Bonn steht im Halbfinale

Über 3.500 begeisterte Fans in der prall gefüllten und ausverkauften Bonner Hardtberghalle waren außer sich vor Freude. Einige hatten bereits seit 11.00 Uhr vor dem Ticketschalter campiert, um doch noch eines der heiß begehrten Tickets zu ergattern. Das Warten hatte sich gelohnt. Die Telekom Baskets brachten das kleine Wunder fertig und haben erneut einen 0:2-Rückstand im Viertelfinale (2002 gegen Bamberg) der s.Oliver-BBL-Playoffs in einen 3:2-Sieg verwandelt. Dem Team von Headcoach Predrag Krunic gelang durch ein 93:88 der dritte Sieg in Folge gegen die Bayer Giants. Es steht damit in der Runde der letzten vier Mannschaften. Im Halbfinale treffen die Baskets jetzt auf den TSK uniVersa Bamberg, der überraschend Vizemeister RheinEnergie Cologne aus dem Rennen werfen konnte. Das erste Spiel der Serie Best of Five findet am kommenden Sonntag, 18.05.2003, um 15.00 Uhr in der Hardtberghalle statt. Mit zwei Siegen in Folge im Rücken, gelang es den Telekom Baskets auch im fünften Aufeinandertreffen der beiden rheinischen Teams, schnell das Spiel zu kontrollieren. Defense sollte laut Trainer Krunic der Schlüssel zum Einzug ins Halbfinale lauten und zunächst hielten sich die Schützlinge des mit 35 Jahren jüngsten Coaches der BBL an die ausgewiesene Marschrichtung. Die Verteidigung der Bonner verleitete die Gäste immer wieder zu Fehlern, die konsequent in Punkte verwandelt wurden. Schon nach 13 Minuten führten die Baskets 40:27. Zu diesem Zeitpunkt sah alles nach einer klaren Sache für den Tabellenführer der Hauptrunde aus. Doch so richtig konsequent spielten die Bonner kaum. Nachlässigkeiten zeigten sich erneut im Spielaufbau. Wieder leisteten sich die Baskets mit diesmal 16 zu viele Turnovers. Folglich gelang es den Giants unter der Führung des starken Dennis Wucherer, den Rückstand in Grenzen zu halten. Zusammen mit Center Nate Fox (30 Punkte, 11 Rebounds) war Wucherer an diesem Abend mit 27 Punkten und sechs Assists der beste Spieler bei den Gästen. Seine übrigen Teamkollegen zeigten mit Ausnahme von John Best allerdings zu wenig, um den Baskets auch in deren Schwächephasen auf den Leib zu rücken. Die Bonner überzeugten vor allem durch eine geschlossene Teamleistung, bei der gleich fünf Spieler zweistellig punkten konnten und sich die insgesamt 37 Rebounds gleichmäßig auf sieben Spieler verteilten. So sah zu Beginn des letzten Viertels alles nach einer klaren Angelegenheit für die Telekom Baskets aus. Soeben hatte Terrence Rencher per Korbleger auf 72:58 für sein Team erhöht (31.). Bonn führte neun Minuten vor dem Schlusspfiff mit 14 Punkten. Doch die Baskets machten sich selber das Leben schwer. Anstatt nachzusetzen und das Ergebnis auszubauen, versuchte man, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Dem Einsatz von Oluoma Nnamaka und einen einem wichtigen Dreier von Topscorer Brad Traina (insgesamt 14 Punkte, vier von sechs Dreier) zum richtigen Zeitpunkt war es zu verdanken, dass Bonn knapp drei Minuten vor dem Ende noch mit 82:71 in Führung lag. Jetzt waren starke Nerven an der Freiwurflinie gefragt. Leverkusen versuchte durch taktische Fouls in Ballbesitz zu gelangen, um das Spiel doch noch zu kippen. Die sicheren Händen von Aleksandar Radojevic und Brian Brown, der acht seiner insgesamt zehn erfolgreichen Freiwürfe in den letzten zehn Minuten verwandelte, waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Telekom Baskets durch einen 93:88-Erfolg den sechsten Einzug ins Halbfinale im siebten Jahr Bundesliga feiern durften. Dort treffen sie bereits am kommenden Sonntag, 18.05.03, um 15.00 Uhr auf TSK uniVersa Bamberg. Ausgerechnet das Team, das in der letzten Saison ebenfalls nach einem 0:2-Rückstand im Viertelfinale doch noch mit 3:2 aus dem Rennen geworfen werden konnte. Der Ticketvorverkauf für das erste Heimspiel der Serie Best of Five startet am Donnerstag, 15.05.03, um 9.00 Uhr an den Baskets-Vorverkaufsstellen von BONNTICKET. Baskets-Coach Predrag Krunic: "Wir haben die letzten vier Spiele sehr gut gespielt, besonders in der Defense. Da müssen wir gegen Bamberg anknüpfen. Wir haben viel Kraft gelassen, aber gegen Bamberg werden wir wieder fit sein." Giants-Coach Heimo Förster: "Wir haben 2:0 geführt und in diesen Spielen viel richtig gemacht. In den letzten Spielen haben wir mehr Fehler gemacht als Bonn."