Beko BBL TOP FOUR: Baskets holen Silbermedaille

Telekom Baskets Bonn - Brose Baskets 73:82 (17:29, 18:17, 12:13, 26:23)

Die Rheinländer errangen damit nach 2005 und 2009 die dritte Silbermedaille im Pokalwettbewerb. Bamberg hingegen schrieb mit dem dritten Cup-Sieg in Serie deutsche Basketballgeschichte - der „Threepeat“ gelang bis dato noch keiner Mannschaft. Es war ein Spiel voller Emotionen und mit viel Leidenschaft. Die Telekom Baskets kämpften drei Viertel wie die Löwen, hatten aber in der Offense diesmal das Wurfglück nicht auf ihre Seite. Letztendlich rannte das Team von Headcoach Michael Koch das gesamte Spiel dem 17:29 aus dem ersten Viertel hinterher. Die ersten Zähler des Pokalfinales 2012 gingen auf das Konto des ältesten Spielers auf dieser Endrunde, Chris Ensminger. Der Center-Veteran der Telekom Baskets verwandelte einen Freiwurf, konnte in der Folge jedoch nicht verhindern, dass der amtierende Titelträger mit einer ganzen Reihe an Distanzwürfen das Ruder übernahm. Casey Jacobsen, PJ Tucker und Brian Roberts trafen binnen kürzester Zeit von jenseits der 6,75 Meter-Linie (9:17, 5. Minute). Bonn stellte in der Verteidigung um und stand den Schützen fortan besser auf den Füßen, was jedoch nicht verhinderte, dass die Franken daraufhin den Abschluss am Brett suchten und den Vorsprung erstmals in den zweistelligen Bereich schraubten (11:22, 7. Minute). Diesem Rückstand liefen die Hausherren noch bis zum Viertelende hinterher (17:29, 10. Minute), läuteten mit Beginn des zweiten Abschnitts jedoch einen Aufholjagd ein (27:33, 16. Minute). Diese sollte jedoch nicht vollends von Erfolg gekrönt sein, da sowohl Simonas Serapinas als auch Chris Ensminger - die früh ihr jeweils drittes Foul kassierten - nicht mehr mit der gewohnten Intensität zu Werke gehen konnten. Dennoch kämpften sich die Baskets mit Hilfe von über 5.500 Fans im Rücken wieder heran. Es stand 33:37 (18.), als das Spiel zu Gunsten Bonns zu kippen drohte. Doch dann erhielt Chris Ensminger sein drittes Foul, direkt danach staunte Benas Veikalas über ein Technisches Foul gegen ihn. Der Bonner Lauf war jäh gestoppt und Bamberg nutzte die Chance durch sieben Punkte in Folge zum 33:44. Beim Pausenhorn ging es mit 35:46 in die Kabine Doch die Telekom Baskets ließen sich nicht beirren. Beim Wurf hatte man nicht den besten Tag erwischt aber die Einstellung stimmte. Fünf schnelle Zähler der Gastgeber nach dem Seitenwechsel sorgten für reichlich Hoffnung im Bonner Lager, zumal der Titelverteidiger über fast zweieinhalb Minuten ohne Korberfolg gehalten werden konnte (40:46, 23. Minute). Die Franken antworteten mit einem 6:0-Zwischenspurt, den Baskets-Trainer Michael Koch nur durch eine Auszeit zu stoppen vermochte (40:52, 24. Minute). Als kurz vor Ende des dritten Viertels Simonas Serapinas mit seinem fünften Foul vom Feld musste, brach Bonn jedoch eine weitere aktive Stütze auf der Flügelposition weg (47:59, 29. Minute). Zwei Dreier durch Zvonko Buljan und Jared Jordan sorgten in einem hitzigen Schlussabschnitt dafür, dass sich die Fleming-Truppe auf dem scheinbar komfortablen Vorsprung nicht ausruhen konnten (60:66, 35. Minute).Talor Battle verkürzte zwei Minuten vor Ende von „Downtown“ gar auf fünf Zähler (67:72), Brose-Guard Brian Roberts antwortete allerdings ebenfalls mit einem Dreier aus gut acht Metern gegen den Mann und sorgte damit für die Vorentscheidung (67:76, 39. Minute). In der finalen Minute ließ sich der Titelverteidiger nicht mehr vom eingeschlagenen Weg abbringen, zumal Bonn das Wurfpech ein Comeback verwehrte. Das Beko BBL TOP FOUR in Bonn war die insgesamt 20. Ausgabe der Pokalendrunde nach dem gegenwärtigen Modus. Erster Pokalsieger eines „Vierer-Events“ wurde 1993 der TSV Bayer 04 Leverkusen, der sich im Finale mit 81:60 gegen Brandt Hagen durchsetzte. Für Bonn war es nach 2005 in Frankfurt und 2009 in Hamburg das insgesamt dritte Pokalfinale - dabei das erste Mal vor eigenem Publikum. Die Freude über den weiteren Vizetitel hält sich daher in engen Grenzen. Die Brose Baskets hingegen waren als zweifacher Titelverteidiger auf den Hardtberg gereist. Die Franken gewannen den Pokal bereits 2010 (in Frankfurt) und im vergangenen Jahr in der heimischen Stechert Arena. Michael Koch (Trainer Telekom Baskets Bonn): „Glückwunsch an Chris Fleming und die Brose Baskets zum Pokalgewinn. Natürlich ist die Niederlage im Augenblick bitter, aber wir haben hier in Bonn während meiner Amtszeit als Trainer insgesamt vier Silbermedaillen - je zwei im Pokal und in der Meisterschaft - geholt. Ich bin lieber viermal Vize als viermal nichts. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat sich nie aufgegeben und die zweite Halbzeit absolut ausgeglichen gestaltet. Zu einem Spiel wie heute gehört immer auch ein Gegner, und der war niemand geringeres als mit Bamberg der amtierenden Doppelmeister und zweifache Pokalsieger. Bamberg hat seine Klasse bewiesen und den Kopf erfolgreich aus der Schlinge gezogen, als es darauf ankam. Wir als Verein sind froh, das TOP FOUR in Bonn veranstaltet haben zu dürfen - wir hatten tolle Fans und eine tolle Atmosphäre in der Halle. Jetzt gilt unsere gesamte Konzentration dem Ligawettbewerb und dem Kampf um den Playoff-Einzug.“ Chris Fleming (Trainer Brose Baskets): „Wir haben hier ein Turnier mit einer herausragenden Atmosphäre erlebt. Ich bin unseren Fans ewig dankbar, dass sie uns an zwei Tagen so unterstützt haben, wie sie es getan haben - das hat uns im Finale auch bei den Bonner Läufen den Rücken gestärkt. Hier in Bonn zu spielen ist nicht leicht, da die Baskets das Tempo sehr hoch halten und man immer hellwach sein muss. Nach dem anstrengenden Halbfinale waren wir zunächst etwas müde, doch meine Jungs haben einen guten Job gemacht, sich zusammen zu raufen und Akzente zu setzen. Gerade die Bankspieler haben dazu einen wichtigen Teil beigetragen.“ Telekom Baskets Bonn: Serapinas (3/1 Dreier), Ensminger (4, 8 Rebounds), Veikalas (13/1), Buljan (5/1), Mangold (2), Thülig (dnp), Jordan (10/1), Hain (dnp), Koch (dnp), Gaffney (17/2, 7 Blocks), Battle (19/1), Wohlfarth-Bottermann (dnp) Brose Baskets: Suput (16/1), Tadda (1), Jenkins (9/1), Schmidt (dnp), Neumann (dnp), Pleiß (4), Roberts (8/2), Jacobsen (12/3), Tucker (9/1), Gavel (6), Slaughter (17, 9 Rebounds)