Baskets entwaffen Giants-Scharfschützen

Das wahrscheinlich letzte rheinische Derby zwischen Bonn und Leverkusen in der Hardtberghalle ging an die Baskets. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge konnte das Team von Coach Michael Koch am 7. Spieltag der Basketball-Bundesliga endlich wieder jubeln. Dank einer starken Verteidigungsleistung und einem eindruckvollem zweitem Viertel wurden die Bayer Giants Leverkusen, die ihre letzten drei Ligaspiele gewonnen hatten, mit 81:68 (17:20, 31:17, 20:13, 13:18) wieder nach Hause geschickt. 3.500 Zuschauer, darunter rund 150 Fans aus der Farbenstadt, sorgten auf dem ausverkauften Hardtberg für die passende Derby-Atmosphäre. Die Akteure auf dem Parkett ließen sich zunächst deutlich davon anstecken, denn in den ersten zehn Minuten des Spiels bestimmte Hektik das Geschehen. Besonders den Baskets war die Nervosität anzumerken, dazu kam eine große Portion Übermotivation. So sorgte Bonns Center John Bowler gleich in den ersten zwei Minuten zwar für die ersten Punkte, doch auch für zwei Turnovers und zwei Fouls. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Baskets fingen. Nach einem 11:19-Rückstand in der neunten Minute gelang es kurz vor Ende des ersten Viertels, den Rückstand auf 17:20 zu verkürzen. Der Beginn eines Trends, der im zweiten Viertel eine eindrucksvolle Fortsetzung fand. In nur knapp vier Minuten machten die jetzt wie befreit aufspielenden Baskets aus einem 21:26-Rückstand bis zur 17. Minute ein 40:30. Waren die Distanzwürfe zuletzt eine Achillesferse der Bonner, so trafen diesmal Jason Conley (zweimal), Johannes Strasser und Artur Kolodziejski gleich vier Dreier hintereinander. Insgesamt sollten acht von 19 Distanzwürfen ihre Ziel finden. Quote: 42%. Die Bayer Giants wurden mit den eigenen Waffen geschlagen. Dazu kam, dass die Baskets-Defense mit Miah Davis, Winsome Frazier, Artur Kolodziejski und Johannes Strasser die gefährlichen Scharfschützen der Gäste wirkungsvoll aus dem Spiel nahmen. Nur selten gab es einen freien Schuss für einen Giant und wenn doch, wurde es zumeist eine Fahrkarte. Seiner wirkungsvollsten Angriffswaffe beraubt, hatte Leverkusen den Baskets nur noch wenig entgegenzusetzen. Punkt für Punkt schraubte Bonn den Vorsprung bis kurz vor Ende des dritten Viertels auf 20 Punkte (65:45, 29.). Ein Vorsprung, der durchaus noch hätte höher ausfallen können, denn insgesamt leisteten sich die Telekom Baskets 19 Turnovers. Vier Ballverluste hintereinander sorgten so zu Beginn des vierten Viertels dafür, dass die Gäste fast noch einmal zurück ins Spiel gefunden hätten. Knapp vier Minuten mussten die Fans auf die ersten Bonner Punkte im letzten Spielabschnitt warten, während Leverkusen sich auf elf Punkte herangekämpft hatte. Doch Jason Conley wollte endgültig für klare Verhältnisse sorgen. Der Bonner Flügelspieler sorgte mit acht Punkten in Folge, darunter zwei weitere Dreier, zum 76:62 in der 35. Minute und damit für die Vorentscheidung Mit insgesamt 19 Punkten und neun Rebounds war Conley der beste Akteur auf dem Spielfeld. Durch den Sieg über Leverkusen rücken die Telekom Baskets mit jetzt 8:6 Punkten wieder auf Platz sechs der BBL-Tabelle vor. Schon am nächsten Samstag (10.11.07, 19.30 Uhr) ist mit den Walter Tigers Tübingen ein weiteres Team der Stunde zu Gast in der Hardtberghalle. Die Schwaben haben die noch junge BBL-Saison sehr erfolgreich begonnen und stehen momentan mit ebenfalls 8:6 Punkten auf Tabellenplatz acht. Baskets-Coach Michael Koch: Ich bin heute sehr zufrieden mit diesem Sieg. Mir hat besonders die Art und Weise, wie wir gegen die starken Außenschützen von Leverkusen verteidigt haben, gefallen. Wir waren gewarnt und haben doch nur 68 Punkte kassiert. Die Diskussion um Miah Davis kann ich nicht ganz nachvollziehen: Wer sieht, wie stark er in der Defense gegen die besten Aufbauspieler der Bundesliga agiert, müsste beeindruckt sein. Ich kann mir nichts dafür kaufen, wenn ein Spieler 20-mal auf den Korb wirft, wir aber das Spiel als Mannschaft verlieren. Giants-Coach Achim Kuczmann: Glückwunsch an Bonn, denn das war ein sehr gutes Spiel der Baskets. Wir hatten heute, bedingt auch durch die gute Bonner Verteidigung, keinen guten Tag von außen. Wir haben uns die Niederlage aber durch zu viele leichte Bonner Punkte unter dem Korb selber zuzuschreiben. Ich kann noch nicht sagen, wie es in Leverkusen weitergeht. Das sollte sich aber bis Dezember entscheiden. Zurzeit schaue ich aber sowieso nur auf diese Saison, die für uns so gut begonnen hat.