„Auswärtssiege sind gut fürs Selbstvertrauen“

David McCray im Interview

David, bei deinem Wechsel nach Bonn hast du betont, dass dir der internationale Wettbewerb sehr wichtig ist. Wie hat es sich angefühlt, gegen Antwerpen endlich in die EuroChallenge einzusteigen? David McCray: „Das war großartig. Ich habe zuletzt 2007 im Eurocup gespielt, das ist ja schon einige Zeit her. Damals sind wir in der ersten Gruppenphase ausgeschieden, wobei wir auch wirklich schwere Gegner erwischt hatten. Letztlich sind die Begegnungen auf europäischer Ebene auch „nur“ Basketballspiele, aber es macht schon einen Unterschied, wenn man in anderen Ländern und in fremder Umgebung aufläuft. Viele pflegen einen anderen Spielstil als in der Bundesliga, wobei das jetzt bei Antwerpen nicht so sehr der Fall gewesen ist - das blüht uns dann eher gegen die Teams aus Georgien und Israel. Es macht aber auf jeden Fall Spaß, unter der Woche nach Antwerpen zu fahren und dort zu spielen ... das ist mal was anderes.“ Wie sehr verändern die ab jetzt durchgehenden „englischen Wochen“ euren Rhythmus? „Ich muss sagen, dass wir als Mannschaft das alles sehr positiv sehen. Es ist jetzt einfach so, dass wir ein Spiel mehr haben - statt Training. Jeder von uns hat lieber ein Spiel mehr, als in der Halle zu stehen und zu trainieren. Der alte Spruch ist wahr: Ein Spiel ist das beste Training. Egal was du tust, egal wie hart du trainierst ... du kannst keine Spielsituation Eins-zu-eins erzeugen oder simulieren. Deswegen ist dieses zusätzliche Spiel für die Entwicklung der Mannschaft einfach super.“ Konkret nachgefragt: Was hat das Team aus dem Spiel in Antwerpen gelernt? „Wir wissen jetzt, was wir tun müssen, um auch international Auswärtsspiele zu gewinnen. Antwerpen hat sich nie aufgegeben, sich zurück gekämpft als wir schon fast weg waren. Es ist nie einfach, Spiele zu gewinnen, aber auswärts ist es immer noch eine Spur schwerer.“ Wie wichtig war es, Antwerpens Center früh in Foulprobleme zu bringen? „Das haben wir gut und früh erkannt und haben entsprechend forciert, den Ball ans Brett zu bringen. Wir hatten dort klare Vorteile und haben das konsequent ausgenutzt. Antwerpen hat natürlich versucht dagegen anzugehen, hat andere Große von der Bank gebracht und in der Verteidigung etwas umgestellt. Trotzdem ist es uns gelungen, unsere Stärken auszuspielen, auch wenn wir im letzten Viertel kurz einen Durchhänger hatten.“ Stand schon vor dem Spiel für euch fest, dass Antwerpen auf den großen Positionen angreifbar ist? „Wir gehen meist ins Spiel und versuchen erstmal unsere Innenspieler in Szene zu setzen, damit sie ihren Rhythmus finden. Ein im Scouting ausgemachter Schwachpunkt sind die Langen Antwerpens sicher nicht - mit Love und Driesen sind sie da eigentlich mit guten Männern besetzt. Trotzdem hat dieser Weg für uns funktioniert, weshalb wir versucht haben Chris, Patrick, Jonas und Kyle so viele Touches wie möglich zu geben. Zumal es uns als Mannschaft viel mehr Möglichkeiten gibt, wenn der Ball einmal tief ist - gerade auch für die kleinen Spieler, die sich dann clever in die Freiräume bewegen müssen.“ Mit Blick aufs Wochenende: Was nehmt ihr aus den beiden letzten Siegen gegen Oldenburg und Antwerpen mit in die Partie in Ulm? „Wir haben auswärts gewonnen, das ist für das Selbstvertrauen immer wichtig. Davon profitierst du als Mannschaft enorm. Wenn du daran glaubst auswärts bestehen zu können, geht vieles leichter. Das weiß ich nur zu gut aus dem vergangenen Jahr in Ludwigsburg, wo wir während der gesamten Saison nur ein Spiel - in Hagen - in fremder Halle gewonnen haben. Wir haben in Braunschweig gut gespielt, wir haben in Antwerpen gut gespielt ... das hilft. Ich finde, dass wir gerade die Begegnung in der EuroChallenge gut gehändelt haben, auch als es hitzig und laut und physisch wurde. Jetzt treffen wir in Ulm auf eine enorm heimstarke Mannschaft, wo wir viel von den jetzt schon gemachten Erfahrungen profitieren können.“