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04.10.2014

Rarer Offensiv-Rebound zum Glück

WALTER Tigers Tübingen - Telekom Baskets Bonn 77:83 (23:18, 19:23, 19:18, 16:24)

Die Telekom Baskets Bonn kehren mit einer Bilanz von einem Sieg und einer Niederlage von ihrer Tour ins Schwabenland zurück. Nach der 81:88-Pleite in Ludwigsburg rehabilitierte sich die Truppe von Trainer Mathias Fischer bei den WALTER Tigers Tübingen mit einem 83:77-Erfolg. Die entscheidende Aktion setzte Angelo Caloiaro wenige Sekunden vor Schluss, als er seinem eigenen Fehlwurf von der Freiwurflinie folgte, den einzigen Bonner Offensiv-Rebound des letzten Viertels einsammelte und postwendend zum Endstand vollstreckte.

(Foto: WALTER Tigers Tübingen)

Das Spiel:

Knapp sieben Sekunden waren noch zu spielen, als Angelo Caloiaro an die Freiwurflinie trat. Der Italo-Amerikaner versenkte den ersten Bonus sicher, den zweiten setzte er jedoch auf den Ring. Gedankenschnell ging der Power Forward seinem eigenen Schuss nach, kam völlig frei an den Ball und bugsierte das Leder zum 83:77 ein.

Zuvor waren sich Telekom Baskets und die WALTER Tigers über weite Strecke der Partie auf Augenhöhe begegnet. Zwar erwischten die Rheinländer einen denkbar schlechten Start und kassierten gleich zu Beginn einen 7:0-Lauf, arbeiteten sich dank besser werdender Verteidigung jedoch langsam aber sicher an die Hausherren heran. Besonders im zweiten Abschnitt nahmen Mickey McConnell und Tadas Klimavicius die Tübinger Hintermannschaft in diversen Blocken-und-Abrollen-Sequenzen effektiv auseinander und bestellten so auch die erste Bonner Führung zum 31:30 (16. Minute). Nach dem Seitenwechsel hatten die Rheinländer zwar nach wie vor mit einer krassen Unterlegenheit im Rebound zu kämpfen, bestachen dabei jedoch mit sicherem Ballvortrag und gutem Passspiel. So lief alles auf eine spannende Schlussphase hinaus (77:77, 39. Minute), in der Bonn das eindeutig bessere Nervenkostüm präsentierte. Erst verwandelte Caloiaro zwei Freiwürfe sicher, dann wurde der folgende Angriff der Raubkatzen erfolgreich vereitelt. Ein taktisches Foul im Sinn, erwischte Tübingens Michael Cuffee den wieselflinken McConnell jedoch so unglücklich, das er dafür ein „Unsportliches Foul“ kassierte – was zwei Freiwürfe und Ballbesitz Bonn nach sich zog. McConnell versenkte einen der fälligen Boni zur beinahe schon vorentscheidenden 80:77-Führung. Der Einwurf landete bei Caloiaro, der in eingangs beschriebener Sequenz „den Deckel drauf“ machte.

Im Detail:

Telekom Bsakets-Coach Mathias Fischer konnte erstmals in dieser Saison auf die Dienste von Tadas Klimavicius bauen, der bislang aufgrund einer Aduktorenzerrung geschont wurde. Der Litauer kam bei seinem Beko BBL-Debüt in rund 27 Minuten auf zwölf Zähler und fünf Rebounds. Dafür musste Andrej Mangold mit lädiertem Knöchel auf der Bank Platz nehmen – für ihn rückte Youngster und NBBL-ALLSTAR Valentin Blass in den Kader.

Bonn unterlag deutlich beim Kampf um abprallende Bälle. Tübingen sicherte sich insgesamt 46 Rebounds, die Telekom Baskets gerade einmal deren 26 – davon sogar nur vier am offensiven Brett. Im letzten Viertel sicherten sich die Rheinländer ein einziges Mal eine zweite Wurfchance, und zwar nach dem finalen Freiwurf durch Caloiaro zum Sieg.

Wie gut die Gäste auf das Spielgerät aufpassten, zeigte sich bei den Ballverlusten. Caloiaro und Co. vertändelten in der gesamten Begegnung nur sechsmal das Leder. Tübingen hingegen verbuchte 14 Turnover und hatte schon zur Pause (7) mehr als Bonn im ganzen Spiel.

Mit einer Quote von 39,1 Prozent (9/21) präsentierten sich die Telekom Baskets von jenseits der Dreierlinie durchaus treffsicher. Der aufgrund der Verletzung von Andrej Mangold in die Startformation gerückte Ryan Brooks nahm im Verlauf des Spiels vier Schüsse von „Downtown“, wobei drei seiner Schüsse ihr Ziel fanden (75,0 Prozent) – damit wiederholte er seine Quote aus der Ludwigsburg-Partie. Interessant dabei: Bonn nahm im letzten Viertel nur zwei einzige Dreierversuche, abgefeuert durch Caloiaro und Eugene Lawrence, die beide erfolgreich und essenzieller Teil eines 8:2-Laufs zur 73:70-Führung (37. Minute) waren.

Cheftrainer Mathias Fischer setzte auf eine Startformation um Tadas Klimavicius, Benas Veikalas, Angelo Caloiaro, Eugene Lawrence und Ryan Brooks. Außer Letzterem (30:17min) stand kein weiterer Bonner Akteur länger als eine halbe Stunde auf dem Parkett. Von den zum Einsatz gekommenen Reservisten absolvierte jeder mindestens zwölf Minuten, Mickey McConnell verzeichnete mit 25:27min gar die viertlängste „Laufzeit“.



Stimmen zum Spiel:

Mathias Fischer (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

"In der ersten Halbzeit haben wir mit hohem Risiko gespielt und deswegen auch ein paar einfache Gegentreffer kassiert. Das haben wir in der zweiten Hälfte abgestellt und es den Tübingern viel schwerer gemacht. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, wir haben den Ball schön bewegt. Unbedingt müssen wir an unseren Rebounds arbeiten. Jetzt heißt es den Rhythmus für die Saison zu finden."

Igor Perovic (Headcoach WALTER Tigers Tübingen):

"Wir hatten nach unserem ersten Spiel nur wenig Zeit uns auf die Bonner einzustellen. Die Spieler haben alles gegeben und mit viel Energie gespielt. Das Spiel hat sich erst im letzten Viertel entschieden, da war natürlich auch ein wenig Pech dabei. Die Mannschaft hätte den Sieg heute verdient gehabt."


Telekom Baskets Bonn:

McConnell (7, 5 Assists), Mädrich (4), Veikalas (4), Brooks (15/3 Dreier), Caloiaro (14/1), Lawrence (14/2, 5 Assists), Klimavicius (12), Koch (6/2), Wachalski (7/1), Blass (dnp)

WALTER Tigers Tübingen:


Wallace (12/2), Ratkovica (2), Wiggins (6), Nadjfeji (16), Jönke (8), Albus (3/1), Radosavljevic (8), Kashirov (4), Cuffee (9, 10 Rebounds), Rubit (9, 16 Rebounds)


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