Baskets geben Sieg aus der Hand
Knappe Niederlage in Ulm
Am 25. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga haben die Telekom Baskets Bonn das Topspiel gegen ratiopharm ulm mit 77:84 verloren. Zwar führte die Mannschaft von Headcoach Marko Stankovic nach einer kämpferisch und taktisch starken Leistung in der 35. Minute noch mit acht Punkten, leistete sich jedoch in den letzten drei Spielminuten sechs folgenschwere Ballverluste, die Ulm zurück ins Spiel brachten und schließlich den Sieg herschenkten. Jeff Garrett avancierte mit 23 Punkten zum Topscorer, insgesamt vier Baskets-Spieler punkteten zweistellig.
Key Facts
- Höchste Führung: 70:62
- Turnovers: Bonn leistete sich insgesamt 18 Ballverluste, sieben davon alleine im Schlussviertel
- Crunchtime: Während die Baskets das erste und dritte Viertel jeweils knapp gewannen (sowie das zweite Viertel unentschieden ausging), schenkten sie das Schlussviertel mit 16:26 her
- Direkter Vergleich: Da Bonn das Hinspiel mit nur zwei Punkten Unterschied gewann, geht der direkte Vergleich an Ulm
Spielbericht
Bereits im ersten Viertel entwickelte sich das Spiel zu einem Duell auf Augenhöhe. Bonn erwischte den besseren Start und ging schnell mit 5:1 in Führung, doch Ulm konterte umgehend mit einem 6:0-Lauf und übernahm kurzzeitig die Führung (5:7, 3. Minute). Insgesamt viermal stand es im ersten Abschnitt unentschieden, ebenso häufig wechselte die Führung. Auch unter den Körben (12:12 Rebounds) und bei den Wurfquoten (je 39 Prozent) waren beide Teams ebenbürtig, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Ein kurzes Ausrufezeichen setzte Jalen Finch, der mit zwei Dreiern in Folge auf 14:11 stellte (6.), ehe die Baskets das Viertel knapp mit 20:19 (10.) für sich entschieden.
Auch im zweiten Viertel blieb die Partie zunächst ausgeglichen (31:31, 17.). Dann erhöhte Ulm mit einer Ganzfeldpresse den defensiven Druck und zwang Bonn zu mehreren Ballverlusten. Insgesamt häuften sich auf beiden Seiten die Fehler, dazu kamen zahlreiche Fouls – ein echter Spielfluss wollte kaum aufkommen. Die Baskets hielten sich vor allem von der Freiwurflinie im Spiel und kamen allein in diesem Abschnitt auf zwölf Versuche (33:33, 18.). Ein Bonner 7:0-Lauf, abgeschlossen von Joel Aminu zum 40:33 (19.), schien kurzzeitig für etwas Luft zu sorgen. Doch die Gastgeber konterten noch vor der Pause mit einem eigenen 6:0-Lauf und verkürzten auf 40:39 – alles wieder offen zur Halbzeit.
Zwei Offensivfouls in Folge sorgten direkt nach der Pause dafür, dass das Momentum auf Ulmer Seite kippte. Die Hausherren starteten mit einem 11:4-Lauf ins dritte Viertel, während bei den Baskets offensiv zunehmend der Rhythmus verloren ging (44:50, 25.). Zwischenzeitlich blieb Bonn fast drei Minuten ohne Korberfolg, ehe Jeff Garrett zum 46:50 (26.) den Bann brach. Ulm hielt den Druck hoch und setzte sich weiter auf 48:55 ab, doch die Baskets fanden über ihre Defensive zurück ins Spiel. In der Offensive übernahmen dann Finch, Garrett und Aminu Verantwortung: Jalen Finch traf von außen, Jeff Garrett legte vier Punkte in Serie nach und Joel Aminu versenkte zwei Dreier in Folge. Mit einem starken 13:3-Lauf drehte Bonn die Partie und ging nach 30 Minuten wieder mit 61:58 in Führung.
Beflügelt von der starken Phase zuvor erwischten die Baskets auch den besseren Start ins Schlussviertel. Vor allem Jeff Garrett übernahm nun Verantwortung, traf zwei Dreier in Serie zum 68:62, bevor Kapitän Mike Kessens die bis dahin höchste Bonner Führung auf 70:62 ausbaute (35.). Die Partie schien unter Kontrolle – doch dann riss der Faden im Bonner Offensivspiel komplett. Ballverluste häuften sich, Ulm nutzte diese konsequent zu einfachen Fastbreak-Punkten, und die ratiopharm arena war plötzlich wieder voll da (72:70, 37.). Kurz darauf übernahmen die Gastgeber die Führung. Bonn bekam zwar noch Chancen, das Spiel erneut zu drehen, ging jedoch zu nachlässig mit dem Ball um. Weitere Ballverluste (sechs in den letzten 3 Minuten) nahmen den Telekom Baskets endgültig den Rhythmus. Bonn brachte sich selbst um den möglichen Sieg und verlor am Ende mit 77:84 (40.).
Stimmen zum Spiel
Marko Stankovic (Headcoach Telekom Baskets Bonn):
"Glückwunsch an Ulm zum Sieg. Wir haben das Spiel über weite Strecken kontrolliert, aber in der Schlussphase hat uns der nötige Fokus gefehlt. Zu viele Ballverluste und keine klaren Abschlüsse haben es uns schwer gemacht, das Spiel in den letzten Minuten zu entscheiden. Ulm hat die Partie dann konsequent für sich entschieden. Für uns ist das eine wichtige Erkenntnis, gerade mit Blick auf die Playoffs müssen wir lernen, über die gesamten 40 Minuten konzentriert zu bleiben."
Ty Harrelson (Headcoach ratiopharm ulm)
"Ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg, er war enorm wichtig, gerade weil auch das Spiel in Bonn für uns eine große Bedeutung hatte und wir dort nur knapp verloren haben. Am Ende haben wir uns im letzten Viertel zurückgekämpft und genau das war entscheidend. Vor allem Justin Simon, Malik Osborne und Mark Smith sind im Schlussviertel herausgestochen und haben einen richtig guten Weg gefunden."
Statistiken
| PTS | 84 | 77 |
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| 2 PTS | 71% 22 / 31 | 49% 17 / 35 |
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| 3 PTS | 25% 7 / 28 | 27% 8 / 30 |
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| Freiwürfe | 68% 19 / 28 | 68% 19 / 28 |
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| Rebounds | 38 | 39 |
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| Assists | 19 | 14 |
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| Steals | 11 | 12 |
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