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Baskets haben den längeren Atem

Telekom Baskets Bonn – Phoenix Hagen 95:85 (27:28, 24:25, 23:15, 21:17)

Die Weste bleibt weiß. Am 6. Spieltag der easyCredit BBL verlassen die Telekom Baskets Bonn das Parkett als Sieger und bleiben damit zuhause ungeschlagen. Vor 5.090 Zuschauern zeichnete sich Filip Barovic mit 24 Punkten und 7 Rebounds als bester Spieler des 95:85 Triumphs aus. Am Dienstag gastieren die Södertälje Kings aus Schweden beim FIBA-Europe-Cup-Auftakt in Bonn.

Baskets-Topscorer mit 24 Zählern, davon allein neun im letzten Viertel: Filip Barovic (Foto: Jörn Wolter)

Predrag Krunic musste auf gleich zwei seiner Rotationsspieler verzichten. Neben Rekonvaleszent Ken Horton (Teilruptur des Knie-Innenbandes) fiel auch Yorman Polas Bartolo aus, der sich im Abschlusstraining unglücklich einen Finger auskugelte.

Es war kein Geheimnis, wie Phoenix Hagen auftreten würde. Von der ersten Minute zeigte sich, wie unterschiedlich die zwei Mannschaften an diesem Abend agierten. Während Hagen in gewohnter Manier den Fuß aufs Gaspedal drückte, versuchte Bonn das Tempo zu verlangsamen, um im Halbfeld geduldig den besten Wurf zu finden.

David Bell, der Mann, der wie kein anderer den Hagener Basketball repräsentiert, sorgte mit zwei Dreiern in den ersten fünf Minuten für eine 12:17 Führung. Auf Bonner Seite war es Ojars Silins, der in den ersten 10 Minuten sein Wurfglück fand und sowohl von außen als auch innen für Zählbares sorgte.

Während die Baskets in der Offensive guten Teambasketball zeigten – alle Spieler der Starting-5 punkteten im ersten Viertel – ließen sie diesen in der Verteidigung vermissen. Zu langsam waren die Rotationen, zu weit der Abstand zum Gegner. Eine erneut schwache Freiwurfquote (4/8 in Viertel 1) tat ihr Übriges. Florian Koch sorgte in ungewohnter Manier für das Highlight der Anfangsphase, als er Chris Hass Korblegerversuch erbarmungslos an den Absender zurückschickte. Die bis dato sieglosen Hagener blieben jedoch unbeeindruckt und gewannen selbstbewusst den ersten Spielabschnitt mit 27:28. 

Auch im zweiten Viertel erwischten die Gäste den besseren Start. Neben dem heißen Händchen gesellte sich nun auch noch der Wille, unter den Körben die "Drecksarbeit" zu verrichten und so punktete man wiederholt nach offensiven Rebounds (31:36). Zusätzlich machten die Feuervögel den Hausherren mit einer Zonen-Defense das Leben schwer.

Zu diesem Zeitpunkt entschloss sich dann Ryan Thompson, einen Gang höher zu schalten und sorgte für einen biblischen Moment im Telekom Dome. Wie einst Moses das rote Meer, teilte Thompson die Verteidigung Hagens und stopfte das Leder in den Korb – „dunket“ dem Herrn! Kurz danach schloss erneut RT7 aus der Distanz ab, stibitzte im Anschluss den Ball und wurde von David Godbold unsportlich gefoult. Nach einem erfolgreichen Freiwurf hatte Thompson die Baskets mit sechs Punkten in Folge wieder auf Tuchfühlung gebracht (35:36).

Durch die Einwechslung von Aufbau Konstantin Klein wurde nun auch die Intensität in der Verteidigung besser. Doch auch im Angriff war der Deutsche nicht zu bremsen: Acht hintereinander folgende Punkte, darunter zwei Distanztreffer, von Klein brachte Bonn die Führung zurück. David Bell hielt in dieser Phase mit neun Punkten dagegen und rettete die Hagener Führung in die Halbzeit (51:53). 

Das Schützenfest schien Trainer Predrag Krunic nicht gefallen zu haben, so ließ sich zumindest die Körpersprache der Baskets im dritten Viertel deuten. Bonn zog in der Verteidigung merklich an und sorgte so dafür, dass die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer zunehmend unter Druck geriet. Die kurze Bank der Volmestädter machte sich bemerkbar, die ihren ehemaligen NBBL-Spielern Pascal Zahner-Gothen und Marcel Keßen viel Spielzeit einräumten. Durch Steals und zwei weiteren Dreiern des weiterhin glänzend aufgelegten Kleins setzten sich die Magenta-Mannen jetzt Punkt um Punkt ab. Johannes Richter sorgte mit einem Block dafür, dass der letzte Wurfversuch Hagens sein Ziel verfehlte und somit für das 74:68 Viertelergebnis. Konnte Phoenix in den ersten beiden Viertel noch jeweils über 20 Punkte markieren, erlaubte Bonns Bollwerk nur noch 15 im dritten Quartal. 

Im Schlussabschnitt machte sich immer mehr das ungleiche Kräfteverhältnis beider Teams bemerkbar. DiLeo sorgte per Freiwurf dafür, dass alle eingesetzten Baskets-Spieler in diesem Spiel punkteten und gab auch in der Verteidigung den Wadenbeißer. Das Team suchte und fand Filip Barovic, der sein Bestes für den Schluss aufbewahrt hatte. Immer wieder kam der 2,08 Meter Hühne unter dem Korb zum Erfolg und punktete reihenweise per Hakenwurf oder Dunking.

Eine Auszeit Hagens brachte nicht den gewünschten Effekt und so wuchs die Führung der Gastgeber durch einen Korbleger von Klein auf zehn Punkte. In der 34. Minute dann ein Schreckmoment für Ryan Thompson und die Fans im Telekom Dome. Nachdem er beim Angriff mit seinem linken Fuß umknickte, blieb der Amerikaner einige Sekunden mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Die vorsorgliche Auswechslung lehnte der Flügelspieler aber ab und biss auf die Zähne. Kurze Zeit später ließ er sich dann doch auswechseln und wurde von der medizinischen Abteilung behandelt. Ein weiterer Slam-Dunk von Center Filip Barovic setzte den Schlusspunkt hinter den verdienten Bonner Heimsieg.

 

Stimmen zum Spiel

Predrag Krunic (Trainer Telekom Baskets Bonn):

„Meine Mannschaft hat vor allem in der zweiten Halbzeit gut gekämpft. Wir haben gerade in der ersten Halbzeit wenig Intensität gezeigt und besonders in der Teamverteidigung zu viele Fehler gemacht. Hagen hat, auch in ihrer aktuell schwierigen Situation, einen guten Basketball gespielt."

Filip Barovic (#6 Telekom Baskets Bonn):

„Es war für uns ein schweres Spiel. Es geht immer nur um die Verteidigung. Die Offensive kommt von selbst, aber ohne Defense gewinnst du kein Spiel. Solange wir auf beiden Seiten des Feldes Teambasketball spielen, sind wir ein gutes Team.“

Ingo Freyer (Trainer Phoenix Hagen):

„Durch unsere kurze Rotation hat uns am Ende die nötige Kraft gefehlt. Besonders im dritten Viertel haben wir uns zu viele Turnovers geleistet. Wenn wir das hätten abstellen können, hätten wir eine Chance auf den Sieg gehabt. Kompliment an die Leistung meines Teams. Keßen und Zahner-Gothen haben letzte Saison noch in der NBBL gespielt und heute sehr gut gespielt." 

 

Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn:

Silinš (8/1 Dreier), Klein (16/4), Barovic (24, 7 Rebounds), Thompson (15/2), Richter (5/1), Gamble (8), DiLeo (1), Koch (9/1), Mayo (9/1, 5 Assists), Blass (dnp), Kneesch (dnp)

Phoenix Hagen:

Bell (18/1), Hass (12/2), Plaisted (16), Godbold (2)Klassen (17/2), Keßen (8), Dunbar (5/1), Hess (5), Zahner-Gothen (2)


Bilanz

Telekom Baskets Bonn vs. Phoenix Hagen

Siege:               24
Niederlagen:     6
in Bonn:           15 Siege, 1 Niederlage
in Hagen:         9 Siege, 5 Niederlagen

 

 

Die nächsten Heimspiele der Telekom Baskets Bonn

FIBA Europe Cup
Di. 25. Oktober 2016

Telekom Baskets Bonn vs. Södertälje Kings

FIBA Europe Cup
Mi. 02. November 2016

Telekom Baskets Bonn vs. Belfius Mons Hainaut

easyCredit BBL
So. 13. November 2016

Telekom Baskets Bonn vs. Basketball Löwen Braunschweig

 

 

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