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14.12.2015

Telekom Baskets verpflichten Langston Hall

Michal Chylinskis Vertrag aufgelöst – Weitere Nachverpflichtung geplant

Die Telekom Baskets Bonn reagieren auf die Niederlagenserie und Verletzungssituation ihres Bundesligateams mit einem neuen Spieler, einer geplanten weiteren Nachverpflichtung und indem sie die Kündigungsoption in einem laufenden Vertrag (Michal Chylinski) wahrnehmen.

Von Cantu über Atlanta nach Bonn: Langston Hall (links, Foto: Jörn Wolter)

„Eine solche Situation ist in 20 Jahren Neuland für uns“, sagt Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich. „Es ist leider so, dass einigen Spielern medial und in Internetforen ein gewisses Unrecht bei der Leistungsbeurteilung widerfährt, weil sie angeschlagen sind beziehungsweise von einer überstandenen Verletzung in die nächste schlidderten.“ Der bisherige Saisonverlauf sei das krasse Gegenteil der vergangenen, „als wir nicht eine schwerwiegende Verletzung hatten“.

Zur Chronologie: Kaum hatte sich Isaiah Philmore Anfang November im Eurocup-Heimspiel gegen Trento verletzt, erwischte es Eugene Lawrence auswärts im Eurocup, was die Baskets aber aus naheliegenden Gründen nicht öffentlich machten, weil der Aufbau sich, wenngleich reduziert, spielfähig fühlte. Zeitgleich kehrte Chylinski ins Team zurück. Der Pole war als zentraler Leistungsträger geplant, verletzte sich jedoch nach der Baskets-Vertragsunterzeichnung bei der polnischen Nationalmannschaft. „Wir wollten diesem erstklassigen Spieler und uns eine Chance nach seiner Genesung geben“, sagt Sportmanager Michael Wichterich, jedoch misslang eine sportlich überzeugende Rückkehr ins Team. Zu diesem Zeitpunkt war Xavier Silas bereits entlassen, da er das Leistungsprofil nicht erfüllte, und der wegen der Chylinski-Verletzung zwischengeschaltete Jimmy McKinney bis zum Saisonende nachverpflichtet worden. Das Ergebnis der skizzierten Entwicklung ist keine zerstörte Teamchemie, aber eine völlig aus dem Spielrhythmus geratene und erheblich verunsicherte Mannschaft.

Vor dem Hintergrund dieser komplexen Situation haben die Baskets schon vor Tagen entschieden, dass eine ordnende und gesunde Hand im Spielaufbau das Gebot der Stunde ist. Künftig wird primär Langston Hall diese Rolle übernehmen – gemeinsam mit Lawrence oder Rotnei Clarke. Der 1,90 Meter große und 24 Jahre alte Amerikaner ist defensivstark, passfreudig und ein guter Rebounder. Nachdem er in dieser Saison vom italienischen Erstligisten Pallacanestro Cantu zum belgischen Spitzenteam BC Telenet Oostende wechseln sollte, der Transfer aber an formalen Komplikationen scheiterte, war Hall verfügbar. Er traf bereits heute in Bonn ein. Gleichzeitig wurde der Vertrag mit Michal Chylinski aufgelöst. Headcoach Mathias Fischer: „Rotnei Clarke wird jetzt vorrangig auf der Flügelposition spielen und kann dort auch seine Stärken besser ausspielen.“

Es gebe Notlagen, „da muss man sich wirtschaftlich bis zur Decke strecken“, sagt Wiedlich, „und dann gibt es solche, da muss man durch die Decke durch“. Das vorläufige Ergebnis aus sportlichem Bedarf, Spielermarktlage und eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten sei die Verpflichtung von Langston Hall. Und: „Eine weitere Nachverpflichtung ist wahrscheinlich, wann genau das sein wird, können wir noch nicht sagen. Der Spieler muss halt passen.“ Fischer beschrieb das Profil des weiteren Neuzugangs: „In unserem Team fehlt aktuell noch jemand, der an beiden Enden des Feldes seine Athletik einbringt, erfolgreich reboundet und offensiv konsequent den gegnerischen Korb attackieren kann.“



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