Astronauten in Bonn

Nach ihrem furiosen Sieg gegen Rhein Energy Cologne lösten die Jungs von Trainer Predrag Krunic einen wahren Freudentaumel in der Bonner Fangemeinde aus. Die durch die EM-Qualifikations-Spiele der Nationalmannschaft bedingte Spielpause haben sie sich damit redlich verdient. Erst am kommenden Dienstag, dem 29. Januar 2002, müssen die Baskets wieder auf dem Parkett der Hardtberghalle antreten und empfangen dann den Fünften der Saporta-Cup-Gruppe C, die Ricoh Astronauts aus Amsterdam. Im Hinspiel am 4. Dezember 2001 in Holland hatten sich die Bonner klar mit 57:72 durchsetzen können. Dabei hatten sie in der zweiten Halbzeit nur noch mit halber Kraft agieren müssen, denn die Niederländer hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt. Mit einer katastrophalen Trefferquote von 16% - gegenüber 58% bei den Baskets hatten sie wenig ausrichten können. Hinzu kam für Headcoach Ton Boot die Misere, weder seinen sonst überragenden, bereits zu der Zeit aber verletzten Spielmacher Chris McGuthrie, noch den als Ersatz verpflichteten Tony Miller einsetzen zu können. Auf der Internet-Seite der Astronauts ist in einer Meldung vom 15. Januar 2002 allerdings zu lesen, dass die FIBA inzwischen Millers internationale Spielberechtigung erteilt hat. Ob er seinem Team die fehlenden Impulse geben kann, bleibt abzuwarten. Zuletzt mußte sich Ricoh im Saporta-Cup den einmal mehr bärenstarken Litauern geschlagen geben, mit 70:82 unterlag man Lietuyos Rytas Vilnius. Vor allem die klare Überlegenheit der großen Spieler um Center-Hüne Javtokas unter dem Korb war entscheidend. Amsterdam hat derzeit zwei Punkte Rückstand auf Anwil Wloclawek und dem für den Einzug in die nächste Runde entscheidenden vierten Platz. Ob die Truppe von Ton Boot allerdings mit aller Kraft versuchen wird, dieses Ziel noch irgendwie zu erreichen, ist eher fraglich. Hatte der Trainer der Astronauts doch nach dem Hinspiel klar verlauten lassen, wo er die Prioritäten für seine Mannschaft sieht: Unser Abschneiden in Europa ist ohnehin zweitrangig. Für uns ist es wichtiger, unseren nationalen Titel zu verteidigen. Mit seinen sehr deutlichen Aussagen zu diesem Thema hatte er bereits im Umfeld seines Clubs für Unstimmigkeiten gesorgt. Die Baskets dürften unter den gegebenen Voraussetzungen - und mit ihrem momentan starken Selbstvertrauen - alle Trümpfe in der Hand haben, diese Partie für sich zu entscheiden. Außerdem besteht die begründete Hoffnung, das Predrag Krunic erstmals seit Wochen wieder auf seinen kompletten Kader zurückgreifen kann. Paul Burke nutzt die spielfreie Zeit, um sich nach seiner schweren Gehirnerschütterung vollständig zu regenerieren, und auch ein Einsatz von Branko Klepac liegt im Bereich des Möglichen. Die Partie der Telekom Baskets Bonn gegen Ricoh Astronauts Amsterdam beginnt am Dienstag, dem 29. Januar um 19.30 Uhr in der Hardtberghalle.