Baskets verpassen nur knapp den Sieg gegen Berlin

ALBA Berlin - Telekom Baskets Bonn: 81:76

Foto: Tilo Wiedensohler

Key facts

  • Eines Spitzenspiels würdig: Die Führung wechselte 12 Mal im Spiel, drei Mal war die Partie ausgeglichen
  • Höchste Führung: 38:32 (15. Minute)
  • Höchster Rückstand: 69:78 (38. Minute)
  • Schnelle Hände: Bonn erzielte 12 Ballgewinne, fünf davon durch Tyson Ward, gleichbedeutend mit einer neuen persönlichen easyCredit BBL-Bestleistung
  • Bestleistung: TJ Shorts II traf zum ersten Mal in seiner easyCredit BBL-Karriere neun Freiwürfe in einem Spiel 

Spielbericht

Baskets-Headcoach Tuomas Iisalo schickte eine Starting Five aus TJ Shorts II, Karsten Tadda, Tyson Ward, Finn Delany und Leon Kratzer ins Spitzenspiel. Und das hielt, was es versprach: Vom Start weg lieferten sich Bonn und Berlin ein berauschendes, hochklassiges Spiel, in dem beide Teams nah am Optimum operierten. Nach drei Minuten lagen die Baskets knapp mit 6:8 zurück (3.), bis dahin hatte noch keine Mannschaft den Korb verfehlt (100 Prozent Wurfquote auf beiden Seiten). Gastgeber Berlin drehte von der Dreierlinie auf, traf im ersten Viertel vier von sieben Distanzwürfe, und erspielte sich so eine 9:14-Führung (aus Baskets-Sicht). Frisch eingewechselt riss Mike Kessens mit sechs Punkten in Serie das Momentum auf Bonner Seite (15:17, 8.), ehe Shorts II kurz darauf mit vier Punkten in Folge die erste Baskets-Führung markierte (19:18, 9.). Der Point Guard war es auch, der mit einem Regenbogen-Wurf über die ausgestreckten Arme von Berlins Malte Delow den Viertelendstand von 23:21 (10.) herstellte.

Im zweiten Viertel traf Finn Delany einen seiner insgesamt drei Dreier und erhöhte den Vorsprung auf 26:22 (12.). Dann kam jedoch ein Bruch ins Spiel: Bonn schickte Berlin durch Fouls zu oft an die Freiwurflinie (26:26, 13.), Tuomas Iisalo bat zur Auszeit: „Wir begehen dumme Fouls und sie punkten durch unsere Fehler!“. Sein Team verstand die klare Ansage und setzte sich durch u.a. sieben Zähler in Folge von Shorts II und einem Dreier von Tadda auf 38:32 ab (15.). Doch Berlin wäre nicht der amtierende Double-Sieger, wenn es nicht auch diesen Rückstand schnell egalisieren könnte: Mit einem 12:1-Lauf übernahm Alba in der Max-Schmeling-Halle die Führung 39:44 (19.), die sie auch noch zur Halbzeit behaupteten (44:48, 20.).

Nach der Pause entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch (46:50, 21.). Bonn und Berlin spielten mit offenem Visier. Gleich fünf Dreier rauschten nacheinander durch die Ringe (drei von den Baskets, zwei von Berlin), die Führung wechselte fast im Sekundentakt. Als TJ Shorts II anschließend von der Freiwurflinie traf, hatte sich Bonn die Führung zurückerobert (57:56, 26.). Die Telekom Baskets blieben auch nach dem dritten Viertel in Front (63:62, 30.), das trotz toller Offensivaktionen auch von harter Defense geprägt war.

Der Start ins Schlussviertel gehörte den Berlinern, die über 40 Minuten hinweg keine Müdigkeit erkennen ließen. Auch zwei Bonner Auszeiten in der 35. (67:72). und 37. Minute vermochten nicht zu verhindern, dass sich der deutsche Meister durch viele vermeintlich leichte Punkte auf 68:79 (38.) absetzen konnte. Die Baskets, immer noch durch den Ausfall von Jeremy Morgan gehandicapt, schmissen noch einmal alles in die Waagschale und kämpften sich 51 Sekunden vor Spielende auf 76:79 heran (40.). TJ Shorts II, mittlerweile bei 30 Punkten angelangt, hatte kurz darauf sogar den Ausgleich auf der Hand, doch sein Dreier neun Sekunden vor Schluss verfehlte sein Ziel. Im Gegenzug setzte Berlin an der Freiwurflinie den Deckel auf den 76:81-Sieg.

Stimmen zum Spiel

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn): 

„Wir haben die ganze Woche auf dieses Spiel hingefiebert. Nicht nur wegen der Tabellenkonstellation, sondern auch, weil es ein Indiz für den Fortschritt unserer Entwicklung ist. Leider haben wir uns im Vergleich zum Pokalspiel im Oktober nicht genug gesteigert. Mein Team hat in der ersten Hälfte viele Fehler gemacht. Wir müssen in Zukunft lernen, wie man gegen die besten Clubs in Europa antritt. Auch wenn diese Niederlage weh tut, sind wir auf dem richtigen Weg. Es muss aber noch einiges besser werden, falls wir in den nächsten Monaten Titel gewinnen wollen.“

Israel González (Headcoach Alba Berlin): 

„Nach so einer anstrengenden Woche einen Sieg gegen ein Topteam wie Bonn zu holen, freut mich sehr. Die Baskets haben eine der besten Defensiven der Liga, heute haben sie vor allem unsere Pick-and-Rolls stark verteidigt. Bis auf eine kurze Schwächephase im dritten Viertel haben wir aber trotzdem gut gespielt. Im letzten Viertel haben wir dann auch endlich unseren Rhythmus in der Offensive wiedergefunden.“

Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn:

Shorts II (30 Punkte/1 Dreier), Ward (3/1), Ensminger (dnp), Kessens (6), Herrera (3/1), Tadda (4/1), Malcolm (11/1), Kratzer (8, 8 Rebounds), Williams (2), Delany (9/3)

Alba Berlin:

Lo (9), Smith (8), Delow (3), Wetzell (10), Mattisseck (0), Schneider (dnp), Olinde (4), Thiemann (12), Sikma (4), Lammers (12), Blatt (13), Zoosman (6)

Boxscore >>>

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