Bonn aus dem Rennen

Aus der Traum vom vierten Finaleinzug in der Geschichte der Telekom Baskets Bonn. Im fünften und entscheidenden Halbfinalspiel gegen die Opel Skyliners unterlag das Team von Headcoach Predrag Krunic den Frankfurtern mit 63:76. Die Serie endet damit 3:2 zu Gunsten der Hessen, die damit erstmals in ein Finale um die Deutsche Basketball-Meisterschaft einziehen. Gegner ist dort GHP Bamberg, das den amtierenden Meister Alba Berlin in dessen Halle ebenfalls im fünften Spiel deutlich mit 93:68 besiegen konnte. Vor 3.500 Zuschauern in der prall gefüllten ausverkauften Hardtberghalle liefen die Telekom Baskets von Anfang an einem Rückstand hinterher. Einen 0:2-Rückstand in der Halbfinalserie hatte man in den letzten fünf Tagen aufholen können, doch im entscheidenden Spiel um den Einzug ins Finale machten die Nerven dem Team um Aleksandar Capin einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Von Beginn an bestimmten die Gäste aus Frankfurt das Geschehen. Es waren noch keine zwei Minuten gespielt, da führten die Skyliners bereits mit 11:2. Ein Vorsprung hinter dem die Bonner die gesamte Spielzeit herlaufen sollten. Das Team von Gästecoach Gordon Herbert wirkte über weite Strecken konzentrierter und stellte die Baskets vor allem in der Offense vor große Probleme. Hinzu kam, dass die Bonner Schützen anders als noch in Spiel drei an diesem Dienstagabend kein Wurfglück hatten. Reihenweise sprangen die Bälle wieder aus dem Ring, dazu kamen zu viele Turnovers, die von den Gästen eiskalt genutzt wurden. Sicher auch ein Verdienst der hervorragenden Frankfurter Verteidigungsarbeit. Hoffnung auf einen Sieg kam vor allem nach dem Seitenwechsel auf, als nach acht erfolglosen Versuchen von der Drei-Punkte-Linie die Baskets mit zwei Treffern aus der Distanz durch Rimantas Kaukenas und Aleksandar Nadjfeji den Spielstand auf 36:39 verkürzen konnten. Doch die Bonner Aufholjagd verpuffte in der ausgezeichneten Defense der Gäste, die mit ihren besten Spielern Pascal Roller und Chris Williams stets die passende Antwort parat hatten. So mühten sich die Telekom Baskets unter der nie endenden Anfeuerung ihrer Fans redlich, doch zu keiner Zeit konnte an die Leistung aus den letzten beiden Spielen angeknüpft werden. Am Ende konnten die Gäste ihren Vorsprung aus den ersten Minuten bis zur Schlusssirene ohne große Gefahr nach Hause spielen. Bitter für die Baskets, die im entscheidenden Spiel in eigener Halle alle Trümpfe in der Hand hatten. Baskets-Coach Predrag Krunic: "Gratulation an Frankfurt. Wir haben keine Mittel gegen die starke Defense der Frankfurter gefunden. Frankfurt hat heute verdient gewonnen. Dem Rückstand aus den ersten beiden Spielminuten sind wir die ganze Zeit hinterher gelaufen." Frankfurt Coach Gordon Herbert: "Wir sind als Team aufgetreten und haben starke Defense gespielt. Die Bonner Schützen haben wir sehr gut abgeschirmt und nicht zur Entfaltung kommen lassen. Der frühe Rückstand hat auf Bonn den Druck erhöht." Trotz der Niederlage und dem damit verbundenen Ende der Saison, kamen die Fans der Telekom Baskets nach dem Spiel doch noch auf ihre Kosten. Mit Standing Ovations verabschiedeten sie jeden einzelnen ihres Team, das über die gesamte Saison einen hervorragenden Job geleistet hatte. Enttäuscht war ich nur im ersten Augenblick", sagte Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich: Unterm Strich war es von Team und Trainer eine tolle Saison, in der die Baskets sich in die Herzen der Fans gespielt haben. Das zählt für mich mehr als zwei Plätze höher oder niedriger in der Abschlusstabelle. Angesichts der vielen Verletzten vor den Playoffs mussten einige Spieler zuletzt immer mehr Lasten tragen, vielleicht war das heute physisch wie mental ausschlaggebend." Wer die Baskets-Saison beurteilen wolle, solle das Diskussionsforum aus dem vergangenen Sommer studieren. Wiedlich: Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen, die zuverlässig von Oktober bis Mai jedes Heimspiel gestemmt haben. Mein Sonderlob gilt dabei dem Boettcher-Unkelbach-Team am Mikro, das die Riesenlücke nach Frank Pionteks Weggang mit Niveau und Pep geschlossen hat." Nun stünden die Baskets vor ihrer größten Herausforderung: Einmal die Vorarbeiten, wirtschaftlichen und sportlichen, für die nächste Saison auf hohem Niveau zu leisten und gleichzeitig das Hallenprojekt engagiert voranzutreiben." Damit wären die Ziele für 2005 klar: Das Erreichen der Playoffs und das stückweise Wachsen der Halle. Wiedlich: 2005 wird vermutlich unser arbeitsreichstes Jahr."