Bonn bärenstark gegen Badalona

Wieder einmal entpuppte sich ein Heimspiel im ULEB-Cup als wahrer Leckerbissen für die Fans. 3.400 Zuschauer feierten am Dienstagabend einen großartigen 85:72-Sieg (18:15, 19:24, 21:9, 27:23) ihres Bonner Teams gegen DKV Joventut Badalona aus Spanien. Die Telekom Baskets bleiben damit im Rennen um die ersten beiden Plätze der Gruppe D, die zum Einzug ins Achtelfinale berechtigen. Anders als noch vor drei Tagen im Bundeliga-Spiel gegen Brandt Hagen konnten die Bonner fast über die gesamte Spielzeit überzeugen. Vor allem an der Verteidigung gab es für Headcoach Predrag Krunic kaum etwas an der Leistung seiner Jungs auszusetzen. Dafür umso mehr im Angriff und hier besonders an den Freiwürfen. Magere 66% betrug die Bonner Quote von Linie und wurde nur deshalb kein entscheidender Faktor, weil der Gegner keinen Deut besser traf. Wie schon gegen Hagen war es Rimantas Kaukenas, der sein Team mitriss und durch spektakuläre Steals und Fastbreaks die Fans zu Standing Ovations trieb. Unnachahmlich zog der litauische Nationalspieler gleich mehrmals zum Korb und spielte dabei die spanische Defense schwindelig. Am Ende standen wieder einmal 24 Punkte auf dem Konto des Bonner Topscorers. 18 davon direkt am Korb erzielt. Besonders bemerkenswert: vier Steals, alle in der entscheidenden Phase des Schlussviertels. Ihm kaum nach stand diesmal der junge Aleksandar Capin, der 22 Zähler erzielte und stets gegenüber seinen Kontrahenten Carles Marco und Stephane Dumas die Kontrolle behielt. Doch auch die anderen Baskets zeigten eine gute Vorstellung, hier besonders Aleksandar Nadjfeji mit 19 Punkten und Branko Klepac, der stark in der Defense agierte und acht Rebounds fischen konnte. Wie immer unauffällig aber ungemein effektiv: The Wall Oluoma Nnamaka, der u. a. mit zwei Blocks die Fans begeisterte. Dass der Erfolg gegen Badalona so deutlich wurde, hatten die Baskets vor allem einem sehr starken dritten Viertel zu verdanken, das mit 21:9 zu Gunsten der Gastgeber ausfiel. Und dies, obwohl die beiden Amerikaner im Team an diesem Abend kein Faktor waren. Altron Jackson war am Wochenende aus familiären Gründen in die USA gereist und litt noch unter den Reisestrapazen, sein Teamkollege Carlton Carter saß gar in Zivil auf der Bank. Grund: Carter hatte sich beim Kochen mit heißem Fett die Hand verbrannt und wird wohl die nächsten beiden Spiele aussetzen müssen. Trainer Krunic nahm es mit Humor: Große Basketballspieler sollte man nicht alleine in die Küche lassen, lautete sein trockener Kommentar nach dem Spiel. Der Spiellaune, aber besonders der Defense der Bonner hatte der Gegner aus der besten Liga Europas nur wenig entgegenzusetzen. Ein 23:9-Lauf sorgte bis zum Ende des dritten Viertels für eine 58:48-Führung der Hausherren. Ein Vorsprung, der auch im letzten Spielabschnitt gehalten und sogar noch ausgebaut werden konnte. Sichtlich zufrieden zeigte sich der Bonner Cheftrainer Predrag Krunic nach dem Schlusspfiff: Wir haben eine exzellente Defense im dritten Viertel gespielt und: Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Baskets-Kapitän Branko Klepac meinte: Wir sind gut gestartet, aber haben im zweiten Viertel ein wenig den Faden verloren. Danach haben wir eine starke Defense gespielt, aber das wichtigste war, dass wir als Team gespielt haben. Dem konnte Badalonas Coach Aito Garcia Reneses nur beipflichten: Während des ganzen Spiels hat Bonn besser als Team gespielt. Die Baskets spielten besser und mit mehr Intensität. Wir haben einfach zu viele Bälle verloren. Die übrigen Gruppenspiele: Pepinster - Jerusalem 79:83 Zeleznik Belgrad - Virtus Bologna 84:53