Baskets bekommen Spiel nicht mehr gedreht

BG Göttingen - Telekom Baskets Bonn 90:81

Kaum ein Durchkommen: Unter dem Korb hatten Skyler Bowlin und Co. gegen Göttingen zu oft das Nachsehen. Foto: Matthias Klar

Keyfacts

  • viele Freiwürfe: Insgesamt standen beide Mannschaften 60 Mal an der Freiwurflinie. Bonn traf 19 von 25 Freiwürfen, Göttingen 30 von 35
  • Rebounds: Bonn sicherte sich zwar zehn Offensivrebounds, erlaubte jedoch Göttingen seinerseits 12 
  • Hin und her: Die Führung wechselte im Spiel 18 Mal, sieben Mal herrschte Gleichstand

Spielbericht Keine Veränderung in der Starting-Five: Bonn begann mit Parker Jackson-Cartwright, Karsten Tadda, Jeremy Morgan, Tyson Ward und Leon Kratzer. Es dauerte gut zweieinhalb Minuten, ehe die ersten Baskets-Punkte durch „PJC“ fielen (2:2, 3. Minute). Göttingen verstand es klug, die Bonner Guards vom Korb abzuschirmen und so das sonst so effektive „Drive-And-Kick“-Spiel der Baskets zu unterbinden (4:4, 5.). Wenn die ersten fünf Minuten des ersten Viertels so von der Defensive geprägt waren, folgten nun fünf Minuten Feuerpower: In fünf Angriffen in Serie schenkten sich beide Teams abwechselnd einen Dreier nach dem anderen ein, ehe Skyler Bowlin dem Spuk ein Ende bereitete und Landsmann Justin Gorham per Alley-Oop-Pass bediente (14:13, 8.). Die knappe Führung behielten die Baskets nach zehn Minuten, da Kratzer an der Freiwurflinie beide Versuche versenkte (16:15, 10.). Auch im zweiten Viertel ging es Schlag auf Schlag, ohne, dass sich eine Mannschaft einen Vorteil erspielen konnte. Die Führung wechselte in fast jedem Angriff, auch wenn die Gastgeber an diesem Abend die etwas reifere Spielanlage an den Tag legten (25:24, 15.) und Bonn vor allem beim Rebound vor Probleme stellte: Alleine in der ersten Halbzeit sammelte die BG neun Offensivrebounds ein, was Baskets-Coach Iisalo lautstark in einer Auszeit thematisierte. In der 18. Minute erzielte Bowlin von außen die bis dahin höchste Bonner Führung (38:33), doch Göttingen stürmte nach einer Auszeit mit einem 9:0-Lauf zurück aufs Feld und sicherte sich so die 38:41-Halbzeitführung. Diesen Lauf setzten sie nach dem Seitenwechsel unbeirrt fort (38:45, 21.), ehe Jackson-Cartwright ihn per „Floater“ unterbrach (40:45,21.). Doch Göttingen zeigte sich unbeeindruckt: Auf ihren halbzeitübergreifenden 12:0-Lauf ließen sie kurz darauf einen 13:2-Lauf zum 42:58 (26.) folgen, was Bonn in Bedrängnis brachte. In der Offensive herrschte wenig Bewegung, defensiv gelang es den Baskets zu selten, die „Veilchen“ zu stoppen. In der Folge versuchten es die Telekom Baskets vermehrt, ihre „Big Men“ am Korb in Szene zu setzen - was ihnen auch gelang: Mit einem 14:5-Lauf, bei dem vor allem Center Kratzer in der Zone Akzente setzte und sicher seine Freiwürfe traf, kämpften sich die Rheinländer bis zur 30. Minute auf 56:63 heran. Im Schlussviertel mobilisierte Bonn seine letzten Kraftreserven und kam nach zwischenzeitlichem 56:66-Rückstand (31.) mit einem 8:0-Lauf auf zwei Punkte heran (64:66, 33.). Diesem Rückstand liefen sie auch in der 37. Minute noch hinterher und waren drauf und dran, das Spiel zu drehen (71:73), ehe „PJC“ sein fünftes Foul begann. Die Auswechslung ihres abermals starken Aufbauspielers machte den Bonner Comeback-Bemühungen einen Strich durch die Rechnung. Göttingen nutzte die Bonner Foulproblematik (neben Justin Gorham musste auch Tyson Ward mit fünf Fouls das Spiel verlassen), behielt kühlen Kopf und sicherte sich mit 15 erfolgreichen Freiwürfen in Serie den 81:90-Sieg an der Linie.

Stimmen zum Spiel Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Ich habe unglaublich viel Respekt davor, was Tuomas Iisalo mit seinem Team macht. Wir haben uns sehr gut vorbereitet, und das erste Mal in dieser Saison haben die Spieler fast perfekt das gemacht, worüber wir gesprochen haben. Bonn ist kein einfaches Team; sie haben sehr viel Qualität. Wir haben ein paar von ihren Stärken gut weggenommen. Ich bin sehr stolz. Obwohl es sehr früh in der Saison ist, gab es nach zwei Spielen schon Zweifel, ob wir überhaupt Basketball spielen und verteidigen können. Heute haben wir gezeigt, dass das möglich ist. Das ist nicht einfach, und wir müssen jedes Spiel hart arbeiten. Ich habe viel Respekt davor, was mein Team heute gemacht hat.“ Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn): „Göttingen war sehr gut vorbereitet auf dieses Spiel und viel physischer als wir. In der ersten Halbzeit hatten sie schon neun Offensiv-Rebounds geholt im Gegensatz zu unseren elf Defensiv-Rebounds. Das ist ein großer Unterschied und hat uns sehr weh getan. Das zweite Problem waren für uns das Ziehen in die Zone – Brown und Baldwin immer und immer wieder mit Korblegern oder Pässen nach außen. Außerdem war Göttingens Wurfqualität viel höher als unsere. Dann wollten wir unsere Intensität erhöhen, aber das ist sehr schwierig, wenn du so beginnst. Dann kommen Foultrouble und andere Probleme – das sieht man an 35 Freiwürfen für Göttingen. Vielleicht waren da einige Pfiffe etwas fragwürdig. Aber so ist das.“ Punkteverteilung  Telekom Baskets Bonn: Bowlin (18 Punkte/ 4 Dreier), Jackson-Cartwright (16/2, 9 Assists), Kratzer (13), Morgan (11/3), Ward (10/1), Tadda (9/2), Kulvietis (2), Hasbargen (0), Mboya Kotieno (dnp) BG Göttingen:  Baldwin (27), Brown (19), Toolson (14), Dickey (12), Vargas (6), Mönninghoff (6), Roberson (3), Hartwich (3), Kamp (0), Giotis (0) Boxscore >>>