Team 1996/1997

Vordere Reihe (v.l.) Teamarzt Dr. Christof Engels, Gunther Behnke, Lars Glössner, Ladislau Kabat, Arthur Kolodziejski, Götz Rohdewald, Jan RohdewaldHintere Reihe (v.l.) Physiotherapeut Engelbert Hoischen, Sebastian Machowski, Klaus Perwas, Sinisa Kelecevic, Arvid Kramer, Eric Taylor, Marcus Schmidt, Physiotherapeut Gunnar Hoischen, Headcoach Bruno Socé

Saison 1996/1997

Als Aufsteiger ins Finale

Klassenerhalt kann jeder. Die Telekom Baskets Bonn stellten in ihrer Premierensaison in der Bundesliga klar, dass sie besonders, speziell, einzigartig sind. Lange Zeit flirteten die Rheinländer mit einem Rang unter den ersten acht und schafften den Sprung in die Playoffs ausgerechnet am letzten Spieltag der regulären Saison durch einen 70:68-Sieg bei ALBA Berlin. Damit belohnten sich die Schützlinge von Trainer Bruno Socé (Foto unten links) für die gezeigte Energieleistung auf der Zielgeraden der regulären Saison. Vier Partien in Serie gewann Bonn, angeführt von einem in dieser Phase furios aufspielenden Tandem um Eric Taylor (17,3 PpS) und Sinisa Kelecevic (19,5 PpS)  – ein Fingerzeig auf die Geschehnisse, die prägender als alles andere für den Bonner Basketball sein sollten.

Nach dem Last-Minute-Einzug in die Bundesliga-Playoffs ging es im Viertelfinale ausgerechnet gegen die Drachen aus Rhöndorf, die als Tabellenzweiter favorisiert in die „Best-of-Seven“-Serie starteten. Nach sechs Spielen – und einem sensationellen Dreier durch Jan Rohdewald – hatte Bonn den Erzfeind von der rechten Rheinseite bezwungen und ging mit stolz geschwellter Brust ins Halbfinale, wo Bamberg mit 3:0 in der Serie besiegt wurde.

Die Euphorie in Bonn erreichte ihren Höhepunkt. Erstmals setzten Fans und Verein Sonderzüge auf die Schiene, um die Baskets im Finale zu unterstützen. In der Serie um die Deutsche Meisterschaft traf die Socé-Truppe auf das übermächtige ALBA Berlin, welches nach dem ersten Titel der Vereinsgeschichte dürstete – mit der Meister-Party allerdings bis nach Spiel vier warten musste. Die „Albatrosse“ hatten die ersten beiden Begegnungen wie erwartet für sich entschieden und bereits Vorkehrungen für die Meisterfeier vor heimischem Publikum getroffen. Tja, wenn da nicht Eric Taylor und sein legendärer „Dreier vom Parkplatz“ gewesen wären, was Bonn den 78:77-Überraschungserfolg in Berlin bescherte. Die Luftballons blieben an der Decke, Baskets-Spieler und -Anhänger feierten den sensationellen Coup wie den Titelgewinn. So war es auch zu verschmerzen, dass Berlin – dann zurück in der Hardtberghalle – das vierte Aufeinandertreffen souverän nach Hause brachte (98:81) und Bonn erstmals Vizemeister wurde. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass Bonn seither der einzige Aufsteiger gewesen ist, dem in seiner Debüt-Saison direkt der Sprung in die Finalserie der Basketball Bundesliga gelang (Stand: März 2025). Im Pokalwettbewerb stießen die Baskets zudem erneut bis ins Viertelfinale vor.

Ein weiteres Highlight der Aufstiegsaison war der BBL Allstar Day in der Bonner Hardtberghalle. Vor dem Start des Erstliga-Abenteuers hatten viele bezweifelt, ob der Umzug aus dem kleinen Hexenkessel Pennenfeld in den „Eisschrank“ auf den Hardtberg wirklich eine gute Idee ist. Spätestens beim Treffen der besten BBL-Spieler am 14. Dezember 1996 war klar, dass diese Sorge unbegründet war. Vor ausverkauften Rängen holte sich Sinisa Kelecevic zudem die Trophäe des „MVP“.


Bilanz

In allen Wettbewerben zusammengerechnet gingen die Telekom Baskets Bonn in der Saison 1996/1997 in 25 von 44 Ansetzungen als Sieger vom Parkett (BBL: 21, Pokal: 4).

Der Kader der Telekom Baskets Bonn

Name Pos Größe Gewicht Geboren Nat.
Bruno Socé Headcoach - - 1946 CRO
Eric Taylor Aufbau 178 - 06.12.1969 USA
Sinisa Kelecevic Flügel 206 - 10.04.1970 -
Arvid Kramer Center 206 - 03.10.1956 USA
Sebastian Machowski Flügel 200 - 18.01.1972 GER
Michael Gibala Center 202 - 01.12.1972 CAN/IRL
Götz Rohdewald F 195 - 01.07.1975 GER
Jan Rohdewald Flügel 194 - 22.03.1973 GER
Klaus Perwas G 194 - 08.03.1971 GER
Lars Glössner Center 199 - 31.03.1975 -
Gunther Behnke C 221 - 19.01.1977 GER
Ladislau Kabat Flügel 188 - 17.10.1977 GER
Marcus Schmidt Center 208 - 31.03.1977 GER

Abschlusstabelle Hauptrunde

Platz Team G S N PKT Körbe DIFF.
1 Alba Berlin 26 24 2 48:4 2293:1927 +366
2 Rhöndorfer TV 1912 26 18 8 36:16 2046:1986 +60
3 TVG Basketball Trier 26 17 9 34:18 2250:2192 +58
4 TSV Bayer Leverkusen 26 15 11 30:22 2183:2128 +45
5 SV Tally Oberelchingen 26 14 12 28:24 2244:2210 +34
6 TTL Universa Bamberg 26 14 12 28:24 2003:1909 +94
7 Telekom Baskets Bonn 26 13 13 26:26 2054:1940 +144
8 SG FT/MTV Braunschweig 26 13 13 26:26 2125:2113 +12
9 SSV ratiopharm Ulm 1846 26 13 13 26:26 2220:2004 +216
10 MTV 1846 Gießen 26 12 14 24:28 2101:2110 -9
11 Basketball im TuS Herten 1925 26 11 15 22:30 2258:2347 -89
12 Brandt Hagen 26 9 17 18:34 1966:2119 -153
13 Steiner Bayreuth 26 6 20 12:40 2073:2249 -176
14 BG Ludwigsburg 26 3 23 6:46 1765:2147 -382

Spielplan

Datum Spiel Ergebnis
04.09.1996 TBB-Trier 80:65
06.09.1996 Lever-TBB 93:77
11.09.1996 Oberel-TBB 82:84
13.09.1996 TBB-Ludw 105:65
21.09.1996 TBB-Hert 70:71
28.09.1996 Gieß-TBB 88:79
06.10.1996 TBB-Bayr. 88:83
13.10.1996 Hag-TBB 76:74
25.10.1996 BS-TBB 70:79
27.10.1996 TBB-RTV 63:64
08.11.1996 TBB-Ulm 97:112
16.11.1996 Bamb-TBB 73:68
01.12.1996 TBB-Lever 109:80
07.12.1996 TBB-ALBA 77:78
27.12.1996 Trier-TBB 80:73
29.12.1996 Ludw-TBB 58:71
03.01.1997 TBB-Oberel 92:64
05.01.1997 Hert-TBB 87:77
11.01.1997 TBB-Gieß 77:78
18.01.1997 Bayr-TBB 72:66
31.01.1997 TBB-Hag 74:60
02.02.1997 RTV-TBB 78:77
08.02.1997 TBB-BS 78:70
15.02.1997 Ulm-TBB 66:78
02.03.1997 TBB-Bamb 71:59
08.03.1997 ALBA-TBB 68:70
21.03.1997 RTV-TBB 63:60
23.03.1997 RTV-TBB 69:75
29.03.1997 TBB-RTV 77:85
31.03.1997 TBB-RTV 80:76
04.04.1997 RTV-TBB 76:93
06.04.1997 TBB-RTV 85:83
18.04.1997 Bamb-TBB 74:88
20.04.1997 TBB-Bamb 64:60
25.04.1997 Bamb-TBB 68:80
04.05.1997 ALBA-TBB 94:88
09.05.1997 TBB-ALBA 78:109
11.05.1997 ALBA-TBB 77:78
17.05.1997 TBB-ALBA 81:98