Baskets verlieren gegen Unics Kazan 62:66

Die Telekom Baskets Bonn kommen in der diesjährigen Eurocup-Saison auf keinen grünen Zweig. Am Dienstagabend musste sich der Deutsche Vizemeister auch im vierten Gruppenspiel geschlagen geben. Mit 62:66 (15:24, 23:14, 12:15, 12:13) ging das Spiel gegen den russischen Pokalsieger Unics Kazan verloren. Die Gäste konnten damit im vierten Spiel den vierten Sieg einfahren und sind vorzeitig für die nächste Eurocup-Runde qualifiziert. Für die Baskets steht dagegen fest, dass nach den nächsten beiden Spielen gegen Besiktas Istanbul und Badalona Schluss ist. Die Türken haben ihr Gastspiel in Spanien mit 92:108 verloren. Damit besteht für die Baskets keine Chance mehr auf den zweiten Tabellenplatz der Gruppe D. Den Grundstein für den vierten Sieg im Europapokal legten die Gäste aus Kazan bereits im ersten Viertel. Aus einer starken Defense heraus ließen sie das Bonner Team nicht zur Entfaltung kommen. Vor allem in der Verteidigung waren die Baskets in dieser Phase nicht immer Herr der Lage. Die 3.925 Zuschauer im Telekom Dome ahnten bereits nach den ersten zehn Minuten, dass es ein langweiliger Abend werden könnte. Erst recht, als Kazan nach 15. Minuten durch einen Dreier von Terrell Lyday den Vorsprung auf 14 Punkte ausbauen konnte (19:33). Den Baskets gelang es jedoch in der Folgezeit, das Spiel zu stabilisieren. Ronald Duprees Dreier zum 22:33 (16.) war so etwas wie ein Weckruf an seine Teamkollegen und machte anscheinend den Gegner nervös. Der beschäftigte sich jetzt mehr mit den Schiedsrichtern als mit dem Spiel. Kazans Guard Terrell Lyday holte sich in nur einer Minute gleich zwei Technische Fouls. Geschenke, die die Baskets gerne annahmen und an der Freiwurflinie in Punkte verwandelten. Kazan hatte seine Linie verloren. Bonn dagegen spielte jetzt mit viel Selbstvertrauen und einen bärenstarken Ronald Dupree (insgesamt 16 Punkte, acht Rebounds, drei Steals), so dass die letzten Minuten bis zur Pause eindeutig von den Gastgebern dominiert wurden. Dank eines 19:5-Laufs stand es zum Seitenwechsel 38:38. Die Baskets waren wieder voll im Spiel. Dem Team von Headcoach Michael Koch gelang es allerdings nicht, genügend Kapital aus dem Lauf am Ende des zweiten Viertels zu schlagen. Zwar spielte man nach der Halbzeitpause weiter auf Augenhöhe mit dem Gegner, doch besonders in der Offense wurden zu oft die falschen Entscheidungen getroffen. Zusätzlich erwischten die Baskets von der Dreierlinie erneut einen rabenschwarzen Tag. Nur zwei von 18 Versuchen fanden gegen Kazan ihr Ziel. Besonders bitter war jedoch die frühe Foulbelastung von Tim Ohlbrecht und Chris Ensminger. Der deutsche Nationalspieler musste sich schon im dritten Viertel mit vier Fouls in Acht nehmen, in der 33. Minute folgte ihm sein Center-Kollege Chris Ensminger. Trotz dieser Handicaps hatten es die Telekom Baskets in der Hand, das Spiel zu gewinnen, denn in der 38. Minute stand es lediglich 58:60. Chris Ensminger hatte zwei Freiwürfe getroffen. Alles war noch drin. Kurz darauf kassierte der 36-Jährige Bonner Center jedoch sein fünftes Foul. Das Spiel war für ihn zu Ende, den Baskets fehlte fortan einer der wichtigsten Spieler am Brett. Das Spiel kippte nach und nach zu Gunsten der Gäste. Zwar hatte Bonn noch genügend Gelegenheiten, durch teilweise weit offene Distanzschüsse das Blatt noch einmal zu drehen, doch von jenseits der Dreierlinie war an diesem Abend kaum etwas zu machen. Unics Kazan bester Mann, Marko Popovic, sorgt mit seinen letzten vier Punkten dafür, dass die Baskets auch im vierten Eurocupspiel keinen Erfolg verbuchen können. Bonn verliert 62:66 und hat zwei Spieltage vor Abschluss der Gruppenspiele keine Chance mehr, die nächste Runde zu erreichen. Michael Koch (Headcoach Bonn) Glückwunsch an meinen Freund Valdemaras Chomicius und sein Team. Wir haben im Wettbewerb keine vier schlechten Spiele gespielt, aber es hat nie ganz gereicht. Auch in diesem Spiel sind wir am Ende zurückgekommen, aber in der entscheidenden Phase fehlte uns doch ein wenig die Erfahrung. Das ist der Unterschied zwischen den drei anderen Teams und den Telekom Baskets Bonn. Mein Team hat sich gut verkauft und dies sind die Momente, aus denen wir lernen müssen. Valdemaras Chomicius (Headcoach Kazan) Ich denke wir haben sehr gut begonnen und haben ganz bewusst versucht, etwas anderes als letzte Woche im Hinspiel zu machen. Heute war unsere Defense nicht schlecht, vor allem weil wir eigentlich nur mit sechs Mann spielen konnten. Am Ende des zweiten Viertels haben wir ein wenig die Kontrolle verloren, dann konnten wir uns aber stabilisieren und mit vier Punkten gewinnen. Ich bin sehr glücklich, denn im Eurocup zu gewinnen ist etwas ganz besonderes.