Baskets stehen im Final Four der Champions League!

Telekom Baskets Bonn vs. SIG Strasbourg: 83:77

Freude pur! Die Baskets stehen im Final Four der Champions League! (Foto: Jörn Wolter)

Die Telekom Baskets Bonn stehen im Final Four der Basketball Champions League! Im entscheidenden Viertelfinalspiel gegen SIG Strasbourg gewannen die Baskets vor 6.000 Zuschauern im ausverkauften und ohrenbetäubend lauten Telekom Dome mit 83:77 (21:26, 23:20, 19:19, 20:12). TJ Shorts II wurde Topscorer mit 24 Punkten. Javontae Hawkins (15 Punkte), Sebastian Herrera (13) und Tyson Ward (12) punkteten ebenfalls zweistellig.

Key Facts

  • Historisch: Die Baskets erreichten erstmals seit 2017 ein europäisches Halbfinale
  • Ausverkauft: Die 6.000 Fans verwandelten den Telekom Dome in einen Hexenkessel
  • Höchste Führung: +9 (76:67, 35.)
  • Final Four! Vom 12. bis 14. Mai kämpfen die Baskets um den Titel in der Basketball Champions League. Wo das Finalturnier stattfindet, entscheidet sich, sobald alle Teilnehmer feststehen
  • Kaderupdate: Finn Delany gab nach überstandener Verletzung sein Debüt und kam dabei auf sechs Punkte, inklusive eines Highlight-Dunkings

Spielbericht

Bonn startete mit TJ Shorts II, Karsten Tadda, Tyson Ward, Leon Kratzer und dem wiedergenesenen Finn Delany in die Partie. Die ersten Punkte kamen durch Aufbauspieler Shorts II, bevor Straßburg durch zwei Dreier in Folge auf das Scoreboard kam und die Führung übernahm (2:6, 3. Minute). Bonn hatte zu Beginn gegen die starke Verteidigung der Franzosen Probleme, zu offenen Abschlüssen zu kommen. Zwei Dreier von Sebastian Herrera sorgten dann für einen kurzzeitigen Führungswechsel (11:8, 5.). Gäste-Spieler Bodian Massa dominierte in dieser Phase die Bretter. Vier Offensivrebounds holte der Center für Straßburg innerhalb der ersten sechs Minuten und traf so aus zweiten Chancen zum Ausgleich (12:12, 6.). Nach einem And-1 durch Collin Malcolm führten die Baskets wieder mit drei Punkten, bevor sich die Straßburger Rebound-Überlegenheit bemerkbar machte. Neun Offensivrebounds sammelten die Gäste allein im ersten Viertel ein, während Bonn nur auf insgesamt acht Rebounds kam. Durch einen 12:2-Lauf übernahm Straßburg die Führung und das erste Viertel endete mit fünf Punkten Rückstand für die Baskets (21:26, 10.).

Ein weiterer 7:0-Lauf in den ersten Minuten des zweiten Viertels ließ den Straßburger Vorsprung sogar auf eine zweistellige Differenz ansteigen (23:33, 13.). Nach einer Auszeit durch Tuomas Iisalo und einen Bonner 11:2-Lauf war das Spiel wieder beinahe ausgeglichen (36:37, 17.). Herrera erwies sich auch im dritten Spiel gegen Straßburg wieder als treffsicher aus der Distanz und traf in dieser Phase bereits seinen dritten Dreier. Auch Gäste-Trainer Luca Banchi nahm eine Auszeit, die fruchtete. Ein schneller 6:0-Lauf vergrößerte den Straßburger Vorsprung wieder (36:43, 18.), eine erneute Bonner Auszeit war die Folge. Und auch aus dieser kamen die Baskets mit einem Lauf. Shorts II mit einem And-1 und einem weiteren Treffer von der Freiwurflinie, sowie Ward aus der Distanz, glichen das Spiel aus (43:43, 19.). Die 6.000 Fans hielt es nicht mehr in ihren Sitzen und sie verwandelten den Telekom Dome in einen Hexenkessel. Straßburg hatte jedoch trotz dieser atemberaubenden Atmosphäre durch einen Dreier von Tim Frazier postwendend die richtige Antwort. Vor der Halbzeitpause fand so kein Führungswechsel mehr statt (44:46, 20.).

Diesen gab es dann aber direkt zu Beginn des dritten Viertels. Ward traf einen weiteren Dreier zur ersten Bonner Führung seit der achten Minute (47:46, 21.). Nachdem Leon Kratzer einen Freiwurf verwandelt hatte, sorgte der wiedergenesene Delany mit einem Poster-Dunk im Fastbreak für das Highlight des Spiels. Einen Angriff später vollendete der Neuseeländer im Post-Up den Bonner 8:0-Lauf zum Start der zweiten Hälfte (52:46, 22.). Bonn spielte sich nun mehrfach offene Würfe heraus, verpasste aber die Chance, den Vorsprung zu vergrößern. So kam Straßburg zunächst näher heran und übernahm dann sogar wieder die Führung (56:57, 27.). Zwar wechselte diese durch einen 7:2-Lauf der Hausherren nochmal auf die Seite der Baskets, vor dem Schlussviertel lagen trotzdem wieder die Gäste in Front, da DeAndre Lansdowne für Straßburg kaltschnäuzig zwei Dreier in Folge versenkte (63:65, 30.).

Wieder war es Ward, der das Viertel mit einem Dreier eröffnete und die Baskets so zum Start in den Schlussabschnitt in Führung brachte (66:65, 31.). Nachdem Lansdowne nochmal für die Gäste konterte, legte Bonn angeführt durch Kratzer einen 10:0-Lauf aufs Parkett. Sechs Punkte markierte der Baskets-Center in Serie, bevor MVP-Kandidat Shorts II den höchsten Bonn Vorsprung des Spiels herstellte (76:67, 35.). Straßburg gab sich nicht auf und kam wie in den ersten beiden Spielen zum Schluss nochmal gefährlich nah heran (76:72, 37.). Diesmal blieben das Glück und die stärkeren Nerven jedoch auf Bonner Seite. Durch einen Offensivrebound 14 Sekunden vor Schluss sorgte Ward, der zum effektivsten Spieler der Partie avancierte (Effektivitätswert 21), für die Vorentscheidung. Zwar traf der US-Amerikaner anschließend nur einen seiner beiden Freiwürfe, Straßburg konnte die sechs Punkte Rückstand in der kurzen Zeit aber nicht mehr aufholen. Der Telekom Dome verwandelte sich in ein Tollhaus und die 6.000 Fans feierten zusammen mit der Mannschaft den 83:77-Sieg und den historischen Einzug ins Final Four der Basketball Champions League!

Stimmen zum Spiel: 

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn): 

"Die Serie war für uns sehr herausfordernd. Straßburg ist ein exzellentes Team: physisch, aggressiv, erfahren. Wir konnten sie zwar biegen, aber niemals brechen. Coach Luca Banchi hat seine Mannschaft exzellent auf jedes Spiel vorbereitet. Wir mussten heute im letzten Viertel wirklich unser Bestes geben, um das Spiel zu gewinnen. Wir sind nicht so ins Spiel gestartet, wie wir uns es vorgenommen hatten. In Straßburg hatten wir Probleme mit unserer Transition-Defense und unserem Defensiv-Rebounding. Unser Defensiv-Rebounding war heute im ersten Viertel katastrophal. Neun Offensiv-Rebounds haben wir da zugelassen. Ich fand unserer Defensive ok, aber die 50:50-Bälle konnten wir uns nicht sichern. Ein sehr gutes Team wie Straßburg nutzt das aus. Wir sind ein starkes Kollektiv. Aber damit das Kollektiv stark ist, muss jeder jeden Ballbesitz, jedes Matchup persönlich nehmen. Darum geht es im Sport: Man muss versuchen, besser zu sein als sein Gegner. Am Ende haben wir es geschafft, sie über 40 Minuten lang zu zermürben. Wir haben am Ende einige unglaublich hochklassige Defensivleistungen gezeigt und gerade genug Punkte erzielt, um den Sieg zu sichern. Mit einer 22-prozentigen Dreierquote gewinnt man nicht so oft ein Spiel. Die Mannschaft hat den Willen, zu siegen – das sieht jeder. Aber wir arbeiten seit dem 5. August zusammen und ich kann sagen, dass die Jungs, mehr als jedes andere Team, das ich trainieren durfte, auch den Willen haben, um sich aufs Siegen vorzubereiten. Jetzt stehen noch zwei Spiele an. Wir sind nicht mehr die Favoriten. Wir werden auf europäische Powerhouses treffen. Das wird eine einzigartige Erfahrung für uns und den Club. Ich bin sehr stolz auf alle. Wir haben den Club innerhalb von zwei Jahren dorthin geführt, wo er hingehört und haben es mit dieser fantastischen Fanbase im Rücken geschafft."

Luca Banchi (Headcoach SIG Strasbourg): 

„Ich gratuliere den Telekom Baskets und ihrem Coaching-Staff. Sie haben in der Serie exzellente Arbeit geleistet. Es ist schön zu sehen, dass wir, egal mit welchen Schwierigkeiten wir in dieser Saison konfrontiert waren, es trotzdem bis hierhin geschafft haben. Ich hatte die meiste Zeit das Gefühl, dass wir das Spiel heute hätten gewinnen können. Wie zu erwarten war, haben wir während des Spiels an Kraft verloren, wodurch unsere Leistung auf beiden Seiten des Feldes schwächer wurde. Wir haben in der zweiten Halbzeit zu viele zweite Chancen zugelassen. Je länger das Spiel ging, desto mehr haben wir an Qualität verloren. Ich bin stolz auf unseren Einsatz und auf den Weg, den wir vor fünf Monaten betreten haben und der uns bis hierhin geführt hat. Wir haben mit einer klaren Identität gespielt und stets versucht, einen Weg zum Sieg zu finden. […].“

Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn: Shorts II (24 Punkte, 6 Assists), Ward (12/3 Dreier, 8 Rebounds), Ensminger (0), Kessens (1), Herrera (13/3), Tadda (0), Malcolm (3), Hawkins (15), Kratzer (9), Williams (0), Delany (6), Falkenstein (DNP)

SIG Strasbourg: Kurucs (14), Beaufort (3), Cavaliere (2), Udanoh (2), Lacombe (6), Lansdowne (17), Massa (10), Frazier (20), Peterka (3), Pietrus (DNP)

Pressekonferenz (ab 8:50 Minuten)

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