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Noch Tage bis zum Saisonstart 2018/19

Playoffs: McCray schickt Bonn zu Spiel 5

Telekom Baskets Bonn - Oldenburg 72:71 (16:27, 23:12, 10:5, 14:19, 9:8) n.V.

Rickey Paulding hatte die Telekom Baskets 21,9 Sekunden vor Ende der Verlängerung mit seinem Dreier schon fast besiegt. Doch der „ewige“ Oldenburger hatte nicht mit David McCray gerechnet, der per Korbleger konterte und die Serie damit zu einem alles entscheidenden Spiel 5 zurück an die Hunte schickt.

Tony Gaffney hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg seines Teams. Foto: Wolter

Die Telekom Baskets Bonn sind nicht kleinzukriegen. Nach einem unglaublichen Playoff-Kampf im vierten Spiel der Serie „Best-of-Five“ des Beko BBL-Viertelfinals gegen die EWE Baskets Oldenburg siegte das Team von Headcoach Mathias Fischer nach Verlängerung 72:71. Es war das exakt gleiche Ergebnis wie drei Tage zuvor in Spiel drei und sogar der Spielstand nach vier Vierteln war mit 63:63 identisch.

Die Gäste aus dem hohen Norden fanden in den ersten Minuten besser ins Spiel. Der Ball lief flüssiger durch die eigenen Reihen, als es zunächst bei den Telekom Baskets der Fall war (5:7, 4. Minute). Trotz eines Dreiers durch Eugene Lawrence, der die 6.000 Zuschauer im Telekom Dome elektrisierte, war es an Oldenburg, sich einen Vorsprung zu erarbeiten (9:15, 7. Minute). Bonn fand überhaupt nicht zu seinem Rhythmus und musste mit Ablauf der Uhr zudem einen Distanztreffer von Julius Jenkins hinnehmen (16:27, 10. Minute).

Mit Beginn des zweiten Abschnitts schalteten die Hausherren in der Verteidigung merklich zwei Gänge höher. Den Gästen gelang auf dem Weg nach vorn nur noch wenig (27:34, 16. Minute). Unmittelbar hintereinander versenkten Benas Veikalas und Lawrence zwei Dreier, die den Rheinländern auf dem Weg zum Gleichstand neue Hoffnung gaben (33:38, 18. Minute). Die investierte Energie sollte sich auszahlen, denn pünktlich zum Pausentee konnten die Massen auf den Rängen den längst fälligen Ausgleich bejubeln (39:39, 20. Minute).

Nach dem Seitenwechsel kamen Basketball-Puristen vollends auf ihre Kosten. Beide Teams erklärten die eigene Zone zur gegnerischen Flugverbotszone und errichteten entlang der Dreierlinie einen schier unüberwindlichen Wall an beweglichen Verteidigern (44:44, 27. Minute). Dreier durch Tony Gaffney und Andrej Mangold brachten Bonn gerade genug Momentum, um eine Lücke zwischen sich und die Konkurrenz zu reißen (49:44, 30. Minute).

Im finalen Viertel mussten beide Seiten mit diversen Widrigkeiten klarkommen. Mit Dru Joyce und Eugene Lawrence kassierten die Starter auf der Eins ihr jeweils viertes Foul, so dass die Verantwortung auf andere Schultern übertragen werden musste. Bei den Baskets fasste sich David McCray ein Herz und zwang EWE-Coach Sebastian Machowski zu einer Auszeit (59:55, 36. Minute). Unmittelbar danach rasselten Veikalas und Chris Kramer abseits des Ball ohne Absicht mit den Köpfen aneinander - beide mussten das Feld verlassen und wurden auf der Bank medizinisch behandelt.

Jamel McLean und Gaffney unterstrichen ihre defensive Einstellung mit zwei Blocks, die Oldenburg vor allem zeitlich unter Zugzwang setzten, da für sie wertvolle Sekunden verstrichen, ohne Zählbares abzuwerfen. Mit zwei Punkten in Führung hatte Chris Kramer den Ausgleich schon auf der Hand, ehe der von hinten heran fliegende Gaffney drei Sekunden vor Ende die Situation auf ca. 3,80 Metern Höhe entschärfte. Dennoch gelang es Oldenburg in Person von Rickey Paulding aus dem Einwurf heraus die zweite Verlängerung der Serie zu erzwingen (63:63, 40. Minute).

Während der Extraschicht musste erst Joyce, wenig später Lawrence ausgefoult endgültig auf der Bank Platz nehmen. Brooks und McCray bestellten eine dünne Bonner Führung, doch es war der „ewige“ Rickey Paulding, der ganz Bonn 21,9 Sekunden vor Schluss mit einem Dreier schockte (70:71). In der letzten Angriffssequenz der Telekom Baskets zog David McCray beherzt über links zum Brett und legte den Ball über die ausgestreckte Arme der Defense hinweg durch die Reuse. Der letzte Ballbesitz Oldenburgs blieb dank guter Verteidigung wirkungslos, wodurch die Lautstärke im Telekom Dome gesundheitsschädliche Dimensionen annahm, die Serie abermals ausgeglichen wurde und es nun am kommenden Mittwoch zum entscheidenden fünften Spiel im hohen Norden kommt.


Mathias Fischer (Trainer Telekom Baskets Bonn):

„Wir haben heute wertvolle Rebounds eingesammelt, die uns in kritischen Phasen den Rücken gestärkt haben. In einigen Situationen wollten wir mit dem Kopf durch die Wand, wodurch wir uns das Leben gegen eine starke Oldenburger Defense oftmals selbst schwer gemacht haben. In der letzten Sequenz wussten wir, dass die Verteidigung sich auf Jamel McLean konzentrieren würde, so dass David McCray genügend Platz hatte, um das Brett zu attackieren.“

Sebastian Machowski (Trainer EWE Baskets Oldenburg):

„Glückwunsch an Mathias und seine Mannschaft. Jetzt freuen wir uns auf ein Spiel fünf am kommenden Mittwoch. Dann reicht mir diesmal ein Punkt Differenz zu unseren Gunsten. Das letzte Play in der regulären Spielzeit für Rickey Paulding wollten wir genau so haben und haben es so einstudiert, dass wir es auch ohne vorhandene Auszeit abrufen konnten.“


Telekom Baskets Bonn:

McCray (7/1 Dreier), Looby (4), Veikalas (12/1), Brooks (8), Mangold (5/1), Lawrence (17/4), Koch (dnp), Gaffney (15/1), Wachalski (0), McLean (4), Michel (dnp), Blass (dnp)

EWE Baskets Oldenburg:

Kramer (7), Bahiense de Mello (5/1), Joyce (0), Wysocki (3), Chubb (9), Smeulders (4), Smit (dnp), Jenkins (13/1), Paulding (10/1), Freese (dnp), Aleksandrov (14), Neumann (6)


Bilanz: Telekom Baskets Bonn vs. EWE Baskets Oldenburg:

Siege: 26 (Bundesliga: 24, Pokal: 1, Eurochallenge: 1)
Niederlagen: 21 (Bundesliga: 18, Champions Cup: 1, Pokal: 1, Eurochallenge: 1)
in Bonn: 17 Siege, 6 Niederlagen
in Oldenburg: 9 Siege, 15 Niederlagen


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