Bonn überzeugt nur eine Halbzeit

Die Telekom Baskets Bonn setzen ihre Achterbahnfahrt der letzten Spiele fort. Nach gutem Beginn musste der deutsche Vizemeister bei Brandt Hagen, dem Überraschungsteam der noch jungen Bundesliga-Saison, eine 86:91-Niederlage hinnehmen. Mit jetzt 8:6 Punkten ist der Anschluss an die Spitzengruppe der Tabelle damit erst einmal verloren. Dabei hatte bis zum Seitenwechsel in der ausverkauften Ischeland-Halle alles für die Baskets gesprochen. Ähnlich wie beim deutlichen Sieg gegen UNICS Kazan im Saporta-Cup vor vier Tagen, legten die Bonner nach einem ausgeglichenen ersten Viertel in den zweiten zehn Minuten einen Gang zu. Die bärenstarke Defense und das schnelle Fastbreakspiel der Gäste machte Hagen mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr Probleme. So konnte "Star-Zwieback" Mike Doyle während der ersten Halbzeit nur ganze zwei Punkte für sein Team verbuchen. Solange die Baskets als Team zusammen spielten, hatten sie die Begegnung unter Kontrolle. Mitte des dritten Viertels verstrickten sich die Spieler von Headcoach Predrag Krunic jedoch zunehmend in Einzelaktionen. Vor allem in der Defense ging die Linie nun verloren. Mike Doyle konnte plötzlich frei schalten und walten und machte sich mit 18 Punkten in der zweiten Halbzeit doch noch zum Topscorer seines Teams. Auf Bonner Seite kämpfte man dagegen mit Foulproblemen. Mit Paul Burke und Terrence Rencher waren beide Guards mit vier Fouls in die letzten zehn Minuten gegangen. Zwei Minuten vor Spielende liegen die Telekom Baskets noch mit acht Punkten zurück (71:79), doch nur 70 Sekunden später wirft Mike Mardesich Bonn per Freiwürfe auf 82:84 heran. Schnelle Fouls zwingen die Hagener an die Freiwurflinie, aber Bonn macht zu wenig aus seinen Chancen. So verwirft der sonst so sichere Paul Burke zwei Freiwürfe, Hagen dagegen "angelt" sich gleich zweimal den so wichtigen Rebound nach verworfenen Freiwürfen und bleibt in Ballbesitz. Drei Freiwürfe durch Hakan Larsson in den letzten Sekunden sichern den Heimsieg Brandt Hagens. "Die Niederlage ist bitter, vor allem, weil wir über weite Strecken das Spiel im Griff hatten. Wir müssen einfach noch besser als Team zusammenspielen und auch in kritischen Phasen die Ruhe bewahren", analysierte Baskets-Coach Predrag Krunic nach dem Spiel. Baskets-Guard Terrence Rencher zeigte sich maßlos enttäuscht:" Es tut mir leid für unsere fantastischen Fans, aber ich weiss auch nicht, woran es heute lag. Wir müssen konzentrierter spielen. Gegen ein so gutes Team wie Hagen darf man sich keine Nachlässigkeiten erlauben. Gegen Vilnius müssen wir 50% besser spielen um zu bestehen." Drei Tage vor dem schweren Auswärtsspiel beim litauischen Vizemeister Rytas Vilnius ist die Niederlage in Hagen ein herber Rückschlag für Predrag Krunic und sein Team. Zusätzlich muss der Bonner Coach in den nächsten vier Wochen auch noch auf Branko Klepac verzichten, der sich beim Training einen Muskelfaserriss zuzog. Erst vor wenigen Tagen, beim Spiel gegen den russischen Vizemeister Kazan, zeigte Klepac sein bestes Saisonspiel. (Fanpage "Magenta Nilpferd")