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Noch Tage bis zum Saisonstart 2017/18

„Athletik-Training als Warmup“

Jonas' A2-Tagebuch aus Rotenburg

Donnerstag, 9. Juni 2011 - Bundestrainer Frank Menz hat zu einer insgesamt fünftägigen Maßnahme nach Rotenburg/Fulda geladen ... und Jonas Wohlfarth-Bottermann ist gefolgt. Der Center der Telekom Baskets Bonn ist einer der potenziellen Kandidaten für ein Ticket zur Universiade, die vom 12. bis 23. August im chinesischen Shenzen stattfindet. Was alles beim Lehrgang passiert, darüber berichtet Jonas in seinem exklusiven Lehrgangs-Tagebuch...

 

 

„Wir sind am gestrigen Mittwoch gegen Mittag in Rotenburg angekommen und haben nach dem Check-In ins Hotel ein Team-Meeting gehabt, bei dem wir auch unseren Ablaufplan für die kommenden Tage bekommen haben. Nachmittags ging es dann auch direkt auf die Laufbahn, anstatt in die Halle, um einen Belastungstest zu absolvieren. Unser Athletik-Trainer hat uns ganz schön rangenommen, das war gut anstrengend. Während der Einheit im Stadion sind wir alle verkabelt gewesen, um unsere Herzfrequenz zu messen. So wussten die Coaches direkt, wer noch Luft nach oben hat oder schon im „Roten Bereich“ läuft. Einmal mussten wir die 400 Meter-Runde mit 80 Prozent laufen, hatten dann eine kleine Pause, um anschließend die Runde mit 90 und kurz darauf mit 100 Prozent zu laufen.“

 

„Damit aber nicht genug, ging es abends dann sogar noch für fast drei Stunden in die Halle. Coach Menz sagte, dass wir in der Vorbereitung relativ wenige Lehrgänge hätten und deswegen die Einheiten strecken müssten. Wir sind dann auch direkt ein paar Basics in der Verteidigung sowie einige Plays in der Offense durchgegangen. Das war für den ersten Tag schon mal ein ordentliches Programm.“

 

„Im Hotel haben wir alle Einzelzimmer. Das ist zwar nicht ganz so gesellig, dafür kann man in den Pausen wirklich komplett seinen eigenen Rhythmus fahren und entspannt ein Nickerchen machen. Das Essen ist übrigens echt gut. Zwar muss der Salat ohne Gurken oder Tomaten auskommen, aber das holt die gute Pasta wieder raus.“

 

„Regeneration und Auffüllung der Tanks ist bei einem Lehrgang auf jeden Fall sehr wichtig. Denn heute Morgen standen wir wieder fast drei Stunden in der Halle. Besonders schön war das Warmup, bei dem wir Spieler dachten es ursprünglich etwas lockerer angehen zu können. Das war aber nichts, dann die Aufwärmübungen hat unser Athletik-Trainer gemacht - danach bist du definitiv mehr als nur warm.“

 

„Abends geht es zur zweiten Einheit noch mal in die Halle. Mal sehen, was wir dann machen. Der Kader ist eh noch nicht komplett, da die Bamberger Erik Land, Karsten Tadda und Maurice Stuckey ja noch in den Finals stehen - sie werden wohl erst bei der nächsten Maßnahme einsteigen. Auch Tony di Leo ist noch in den Staaten. Also ist der Kreis kleiner, auf den jetzt geschaut wird - umso mehr muss man sich da reinhängen. Ich bin schon gespannt, was in den kommenden Einheiten auf uns zukommt.“

 

„Bis dahin beste Grüße aus Rotenburg,

 

Jonas“

 

Freitag, 10. Juni 2011: „Jede Sekunde Schlaf zählt“

 

„Am gestrigen Abend sind wir noch mal in die Halle gegangen, um ein paar Basics durch zu laufen. Wir haben auch auf eine Hälfte gespielt, wobei die Intensität ziemlich hoch war. Coach Menz meinte, dass wir bei Vollgas nicht so lange machen würden, also haben sich alle ordentlich reingehangen. Im Endeffekt hat die Einheit knapp 90 Minuten gedauert, was dann doch eine ganze Ecke kürzer war als tags zuvor, wo wir fast drei Stunden in der Halle standen.“

 

„Während die halbe Basketballwelt mitten in der Nacht aufgestanden ist, um Spiel 5 zwischen Dallas und Miami zu gucken, habe ich lieber geschlafen. Das Training ist so intensiv und anspruchsvoll, dass wirklich jede Sekunde Schlaf zählt. Zum Glück habe ich aber ein App fürs Handy, womit ich mir dann heute Morgen eine ausführliche Zusammenfassung anschauen konnte.“

 

„Wir haben sogar richtig ausschlafen können, da die U18-Nationalmannschaft momentan auch in Rotenburg ist und vormittags vor uns die Halle belegt hat. So stand das Frühstück erst um zehn Uhr auf dem Programm, was wirklich sehr entspannt war. Die gute Stärkung war aber auch nötig, denn anschließend sind wir zum örtlichen Stadion gejoggt, um dort auf der Bahn noch ein paar koordinative Übungen zu machen. Von dort sind wir direkt in die Halle gelaufen, damit wir nicht auskühlen und direkt weitermachen konnten. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die im Wechsel Krafttraining gemacht haben, bzw. auf dem Feld diverse Pick-and-Roll-Situationen durchgegangen sind. Zum Abschluss sind die Gruppen zusammengelegt worden und wir haben noch ungefähr eine Stunde aufs Halbfeld mit einer Transition Offense gespielt.“

 

„So langsam macht sich auch bemerkbar, dass wir hier von den Coaches ganz schön gefordert werden. Die meisten Jungs haben mit dem ein oder anderen Muskelkater zu kämpfen, aber da müssen wir jetzt einfach durch. Außerdem merkt man dann, dass das Training was gebracht hat.“

 

„Bis dahin beste Grüße aus Rotenburg,

 

Jonas“

 

Samstag, 11. Juni 2011: „Heil, aber alles tut weh“

 

„Gestern Abend waren wir nochmal in der Halle und haben sogar viel gespielt. Das war insofern ganz gut, als dass wir die gelernten Dinge der Vortage super umsetzen konnten und ein Gefühl für das gemeinsame Spiel bekommen haben. Anschließend ging es noch zum gemeinsamen Abendessen, wo wir mit bester Pasta, viel Reis und lecker Fleisch verköstigt wurden.“

 

„Da die U18-Nationalmannschaft auch in Rotenburg trainiert, konnten wir heute erneut ausschlafen und hatten ein spätes Frühstück. In der Vormittags-Einheit selbst sind wir noch ein paar neue Systeme durchgegangen. Wobei nur ein Play für unsere Set-Offense dabei war, die restlichen Sachen waren Einwurf-Spielzüge. Die Systeme sind dann auch direkt im Fünf-gegen-Fünf mit hoher Intensität durchgespielt worden. Wir machen es immer so, dass ein Play im Halbfeld gespielt wird und es nach erfolgreichem Korb oder Defensiv-Rebound einmal auf den anderen Korb geht, um gleichzeitig unsere Transition zu schulen. Zum Abschluss hat unser Athletik-Trainer zum Cooldown noch KSÜ (Körper-Stabilisations-Übungen, die Red.) gemacht - das war nicht gerade entspannend.“

 

„Wir sind jetzt schon drei Tage hier und haben insgesamt noch zwei Einheiten vor uns, ehe Sonntagnachmittag die Heimreise auf dem Programm steht. Die Trainings sind wirklich anstrengend, aber absolut effektiv. Unsere Knochen sind noch heil, aber dennoch tut einem alles weh. So gesehen freue ich mich schon auf Montag, wo ich daheim in Bonn wohl nur mal die Füße hochlegen werde. Dienstag geht es aber schon wieder in die Halle, um den Trainingseffekt nicht verpuffen zu lassen.“

 

„Viele Grüße aus Rotenburg,

 

Jonas“

 

Sonntag, 12. Juni 2011: "Nach dem Lehrgang ist vor dem Lehrgang"

 

"Trotz anhaltendem Muskelkater bissen sich alle Nominierten bis zum Ende durch, ehe es zurück in die Heimat ging. Headcoach Frank Menz ließ es sich jedoch nicht nehmen, mit jedem Spieler abschließend ein persönliches Gespräch zu führen und jedem Akteur einen Trainingsplan für die Zeit bis zum nächsten Lehrgang Ende Juni in die Hand zu drücken - denn er will seine Spieler mit Blick auf die Universiade im chinesischen Shenzen (12. bis 23. August) bestmöglich vorbereiten."

 

„Wir haben Sonntagmorgen nochmal für eine gute Stunde in der Halle gestanden und sind ein paar Plays durchgelaufen. Im Endeffekt wurde viel gespielt, damit sich die Inhalte der letzten Tage richtig einschleifen. Es hat auch schon ganz gut funktioniert, wenngleich wir uns bei einigen Kleinigkeiten natürlich noch verbessern können. Von daher ist es gut, dass wir beim nächsten Lehrgang Ende Juni in Kienbaum (nahe Berlin, die Red.) gegen die U20-Nationalmannschaft testen, um unter noch besseren Bedingungen zu spielen.“

 

„Nach dem Mittagessen hatte jeder Spieler ein persönliches Gespräch mit Coach Menz. Alle haben einen persönlichen Trainingsplan mit auf dem Weg bekommen, der uns bis zum nächsten Lehrgang weiterbringen soll - und definitiv wird. Bei mir stehen viele Ausdauer-Übungen auf dem Zettel, aber auch Krafttraining und einige technische Geschichten. Da habe ich in den kommenden Tagen einiges zu tun, aber es lässt sich alles wunderbar mit meinem normalen individuellen Training in Bonn kombinieren - nach dem Lehrgang ist schließlich vor dem Lehrgang.“

 

„Auf dem Heimweg hat mich Maik Zirbes zunächst mit nach Kassel genommen, da er dort die Eltern seiner Freundin besucht. Ab da ging es mit dem Zug in Richtung Bonn, was von der Anbindung her sehr gut geht. Am Montag werde ich mich ein wenig locker machen und nach dem intensiven Lehrgang etwas entspannen. Aber Dienstag stehe ich sicher wieder in der Halle, schließlich möchte ich nicht, dass die Muskeln „dichtmachen“, weil sie nicht in Wallung kommen.“

 

„Beste Grüße,

 

Jonas“


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