Auftakt nach Maß!

Besser hätte der Auftakt in die neue Basketball-Bundesliga-Saison kaum laufen können. Durch eine beeindruckende und besonders in der ersten Halbzeit spektakuläre Vorstellung konnten die Telekom Baskets am Samstagabend am ersten Spieltag den ersten Sieg einfahren. Mit 77:66 (11:11, 26:10, 9:20, 31:26) besiegten die Männer von Headcoach Michael Koch die Eisbären aus Bremerhaven. Es war der erste Sieg überhaupt nach bislang vier Niederlagen in Folge gegen das Team aus Norddeutschland. Über 3.400 Zuschauer sorgten zum letzten Saisonauftakt für eine tolle Atmosphäre in der Bonner Hardtberghalle und die Baskets mit ihren frisch gewählten neuen Teamkapitän Jason Conley taten besonders in der ersten Halbzeit ihr Bestes, um die Stimmung weiter anzuheizen. Zeichnete sich das erste Viertel zunächst eher durch gute Defense und ein Abtasten in der Offense aus, legte Bonn im zweiten Spielabschnitt die Hemmungen im Angriff ab. Das Paradestück der Baskets war, wie schon in der vergangenen Saison, die gute Verteidigung, dennoch war die gegen die Gäste aus Bremerhaven angewandte Form der Defense so noch nie in der Hardtberghalle gesehen worden. Diesmal wurde der Gegner bereits in der eigenen Hälfte durch die Bonner Pressverteidigung vor ernsthafte Probleme gestellt. Und kam der Ball doch in die Nähe der Basketszone, waren die flinken Hände von Miah Davis oder Winsome Frazier immer in der Nähe des Balls oder John Bowler und Ronald Burrell fischten sich die wichtigen Rebounds. Immer wieder kam es zu Ballgewinnen, die durch spektakuläre Fastbreaks in Punkte umgemünzt wurden. Schon nach elf Minuten stand die Halle das erste Mal Kopf. Die Baskets erhöhten den Druck in der Defense und machten aus einem 11:11 nach dem ersten Viertel in etwas mehr als vier Minuten ein 26:11! In der Folge gelang es der Kochtruppe, den Gegner bis Mitte des dritten Viertels klar unter Kontrolle zu halten. Doch die deutliche Überlegenheit sorgte nach und nach für Unaufmerksamkeiten. Die Intensität der Verteidigung ließ nach und prompt folgte als Strafe ein 11:1-Lauf der Gäste, die den Rückstand bis zum Ende des dritten Viertels auf 45:41 verkürzen konnten. Jetzt wurde es noch einmal richtig spannend in der Hardtberghalle und die rund 50 mitgereisten Fans aus Bremerhaven witterten zusammen mit ihrem Team noch einmal Morgenluft. Noch nie hatten die Nordlichter gegen Bonn ein Spiel verloren, doch spätestens nach weiteren fünf Minuten hatten die Baskets die Verhältnisse endgültig gerade gerückt. In nur neun Sekunden gelang das Kunststück, den Gästen gleich dreimal den Ball unter dem eigenen Korb abzuluchsen. Ronald Burell und Winzome Frazier fackelten nicht lange und machten in dieser Zeit sieben Punkte in Folge für die Baskets zum 61:44 (36.) Spätestens als wenig später Frazier an der Freiwurflinie auf 63:44 erhöhte, war klar, dass der erste Sieg der Saison unter Dach und Fach war. Baskets-Coach Michael Koch: Wir haben eine ganz andere Mannschaft als letztes Jahr, das hat heute wohl jeder gesehen. Mit diesem Team können wir sehr viel schneller spielen und viel variabler verteidigen. Natürlich waren meine Spieler nervös, aber das ist normal beim ersten Spiel vor heimischem Publikum. Bis auf das 3. Viertel bin ich mit unserem Auftritt sehr zufrieden. Ein wichtiger Mann in unserem Team ist Aufbauspieler Davis, bei ihm wissen wir, dass er auch in der Defense ein sehr guter Spieler ist. Eisbären-Coach Sarunas Sakalauskas: Bonn hat besser gespielt und daher verdient gewonnen. Sie haben mit mehr Herz, aggressiver und viel besserer Defense gespielt als wir. Bei uns lief heute einiges schief und wir haben uns von unserer schlechten Seite gezeigt. Es ist normal, dass wir auch in diesem Jahr viele neue Spieler haben, da wir noch nicht allzu lange in der Bundesliga etabliert sind.