Bonn in der Kölnarena von der Rolle

Mit 76:105 verloren die Telekom Baskets Bonn überaus deutlich ihr zweites Halbfinal-Spiel gegen RheinEnergy Cologne in der Kölnarena. Die Kölner führen nun die Serie Best-of-Five mit 2:0 an und können bereits beim dritten Spiel am kommenden Samstag, 11.05.2002, in der Bonner Hardtberghalle alles klar machen. Die Baskets dagegen stehen, wie schon im Viertelfinale gegen Bamberg, mit dem Rücken zur Wand. Dass es ein schwerer Gang werden würde, war den Baskets vorher klar. Mit einem durch Bänderriss angeschlagenen Paul Burke und ohne Nationalspieler Hurl Beechum war die Ausgangslage vor dem Spiel in Köln nicht gerade rosig. Dennoch hatten sich die über 3.000 Bonner Fans in der mit 9.900 Zuschauern halb gefüllten Kölnarena einige Chancen ausgerechnet. Am Ende überzeugten jedoch nur die Baskets-Fans, die die Arena akustisch im Griff hatten; auf dem Parkett bestimmten dagegen die Gastgeber eindeutig das Geschehen. Von Beginn an wurde besonders Baskets Aufbauspieler Terrence Rencher unter Druck gesetzt. Gleichzeitig beherrschten die Kölner Center die Bretter. Die Folge war eine schnelle Überlegenheit der Hausherren bei den Rebounds und zahlreiche Turnover bei den Gästen. Trotz der katastrophalen Leistung der Bonner, bei denen nur Aleksandar Zecevic positiv heraus stach, gelang es den Baskets in der ersten Hälfte, den Rückstand erträglich zu halten. Die Einwechslung des angeschlagenen Kapitäns Paul Burke nach sieben Minuten brachte etwas mehr Sicherheit ins Bonner Spiel und den Ball öfters unter den Korb des Gegners. Dennoch hatte man nie den Eindruck, dass RheinEnergy an diesem Abend ernsthaft in Gefahr geraten könnte. Zu harmlos agierten die Baskets, während Köln die schwache Defense der Gäste gleich reihenweise ausspielte. Schon vor der Pause betrug der Rückstand stellenweise 16 Punkte, da hatten sich die meisten Baskets-Spieler schon aufgegeben. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Ohne die Leistung der starken Kölner schmälern zu wollen, lag der Kern der deftigen Niederlage wohl im Auftreten der Telekom Baskets, die von Anfang an ohne Selbstvertrauen und geistiger Frische spielten. Vielleicht hatten einige Spieler durch das Fehlen von Beechum und die Verletzung von Burke schon vor dem Anpfiff den Mut verloren. Kampf und Einsatz zeigten wenigstens die Youngsters Branko Klepac, Waldemar Buchmiller und der nach langer Verletzungspause erstmals wieder eingesetzte Tilo Klette in den letzten Minuten des Spiels. Ansonsten war RheinEnergy an diesem Abend in allen Belangen dem Deutschen Vizemeister überlegen und gewann auch in dieser Höhe verdient mit 105:76. Auch das zweite Halbfinal-Spiel zwischen Alba Berlin und den Opel Skyliners hatte einen deutlichen Sieger. Berlin besiegte den Tabellenführer der Punkte-Hauptrunde aus Frankfurt klar mit 99:71 und führt, wie Köln, jetzt mit 2:0. Für die Telekom Baskets kommt es nun am Samstag, 11.05.2002, um 14.00 Uhr in der Bonner Hardtberghalle zu einem weiteren Endspiel, nachdem man bereits im Viertelfinale gegen Bamberg dreimal mit dem Rücken zur Wand stand. Ob man mit 29 Punkten oder mit einen Punkt verliert, ist letztendlich egal, meint Baskets-Sport-Manager Arvid Kramer. Wichtig ist, dass wir am Samstag wieder an unsere Stärken glauben und die Serie nicht kampflos hergeben. Das sind wir unseren Fans schuldig.