1. Regio: Niederlage in letzter Minute

Telekom Baskets Bonn 2 - ART Giants Düsseldorf 84:86 (25:14, 18:15, 27:29, 14:28)

Brachte Intensität, harte Defense und Scoring: Luca Mertz. (Foto: Jörg Mäß)

Trainer Thomas Adelt schickte die übliche Starting-Five aus Joel Zeymer, Luca Mertz, Valentin Blass, Anye Turner und Yannick Kneesch ins Rennen, die direkt die Marschrichtung für das Spiel vorgaben: Mit Vollgas nach vorne! Düsseldorf nahm das hohe Tempo auf und so entwickelte sich in den ersten Minuten eine rasant geführte Partie, die jedoch auf Bonner Seite die Kontrolle vermissen ließ. Die Baskets agierten in der Anfangsphase zu überhastet und konnten die herausgespielten Wurfchancen nicht nutzen. Durch einen Dreier von Jeremey Lewis spielten die Giants schnelle eine 2:7 Führung heraus – es sollte nicht der letzte Distanzwurf des Texaners an diesem Nachmittag sein. Point Guard Luca Mertz war es, der die ersten Punkte der Herren 2 erzielte und im Anschluss mit schönem „behind the back“ Pass auf Joel Zeymer auflegte. Zwei aufeinanderfolgende Dreier von Kneesch später überahmen die Gastgeber nicht nur die Führung, sondern bauten sie in Folge eines 13:0 Laufs sogar auf 15:7 aus. Valentin Blass, mit 20 Punkten erneut Topscorer seines Teams, zwang Düsseldorf zu einer Auszeit, als er erst einen Dreipunktewurf versenkte, dann einem Ball vor dem Aus rettete und im Anschluss einen weiteren Sprungwurf traf. Die Düsseldorfer Auszeit zeigte jedoch keine Wirkung. Im Gegenteil: Punkte durch Alex Möller, Anye Turner und Karl Dia ließen den Abstand weiter anwachsen, sodass Bonn mit einer 25:14 Führung das erste Viertel beendete. Mit einem Dreier eröffnete Düsseldorf das zweite Viertel. Die Giants schafften es nun besser, das Bonner Fastbreak-Spiel zu kontrollieren und zwangen die Baskets zu mehr Halbfeld-Basketball. Doch auch darauf reagierte die Mannschaft von Coach Adelt souverän. Der Vorsprung blieb zweistellig, als sich ART Giants Trainer Robert Shepherd Mitte des zweiten Viertels zu einer weiteren Auszeit gezwungen sah. Diesmal schien Shepherd die richtigen Worte gefunden zu haben: Düsseldorf startete einen kurzen 6:0 Lauf und verkürzte den Rückstand beim Stand von 33:29 auf vier Punkte. In dieser Phase bestätigte sich wieder einmal eine der ältesten Phrasen des Basketball: „Baskteball is a game of runs!“ Denn nun waren es wieder die Baskets, die angeführt von Turner 10 Punkte in Folge markierten. Turner war es auch, der mit einem Steal und anschließendem krachenden Slam-Dunk das Viertel beendete und die Telekom Baskets 2 mit einer 43:29 Führung in die Halbzeit schickte. Düsseldorf erlebte im dritten Viertel ein Déjà-Vu: Wieder drückten die Baskets aufs Gaspedal und spielten eine 18-Punkte-Führung heraus. Die Giants schienen kein geeignetes Mittel gegen die gut aufgelegten Bonner zu finden. Doch dann drückte Jeremy Lewis (34 Punkte) mit seinen Dreiern vier, fünf und sechs dem Spiel seinen Stempel auf. Seine Mitspieler taten es ihm gleich. Gleich fünf Distanzwürfe ließen die Gäste im dritten Quartal durch die Reuse fliegen. Die Treffer steckten die Herren 2 gut weg und sicherten sich, trotz der überragenden Dreierquote der Giants, einen 70:58 Vorsprung für die letzten zehn Minuten. Im vierten Viertel sahen sich die Baskets weiterhin dem Dreier-Regen der Gäste ausgesetzt, die trotz guter Verteidigung auch schwierige Würfe trafen. So schmolz der Vorsprung Punkt für Punkt. Mit der Uhr im Nacken zog Düsseldorf die Verteidigung merkbar an, was Bonn zu schlechten Würfen bewog. Hier zeigte sich die Nervosität der jungen Baskets, die in dieser Phase zu viele schlechte Entscheidungen trafen. Zwei Minuten vor Schluss erzielte Max Dohmen per Distanzwurf den 76:76 Ausgleich. Anschließend traf Lewis seinen mittlerweile achten Dreier – Düsseldorf hatte sich nach 35 Minuten die Führung zurückgeholt. Als Anye Turner in der letzten Minute mit einem Korbleger zum 80:80 ausgleichen konnte, bereiteten sich die knapp 70 Zuschauer schon auf eine Verlängerung vor. Doch Alexander Goolsby hatte andere Pläne: 25 Sekunden vor Ende schickte er in Bedrängnis einen Dreier aus gut acht Metern Entfernung auf die Reise – ein Gebet, das erhört wurde. Zum Entsetzen der Bonner fiel der Ball durchs Netz. Zwar hatten die zweite Herren noch ausreichend Zeit für einen letzten Angriff, doch leider scheiterte Anye Turner nach einem Foul an seinen Nerven und traf nur einen von zwei Freiwürfen zum 81:84. Ein vergebener Korbleger von Zeymer und weiteren Düsseldorfer Freiwürfen später waren die ART Giants mit 81:86 nicht mehr einzuholen. Luca Mertz traf mit Ablauf der Spieluhr einen letzten Dreier aus 10 Metern, was an der 84:86 Niederlage jedoch nichts mehr ändern konnte. Fotos zum Spiel >> Scoring: Hörschler (dnp), Gan (dnp), Zeymer (8 Punkte), Blass (20/1 Dreier, 7 Rebounds, 4 Assists), Mertz (12/2, 4 Assists), Falkenstein (0), Dia (3/1), Möller (8), Turner (14, 13 Rebounds, 5 Assists, 3 Blocks), Otshumbe  (6) Thomas Adelt (Trainer Telekom Baskets Bonn 2): "Wir haben eine gute Teamleistung abgerufen. Am Ende konnten wir leider nicht die unheimlich guten Spieler von Düsseldorf aus dem Spiel nehmen. Selbst bei all den getroffenen Dreiern kann ich meinem Team kein Vorwurf machen, da sie fast alle gut verteidigt waren." Robert Shepherd (Trainer ART Giants Düsseldorf): "Es war ein sehr schweres, anstrengendes Spiel. Bonn ist ein sehr junges, aber talentiertes Team. Wir sind sehr glücklich über den Sieg. In der zweiten Halbzeit ist es uns besser gelungen, den Fastbreak und die einfachen Punkten Bonns zu stoppen. Wir haben eigentlich nur im letzten Viertel gut gespielt, aber waren dann, als es drauf ankam, besser."