Am Ostersonntag gegen Berlin

Micovic: „Berlin hat die Saison über gezeigt, wie stark es ist"

Chris Babb (mit Ball) und die Baskets treffen auf Nationalspierl Maodo Lo und Berlin. Foto: Jörn Wolter

„In dieser Situation schauen meistens alle auf den Ball und warten, ob er reinfällt oder nicht“, sagt Strahinja Micovic und grinst. Der Power Forward hatte gegen Braunschweig am schnellsten reagiert, sich eine gute Position gegen Gavin Schilling erkämpft und konnte so den Game-Winner nach dem Fehlwurf von Alex Hamilton in den Korb tippen. „Dadurch habe ich gesehen, dass sich für mich eine Spur zum Korb öffnet, die ich dann genutzt habe“, erklärt der Serbe. Man spürt, wie sehr er sich über diesen Moment und den Sieg freut, auch wenn der 28-Jährige in seiner bescheidenen Art die Energieleistung seiner Mit- und Bankspieler als Hauptursache für das Comeback nach 18 Punkten Rückstand ausmacht: „Wir haben in der ersten Halbzeit ohne Energie gespielt. Das hat sich nach der Pause entscheidend verändert. Offensiv und defensiv haben wir mit einer anderen Einstellung gespielt. Auch hat uns die Unterstützung von der Bank einen Schub gegeben, wodurch wir Braunschweig unser Spiel aufzwingen konnten.“ Ohne die Leistungen von Würzburg und Braunschweig schmälern zu wollen, erwartet die Baskets am Sonntag jedoch eine weitaus schwierigere Aufgabe. Dann gibt sich der deutsche Double-Sieger 2020 und aktueller Euroleague-Teilnehmer ALBA Berlin die Ehre. „Mutter aller Spiele“ Das Traditionsduell zwischen Bonn und Berlin wird aufgrund seiner sportlichen und politischen Historie als die „Mutter aller Spiele“ bezeichnet. Gleich vier Mal standen sich die Teams im Finale um die deutsche Meisterschaft gegenüber, von legendären Playoff-Schlachten und Sonderzügen erzählen Baskets-Fans noch heute. Insgesamt trafen Bonn und Berlin schon 79-mal aufeinander, 54 Mal entschied die neue Hauptstadt das ungleiche Kräftemessen gegen die alte für sich.

 Bilanz

 

BBL

Pokal

Eurocup

in Bonn

in Berlin

in Hamburg

in Köln

in Oldenburg

Siege

25

24

1

 

16

9

 

 

 

Niederlagen

54

48

4

2

21

30

1

1

1

(Stand 23.11.2020)

 

Der Gegner Bevor Berlin nach Bonn aufbricht, muss es am Karfreitag noch in der Euroleague antreten: Um 19 Uhr empfängt ALBA Valencia. Während der FC Bayern Basketball unlängst den ersten Euroleague-Playoff-Einzug einer deutschen Mannschaf überhaupt feierte, liegen die Berliner abgeschlagen auf Platz 16. In der easyCredit BBL läuft es für die Mannschaft von Trainer Alejandro „Aíto“ García Reneses dagegen deutlich besser: Mit 21 Siegen und vier Niederlagen belegen sie derzeit den zweiten Tabellenrang. Angeführt wird Berlin von Topscorer Marcus Eriksson. Der Flügelspieler erzielt im Schnitt 12,4 Punkte und trifft gut 45 Prozent seiner Dreierwürfe. Doch der eigentliche Star des Teams ist die Mannschaft selbst: Gleich acht Spieler erzielen mehr als acht Punkte pro Spiel, mit 22,3 Assists verteilt keine Mannschaft mehr direkte Korbvorlagen als Berlin. Zudem sichern sich die Berliner mit 37,2 Rebounds pro Spiel die meisten Abpraller der BBL. „Berlin hat die Saison über gezeigt, wie stark es ist“, weiß Micovic. „Sie sind sehr tief besetzt. Für uns gilt es, konstant über 40 Minuten zu spielen. Wir müssen über das gesamte Spiel so fokussiert sein wie in den letzten beiden zweiten Halbzeiten gegen Würzburg und Braunschweig.“ Der Teamvergleich Übertragung Das Spiel wird live ab 17:45 Uhr auf Magenta Sport übertragen. Kommentiert wird die „Courtside-Live“-Begegnung von Daniel Pinschower, ihm zur Seite steht Alex Vogel als Experte. Als Moderator führt Hans Finger durch die Sendung. Zusätzlich wird das Spiel in der BonnLive Baskets Carena am Telekom Dome auf einer Leinwand übertragen. Tickets und weitere Programmpunkte >>>