Berlin ist immer eine Reise wert

Der Bundesliga-Klassiker der letzten Jahre erlebt am kommenden Samstag, 15.12.2001, 15.00 Uhr, eine Neuauflage. Zum 26. mal treffen die Telekom Baskets auf den Serienmeister aus Berlin. Gegen kein anderes Team spielten die Bonner in ihrer fünfjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit so häufig wie gegen die Albatrosse. Und: Gegen kein anderes Team wurde so oft verloren. Sechs Siege stehen 19 Niederlagen gegenüber. Der letzte Erfolg in der Max-Schmeling-Halle datiert fast auf den Tag genau zwei Jahre zurück, als die Baskets, damals noch mit Derrick Phelps als General, den Berlinern ihre letzte Niederlage in der Bundesliga für lange Zeit zu fügten. Erst Liga-Neuling RheinEnergy Cologne konnte vor wenigen Wochen den Heimnimbus der Berliner brechen. Prompt setzte es danach gleich die nächste Niederlage für Alba, diesmal durch die Giants aus Leverkusen. Jetzt ist mit den Telekom Baskets Bonn das dritte Team vom Rhein zu Gast in der Max-Schmeling-Halle. Doch die Baskets 2001/2002 haben nur noch wenig mit dem Finalisten der letzten Saison gemeinsam. Anstelle von Bruno Soce trainiert mit Predrag Krunic jetzt der jüngste Coach der s.Oliver-BBL den Vizemeister und nur Paul Burke und Hurl Beechum waren bei Bonn in den vergangenen Finalspielen dabei. Ganz im Gegensatz zu Alba Berlin, die ihr Team weitgehend zusammen hielten. Allen voran Iceman Wendell Alexis, der als einziger Spieler sämtliche Begegnungen zwischen Bonn und Berlin erlebte, der aber auch dabei war, als der jetzige Baskets-Guard Terrence Rencher in der letzten Suproleague-Saison mit seinem damaligen Team KK Split gleich zweimal den Deutschen Meister bezwingen konnte. Das Duell Rencher Phelps verspricht wieder eines der Highlights des kommenden Spitzenspiels zu werden. Anders als in den vergangenen Jahren läuft es bei Berlin derzeit nicht so rund wie gewohnt. Mit vier Niederlagen in der Bundesliga hat des Team von Coach Emir Mutapcic sogar eine mehr als die Baskets auf dem Punktekonto. Trotzdem steckt der Deutsche Meister sicher nicht in einer Krise, sondern wurde in den letzten Wochen vor allem durch Verletzungspech stark gebeutelt. Dass mit Alba zu rechnen ist, hat sich spätestens letzten Sonntag beim Sieg der Berliner in Frankfurt gezeigt. Doch der Druck liegt weiter bei den Albatrossen, die das Spiel am Samstag gegen Bonn gewinnen müssen, um Anschluss an die Tabellenspitze mit Köln, Frankfurt und Leverkusen zu halten. Eine Niederlage würde Tabellen-Mittelfeld bedeuten. Auch bei den Baskets stehen immer noch zwei Spieler auf der Lazarett-Liste. Branko Klepac wird dieses Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen und ob Marc Suhr auflaufen wird, ist mehr als fraglich (Fußverletzung). Trotzdem konnte am vergangenen Dienstag im Saporta-Cup ein überzeugender Sieg gegen den polnischen Vizemeister Wloclawek eingefahren werden. Über das Spiel des Meisters gegen den Vizemeister berichtet SAT1 in ran basketball am Samstag ab 17.30 Uhr. Radio Bonn/Rhein-Sieg und tv.berlin übertragen live.