresumsatzes elf Kongresse aus (entspricht einem Monat Auslastung). Die Konzerte, die in Mannheim zu 40 Prozent für Auslastung der Halle sorgen, bringen nur 23 Prozent des Umsatzes.
Sein Fazit deshalb: "Konzerte sind keine rentablen Veranstaltungen." Für Kongresse gilt: je größer, desto wirtschaftlicher die Betriebsführung. Und Bonn habe erhebliche Chancen bei Kongressen mit mehr als 1 000 Personen (kleinere Fachkongresse wanderten immer mehr in Hotels ab, weil sie dort alles unter einem Dach haben).
Hinzu kommt, dass die Zeit der großen (alten) Musik-Stars und Bands, die Massen in Konzerte locken, vorbeigeht, meinte Stefan Löcher (Kölnarena): "Der Konzertmarkt wird kleiner, das sagen Studien." Dennoch bauten viele Städte neue Konzertarenen. Kongresshallen dagegen, die wie in Bonn 5 000 Besucher stehend und 3 500 Besucher sitzend fassen sollen (mit Plenar-Sitzordnung sogar nur 2 000), gebe es nur eine Handvoll. Und die Nachfrage wachse, glaubt auch Direktor Matthias Schultze (Kongresszentrum Bonn): "In Deutschland gibt es ein Riesenpotenzial dafür. Und Bonn ist ein gutes Produkt." Stadtdirektor Arno Hübner war zurückhaltender: "Unser Konzept wird im Wettbewerb bestehen, aber nicht mehr."
Dass die Beethovenhalle da nicht mitkommt, wurde auch deutlich. "Antiwerbung für Musik" sei das, eine "Schmuddelecke" wie das Bonner Loch, sagte Generalintendant Klaus Weise. Dringend sind nicht nur Renovierungen, sondern eine Verbesserung der Akustik, denn das Reflexionsverhalten stimme überhaupt nicht, erklärte Akustiker Andreas Simon. Ein ganz neues Festspielhaus will Karin Hempel-Soos (Kulturrat) und ist sicher: "Wir kriegen das mit bürgerschaftlichem Engagement und Beteiligung von Firmen hin."
Ob Kultur und Kongresse gerieten die Pächter kleinerer Hallen fast ins Hintertreffen. Jürgen Harder (Brückenforum) fürchtet die Konkurrenz durchs neue Kongresszentrum und meinte: "Es ist nicht in Ordnung, wie andere städtische Hallen subventioniert werden, das hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun." Den Sanierungsstau von 1,5 Millionen Euro beklagte der Gastgeber der 60 Gäste der Anhörung, Thomas Weiermann (Stadthalle Bad Godesberg). Und ergänzte spöttisch: "Wir sind eine sterbende Multifunktionshalle, aber zurzeit noch sehr erfolgreich."
Dienstag 24. Mai 2005 Gießen und Quakenbrück wahren Halbfinal-Chancen
(sid) Titelverteidiger Opel Skyliners Frankfurt und Pokalsieger RheinEnergie Köln müssen im Play-off-Viertelfinale der Basketball-Bundesliga in ein entscheidendes fünftes Match. Frankfurt zog bei den Artland Dragons in Quakenbrück mit 76:79 (65:65, 26:27) nach Verlängerung den Kürzeren und muss in der "best-of-five"-Serie nun auf einen Sieg im entscheidenden Heimspiel am Donnerstag hoffen. Auch Pokalsieger Köln hat den ersten "Matchball" vergeben und zittert nach dem 74:92 (34:48) bei den Gießen 46ers weiter um den Halbfinal-Einzug.
Bamberg und Berlin sind bereits durch
Der Sieger aus dem Aufeinandertreffen von Köln und Gießen steht in der Runde der letzten Vier dem zweimaligen Vize-Meister GHP Bamberg gegenüber. Frankfurt oder die Artland Dragons treffen in der Vorschlussrunde auf den siebenmaligen deutschen Meister und Top-Favoriten Alba Berlin.
Wie schon in der Hauptrunde gab es für Köln in Gießen nichts zu gewinnen. Chuck Eidson war mit 30 Punkten erfolgreichster Werfer der Gastgeber. Überragender Spieler war ausgerechnet der Ex-Kölner Gerrit Terdenge mit 17 Punkten. Grundlage für Gießens Erfolg war eine überragende Defensivleistung. Die meisten Punkte für Köln markierte William Edwards (20).
Sonntag 22. Mai 2005 Übersicht DM-Jugend: U16 bis U20
Zur Finalrunde um die Deutsche Meisterschaft 2005 (jeweils vier Teams pro Jahrgang) haben sich qualifiziert:
U20 männlich Breitengüßbach, BSG Ludwigsburg, TuS Lichterfelde, BG Göttingen (ausgeschieden: SG Dürkheim-Speyer, BIG Gotha, Rhöndorfer TV, Bayer 04 Leverkusen)
U18 männlich SG Urspringschule/Schelklingen, FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen, BBV Hagen (ausgeschieden: MTV Gießen, TSV Jena, Bramfelder SV, Oldenburger TB)
U16 männlich Breitengüßbach, TV Langen, IBBA Berlin, Telekom Baskets Bonn (ausgeschieden: Urspringschule/Schelklingen, FC Bayern München, SG/FT Braunschweig, Bayer 04 Leverkusen)
Samstag 21. Mai 2005 Alba macht mit Ludwigsburg kurzen Prozess
(sid) Meisterschafts-Kandidat Alba Berlin hat als erstes Team das Play-off-Halbfinale der Basketball-Bundesliga erreicht Der ehemalige Abonnementsmeister von der Spree, der die reguläre Punktspielrunde als Erster abgeschlossen und dabei alle 15 Heimspiele gewonnen hatte, setzte sich im dritten Viertelfinalduell mühelos 98:85 (43: 42) gegen EnBW Ludwigsburg durch und entschied damit die best-of-five-Serie vorzeitig mit 3:0-Siegen für sich.
Die erste Partie hatten die "Albatrosse" in heimischer Halle 98:80 gewonnen und dann in Schwaben einen 88:80-Auswärtssieg folgen lassen. In der Runde der letzten vier Mannschaften trifft Berlin ab dem 29. Mai auf den Sieger der Partie zwischen Titelverteidiger Opel Skyliners Frankfurt und den Artland Dragons (Playoff-Stand 1:1).
In der ersten Spielhälfte hatte die Partie vor 6177 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle beinahe den Charakter eines Schaukampfes. In der Offensive durften die Akteure nach Belieben schalten und walten, während vor allem die sonst defensivstarken Berliner die Zügel schleifen ließen. Zudem wechselte Trainer Henrik Rödl seine Spieler häufig aus, so dass ein echter Spielfluss nicht zu Stande kam. Die Ludwigsburger bewiesen wie in den Spielen eins und zwei ihre Qualitäten im Angriff, und Regisseur Jerry Green (18 Punkte) lenkte mit viel Umsicht das Spiel.
Brown mit 22 Punkten
Erst nach dem Wechsel verstärkten die Gastgeber ihre Bemühungen und setzten sich dank Aufbauspieler Gerald Brown (22) und dem unter den Körben dominierenden Center Jovo Stanojevic (17) langsam ab. Die deutlich verbesserte Verteidigung produzierte zahlreiche leichte Fastbreak-Punkte für die Berliner und der Wille der Ludwigsburger erlahmte mit wachsendem Rückstand. Im Schlussviertel verteidigte Alba mühelos die Führung und brachte den dritten Sieg unter Dach und Fach, ohne dabei zu glänzen.
Mittwoch 18. Mai 2005 Alba und Bamberg fehlt nur noch ein Sieg
(sid) Die Favoriten auf den Meistertitel der Basketball-Bundesliga steuern klar auf Halbfinalkurs. Vorrunden-Primus Alba Berlin und "Vize" GHP Bamberg gingen in ihren Viertelfinals jeweils mit 2:0 in Führung und brauchen nun nur noch einen Sieg für den Einzug in die Runde der letzten Vier. Berlin gewann 88:80 (41:43) bei EnBW Ludwigsburg, Bamberg besiegte die EWE Baskets Oldenburg mit 65:59 (28:35).
In Ludwigsburg winkte den Gastgebern angesichts eines zwischenzeitlichen Sieben-Punkte-Vorsprungs vorübergehend der Ausgleich in der Serie, doch letztlich setzte sich die stärkere Physis der Gäste aus der Hauptstadt durch. Berlins bester Werfer vor 2800 Zuschauern war Stefano Garris mit 19 Zählern, während Lamayn Wilson auf Ludwigsburger Seite auch mit 20 Punkten die Heimniederlage seine Teams nicht verhindern konnte.
Der Spielverlauf in Oldenburg glich der Partie in Ludwigsburg sehr. Denn Bamberg lag von der 16 Minute an bis knapp 60 Sekunden vor Schluss stets zurück, holte allerdings auch noch einen 13-Punkte-Rückstand auf und aufgrund seiner besseren Konzentration in der Schlussphase den zweiten Sieg im zweiten Duell mit den Gastgebern. Bambergs erfolgreichster Spieler war Rick Stafford mit 22 Punkten, in Oldenburgs Mannschaft ragte Tyron McCoy mit 19 Zählern heraus.
Montag 16. Mai 2005 Favoritensiege zum Auftakt der Playoffs
Frankfurt/Main (dpa) - Zum Auftakt des Playoff-Viertelfinals in der Basketball-Bundesliga haben sich die Favoriten keine Blöße gegeben. Titelverteidiger Skyliners Frankfurt startete mit einem 75:69 (37:37) gegen die Artland Dragons in die Serie «best of five».
Pokalsieger RheinEnergie Köln feierte vor heimischem Publikum einen ungefährdeten 84:78 (51:39)-Erfolg gegen die Gießen 46ers. Vizemeister GHP Bamberg kam zu einem 82:74 (34:37) gegen EWE Baskets Oldenburg. Vorrunden-Primus ALBA Berlin hatte sein Heimspiel gegen EnBW Ludwigsburg mit 98:80 (51:45) gewonnen.
3440 Zuschauer in der Frankfurter Ballsporthalle erlebten eine über weite Strecken ausgeglichene Partie. Die Entscheidung fiel erst im Schlussviertel, als sich die Skyliners auf 64:54 (31.) absetzen konnten. Beste Werfer bei den Hessen waren Pascal Roller (16 Punkte) und Chris Williams (15). Bei den Gästen überragte Marko Bulic (27). «Es war nicht einfach, aber es ist noch einmal gut gegangen», stellte Frankfurts Coach Murat Didin erleichtert fest.
Weniger Probleme hatte Köln beim Sieg gegen Gießen. Bereits zur Halbzeit hatten sich die Gastgeber eine komfortable Führung herausgespielt, die erst in der Schlussphase zusammenschmolz. Marko Pesic (23) war bester Werfer auf Kölner Seite, bei den Gästen kam Chuck Eidson auf die gleiche Punktzahl.
Mehr Mühe hatte zunächst Bamberg. Das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann konnte sich erst dank eines 15:4-Laufs im letzten Viertel entscheidend absetzen. Beste Werfer bei den Oberfranken waren Rick Stafford (27) und Demond Mallet (23). Oldenburg hatte in Tyron McCoy (31) seinen treffsichersten Schützen. «Ich bin froh, den ersten Sieg unter Dach und Fach zu haben», sagte Bauermann.
Freitag 13. Mai 2005 ALBA droht mit Zivilklage und jagt den Meister
Die Bonner Rundschau schreibt: Frankfurt/Main - Unmittelbar vor dem Playoff-Start droht dem deutschen Basketball ein Streit vor Gericht mit einem seiner Vorzeigevereinen.
Nachdem der Rechtsausschuss des Deutschen Basketball Bundes (DBB) den Einspruch von ALBA Berlin gegen die Zwölf-Spiel-Sperre von Michael Wright abgelehnt hatte, kündigte der Rekordmeister in der Doping-Affäre eine Klage vor einem Zivilgericht an. «Wir werden und müssen uns jetzt vor einem ordentlichen Gericht mit dem DBB streiten, damit Michael von dem Verdacht des Dopings freigesprochen wird und so schnell wie möglich wieder spielberechtigt ist», sagte Alba-Präsident Dieter Hauert.
Freuen durften sich die Berliner zumindest über die uneingeschränkte Lizenz für die kommende Saison durch die zuständige Basketball-Bundesliga (BBL). Mit Auflagen erhielt dagegen unter anderen Meister Skyliners Frankfurt die Spielberechtigung. Bei drei Vereinen war die Erteilung an Bedingungen geknüpft, während den sportlichen Absteigern TSK Würzburg und Union Baskets Schwelm die Lizenz verweigert wurde. «Insgesamt gesehen haben die Clubs aber eine deutliche Steigerung der Wirtschaftlichkeit nachgewiesen», sagte der neue BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.
Bundestrainer und GHP-Bamberg-Coach Dirk Bauermann rechnet im Playoff-Viertelfinale der Berliner gegen EnBW Ludwigsburg mit einem Weiterkommen von ALBA. «Im Viertelfinale ist ALBA klarer Favorit und hat auf Grund der Qualität der Mannschaft, Tradition und dem neu entstandenen Hunger auf Erfolg die besten Karten», sagte er in einem Interview mit der «Berliner Morgenpost». Daran ändert auch Wrights' Sperre nichts, nachdem bei dem Amerikaner in einer Probe vom 19. März nicht erlaubte Substanzen (Amphetamine) entdeckt worden waren - der US-Korbjäger muss seit elf Jahren krankheitsbedingt ein amphetamin-haltiges Medikament einnehmen.
Die Stimme von Bauermann, der mit Bamberg erst im Finale am 23. Juni auf Berlin treffen könnte, hat doppeltes Gewicht. Bauermanns eigenes Vereinsteam gilt nach Rang zwei hinter ALBA in der Bundesliga-Runde nicht nur gegen die Baskets Oldenburg, gegen die sich GHP bereits vor einem Jahr durchsetzen konnte, als Geheimtipp. «Es gibt eine große Ausgeglichenheit. Ich glaube nicht, dass irgendein Viertelfinale nach drei Spielen entschieden wird», meinte Bauermann allerdings.
Für die Frankfurt Skyliners startet die heiße Phase des Unternehmens Titelverteidigung am 15. Mai gegen Playoff-Neuling Artland Dragons Quakenbrück. Frankfurts türkischer Trainer-Fuchs Murat Didin appellierte nach dem Scheitern im DBB-Pokalhalbfinale gegen Bonn an den Mannschaftsgeist: «Das Team muss konzentriert sein, muss arbeiten und wollen.» Dabei hofft er auf die Rückkehr des lange verletzten Tyron Ellis.
Drei Stunden nach dem Anwurf in Frankfurt greift BBL-Pokalsieger RheinEnergie Köln gegen Altmeister Gießen 46ers als letztes Team ein. Kölns Coach und ehemaliger Gießener Trainer Armin Andres hat den Pokalsieg gegen Ludwigsburg nur als Durchgangs-Station zum Titel gesehen. «Wir wollen ins Endspiel, dazu müssen wir Gießen ausschalten, was sicherlich schwer wird.» Kölns Marko Pesic, der mit ALBA zehn Titel holte, lässt keinen Zweifel: «Mein Ziel ist es, mit Köln gleich den nächsten Titel zu holen.» (dpa)
Donnerstag 12. Mai 2005 Telekom Baskets erhalten Lizenz 05/06 ohne Auflage
Der Sportinformationsdienst berichtet:
Köln und Frankfurt erhalten Lizenz mit Auflagen
Köln. (sid) Der neue Pokalsieger RheinEnergie Köln und Meister Opel Skyliners Frankfurt haben die Lizenz für die neue Saison in der Basketball-Bundesliga (BBL) nur mit Auflagen erhalten. Das teilte die BBL nach Abschluss des Lizenzierungsverfahrens mit. Allerdings erhielten bis auf die beiden Absteiger Union Baskets Schwelm und TSK Würzburg, alle Klubs, die sich um eine Erstliga-Lizenz beworben hatten, grünes Licht. Ebenfalls Auflagen erhielten die Gießen 46ers, TBB Trier, BS/Energy Braunschweig und Aufsteiger Eisbären Bremerhaven. Während die Auflagen überwiegend rein formeller Natur sind, müssen die Klubs mit so genannten „auflösenden Bedingungen" noch etwas nachbessern. Hierbei handelt es sich um die BG Karslruhe, EWE Bakets Oldenburg und Neuling rce Falke Nürnberg. Ansonsten attestierte Wolfgang Kram, Vorsitzender des Lizenzliga-Ausschusses der BBL, den Klubs „eine deutliche Steigerung der Wirtschaftlichkeit, die für die Zukunft optimistisch stimmt".
Zusammenfassung Lizenz für die Saison 2005/2006 ohne Auflagen erteilt: GHP Bamberg, ALBA Berlin, Telekom Baskets Bonn, Artland Dragons, Bayer Giants Leverkusen, EnBW Ludwigsburg und WALTER Tigers Tübingen
Mit Auflagen: BS ENERGY Braunschweig, Eisbären Bremerhaven (Aufsteiger), Giessen 46ers, RheinEnergie Köln, OPEL SKYLINERS und TBB Trier
Lizenz mit auflösender Bedingung: BG Karlsruhe, EWE Baskets Oldenburg (zusätzlich versehen mit einer Auflage) und rce Falke Nürnberg (Aufsteiger / zusätzlich versehen mit einer Auflage)
Folgende Vereine ohne sportliche Qualifikation erhielten die Lizenz: ratiopharm Ulm (ohne Auflage), Schröno Paderborn Baskets (mit Auflage)
Lizenz nicht erteilt: Union Baskets Schwelm und TSK Würzburg
Quellen: sid/bbl
Montag 9. Mai 2005 Euroleague-Champion kommt aus Israel
Maccabi Tel Aviv hat zum zweiten Mal in Folge die Basketball-Euroleague gewonnen. Beim Final Four in Moskau schlugen die Israelis im Endspiel vor mehr als 13000 Zuschauern in der Olympiahalle Tau Ceramica aus Spanien mit 90:78. Platz drei ging an Panathinaikos Athen, das Gastgeber ZSKA Moskau mit 94:91 nach Verlängerung bezwang.
Sonntag 8. Mai 2005 Köln und Bonn bestreiten Pokal-Finale
Frankfurt/Main (dpa) - Cup-Verteidiger RheinEnergie Köln und die Telekom Baskets Bonn bestreiten das Finale um den Pokal der Basketball-Bundesliga (DBB).
Während sich die Kölner durch einen 76:70-Sieg über EnBW Ludwigsburg zum dritten Mal in Serie für ein Endspiel qualifizierten, konnten die Skyliners Frankfurt ihren Heimvorteil in der Ballsporthalle nicht nutzen und verpassten das Finale durch eine 81:84 (45:47)-Niederlage gegen die Telekom Baskets Bonn.
Vor 4420 Zuschauern hielten die Frankfurter dem hohen Erwartungsdruck vor eigener Kulisse nicht stand. Gegen die hoch motivierten Bonner, die erstmals seit ihrer Zugehörigkeit zur Bundesliga die am 13. Mai startenden Playoffs verpasst hatten, spielten den Hessen die Nerven einen Streich. Die in dieser Bundesliga-Saison zwei Mal den Skyliners unterlegenen Bonner legten gleich ein höllisches Tempo vor und entschieden das erste Viertel mit 30:18 für sich.
Von diesem Vorsprung zehrte das Team des kroatischen Coaches Predrag Krunic bis zum Schluss, obwohl die Frankfurter bis zu Pause auf 45:47 verkürzen konnten und drei Minuten vor Spielende zum 72:72 ausglichen. In der dramatischen Endphase der bis zum Schluss auf des Messers Schneide stehenden Partie behielten die von fast 1000 Fans unter den 4420 Zuschauern frenetisch unterstützten Bonner kühlen Kopf. Zwei Freiwürfe von Djuric 3,4 Sekunden vor Schluss besiegelten die Niederlage der Frankfurter, die gegen Ludwigsburg um Platz drei spielen. Der überragende Williams (29 Punkte) konnte die erste Niederlage der Frankfurter gegen Bonn in dieser Saison nicht verhindern. Beste Werfer der Bonner waren Nadjfeji (21) und Jackson (19).
Mit einer soliden 40:24-Pausenführung hatten zuvor die Kölner gegen Ludwigsburg den Grundstein zum dritten Saisonsieg über die Schwaben gelegt, die zu spät die Schwächen im Kölner Spiel entdeckten. Erfolgreichste Werfer der Kölner waren McElroy (18) und Strasser (14), für Ludwigsburg trafen Wilson (14) und Jazvin (11) am besten.
Freitag 6. Mai 2005 Wer stoppt das „Phantom“ Williams?
Die Bonner Rundschau schreibt:
Von BERT MARK BONN. Welches Gesicht werden die Telekom Baskets am Samstag und Sonntag beim Endturnier „Top-4“ um den deutschen Basketballpokal in Frankfurt zeigen? Das einer attraktiven deutschen Spitzenmannschaft wie bei den Saisonhöhepunkten mit den umjubelten Heimsiegen gegen Alba Berlin (zweimal) sowie gegen den Erzrivalen Köln? Oder das eines desorganisierten Haufens von starken Individualisten, der sich Mittelklasseteams wie Trier, Gießen und Karlsruhe sogar vor den eigenen Fans beugen musste? Natürlich beschwören alle im Baskets-Lager ihr Ziel, der verkorksten Saison wenigstens ein versöhnliches Ende folgen zu lassen: „Für den Pokal müssen wir uns alle noch einmal zusammenreißen“, forderte Center Aleksandar Djuric. Und Spielmacher Branko Milisavljevic ergänzt: „Wir müssen uns bei den Fans für die verpassten Play-offs rehabilitieren.“ Immerhin bietet der Pokal den Baskets die Chance, sich mit nur noch zwei Siegen den ersten Titel in der Vereinsgeschichte zu sichern.
Aber: Schon der Halbfinalgegner am Samstag (18.30 Uhr Ballsporthalle Frankfurt, live auf Premiere) ist ein enorm dicker Brocken. Kein Geringerer als der amtierende deutsche Meister und Pokalsieger von 2000, die Opel Skyliners Frankfurt, wartet auf die Bonner. Könnte dessen Heimvorteil durch vermutlich an die 1000 Bonner Schlachtenbummler kompensiert werden, sind die Gastgeber sportlich in der Favoritenrolle. Schließlich kamen die Baskets vor gerade drei Wochen in der Bundesliga bei den Skyliners mit 68:87 unter die Räder, als sie eine 45:40-Pausenführung durch ein katastrophales drittes Viertel (11:31) verspielten.
Das Problem für die Bonner hat einen Namen: Chris Williams. Der wegen seiner unauffälligen Spielweise „Phantom“ genannte elegante Power Forward ist der wohl beste Allrounder der Liga: Als Werfer (20,0 Punkte), Rebounder (10,2) und bei den Steals (2,5) ist er jeweils auf Platz zwei der Bundesliga-Statistik, gibt zudem im Schnitt 3,5 Assists. Nur wenn es gelingt, Williams einigermaßen in den Griff zu bekommen, wird Bonn eine Chance haben.
Aber die Teamdefense wird ja durch den Ausfall von Oluoma Nnamaka eine nur schwer zu schließende Lücke aufweisen. Und Aleksandar Nadjfeji als potenzieller Gegenspieler von Williams hat sicher das schwächste seines mittlerweile vierten Jahres in Bonn hinter sich. Auch auf den anderen Positionen müssen die Baskets an ihre absolute Leistungsgrenze gehen, um ihre Gegenspieler zu halten. Dem Bonner Aufbauduo Milisavljevic / Simon stehen mit Pascal Roller und dem US-Boy Kavossy Franklin zwei starke Guards gegenüber; Center Aleksandar Djuric bekommt es mit dem sprunggewaltigen Senegalesen Malick Badiane (2,11 m) zu tun. Roller zog sich zwar in Leverkusen nach einem Zweikampf mit Nate Fox einen schmerzhaften „Pferdekuss“ im Oberschenkel zu, wird aber am Samstag auflaufen.
Unter der Woche verordnete Trainer Predrag Krunic seinen Mannen noch einmal konzentriertes Training. Schon am Freitag geht es in die Mainmetropole, wo die Mannschaft übernachtet, um am Samstag ausgeruht aufzulaufen: „Jeder von uns wird hoffentlich alles geben, dann haben wir auch die Chance, zwei Spiele zu gewinnen“, beschwört Krunic die alten Baskets-Tugenden. Gelingt den Baskets der Favoritensturz, träfen sie im Finale am Sonntag (16.55 Uhr live auf Premiere) auf den Sieger des ersten Halbfinales Ludwigsburg gegen Köln, bei einer Niederlage spielen sie gegen den Verlierer um Platz drei (So. 14.15 Uhr).
Donnerstag 5. Mai 2005 TOP-4: Keiner will die Favoritenrolle
Aus der FRANKFURTER RUNDSCHAU:
Kein Favorit unterm Korb: Top Four im Basketball
Frankfurt a.M. · 2. Mai · geh · Vor überregionalen Großereignissen mit finalem Charakter ist das so eine Sache mit der Favoritenrolle. Jeder hat sie, keiner will sie, und im stillen Kämmerlein haben alle bereits eine Hand an der Trophäe. Es gehört zum guten Ton, den eigenen Anspruch nicht medial in die Schlagzeilen zu hämmern, sondern sich nonchalant in den hinteren Reihen zu verkriechen. „Pokalsieger 2005“ wollte sich keiner der reservierten Vereinsvertreter (Gastgeber Opel Skyliners, Titelverteidiger RheinEnergie Köln, Telekom Baskets Bonn und EnBW Ludwigsburg) gestern Mittag voreilig ans Revers heften. Mit Händen und Füßen haben sich die Manager der Halbfinalisten gegen den Sonderstatus gewehrt, und das unbeliebte Etikett fleißig über das Podium geschoben.
Was sich in dem Konferenzraum vor den Toren der Bankenstadt und mit exquisitem Blick auf den Taunus ungefähr so angehört hat: „Wir haben mehr erreicht, als viele von uns erwartet haben“, fand Rene Beck, Ludwigsburgs Manager, vor dem ersten Halbfinale am Samstag (16 Uhr) gegen Köln. Am letzten Spieltag der regulären Saison hatte sich der vermeintliche Abstiegskandidat noch als Achter für die Playoffs qualifiziert. „Wir haben nichts zu verlieren, können befreit aufspielen, aber sind nicht der Favorit.“ Die erste Steilvorlage auf Kölns Manager Stephan Baeck. Doch der kennt die Spielchen noch aus dem Vorjahr. „Wir haben sehr viel Respekt vor den Ludwigsburgern Sie waren lange die Überraschungsmannschaft der Liga.“ Und dann. „Der Pokal hat seine eigenen Gesetzte.“
Die abgedroschene Phrase durfte natürlich nicht fehlen, war damit aber für das zweite Spiel (18.50 Uhr) zwischen Bonn und Frankfurt bereits verbraucht. „Von einem sportlich versöhnlichen Ausklang“, also hat Bonns Manager Joachim Luksch gesprochen. Zum ersten Mal seit die Rheinländer der Beletage angehören, hat die Basketballhochburg den Sprung in die Playoffs verpasst. „Wir haben das wichtigste Saisonziel nicht erreicht und müssen uns damit auseinander setzen.“ Ob der Trainer Predrag Krunic seinen Vertrag bis Sommer 2007 erfüllen wird, ist fraglich. Die Situation bei Frankfurts Trainer Murat Didin ist ebenfalls ungewiss. Der Türke beim deutschen Meister hat ein Angebot vom türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul und den Verantwortlichen im Falle eines Wechsel in seine Heimat bereits eine Zusage geben.
Dem Titelträger steht auf Grund der ungewissen Zukunft mit Hauptsponsor und Namensgeber Opel ohnehin eine ungewisse Zukunft bevor, und auch die Chancen für den zweiten Pokalerfolg nach 2000 wollte Manager Gunnar Wöbke „nicht prognostizieren.“Zum fünften Mal in der sechsjährigen Klubhistorie sind die Hessen beim Top Four dabei. Doch selten waren Meisterschaft und Pokal so ausgeglichen. Wer am Sonntag (Finale ab 17 Uhr) den begehrten Pott auf dem Parkett der Ballsporthalle in den Konfettiregen stemmt, bleibt Spekulation. Bezahlsender Premiere wird live übertragen. Elf Kameras sollen „für dynamische Bilder sorgen“, so Basketball-Ressortleiter Jens Meinecke. „Es soll eine Demonstration von Spitzenbasketball werden“, kündigt der neue BBL-Geschäftsführer Jan Pommer an. „Es wird eine geballte Ladung professionellen und spannenden Sport geben.“
Mittwoch 4. Mai 2005 Zuschauer-Statistik: Bonn wieder mit hoher Auslastungsquote
800.000 Fans sahen BBL-Hauptrunde
Das Interesse der Fans an der Basketball-Bundesliga (BBL) ist ungebrochen. Wie die BBL mitteilte, kamen exakt 792 661 Zuschauer zu den 239 Spielen der Hauptrunde 2004/2005. Dies entspricht einem Durchschnitts-Besuch von 3317 Zuschauern pro Partie. Während die absoluten Zahlen leicht rückläufig sind - in der Saison 2003/2004 kamen 3456 Fans im Schnitt - stieg die Auslastungsquote der Hallen von 69,68 Prozent auf 73,22 Prozent. Die meisten Zuschauer lockte einmal mehr der siebenmalige Meister ALBA Berlin an: 98 272 Zuschauer (Schnitt: 6551) sahen die 15 Heimspiele in der Max-Schmeling-Halle. Auf den nächsten Plätzen folgten Vizemeister GHP Bamberg (67 400/4493) und Meister Opel Skyliners Frankfurt (58 232/3882). Prozentual die größte Steigerung verzeichnete EnBW Ludwigsburg mit 29,1 Prozent (von 1843 auf 2380).
Die maximale Auslastungsquote von 100 Prozent weisen erneut die Artland Dragons Quakenbrück auf. Die 3000 Zuschauer fassende Artland-Arena war 15 Mal ausverkauft. Auf den Plätzen zwei und drei folgen in der Kategorie „Hallenauslastung/Ticket-Verfügbarkeit“ die Giessen 46ers (Kapazität: 3.200/99,05 Prozent) und Telekom Baskets Bonn (3.500/96,19 Prozent).
Quelle: bbl
Mittwoch 4. Mai 2005 Insolvenz in Würzburg: BBL-Vereine zahlten, Nowitzki-Mentor Geschwindner nicht
Absteiger Würzburg meldet Insolvenz an Der TSK Würzburg steht nach dem Abstieg aus der Basketball-Bundesliga vor dem Konkurs: Der Ausbildungsklub des NBA-Stars Dirk Nowitzki hat beim Amtsgericht Würzburg Insolvenz angemeldet. Geschäftsführer Jörg Falckenberg übergab den Antrag gestern. Der TSK hatte nur dank großzügiger Spendenaktionen lokaler Wirtschaftsunternehmen den Spielbetrieb fortsetzen können.
„Wir haben wir die Hoffnung noch nicht aufgegeben, eine Sanierung des Vereins im Wege des Insolvenzverfahrens hinzubekommen“, sagte Falckenberg. Im Februar war der Schuldenstand mit 600.000 Euro beziffert worden. Danach war ein Großteil dieser Summe durch Spenden aufgebracht worden, zudem hatten einige Vereine der Liga 91.000 Euro in einer einmaligen Aktion zur Verfügung gestellt. Wolfgang Wiedlich, Präsident der Telekom Baskets Bonn, der die Hilfsaktion der BBL-Vereine gemeinsam mit Ralph Koczwara vom Zweitliga-Südmeister Falke Nürnberg koordiniert hatte, sagte: „Nach meinen Informationen – und die sind recht verlässlich –, ist der Verein nach der Rettungsaktion erneut in Liquiditätsnot geraten, weil der so genannte Nowitzki-Entdecker und -Mentor Holger Geschwindner 100.000 Euro versprochen, aber nicht gezahlt hat.“
Nach dem bereits seit über einer Woche feststehenden Abstieg hatte NBA-Superstar Nowitzki zugesichert, bei einem Konzept mit jungen deutschen Spielern als Co-Finanzier zur Verfügung zu stehen. Der beste deutsche Basketballer, der bei den Dallas Mavericks täglich mehr als 34.000 Euro (12,5 Millionen Euro pro Saison) verdient, hatte seinem Ex-Klub Würzburg bislang wegen unterschiedlicher Auffassung über sportliche und wirtschaftlich Verfahrensweisen eine finanzielle Unterstützung verweigert.
Quellen: sid/tbb
Montag 2. Mai 2005 Düsseldorf: Absturz von Liga 2 bis in die Landesliga?
DPA berichtet:
ART Düsseldorf Magics stehen vor dem Aus
Die ART Düsseldorf Magics stehen in der 2. Basketball-Bundesliga Nord vor dem finanziellen Aus. Der Tabellenvierte der am Wochenende beendeten Saison und gescheiterte Aufstiegs-Aspirant bangt um die Deckung des Etats von 300.000 Euro für die kommende Saison. Bei der Sponsorensuche blieben die schuldenfreien Rheinländer bislang erfolglos. „Es fehlt ein sechsstelliger Betrag. Die Lage ist sehr ernst“, betonte Magics- Manager Kolja Bathow, „uns liegen keine Fakten auf dem Tisch, um vermelden zu können, dass wir weiter machen.“ GmbH-Geschäftsführer Gerald Wagener gestand: „Wir haben nur noch wenig Hoffnung.“
Sollte sich in den nächsten zwei Wochen nichts ändern, wollen die Magics ihre für den Spielbetrieb gegründete GmbH aufzulösen. Der Lizenznehmer ART 77/90 Düsseldorf wird dann wohl seine Spielgenehmigung für die 2. Liga zurückgeben und würde künftig mit seiner Reserve nur noch in der sechstklassigen Landesliga auflaufen.
Wagener, millionenschwerer Multi-Unternehmer, hatte die Magics (damals noch Bulldogs) von der Regionalliga ins Unterhaus geführt und fungierte in den drei Zweitliga-Jahren als Hauptsponsor des Teams. Spekulationen, dass Wagener die Zukunft mit einer neuen Finanzspritze in letzter Sekunde rettet, begegnete er entschlossen: „Das wird garantiert nicht passieren. Das Projekt darf nicht von einer einzigen Person abhängig sein.“
Sonntag 1. Mai 2005 Basketball-Nachwuchs: Keine Lösung in Sicht
Aus der FRANKFURTER RUNDSCHAU:
Die Zweite Basketball-Bundesliga versteht sich als Quell der Jugend Von Sebastian Gehrmann
"Wenn die Jugend erkaltet, klappert die Welt mit den Zähnen." (Georges Bernanos, französischer Schriftsteller, 1888 bis 1948).
Als Gallionsfigur haben sie sich den langen Blonden vorne an den Bug genagelt. Natürlich Dirk Nowitzki, wer sonst außer der omnipräsenten Werbefigur im deutschen Basketball, emporgestiegen aus den Niederungen der zweiten Liga, soll der vereinbarten Frischzellenkur den notwendigen Glanz verleihen. Im Unterhaus hat sich der Ausnahmekönner aus der nordamerikanischen Profiliga schließlich "das Rüstzeug für höhere Aufgaben geholt", heißt es in dem Leitartikel auf der Internetseite der "jungen Liga“. Seit zwei Jahren definiert sich die Arbeitsgemeinschaft der 32 Zweitligisten als wärmendes Nest und Sprungbrett für die Nationalspieler von morgen. In modernem Gewand wollen die Vereine nicht länger ihr trostloses Dasein im Schatten der Basketball-Bundesliga (BBL) fristen. "Die Positionierung war eine rein marketingstrategische Überlegung", so Hansjürgen Tamoj, Vorstandsmitglied für das Ressort Recht. "Es ging darum, über den Nachwuchs eine Nische zu finden."
Die ohnehin träge Diskussion um Schuld und Verantwortung bei der Talentförderung ist seit Jahren festgefahren. Erst Ende Januar wehrte sich das BBL-Präsidium in einem Hintergrund-Papier gegen die Vorwürfe von Bundestrainer Dirk Bauermann und Nowitzki-Mentor Holger Geschwindner, die Erstligaklubs seien die Schuldigen an der Misere. Spätestens nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking wird die "goldene Generation" um Nowitzki abtreten. Die allgegenwärtige Panikmache vor der nächsten Dürreperiode ist längst im vollen Gange.
Sich als dynamische Entwicklungs-Plattform zu präsentieren, erscheint als der richtige Ansatz. "Aber die Liga wird den Basketball nicht retten", warnt Geschäftsführer Nicolas Grundmann. Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, und Tamoj muss eingestehen, "dass wir das Label mit Leben füllen müssen". Noch immer leidet der griffige Slogan unter dem Zielkonflikt: Aufstieg oder Ausbildung. "Die junge Liga gibt es nicht", tönte unlängst Jan Rathjen, Manager beim Tabellenführer Nord und Ligakrösus Eisbären Bremerhaven. "Das ausgegebene Ziel ist der Aufstieg. Dafür benötigen wir eben andere Strukturen. Ich will nichts verteufeln, aber was bringt uns eine tolle, junge Mannschaft so um Platz sechs, aber kein Mensch kommt in die Halle?"
"Meister zu produzieren wird immer eine zentrale Aufgaben bleiben", sagt Grundmann. Die Beletage als geschlossene Gesellschaft gilt allerorts als Horrorszenario. Um aber im Haifischbecken der BBL überleben zu können, sind die potenziellen Erstligakandidaten gezwungen, bereits im geplanten Aufstiegsjahr sportlich und strukturell erstliganahe Bedingungen zu schaffen. Damit die Kluft nicht weiter wächst, wird der Diskurs um eine eingleisige zweite Profiliga alle Jahre wieder vom Zaun gebrochen. "Eine solche Entscheidung", sagt Rathjen, "würde ich mir wünschen." Das knappe Sponsorengeld innerhalb der zweiten Liga soll sich so weniger fächern. Die reine Nachwuchsliga, so Thomas Stoll, der Sportliche Leiter des SSV ratiopharm Ulm, "interessiert keinen Menschen".
In den Statistiklisten der erfolgreichsten Punktesammler dominieren US-amerikanische Gastarbeiter und verdiente Erstliga-Veteranen. Wer zahlendes Publikum anlocken will, der muss seinen Gästen eine gute Show bieten. "Die junge Liga ist ein völlig falscher Begriff." Die Meinung hat Stoll keinesfalls exklusiv. Also alles Etikettenschwindel ?
Die Hüter der Jungbrunnen wollen ihren eingeschlagenen Weg nicht verlassen. Selbst auf die Gefahr hin, dass sich einzelne auf eigene Faust querfeldein schlagen. "Wer das nicht will, der macht nicht mit", entgegnet Rathjen den Plänen einer Quotenregelung für deutsche U22-Spieler. "Nachwuchsförderung funktioniert nicht über Reglementierung", findet auch Tamoj und fordert eine Kompromisslösung.
Es soll kein Paradies für die nächste Generation geschaffen, die Zukunft nicht in Watte gepackt werden. "Die Jungen sollen sich in einer starken Liga durchsetzen", fordert Jochen Kühl, Abteilungsleiter beim Liga-Dino TV Langen. Doch dazu bedarf es finanzieller Unterstützung. Dass die Erstligisten nicht einen Etat von drei bis vier Millionen Euro auf die Beine wuchten, um im kontinentalen Vergleich wettbewerbsfähig zu sein, und gleichzeitig 500 000 Euro in die eigene Talentschmiede pumpen können, ist marktwirtschaftlich erklärbar. "Es kann nur über eine enge Kooperation zwischen BBL, Verband und den Zweitligisten funktionieren", sagt Kühl. Ein Prämiensystem für den Einsatz bestimmter Jahrgänge ist bereits angedacht.
Doch noch sind die Parteien nicht an einen Tisch zu bewegen. "Man müsste lediglich ein bis zwei Verträge sauber ausarbeiten", so Tamoj, "doch es gibt keine Gespräche." Bereits bestehende Standorte, die sich seit Jahrzehnten dem Ligaleitbild verschreiben, explizit zu fördern, so dass Bundesligisten verpflichtete Talente in Nachwuchshochburgen wie Langen, Göttingen, Rhöndorf, oder Breitengüßbach reifen können, ist ebenfalls angedacht. "Und wir brauchen mehr hauptamtliche Trainer", so Steven Clauss aus dem Ressort Nachwuchsarbeit. Über einen händeringend gesuchten Ligasponsor, für den die junge Marke zusätzlicher Anreiz sein soll, könnten Stellen entstehen. Noch finanziert das Startgeld die Außendarstellung. "Wenn man sich ansieht, wo wir noch vor drei Jahren waren, sind das Welten", sagt Tamoj. "Wir dürfen nicht aufgeben." Denn solange die Angst vor einer ungewissen Zukunft den öffentlichen Diskurs in Deutschland bestimmt, werden Nachwuchskonzepte immer Konjunktur haben.
Sonntag 1. Mai 2005 Otto Reintjes: Gedanken über Wettbewerbsverzerrung sind antiquiert
Aus der RHEINISCHEN POST:
„Beide Seiten profitieren“
Otto Reintjes, Bayers neuer Basketball-Abteilungsleiter, hat erste Entscheidungen getroffen. Wucherer und Schultze spielen in Italien statt am Sonntag gegen Frankfurt. Der Sparzwang macht’s nötig. Leverkusen. Es ging dann alles plötzlich ganz schnell: „Freigabe für Denis Wucherer und Sven Schultze“, meldete Bayers Basketball-Abteilung am Mittwoch. Die beiden Nationalspieler der Giants werden also beim abschließenden Bundesligaspiel der Leverkusener Korbjäger am Sonntag gegen den Titelverteidiger Skyliners Frankfurt (15 Uhr, Dopatka-Halle) fehlen. Otto Reintjes, gerade mal zwei Wochen in seinem neuen Amt als Abteilungsleiter, hat gleich ganz knifflige Entscheidungen treffen müssen. Im Gespräch, das RP-Mitarbeiter Friedrich G. Strauch mit dem neuen Basketball-Chef geführt hat, begründet er seine Überlegungen.
Wie hat es sich ergeben, dass Schultze und Wucherer so plötzlich einen neuen Verein gefunden haben? Reintjes: Als klar war, dass wir nicht mehr absteigen können, haben wir überlegt, wie wir die Saison zu Ende bringen. Da kamen die Anfragen aus Italien und Frankreich. Wucherer und Schultze haben die Chance gesehen, für sich ganz persönlich eine verkorkste Saison, wie sie es selbst gesagt haben, vielleicht noch zu einem guten Ende zu bringen.
Ist es denn nicht unsportlich, wenn nicht sogar eine Wettbewerbsverzerrung, wenn Leverkusen jetzt mit dezimierter Truppe am Sonntag aufläuft? Reintjes: Das ist in der heutigen Zeit wirklich antiquiertes Denken. Heute muss doch jeder Verein selbst sehen, wie er im Rahmen der Regeln und Ordnungen klar kommt. Wie er seine Politik umsetzen will.
Die Fans reden sogar schon vom vorzeitigen Ausverkauf des Leverkusener Basketballs. Reintjes: Auch das sehe ich nicht so. Wenn ohnehin die Verträge von acht Spielern auslaufen, macht es doch keinen Sinn, da etwas künstlich zu verlängern. Es dürfte auch kein Geheimnis sein, dass Wucherer und Schultze nicht gerade die billigsten Spieler waren.
Also war alles nur eine rein wirtschaftlich begründete Entscheidung? Reintjes: Jeder weiß, dass wir sparen müssen. Da machen insgesamt vier Monatsgehälter für uns schon einen signifikanten Betrag aus. Es ist also eine Win-Win-Situation: die beiden Spieler profitieren davon, und auch wir profitieren davon.
Auch Demond Greene sollte zu Racing Paris wechseln. Reintjes: Die Pariser haben sich kurzfristig aber anders entschieden.
Solche Aktionen lassen nichts Gutes erahnen für die nächste Saison. Zumal ein wichtiger Sponsor aussteigt. Reintjes: Dazu kann ich im Moment noch gar nichts sagen. Ich führe derzeit Gespräche auf allen Ebenen. Ich denke dabei sogar über die Hilfe einer Beraterfirma nach. Jedenfalls macht jetzt blinder Aktionismus überhaupt keinen Sinn. Wir haben aber mit Bayer ja immer noch einen zuverlässigen Sponsor, den zehn andere Bundesligaverene auch gerne hätten. Über eins bin ich mir aber im klaren: Wir stehen vor einer harten Saison.
Bedeutet die Freigabe für Wucherer und Schultze, dass sie bei den Personalplanungen keine Rolle mehr spielen? Reintjes: Keineswegs. Sie haben schließlich in Treviso bzw. Mailand erst einmal nur Zwei-Monats-Verträge unterschrieben.
Wann wird die Trainerfrage geklärt? Reintjes: Da fällt die Entscheidung in den nächsten zwei Wochen.
Ohne Wucherer und Schultze könnte die Partie gegen Frankfurt zur Farce werden... Reintjes: Das sehe ich überhaupt nicht so. Da werden Spielzeiten frei, Leute wie Seggelke oder Kangur können jetzt ohne jeglichen Zwang zeigen, was sie können.
Freitag 29. April 2005 Leverkusens "Wucherer-Sparmodell" erzürnt Fans und Liga"
Aus der BERLINER MORGENPOST: Spielerflucht verzerrt den Wettbewerb im Basketball In der Basketball-Bundesliga hat eine wahre Spielerflucht eingesetzt. Vereine, für die es um nichts mehr geht, lösen die Arbeitsverhältnisse mit Spielern in gegenseitigem Einvernehmen und sofortiger Wirkung auf. Die Klubs sparen pro Abgang zwei Monatsgehälter, denn jeder Vertrag ist bis Ende Juni datiert. In Nationalspieler Denis Wucherer und Sven Schultze (beide Bayer Leverkusen), die in Treviso beziehungsweise Mailand anheuerten, wurde der Etat gleich doppelt entlastet. Braunschweigs Pete Lisicky wechselte gestern zu Paris Basket Racing. Zwei Spieler von Absteiger UB Schwelm verließen den Verein schon vor Wochen. Derartige Transfers ins Ausland sind legitim. In Italien und Frankreich dürfen Teams - im Gegensatz zu Deutschland - bis zum Play-off-Start neues Personal einstellen. „Das ist eindeutig Wettbewerbsverzerrung“, sagt hingegen Walter Pütz, Geschäftsführer von RheinEnergie Köln, „das hat mit Fairneß nicht viel zu tun.“ Die Kölner könnten die Leidtragenden dieser Praxis sein. Sollte nämlich der Tabellendritte sein Heimspiel gegen die Gießen 46ers am Sonntag verlieren, würde der dritte Rang wohl an Leverkusens Gegner Opel Skyliners Frankfurt gehen. „Man könnte sagen, daß Leverkusen das Spiel herschenkt“, sagt Pütz, „und das geht einfach nicht.“ Bei der nächsten Sitzung aller Vereinsmanager am 12. Mai steht diese Art von Vereinswechsel ganz oben auf der Agenda. Doch Leverkusens Manager Thomas Deuster hält ein Verbot des freien Wechsels für juristisch nicht möglich. „Dann würde die Liga ins Hoheitsgebiet der Vereine eingreifen.“ Er fährt fort: „Das Wort Wettbewerbsverzerrung ist doch längst antiquiert. Das gibt es gar nicht mehr im Profisport.“
TIPP: Aktuelle Diskussion bei www.schoenen-dunk.de unter „Der Leverkusen-Skandal“
Mittwoch 27. April 2005 Alba-Protest wegen Pokal-Aus wird ad acta gelegt
die Berliner Morgenpost schreibt:
Alba kämpft weiter gegen Wright-Sperre
Aber Protest wegen Pokal-Aus wird ad acta gelegt
Von Jörg Rößner Als die Anti-Doping-Kommission des Deutschen Basketball Bundes (DBB) Michael Wright am späten Abend des 13. April wegen der in seiner Probe gefundenen Amphetamin-Spuren für zwölf Spiele sperrte, kündigte Bundesligist Alba Berlin sofort an, gegen dieses Urteil in Revision zu gehen. Da die schriftliche Begründung jedoch erst acht Tage später eintraf, dauerte es etwas länger, bis der Protest den Rechtsausschuß des Verbandes als zuständige Instanz erreichte. "Die Berufung ist bereits eingelegt", bestätigte Alba-Vizepräsident Marco Baldi gestern, "die Begründung wird nachgereicht." Heute, zwei Wochen nach der Anhörung in Hagen, werden die Unterlagen komplett vorliegen. "Wir hoffen auf einen schnellen Verhandlungstermin möglichst nächste Woche", so Baldi. "Ich denke, das ist auch im Interesse des DBB."
Während die Berliner weiter um die Anerkennung ihrer Rechtsauffassung kämpfen, daß der unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) leidende Wright das Amphetamin enthaltende Medikament Adderall zum Leben benötigt, verfolgen sie den Einspruch gegen die Wertung des verlorenen Pokal-Viertelfinals in Bonn (85:96) nicht mehr ernsthaft. Auch wenn dieser zwar offiziell nicht zurückgezogen wird, geht man im Alba-Vorstand davon aus, daß der Protest ad acta gelegt werden kann, da der DBB im Doping-Fall Michael Wright keine Verfahrensfehler beging.
Indirekt damit zusammen hängt eine andere Entscheidung: Wie bereits vor einem Jahr, als die damals noch von Emir Mutapcic betreute Mannschaft ebenfalls die Pokal-Endrunde verpaßte, bezieht Alba auch unter Cheftrainer Henrik Rödl zwischen dem Ende der Hauptrunde und dem Play-off-Beginn ein Trainingslager. Nach dem Bundesliga-Spiel gegen TBB Trier am kommenden Sonntag (15 Uhr, Max-Schmeling-Halle) wird sich Alba vom Dienstag, den 3. Mai bis Sonnabend, den 7. Mai fünf Tage lang außerhalb von Berlin, aber nicht wie zuletzt in Bad Saarow, auf die entscheidende Saisonphase vorbereiten. Alba startet am Freitag, den 13. Mai mit einem Heimspiel ins Play-off-Viertelfinale, der Gegner steht noch nicht fest.
Freitag 22. April 2005 Schiedsgericht (Köln-Dragons) „empfiehlt“ Grippeschutzimpfung
DPA meldet: Berufung abgelehnt: Köln gegen Artland Dragons wird nicht neu angesetzt
Das Schiedsgericht der Basketball Bundesliga (BBL) hat die Berufung gegen die Spielwertung der Partie RheinEnergie Köln gegen Artland Dragons zurückgewiesen. Damit bleibt die Wertung von 2:0 Punkten und 1:0 Körben für die Kölner bestehen. Das Match des 21. Spieltages konnte am 26. Februar nicht angepfiffen werden, weil den Quakenbrückern vornehmlich wegen grippaler Infekte nur vier gesunde Spieler zur Verfügung gestanden hatten. Artland Dragons hatte bei der Berufung wegen „höherer Gewalt" argumentiert. Der Schiedsspruch ist bindend, teilte die BBL heute mit. Als Urteils-Begründung führte das Gremium unter dem Vorsitz von Ernst Dünisch (Erfurt) an, dass der Club „höherer Gewalt im Sinne der Spielordnung" nicht dargelegt und bewiesen habe. Es ist bereits zweifelhaft, ob der verletzungs- und krankheitsbedingte Ausfall von mehr als zehn Spielern bei einem Kader von 15 „soweit außerhalb der Wahrscheinlichkeit liegt, dass damit nicht zu rechnen wäre", sagte Dünisch. Quakenbrück habe auch nicht nachgewiesen, dass das äußerste Mögliche und Zumutbare getan worden sei, einen solchen Ausfall zu verhindern, hieß es weiter. Nur dann könnte sich Artland Dragons erfolgreich auf das Vorliegen höherer Gewalt berufen. Nicht alle Spieler seien rechtzeitig einer Grippeschutzimpfung unterzogen worden. Von elf Geimpften wären sechs nicht von einem grippalen Infekt betroffen, dafür aber alle vier nicht Geimpften.
Freitag 22. April 2005 Schwelm: Ohne Bond und mit Schulden
DPA meldet:
Absteiger Schwelm schuldet der Stadt Wuppertal Hallenmiete Die als Absteiger aus der Basketball- Bundesliga feststehenden Union Baskets Schwelm schulden der Stadt Wuppertal als Eigentümerin der Uni-Halle die komplette Miete für die Rückrundenspiele in Höhe von 10.500 Euro. Frank Herfeld vom Stadtbetrieb Sport und Bäder bestätigte: „Mitte Februar hätte das Geld auf dem Konto sein müssen. Es ist jetzt für Ende April avisiert." Das Team von Trainer Torsten Daume hatte alle Heimspiele in der Uni-Halle ausgetragen, die Zuschauerzahlen waren nach den zahlreichen Niederlagen deutlich auf ca. 1000 pro Spiel gesunken. Auch mit der Zahlung von Spielergehältern sind die Schwelmer in Rückstand geraten. Am Samstag um 19.30 Uhr findet das letzte Heimspiel in der Uni-Halle gegen EnBW Ludwigsburg statt, US-Center Ryan Bond (Handbruch) ist dann bereits nicht mehr dabei. Formal haben die Schwelmer Baskets eine Lizenz für die zweite Liga beantragt, der bisherige Hauptsponsor allerdings hat schon vor Monaten kundgetan, an einer Finanzierung in dieser Liga kein Interesse zu haben.
Mittwoch 20. April 2005 Lietuvos Rytas neuer ULEB-Cup-Champion
Der neue ULEB-Cup-Champion 2005 kommt aus dem Land des Europameisters. Lietuvos rytas Vilnius gewann am Dienstagabend im belgischen Charleroi das Finale vor 6.500 Zuschauern gegen Alfa Makedonikos aus Griechenland mit 78:74.
Bereits zum zweiten Mal - nach dem letztjährigen Cupsieger Hapoel Jerusalem - hatten es die Telekom Baskets Bonn in ihrer Gruppe mit dem späteren Cupsieger zu tun.
Samstag 16. April 2005 Leverkusen vor großem Stühlerücken
Aus dem Kölner Stadt-Anzeiger: Ehrenrunde im luftleeren Raum VON MICHAEL ZEIHEN
Leverkusen - Am Mittwochabend war es im gewöhnlich sowieso sehr ruhigen Internet-Forum der Bayer Giants Leverkusen anlässlich der Neuigkeiten, die sich am Dienstag bei der Abteilungsversammlung der Bayer-Basketballer ergeben hatten, schon fast sensationell beschaulich. Ganze drei Fans hatten ihre Meinung zur Wahl von Otto Reintjes zum neuen Abteilungsleiter sowie zum anstehenden Abschied von Manager Thomas Deuster (zum 1. Juli) zum Besten gegeben. Entweder hatten es die meisten Fans noch nicht mitbekommen oder das Interesse an diesen die Zukunft der Giants doch wesentlich betreffenden Personalien ist bei den Anhängern einfach nur im unteren Level angesiedelt. Merkwürdig.
Befremdend war auch, dass das Trainergespann Heimo Förster und Achim Kuczmann bis Mittwochmittag sowie die Mannschaft bis in den Nachmittag hinein offiziell noch nicht über diese Neuigkeiten informiert war. Während Thomas Deuster aber immerhin schon Klarheit über seine Zukunft besitzt, schweben die beiden Coaches weiterhin im luftleeren Raum. Eine Entscheidung über den Verbleib oder das Ende von Förster und Kuczmann oder auch Förster oder Kuczmann in Leverkusen soll erst zum Saisonende gefällt werden. „Das macht die Sache auch für die Spieler, die weiterhin hoch motiviert und sehr gut trainieren, nicht einfacher. Sie wissen nicht, wie und mit wem es hier weiter geht“, weiß Heimo Förster um die Gedanken der Akteure, die natürlich auch mitbekommen, dass in anderen Vereinen bereits etliche Personalentscheidungen gefallen sind.
Aber bevor das endgültige Fazit der Spielzeit in knapp drei Wochen gezogen und dann wohl auch zügig eine Entscheidung in Sachen Trainer fallen wird, geht es für die Giants auf die letzten drei Ehrenrunden in dieser Saison. Am Sonntag (17 Uhr, Wilhelm-Dopatka-Halle) soll gegen die Union Baskets Schwelm endlich mal wieder ein Sieg her und da kommt der Tabellenletzte der Liga gerade recht. Ohne Top-Scorer Johnson, der vergangene Woche kurzfristig Schwelm den Rücken zukehrte, gilt der Aufsteiger als krasser Außenseiter und wenn nicht gegen Schwelm, gegen wen wollen die Leverkusener sonst gewinnen? Das weiß auch Heimo Förster. „Für uns zählt am Sonntag nur ein Sieg.“
Mittwoch 13. April 2005 Bremerhaven vor dem Aufstieg
Trotz einer 89:95-Niederlage bei Schröno Paderborn haben die Eisbären Bremerhaven ihre Chance auf die Meisterschaft in der 2. Liga Nord und den Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga gewahrt: Nun liegen Paderborn und Bremerhaven mit jeweils 50:4 Punkten gleichauf, Bremerhaven hat jedoch den direkten Vergleich (+12 im Hinspiel) gewonnen. Es sind noch drei Spieltage zu absolvieren.
In der 2. Bundesliga Süd hatte sich frühzeitig Falke Nürnberg sportlich für den Aufstieg qualifiziert. Über einen endgültigen Aufstieg entscheidet das Lizenzierungsverfahren, in dem die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die spieltechnischen Voraussetzungen nachgewiesen werden müssen.
Mittwoch 13. April 2005 Leverkusen: Reintjes folgt Deuster auf dem Manager-Posten
SID berichtet:
Ex-Commissioner kann es nicht lassen: Reintjes ersetzt Deuster bei Bayer Leverkusen
Basketball-Urgestein Otto Reintjes kann es nicht lassen und kehrt nach fünf Jahren als Commissioner der Bundesliga zu seinem Stammverein Bayer Leverkusen zurück. Der 55 Jahre alte ehemalige Nationalspieler wurde gestern abend auf der Mitgliederversammlung zum Abteilungsleiter Basketball gewählt und tritt damit die Nachfolge von Klaus Beck an, der sich auf seine Funktion als Vorsitzender des Gesamtvereins konzentrieren wird.
„Es freut mich natürlich sehr, dass man mir diesen verantwortungsvollen Job anvertraut hat. Ich gehe hoch motiviert und mit vollem Engagement an diesen sicher nicht einfachen Auftrag“, erklärte Reintjes. Das zunächst ehrenamtliche Engagement wird ab dem 1. Juli in eine hauptamtliche Funktion umgewandelt. Gleichzeitig wird der derzeitige Manager des Rekordmeisters, Ex-Spieler Thomas Deister, zurück in den Bayer-Konzern wechseln. Unklar ist noch, ob der Vertrag mit Cheftrainer Heimo Förster verlängert wird. Dessen Konzept, mit jungen deutschen Spielern den Anschluss an die nationale Elite zu schaffen, war zuletzt wenig erfolgreich, die „Riesen vom Rhein" werden in dieser Saison erstmals die Playoffs verpassen.
Als BBL-Commissioner fädelte Reintjes noch vor der Kirch-Krise einen lukrativen Fernsehvertrag ein und erhöhte insgesamt den Grad der Professionalisierung in der BBL. Eine unglückliche Figur gab Reintjes aber in der Vorsaison bei der im Lizenzentzug endenden Krise beim Mitteldeutschen BC ab. Seit dem 1. April ist der 34-Jährige Jan Pommer neuer Commissioner der Basketball-Bundesliga.
Dienstag 12. April 2005 Zweite Revolution im deutschen Sport? Nach dem Bosman-Urteil nun das Simutenkow-Urteil
EuGH-Urteil gibt grünes Licht für russischen Profi
Am 15. Dezember 1995 verkündete der Europäische Gerichtshof das „Bosman-Urteil“ und erklärte damit die bis dahin gültigen Transferregelungen und Ausländerbeschränkungen in den Mannschaftssportarten für nichtig. Diese Entscheidung kam einer Revolution im bezahlten Mannschaftssport gleich, können doch seither ausländische Spieler in nahezu unbegrenzter Anzahl in den Bundesligen eingesetzt werden. Die Aufhebung der Ausländerklauseln führte zu einer enormen Migrationsbewegung in die deutschen Bundesligen, so dass in der Saison 2000/01 der Anteil ausländischer Spieler bei über 40% – im Eishockey sogar bei 60% – lag. In der Basketball-Bundesliga hat sich der Ausländeranteil von 94/95 (17,1 %) bis 2001 auf über 39 % erhöht. Ausgangspunkt der „Revolution“ war die Klage eines Herrn Bosman, belgischer Fußballprofi, gegen seinen Verein gewesen.
Seitdem sind in der Basketball-Bundesliga Spieler aus EU- und Cotonou-Staaten (Länder, deren Bürger einen Arbeitnehmer-Freizügigkeitsstatus in der EU genießen) uneingeschränkt einsetzbar, während die Zahl der „Ausländer“ auf vier (2 Amerikaner plus 2 Nicht-EU-Spieler) begrenzt ist. Nicht-EU-Spieler firmieren unter Bosman-B-Spielern (Osteuropa). Heute nun hat das höchste Gericht der Europäischen Union (EU) das Tor für die Beschäftigung von Fußballern (und vermutlich Sportler anderer Sportarten) aus Nicht-EU-Ländern weit geöffnet. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) gab heute einer Klage des russischen Fußballprofis Igor Simutenkow Recht, der sich auf ein zwischen der EU und Russland geschlossenes Partnerschaftsabkommen berufen hatte. Unter Hinweis auf dieses Abkommen hatte Simutenkow gegen eine Regelung des spanischen Fußballverbandes geklagt, wonach Spieler aus Nicht-EU-Ländern nur begrenzt aufgestellt werden dürfen.
Das EU-Gericht erklärte diese Beschränkung für unrechtmäßig, weil sie dem Diskriminierungsverbot widerspreche, das in dem Partnerschaftsabkommen ausdrücklich enthalten sei. Deswegen müssten Spieler aus Russland ebenso behandelt werden wie Kicker aus EU-Staaten. Die EU hat nicht nur mit Russland, sondern mit einer Reihe anderer Staaten ähnliche Vereinbarungen unterzeichnet. Dazu gehören unter anderem 77 Entwicklungsländer Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten).
Das 1994 geschlossene Partnerschaftsabkommen mit Russland verbietet nach Ansicht des EuGH „in einer klaren, genauen und nicht an Bedingungen geknüpften Formulierung“, legal in der EU beschäftigte russische Arbeitnehmer „hinsichtlich der Arbeitsbedingungen, der Entlohnung oder der Entlassung“ gegenüber den Bürgern der EU-Staaten zu benachteiligen. Aus diesem Grund entschieden die Richter, dass sich Simutenkow auch als Einzelner an das Gericht wenden durfte.
Der Russe, der inzwischen beim US-Verein Kansas City Wizards tätig ist, war beim spanischen Verein Deportivo Tenerife angestellt und hatte vom spanischen Fußballverband eine Lizenz für nicht der EU angehörende Spieler bekommen. Nach der Regelung des spanischen Verbandes durften die Vereine nur eine begrenzte Zahl von Spielern aufstellen, die aus Nicht-EU-Ländern kommen. Simutenkow beantragte unter Berufung auf das Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Russland die Umwandlung seiner Lizenz in eine Lizenz für EU-Spieler. Dies wurde vom spanischen Fußballverband abgelehnt.
In der Begründung des EU-Urteils heißt es, das durch das Partnerschaftsabkommen verbriefte Recht auf Gleichbehandlung stehe der auf die Staatsangehörigkeit gestützten Begrenzung durch den spanischen Verband entgegen. Es handele sich auch nicht um eine Regelung für Länderspiele, sondern für Vereins-Begegnungen. Dies betreffe „den Kern der von Profispielern ausgeübten Tätigkeit“. „Eine solche Begrenzung ist daher nicht durch sportliche Erwägungen gerechtfertigt.“
Quelle: n-tv/tbb/dpa
Dienstag 12. April 2005 Doping-Fall Wright: Entscheidung bereits morgen
Aus der BERLINER MORGENPOST:
Morgen in Hagen: Urteil im Doping-Fall Wright Von Jörg Rößner Im Doping-Fall Michael Wright ist Alba Berlins erster Wunsch in Erfüllung gegangen: Der nach einer schnellen Verhandlung aufgrund der positiven A-Probe nach dem Bundesliga-Heimspiel gegen Ludwigsburg. Morgen ab 19 Uhr findet in der Geschäftsstelle des Deutschen Basketball Bundes (DBB) in Hagen die Anhörung der Anti-Doping-Kommission des Verbandes in dieser Sache statt. Der Kommissionsvorsitzende Dr. Wolfgang Hilgert erklärt: „Da Alba auf die Öffnung der B-Probe und die Einhaltung der Ladungsfrist verzichtet, können wir diese Verhandlung im Interesse des Spielers so schnell durchführen.“ Neben den fünf Mitgliedern der Anti-Doping-Kommission wird außerdem ein Sachverständiger des Labors von Professor Wilhelm Schänzer in Köln, das die Untersuchung durchführte, anwesend sein. Von Seiten der Berliner werden auf jeden Fall der Betroffene Michael Wright und Mannschaftsarzt Dr. Gerd-Ulrich Schmidt nach Hagen fahren. Ob die Delegation um Klubverantwortliche wie Vizepräsident Marco Baldi erweitert wird, entscheidet sich erst heute. Läuft alles wie geplant, verkündet die Kommission noch am späten Mittwochabend ihr Urteil, das sich an den Richtlinien der Anti-Doping-Kommission des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und des Deutschen Sportbundes (DSB) orientieren muß. Welches Strafmaß Wright erwarten könnte, läßt Hilgert, von Beruf Richter, offen: „Dazu will ich mich nicht äußern.“ Allerdings räumt er ein, daß es „immer Spielräume“ gebe, da das „Ausmaß des Verschuldens des Betroffenen eine Rolle“ spiele. Was für Wright bedeuten könnte, daß er nicht allzu hart für ein mögliches Versäumnis seines Klubs bestraft wird. Unabhängig davon kann Alba gegen die Entscheidung der Kommission Einspruch beim Rechtsausschuß des DBB einlegen. Doch das würde das Verfahren wieder weiter in die Länge ziehen.
Montag 11. April 2005 Schwerer Schlag für Bamberg
Beechum fällt mindestens ein halbes Jahr aus
Wie der Sportinformationsdienst meldet, fällt der Spieler Hurl Beechum (TSK Bamberg) für mindestens sechs bis acht Monate aus. Eine beim letzten Meisterschaftsspiel in Köln erlittene Knieverletzung stellte sich nach einem Kernspintomogramm als Riss des vorderen Kreuzbandes heraus, ebenfalls sollen Außen- und Innenmeniskus verletzt sein.
Quelle: SID
Samstag 9. April 2005 Zwei Jahre Sperre für Wright?
Aus dem BERLINER TAGESSPIEGEL:
„Die Wada möchte zwei Jahre Sperre“
Doping-Experte Clasing über den Fall Wright
Herr Clasing, der Basketballer Michael Wright ist positiv auf Amphetamine getestet worden. Angeblich hat er ein Attest, das ihm die Einnahme eines Mittels erlaubt, das Amphetamine enthält. Reicht das aus? Clasing: Der Sportler muss einen Antrag zur Genehmigung bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur stellen. Aber von diesem Herrn Wright liegt uns nichts vor.
Wright und sein Verein Alba Berlin behaupten, er habe das Medikament zur Behandlung seines Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms benötigt. Clasing: Das kann sein, aber dennoch muss er einen Antrag einreichen mit einem psychologischen Gutachten und zwar bevor etwas passiert ist, nicht erst nach einer Dopingprobe. Er hätte den Antrag auch bei der amerikanischen Anti-Doping-Agentur einreichen können oder beim Welt-Basketball-Verband. Aber das ist offensichtlich nicht passiert. Bei ADS haben wir übrigens in der Vergangenheit nur ein Viertel der Anträge genehmigt.
Reicht ein Attest unter keinen Umständen? Clasing: Ein Attest war schon immer zu wenig. Das akzeptieren wir nur bei D-Kader-Athleten, die Asthma haben. Außerdem sind Amphetamine doch gerade im Basketball eine tolle Droge. Sie erhöhen die Konzentration. Auch der Mannschaftsarzt muss sich nun Fragen gefallen lassen.
Was könnte das für Wright bedeuten? Clasing: Die Internationale Anti-Doping-Agentur Wada möchte in solchen Fällen eigentlich eine zweijährige Sperre.
Kann Wright denn durch seine Krankheit auf mildernde Umstände hoffen? Clasing: Das kommt darauf an. Die Gerichtsbarkeit liegt nun beim Basketball-Bund. Für mich ist der Fall bislang eindeutig. Der Athlet hat es versäumt, das Medikament anzumelden. Aber vielleicht bekommen wir ja noch andere Informationen.
Prof. Dirk Clasing ist stv. Vorsitzender der NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur)
Freitag 8. April 2005 Wo ist die Bescheinigung für Wright?
Aus dem BERLINER TAGESSPIEGEL:
Medizin mit Makel
Albas Michael Wright steht unter Dopingverdacht – der Basketballklub glaubt an seine Unschuld
Von Ingo Schmidt-Tychsen
Berlin - Gerd-Ulrich Schmidt ist sich ganz sicher. „Es sind zu einhundert Prozent die Amphetamine, für die wir eine Genehmigung haben“, sagt der Mannschaftsarzt von Alba Berlin. Am Mittwoch um 17 Uhr, zweieinhalb Stunden vor dem Pokal-Viertelfinale in Bonn, das die Berliner 85:96 verloren, erreichte die Berliner die schockierende Nachricht: Michael Wright wurde am 19. März nach dem Bundesligaspiel gegen Ludwigsburg positiv auf Amphetamine getestet. Das Spiel in der Max-Schmeling-Halle gewann Alba 75:70, Wright erzielte 11 Punkte und holte 12 Rebounds. Er ist bis auf weiteres vom Spielbetrieb suspendiert.
Für Gerd-Ulrich Schmidt ist der Fall eindeutig. Michael Wright nehme seit seinem 14. Lebensjahr Medikamente gegen sein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS). „Sein Präparat gegen ADS enthält genau die Amphetamin-Spuren und die Menge, die in der Urinprobe gefunden wurde. Dafür haben wir eine Bescheinigung. Ich war dabei, als der Doping-Kommissar die Bescheinigung an die Probe geheftet hat. Diese Bescheinigung ist im Labor nicht angekommen“, sagt Schmidt. Weil der Sachverhalt klar sei, will Alba sogar auf die Öffnung der B-Probe verzichten. Die Bescheinigung sei von einem Facharzt erstellt worden. „Es handelt sich um eine gesund erhaltende Medikation. In den USA ist das Mittel weit verbreitet und bekannt.“ Mit ähnlichen Bescheinigungen habe der 25-jährige Wright in seiner Laufbahn in Spanien und den USA bereits acht bis zehn Dopingproben absolviert. Gesperrt wurde er dafür noch nie. Den Namen des Präparates will Gerd-Ulrich Schmidt nicht nennen. „Mein Anwalt hat davon abgeraten.“
Wolfgang Hilgert, Vorsitzender der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Basketball-Bundes (DBB), wundert sich über Schmidts Erklärung: „Es gibt keine Bescheinigung, die die Einnahme von Amphetaminen erlaubt“, sagt er. Albas Mannschaftsarzt solle doch einmal einen Blick in die Liste der verbotenen Substanzen werfen. Schmidt kontert: „Das ist eine Unverschämtheit. Herr Hilgert muss sich vorsehen, was er sagt, da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt. Die Frage, die wir gerade recherchieren, ist, wo die Bescheinigung auf dem Weg ins Labor abhanden gekommen ist.“
Die Berliner haben auf dem Spielberichtsbogen Protest gegen die Wertung des Pokal-Viertelfinals gegen Bonn eingelegt. Wright ist einer der wichtigsten Spieler bei Alba. Er steht regelmäßig in der Anfangsformation. Zudem erreichte Alba die Nachricht von der Suspendierung Wrights zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die Mannschaft bereitete sich gerade in einer Teambesprechung auf das bedeutende Spiel vor. Wright selbst ist sich keiner Schuld bewusst: „Ich hatte nie etwas mit Doping zu tun.“
Ob eine Wiederholung der Begegnung möglich ist, dazu sagte Dirk Horstmann: „Darüber muss nach dem Abschluss des Verfahrens entschieden werden.“ Horstmann ist Mitglied der Anti-Doping-Kommission des DBB. Umgekehrt könnten Alba auch die Punkte aus dem gewonnenen Bundesligaspiel gegen Ludwigsburg, bei dem Wright positiv getestet wurde, abgezogen werden.
Sollte das Pokal-Viertelfinale nicht wiederholt werden, hätte Alba bereits das zweite Saisonziel verpasst. Mitte Januar waren die Berliner bereits in der Gruppenphase des Uleb-Cups ausgeschieden. Darüber will Albas Präsident Dieter Hauert aber noch nicht spekulieren: „Wir müssen das schwebende Verfahren erst einmal abwarten. Trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass Michael unschuldig ist. Er muss so schnell wie möglich rehabilitiert werden.“ Einen Imageschaden für seinen Verein befürchtet Hauert nicht. Auch dann nicht, wenn sich der Dopingverdacht erhärten sollte. „Der Spieler trifft eigene Entscheidungen, auf die wir keinen Einfluss haben.“ Es ist der erste mögliche Dopingfall in Albas 14-jähriger Vereinsgeschichte und der dritte in der Basketball-Bundesliga.
Sollte das Spiel nicht wiederholt werden und Alba das Saisonziel tatsächlich verpassen, wäre es für Hauert auch noch „kein Weltuntergang.“ Der Präsident sagt trotzig: „Dann werden wir halt Deutscher Meister.“
Freitag 8. April 2005 "Was für ein blöder Tag" für Alba Berlin
Der General Anzeiger schreibt:
Der frühere Basketballmeister verliert bei den stark aufspielenden Telekom Baskets Bonn nicht nur ein weiteres Ziel aus den Augen, sondern gerät auch in Erklärungsnotstand im Dopingfall Michael Wright
Von Jörg Stratmann
Bonn. Auf Henning Harnisch, frisch installierter Teammanager bei Alba Berlin, stürzt täglich Neues ein. Von den Ereignissen dieses Abends wurde der 36 Jahre alten frühere Basketballprofi gar überfordert. Harnisch versuchte zu erklären, was nicht erklärlich schien, und sagte dann nur noch: "Was für ein blöder Tag."
Zumindest aus Berliner Sicht. Nicht nur war Alba im Pokalviertelfinale bei geschlossen starken Telekom Baskets gescheitert. Hinzu kam der Dopingfall des Berliner Power Forward Michael Wright. Kein Wunder, dass die Erschütterung andauerte.
Albas Vizepräsident Marco Baldi war sehr daran gelegen darzustellen, dass die Ursache für die Niederlage, die weitere wirtschaftlichen Überlegungen des früheren Serienmeisters über den Haufen warf, nicht in der Suspendierung des amerikanischen Profis zu suchen sei. Zu gut habe Bonn gespielt.
Und doch hatte die Nachricht der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Basketball-Bundes (DBB), die zweieinhalb Stunden vor dem Spiel mitten in die letzte Besprechung platzte, Team und Betreuer offensichtlich schockiert.
Am 19. März habe sich der 25 Jahre alte Wright nach dem Heimspiel gegen EnBW Ludwigsburg (75:70) einer Dopingprobe unterziehen müssen, in deren A-Probe Spuren der Stimulanz Amphetamin nachgewiesen wurden. Deshalb werde Wright gemäß Paragraf 7 Absatz 3 der Dopingordnung automatisch bis auf weiteres suspendiert.
Vorsorglich hatte Baldi nach der 85:96-Niederlage Protest eingelegt. Auch erwäge Alba eine Einstweilige Verfügung, um Wright am Samstag in Tübingen einsetzen zu können. Alba wolle das Nötige getan haben, "falls sich Verfahrensfehler ergeben", so Baldi. Danach sah es allerdings auch 24 Stunden später nicht aus.
Der Verband habe sich strikt an die Regeln gehalten und zum frühest möglichen Zeitpunkt informiert, sagte DBB-Sportdirektor Wolfgang Brenscheidt als Mitglied der Anti-Doping-Kommission. Doch weitere Auskunft gab er nicht im schwebenden Verfahren des dritten Dopingfalls der Bundesligageschichte.
Vor allem wollte er nicht die Behauptung kommentieren, dass Wright seit seinem 14. Lebensjahr Medikamente gegen Asthma und gegen das sogenannte Aktivitäts-Defizit-Syndrom (ADS) einnehme. Diese Mittel seien stets angezeigt worden, hieß es in Berlin. Teamarzt Gerd-Ulrich-Schmidt sagte, er habe "bei jedem Spiel immer alle Atteste dabei".
Gerade für diese chronischen Krankheiten sehen die internationale (Wada) und nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) in der Tat Ausnahmegenehmigungen vor. Sie setzen eingehende Diagnosen und Gutachten, in einem Fall wie diesem auch psychologische, voraus und für ausländische Spieler eine Entscheidung der Ärzte des internationalen Verbandes mindestens 21 Tage vor dem nächsten Wettkampf.
Dieser Bescheid soll bei Dopingkontrollen vorgelegt werden. Oder auch anschließend, falls gerade nicht zur Hand; darauf wies Professor Dirk Clasing, der stellvertretende Nada-Vorsitzende, hin.
Insofern musste die Berliner Hektik nach dem Spiel verwundern. Oder hat der Klub das offizielle Meldeverfahren nicht eingehalten? Darüber herrschte am Donnerstag Schweigen.
Clasing indes sagte auch, dass ADS in Deutschland nur bis zum 18. Lebensjahr behandelt werde; und Medikamente, die Amphetamine enthielten, fielen seit 1986 unter das Betäubungsmittelgesetz und spielten im Sport keine besondere Rolle mehr. Wer allerdings Clasings Broschüre "Dopingkontrolle", eine Information für Aktive, Betreuer und Ärzte, liest, erfährt auf Seite 15 dies: Amphetamine seien "über den Suchtmittelmarkt (Ecstasy) zurückgekommen".
Donnerstag 7. April 2005 Rätselraten im Doping-Fall Wright
DPA berichtet:
Doping-Fall belastet Pokal - Wright bestreitet Doping
Der Doping-Fall von ALBA-Profi Michael Wright hat den deutschen Basketball-Pokalwettbewerb überschattet und beim ehemaligen Serienmeister aus Berlin einen Schock ausgelöst. „Das hat extrem wehgetan. Michael ist sich keiner Schuld bewusst und auch wir sind von seiner Unschuld überzeugt“, sagte Team-Manager Henning Harnisch. ALBA geht mit einem Protest gegen die Wertung des 85:96 bei den Telekom Baskets Bonn verlorenen Pokalspiels in die Offensive. Der Club sei erst zwei Stunden vor Anpfiff telefonisch von der positiven A-Probe informiert worden, obwohl die Kontrolle beim 25-jährigen US- Amerikaner schon am 19. März nach dem Bundesliga-Spiel gegen EnBW Ludwigsburg (75:70) vorgenommen worden war.
Der von der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Basketball Bundes (DBB) sofort bis auf weiteres suspendierte Wright bestritt vehement die Einnahme unerlaubter Mittel: „Ich hatte mit Doping nie etwas zu tun“, sagte der Aufbau- und Flügelspieler der B.Z. Dirk Horstmann, Mitglied der DBB-Anti-Doping-Kommission, sagte der dpa über den dritten Dopingfall in der Bundesliga: „Wir geben keine Erklärungen ab, weil es sich um ein schwebendes Verfahren handelt. Der Spieler hat die Möglichkeit, eine B-Probe zu beantragen.“
Bisher gab es zwei Doping-Fälle in der Basketball-Bundesliga: Steven Johnson (SG Braunschweig) wurde im März 2000 der Einnahme der unerlaubten Mittel Ephedrin und des Marihuana und Haschisch enthaltenden Mittels THC überführt. Im März 2002 hatte Mike Doyle (Brandt Hagen) das in den USA rezeptfrei erworbene, aber auf der Dopingliste stehende Präparat Cyclo-Diol eingenommen, dessen Substanzen für einen kurzfristigen, aber enormen Anstieg des Testosteron-Wertes sorgen. Johnson wurde für drei Monate, Doyle für 18 Spiele gesperrt - beide Spieler wurden von ihren Clubs entlassen.
„Vielleicht hängt das mit den Medikamenten zusammen, die er wegen seiner Asthma-Krankheit einnehmen muss“, erklärte Harnisch, für den der Fall „völliges Neuland" ist. Der Verein wolle alles tun, um das im Sinne von Michael und ALBA auszuräumen. ALBA erwägt eine Einstweilige Verfügung mit dem Ziel, Wright am Samstag im Bundesliga- Spiel bei den Tigers Tübingen einsetzen zu können.
Laut Angaben der medizinische Abteilung bei ALBA muss Wright schon seit seiner Jugend auch ein Medikament gegen das ADS-Syndrom einnehmen, das aber stets angezeigt worden sei. „Ich habe bei jedem Spiel immer alle Atteste dabei“, sagte Teamarzt Gerd-Ulrich-Schmidt. Wright wurde positiv auf Amphetamine getestet. „Wir stehen vor einem Rätsel", sagte Vizepräsident Marco Baldi. Erstmals ist der siebenmalige Meister von einem Doping-Fall betroffen.
Mit dem Pokal-K.o. in Bonn verfehlten die „Albatrosse" nach dem Scheitern im ULEB-Cup auch ihr zweites Saisonziel. Für das Pokal-Finalturnier „Top Four“ am 7./8. Mai qualifizierte sich Meister Opel Skyliners Frankfurt zum fünften Mal in sechs Jahren. Allerdings schrammten die Hessen knapp an einer Blamage vorbei: Beim Pokalschreck und einzigen Zweitligisten Paderborn Baskets, der zuvor die Bundesliga-Clubs Schwelm und Braunschweig ausgeschaltet hatte, gewannen die Skyliners erst nach Verlängerung 99:89. Cup-Verteidiger RheinEnergie Köln schlug Tübingen 82:74, Ludwigsburg qualifizierte sich durch das 76:67Ôüber Rekord-Pokalsieger Bayer Giants Leverkusen.
Donnerstag 7. April 2005 Schock vor dem Schock
Der Berliner Tagesspiegel schreibt:
Alba beklagt Dopingfall Wright und Pokal-Aus
Von Christiane Mitatselis, Bonn
Es war kein schöner Tag für Alba Berlin. Am Mittwochnachmittag erhielt der siebenmalige deutsche Basketball-Meister eine böse Nachricht: Gegen Power Forward Michael Wright liege ein positiver Doping-Befund fest, teilte der Deutsche Basketball-Bund den Berlinern um 17 Uhr, nur zweieinhalb Stunden vor dem Pokal-Viertelfinalspiel in Bonn mit. Beim Berliner Sieg in der Bundesliga-Partie gegen Ludwigsburg Mitte März (75:70) wurde der US-Amerikaner positiv auf Amphetamine getestet. „Uns hat das sehr überrascht“, sagte Alba-Teammanager Henning Harnisch. Im Pokalspiel bei den Telekom Baskets Bonn saß Wright, der beste Berliner Rebounder, jedenfalls in Jeans und mit zunehmend grimmiger Miene auf der Bank. Seine Teamkollegen kassierten derweil in der mit 3300 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Hardtberghalle eine Niederlage. 85: 96 (38:49) unterlag Alba den Baskets.
Seit dem 7. Juni 2001 hat Alba nicht mehr in Bonn gewonnen. „Bonn war heute in jeder Hinsicht besser als wir. Der Sieg ist verdient“, fand Harnisch. Gleichzeitig wies er aber auf die schwierige Situation hin, in der sich sein Team befand: „Ich möchte nicht als schlechter Verlierer dastehen, aber es war nicht einfach: Wir waren am Nachmittag mitten in der Mannschaftssitzung. Da bekamen wir die Nachricht über den positiven Dopingbefund bei Michael Wright. Das hat für uns die Sache nicht einfacher gemacht“, berichtete er. Besonders in den ersten 20 Minuten wirkten die Berliner regelrecht paralysiert, verteidigten sehr schlecht.
Mit der aggressiven Defense der zu allem entschlossenen Baskets, die zuletzt in der Bundesliga zwei Niederlagen kassiert hatten und deshalb um die Playoff-Teilnahme bangen müssen, kam Berlin andererseits überhaupt nicht zurecht. Ballverluste und Fehlwürfe häuften sich, der an der Hand verletzte Center Jovo Stanojevic machte in der ersten Halbzeit nur vier Punkte. Ein Elf-Punkte-Rückstand zum Seitenwechsel war die logische Konsequenz. Im zweiten Abschnitt fand Alba ein wenig zu sich. Szymon Szewczyk, mit 18 Punkten bester Berliner Scorer, und Nino Garris (15 Punkte, darunter drei Dreipunktewürfe) trieben die Mannschaft an – doch es reichte nur dazu, die letzten beiden Viertel jeweils ausgeglichen zu gestalten.
„Wir haben uns zu spät konzentriert“, sagte Harnisch. Alba Berlin hat gegen die Wertung des Pokalspiels bereits beim Technischen Liga-Kommissar Protest eingelegt. Gründe sind zum einen der späte Zeitpunkt der Benachrichtigung. Anderseits soll sich Michael Wright die Einnahme von Asthma-Medikamenten, auf die der positive Dopingbefund zurückgehen könnte, von der Liga genehmigen haben lassen.
Donnerstag 7. April 2005 Alba scheitert in Bonn
Die Berliner Morgenpost schreibt:
Auch das zweite Saisonziel nach dem 85:96 im Viertelfinale des BBL-Pokals verpaßt
Von Jörg Rößner Als Michael Wright in Blue Jeans und mit einer Trainingsjacke bekleidet auf der Bank Alba Berlins Platz nahm, mögen viele unter den 3500 Zuschauern in der Bonner Hardtberghalle geglaubt haben, der Amerikaner sei verletzt. Nur wenige wußten, daß eine positive A-Probe der Grund für die Untätigkeit des 25jährigen war. Doch den Anhängern der Telekom Baskets Bonn wäre es vermutlich gleichgültig gewesen - Hauptsache, ihr Team war im Vorteil. Und die Gastgeber wußten diesen Vorteil zu nutzen. Durch ein 96:85 (49:38) gewannen sie das Viertelfinale um den BBL-Pokal und qualifizierten sich für das Top Four am 7. und 8. Mai. Die Berliner haben nach dem frühen Scheitern im ULEB-Cup ihr zweites Saisonziel verpaßt. Sie legten unmittelbar nach dem Spiel Protest ein, "für den Fall", wie Vizepräsident Marco Baldi erklärte, "daß sich die Suspendierung Michaels als ungerechtfertigt erweist".
Alba-Cheftrainer Henrik Rödl hatte vor dem Spiel noch angekündigt: "Wir haben fast die ganze Saison ohne einen oder zwei Spieler antreten müssen. Wir gewinnen trotzdem." Zwar führte sein Team schnell 4:0, doch bald drehte sich das Spiel. Und daran hatte durchaus das Fehlen Wrights großen Anteil. Denn seine Rebounds fehlten der Alba-Mannschaft; außerdem konnte sich sein potentieller Bonner Gegenspieler Aleksandar Nadjfeji vor allem in der ersten Halbzeit in Szene setzen. Und schon in dieser gelang es den Baskets, sich Stück für Stück abzusetzen. In der 16. Minute hieß es gar 39:24.
Ständig lagen die Bonner vorn, und als sich die Gäste kurz vor der Halbzeit etwas freigespielt hatten, versetzte ihnen der Ungar Balazs Simon mit einem Dreier aus der eigenen Hälfte eine Sekunde vor der Pausensirene einen weiteren Dämpfer. So blieb es: Immer, wenn Alba aufzuholen schien, schlug Bonn zurück - oft durch Distanzwürfe von Kristaps Janicenoks oder weil sich Nadjfeji und Oluoma Nnamaka unter dem Korb durchsetzten. Den Berlinern fehlte dort spürbar ihr suspendierter Spieler.
Center Jovo Stanojevic, durch eine Handverletzung gehandicapt, brachte kaum Entlastung. Die Würfe von außen (6/22 Dreiern) trafen viel zu selten. Das Fehlen von Wright nutzte nur der Pole Szymon Szewczyk, der mit 18 Punkten und sechs Rebounds eine seiner stärksten Saisonleistungen bot. Team-Manager Henning Harnisch: "Wir haben verdient verloren. Bonn war heute stärker."
Mittwoch 6. April 2005 Ehrlichkeit und Nachdenklichkeit in Bonn
Aus der BERLINER MORGENPOST: Pokal als letzte Chance für Telekom Baskets Bonn Von Jörg Rößner
Die Frage, ob der Zeitpunkt des Pokal-Viertelfinals am Mittwoch abend gegen Alba Berlin für seinen Klub günstig sei, beantwortet Wolfgang Wiedlich, der Präsident der Telekom Baskets Bonn, in der für ihn typischen Mischung aus Ehrlichkeit und Nachdenklichkeit: „Das frage ich mich selbst auch.“ Heute empfangen die schwächelnden Rheinländer den vierfachen Basketball-Pokalsieger aus der Hauptstadt in der Hardtberghalle zum Kampf um den Einzug ins „Top 4“-Turnier am 7. und 8. Mai, und laut Wiedlich gibt es zwei Sichtweisen. Einerseits könne man den Standpunkt vertreten, daß es für die Telekom Baskets „keinen ungünstigeren Zeitpunkt gibt, als gerade jetzt ein Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Alba zu bestreiten“. Denn die Bonner haben ihre beiden letzten Bundesliga-Spiele klar verloren und müssen als Tabellenachter um den Einzug in die Play-off-Runde um die deutsche Meisterschaft bangen. Andererseits könnte man aber auch argumentieren, daß es besser nicht gehe, denn „gegen die Berliner muß sich kein Bundesliga-Team besonders motivieren“, so Wiedlich. Auf ein abschließendes Urteil will er sich nicht festlegen: „Das wird man erst am Mittwoch abend nach dem Spiel wissen.“ Pointierter wird er hingegen bei den Ursachen für den bisher so enttäuschenden Saisonverlauf seines Klubs: „Dieses Jahr ist für uns eine einzige Achterbahnfahrt, wir haben zu viel Licht und Schatten.“ Deshalb wird es mit der Play-off-Runde, die die Telekom Baskets seit dem Bundesliga-Aufstieg im Jahr 1996 immer erreichten, sehr eng - auch wenn Wiedlich beschwichtigt: „Das ist natürlich das magische Ziel. Aber in Bonn wird auch weiter Basketball gespielt, wenn’s mal nicht klappt.“ Vielleicht sei so eine Erfahrung auch mal ganz heilsam - „um uns selbst schonungslos zu hinterfragen, aber auch, um die Erwartungen im Umfeld zurechtzurücken. Denn hier werden ja jedes Jahr Titel gefordert.“ Die Mannschaft habe zwar individuell großes Potential. Doch vor allem die dauernden Verletzungsprobleme führten dazu, daß Bonn im Winter erst die Chance auf das Weiterkommen im Uleb-Cup verspielte und dann in der Bundesliga-Tabelle abrutschte. Seit ein paar Wochen ist das Team nun wieder komplett, findet aber trotzdem nicht zu einer konstant starken Leistung: „Mal schlagen wir die Kölner und treten dann in der nächsten Woche wie ein Absteiger auf“, kritisiert der Präsident. „Wir spielen zur Zeit den kopflosesten Basketball, den man sich vorstellen kann. Da besteht auf jeden Fall Klärungsbedarf, denn jetzt gibt es keine Ausreden mehr.“
Mittwoch 6. April 2005 Alba-Headcoach: "Unser wichtigstes Saisonspiel"
Aus der BERLINER ZEITUNG:
Mit Hochdruck gegen die Defensivkünstler Alba kämpft in Bonn um den Halbfinaleinzug im Pokal BERLIN, 5. April. Mit Superlativen geht Henrik Rödl nicht gerade verschwenderisch um. In dieser Woche allerdings kam der Trainer von Basketball-Bundesligist Alba Berlin nicht umhin, eine solche Formulierung zu gebrauchen. Am Mittwoch tritt seine Mannschaft zum Viertelfinale des Pokals in Bonn an (19.30 Uhr/Radio eins) und Rödl sagt: „Es ist das bisher wichtigste Spiel der Saison.“ Sollten nämlich die Berliner unterliegen, hätten sie nach dem frühen Scheitern im europäischen Uleb-Cup auch das zweite Saisonziel verfehlt: den Gewinn des nationalen Pokals. Als Ansporn hat Rödl seinen Spielern unter anderem ein Video aus der Bundesligapartie vor fünf Monaten in Bonn vorgeführt. Bis zum Schluss hatte Alba damals den Sieg zum Greifen nahe, um am Ende unglücklich mit 75:76 zu verlieren. Immerhin gelang vor sechs Wochen beim 66:60 in eigener Halle die Revanche. Und auch aus einem anderen Sieg ziehen die Berliner Motivation: aus dem 71:63 am vergangenen Sonnabend im Spitzenspiel gegen Bamberg. „Wir müssen jetzt auf diesem hohen Niveau weiterspielen“, fordert Rödl. Denn: „Bonn hat eine der besten Defensiven der Bundesliga.“ Sein Team geht als Favorit in die Partie; schließlich durchleben die Bonner derzeit schwere Zeiten. Der Einzug in die Playoffs um die deutsche Meisterschaft ist sogar in Gefahr, was daran liegt, dass die Rheinländern die vergangenen vier Spiele verloren. Zuletzt kam es gegen Trier und Gießen zu überraschenden Niederlagen. Wiedlich droht mit Konsequenzen Mangelnde Einstellung wirft Bonns Präsident Wolfgang Wiedlich seinen Spielern nun vor und droht mit drastischen Konsequenzen. Wenn sich keine Besserung abzeichne, so Wiedlich, „steht alles, wirklich alles auf dem Prüfstand.“ Wohl auch wegen dieser Mahnung rechnet Alba-Coach Rödl mit starker Bonner Gegenwehr. „Die Mannschaft wird versuchen, sich gegen uns zu beweisen“, sagt er. „Ich gehe davon aus, dass sie gegen uns ihr bestes Saisonspiel macht.“ Noch so eine Steigerungsform. (BLZ)
Mittwoch 6. April 2005 Bonn will gute Laune, Berlin sie behalten
Aus dem Berliner Tagesspiegel:
Kampf um die gute Laune Albas wichtigstes Spiel: Heute im Pokal in Bonn Von Benedikt Voigt
Berlin - Tanel Tein sitzt auf einem Tisch in der Max-Schmeling-Halle neben dem Spielfeld und denkt nach. Um sein rechtes Knie wölbt sich ein kühlender Eisbeutel. Nach einiger Zeit sagt der Flügelspieler von Alba Berlin vorsichtig: „Null.“ Dann gibt er auf. „Nein, die Nummer fällt mir nicht ein.“ Seit acht Monaten weilt der estnische Basketballprofi in Berlin, seine deutsche Handynummer aber weiß er immer noch nicht auswendig. Auf dem Spielfeld hingegen ist er besser angekommen.
„Jetzt macht es richtig Spaß“, sagt Tanel Tein. Teamgeist und Selbstbewusstsein wachsen bei den Spielern von Alba Berlin, wie beim Erfolg (71:63) über Bamberg zu erleben war. „Am Anfang der Saison wussten wir noch nicht, was auf dem Spielfeld passiert, jetzt haben wir dieses Wissen“, sagt Tein. Doch ob sich die positive Entwicklung bei Alba Berlin fortsetzt, hängt vom heutigen Viertelfinalspiel im Pokal bei den Telekom Baskets Bonn ab (19.30 Uhr, live auf Radio 1). „Die Mannschaft muss jetzt noch einen draufsetzen“, sagt Trainer Henrik Rödl, „abgesehen von den Uleb-Cup-Spielen ist das unser bisher wichtigstes Saisonspiel.“ Verliert Alba, wäre auch das zweite Saisonziel verpasst. Bereits das vorzeitige Scheitern im Uleb-Cup hatte Trainer Emir Mutapcic den Job gekostet.
Alba Berlins letzter Sieg in Bonn datiert vom 7. Juni 2001. „Das ist für die jetzige Mannschaft unwichtig, weil die damit nichts zu tun hat“, sagt Rödl. Doch das stimmt nicht ganz, immerhin verlängerte auch das neue Team im Bundesliga-Hinspiel die Serie der Erfolgslosigkeit (75:76). Zudem wittert ein angeschlagener Gegner in der Hardtberghalle seine Chance, die schwache Saison vielleicht doch noch zu wenden. Gegenwärtig läuft Bonn Gefahr, die Play-offs zu verpassen. „Die Bonner werden am Mittwoch alles tun, um gute Laune zu bekommen“, sagt Rödl. Sein Team hingegen möchte die gute Laune behalten.
Dazu ist jedoch ein Auswärtssieg bei einer Spitzenmannschaft der Bundesliga vonnöten, und das ist Alba in dieser Saison noch nicht gelungen. „Vielleicht spüren wir auswärts zu viel Druck“, sagt Tanel Tein, „aber eigentlich sollte das keine Rolle spielen.“
Doch der Druck vor dem heutigen Spiel ist hoch. Der Pokal spielt in dieser Saison eine noch bedeutsamere Rolle für Alba. Der Klub benötigt für die ersehnte Europaliga-Qualifikation jeden möglichen Zähler. Für das Erreichen des Halbfinales gibt es bereits erste Punkte in dieser Wertung. Zudem ist der Pokal die einfachste Möglichkeit, einen Titel zu gewinnen. Bundesligisten genügen lediglich vier Siege dafür. Falls Alba in Bonn gewinnt, hätte die Max-Schmeling-Halle gute Chancen, als Austragungsort für das Final-Four-Turnier am 7. und 8. Mai ausgewählt zu werden. Und zu Hause haben die Berliner in dieser Spielzeit gegen keinen Bundesligisten verloren.
Das heutige Spiel gibt die Richtung für den Rest der Saison vor. Es ist auch eine gute Gelegenheit, sich zu empfehlen. „Wenn man länger bei Alba bleiben will, muss man hier wirklich gut spielen“, sagt Centerspieler Jovo Stanojevic. Falls also Tanel Tein vorhat, seine Handynummer noch zu lernen, sollte er besser seine zuletzt guten Leistungen bestätigen. Sonst könnte es sich nicht mehr lohnen.
Mittwoch 6. April 2005 Bonn-Berlin: Mamic ist optimistisch
Aus der BZ Berlin (Boulevard): 3 gegen Mamic Pokal: Albas Mr. Defense bekommt heute in Bonn richtig zu tun VON THEO BREIDING Berlin - Mit 3 Zielen startete Alba in die Saison: Gut in Europa aussehen. Die Meisterschaft. Und den Pokal holen. Das erste hat sich (leider) längst erledigt. In den anderen Wettbewerben ist noch alles drin. Soll’s dabei bleiben, müssen Berlins Riesen am Mittwoch (06.04., 19.30 Uhr, Radio Eins) aber gewinnen - im Pokal-Viertelfinale in Bonn. „Ein ganz wichtiges Spiel“, sagt Matej Mamic. „es geht um Alles oder Nichts.“ Albas „Mr. Defense“ weiß: Gerade ER wird alle Hände voll zu tun bekommen. Sonnabend entnervte Mamic Bambergs „Gunman“ Hurl Beechum. Der traf nur 2 von 10 Dreiern. Heute wird’s komplizierter. Bonn ist auf seiner Position mehrfach stark besetzt. Mit „Flieger“ Altron Jackson (14,4 Punkte/Spiel), „Kampfschwein“ Oluoma Nnamaka (10,2 Punkte/6,3 Rebounds) und „Shooter“ Kristaps Janicenoks (3er-Quote: 39,8 Prozent). 3 gegen Mamic. „Ich bin vorbereitet“, erzählt der Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft, „wenn ich gegen sie spielen will, muß ich ihr Spiel kennen, das ist normal. Nnamaka und Jackson ziehen lieber zum Korb, denen lasse ich etwas Luft. Der Lette wirft von draußen, dem muß ich auf den Füßen stehen. Und natürlich müssen mir die anderen wie zuletzt helfen. Denn Defense spielt man immer als Team.“ Fragt sich nur, ob die Kollegen Zeit dazu haben... Denn auch Bonns Spielmacher Branko Milisavljevic (17,1 Punkte) und Power Forward Aleksandar Nadjfeji (14,0 Punkte) sind brandgefährlich. „Daß es geht, haben wir doch bewiesen“ sagt Matej gelassen. „Bonn hat hier bei uns 60 Punkte gemacht, Bamberg letztes Wochenende 63. Wenn wir so verteidigen, können wir in Deutschland jeden schlagen.“ Genau so eine Defense wollen Mamic & Co. heute wieder hinlegen. „Es wird hart“, weiß Matej. „Der Sieger steht im Final Four, dann fehlen noch zwei Siege bis zum ersten Titel. Gerade für die Bonner, die zuletzt in der Liga Probleme hatten, ist das eine gute Chance, etwas zu gewinnen. Jeder von uns weiß, daß er alles geben muß - alle sind bereit!“
Dienstag 5. April 2005 Chance auf schnelle Rehabilitation
Die Bonner Rundschau schreibt:
Von HOLGER KLEIN BONN. Es hätte keine schlechtere Generalprobe vor dem Match morgen Abend (Hardtberghalle, 19.30 Uhr) geben können: Denn wenn die Telekom Baskets Bonn gegen Tabellenführer Alba Berlin zum BBL-Pokal-Viertelfinale auflaufen werden, spukt das desaströse 76:89 vom vergangenen Samstag gegen die Gießen 46ers natürlich noch in allen Köpfen herum. Andererseits, wenn es die Chance auf eine schnelle Wiedergutmachung gibt, dann kommt sie in Form des siebenfachen Deutschen Meisters gerade recht. Denn kaum ein Sieg ist bedeutender, schöner und zumeist schwerer erkämpft als einer gegen das Team aus der Hauptstadt, das haben die vergangenen Erfolge der Baskets gegen Berlin des öfteren bewiesen.
Das Team von Neu-Coach Henrik Rödl blickt in den vergangenen Jahren auch im Pokal auf eine eindrucksvolle Historie zurück: Neben den sieben Meisterschaften in den Jahren 1997 bis 2003 gelang Alba zusätzlich noch viermal der Triumph im Pokal: Die Erfolge in den Jahren 1997, 1999, 2002 und 2003 brachten den „Albatrossen“ das Double, zusätzlich wurden sie im Jahre 2000 noch Vizepokalsieger.
Von einer solchen Bilanz können die Baskets hingegen nur träumen: Ihnen gelang gar erst einmal, 2003, der Einzug in eine Pokalendrunde. Diese endete in Berlin mit dem vierten und letzten Platz, denn sowohl das Halbfinale gegen Köln als auch das Spiel und Rang drei gegen Gießen ging damals verloren. Auf Gastgeber Berlin trafen die Bonner damals nicht.
Überhaupt fällt auf, dass es in der neun Jahre jungen Bundesliga-Geschichte der Baskets das erste Mal ist, dass sie im Pokal auf Alba Berlin treffen. So gibt es nach immerhin schon 33 Bundesliga-Partien - von denen Bonn genau 11 erfolgreich beenden konnte - eine kleine Premiere zu feiern. Eine Premiere, in der es neben dem Einzug ins Top Four am zweiten Maiwochenende - dort treffen die vier Sieger der Viertelfinal-Partien an einem noch zu bestimmenden Ort in Halbfinal- und Finalspielen aufeinander - auch um wichtige Punkte für die Europa-Qualifikation gibt. Zwei Punkte gibt es für den Einzug ins Halbfinale, genauso viele übrigens wie für Platz acht nach der Bundesliga-Hauptrunde.
Während Alba bis auf den am Schambein operierten Nationalspieler Mithat Demirel mit dem kompletten Aufgebot an den Rhein reist, schätzen sich die Baskets glücklich, seit zwei Wochen wieder einen vollzähligen Kader aufbieten zu können. Dass dieser Umstand gar als Entschuldigung für die schwachen Leistungen der vergangenen beiden Spiele herangezogen werden kann, weisen die Verantwortlichen stark zurück: „Basketball ist ein Teamsport, da zählen die Erfolge oder Minuten eines Einzelnen gar nichts. Jeder muss sich unterordnen“, ist sich der am Samstag erstmals offen kritisierte Baskets-Coach Predrag Krunic sicher, dass zwangsläufig vermehrte Bankzeiten keinem seiner Spieler die Laune verhagelt.
Offen wurde insbesondere im Internet-Forum des Vereins in den zurück liegenden Tagen sein Festhalten an den beiden Langzeitverletzten Djuric und Janicenoks sowie an Spielmacher Milisavljevic diskutiert. Während Janicenoks mit einigen erfolgreichen Dreiern sein Selbstvertrauen wieder aufbauen konnte, misslang der Versuch mit Djuric deutlich: Der Österreicher bekam kaum ein Bein auf den Boden. Hinsichtlich der noch hoffentlich langen Saison sah Krunic sich gezwungen, seinem etatmäßigen Center Nummer eins zu Spielpraxis zu verhelfen.
Die brauchte der komplett durchspielende „Mili“ nicht, doch leider traf gerade er am Ende einige falsche Entscheidungen und wollte mit dem Kopf durch die Wand. Ob es mit seinem Back-Up Simon besser geklappt hätte, bleibt nun einmal dahingestellt. Kapitän Branko Klepac wirkte nach dem Spiel eher entschlossen denn ratlos, als er die Devise für das Alba-Spiel ausgab: „Ich erwarte von der Mannschaft, dass sie sich anders präsentiert als gegen Gießen: Wir müssen besser spielen, werfen, rebounden und verteidigen. Das gilt für alle, denn wir haben als Mannschaft versagt.“ Bevor er ging, gab er noch das Ziel der Mannschaft aus: „Wir wollen den Pokal gewinnen, denn das würde uns einen großen Schub für die Play-offs geben.“ Dass diese erreicht werden, darauf hatte er den Fans bereits im Fantalk sein Wort gegeben.
Samstag 2. April 2005 Auftatmen in Frankfurt: Opel bleibt
Aus der FRANKFURTER NEUEN PRESSE
Opel bleibt Namensgeber der Skyliners
Am 30. Juni 2005 läuft der Fünf-Jahres-Vertrag zwischen den Opel Skyliners Frankfurt und Hauptsponsor Adam Opel AG aus. Nach monatelangen Gesprächen stehen die Vertragsverhandlungen nun vor dem Abschluss. Über die Zukunft der erfolgreichen Partnerschaft sprach vor dem Bundesliga-Spiel des deutschen Basketball-Meisters am Samstag (20 Uhr) beim Tabellenfünften Artland Dragons Quakenbrück unser Redakteur Harald Joisten mit Skyliners-Manager Gunnar Wöbke.
Wie ist der Stand der Verhandlung? WÖBKE: Noch ist nicht konkret absehbar, wie sich die Partnerschaft mit der Adam Opel AG ab Sommer 2005 darstellt. Wir befinden uns in finalen Gesprächen hinsichtlich der zukünftigen Zusammenarbeit. Aber: Wir gehen davon aus, dass der Club auch in der nächsten Saison noch «Opel Skyliners» heißt.
Das klingt nach einer Vertragsverlängerung. Ist schon etwas über die Inhalte zu sagen? WÖBKE: Nein, dem ist nicht so. Die Gespräche sind jedoch sehr konstruktiv. Fest steht: Die wirtschaftlichen Eckdaten unserer Partnerschaft werden sich verändern. Das diskutieren wir aktuell. Ich denke, beide Seiten sind sich ihrer Verantwortung bewusst, das hier Entwickelte zu erhalten.
Wie könnte die künftige Partnerschaft mit Opel aussehen? WÖBKE: Die Inhalte der Zusammenarbeit werden sich sowohl in wirtschaftlicher, als auch in operativer und kommunikativer Hinsicht ändern. Unser Ansatz ist dabei sicherlich etwas ungewöhnlich. Wir verabschieden uns von den klassischen Mustern des Sponsorings. Einem Partner wie Opel geht es zukünftig nicht in erster Linie um Awareness oder Bekanntheit – und dem tragen wir Rechnung. Wir bieten Plattformen für operatives Marketing. Vom Event-, über Zielgruppen- bis hin zum Vertriebs-Marketing. Wir haben Konzepte entwickelt, die Opel unterstützen werden, Autos zu verkaufen. Mit uns erreicht man attraktive – und zwar nicht nur für Opel attraktive – Zielgruppen.
Belasten die wochenlangen Verhandlungen Ihre Arbeit im Hinblick auf die neue Saison? WÖBKE: Unsere Planungen basieren auf den finanziellen Mitteln, die vertraglich gesichert bzw. zu erwarten sind. Der geplante Etat für die kommende Saison fällt dementsprechend kleiner aus als in der laufenden Saison. Dies hat natürlich Auswirkungen, zum Beispiel auf unsere Investitionskraft im sportlichen Bereich.
Kann die ungewisse Situation die Mannschaft belasten? WÖBKE: Nein, und sie taugt auch nicht als Entschuldigung für schlechte Leistungen, denn: Auch in der nächsten Saison wird in Frankfurt Bundesliga-Basketball gespielt. Und was die sportliche Perspektive betrifft, machen wir uns die wenigsten Sorgen: Die jungen Spieler wie zum Beispiel Alex King, Malick Badiane, Hasan Özkan, Mladjen Sljivancanin und Miroslav Todic zeigen bereits heute Woche für Woche, was sie zu leisten im Stande sind. Alle sind langfristig an den Club gebunden. Sie sind die Basis unserer sportlichen Zukunft!
Stehen andere Projekte der Skyliners – etwa die Schulbesuche durch Spieler und Trainer – zur Disposition? WÖBKE: In den vergangenen 18 Monaten haben die Opel Skyliners 284 Schulveranstaltungen – also Clinics und Fortbildungen – durchgeführt und dabei mehr als 700 Lehrer fortgebildet und mit mehr als 30 000 Schülern Basketball gespielt. In der laufenden Saison nehmen 64 Mannschaften am School Cup teil. Das Projekt «EnjoyBasketball@School» haben wir 2004 auf ganz Hessen ausgeweitet. Wir verfolgen grundsätzlich die Politik, nicht mehr Geld auszugeben, als eingenommen wird, und momentan fällt der geplante Etat für die kommende Saison dementsprechend kleiner aus als in der laufenden Saison. Dass dies auch Auswirkungen auf unsere Projekte im nicht-sportlichen Bereich haben wird, versteht sich von selbst.
Donnerstag 31. März 2005 Kampf um die Play-offs spitzt sich weiter zu
Die Bonner Rundschau schreibt:
Von Bert Mark BONN. Die Entscheidung rückt näher - und sie spitzt sich immer mehr zu: Gut vier Wochen vor dem letzten Hauptrundenspieltag der Basketball-Bundesliga am 1. Mai wird es im Kampf um die acht Play-off-Plätze immer enger. Und die Telekom Baskets Bonn - derzeit als Achte so gerade qualifiziert - stecken mitten drin in dem Gerangel, in dem hinter den vier Spitzenteams Bamberg, Berlin, Köln und Frankfurt noch sechs Mannschaften um die verbleibenden vier Tickets kämpfen. Die Gejagten (Quakenbrück, Gießen, Ludwigsburg und Bonn) bezogen am vergangenen Wochenende sämtlich Niederlagen, während die Verfolger Oldenburg und Karlsruhe aufrückten. Während Karlsruhe allerdings schon acht Minuspunkte mehr auf dem Konto hat als die Teams von Rang fünf bis zehn, ist Oldenburg nach dem sechsten Sieg in Folge die Mannschaft der Stunde. In zwei Wochen, am Mittwoch, 13. April, müssen die Baskets in Oldenburg zum Nachholspiel antreten, hier könnte es in der Weser-Ems-Halle zum Showdown kommen.
Zuvor steht aber am Wochenende ein Spieltag auf dem Programm, der weitere Vorentscheidungen bringt: Die acht Erstplatzierten sind in den Spielen Berlin - Bamberg, Ludwigsburg - Köln, Bonn - Gießen und Quakenbrück - Frankfurt alle unter sich.
Ziel ist Sieg mit vier Punkten Unterschied
Für die Baskets könnte am Samstag (19.30 Uhr Hardtberghalle) ein Sieg über die (nach Minuspunkten) punktgleichen Gießener eine entscheidende Weichenstellung bedeuten. Vor allem, wenn ein Erfolg mit vier Punkten Unterschied gelingen sollte. Denn dann hätten die Bonner auch gegen die Hessen den direkten Vergleich für sich entschieden, was ja schon in den Duellen mit Ludwigsburg und Quakenbrück glückte - am Ende vielleicht der entscheidende Vorteil, wenn zwischen zwei, drei oder vier punktgleichen Teams die Spiele untereinander über die Rangfolge entscheiden.
Im Hinspiel in Gießen unterlagen die Mannen von Trainer Predrag Krunic ohne den verletzten Aleksandar Nadjfeji nach einer Flut von 19 Ballverlusten mit 82:85. Schon früh gerieten sie durch ein grottenschlechtes zweites Viertel (19:32) entscheidend in Rückstand, die Aufholjagd im Schlussabschnitt kam zu spät. Gießen kommt unter dem Schock des „schlechtesten Saisonspiels“ (Gießener Anzeiger) bei der 68:73-Heimniederlage gegen Braunschweig nach Bonn. Ob die Truppe von Trainer Stefan Koch deshalb verunsichert oder im Gegenteil besonders motiviert ist? Nach den Formschwankungen, die bei allen Erstligisten in dieser Saison die einzige Konstante zu sein scheinen, ist beides möglich.
Gerade auch die Baskets setzten ihre Fans ja einer Achterbahnfahrt der Gefühle aus, als sie nach dem triumphalen Erfolg über Köln in Trier prompt wieder völlig von der Rolle waren. „Das war offenkundig eine Einstellungssache“, meint Baskets-Manager Jochen Luksch. Im Klartext: Nach dem Coup gegen Köln haben die Spieler Trier als Gegner einfach unterschätzt. „Ich hoffe, die Niederlage hat alle wachgerüttelt“, erhofft sich Luksch zumindest einen positiven Effekt.
Ein bisschen das Sorgenkind der Baskets ist Center Aleksandar Djuric, der zwar körperlich seine Verletzung lange überwunden hat, aber verkrampft wirkt und nicht mit der nötigen Intensität zu Werke geht. Luksch: „Djuric steht eben stärker unter Druck, seit er sieht, wie sich Peter Huber-Saffer gesteigert hat, als er selbst verletzt war. Damit muss er umgehen lernen und sich ins Team zurückkämpfen.“ Luksch versichert, dass Trainer Predrag Krunic und er dem 24-Jährigen uneingeschränkt die Stange halten, aber eben auch erwarten, dass er sich voll reinhängt: „Gerade als Center muss man sich den Respekt hart und mit Körpereinsatz erarbeiten. Es ist aber auch die Position, bei der jeder Fehler in der Offensive und Defensive sofort und für jeden sichtbar bestraft wird“, gibt Luksch der größer werdenden Zahl an Djuric-Kritikern zu bedenken.
Dienstag 29. März 2005 46ers-Krise nach bislang schlechtestem Spiel
Aus dem Gießener Anzeiger:
Braunschweig schneller, härter, schärfer - Weder Eidson noch Campbell als Führungsspieler Wolfgang Lehmann GIESSEN. Es war nicht nur das wahrscheinlich schlechteste, sondern vielleicht auch das ärgerlichste, weil folgenschwerste Saisonspiel des Basketball-Bundesligisten Giessen46ers. Vor - wie immer - ausverkaufter Sporthalle Ost unterlag die Mannschaft von Stefan Koch gestern Abend gegen den Drittletzten der Liga BS/Energy Braunschweig mit 68:73 (20:20, 12:17, 16:16, 20:20). Statt sich mit dem erwarteten Sieg elegant an Artland und Frankfurt vorbei auf Rang vier der Tabelle zu schlängeln, haben die 46ers mit dieser Schlappe eine kleine Krise und nun ebenso zehn Niederlagen wie der kommende Gegner, die Telekom Baskets Bonn. Die Play-Offs sind noch einmal bedroht. Hoffnung bleibt da für die anstehenden Partien eigentlich nur, weil kaum zu erwarten steht, dass die Ballbeweger der 46ers noch einmal derart kollektiv versagen werden wie gegen die Niedersachsen.
US-Guard Lou Campbell? Spielte auch mit. Musste trotz unübersehbarer Formschwäche sogar beinahe 35 Minuten lang seinem Job nachgehen, weil Coach Stefan Koch bei kollektivem Formtief von den Eckpfeilern des Teams am ehesten erwartet, dass die sich aus dem Sumpf der Seuchen-Schusshand ziehen.
Kein Rhythmus bei EidsonAllstar Chuck Eidson? Ließ sich von Beginn an durch die konsequente Verteidigung des Passweges und die harte Gangart seines Gegenspielers Gordan Firic beeindrucken. Wirkte uninspiriert, wollte mit dem Kopf durch die Wand, fand nie einen Rhythmus und versagte zum Schluss auch noch von der Freiwurflinie.
Wenn die beiden Spitzenkräfte des Kollektivs keinen Halt bieten; wenn der Dritte im Bunde, Justin Phoenix, aus gesundheitlichen Gründen nur bedingt einsatzfähig war; wenn mit Heiko Schaffartzik ein vierter Joker mit eingegipster Hand auf der Bank sitzt - dann wird deutlich, wie sehr die 46ers bislang in dieser Saison am oberen Level ihrer Möglichkeiten spielten. Anrin, Terdenge und Hartenstein sind, und auch das verdeutlichte die Partie gegen Braunschweig, Mitspieler. Und auch Soul Wane ist bekanntermaßen in der Offensive kein Wendell Alexis, der unter dem Brett ein Spiel alleine entscheiden kann. Selbst die Tatsache, dass Braunschweig lange vor Ende der Partie als Folge der eigenen harten Gangart in der Defensive drei lange Kerls wegen überzogenen Foulkontos ersetzen mussten (Noopila bei 55:63, 34.; Blom bei 57:66, 35.; Firic bei 63:68, 37.), half nichts. Schaffartzik fehlteAls die Halle tobte und die Wende erhoffte, weil Wane sich mangels Konkurrenz unter dem Brett den Rebound schnappte, ihn zum frei postierten Phoenix passte, hatte der drei Gedanken in einem: Er konnte aus sechs Metern schießen, zu Eidson passen oder selber frei zum Korb ziehen. Was er tatsächlich machte, waren Schrittfehler. Die Hoffnung der Fans erstarb, die Tribüne erstarrte, die 3150 setzten sich und schwiegen.
Orakelt wurde nachher natürlich, wie sehr der Mannschaft in einem solchen Spiel der junge Heiko Schaffartzik fehlte. Der saß mit seinem Handgips auf der Auswechselbank und durchlitt die 40 Spielminuten aus einer für ihn ungewohnten Perspektive des passiven Beobachters. Zwar räumte Coach Koch im Pressegespräch ein, dass mit Schaffartzik sicher ein für das Gießener Spiel wichtiger Mitarbeiter fehlte. Allerdings vergaß er auch nicht, dass auch Gegenüber Dettmann mit Hall einen entscheidenden Ballbeweger nicht einsetzen konnte. Besorgniserregend bei dieser Partie war viel mehr als das Fehlen des Dreierspezialisten Schaffartzik, wie sich Eidson und Kollegen vor eigenem Publikum von der Härte eines spielerisch nicht übermächtigen Gegners beeindrucken ließen.
In der Offensive nutzten die Gäste härter die Blocks ihrer Mitspieler, spielten schneller den Pass zum freien Mann, schnitten schärfer Richtung Korb, griffen entschlossener nach freien Bällen. Dieses Selbstbewusstsein ließ die Giessen46ers nicht nur unnötige Körbe hinnehmen, sondern beeindruckte sie auch am anderen Ende des Spielfeldes. In den Reihen der 46ers dominierte im Angriff die Bewegung mit dem Ball statt der Bewegung des Balles. Dribbeln statt passen ließ den Braunschweiger Verteidigern viel Zeit ihre Gegenüber in ungünstige Positionen zu zwingen. So wirkten denn auch viele der Gießener Korbwurfaktionen wie die schlechteste Variante, die als Abschluss eines Angriffs eingeplant war.
Grottenschlechte Dreierquote
Die grottenschlechte Trefferausbeute von 19 Prozent von der Dreierlinie, von null Prozent aus der Mitteldistanz und von insgesamt nur 33 Prozent aus dem Feld waren das ernüchternde Ergebnis. Statt mit breiter Brust am kommenden Samstag in die Hardtrberghalle nach Bonn zu reisen, muss Stefan Koch nun unter der Woche bereits dafür sorgen, dass nicht doch noch die Versagensangst in die Herzen von Eidson und seine Kollegen einzieht.
Dienstag 29. März 2005 BBL-Wechsel: Otto Reintjes hat seinen Schreibtisch aufgeräumt
Aus der BERLINER MORGENPOST
Der Commissioner tritt ab Am 1. April räumt Otto Reintjes seinen Tisch als Geschäftsführer der BBL - Manager seit 25 Jahren Von Dietmar Wenck Wer den Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL) an seinen letzten Arbeitstagen in seinem Büro in Köln besucht, erkennt den Pragmatiker. Der Schreibtisch, den Otto Reintjes am 31. März für seinen Nachfolger, den PR-Experten Jan Pommer freimacht, ist penibel aufgeräumt. Ein großer Pappkarton ist voll zerschredderter, alter Akten. Der Raum ist ebenerdig. „Da konnte ich die Bodenhaftung nie verlieren“, sagt der 55jährige. Auf seiner Glatze, neben der schwarzen Kluft das äußere Markenzeichen des BBL-Managers, der sich gern Commissioner nannte, sprießen Stoppeln. Fast wie früher, als der ehemalige Nationalspieler sein Haar schulterlang trug. „Ich wollte der Liga ein Gesicht geben. Ich habe eine Rolle gespielt“, sagt Reintjes freimütig. Jetzt fällt der Vorhang. Wie das Engagement war? „Ein Scheißjob. Nervenaufreibend, Frust und Ärger ohne Ende.“ Die Insolvenzen von Brandt Hagen und Mitteldeutschem BC letzte Saison, der siechende TSK Würzburg: Die Liga hat gelitten und Reintjes mit ihr. Dazu kamen der Niedergang des TV-Partners Kirch, der erfolglose Kampf um Hauptsponsoren für die BBL. „Um Sackhaaresbreite“ vorbei sei es gegangen bei Vodafone, C&A, Seat - „da fehlte nur die Unterschrift“. Das, was zählt. Oder die Gelben Seiten: „Monatelang war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Eishockey.“ Letztlich hat sich der Geldgeber für die Konkurrenz entschieden. Nur Frust? „Auf der anderen Seite haben die fünf Jahre Spaß gemacht“, sagt der Commissioner. Vor allem die Anfänge. Da setzte er Visionen in die Tat um. Reintjes war der erste hauptamtliche Basketball-Manager in Deutschland. Als gelernter Industriekaufmann, Sozialarbeiter und A-Schein-Trainer stieg er 1980 als Manager bei Bayer Leverkusen ein, als die Sportart noch in den Kinderschuhen steckte. In Schulturnhallen gespielt, Handgeld gezahlt wurde. Schwarze Kassen gang und gäbe waren. Seitdem ist viel passiert. Basketball ist Profisport. Bayer Leverkusen gewann mit Reintjes neun Meistertitel und versank danach im Mittelmaß. Alba Berlin stieg auf zur Nummer eins und wurde ebenfalls abgelöst. „Alles hat seine Zeit“, ist einer der Leitsätze von Otto Reintjes. Auch er, das weiß der Commissioner. Die Liga hat hohe Standards gefordert, vor allem größere Hallen. Auf dem vorläufigen Höhepunkt der BBL, als der Kirch-Konzern Basketball entdeckte. 2000 wurde der 80 Seiten lange TV-Vertrag von Otto Reintjes unterzeichnet. „Die Verwirklichung eines Traumes“, nennt er diesen Moment. Ein Magazin für die Randsportart auf Sat 1, Livespiele im DSF. Eine Medienpräsenz, wie es sie nie davor und danach gegeben hat. Wie es sie vielleicht nie mehr geben wird. Reintjes betont: „Es gab nicht nur den Fernsehvertrag.“ Da war Euphorie überall, „der Dax stand bei über 8000 Punkten“. 18 000 Zuschauer kamen 2003 zum Allstar-Spiel in die KölnArena. Zuletzt waren es noch 12 000. Konsolidierung auf gutem Niveau. Schwer hat Reintjes getroffen, daß ihn ein Bundesliga-Präsident in einem Interview als „beratungsresistenten Sonnenkönig“ titulierte. „Das hat furchtbar geschmerzt“, gibt er zu. Weil er sich stets als Teamplayer gesehen hat. Dennoch bleiben die fünf Jahre unter dem Strich eine Erfolgsstory, wie selbst seine Kritiker zugeben. Die Geschichte müssen jetzt andere fortschreiben, wünscht sich Reintjes. Die BBL habe nur ein echtes Problem: „Es ist zu wenig Geld im System, das ist der schlagende Punkt. Dennoch bin ich überzeugt, daß Basketball große Perspektiven hat.“ Wenn die Zeit gekommen ist. Irgendwann nach Otto Reintjes.
Samstag 26. März 2005 Über Dettmanns Krisenmanagement in Braunschweig
Aus der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG
Schicksalsstation Braunschweig
Von Frank Heike Als die Fragestunde nach dem Spiel vorbei ist, möchte Dirk Bauermann noch etwas sagen. „Wenn ich nur halb so erfolgreich bin wie er, bin ich sehr zufrieden. Seine Zeit war in der Beständigkeit und Qualität die erfolgreichste des deutschen Basketballs überhaupt.“ Schweigen im Presseraum. „Er“, das ist Henrik Dettmann. Der 46 Jahre alte Finne sitzt regungslos neben Bauermann. Dann lächelt er versonnen. Niemand hat die Frage gestellt, wie der deutsche Nationaltrainer Bauermann die Arbeit seines Vorgängers Dettmann beurteile. Bauermann sagt es einfach so. Es wirkt nicht gekünstelt. Dettmanns Team, der Abstiegskandidat BS/Energy Braunschweig, hat an diesem Abend wieder einmal verloren, 72:75 gegen Bauermanns Team, den Meisterschaftsanwärter GHP Bamberg. BS/Energy ist Drittletzter, die letzten beiden Vereine steigen ab. Die Anerkennung der Trainer-Ikone Bauermann richtet sich weniger an den Vereinskollegen Dettmann - dessen Verdienste sind vergleichsweise bescheiden. Bauermann meint den vierten Rang der Deutschen unter Dettmann bei der Europameisterschaft 2001 und den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 2002 nach Jahren des Niedergangs. Er freue sich über Bauermanns Worte, sagt Dettmann später. Aber er wirkt, als brauche er das nicht. Dettmann erweckt an diesem Abend kurz vor Mitternacht in der Volkswagen Arena den Eindruck, als sei er völlig bei sich. Selbst die dritte Nachfrage, ob er, der ehemalige, dekorierte Nationaltrainer den Job in den Braunschweiger Niederungen nicht als Abstieg empfinde, bleibt ohne Wirkung: „Dann würde ich ja sagen, ich bin größer als das Spiel. Ich möchte hier mit Geduld und Idealismus etwas aufbauen.“ Könnte man sich Rudi Völler beim VfL Bochum vorstellen? Solche dummen Vergleiche braucht Basketball nicht, meint Dettmann. Nur sagt er es viel höflicher. Mündige Spieler gefragt Es gibt in diesem packenden Spiel eine Szene, die viel über die Basketball-Philosophie des Finnen sagt. Noch knapp zwei Sekunden sind im zweiten Viertel zu spielen, Braunschweig führt und hat den Ball, Dettmann macht nichts, aber sein Spieler Lisicky gestikuliert wild zur Bank, er möchte eine Auszeit, um den letzten Angriff zu planen. Dettmann sieht das, er grinst, er zeigt dem Anschreibetisch: Auszeit! Ist das nicht ein Autoritätsverlust? Das findet Dettmann nicht. Er möchte selbstbestimmte, disziplinierte Profis. Von solchen hat er wenige in Braunschweig. Lisicky war der verlängerte Arm von Dettmanns Vorgänger Ken Scalabroni. Nun soll Lisicky diese Rolle auch bei Dettmann ausfüllen. „Das Spiel gehört dem Spieler“, sagt Dettmann. Es waren solche Sätze und Szenen, in denen Dettmann nicht beherzt eingriff, sondern den Spielern die Kontrolle überließ, die ihn den Job als Cheftrainer des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2003 in Schweden kosteten. Er könne nicht situativ coachen, sagten Kritiker wie Dirk Nowitzkis Mentor Holger Gschwindner, es fehlten die klaren Vorgaben. Dettmann möchte gar nicht mehr so viel dazu sagen. Vielleicht das: „Jede gute Zeit hat mal ein Ende. Das Geschäft ist eben so, daß man am Ende die Trainer kaputtmacht.“ Dettmann steckt in der Schublade des weichen Coaches, als Gegenentwurf zu den brüllenden Einpeitschern am Spielfeldrand. Das Klischee scheint ihm gleichgültig zu sein. Bei Licht betrachtet, ist fast alles schiefgegangen in seinen vergangenen zwanzig Monaten als Coach. Als Nationaltrainer nach sechs Jahren entlassen, dann beim einzigen Ost-Klub der Bundesliga, dem Mitteldeutschen BC, im Frühling 2004 durch die Insolvenz gescheitert („der MBC sollte meine Lebensaufgabe werden“), dann über Irrungen, Wirrungen in Braunschweig gelandet. Im vergangenen Spätsommer hat Dettmann zwei Monate lang die finnische Nationalmannschaft trainiert. Arbeitslos war er auch einige Zeit. Als in Köln und Frankfurt neue Trainer gesucht wurden, blieb Dettmanns Handy daheim in Leipzig stumm. Es gab ein lukratives Angebot von der Europäischen Basketball-Vereinigung (Fiba Europe) in der Trainerausbildung, Standort München. Dettmann überlegte und wollte am Ende doch lieber die tägliche Arbeit mit einer Mannschaft. Zu lange hoffte er, es würde weitergehen beim MBC.
Kein Feuerwehrmann Als zweiter Mann hinter seinem Freund Scalabroni machte sich Dettmann wieder in den Westen auf, nach Braunschweig. Dort hatte er dem Klub in schwierigen Zeiten schon einmal geholfen, in der Serie 2000/01. Die Schulden von damals belasten Braunschweig heute noch. Dettmann ist beliebt und angesehen in Ost-Niedersachsen. Als Scalabroni im Dezember 2004 wegen Erfolglosigkeit gehen mußte, rückte Dettmann in der Doppelfunktion als Cheftrainer und Sportlicher Leiter auf. Zehn Siege gab es unter seiner Regie, zehn Niederlagen in Liga und Europapokal. Dettmann ist kein Feuerwehrmann - aber er stabilisierte die Standards, Dreipunktewürfe, Rebounds sowie die Defensive. „Braunschweig ist Krisenmanagement“, sagt Dettmann. Gerade haben die Sponsoren zugesichert, den Etat von jeweils zwei Millionen Euro für die nächsten drei Jahre bereitzustellen. Henrik Dettmann hat einen Vertrag bis Saisonende mit der Möglichkeit, um ein Jahr zu verlängern. Er wohnt in Braunschweig. Es ist seine Mission, hier etwas zu schaffen. Er sagt: „Ich glaube an Schicksal. Wenn es so ist, daß ich bleiben soll, bleibe ich und mache Braunschweig zum großen Standort.“ Es klingt nicht großspurig, er flüstert die Worte fast.
Dienstag 22. März 2005 Beethovens Zeit der Einsamkeit soll enden
Aus der Bonner Rundschau:
Von BERT MARK BONN. Es war im Lager der Telekom Baskets wie eine Befreiung: Endlich wieder ein Sieg über die ungeliebten Kölner. Und dann noch eine so mitreißende Partie mit einem unwiderstehlichen Branko Milisavljevic („Mili“), der trotz einer schmerzenden Gürtelrose die Zähne zusammenbiss und mit 29 Punkten zum Matchwinner wurde. Kein Wunder, dass die Euphorie bei den begeisterungsfähigen Baskets-Fans neue Dimensionen erreichte.
In Dutzenden von enthusiastischen Einträgen im Internet-Forum feierten sie diesen Abend - die ersten schon Sekunden nach Spielschluss: „Ich kann nicht mehr! Mein Herz! Wahnsinn!“, fasste ein „Feinschmecker“ zusammen (in Internetforen ist es üblich, unter einem so genannten Nickname zu schreiben). Ein „John“ ergänzte: „Wer heute nicht da war, der hat etwas verpasst, dass er seines Lebens nicht mehr froh wird.“
Natürlich stand der Held der Partie im Mittelpunkt (Wizard986): „Dieser Abend war einer der denkwürdigsten Momente eines Baskets-Fans. Über Mili kann ich mich gar nicht einbekommen, der hatte Schmerzen und kämpfte, als ginge es ums Überleben.“ Oder (doppelte Rahmstufe): „Mili ist für mich der Basketballgott, ich bin immer noch sprachlos, unglaublich!“ Da war nur ein kleiner Schritt, dass „Rai“ ein Denkmal für den 28-jährigen forderte, was sofort Zustimmung (bei Turbooli) hervorrief: „Der Münsterplatz ist groß genug und der arme Ludwig stände auch nicht mehr so alleine da rum.“
Dass die Stimmung schon zu Beginn des Derbys so gut war wie schon lange nicht mehr, dafür hatten 25 Baskets-Fans selbst gesorgt: Am Vortag hatten sie in stundenlanger Arbeit ein riesiges Baskets-Banner gefertigt. Direkt nach den Teamvorstellungen überspannte es für einige Minuten fast die gesamte Gegentribüne - ein imposantes Bild, das den Abend einläutete wie er endete: großartig!
Montag 21. März 2005 Nach Tumulten behält Williams kühlen Kopf
Aus der Frankfurter Neuen Presse:
Würzburg. Wer weiß, wie der 50. Geburtstag von Murat Didin geendet hätte. Vermutlich nicht sonderlich prickelnd, hätten die Opel Skyliners am Samstagabend nicht viel Glück gehabt. In einer hektischen Bundesliga-Partie schrammte der deutsche Basketball-Meister beim Tabellenvorletzten TSK Würzburg haarscharf an einer Pleite vorbei und rettete mit dem schmeichelhaften 89:87 (40:46)-Erfolg den runden Geburtstag ihres Trainers.
Danach sah es lange nicht aus. Würzburg diktierte die Partie, führte mit 14 Punkten (43:29), lag auch 1:27 Minuten vor dem Ende noch 85:79 vorne und sah sich dann um den Lohn gebracht: Zwei Sekunden vor Schluss erzielte TSK-Topscorer Veal beim Stand von 85:87 einen «Dreier» – so sahen es zumindest die meisten Zuschauer. Die Schiedsrichter gaben jedoch nur zwei Punkte, da Veal mit dem Fuß auf der «Dreier»-Linie gestanden habe. Also: 87:87 statt 88:87. Auf den Rängen kam es zu Tumulten, Schiedsrichter Prause wurde am Kopf von einer Plastikflasche getroffen und musste in der Kabine behandelt werden.
Die Partie stand vor dem Abbruch. Erst nach 20 Minuten ging es weiter, dann der nächste Rückschlag für die TSK-Anhänger. Skyliners-Kapitän Roller warf den Ball von der eigenen Grundlinie bis in die Würzburger Zone, wo sich Frankfurts überragender Williams den Ball angelte und mit Ertönen der Schlusssirene zum 89:87 traf.
Würzburg kündigte auf dem Spielberichtsbogen einen Protest an, wird ihn aber wohl zurückziehen. Denn: «Selbst wenn die Schiedsrichter Veals Wurf als Dreier gewertet hätten, hätten wir die Partie mit einem Punkt verloren», erzählte TSK-Sprecher Patrick Woetzel. Besonders bitter für die finanziell gebeutelten Würzburger: Nun wird der Kampf gegen den Abstieg immer schwerer, zudem droht dem Verein wegen der Tumulte eine Geldstrafe. «Der Flaschenwerfer ist ein Fan von Würzburg. Er hat sich nach der Partie freiwillig gemeldet und wollte sich bei Herrn Prause entschuldigen. Doch der nahm seine Entschuldigung nicht an», sagte Woetzel. Beste Werfer für Frankfurt waren Williams (28), Roller (15/9 Rebounds), Badiane (13) und Franklin (10). Für Würzburg trafen Tribe (22), Veal (21) und Perovic (18) am besten. (joi)
Sonntag 20. März 2005 Vollstrecker Milisavljevic
Aus dem KÖLNER STADT-ANZEIGER: Die große Einzelleistung des Vollstreckers Bonn - Die Spieler von RheinEnergie Köln waren am Samstagabend bereits in den Kabinen der Hardtberghalle verschwunden, als sich Branko Milisavljevic auf den Schultern seines Teamkollegen Branko Klepac feiern ließ. Die Fans der Telekom Baskets sprangen enthemmt auf ihre Sitze, lagen sich in den Armen und jubelten dem Aufbauspieler zu, der Bonn mit einer überragenden Vorstellung das 78:77 (41:37) gegen den rheinischen Rivalen gesichert hatte, erstmals seit der Saison 2001 / 2002 und acht Kölner Erfolgen in Serie gewann die Mannschaft von Coach Predrag Krunic wieder ein Derby der Basketball-Bundesliga. „Beide haben hervorragend gekämpft“, resümierte Kölns Trainer Armin Andres, „am Ende hat das Team gewonnen, das mit Milisavljevic den Vollstrecker gehabt hat.“ Fünf seiner insgesamt 29 Punkte erzielte der Guard in den letzten Sekunden der Begegnung, es waren die entscheidenden. Der Pokalsieger sah wieder einmal wie der sichere Sieger aus, als er 15 Sekunden vor Schluss mit 76:73 führte, das Trauma des dreimaligen Vizemeisters schien seine Fortsetzung zu finden. Milisavljevic nährte aber die Hoffnungen der einheimischen Anhänger, indem er einen Dreier zum Ausgleich verwandelte. Wieder lag der Vorteil bei den Gästen: Marko Pesic hatte mit zwei Freiwürfen die Chance, RheinEnergie in Führung zu bringen, verwandelte aber nur einen. 77:76. Noch sieben Sekunden. Milisavljevic bekam den Ball, dribbelte nach vorn, warf und - traf. „Wir hatten das Spiel unter Kontrolle - auch am Ende“, bedauerte Kölns Sportdirektor Stephan Baeck, „aber durch individuelle Fehler und eine große Einzelleistung von Milisavljevic haben wir es verloren.“ Noch vor dem Duell hatten die Gastgeber einen Einsatz des Matchwinners wegen eines Infekts ausgeschlossen, den Kontrahenten aber damit nach Angaben von Andres nicht verwirrt. „Wir kennen diese Spielchen“, konstatierte der Trainer, „und haben uns ganz normal vorbereitet. Wenn man aber zum Schluss die falschen Entscheidungen trifft, verliert man das Spiel.“ RheinEnergie Köln: Ovcina (8), Obradovic (10), Talts (4), Strasser (2), Gomes (5), Edwards (14), Gortat (8), Pesic (10), McElroy (16). - Telekom Baskets: Milisavljevic (29), Jackson (10), Janicenoks, Djuric (8), Nnamaka (4), Simon, Huber-Saffer (3), Klepac (3), Dunay (8). - Zuschauer: 3500.
Donnerstag 17. März 2005 Die Baskets sehen sich nicht chancenlos
Der General Anzeiger schreibt:
Im rheinischen Schlager am Samstag in der Hardtberghalle ist Köln der Favorit - Bonn erneut ohne Milisavljevic - Kapitän Klepac: Da ist keine Übermannschaft
Von Gerhard Mertens
Bonn. Predrag Krunic entwickelt sich zum Fatalisten rheinischer Prägung. "Et kütt wie et kütt" - so heißt es in Paragraph 2 des rheinischen Grundgesetzes und meint nichts anders, als dass sich der Mensch, wenn es darum geht, den Launen des Schicksals zu trotzen, nicht unterkriegen lassen soll. Und tatsächlich: Der Trainer der Telekom Baskets Bonn regt sich schon gar nicht mehr darüber auf, dass ihm in dieser entscheidenden Phase der Saison in der Basketball-Bundesliga erneut ein wichtiger Spieler nicht zur Verfügung steht. Ohne ihren Leitwolf Branko Milisavljevic standen die Bonner in Bamberg auf verlorenem Posten, ohne den an Gürtelrose erkrankten Spielmacher werden sie auch in die Heimpartie am Samstag (18.30 Uhr, Hardtberghalle, live in Premiere) gegen den großen Rivalen Rhein-Energie Köln gehen.
"Wir haben uns an solche Situationen schon gewöhnt. Was nutzt es, über den Ausfall von Branko zu jammern. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als das Beste daraus zu machen", meinte Krunic. Eben, wie Artikel 4 des rheinischen Grundgesetzes schon sagt: "Watt fott es, es fott". Und gemäß Artikel 3 - "Et hätt noch immer jot jejange" - sieht er seine Mannschaft gegen das Spitzenteam aus der Domstadt nicht chancenlos.
Krunic: "Wir haben ein Heimspiel. Mit Herz, Leidenschaft, Kampf und der Unterstützung des Publikums können wir auch gegen die Kölner gewinnen." "Es bleibt diesmal mehr Zeit, uns auf die Situation einzustellen", sieht auch Kapitän Branko Klepac optimistisch nach vorne. Wichtig sei jetzt, Milisavljevic-Vertreter Balasz Simon bei seiner schwierigen Aufgabe zu helfen. Klepac: "Jeder Spieler muss noch einen Tick mehr geben." Und dass "Schimmi", so der Spitzname Simons, den Fall Köln lösen kann, davon ist Krunic überzeugt. "Er ist ein Kämpfer. Nach dem Spiel gegen Bamberg weiß er, was auf ihn zukommt, und wird sich darauf einstellen."
Da traut der Baskets-Coach seinem Schützling einiges zu. Schließlich trifft er auf hochkarätige und zudem erfahrene Spieler, etwa auf "Sasa" Obradovic oder Nationalspieler Marko Pesic. Mit dem Amerikaner Immanuel McElroy kann Kölns Coach Arnim Andres auf eine weitere starke Alternative im Spielaufbau zurückgreifen. Sie alle werden den kleinen Ungar auf Bonner Seite ähnlich unter Druck setzen, wie es schon die Bamberger getan haben.
Schon im Hinspiel hatten die Baskets mit Aleksandar Nadjfeji, der sich wenige Tage zuvor am Meniskus verletzt hatte, eine Leitfigur ersetzen müssen und waren nach guter erster Halbzeit letztlich mit 68:90 unter die Räder gekommen. Doch diesmal ist Nadjfeji wieder dabei. Und da Oluoma Nnamaka, der in Bamberg grippegeschwächt angetreten war, wieder bei Kräften sein wird und die Kölner zuletzt im Heimspiel gegen Braunschweig einige Mühe hatten (91:90), macht Klepac sich und seinen Mitspielern Mut: "Das ist keine Übermannschaft. Wir wollen uns unbedingt für die Hinspiel-Niederlage revanchieren."
Was dafür zu tun ist, ist klar: Neben den genannten Spielern im Aufbau müssen die Bonner Kölns überragenden Schützen und Rebounder Bill Edwards kontrollieren und unter dem Korb Elvir Ovcina Paroli bieten. Der bosnische Nationalspieler war im Hinspiel noch nicht dabei und hat die Kölner auf der Center-Position erheblich verstärkt. Die Gesamt-Bilanz der Baskets gegen Köln sieht nicht allzu rosig aus. Auch diesmal ist der Pokalsieger wieder Favorit. Aber vielleicht können es die Bonner mit Artikel 5 des rheinischen Grundgesetzes halten: "Et bliev nix wie et wor". Und wenn`s doch anders kommt? "Mer muss och jünne künne" (Artikel 12).
Donnerstag 17. März 2005 Stadt Gießen baut Halle aus
Aus dem GIESSENER-ANZEIGER:
Umbau der Osthalle in zwei Abschnitten Rausch will sich nicht auf Zeitplan festlegen - "Gute Richtung" GIESSEN (tt). Abschnittsweise will die Stadt die Osthalle umbauen. In einem ersten Schritt in den Sommerferien soll der Eingangsbereich erneuert werden. Danach steht der Ausbau des gegenüberliegenden VIP-Bereiches auf dem Programm. Baudezernent Thomas Rausch präzisierte gestern damit ursprüngliche Pläne, die Halle in einem Verfahren zu sanieren. Offen sei derzeit noch, wann mit dem zweiten Abschnitt begonnen werden könne. "Zeitpläne - auch etwa zum Abschluss der Arbeiten - kann ich noch keine nennen. Soweit sind wir noch nicht." Grundsätzlich seien alle Beteiligten auf einem guten Wege. Der Ausbau erfolge in enger Absprache mit den Giessen46ers, dem heimischen Basketball-Bundesligisten, erklärte Rausch. Nach umfänglicher Beratung hätten alle Seiten einen Weg gefunden, um den Kostenaspekt und die schwierigen statischen Probleme bei einer großzügigen Erweiterung in den Griff zu bekommen. "Eine Veränderung der Grundstruktur der Halle wird es nur noch im Eingangsbereich und bei der Zuschauerversorgung beziehungsweise dem VIP-Bereich geben." Zu Beginn der Woche hatte Rausch auf unterschiedliche Einschätzungen zwischen Hochbauamt und Planungsbüro bei der Frage der Statik hingewiesen. Die Südpassage mit dem Eingangsbereich wird seinen Worten zufolge zuerst begonnen. Damit würden rund 500 neue Sitzplätze und etwa 150 zusätzliche Stehplätze geschaffen. Als zweiter Schritt komme dann der VIP-Bereich und die dortigen Verbesserungen bei der Zuschauerversorgung an die Reihe, erläuterte der Baudezernent die Vorgehensweise. Er hob hervor, dass die Stadt weiterhin an dem optimistischen Zeitplan des Baubeginns festhalte. Gleichzeitig mit der Einschaltung von Fachplanern wolle man aber das Optimum an Möglichkeiten der Verbesserung der Osthalle herausholen. Christian Maruschka, Manager der 46ers, kommentierte den Stand des Ausbauvorhabens mit den Worten: "Das Ganze läuft in eine sehr, sehr gute Richtung. Wir nähern uns immer mehr einer endgültigen Lösung." Insgesamt 2,7 Millionen Euro sind für den Hallenausbau vorgesehen. 2,5 Millionen kommen vom Land, den Rest steuert die Stadt bei.
Mittwoch 16. März 2005 Rückblick: Vor 10 Jahren gewann Alba Berlin den Korac-Cup
Aus dem BERLINER KURIER:
Alba erobert Europa Heute vor 10 Jahren KORAC CUP Im Finale besiegen die Albatrosse Mailand und gewinnen den Pott Michael Heinrich
Berlin - Ein unglaublicher Jubel der 10 000 Fans in der Deutschlandhalle brach los, als Teoman Alibegovic zehn Sekunden vor Schluss den Ball zum 85:79 gegen Stefanel Mailand in den Korb legte. Sieg im zweiten Korac-Cup-Finale. Das ist heute auf den Tag genau zehn Jahre her und war der bislang größte Erfolg, den eine deutsche Basketballmannschaft je erreicht hat.
Schon eine Woche zuvor legten die Albatrosse den Grundstein für ihren Triumph, als sie in Mailand ein 87:87 erkämpften. Das Spiel wurde übrigens wie auch das Halbfinale auf einer Großbildleinwand in der Sömmeringhalle, Albas damaliger Heim-Spielstätte, gezeigt. Dort konnte der Rückspiel-Coup nicht über die Bühne gehen – zu klein.
Für 100 000 Mark wurde die Deutschlandhalle gemietet und hergerichtet: Parkett aus Bielefeld, Korbanlage aus München. Alba rechnete damit, die Tickets fürs Finale in zwei Tagen zu verkaufen. Irrtum! Nach zwei Stunden gab es keine Karte mehr.
Mit Schützenhilfe von Pau-Orthez am letzten Spieltag der Vorrunde ins Viertelfinale gerutscht, begann für Alba eine Traumserie. Bologna im Viertelfinale (77:73/ 80:80) besiegt, Caceres im Halbfinale (93:70/74:72) geschlagen.
War es dann in Mailand Sasa Obradovic, der die Italiener mit 34 Punkten schwindelig spielte, erlegte im zweiten Finale Alibegovic mit 34 Zählern die Mailänder. Alba hatte Europa erobert!
Montag 14. März 2005 Braunschweig protestiert gegen Spielwertung
(dpa) - Basketball-Bundesligist BS/Energy Braunschweig hat gegen die Wertung der 90:91-Niederlage bei RheinEnergie Köln Protest eingelegt.
Nach Ansicht der Niedersachsen ist ein erfolgreicher Drei-Punkte-Wurf von Pete Lisicky in der ersten Halbzeit von der Kölner Anschreiberin nur als Zweier gewertet worden. Bei einem korrekten Endstand von 91:91 hätte es eine Verlängerung geben müssen. Die Braunschweiger fordern deshalb eine Wiederholung der Partie.
Laut BS/Energy hatten die Schiedsrichter nach dem Wurf von Lisicky einen Dreier angezeigt. Das Scouting weist aber keinen getroffenen Dreier für den Braunschweiger Spieler auf. «Ich habe einen Wurf von deutlich hinter der Dreierlinie getroffen», sagte Lisicky. Der Technische Kommissar Peter George erklärte nach der Partie, der Spielstand sei korrekt angeschrieben wurden.
Braunschweig verwies auf weitere Ungereimtheiten am Anzeigetisch. Obwohl Prosper Karangwa und Modibo Niakate nicht eingesetzt wurden, hatte der Kölner Scouter beide Akteure auf dem Feld gesehen. Für Karangwa wurde eine Spielzeit von knapp zwei Minuten, für Niakate sogar knapp vier Minuten notiert.
Freitag 11. März 2005 Frankfurts neuer Teamleader Franklin spielt bereits morgen gegen Berlin
Aus der FRANKFURTER NEUEN PRESSE
Franklin debütiert gegen Alba Berlin Von Harald Joisten
Frankfurt. Er ist ein Spaßvogel. So sieht er sich zumindest selbst. Doch schon an diesem Samstag könnte es wieder ernst zur Sache gehen. Dann wird Kavossy Franklin aller Wahrscheinlichkeit nach sein Debüt im Trikot des deutschen Basketball-Meisters Opel Skyliners geben. Der neue US-Aufbauspieler der Frankfurter hat seine Bänderdehnung im rechten Fuß schneller als erwartet auskuriert und will nun bereits im Bundesliga-Topspiel gegen den entthronten Champion Alba Berlin auflaufen (morgen: 18.30 Uhr, Ballsporthalle; live auf Premiere). «Ich möchte die Dinge nicht überstürzen. Aber ich kenne mich. Ich bin kein Weichei und solche Verletzungen habe ich schon früher gut weggesteckt», sagte Kavossy .
Auch Skyliners-Trainer Murat Didin steckt hohe Erwartungen in den ehemaligen Football-Spieler (Quarterback), der als guter Schütze und flinker Verteidiger bekannt ist. «Es ist nie leicht, einen Titel zu gewinnen. Mit Kavossy geht es vielleicht ein wenig einfacher», hofft Didin. Der Coach verstand sich auf Anhieb mit dem gläubigen Baptist, auf dessen Körper sieben Tattoos prangen und der sich selbst als «29 Jahre alten Jungen» bezeichnet, «der gerne Witze macht, freundlich und liebenswert ist». Gestern Abend trainierte Franklin erstmals mit seiner neuen Mannschaft und traf dort auf seinen US-Freund Chris Williams, mit dem er vor zwei Jahren die australische Meisterschaft mit den Sydney Kings gewann. «Ich liebe es, wieder mit Chris zusammen zu spielen», meint Franklin, «er ist für mich wie ein kleiner Bruder. Ich würde am liebsten bis zum Ende meiner Karriere mit ihm in einem Team stehen.» Williams ist ebenfalls voll des Lobes. «Kavossy ist ein echter Führungsspieler, der uns sicher helfen wird.»
Morgen gegen Alba wird Franklin jedoch eventuell nur einen Kurzeinsatz bestreiten. Der 1,88 m große und 85 Kilo schwere US-Guard, der in Australien gerade erst zum Spieler des Monats Februar gewählt wurde, muss noch die Spielsysteme lernen und zudem auf seinen noch nicht vollständig ausgeheilten Fuß aufpassen. Sicher ist, dass der in Houston/Texas aufgewachsene Franklin das Trikot mit der Nummer 22 tragen wird und sich auf dem Feld klaglos in seine neue Rolle einfügen will – wie immer diese auch aussehen mag: «Ich bin ein Teil des Puzzles und habe nur ein Ziel: mit dem Team zu gewinnen.»
Die Freude auf die Basketball-Bundesliga ist groß. «So weit ich weiß, wird dort schnell und diszipliniert gespielt. Das müsste mir ganz gut liegen.» Freuen darf er sich bei seinem Debüt auch auf eine voll besetzte Ballsporthalle. Gestern Nachmittag gab es für die Partie gegen Alba nur noch 800 Karten. Die restlichen Tickets dürften am Samstag an der Tageskasse weggehen.
Samstag 5. März 2005 Opel und Skyliners: Bald Klarheit in Frankfurt
Aus der FRANKFURTER RUNDSCHAU
Bald schon genug geredet Skyliners hoffen weiter auf Opel
Frankfurt a. M. · 4. März · geh · Es bleibt nur eine vage Vermutung, dass Gunnar Wöbke, Manager der Opel Skyliners und zugleich passionierter Zeitungsleser, in den zurückliegenden Monaten bei der morgendlichen Lektüre am Frühstückstisch zuerst den Wirtschaftsteil und erst später die Sportseiten aufgeschlagen hat. Denn seit der Krise beim Rüsselsheimer Autobauer Opel, Namensgeber des Frankfurter Basketball-Bundesligisten, wird auch der hemdsärmlige Macher manch schlaflose Nacht verbracht haben. Sollte der Hauptsponsor tatsächlich den am Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern, werden die Skyliners, trotz aller beruhigenden Lippenbekenntnisse, den wirtschaftlichen Verlust nur schwer kompensieren können.
So gesehen werden vor dem Heimspiel gegen BG iceline Karlsruhe (morgen, 15 Uhr) die jüngsten Entscheidungen beim Hauptgeldgeber den Manager etwas hoffnungsfroher in die Zukunft blicken lassen. Auch wenn der Bereich Sportsponsoring nicht mit den Gesprächen über Arbeitsplätze und Bauaufträge „verknüpft ist“, wie Dietmar Thate der FR sagte, so ließ der Leiter Sponsoringkommunikation doch zumindest durchblicken, dass die Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung „in den nächsten Wochen“ beendet sein könnten. „Wir können schlecht erst im Sommer eine Entscheidung treffen. Beide Seiten brauchen eine gewisse Planungssicherheit. Das geht nicht fünf Minuten vor Toresschluss.“
Dabei hängt das Ergebnis im Wesentlichen von einer strategischen Überlegung ab: Zieht sich der Automobilkonzern, möglicherweise auf Anweisung des Detroiter Mutterkonzerns General Motors, ganz aus dem Sportsponsoring zurück, wird der deutsche Meister seine wichtigste Einnahmequelle verlieren. Reduziert Opel lediglich sein Engagement im Sport, dann, sagen Marketingexperten, würde es keinen Sinn machen, die Zusammenarbeit zu beenden. Der Aufbau einer neuen Kooperation mit einem vergleichbar hohen Bekanntheitsgrad würde ein Vielfaches der Summe verschlingen, die der Konzern jährlich an die Skyliners überweist. Thate beschrieb die Kooperation mit den Frankfurtern als „eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit“.
Je früher die Gespräche zu einem Ergebnis kommen, umso eher könnte Wöbke mit den Planungen für die neue Saison beginnen. Wie schwer Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen in Zeiten ungewisser Sponsorenlage sind, hatte jüngst die Verpflichtung des am Knöchel verletzten Kavossy Franklin (Vertrag bis 30. Juni 2006) verdeutlicht. Erst am Mittwoch und nach einer gründlichen medizinischen Untersuchung soll über die Option zur sofortigen Vertragauflösung entschieden werden. Zudem könnten die Skyliners den Kontrakt im Sommer auflösen. Dann laufen auch die Verträge von Tyrone Ellis, Chris Williams, Jukka Matinen und Bernd Kruel aus.
Donnerstag 3. März 2005 Münzregen in Bamberg: Oldenburg punktet
Aus der NORDWEST-ZEITUNG
Nervenstarke Baskets schlagen Vizemeister BASKETBALL Oldenburg führt zur Halbzeit schon mit zwölf Punkten – 29 Punkte von Beechum reichen nicht zum Sieg - Gegen die Oldenburger Zonenverteidigung fand Bamberg kein Mittel. Bester Baskets-Werfer war Kristaps Valters.
BAMBERG/BMY/SC - Die Playoffs der Basketball-Bundesliga haben die EWE Baskets Oldenburg noch nicht abgeschrieben. Mit dem 85:71 (37:25)-Sieg gegen Vizemeister GHP Bamberg gestern Abend hat die Mannschaft von Don Beck gezeigt, was sie zu leisten im Stande ist. „Wir hatten eine sehr schwierige Saison bisher – aber das war unser bester Sieg“, freute sich Oldenburgs Trainer Don Beck. „Wir hatten nur drei Spiele in den letzten sechs Wochen. Trotzdem ist die Mannschaft sehr konzentriert aufgetreten.“
Die EWE Baskets erwischten den besseren Start, allen voran Terry Black. Bis zur sechsten Minute erzielte der sprunggewaltige Flügelspieler zehn der zwölf Punkte und brachte die Oldenburger mit 12:4 in Führung. Als der Vorsprung dann durch zwei erfolgreiche Freiwürfe von Tyron McCoy sogar auf zehn Punkte wuchs, wechselte Bambergs Trainer Dirk Bauermann seinen Defensivspezialisten Steffen Hamann ein.
Aber auch der von seiner Verletzung genesene Nationalspieler vermochte die konzentriert spielenden Baskets nicht zu stoppen. Der Vorsprung blieb konstant, sogar Bogdan Popescu kam bei den Baskets mal wieder zum Einsatz und markierte den 22:13- Viertelendstand. Das zweite Viertel begannen die Oldenburger nervös. Doch die Auszeit von Don Beck beim Stand von 24:18 (12.) schien Wirkung zu zeigen. Dreier von Valters, Drmic und McCoy sorgten für die höchste Baskets-Führung der ersten Halbzeit (32:18/ 17.). „Kris hat herausragend gespielt“, lobte Manager Jens Brämer den Spielmacher, der 24 Punkte erzielte.
Die sonst so sicheren Schützen der Franken erlebten jenseits der 6,25-Meter-Linie ein Debakel. Zur Halbzeit standen zwei erfolgreiche Dreier von Beechum insgesamt 17 Versuchen gegenüber. Die Oldenburger Zonenverteidigung ließ Bamberg keine Chance, den Ball unter den Korb zu bringen, so dass die verzweifelten Gastgeber von Außen warfen und meist verfehlten.
Im dritten Viertel erlaubten sich die Oldenburger sogar eine Freiwurfschwäche. Johnson verwandelte nur zwei von sechs Würfen, Valters und Drmic je einen von zwei. Nach zwei Technischen Fouls gegen die Bank der Gastgeber rumorte es kräftig im Bamberger Forum, sogar Münzen flogen auf das Parkett. Doch Kristaps Valters ließ sich kaum aus der Ruhe bringen und verwandelte drei der vier fälligen Freiwürfe. Mit zwei weiteren nach einem Foul von Steffen Hamann stellte der Aufbauspieler eine 19-Punkte-Führung her (55:36/28.).
Im letzten Spielviertel schmolz der komfortable 67:49-Vorsprung der Baskets (33.) bis auf zehn Punkte vier Minuten vor Schluss. Doch Bambergs Center Chris Ensminger brachte sein Team mit einem weiteren Technischen Foul wieder aus dem Spiel. Ein Dreier von Drmic und zwei vergebene Freiwürfe von Mallet ließen die Baskets wieder davonziehen. Zum Schluss zeigte sich Kristaps Valters gewohnt nervenstark an der Freiwurflinie, so dass der Sieg nicht mehr in Gefahr geriet.
Dienstag 1. März 2005 Förster: "Wir haben zu viele Mitläufer"
Aus der KÖLNISCHEN RUNDSCHAU
„Unser Konzept ist nicht gescheitert“ Von KERSTIN THESING LEVERKUSEN. Wenn Heimo Förster etwas nicht passt, dann verzieht er das Gesicht. Den Mann plagt Sodbrennen, könnte man meinen. Meist aber sind es die Patzer seiner Spieler oder die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter, die ihm weh tun. Heimo Förster ist Trainer aus Leidenschaft. „Ich liebe Basketball“, sagt er. Und das, obwohl ihm seine Mannschaft, die Bayer Giants Leverkusen, in dieser Saison wenig Anlass zur Freude gibt. Der deutsche Rekordmeister steht auf Rang zwölf der Tabelle. In den neun noch folgenden Saisonspielen muss er acht Punkte aufholen, um noch Platz acht und damit die Teilnahme-Berechtigung an den Playoffs zu erreichen. „So lange wir auf dem Papier noch eine Chance haben, werden wir kämpfen“, sagt Förster - als Trainer muss er das schließlich tun: „Am Wochenende, bei Alba Berlin, da rechnet doch niemand mit uns. Wenn wir da gewännen, könnte das der Beginn einer Sieges-Serie sein.“ Vor zweieinhalb Jahren ist Heimo Förster in Leverkusen angetreten. Gemeinsam mit Manager Thomas Deuster steht er für das Konzept, mit jungen Deutschen erfolgreich Basketball zu spielen. Zwei Jahre lang haben sie viele Experten überrascht - mit dem zweimaligen Erreichen des Viertelfinales, aber vor allem mit der attraktiven Spielart ihrer Mannschaft. „In dieser Saison sind wir nicht gut und nicht erfolgreich“, gesteht Trainer Förster. Die Ursachen sind vielfältig: Im Moment setzt die Niederlagen-Serie - bis auf den Pokalerfolg gegen Trier haben die Giants im Jahr 2005 nur verloren - seinen Spielern zu. Über die Saison gesehen fehlt Förster aber einfach eine Führungsfigur, die die Jungen mitziehen kann. Routinier Carl Brown hat den Anforderungen nicht entsprochen, und auch Kapitän Denis Wucherer ist weit von der bestechenden Form des Vorjahres entfernt. „Dennoch sehe ich unser Konzept nicht als gescheitert an“, sagt Förster, „wir haben zwei Jahre am Limit gespielt. In diesem Jahr haben wir zu viele Mitläufer.“ Nach der Saison soll aufgeräumt werden. „Dann werden wir alles sachlich analysieren und unsere Konsequenzen ziehen.“ Die Gefahr, dass der Bayer-Konzern beim Verpassen der Playoffs die Geduld verlieren könnte, sieht Förster nicht. „Als wir unser Konzept, nach dem wir im dritten Jahr um die Meisterschaft mitspielen wollten, geschrieben haben, herrschten andere Voraussetzungen. Das wissen die Verantwortlichen.“ Zudem bringt die Förderung deutscher Talente positive Schlagzeilen. Die Fortsetzung des Konzepts wird aber nicht nur vom Bayer-Konzerns abhängen, sondern auch von den Stützen der Mannschaft. Die Verträge der Nationalspieler Denis Wucherer und Demond Greene laufen im Sommer aus . . .
Dienstag 1. März 2005 Würzburg: Rettung auf wackeligen Beinen
Aus der MAIN-POST:
X-Rays: Die finanzielle Lage bleibt unklar Der Vorsitzende der Spieler-Gewerkschaft beobachtet die jüngste Entwicklung mit wachsender Sorge Würzburg - Die Situation beim Basketball-Bundesligisten TSK Würzburg wird zunehmend undurchsichtiger. Fakt ist, dass die am Freitag von Geschäftsführer Jörg Falckenberg verkündete Rettung des schwer angeschlagenen Vereins keineswegs in trockenen Tüchern und die Insolvenz nicht abgewendet ist. Dies räumte Falckenberg inzwischen selbst ein.
Dass nach den vielen Ungereimtheiten und Widersprüchen, Bedingungen und Forderungen jedweder Art plötzlich alles derart glatt über die Bühne gegangen sein soll, wie es am späten Freitagabend Geschäftsführer Jörg Falckenberg verkündete, darauf durften wohl nur die größten Optimisten im Lager der Würzburger Korbjäger hoffen. Die Insolvenz sei abgewendet, der Verein wieder liquide, der Spielbetrieb gehe weiter, der Dank gelte den Sponsoren, verkündete Falckenberg in einer offiziellen Pressemitteilung des Vereins. Doch ganz so einfach ist die Kuh nicht vom Eis zu bekommen, vor allem die "Finanzierungszusage der Interessengemeinschaft Basketball Würzburg e.V. in sechsstelliger Höhe", wie es von Seiten der X-Rays heißt, existiert in dieser Form nicht. Sie ist, wie bereits berichtet, an zwei Bedingungen gebunden.
Für die X-Rays ist vor allem jene von Bedeutung, mit der durch einen "liquiden Dritten" die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bis Saisonende garantiert werden soll. Andernfalls müsse diese Person den in Aussicht gestellten sechsstelligen Betrag wieder zurückzahlen. "Diese dritte Person gibt es nicht", räumte Falckenberg auf Nachfrage dieser Zeitung ein, "allerdings kenne ich eine solche Forderung auch nicht." Verärgert und verwundert reagierte Jörg Hofmann, der Rechtsanwalt von Dirk-Nowitzki-Mentor Holger Geschwinder, auf diese Aussage: "Das ist Schmarrn. Ich habe am Freitag selbst mit Herrn Falckenberg telefoniert und wörtlich zu ihm gesagt: ,Diese dritte Person können Sie nicht sein, Ihre Erklärung würde nicht ausreichen. Sie muss von jemand anderem abgegeben werden.' Diese Bedingung ist so alt wie nur noch was und auch Herrn Falckenberg bekannt."
Darauf angesprochen, räumte Falckenberg am Montagabend dann doch ein, dass auch ihm diese Bedingung bekannt sei. "Prinzip Hoffnung" bei Mittmann Die schon verkündete Rettung der X-Rays scheint damit erneut in weite Ferne gerückt, das sechsstellige Loch im Etat zur Begleichung von kurzfristigen Forderungen ist nicht gestopft. "Für mich gilt jetzt das Prinzip Hoffnung", sagt TSK-Kapitän Nils Mittmann, der am Freitagabend zusammen mit der Mannschaft von Falckenberg über die finanzielle Situation informiert wurde. Zwar habe Falckenberg nicht wie von der Mannschaft gefordert "Definitives zur Zukunft gesagt, aber er war völlig überzeugt davon, dass er die Sache schon schaukeln würde", sagt der 25-Jährige.
Nicht zuletzt deshalb entschied sich Mittmann, trotz eines Angebots eines anderen Bundesligisten, die Saison in Würzburg zu Ende spielen zu wollen. "Ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, werde ich demnächst sehen." Mit wachsender Sorge beobachtet inzwischen auch die Spieler-Gewerkschafts "Sports-Union" und deren Vorsitzender Walter Palmer die Vorgänge in Würzburg. Der 2,14 Meter große, ehemalige Bundesliga-Spieler (Frankfurt, Gießen, Braunschweig, Ludwigsburg und Bamberg) war am Freitagabend beim Team-Treffen dabei, "und ich habe an die Spieler entgegen anders lautender Gerüchte die Empfehlung ausgesprochen, weiterzuspielen und sich im eigenen Interesse professionell zu verhalten."
Die jüngsten Entwicklungen über die in letzter Konsequenz noch immer nicht gesicherte Zukunft der X-Rays beunruhigt den 36-Jährigen: "Einige Spieler hatten die Möglichkeit, innerhalb Deutschlands zu wechseln. Aber die Vereine haben davon zum Wohle Würzburgs Abstand genommen. Sie wollten nicht auf der einen Seite Geld spenden und auf der anderen Seite Spieler des Vereins verpflichten", sagt Palmer: "Aber wenn es in Würzburg jetzt doch nicht weitergehen sollte, steht auch die Bundesliga den Spielern gegenüber in der Pflicht, die dann die Leidtragenden wären, nachdem die Wechsel-Frist am gestrigen Montag verstrichen ist." Palmer bot der Bundesliga und den X-Rays an, bei deren Treffen am morgigen Mittwoch mit am Tisch zu sitzen. Ziel der Gespräche solle eine Vereinbarung sein, um den Spielbetrieb für die laufende Saison zu retten. Fortsetzung folgt ...
Dienstag 1. März 2005 Zu trocken, zu kalt: Hardtbergparkett leidet
Aus der BONNER RUNDSCHAU
Neues Problem in der Hardtberghalle
Von MARTIN SAUERBORN BONN. Die Hardtberghalle ist ein schwieriges Terrain. Sicher gewollt, wenn es um die Gegner der Telekom Baskets Bonn geht, für die die Heimstätte des Basketball-Bundesligisten zum sportlichen Stolperstein werden soll. Ungewollt allerdings, wenn es um die Verlegung des Parkettbodens geht, auf dem die Sportler ihrem Geschäft nachgehen. Nachdem im vergangenen Jahr der komplette Holzbelag aufgrund irreparabler Schäden ausgetauscht werden musste, gibt es nun in Form von zu großen Fugen zwischen den Hölzern erneut Probleme mit dem neu verlegten Parkett. Nicole Bonnie, CDU-Mitglied im Sportausschuss, hatte die neuerlichen Schäden eher zufällig bei einer Ortsbesichtigung der Hardtberghalle entdeckt. „Wir wollten uns eigentlich nur den schönen neuen Boden anschauen und sahen dann diese riesigen Fugen“, beschrieb sie in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses. Was unschön und nicht sachgemäß aussieht, muss hinterfragt werden. Gleiches tat die CDU-Fraktion und bekam im Sportausschuss prompt eine Antwort von der Verwaltung. Nach Aussage von Thomas Frenzel, Abteilungsleiter im Städtischen Gebäudemanagement, ist eine Fugenbildung „wünschenswert“. „Sie ist zwingend erforderlich, um Rissbildung und damit Zerstörung des Parketts zu vermeiden.“ Nicht wünschenswert ist dagegen die Größe der Fugen, die weit über das normale Maß von 0,2 bis 0,3 Millimetern hinaus geht. Dieses Phänomen erklärt Frenzel so: „Durch die anhaltende Kälte und die damit verbundene Heizperiode in der nicht klimatisierten Halle schwindet das Holz. Die Fugen gleichen dies aus. Durch die Behandlung des Holzes sind allerdings einige Hölzer so zusammengeklebt, dass dort keine Fugen entstehen können.“ Dies bedeutet nichts anderes, als dass sich das so genannte Schwindmaß nicht auf viele, sondern auf wenige Fugen verteilen muss. An diesen Stellen weiten sich die Fugen deshalb weiter als gewünscht. „Wir haben vorsorglich eine Mängelrüge an die ausführende Firma erteilt und Gegenmaßnahmen ergriffen“, sagt Frenzel. Damit der Parkettboden in der Hardtberghalle nicht weiter austrocknet, stellt die Stadt Luftbefeuchter auf und führt dem Boden über verkürzte Reinigungsintervalle mehr Feuchtigkeit zu. Parkettboden braucht in der Regel eine Temperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 55 Prozent. Einen Grund für die offenbar fehlerhaft aufgetragene Versiegelung hat die Stadtverwaltung laut Frenzel noch nicht gefunden. Mängel, Aufwölbungen und Absplitterungen an dem Hallenboden seien nicht zu erwarten. „Die Halle ist derzeit uneingeschränkt nutzbar. Die Hallenwarte beobachten die Fugenbildung aber aufmerksam und halten die Entwicklung mit Digitalkameras fest.“ Sollte es doch gravierendere Schäden geben, greift die zwischen Stadt und Parkettfirma über einen Zeitraum von fünf Jahren vertraglich festgelegte Gewährleistung. Ein bereits entstandener Riss in einer neu verlegten Parkettpanele ist nach Aussage von Thomas Frenzel „auf keinen Fall“ auf die falsche Fugenbildung zurückzuführen.
Montag 28. Februar 2005 Alba Berlin hadert mit Schiedsrichtern
Aus dem TAgesspiegel (Berlin)
Anpfiff nach der Niederlage
Alba Berlin ärgert sich über die Schiedsrichter
Berlin - Alba Berlins Teammanager Henning Harnisch lenkte am Sonntagvormittag ein bisschen ein. Am Samstagabend, gleich nachdem Alba Berlin das Basketball-Bundesligaspiel bei der BG Karlsruhe 68:70 nach Verlängerung verloren hatte, hatte er die Leistungen der Schiedsrichter scharf kritisiert und gesagt: „Sie haben das Spiel entschieden.“ Nachdem Harnisch eine Nacht darüber geschlafen hatte, wollte er den Satz so nicht wiederholen, aber doch grundsätzlich an seiner Kritik festhalten.
Für Claus Lauprecht, einen der drei Schiedsrichter, die das Spiel leiteten, war Harnischs Kritik nicht nachzuvollziehen. „Das Spiel ist vollkommen unkompliziert verlaufen, auch die Spieler haben sich nicht über Entscheidungen beklagt“, sagte er. 20 Fouls pfiffen die drei Schiedsrichter gegen Karlsruhe, 30 gegen Berlin. Das erklärt sich Uwe Sauer, Trainer von BG Karlsruhe, so: „Die Berliner haben oft mit einer Halbfeld-Zonen-Presse gearbeitet. Dabei haben sie eben mehr gefoult als wir.“ Im Mittelpunkt von Harnischs Kritik standen allerdings die Pfiffe gegen Berlins herausragenden Center Jovo Stanojevic, der wegen fünf persönlicher Fouls bereits früh im vierten Viertel ausscheiden musste. Die fünf Fouls waren alle Offensivfouls. Eigentlich kommt so etwas beim Basketball extrem selten vor. „Die Schiedsrichter haben Jovo kein Basketball spielen lassen“, sagte Harnisch.
Sauer sah das ganz anders: „Es hätten auch zehn Fouls gegen ihn gepfiffen werden können.“ Sein Kotrainer Horst Schmitz ergänzte ihn: „Die Schiedsrichter haben endlich Rückgrat gezeigt und Stanojevic mal keinen Freibrief erteilt.“ Schmitz, der Anfang der Neunzigerjahre selbst in Berlin gespielt hat, findet, dass es häufig sogar umgekehrt s+ei und die Berliner bevorteilt werden: „Tendenziell wird immer für Alba gepfiffen. Als ich in Berlin gespielt habe, da habe ich das genossen. Bei einem kleineren Verein ist es nun schwierig, damit umzugehen.“
Schmitz steht mit seiner Meinung nicht allein. Vor knapp zwei Wochen verfasste Oldenburgs Trainer Don Beck in Absprache mit seiner Vereinsführung einen Brief an die Basketball-Bundesliga. In diesem Brief bezieht sich Beck unter anderem auf drei Bundesligaspiele, die Alba knapp gewann. Eines davon gegen Oldenburg. Die Gegner Albas seien in diesen Spielen massiv benachteiligt worden, so der Tenor des Schreibens. „Es handelt sich um ein Problem, das die ganze Liga betrifft“, schreibt Beck. Und weiter: „Wenn wir nicht bald etwas unternehmen, verlieren nicht nur die Spieler, sondern auch die Zuschauer und Sponsoren das Interesse an unserem Sport, da zu viele Spiele nicht durch sportliche Leistungen entschieden werden.“ Albas Vizepräsident Marco Baldi sagte gestern dazu: „Auf diesem unteren Niveau von Beck argumentiere ich nicht.“
Harnisch befürchtet nun, dass dieser Brief die Schiedsrichter beeinflusst hat: „Es scheint so, dass der Brief seine Wirkung hinterlässt.“ Klaus Metzger wiederum glaubt, das sei absolut ausgeschlossen. Metzger ist Technischer Kommissar der Liga. Er bewertet die Leistungen der Schiedsrichter. Für das Spiel Berlin gegen Karlsruhe war er zuständig und hat die Leistung der drei Schiedsrichter als gut bewertet. „Vielleicht waren zwei oder drei strittige Entscheidungen dabei, aber auf keinen Fall wurde dadurch eine Mannschaft benachteiligt“, sagt er.
Albas Trainer Henrik Rödl fühlte sich aber sehr benachteiligt: „Wegen Betreten des Spielfeldes und Meckerns hat er ein Technisches Foul bekommen“, sagt Metzger. Karlsruhes Trainer Sauer findet sogar, dass Harnisch für sein Verhalten eigentlich aus der Halle hätte geschmissen werden müssen. „Ich habe mehr Professionalität von ihm erwartet. Aber er ist ja noch jung und kann noch lernen.“ Wie Sauer angesichts von 38 Freiwürfen für Karlsruhe und nur 14 für Alba an Berliner Stelle reagiert hätte, sagte der Trainer aber lieber nicht.
Montag 28. Februar 2005 Absage und andere Absurditäten
Frankfurt/Main - Nach einem Spieltag der Turbulenzen und Skurrilitäten rückte Cup-Sieger RheinEnergie Köln in der Basketball-Bundesliga an die Spitze, obwohl er gar nicht gespielt hatte. Weil Gegner Artland Dragons Quakenbrück wegen Verletzungen und einer Grippewelle nur mit vier Spielern angereist war, pfiff Schiedsrichter Uwe Prause das Spiel gar nicht erst an. Die Partie wurde mit 2:0 Körben und 2:0 Punkten für die Kölner gewertet. Falls die Spielleitung dabei bleibt, kündigten die Quakenbrücker Protest an. Mit 30:12 Punkten übernahm Köln auf Grund des Direktvergleich die Führung von ALBA Berlin (30:12). Der Ex-Meister handelte sich drei Tage nach dem 76:80 in Köln mit dem 68:70 nach Verlängerung bei der BG Karlsruhe die zweite Pleite nacheinander ein.
Hinter dem spielfreien Vize-Meister GHP Bamberg (28:10) toben weiter heftige Positionskämpfe - auch um die Playoff-Plätze. Durch den 107:102-Sieg nach Verlängerung gegen BS/Energy Braunschweig rückte EnBW Ludwigsburg (28:14) auf Rang vier und Meister Opel Skyliners Frankfurt (26:14) nach dem 89:80 beim Union Baskets Schwelm auf Platz fünf vor. Auch die Gießen 46ers (26:16) liegen nach dem vierten Sieg in Serie (92:69 gegen TSK Würzburg) gut im Rennen. Für Rekordmeister Bayer Giants Leverkusen (16:26), der mit 74:91 gegen die Telekom Baskets Bonn seine vierte Niederlage in Serie kassierte, rücken die Playoffs langsam außer Reichweite. Im Abstiegskampf gelang TBB Trier ein 75:72-Sieg gegen die Tigers Tübingen.
Ein seltsames Szenario bot sich im Kölner Energy Dome rund 2000 Zuschauern. Die angereisten vier Dragons-Spieler Rohdewald, Puljko, Jokic und Woltermann hatten sich umziehen und zu dem dann nicht vollzogenen Eröffnungssprungball aufstellen müssen. Da die Regeln die Präsenz von fünf Spielern vorschreiben, winkte Prause beide Teams wieder vom Feld. Als das Kampfgericht, das Schiedsrichter-Trio und der Technische Kommissar die vorgeschriebene 30-Minuten-Frist verstreichen ließen, warteten die Gästespieler in der Kabine, um sich dann wieder auf den Heimweg zu machen. Derweil schrieben Kölns Akteure Autogramme für die frustrierten Fans, die mit Kölsch-Bier zum Vorzugspreis und der Aussicht auf Ticket-Umtausch für ein Heimspiel vertröstet wurden.
«Das ist einfach nur blöd», so kommentierte Chris Fleming die einmalige Farce. Die Niedersachsen warten jetzt die Entscheidung durch Spielleiter Dirk Horstmann ab und werden bei negativem Bescheid Einspruch einlegen. Einen mit ärztlichen Attesten gestützten Antrag auf Spielverlegung hatte die Basketball-Bundesliga (BBL) abgelehnt. Der Fall bleibt brisant, denn eine Lücke im Statut lässt den Ausgang der juristischen Auseinandersetzung offen erscheinen.
Turbulent ging es bei Braunschweigs Niederlage in Ludwigsburg zu, wo Gäste-Coach Henrik Dettmann nach zwei technischen Fouls aus der Halle geschickt wurde und auch Co-Trainer Liviu Calin ein «Technisches» kassierte. Ludwigsburg mit Topsorer Green (33) nutzte die verhängten Freiwürfe zum Sieg. Trotz eines disqualifizierenden Fouls gegen Jackson nach einer Rangelei mit Basit ließ Bonn (Nadjfeji/21) in Leverkusen (Greene/21) nichts anbrennen. Der überragende Roessler (22) besiegelte Berlins Niederlage in Karlsruhe. Im Spiel eins nach dem Weggang von Maras nach Sevilla kam Frankfurt mit dem überragenden Roller (29/5 Dreier) zum Sieg gegen Schwelm. (dpa)
Freitag 25. Februar 2005 Fragezeichen hinter BBL-Aufstieg von Nürnberg
Aus der NÜRNBERGER ZEITUNG
Lizenz verkaufen, umziehen oder bleiben? Falke-Boss will kein Harakiri begehen Von Florian Pöhlmann
NÜRNBERG — Vor der Pflichtaufgabe der Falke-Basketballer morgen Abend (20 Uhr, Berliner Platz) gegen den Tabellenletzten MTV Kronberg platzte eine Nachricht, die für viel Wirbel sorgen wird. Ralph Koczwara, Geschäftsführer, Lizenzinhaber und Hauptsponsor des Zweitliga-Tabellenführers, droht damit, das Aufstiegsrecht zu verkaufen oder mit der Mannschaft in eine andere Stadt umzuziehen.
„Wenn wir nicht eine Million Euro als Etat sicher haben, wäre es Harakiri, in der Bundesliga zu starten. Wir wollen ja sportlich wettbewerbsfähig sein und in jedem Spiel eine reelle Chance haben, zu gewinnen“, sagte Koczwara, der in den letzten Wochen bereits die Zusagen einiger Geldgeber eingeholt hat. Noch immer aber fehlen rund 400 000 Euro zum anvisierten Etat.
Ein größeres Problem ist die Hallennutzung in der nächsten Saison. Der momentane Spielort am Berliner Platz entspricht nicht den Anforderungen der Basketball-Bundesliga, die mindestens 3000 Sitzplätze vorschreibt. Und ein Umzug in die Arena ist nicht realistisch, da es zu terminlichen Überschneidungen mit dem Dauermieter Ice Tigers käme.
Obendrein muss die Halle laut BBL-Statuten am Abend vor dem Spiel dem jeweiligen Gästeteam zur Verfügung gestellt werden. Das hieße im Klartext, dass das Sportamt der Stadt schon eine logistische Meisterleistung erbringen muss, um Club-Handballerinnen, Amateurfußballer, Tänzer, Bogenschützen oder Hockeyspieler künftig anderweitig unterzubringen.
Denn für einen Hallen-Neubau fehlt der Stadt das Geld. Flickschusterei ist das Motto bei den bestehenden kleinen Hallen, wogegen beim 56 Millionen Euro teuren Umbau des Frankenstadions natürlich ordentlich geklotzt wurde. Deshalb regt sich Koczwara auf, wenn Politiker gerne mit der „Sportstadt Nürnberg“ kolportieren. „Bei der momentanen Unterstützung muss man sich schon wundern, dass es in Nürnberg überhaupt Erstligisten gibt. Hier sind doch bei keinem Bundesligaverein städtische Unternehmen als Sponsoren vertreten“, meckerte Koczwara, der auch diesen Punkt heute bei einem Termin mit Bürgermeister Horst Förther besprechen will.
„Ich will den Basketball hier in Nürnberg voranbringen und alles dafür tun, dass es hier klappt“, meinte Koczwara gestern gegenüber der NZ, „aber ich brauche dafür die Hilfe der heimischen Wirtschaft und der Stadt Nürnberg. Und die Frage ist doch, ob sich die Stadt über mehr als nur Lebkuchen, Bratwürste und den Club definiert.“
Bis zum 15. März — der Stichtag für den Erstliga-Lizenzantrag — will der RCE-Boss alles geregelt haben. „Bevor fünf Jahre Arbeit und viel Geld umsonst waren, muss man dann schon anderen Optionen nachgehen.“ Die da wären: Lizenz verkaufen oder mit der Mannschaft in eine andere Stadt umziehen. Angebote sind bereits eingegangen. „Es gibt zwei konkrete Anfragen, die sich eine Bundesligamannschaft in ihrer Stadt wünschen“, bestätigte Koczwara die Übernahmeinteressen, ohne Namen zu nennen. Wie die NZ in Erfahrung brachte, sollen Leipzig und ein Ort in Luxemburg im Gespräch sein.
Donnerstag 24. Februar 2005 Nürnberger Initiative: BBL-Klubs sollen Würzburg retten
SID meldet: BBL-Vereine wollen Würzburg retten
In einer bisher einmaligen Aktion der Solidarität wollen die Klubs der Basketball-Bundesliga ihren wirtschaftlich schwer angeschlagenen Konkurrenten TSK Würzburg vor der Insolvenz retten. Nach Auskunft der Initiatoren steht ein höherer fünfstelliger Betrag aus der Liga bereit, der am Freitag überwiesen werden soll. Insgesamt werden 300.000 Euro benötigt. Weil diese Summe allerdings nicht bis zu einer für Mittwochabend gesetzten Deadline erreicht worden war, wurden am Donnerstag 145.000 Euro, die am Mittwoch auf dem Treuhandkonto zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes eingegangen waren, vorerst an die Spender zurücküberwiesen. Momentan gebe es laut Geschäftsführer Jörg Falckenberg Zusagen über 65.000 Euro.
Die Solidaraktion ging von rce Falke Nürnberg, aktueller Tabellenführer der zweiten Liga (Gruppe Süd) und somit potentieller Aufstiegskandidat, aus. „Wir wollen verhindern, dass die Marke BBL durch eine Insolvenz einen Imageschaden nimmt, weil ja auch wir schon im nächsten Jahr eventuell Bestandteil der BBL sind. Zum anderen sehe ich eine moralische Verpflichtung Würzburgs Manager Wolfgang Malisch gegenüber, der uneigennützig und mit großen Opfern seit Jahren für den Klub kämpft und auch teilweise persönlich haftet“, erklärte Nürnbergs Geschäftsführer Ralph Koczwara. Zusammen mit BBL-Vizepräsident Wolfgang Wiedlich (Telekom Baskets Bonn) hatte Koczwara die Vereine der Bundesliga telefonisch kontaktiert. „Wir wollen jedoch Würzburg nicht nur künstlich am Leben erhalten, sondern mit unserem Engagement ein Teil der Sanierung des Klubs sein“, so Koczwara.
Montag 21. Februar 2005 Geldsorgen in Würzburg und Düsseldorf
Wie SID berichtet, ist die Entscheidung über die Zukunft von Basketball-Bundesligist TSK Würzburg heute vertagt worden. Ursprünglich sollte der Verein bis zum Abend 300.000 Euro auf ein Treuhandkonto eingezahlt haben. Damit sollen die Kosten für die laufende Saison gedeckt werden. Doch die Frist wurde verlängert. Bisher sind auf dem Treuhandkonto 80.000 Euro eingegangen. Am Montagabend war ein Treffen zwischen dem Wirtschaftsbeirat des Klubs und der Interessen-Gemeinschaft Basketball angesetzt, bei dem es um die Zukunft der Vereins gehen sollte. Zur IG Basketball gehört Holger Geschwindner, Förderer von Superstar Dirk Nowitzki. Geldsorgen auch in Düsseldorf. Wie DPA berichtet, blicken die ART Düsseldorf Magics in der 2. Basketball-Bundesliga Nord einer ungewissen Zukunft entgegen. Der Tabellenvierte und gescheiterte Aufstiegsaspirant muss derzeit darum bangen, einen wettbewerbsfähigen Etat in Höhe von 300 000 Euro für die kommende Saison aufstellen zu können. Bei der Sponsorensuche blieben die Rheinländer bislang erfolglos. „Wir sind sehr frustriert, die Lage ist kritisch. Momentan laufen wir bei vielen Firmen vor verschlossene Türen. Es mangelt der Düsseldorfer Wirtschaft am Lokalpatriotismus“, sagte der Geschäftsführer der Magics GmbH, Gerald Wagener. Wenn bis Ende Mai nicht zwei Drittel des nötigen Etats generiert sind, gedenken die finanziell ausgegliederten Magics ihre Spiellizenz eventuell an den Hauptverein ART 77/90 Düsseldorf zurückzugeben. Wagener, ein millionenschwerer Multi-Unternehmer, fungiert bislang als Hauptsponsor. Ein Mäzenatentum seinerseits schließt er aber aus: „Die Magics müssen als Produkt überzeugen und sollen nicht von einem Geldgeber abhängig sein.“ Sollte der Standort nicht zu halten sein, hält Wagener sogar eine Umsiedlung des Teams in eine andere Stadt für denkbar. Die Spielordnung der 2. Liga lässt dies rein theoretisch zu.
Samstag 19. Februar 2005 BBL erwägt Verhaltenskodex
Aus der BERLINER MORGENPOST
Keine Strafe für Trainer Don Beck, BBL erwägt Verhaltenskodex
Der Brandbrief von Don Beck, dem Trainer des Basketball-Bundesligisten EWE Baskets Oldenburg, sorgt weiter für Gesprächsstoff. Wie berichtet, hatte Beck in einem Brief an die Basketball-Bundesliga (BBL), der auch in der „Nordwest-Zeitung“ veröffentlicht wurde, behauptet, sein Team werde von den Schiedsrichtern massiv benachteiligt - und Liga-Konkurrent Alba Berlin bevorzugt. Am Donnerstag war Becks Breitseite, die von den Gesellschaftern seines Klubs unterstützt wird, Thema während einer BBL-Tagung in Köln. BBL-Commissioner Otto Reintjes stellt jedoch klar: „Es wird keine Bestrafung geben.“ Die Pauschalvorwürfe von Beck werden von Reintjes lediglich in einem persönlichen Brief an den US-Amerikaner beantwortet. „Ich schreibe ihm, daß dies nicht der richtige Weg ist.“ Die Gesellschafter des Vereins werden ebenfalls Post von ihm bekommen. Ansonsten sagt Reintjes: „Wir leben in einer Demokratie, da kann jeder sagen, was er will.“ Es gelte, den „Ball flach zu halten“. Überhaupt spräche Becks Aktion ja für sich. Gleichwohl erklärt Reintjes, man werde in der BBL darüber nachdenken, ob künftig entsprechende Aktionen akzeptierbar seien und ob man sich einen Verhaltenskodex geben werde. Auch eine Schiedsstelle, ähnlich dem Kontrollausschuß in der Fußball-Bundesliga, wäre eventuell eine Möglichkeit. Darüber würden sich die BBL-Vereine, die in Köln den Fall Beck kontrovers diskutierten, unterhalten müssen. „Das Meinungsbild der Klubs interessiert mich wenig“, sagt hingegen Albas Vizepräsident Marco Baldi. Die BBL-Führung müsse sich positionieren, schließlich habe sie eine gewisse Wächterfunktion. Da Beck keine Verbesserungsvorschläge liefert, steht für Baldi fest: „Das ist nichts anderes als Stimmungsmache.“
Samstag 19. Februar 2005 Alba sinnt auf Revanche gegen Bonn
Aus der BERLINER MORGENPOST
Albas offene Rechnung Gegen den heutigen Kontrahenten Telekom Baskets Bonn verloren die Berliner fünf der letzten sechs Spiele
Von Jörg Rößner Sprach man die Spieler und Verantwortlichen von Alba Berlin in den vergangenen Tagen auf die heutige Partie der Basketball-Bundesliga gegen die Telekom Baskets Bonn (18.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle/Premiere live) an, gab es vor allem zwei Reaktionen: zum einen die Vorfreude, zum ersten Mal in dieser Saison ein ausverkauftes Heimspiel zu bestreiten. Tanel Tein steht dabei stellvertretend für die anderen Neuen, wenn er sagt: „Das wird bestimmt ein nettes Spiel, und wir können mal erleben, wie gut die Stimmung in einer vollen Halle ist.“ Team-Manager Henning Harnisch spricht von einem „absoluten Traumspiel“, und Trainer Henrik Rödl erhofft sich „zusätzliche Motivation, obwohl wir die in dieser Partie gar nicht mehr brauchen“. Die andere Reaktion ist der Hinweis auf das Hinspiel Anfang November in Bonn, in dem Alba 75:76 unterlag. Daran erinnert sich nicht nur Jovo Stanojevic noch allzu gut: „Damals haben wir erst in letzter Sekunde verloren, das vergißt man nicht so schnell.“ Damit setzte sich die Mißerfolgsserie der Berliner gegen die Rheinländer fort: Denn von den letzten sechs Spielen gegen die Telekom Baskets konnten die Berliner nur eins, das Heimspiel in der vergangenen Saison (100:89), gewinnen - Alba hat also eine Rechnung offen. Dieses Phänomen versucht Co-Trainer Burkhardt Prigge zu erläutern: „Diese Partien sind für Bonn immer speziellere Spiele als für uns, deshalb zeigen sie auch meist eine besonders gute Leistung, während wir zuletzt eher „normal’ gespielt haben. So erklärt sich diese Bilanz.“ Allerdings können die Berliner auf ihre aktuelle Serie von zuletzt sechs gewonnenen Bundesliga-Spielen verweisen, am Mittwoch wurde zudem die Pokal-Hürde Rhöndorf problemlos übersprungen. Aber auch die Gäste haben ihre Formkrise vom Dezember überwunden, als sie die verletzungsbedingten Ausfälle von Aleksandar Nadjfeji, Altron Jackson und Aleksandar Djuric nicht kompensieren konnten, und „sind jetzt wieder gut in Schwung“, so Prigge. „Das hat zwar keinen vorentscheidenden Charakter, wird aber für beide Teams ein interessanter Test, der zeigt, wo man zur Zeit steht.“ Rödl hat ebenfalls eine hohe Meinung vom heutigen Gegner: „Das ist eine der Mannschaften, die in diesem Jahr deutscher Meister werden kann und die man sehr ernst nehmen muß. Für mich spielen sie neben uns die beste Verteidigung der Liga.“ Diese Aufgabe wird durch die anhaltenden Personalprobleme der Berliner zusätzlich erschwert: Stefano Garris trägt aufgrund seiner gebrochenen rechten Hand jetzt eine Spezialschiene, Kapitän Mithat Demirel fällt wegen einer Entzündung des Schambeins noch mindestens zwei Wochen aus, und Justin Brown wurde gestern am rechten Knie operiert: Er muß einen Monat pausieren. So bleibt neben Sascha Leutloff auch der 19jährige TuSLi-Spieler Robert Kulawick im Kader. Während Vizepräsident Marco Baldi fordert, „daß wir unsere Probleme ignorieren müssen“, hofft Harnisch, daß es „manchmal hilft, wenn die Bedingungen nicht optimal sind“ und sich das Team von der stimmungsvollen Kulisse anspornen läßt. Rödl beklagt sich nicht über das Verletzungspech: „Wir haben Vertrauen in unsere Fähigkeiten und konzentrieren uns jetzt eben auf das, was wir haben.“ Michael Wright weiß sowieso, was von seiner Mannschaft erwartet wird: „Wir spielen zu Hause - das heißt, wir dürfen nicht verlieren.“
Freitag 18. Februar 2005 Alba erwartet gegen die Baskets ein volles Haus
Der Bonner General Anzeiger schreibt:
Saisonrekord beim Klassiker in Berlin - Bonner Basketball-Bundesligist in Bestbesetzung, der Ex-Meister mit Sorgen
Von Gerhard Mertens
Bonn. Premiere für Alba Berlin in dieser Saison. Bisher offenbarten sich bei den Heimspielen des siebenfachen deutschen Basketballmeisters in der Max-Schmeling-Halle immer noch einige mehr oder wenige große Lücken auf den Zuschauertribünen. Am Samstag wird das erstmals nicht so sein.
Der Gegner um 18.30 Uhr (live in Premiere) heißt Telekom Baskets Bonn - und der elektrisiert in der Bundeshauptstadt nach wie vor die Fans. Die rund 7 500 Sitzplatzkarten sind schon lange verkauft. Und Alba geht davon aus, dass auch die meisten der 1 000 Stehplätze in der 8 500-Zuschauer-Arena besetzt sein werden - wenn nicht sogar alle.
Es stört anscheinend nicht, dass die Bonner derzeit nur auf dem siebten Rang in der Tabelle stehen. Noch nie sind sie mit einer schlechteren Platzierung zu einem Punktspiel angereist.
Aber in Berlin traut man dem großen Herausforderer aus den 90-er Jahren und von 2001, als die Baskets dem Serienmeister drei Mal in einem Finale gegenüberstanden, immer noch einiges zu. Zumal die Truppe von Coach Predrag Krunic nach einer Monate dauernden Verletzungsmisere in Bestbesetzung auflaufen wird. Also mit der Formation, die Alba im Hinspiel in Bonn mit 79:78 besiegen konnte.
Seitdem hat sich beim Ex-Meister aber einiges getan. Eine Niederlagenserie in der Bundesliga und das frühe Ausscheiden im Uleb-Cup führte zur Entlassung von Trainer Emir Mutapcic. Das Zepter übernommen hat mit Henrik Rödl der langjährige Kapitän der Albatrosse.
Zunächst nur als Interimscoach vorgesehen, ist der Ex-Nationalspieler inzwischen bis zum Saisonende verpflichtet worden. Und unter der Führung des 35-Jährigen scheint Alba zu neuer Stärke zu finden. Seit sechs Spielen ist Berlin in der Liga ungeschlagen und entledigte sich am Mittwoch der Pokalaufgabe in Rhöndorf souverän.
Dennoch sind einige dunkle Wolken über der Spree aufgezogen. Das Rödl-Team wird gegen die Baskets auf Nationalspieler Stefano Garris (Handbruch), auf seinen dritten Center Justin Brown und vielleicht auch auf Spielmacher Mithat Demirel verzichten müssen. Der Nationalspieler hat Leistenprobleme, möglicherweise Auswirkungen einer Rückenverletzung, die den 26-Jährigen in der vergangenen Saison zu einer langen Pause gezwungen hatte.
Die Berliner haben kurzfristig reagiert und Jugend-Nationalspieler Sascha Leutloff vom Kooperationspartner Lichterfelde verpflichtet. Doch nach wie vor muss man davon ausgehen, dass Demirel aufläuft.
Die Baskets laufen nicht nur in Bestbesetzung auf - auch Kristaps Janicenoks (Oberschenkelprellung) ist wieder fit -, sie haben nach inzwischen fünf Siegen in Serie auf nationalem Parkett neues Selbstvertrauen getankt. Bei allem Lob für seine Mannschaft nach dem souveränen 82:63-Pokalerfolg gegen Karlsruhe dämpfte Krunic im Vorfeld des kommenden Punktspiels aber die Erwartungen. "Karlsruhe hatte keinen guten Tag. In Berlin erwartet uns ein Gegner von ganz anderem Kaliber", sagte der Baskets-Coach.
Problem Stanojevic
Im Zentrum seiner Defensiv-Taktik wird sicherlich Center Jovo Stanojevic stehen, auf dieser Position das Beste, was die Liga zu bieten hat. Im Hinspiel lieferte der Serbe mit 29 Punkten seine bisher zweitbeste Saisonleistung ab.
Krunic weiß, dass Stanojevic nur schwer zu stoppen ist und setzt auf eine "insgesamt starke Verteidigung gegen eine Berliner Mannschaft, in der jeder Spieler mit nennenswerter Punktausbeute zum Sieg beitragen kann". So auch Spielmacher Gerald Brown, Flügelspieler Matej Mamic, Power Forward Gerald Wright und Center Szymon Szewczyk.
Das Kinopolis in Bad Godesberg wird den Bundesliga-Klassiker in seinem zweitgrößten Saal (Kino 8, 408 Plätze) auf der großen Leinwand übertragen. Der Eintritt ist frei (3 Euro Mindestverzehr).
Freitag 18. Februar 2005 Bonns flache Bank
Aus der BERLINER ZEITUNG
Gestärkt aus der Krise
Aber Albas Gegner Baskets Bonn fehlt es an Tiefe
Von Christiane Mitatselis, Köln
Es war ein wirklich schöner Abend für Predrag Krunic, den Trainer der Telekom Baskets Bonn. Sein Team spielte am Mittwochabend beim 82:63 im Pokal-Achtelfinale gegen Karlsruhe locker und leicht – wie im Training. Bonn beherrschte den Bundesliga-Konkurrenten so sehr, dass Krunic sogar experimentieren und seine Bankspieler einsetzen konnte. Die 2700 Zuschauer in der Hardtberghalle tobten vor Glück. „Wir waren sehr konzentriert, besonders beim Rebound und in der Verteidigung. Das Spiel war ein guter Ansatz für unser Topspiel am nächsten Samstag in Berlin“, sagte der bosnische Coach später. Ein Lächeln lag dabei in seinem Gesicht - und das war in dieser Saison nicht immer so.
Das Hinspiel gegen Alba Berlin gewann Bonn Anfang November mit 76:75. Bald darauf stürzten die Bonner in eine Krise. Flügelspieler Altron Jackson hatte eine Knieprellung erlitten, dann zog sich Power Forward Aleksandar Nadjfeji in der Uleb-Cup-Partie in Vilnius einen Meniskusabriss im Knie zu. Das bedeutete zwei Monate Pause für den Serben. Den Ausfall des 28-Jährigen konnte das Team nicht kompensieren. Im ersten Spiel ohne ihn erlebten die Bonner prompt ein 68:90-Debakel in Köln, im Dezember kassierten sie sechs Niederlagen in acht Spielen. „Aleksandar ist ein Schlüsselspieler bei uns“, sagt Krunic. „Er ist eine Bezugsperson für die anderen Spieler, besonders die jüngeren. Er gibt unserem Spiel sehr viel Sicherheit, nicht nur als Scorer, sondern auch in der Defensive.“
Manchmal funktionieren die Dinge im Basketball ganz einfach: Mit Nadjfejis Rückkehr kehrte auch der Erfolg nach Bonn zurück. Sein Comeback gab er am 18. Januar im Uleb-Cup-Achtelfinale in Breslau, das Bonn knapp mit 57:59 verlor. Nadjfeji machte in Polen auf Anhieb 20 Punkte. Es folgten in der Bundesliga Siege in Tübingen, gegen Quakenbrück und Braunschweig. Nadjfeji hielt die Abwehr zusammen, war zweimal Topscorer und gab dem Spiel der Baskets Ruhe, die vorher oft fehlte.
In der Tabelle belegt Bonn den siebten Platz, sechs Punkte beträgt der Abstand auf Rang neun. „Die Play-off-Teilnahme“, sagt Baskets-Sprecher Michael Mager, „sollten wir schaffen.“ Ziel sei es, den vierten oder fünften Platz zu erreichen. „Wir wollen ja nicht gleich in der ersten Runde gegen Köln oder Alba spielen.“ In den vergangenen Jahren schlossen die Bonner die Vorrunde stets mit Top-Platzierungen ab, Krisen blieben ihnen erspart. „Dadurch haben wir die Messlatte sehr hoch gelegt“, sagt Mager. „Wir haben über unseren Möglichkeiten gespielt. Unser Kader hat nun einmal nicht die Tiefe, wie sie Topmannschaften haben.“ Die Bonner verfügen über einen Jahresetat von etwa drei Millionen Euro, Mannschaften wie Alba Berlin oder RheinEnergie Köln können dagegen mit etwa fünf Millionen Euro planen. Andererseits, meint Mager, könne die überwundene Krise den Bonnern nachträglich nützlich sein. „Das schweißt eine Mannschaft zusammen.“
Trainer Krunic denkt zunächst nur an das nächste Spiel: „Eine Niederlage in Berlin wäre kein Untergang. Aber ich verspreche, dass die Zuschauer ein sehr gutes Basketball-Spiel sehen werden." Und wieder lächelt er, ganz gelöst.
Donnerstag 17. Februar 2005 Braunschweigs Debakel in Paderborn
Die Neue Westfälische Zeitung schreibt:
Das Sportzentrum bebt
BASKETBALL: Schröno Paderborn Baskets – Braunschweig 92:80 (33:28)
Paderborn (js/hakl). Die Paderborn Baskets schreiben ihre tolle Erfolgstory auch im Pokal weiter. Mit einem 92:80-Sieg über energy Braunschweig erreichte der Zweitligist am Abend das Viertelfinale und schaltete schon wieder einen Erstligisten aus.
Die Gäste aus Niedersachsen knüpften zu Beginn nahtlos an die schwache Partie in Bonn an, wo der Erstligist im letzten Viertel nur magere elf Punkte erzielt hatte. Erschreckend viele Ballverluste und Abspielfehler sorgten sehr schnell dafür, dass der sonst als sitzende Größe bekannte Trainer Henrik Dettmann wie ein Irrwisch am Spielfeldrand umher hüpfte. Als die Sirene zur Halbzeit erlangt, stand es 33:28 für die Baskets. Was schon für die Baskets nicht gerade ein vorzeigbare Halbzeitbilanz darstellt, war für den Drittletzten der 1. Liga mehr als blamabel.
Dettmann hatte eigentlich noch früh reagiert und die völlig indisponierten Adam Hall und Zeljko Zagorac schnell ausgewechselt, was aber das Spiel nicht besser machte. Einzig Ex-NBA–Spieler John Celestand zeigte auf dem Feld Linie und Engagement und hatte mit neun Points zur Halbzeit halbwegs überzeugt.
Die Baskets hatten bis dahin nicht einmal in Rückstand gelegen. Immer wenn die Fans befürchteten, Braunschweig können jetzt endlich mal aufwachen, legten Black und Co. wieder nach.
Die Gäste aus Braunschweig besiegten sich im zweiten Abschnitt dann quasi selbst. Zuerst war es der lange Marko Ivanovic, der Marius Nolte mit einem Ellenbogenhieb auf den Boden schickte und dafür ein erstes unsportliches Foul erhielt. Dies brach der Dettmann-Mannschaft völlig das Genick, denn die Baskets zogen fortan mit 15 Punkten auf und davon.
Daniel Lieneke und Tim Black rissen 1.200 völlig begeisterte Baskets-Fans mit je zwei Dreiern von den Sitzen. Drei Minuten vor dem Ende führten die Domstädter gar mit 82:69 und das Viertelfinale nahm langsam Formen an. Maßgeblich daran beteiligt wieder ein Braunschweiger: Mikko Noopila war es, der ebenfalls mit einem unsportlichen Foul Marius Nolte niederstreckte, damit aber wieder nur sein Team aus dem Rhythmus brachte.
Paderborn hatte jetzt das Selbstbewusstsein, das Spiel über die Zeit zu bringen. Nur mit Einzelaktionen schaffte Braunschweig noch eine annähernd akzeptable Punkteausbeute. "Ich muss der Mannschaft und den Fans ein Kompliment machen", strahlte Trainber Spradley nach der Schluss-Sirene. Besonders stolz war er auf seine Entscheidung, gegen Braunschweig "in der Abwehr eine Zone spielen zu lassen. Damit ist Braunschweig nicht klar gekommen." Ein schlechter Verlierer war indes Coach Dettmann, der am Ende ohne einen Glückwunsch an den Gegner in die Kabine entschwand.
Schröno Paderborn Baskets : Lieneke (15), Dücker, Duggen (2), Black (32), Schey (8), Kemna (7), Nolte (4), Esterkamp (24).
Donnerstag 17. Februar 2005 Würzburg wankt, fällt aber noch nicht
Aus der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG
Basketball TSK Würzburg droht Zahlungsunfähigkeit
15. Februar 2005 Fast ein Jahr nach dem Konkurs des Basketball-Bundesligaklubs Mitteldeutscher BC hat nun der TSK Würzburg erhebliche Probleme, die Saison in der ersten Klasse zu Ende zu spielen. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fehlt dem Verein für eine längerfristige Sanierung eine halbe Million Euro. Allein 300.000 müßten bis zum Monatsende aufgebracht werden, um eine Zahlungsunfähigkeit zu verhindern.
Klubchef Wolfgang Malisch bestätigte am Dienstag auf Anfrage, daß bislang nur "ein Teil" der Spieler "einen Teil der Januargehälter" erhalten habe. "Wir haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. Wir wollen die Idee nicht sterben lassen."
Würzburg hat mit knapp einer Million Euro einen der geringsten Etats in der Liga. "Mit Kosteneinsparungen ist da nichts mehr zu machen. Wir organisieren sozusagen zum Nulltarif", sagt Malisch. Der Professor für Chemie und einige seiner Mitstreiter haben den Würzburger Erstliga-Basketball nicht nur mit unbezahlter Arbeit am Leben erhalten, sondern auch mit Zuschüssen aus ihrem Privatvermögen. Die Rückkehr zum Mäzenatentum ist im Basketball längst kein Einzelfall mehr. In der prekären Lage befindet sich das Würzburger Basketball-Unternehmen auch, weil die 180000 Euro, die der Hauptsponsor als Gesellschafter einbringen wollte, bislang nicht eingetroffen sind. Mit der Veröffentlichung der Finanzprobleme will Malisch nun die Gretchenfrage stellen: "Was ist den Würzburgern Erstliga-Basketball wert? Wir haben mitgeholfen Dirk Nowitzki (Star der amerikanischen Profiliga NBA) herauszubringen, aus Würzburg kam der Hauptsponsor der Liga. Das hat uns alles nicht geholfen. Jetzt müssen die Leute begreifen, daß es Erstliga-Basketball nicht umsonst geben kann." Die Stadt will oder kann allerdings nur einen ideellen Beitrag leisten: Oberbürgermeisterin Pia Beckmann rief die Unternehmen aus der Region dazu auf, die Zukunft des Tabellenfünfzehnten mit Spenden zu sichern.
Dienstag 15. Februar 2005 GA: Warum keine Pokal-Doppelveranstaltung?
Aus dem GENERAL-ANZEIGER
Träumen unter Körben (Kommentar)
Von Jörg Stratmann
Es hat eine Zeit gegeben, da haben die beiden führenden Basketballklubs der Region sehr sorgfältig darauf geachtet, dem anderen nicht ins Gehege zu kommen. Allerdings begegnete man sich damals noch auf Augenhöhe. Man gehörte einer Liga an, erst der zweiten, dann sogar eine Zeitlang der Bundesliga.
Da gehörte die Terminabsprache zur selbstverständlichen Saisonvorbereitung. Das ist eingeschlafen. Nehmen wir es neutral. Der Rhein ist nicht breiter oder reißender geworden - man sieht sich halt nicht mehr so häufig. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Doch kurz bevor es an diesem Mittwoch zum Achtelfinale um den deutschen Basketball-Pokal geht, wundert man sich nur. Wie konnte das passieren? Hüben spielen die Telekom Baskets auf dem Hardtberg gegen Karlsruhe, und zur selben Zeit beginnen drüben die Soba Dragons in Rhöndorf ihr "Heimspiel des Jahres" gegen Alba Berlin.
Nicht dass die Fans beider Lager darauf gebrannt hätten, sich gegenseitig ins Viertelfinale zu helfen. Doch wäre es nicht ein hübscher Gedanke gewesen, einfach mal wieder als Freund des Basketballs zu denken und die Termine zu entzerren?
Abgesehen vom Großraum Berlin: So viele aktive Korbjäger wie in Bonn und um Bonn herum gibt es in keiner anderen Region. Rhöndorfer TV, Telekom Baskets Bonn und die BG Rentrop Bonn zählen zu den 17 deutschen Klubs mit den meisten Spielerpässen. Und vielen ist die Wahl zwischen den beiden Pokalspielen gewiss schwer gefallen.
Ohnehin schaut so mancher Rhöndorfer gerne bei Basketsspielen vorbei. So wie umgekehrt viele Bonner die Dragons besuchen. Und nun weckt Albas Gastspiel in der Menzenberger Halle zusätzlich Erinnerungen an frühere Rhöndorfer Großtaten. Wäre da nicht sogar ein Pokal-Event nach dem Muster des vorigen, rundherum gelungenen Volleyball-Wochenendes denkbar gewesen? Nicht gleich übertreiben. Aber der Basketballfreund wird ja wohl noch träumen dürfen.
Dienstag 15. Februar 2005 Insolvenzgespenst in Würzburg
Der Sportinformationsdienst meldet:
Bundesligist Würzburg droht die Insovenz Würzburg. Dem wirtschaftlich angeschlagenen Basketball-Bundesligisten DJK Würzburg droht die Insolvenz. Um den Verbleib in der Erstklassigkeit zu sichern, fehlen den Franken kurzfristig 300.000 Euro. Das geht aus einer Pressemitteilung der Oberbürgermeisterin Pia Beckmann hervor, die zugleich an die Unternehmen der Stadt appelliert, den Heimatklub des NBA-Stars Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks finanziell zu unterstützen. Das Stadtoberhaupt reagierte mit dem Aufruf auf ein Krisengespäch am Montag, an dem unter anderem Klub-Manager Wolfgang Malisch teilgenommen hatte. Unter Einbeziehung aller Kräfte müsse es gelingen, den Bundesliga-Basketball dauerhaft in Würzburg zu halten. Es müsse ein gemeinsamer Weg aus der Krise gefunden werden. Eine Stellungnahme des Klubs zur aktuellen finanziellen Situation liegt noch nicht vor. sid
Dienstag 15. Februar 2005 BBL nur noch mit zwei Teams im Ulebcup?
Die geplante Reduzierung der Teilnehmerzahl im Ulebcup von zurzeit 42 Teams auf 24 in der Saison 2005/2006 hat Konsequenzen für die Vereine aus der Basketball-Bundesliga.
Auf der Tagung des Euroleague-Vorstands am vergangenen Montag in Barcelona wurde ein erster Vorschlag über die Neugestaltung der beiden höchsten europäischen Wettbewerbe - Euroleague und Ulebcup - vorgestellt. Dennach erhält Deutschland in der Saison 2005/2006 einen Startplatz in der Euroleague und zwei Plätze im Ulebcup. In der laufenden Saison waren es noch einer (Frankfurt) bzw. vier (Bonn, Berlin, Köln und Bamberg).
Über die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben entscheidet das Europa-Ranking der Basketball-Bundesliga, bei dem jeder BBL-Verein je nach nationalem Abschneiden in Liga und Pokal der letzten beiden Spielzeiten eine entsprechende Anzahl von Punkten erhält.
Dienstag 15. Februar 2005 Don Beck: Schiedsrichter ignorieren Regeln und bevorzugen ALBA Berlin
Aus der NORDWEST-ZEITUNG:
Beck kritisiert ignorante Schiedsrichter BASKETBALL Oldenburgs Trainer beschwert sich bei Liga – Coach sieht Berlin durch Pfiffe bevorteilt
Drei Seiten umfasst Don Becks Brandbrief an die Basketball-Bundesliga (BBL), der der NWZ exklusiv vorliegt. Der Coach der EWE Baskets Oldenburg beschwert sich darin massiv über die Schiedsrichter. Das Schreiben wurde an Otto Reintjes (Geschäftsführer der BBL), Harald Steinhoff (Manager BBL-Schiedsrichter-Referat) und Jens Staudenmeyer (MItglied der Schiedsrichter-Kommission) gesandt.
In seinem Brief beklagte der Coach eine Wettbewerbsverzerrung. Beck dokumentiert drei Fälle.
von oliver schulz OLDENBURG - Don Beck hat es satt! Auf drei Seiten hat der Trainer der EWE Baskets Oldenburg massive Kritik an Schiedsrichtern der Basketball-Bundesliga geübt und das Schreiben gestern an die Verantwortlichen der BBL abgeschickt. Dem Brandbrief, der der NWZ exklusiv vorliegt, hat Beck eine DVD mit Fehlern und Versäumnissen der Referees aus den Spielen der Baskets gegen Trier (77:80), Berlin (101:104 n. V.) und Braunschweig (76:77) beigelegt. Oldenburgs Coach wirft den Unparteiischen unprofessionelles Verhalten vor, weil diese sich nicht an Absprachen hielten und Regeln ignorierten.
Zudem macht sich Don Beck, der 1993 in die Bundesliga kam und mit den Teams in Trier und Oldenburg erfolgreich war, zur Speerspitze einer Bewegung, die die vermeintliche Bevorzugung des siebenmaligen Meisters Alba Berlin durch die Schiedsrichter anprangert. Der 51-jährige Trainer sieht allein in drei Fällen binnen drei Wochen die spielentscheidende Einflussnahme des Trios an der Pfeife zu Gunsten des Titelfavoriten gegeben. Es handelt sich hierbei um die Siege der Berliner gegen Quakenbrück (1. Januar/80:77), in Trier (8. Januar/97:95) und in Bremen gegen Oldenburg (23. Januar). „Es handelt sich also offensichtlich um ein Problem, das die ganze Liga betrifft“, führt Beck aus. Auch Chris Fleming, Trainer der Artland Dragons, hatte nach der Niederlage in Berlin die Unparteiischen und die Alba-Teamführung angeklagt.
Die EWE Baskets seien mit ihrer Stellungnahme nicht auf Konfrontation mit der Liga oder anderen Clubs aus, erklärt Co-Trainer Ralph Held. „Wir prangern die Wettbewerbsverzerrung an, die durch das Ignorieren des Regelwerks entstanden ist. Mindestens sechs Punkte sind uns durch per Videomitschnitt belegbar falsche Entscheidungen genommen worden“, sagt Held. „Es muss jetzt etwas passieren. Wir können nicht darauf warten, dass die Ungerechtigkeiten in dieser Saison so weiter gehen.“
Zur Diskussion stellen Beck und Held die Rolle des Spielgerichts. „Wir haben in allen Fällen den Technischen Kommissar in der Halle auf Regelverstöße hingewiesen. Er hat uns in der Sache Recht gegeben, gleichzeitig aber erklärt, er könne aufgrund von Absprachen nicht ins Spielgeschehen eingreifen“, ärgert sich Held. „Das macht doch überhaupt keinen Sinn.“
Dienstag 15. Februar 2005 Frankfurt sucht nach Ellis-Ersatz
Aus der FRANKFURTER RUNDSCHAU:
Nachtarbeit in Sachen Spielersuche
Skyliners halten Ausschau nach einer Verstärkung, doch die passenden Kandidaten sind zu teuer
Sonntagnacht, so gegen fünf Uhr in der Früh, brannte immer noch Licht im gläsernen Büro von Murat Didin. Überstunden im Auftrag der eigenen Ansprüche oder wie auch immer man die schlafraubende Suche des umtriebigen Basketball-Trainers der Opel Skyliners nach einer passenden Verstärkung nennen mag. In Zeiten, in denen der Türke seine Gehaltsschecks noch von Ülker Istanbul bezog, wären solche nächtlichen Extraschichten undenkbar gewesen. Ein kurzer Anruf beim Vereinspräsidenten und der neue Spieler hätte kurz darauf einen ordentlich dotierten Vertrag unterschrieben.
"Die Situation ist bei uns natürlich etwas anders", hat Manager Gunnar Wöbke, Hüter über die bekanntlich nicht sonderlich prall gefüllte Clubkasse des Frankfurter Bundesligisten, neulich gesagt. Der deutsche Basketball-Meister muss mit Rücksicht auf die unsichere Lage beim Namensgeber Opel knapper kalkulieren. Da können die Arbeitstage von Didin und seinem Assistenten Simon Cote schon mal in den frühen Morgenstunden enden. Zumal das Anforderungsprofil, das der potenzielle Ersatzmann für den rekonvaleszenten Tyrone Ellis erfüllen soll, nicht gerade auf den Großteil der auf dem Transfermarkt verfügbaren Spieler zutrifft: "Einen sicheren Schützen mit Ballgefühl, der engagiert verteidigt und zudem nicht teuer ist", hat Didin den Gesuchten beschrieben. Aber: "Der Markt ist limitiert."
Kontakte ins Ausland
Zehn bis zwölf Kandidaten stehen derzeit im Fokus des Clubs, doch den perfekten Spieler haben die Verantwortlichen der Skyliners bislang nicht gefunden. Die Frankfurter Macher stehen im ständigen Kontakt mit Agenten und Spieleragenturen. In der Szene hat sich schon herumgesprochen, dass der amtierende Titelträger sich verstärken will, die Berater kennen längst die Bedürfnisse des Clubs. Dabei nutzen sowohl Didin (vornehmlich in die Türkei) als auch Simon Cote (auf dem US-amerikanischen Markt) bestehende Kontakte, lassen sich Videobänder schicken und vergleichen Statistiken mit den Meinungen namhafter Experten.
Anderseits sind es oft die Agenten selbst, die ihre Klienten anbieten. Doch erste, zaghafte Verhandlungen scheitern meist an den Gehaltsvorstellungen der Spieler. Nach Albert Mouring (Besiktas Istanbul) war zuletzt dessen US-amerikanischer Landsmann Jermaine Jackson (zuletzt Pamesa Valencia) bei den Skyliners im Gespräch. Bei monatlichen Gehaltswünschen von 20 000 Euro und mehr kam es allerdings nie zu konkreten Gesprächen.
Noch diese Woche jedoch möchte Didin die Suche beenden: "Wir wollen nicht um jeden Preis handeln, doch es wird etwas passieren." Ellis, der noch in den USA an seinem Comeback arbeitet und ständigen Kontakt zu Trainer und Manager hält, will zwar nach eigenen Angaben Mitte April wieder im Kader stehen, doch Didin rechnet mit seiner Rückkehr nicht vor Ende Mai. Deshalb soll der neue Spieler auch einen Vertrag bis Saisonende erhalten. geh
Samstag 12. Februar 2005 Nurse von Lissabon nach Tübingen
Entlastung für Brian Jones
Die Walter Tigers Tübingen, zuletzt mit einer Niederlagenserie und latent in Abstiegsgefahr, haben sich zwei Wochen vor Ende der Transferfrist noch einmal verstärkt: Der 1,86 m große Playmaker Michael Nurse (28 Jahre) wechselt vom 9-fachen portugiesischen Meister Benfica Lissabon ins Schwabenland. Der Amerikaner mit Cotonou-Pass (Barbados) belastet das Ausländerkontingent nicht. Nurse soll vor allem Tübingens Topscorer Brian Jones entlasten, der seit Wochen nur eingeschränkt trainieren kann.
Freitag 11. Februar 2005 Bonn macht Berlin Halle voll
Aus der BERLINER MORGENPOST Albas Heimspiel gegen Bonn schon fast ausverkauft Beim Vormittagstraining von Basketball-Bundesligist Alba Berlin ging es gestern hart zur Sache. Da der zweite Center Justin Brown weiter verletzt pausiert, bekamen beim Fünf-gegen-Fünf alle anderen Spieler des Elfer-Kaders keine Verschnaufpause. Trotzdem war das Tempo sehr hoch, durch engagierte Verteidigung und hartes Einsteigen wurden leichte Punkte des jeweiligen Gegenspielers verhindert. Matej Mamic berichtet: „Auch am Dienstag hatten wir eine lange und anstrengende Trainingseinheit.“
Diese erhöhte Belastung ist kein Zufall, denn noch hat Alba Zeit für Experimente. Seit dem Uleb-Cup-Aus spielen die Berliner nur noch eine Partie am Wochenende (Sonnabend bei Aufsteiger Schwelm) und können unter der Woche hart trainieren. Doch nächsten Mittwoch steht das Pokal-Achtelfinale in Rhöndorf, sieben Tage später das Bundesliga-Nachholspiel in Köln an. Da sind die Berliner viel unterwegs und regenerieren zwischendurch mehr als sie trainieren.
Deshalb sagt Trainer Henrik Rödl: „Wir haben jetzt noch mal intensiv an einigen individuellen Sachen und auch an der Kondition gearbeitet. Dafür ist in den nächsten Wochen keine Zeit mehr.“ Das findet die volle Zustimmung von Michael Wright: „Unsere Form hat sich zwar in den vergangenen Wochen verbessert, aber es gibt immer noch eine Menge Arbeit zu tun.“
Nicht mehr viel Arbeit hat Alba mit dem Kartenvorverkauf für den Bundesliga-Klassiker gegen die Telekom Baskets Bonn am 19. Februar. Alle 7491 Sitzplatz-Tickets sind bereits abgesetzt, es gibt noch 1000 Stehplatz-Karten. Trotz der Live-Übertragung auf Premiere hofft Alba erstmals in dieser Saison auf eine ausverkaufte Schmeling-Halle.
Donnerstag 10. Februar 2005 Hallenneubau in Bamberg?
Der Fränkische Tag schreibt:
Große Pläne: Eine neue Halle soll her
Die Bamberger GHP-Basketballer machen ernst - Erste Gespräche geführt
von Klaus Groh
Aschermittwoch - Schluss mit lustig! Das sagen sich auch die Verantwortlichen der Bamberger GHP-Basketballer, die jetzt mit Hochdruck daran gehen, eine neue Halle zu bauen. Dass das Forum bei den Heimspielen des deutschen Vizemeisters längst aus allen Nähten platzt und eigentlich noch nie den Bundesliga-Standards entsprach, weil Zusagen während der Planung nicht eingehalten wurden, steht auf der einen, die Tatsache, dass die Nutzungskosten der Halle innerhalb von zwei Jahren etwa um das Fünffache gestiegen sind, auf der anderen Seite. Es fanden bereits erste Gespräche zwischen den Stadtratsfraktionen und der Verwaltung im Rathaus statt. Von den GHP-Verantwortlichen, die mit dieser Strategie einmal mehr deutlich machen, dass sie nicht an einen Umzug nach Nürnberg denken und den Standort Bamberg unbedingt halten wollen, wurde dies zwar nicht dementiert, eine Aussage über die konkreten Pläne wollte allerdings auch niemand treffen. "Wir sondieren momentan verschiedene Möglichkeiten. Solange wir aber nicht wissen, wohin der Zug fährt, werden wir uns nicht an einer öffentlichen Diskussion beteiligen", betonte GHP-Präsident Hannes Kemmer gestern. Obwohl in der Faschingshochburg Memmelsdorf wohnhaft, hatte er in den letzten Tagen wenig Zeit und Muse, sich zu vergnügen. Auf das kursierende Gerücht, auf der Südflur hinter dem Forum soll eine mindestens 8000 Zuschauer fassende Arena entstehen, angesprochen, meinte Kemmer, dass die Südflur ein möglicher Standort sei. Und wann soll's losgehen mit dem Bau? "Es fiel das Datum April dieses Jahres, aber da ist wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Unser Ziel ist, dass wir im September 2006 einziehen können. Ob das allerdings aufgrund der vielen Hürden, die noch zu nehmen sind, realistisch ist, bleibt dahingestellt. Eines aber steht fest: Das Projekt Halle darf nicht nach behördlichem Zeitempfinden angegangen werden. Entweder wir machen es oder wir machen es nicht. Für jahrelange Grundsatzdiskussionen haben wir keine Zeit." Viele werden sich die Frage stellen: Was ist denn am Forum so schlecht? Einige bezichtigen die GHP-Verantwortlichen aufgrund ihrer Planungen sogar des Größenwahns, doch Kemmer betont: "Seit zwei Jahren ist fast jedes Spiel ausverkauft. Insbesondere in den Play-offs stehen viele Zuschauer ohne Eintrittskarten da. Das lokale Sponsoring ist weitgehend ausgereizt, und überregionale Geldgeber nach Bamberg zu holen, ist unheimlich schwer. Um weiterhin den Volkssport Basketball in Bamberg finanzieren zu können, brauchen wir also nicht nur eine gut funktionierende Halle, sondern auch eine größere." In der vergangenen Woche hatte der GHP-Boss Bambergs Oberbürgermeister Herbert Lauer und verschiedene Stadtratsfraktionen zum wiederholten Mal über die unbefriedigende Situation im Forum informiert. Zudem droht von dort neues Ungemach. Die Betreibergesellschaft verlangt von den Basketballern nämlich deutlich mehr Geld für die zukünftige Nutzung der Halle. Die GHP-Verantwortlichen allerdings beharren auf den bisherigen Konditionen. Ob diese Kontroversen bereits Auswirkungen auf das nächste Heimspiel am Sonntag (17 Uhr) gegen Tübingen haben, ist derzeit noch offen.
Mittwoch 2. Februar 2005 Radojevic zum polnischen Meister
Ex-Baskets-Center Aleksandar Radojevic, der in der Saison 2002/2003 die Bonner Farben trug und zuletzt in der NBA für Utah Jazz spielte, verstärkt das Team des polnischen Meisters und Euroleague-Teilnehmers Prokom Trefl Sopot.
"Cico" trifft dort auch auf einen weiteren ehemaligen Bonner: Mark Miller (2001 Vizemeister mit den Baskets) spielt ebenfalls in dieser Saison beim polnischen Tabellenführer.
Montag 31. Januar 2005 Drahtseilakt von Krunic wird belohnt
Aud der Bonner Rundschau:
von BERT MARK BONN. Mit dem Erfolg kehrt das Glück zu den Telekom Baskets zurück. Denn die Partie gegen die Artland Dragons Quakenbrück stand am Samstagabend bis zum Schluss auf des Messers Schneide, ehe die Bonner mit 77:76 (23:19, 18:16, 14:23, 22:18) hauchdünn ihren dritten Sieg in Folge retteten und damit auf Platz sechs kletterten. Die Gäste hatten es vor mehr als 3500 Zuschauern selbst in der Hand, den Bonner Fans die klassische Karnevals-Polonaise nach Spielende zu vermiesen, aber mit nur einem Treffer bei den letzten sechs Freiwürfen „krönten“ sie ihre katastrophale Bilanz von der Linie (12 von 24). In einem attraktiven Kampf zweier ebenbürtiger Play-off-Kandidaten gaben diese Kleinigkeiten den Ausschlag. Genauso wie strategische Entscheidungen eines Trainers. Und hier bewies Baskets-Coach Predrag Krunic Mut, als er Ende des dritten Viertels in einer höchst kritischen Phase seinen Playmaker Nummer eins, Branko Milisavljevic, gegen dessen Widerstand auf die Bank beorderte und bis zum Schluss dem jungen Ungarn Balasz Simon die Verantwortung aufbürdete, das Team zurück in die Spur zu führen.
Dieser Sieg hatte „heimliche“ Väter
Ein hochriskanter Drahtseilakt. Denn gerade hatten seine Jungs eine 50:42-Führung mit einem 0:9-Lauf zum 50:51 (27.) eingebüßt. An schlechten Tagen - und einen solchen hatte er zweifellos erwischt - will es Milisavljevic in diesen Situationen mit überhasteten Entscheidungen erzwingen, so rannte er auch Samstag mehrfach blindlings in die Dragons-Abwehr. Krunic musste reagieren.
Später plauderte er aus dem Nähkästchen, was sich in einer sichtbar hektischen Auszeit abspielte: „Milisavljevic sagte, er müsse unbedingt weiterspielen, er bringe jetzt etwas Neues, er habe ein gutes Gefühl“, berichtete Krunic. Zwei Ballverluste seines Spielmachers später sprach der Coach aber ein Machtwort. „Mili“ musste raus. Es spricht für ihn, dass er aber nicht schmollte, sondern seine Jungs - und besonders Balasz Simon - vehement bei ihrer Aufholjagd anfeuerte, bei der sie sich Anfang des Schlussviertels einem Fünf-Punkte-Rückstand gegenüber sahen (59:64, 32.).
Dass dann Topscorer Aleksandar Nadjfeji einen seiner seltenen Dreier traf, wirkte wie ein Dammbruch: Simon und Kristaps Janicenoks ließen weitere Fernschüsse zu einem 11:2-Lauf zum 70:66 (35.) durchs Netz rauschen. Weder dies noch der Steal und Fastbreak von Janicenoks zum 75:70 waren die Entscheidung. Denn Nationalspieler Jan-Hendrik Jagla, der einzige, dem die ansonsten starke Bonner Defense sträflich viel Freiraum gönnte, verkürzte 32 Sekunden vor Schluss mit seinem dritten Dreier auf 75:73. Im Gegenzug schickten die Dragons Nadjfeji an die Linie. Nicht als sicherer Freiwerfer bekannt, ließ er die Fans mächtig zittern. Beide Male tanzte der Ball quälend lange auf dem Ring, ehe er durch die Reuse rutschte: 77:73. In den verbleibenden 16 Sekunden verhinderte die Baskets-Defense lange jeden Wurfversuch, der Dreier von Igor Jokic 1,6 Sekunden vor der Sirene tat nicht mehr weh.
Der Sieg hatte offensichtliche und „heimliche“ Väter. Die Rolle von Nadjfeji (19 Punkte, fünf Rebounds, sechs Assists), von Janicenoks, der mit 18 Punkten und vier Dreiern die Shooter-Rolle ausfüllte, und von Oluoma Nnamaka, der mit seiner „Killer-Abwehr“ (Krunic) den sonstigen Dragons-Topscorer Marko Bulic zu zwölf Fehlwürfen zwang, war unübersehbar. Aber ohne einen Branko Klepac, dessen Drecksarbeit in der Defense beim Ausboxen unterm Brett und beim Zustellen von Passwegen auf keinem Scoutingbogen auftaucht, und einen Balasz Simon, der in der Krise für Sicherheit und Tempo sorgte, wären die Punkte kaum in Bonn geblieben. Und eben auch nicht ohne die Entschlossenheit von Krunic, sich dem offensiven Selbstbewusstsein von Milisavljevic entgegen zu stellen.
Der Terminplan ermöglicht den Baskets einen Mini-Urlaub. Da sie erst am 12. Februar (Heimspiel gegen Braunschweig) wieder ran müssen, gönnt ihnen Krunic zwei, drei freie Tage.
Baskets: Simon (5 Punkte / 1 Dreier), Nadjfeji (19 / 1), Nnamaka (11), Janicenoks (18 / 4), Jackson (11), Milisavljevic (3 / 1), Huber-Saffer (4), Klepac (6), Mihajlovic. Rebounds: 31 (Nnamaka 6, Nadjfeji 5, Jackson 5); Assists: 21 (Nadjfeji 6, Jackson 5, Milisavljevic 5); Ballverluste: 15 (Nadjfeji 4); Trefferquote Feld: 53 % (32 / 60); Dreierquote: 39 % (7 / 18); Freiwurfquote: 75 % (6 / 8).
Quakenbrück: Jokic (5 / 1), Bulic (9 / 1), Stavroupoulos, Rohdewald, Hall (13), Bailey (9), Jagla (11 / 3), Ebong (18), Jordan (11 / 1); Rebounds: 30 (Ebong 7, Bulic 6); Assists: 14 (Jordan 7); Ballverluste: 13; Trefferquote Feld: 49 % (29 / 59); Dreierquote: 27 % (6 / 22) Freiwurfquote: 50 % (12 / 24).
Samstag 29. Januar 2005 "Einen vollen Kühlschrank" zum Empfang
Aus der BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG
Mitbestimmen und einen Tag frei haben BS-Energy-Basketballer Pete Lisicky erläutert die Forderungen seiner Spielervertretung
BRAUNSCHWEIG. Die Profis der Basketball-Bundesliga verlangen ein Mitspracherecht und wollen mit der Liga eine Art Tarifvertrag aushandeln. Bei BS Energy Braunschweig sind Pete Lisicky und Mikko Noopila die Repräsentanten der Spielergewerkschaft Sports-Union. Warum eine Zunft mit fünf- bis sechsstelligen Euro-Nettogehältern und mindestens drei Monaten Urlaub im Sommer solche Forderungen stellt, erklärt Lisicky im Gespräch mit Sportredakteurin Ute Berndt.
Sind die Arbeitsbedingungen für Basketballprofis schlecht? Fest steht, dass in anderen Ländern wie Spanien und Italien die Spieler mehr mitreden können. Die BBL besteht zum Großteil aus Spielern, aber wir dürfen nichts mitbestimmen. Zum Beispiel über den Spielplan. Dass wir Weihnachten antreten mussten, hat uns sehr geärgert.
Was ist Ihr Hauptproblem im Braunschweiger Alltag? Der Terminstress hat dazu geführt, dass ich mich engagiere. Als ich in Italien gespielt habe, hatten wir einen freien Tag pro Woche, trotz der Europapokalspiele. Hier haben wir fast nie frei – seit September weniger als 10 Tage – und es steht eben auch nicht in den Verträgen, dass wir frei bekommen müssen.
Lässt sich so etwas nicht mit den Vereinen regeln? Jeder Trainer hat doch das Interesse, ausgeruhte und fitte Spieler zu haben. Es ist einfach besser, wenn so etwas ligaweit in einem Standardvertrag geregelt wird. Dann muss man sich nicht immer rechtfertigen. Wenn man selbst einen freien Tag aushandeln will, sieht es aus, als wäre man faul. Und sonst ist man von den Trainern abhängig. Und die sind auf ihre Art alle Diktatoren und meinen immer, Training sei das Wichtigste. Aber man muss seinen Körper auch mal entspannen.
Sports-Union fordert auch bessere Autos, Wohnungen, Ausrüstung... In Braunschweig können wir uns über diese Dinge nicht beklagen. Aber das ist nicht überall so. Ich fände es sinnvoll, Standards festzuschreiben, auch für medizinische Zusatzversorgung und Reisekomfort über das Billigste hinaus. Wenn du wegen jeder Kleinigkeit zu deinem Verein kommst, denken die, du bist ein Dauernörgler. Gerade junge Spieler, die zum ersten Mal in Deutschland sind, brauchen noch mehr Hilfe. Einen vollen Kühlschrank wenn sie ankommen oder eine Gelegenheit zum Mittagessen.
Wie üben Sie ihre Gewerkschaftstätigkeit aus? Ich telefoniere einmal pro Woche mit unserem Sports-Union-Chef Walter Palmer. Den anderen Spielern gebe ich Informationen, wenn sie welche wollen. Mehr nicht.
Die BBL hat abwehrend auf die Forderungen der Spieler reagiert. Droht ein Spielerstreik? Da bin ich in die Entscheidungen nicht so eingebunden. Aber ich hoffe nicht. So schlecht sind unsere Arbeitsbedingungen ja auch nicht. Wir müssen uns nicht in allen Punkten durchsetzen, aber wir wollen wenigstens mit der Liga reden und eine vernünftige Beziehung zu den Entscheidern pflegen.
Samstag 29. Januar 2005 Nachwuchsförderung: Hausmeister auf der Ersatzbank?
Aus der BONNER RUNDSCHAU:
Hausmeister auf der Ersatzbank? Von BERT MARK
BONN. In dieser Analyse herrscht unter Experten Einigkeit: Treten die Stützen der deutschen Basketball-Nationalmannschaft um Superstar Dirk Nowitzki, Ademola Okulaja oder Patrick Femerling in einigen Jahren ab, wird die Qualität der Ländermannschaft deutlich sinken, weil es dramatisch an qualifiziertem Nachwuchs mangelt. Teilnahmen an Endrundenturnieren bei Europa- und Weltmeisterschaften oder gar Olympischen Spielen rücken dann womöglich in unerreichbare Ferne. Dies lässt sich schon durch die Erfolglosigkeit von Jahrgangsteams hochrechnen: Die deutsche U16 kassierte bei der EM 2004 in sieben Spielen sieben Niederlagen und landete auf dem 16. und letzten Platz. Gegenrezepte wurden zügig auf dem Markt der öffentlichen Meinung gehandelt, als Schuldige schnell die Klubs der Basketball-Bundesliga (BBL) ausgemacht, die zu sehr auf ausländische Korbjäger setzen. Ob Bundestrainer Dirk Bauermann, Nowitzki-Entdecker Holger Gschwindner, Roland Geggus als Präsident des Deutschen Basketball-Bundes oder Nationalspieler Denis Wucherer - alle wollen die BBL-Clubs in die Pflicht nehmen, mehr deutsche Spieler auszubilden und einzusetzen. Sie rufen als Patentlösung nach einer Quotierung für deutsche Akteure, nach der etwa vier von 14 Spielern auf dem Meldebogen jedes BBL-Teams Deutsche sein müssen. Auch Deutschlands Ausnahme-Basketballer Dirk Nowitzki meldete sich gestern in einem Interview mit dem Fernsehsender Premiere zu Wort: „Wenn wir den deutschen Basketball retten wollen, müssen wir die Jugend mehr einbauen“, fordert Nowitzki. „Man kann sein Talent nur entwickeln, wenn man auch Spielzeit hat. Man kann trainieren wie man will, das beste Training ist nach wie vor das Spiel auf hohem Level. Junge deutsche Spieler müssen die Chance haben sich zu entwickeln. Für die Nationalmannschaft kommt aus der Jugend auch nicht viel nach, das ist schade! Da sieht die Zukunft leider nicht so rosig aus.“ Der 26-Jährige, der seine Karriere in Würzburg startete, meint zu einer Quote für deutsche Spieler in der BBL: „Das muss von den Managern selber kommen. Sie müssen einsehen, dass es so nicht weitergeht!“
Nowitzki:„Jugend zu früh zu arrogant“ Der NBA-Star nimmt aber auch die jungen deutschen Spieler in die Pflicht, die in seinen Augen „zu früh zu arrogant“ sind. „Der Jugend kann man vorwerfen, dass viele mit 16, 17 Jahren schon so gut sind, dass sie hochnäsig werden und viel zu viel Geld wollen, anstatt erstmal Leistung zu bringen und dazuzulernen“, meint Nowitzki. Die an den Pranger gestellten Klubs haben nun zum argumentativen Gegenschlag ausgeholt. In einem gemeinsamen Beitrag für das heute erscheinende Saisonheft der Telekom Baskets beleuchten fünf ehemalige und aktuelle BBL-Präsidiumsmitglieder die Problematik: Marco Baldi (Vizepräsident Alba Berlin), Jens Brämer (Manager Oldenburg), Wolfgang Mahlisch (Manager Würzburg), Walter Pütz (Manager RE Köln) und Wolfgang Wiedlich (Präsident Telekom Baskets). Das Quintett spricht in dem Papier von einer „unehrlichen und oberflächlichen Diskussion“, die die wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen außer Acht lasse. So sei es für Alba Berlin unter dem Strich ein Minusgeschäft gewesen, jahrelang deutsche Nationalspieler ausgebildet zu haben, die dann - wie Misan Nikagbatse - kaum volljährig, von ausländischen Vereinen geködert werden. Alba blieb auf den Ausbildungskosten sitzen, wo zusätzlich sogar eine Mitbeteiligung am gesteigerten Marktwert des Spielers nötig wäre, um die Ausbildung derer zu refinanzieren, die es nicht zum Profi bringen. „Wer investiert, will irgendwann ernten. Sportlich oder wirtschaftlich“, lautet das für Wirtschaftsunternehmen nachvollziehbare Credo. Und was sind Bundesligavereine anderes als Wirtschaftsunternehmen? Die Folge: Alba überdenkt sein Nachwuchskonzept, aktuell steht in der Starting five der Albatrosse kein Deutscher mehr.
Kein angemessener finanzieller Ausgleich Ein angemessener finanzieller Ausgleich werde auch durch das deutsche Rechtssystem verhindert: „Langfristige Verträge mit Minderjährigen sind bei einem Vereinswechsel, auch wenn die Eltern mitunterschrieben haben, vor deutschen Gerichten mit Blick auf das Recht auf Selbstbestimmung nichts wert“, erläutern die BBL-Manager. In Litauen oder Serbien, deren effektive Jugendarbeit der BBL immer als Vorbild anempfohlen wird, würden junge Talente mit Verträgen von sieben oder acht Jahren Dauer ausgestattet. „Aleksandar Nadjfeji begann in Belgrad schon mit zwölf Jahren mit professionellem Training und bestritt mit 16 sein erstes Erstligaspiel“, verdeutlicht Wiedlich am Beispiel des besten Baskets-Spielers. Dass ein von der Lufthansa ausgebildeter Jungpilot nicht übermorgen für mehr Geld für Air France fliegen könne, akzeptiere jeder Arbeitsrichter. Aber bei einem angehenden Profisportler unter 18? „Das ist ein Fall für Bundesportminister Otto Schily“, heißt es in dem Papier. Weiterer Aspekt: Ausländische Spieler insbesondere aus Ländern mit bescheidenerem Lebensstandard bringen eine andere Berufsauffassung mit. Wiedlich erläutert dies am letztjährigen Baskets-Topscorer Rimantas Kaukenas (Litauen): „Er musste als Jugendlicher im Winter kilometerweit durch Schnee zur Trainingshalle in Vilnius stapfen, um zum Training zu kommen.“ Was aber passiert, wenn die Quotierung kommt? Die fünf BBL-Funktionäre werden deutlich: „Entweder werden mittelmäßige deutsche Spieler noch teurer, oder ein Klub erfüllt die Regel formal, indem er - überspitzt formuliert - den Namen vom Hausmeister auf den Mannschaftsmeldebogen schreibt.“ Beides hebe aber keinesfalls das Niveau des Nationalteams. Zudem schwebe auch über einer Quotierung ein juristisches Schwert: Wenn bei Sportlern das Grundrecht auf Berufsfreiheit über allem throne, sei nahe liegend, dass sich eine GmbH (wirtschaftliche Rechtsform fast aller BBL-Teams) ihre Arbeitnehmer frei von Nationalitätsbeschränkungen aussuchen darf. Fazit der BBL-Präsiden: „Wir kommen nur weiter, wenn alle Hindernisse auf den Tisch kommen. Kein BBL-Klub geht seinen Weg freiwillig. Jeder würde lieber deutsche Spieler verpflichten, wenn Preis und Leistung stimmen.“ Eine Patentlösung haben sie nicht: „Das Thema ist hochkomplex. Experten, die sich dazu knackig in zwei Sätzen in den Medien äußern, liefern Zitate für Schlagzeilen. Mehr nicht.“
Freitag 28. Januar 2005 Rhöndorfs Tamoj möchte Spitzenspieler für Deutschland und Europa ausbilden
Aus dem General-Anzeiger:
„Wir brauchen Orte, die nur Nachwuchs fördern“
Wo sollen die deutschen Basketball-Talente für die Bundesliga herkommen? Aus der zweiten Liga, sagt der Rhöndorfer Vorsitzende Tamoj - Dort sollen Bundesliga und Verband gemeinsam Zentren einrichten
Rhöndorf. Die Diskussion um Ausbildung und Förderung von Nachwuchsspielern im deutschen Basketball wird immer intensiver geführt. Experten, darunter Bundestrainer Dirk Bauermann, sehen vor allem die zweite Bundesliga in der Pflicht. “Nachwuchsförderung ist nur sinnvoll in Zusammenarbeit mit der Basketball-Bundesliga und dem Deutschen Basketball-Bund. Diese Gespräche beginnen gerade“, sagt Hansjörg Tamoj. Der im Vorstand der zweiten Liga für Rechtsfragen zuständige Rhöndorfer sieht aber wenig Chancen, die Zahl der Ausländer zu beschränken. Mit Tamoj sprachen Jörg Stratmann und Gerhard Mertens.
General-Anzeiger: Alle scheinen sich einig zu sein, dass sich in der Nachwuchsarbeit im Basketball etwas tun muss, damit wieder mehr Deutsche in der Bundesliga spielen und die Nationalmannschaft gestärkt wird. Wo steht die zweite Liga in diesem Bemühen? Hansjörg Tamoj: Der zweiten Liga wird immer die Rolle zugeschoben, Abklatsch der ersten Liga zu sein. Das halte ich für grundweg falsch. Sie hat überhaupt keine Möglichkeit, sich auf diese Weise auf dem Markt zu positionieren. Die zweite Liga muss sich selbst positionieren. Sie kann sich nur behaupten, wenn sie Nachwuchsförderung für den deutschen Basketball betreibt.
GA: Aber doch nicht alleine? Tamoj: Nachwuchsförderung ist nur sinnvoll in Zusammenarbeit mit der BBL und dem DBB. Die Diskussion, wie das umgesetzt werden kann, fängt gerade an. Die BBL muss ein Interesse an diesen Gesprächen haben, weil sie nicht mehr in der Lage ist, Nachwuchsförderung zu finanzieren. Wir reden über die Förderung in der Spitze - vom Regionalligaspieler zum Bundesligaspieler bis hin zum Nationalspieler. Das ist teuer. Bei den ganz jungen Jahrgängen sehe ich das Problem nicht. Da machen die Erstligisten und auch die Zweitligisten gute Arbeit und bringen genügend Talente hervor.
GA: Aber dieser Talentpool versiegt, weil es nicht die Möglichkeit gibt, ihn auf möglichst hohem Niveau spielen zu lassen. Die Vereine setzen eher auf Ausländer. Tamoj: Es ist ein großer Trugschluss, wenn viele sagen, das Ganze funktioniert nur dann, wenn die zweite Liga den Zugang von ausländischen Spielern reglementiert. Ich halte von solchen Reglementierungen nichts, weil sie an praktische Grenzen stößt, die unüberwindlich sind. Der Zuzug von internationalen Spielern ist nicht aufzuhalten. Wir haben mittlerweile Urteile auf europäischer Ebene, die weit über die derzeit gängige Praxis hinausgehen.
GA: Was also können Sie tun? Tamoj: Wir dürfen uns gar nicht darauf konzentrieren, den Zuzug von Ausländern zu beschränken, sondern müssen den Nachwuchs aktiv fördern. Wir müssen innerhalb der zweiten Liga Ressourcen und Räume schaffen, die diejenigen honorieren, die erstrangig auf deutsche Nachwuchsförd |