Baskets wünschen von der Stadt klare und verbindliche Aussagen

Die Telekom Baskets Bonn gehen bei ihrem wichtigsten Projekt zur Erhaltung ihrer Konkurrenzfähigkeit im nationalen und europäischen Spitzenbasketball in die Offensive: Wir haben jetzt einen Investor, mit dem wir weitgehend einig sind, und haben mehrere ernsthafte Interessenten für das Naming right der Halle", sagt Präsident Wolfgang Wiedlich. Das Projekt hänge wirtschaftlich von bestimmten zusätzlichen Nutzungen auf dem BGS-Grundstück ab. Wiedlich: Wollen oder können Politik und Verwaltung diese nicht genehmigen, haben die Baskets nach jahrelangen Debatten nun einen Anspruch darauf, dass die Stadt wenigstens klar und verbindlich definiert, in welcher Weise und in welcher Höhe sie das Vorhaben unterstützt." Sonst drehe sich das Projekt weiter jahrelang im Kreise. Es sei für Verhandlungen mit Investoren und Namensrecht-Interessenten zudem störend, wenn man sich im Projektbeirat auf das BGS-Gelände geeinigt habe und später von Stadt-Seite neue Standortvorschläge in die öffentliche Diskussion geworfen würden. Der Baskets-Präsident betonte, dass die Investorlösung bei realistischer Betrachtung der Möglichkeiten, von Land oder Stadt nennenswerte Zuschüsse zu erhalten", die wahrscheinlichste sei, um das Elf-Millionen-Euro-Projekt wirtschaftlich überhaupt umsetzen zu können. Zuletzt hatte Nordrhein-Westfalen signalisiert, dass ein Zuschuss von 3,2 Mio. Euro zwar grundsätzlich genehmigungsfähig, aber aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Landes nicht vor 2006 auszahlungsbereit sei. Die Investorlösung kommt allen entgegen", sagt Pressesprecher Michael Mager. Einmal müsse der Verein sich nicht risikoreich verschulden, zum anderen könne sich die städtische Unterstützung auf das Grundstück beschränken. Mager: Wir haben selbst 40 Amateur- und Jugendteams in 16 verschiedenen Hallen und wissen also aus eigener Erfahrung, wo und wie zurzeit Sportvereine der Schuh drückt oder wie es um den Zustand einiger Bonner Sportanlagen bestellt ist." Deshalb strebten die Baskets eine Umsetzung des Projekts an, ohne den Sportförderungshaushalt der Stadt außerordentlich zu belasten und möglicherweise eine Neiddiskussion, wie sie in hier und dort bereits zu erkennen ist", zu entfachen. Wiedlich macht deutlich, dass jeder, der das Projekt aus Politik und Verwaltung begleite, sich bewusst sein müsse, in welcher wirtschaftlichen Zeit dieser Hallenbau umgesetzt werden müsse. Das habe dazu geführt, dass die Baskets in dieser Frage ihr Schicksal selbst in die Hand genommen hätten: Ich kenne keinen Klub aus der s. Oliver Basketball Bundesliga, der bereit war oder ist, die Betriebskosten in einer solchen Halle von rund 400.000 Euro pro Jahr selbst zu stemmen. Jeder, der glaubt, die Baskets hätten dann noch Spielräume für einen großzügig bemessenen Kapitaldienst, denkt an der Wirklichkeit vorbei und überschätzt unsere Möglichkeiten."