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10.02.2017

Mehr 3er als BMW

Paul Hörschler im Portrait

Es war die große Show der Stars der easyCredit Basketball Bundesliga. Doch neben Rickey Paulding, Ryan Thompson und vielen weiteren Profis rückte beim ALLSTAR DAY ein unbekanntes Gesicht durch seine Leistung ins Rampenlicht.

"Ich kann nur Dreier werfen!" - Neben seiner Performance war Paul Hörschlers offenes, lockeres Live-Interview das Highlight des diesjährigen Dreipunktewettbewerbs. (Foto: Sascha Engst)

Paul Hörschler, Flügelspieler der Baskets 2 in der 1. Regionalliga, hatte sich im Vorausscheid des offenen Dreipunkte-Wettbewerbes erfolgreich durchgesetzt und so die Chance erspielt, sein Können mit den Besten der Besten zu messen.

„Ich hatte vorher schon mit dem Gedanken gespielt, beim Dreier-Contest mitzumachen, hatte aber die Anmeldephase verpasst“, erinnert sich Paul Hörschler. Am Tag des Vorausscheids habe er aber spontan eine Wildcard zugesprochen bekommen, da gemeldete aber nicht erschienene Teilnehmer freie Startplätze hinterließen.

22 Punkte markierte der 19-Jährige in der Qualifikation und erzielte damit ebenso viele Zähler wie Nationalspieler Per Günther bei seinem Vorjahres-Sieg – „sensationell“, fand auch BBL-Legende Pascal Roller. Kein anderer Amateur konnte diesen Wert toppen.

Anschließend legte er im Telekom Dome eine weitere starke Runde nach und brachte sich mit 20 Punkten nicht nur aufs Radar der Profis, sondern sogar ins Finale – und ließ somit auch Liga-Veteran Rickey Paulding hinter sich. „Ich war schon ziemlich aufgeregt. Als ich dann dran war, habe ich jedoch nicht mehr groß darüber nachgedacht und einfach nur versucht, die Kulisse zu genießen.“

Seine Basketball-Laufbahn begann Paul Hörschler im zarten Alter von sechs Jahren beim Brühler Turnverein, „weil meine Eltern auf gar keinen Fall wollten, dass ich Fußball spiele“, erklärt Hörschler seine nicht ganz freiwillige Wahl. Als ihn sein Vater zu einem Bundesligaspiel zwischen RheinEnergy Cologne und den Telekom Baskets Bonn mit in die Köln Arena nahm, war Paul direkt mit dem Basketball-Virus infiziert. Allerdings schlug sein Herz damals nicht für Bonn, sondern für die Domstadt:

„Ich war ein Köln-Fan. Bei ihrer Meisterschaft habe ich gefeiert, als sie Insolvenz anmelden mussten, saß ich in meinem Zimmer und habe geweint“, gibt Hörschler offen zu.  

Als Spieler hielt er dem Brühler TV sechs Jahre lang die Treue, ehe er den nächsten großen Schritt wagte und sich gut 20 Kilometer weiter südlich den Telekom Baskets Bonn anschloss. Fortan arbeitete sich der 1,98 Meter große Scharfschütze von der U14 bis zur U18 vor, mit denen er die NRW-Ligen des Landes unsicher machte. Ausgestattet mit einer Doppel-Lizenz durfte Hörschler auch im U16-Regionalliga-Kader der Sechtem Toros auflaufen.

Nach der U18 schaffte er den Sprung in die Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL) und war in der Saison 2015/2016 Teil des Team Bonn/Rhöndorf, wo er als junger 17-Jähriger mit 13 Punkten und knapp 39 Prozent Dreierquote pro Spiel zum Aktivposten der Kooperationsmannschaft aufstieg. Gleichzeitig erhielt Hörschler erneut eine Doppel-Lizenz, um auch in der 1. Regionalliga West für Sechtem auf Korbjagd zu gehen. 

„Dreier werfen konnte ich schon immer“, sagt Hörschler und erklärt: „Meine Eltern haben mir mit sechs Jahren einen Basketballkorb gekauft, der in unserem Garten auf einer Wiese steht.“ Da es sich dort jedoch nur schwer dribbeln lasse, ließ er den Ball lieber aus der Distanz fliegen.

Nach seinem Gastspiel in Sechtem, und dem Abstieg der Toros in die 2. Regionalliga, kehrte Hörschler zu den Baskets zurück und spielt seit 2016 erstmals im Regionalliga-Kader von Trainer Thomas Adelt. Dort passt er perfekt ins Teamkonzept der 2. Herren. „Ich bin ein großer Fan des europäischen, teamorientierten Basketballs und schaue lieber Euroleague-Spiele als die NBA - das ist mir zu viel Eins-Gegen-Eins-Gezocke!“

Das spiegelt sich auch in einem seiner Lieblingsspieler wieder, der kein Amerikanischer Superstar, sondern vielmehr ein zurückhaltende Teamplayer ist:

„Wenn ich einen Spieler für die Telekom Baskets verpflichten könnte, wäre das auf jeden Fall Lucca Staiger. Der kommt ins Spiel, ballert drei Dreier, trifft davon zwei und geht wieder raus - das ist doch geil!“

Im Finale des Dreier-Contests musste sich Paul Hörschler schließlich seinem Bonner Kollegen Ryan Thompson geschlagen geben. Im Sommer steht dem Bornheimer die nächste große Aufgabe bevor: Hörschler macht sein Abitur – passenderweise auch im Leistungskurs Sport. 

Am morgigen Samstag (11.02.17, 18:30 Uhr) ist Paul Hörschler wieder in Aktion zu sehen. Im Gastspiel bei den DJK Adler Frintrop versuchen er und die Telekom Baskets Bonn 2 die Niederlage aus dem Hinspiel (78:82) wett zu machen. 

 


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