Baskets bestehen Charaktertest gegen litauischen Meister

Rytas Vilnius - Telekom Baskets Bonn: 79:86

Kollektiver Jubel: Bonn marschiert in Europa weiter vorne weg! (Foto: BCL)

Sie lagen bereits mit 22 Punkten in Front, doch am Ende brauchten die Telekom Baskets Bonn in einer spannenden Schlussphase eiserne Nerven und einen starken Willen, um gegen Rytas Vilnius den achten Sieg in der Basketball Champions League in Folge zu feiern. Die Mannschaft von Headcoach Tuomas Iisalo setzte sich am Mittwochabend knapp mit 86:79 (28:16, 26:23, 12:20, 20:20) in der Hauptstadt Litauens durch. Tyson Ward avancierte mit 17 Punkten zum Baskets-Topscorer. Karsten Tadda folgte mit 14 Zählern.

Mit nun drei Siegen aus den ersten drei "Round of 16"-Spielen führen die Baskets ihre Gruppe J weiterhin als Tabellenführer an.

Key facts

  • Höchste Führung: +22 (21:43, 15. Minute)
  • Rebound-Duell: Bonn gewann das Rebound-Duell deutlich mit 43:30
  • Bestleistung: TJ Shorts II erwischte offensiv nicht seinen besten Tag (13 Punkte), glänzte jedoch als Vorbereiter. Mit 12 Assists erzielte der Aufbauspieler nicht nur ein Double-Double (sein erstes in der BCL), sondern auch die meisten Vorlagen in seiner noch jungen BCL-Karriere
  • Hohes Tempo: Bonn erzielte 30 Punkte aus dem Fastbreak heraus

Spielbericht

Tuomas Iisalo setzte auf seine etablierte Starting-Five aus TJ Shorts II, Karsten Tadda, Tyson Ward, Finn Delany und Leon Kratzer, die das Spiel mit einem 7:0-Lauf (3. Minute) eröffnete und sogleich den Ton angab! Auch wenn beide Teams in der Anfangsphase schnelle Beine in der Verteidigung bewiesen, waren die Baskets einen Schritt zu schnell für die Litauer. Bereits nach fünf Minuten sah sich der litauische Meister zur ersten Auszeit gezwungen: Bonn hatte bis dahin bereits drei von sechs Dreier verwandelt und insgesamt fünf seiner acht Wurfversuche getroffen (15:6, 5.)! Doch auch die taktische Unterbrechung konnte nicht verhindern, dass Bonn weiterhin wie aus einem Guss spielte. Dass die Telekom Baskets noch am Sonntag gegen den FC Bayern München auf dem Feld standen, war ihnen nicht anzumerken: Erst erzielte Seba Herrera die erste zweistellige Führung (19:9, 7.), dann baute sein Team den Vorsprung bis auf 28:14 aus (10.), ehe es mit einer soliden 28:16-Führung ins zweite Viertel ging.

Die Viertelpause reichte nicht, um heiße Baskets abzukühlen: Mit einem 8:0-Lauf eröffneten sie den zweiten Spielabschnitt (36:16, 12.) Was Bonn in dieser Phase spielte, war nicht nur effektiv, sondern auch schön anzuschauen: hier ein Fastbreak-Dunk von Tyson Ward, dort ein eleganter Bodenpass hinter dem Rücken von Finn Delany – die Baskets wirkten unaufhaltsam (43:21, 15.)! Doch Vilnius kämpfte sich in die Partie und verkürzte den Bonner Vorsprung mit einem 7:0-Lauf auf 43:28 (16.). Näher kamen die Gastgeber vorerst jedoch nicht heran, sodass die Telekom Baskets mit einer 54:39-Führung in die Halbzeitpause gingen.

Nach dem Seitenwechsel gaben plötzlich die Litauer das Tempo vor: Mit harter Defense und schnellem Umschaltspiel kamen die Hausherren bis auf 63:57 heran (29.). Vilnius gestattete den Baskets in dieser Phase keine einfachen Würfe und brachten mit jedem weiteren erzielten Punkt die leidenschaftlichen Rytas -Fans zurück ins Spiel. Mit einer knappen 66:59-Führung (30.) gingen die Baskets anschließend ins Schlussviertel.

Dort drängte Rytas Vilnius auf den Ausgleich und setzte, nun mit der kochenden Jeep-Arena im Rücken, den Baskets durch physische Defense weiter zu. Zwar waren es die Baskets, die zu Beginn des Schlussviertels mit einem 6:0-Lauf auf 72:59 enteilten (33.), Vilnius antworte jedoch postwendend mit einem eigenen 14:0-Lauf und übernahm so erstmals in der Partie die Führung (72:73, 36.). Nun wechselte die Führung fast mit jedem Angriff, niemand wollte klein beigeben. 53 Sekunden vor dem Spielende glich Vilnius die Partie an der Freiwurflinie aus (79:79, 40.).

Die anschließende Chance zur Führung nutzten die Bonner nicht, konnten sich jedoch im Gegenzug auf ihre starke Defense verlassen und ebenfalls die Punkte verhindern. 30,8 Sekunden vor Schluss griff sich Karsten Tadda den Fehlversuch von TJ Shorts II und wurde beim Offensiv-Rebound gefoult. Wie bereits gegen München bewies der Baskets-Kapitän an der Freiwurflinie Nerven aus Stahl und brachte seine Farben mit 81:79 in Front. Im Gegenzug ließ die Bonner Defense erneut keine Punkte zu, Tyson Ward schnappte sich den Rebound, legte dem davongeilten Kratzer auf, der 13 Sekunden vor dem Ende per Dunking vollstreckte (83:79). Kratzer vereitelte daraufhin auch den letzten Vilnius Angriff per Block, sodass Karsten Tadda, der wohlwissend um einen möglichen direkten Vergleich, mit Ablauf der Uhr seinen vierten Dreier zum 86:79-Endstand traf.

Stimmen zum Spiel

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

„Wir haben soeben ein sehr, sehr toughes Team in einer schwierig zu spielenden Halle geschlagen. Ich bin mit dem Sieg sehr zufrieden. Das war eine sehr wichtige Erfahrung für uns. Wir haben bislang nicht viel Erfahrung mit engen Spielen gemacht, was ein positives Problem ist. Wir haben hervorragenden Basketball in den ersten 15 Minuten gespielt, waren mit 43:21 in Front, und haben dann für einen kurzen Moment den Fokus verloren. Das hat Vilnius erlaubt hat, ihren Rückstand zur Halbzeit auf 15 Punkten zu begrenzen. Vilnius hat die zweite Halbzeit mit unglaublicher Energie begonnen. Das haben wir erwartet, aber das ist vor allem in dieser Halle einfacher gesagt als getan. Wir sind zu Boden gegangen, aber waren nicht K.O. Wie wir in den letzten Minuten das Spiel noch zu unseren Gunsten gedreht haben, stellt mich sehr zufrieden.“

Giedrius Zibenas (Headcoach Rytas Vilnius):

„Ich gratuliere Bonn zum Sieg. Sie haben das Spiel so begonnen wie immer – insbesondere in fremder Halle: mit Verteidigung! Sie haben unsere Blöcke neutralisiert, uns unsere Entry-Passes weggenommen und sind dann ins Laufen gekommen! Das ist, was sie am besten machen! 30 Fastbreak-Punkte sowie 15 Offensiv-Rebounds zuzulassen, ist viel zu viel. Wir haben die zweite Halbzeit besser kontrolliert, insbesondere TJ Shorts II. Mir hat gefallen, dass wir nicht aufgegeben haben, aber gegen solch ein Team genügt es nicht, nur 20 Minuten zu spielen.“

Highlights 

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Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn:

Delany (9 Punkte/1 Dreier, 11 Rebounds), Williams (4), Kratzer (9), Tadda (14/4), Herrera (5/1), Kessens (6), Ensminger (dnp), Ward (17/3), Shorts II (13, 12 Assists), Malcolm (9)

Rytas Vilnius:

Normantas (17), Williams (dnp), Radzevicius (13), Fridriksson (12), Kalrys (5), Echodas (15), Foster (14), Masiulis (3), Varadi (0), Simonis (0)

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