Bonner Nervenstärke

Im dritten Spiel des Playoff-Viertelfinales der s.Oliver BBL gegen den TSK uniVersa Bamberg knüpften die Telekom Baskets endlich an ihre starken Leistungen aus der Punkte-Hauptrunde an. Dank einer eindrucksvollen Teamleistung wurden die Oberfranken vor über 3.500 begeisterten Fans in der Hardtberghalle mit 87:68 besiegt. Während mit Alba Berlin, den Opel Skyliners und RheinEnergy Cologne drei Teilnehmer des Halbfinales bereits fest stehen, erzwingt Bonn damit ein viertes Spiel in Bamberg (Montag, 29.04.2002).Teamdefense war der Schlüssel zum Erfolg, diagnostizierte Baskets-Headcoach Predrag Krunic nach dem Spiel. Mit konzentrierter Verteidigungsarbeit wurde den Oberfranken vor allen in der ersten Hälfte kaum ein freier Wurf gestattet. Im Angriff besann man sich zusätzlich endlich auf seine Stärken. Anstatt von Einzelaktionen zu leben, baute man auf Geduld und schnelles Kombinationsspiel, bis der Ball unter dem gegnerischen Korb war. Hier profitierte vor allem Aleksandar Nadjfeji von von glänzenden Anspielen durch Terrence Rencher und Paul Burke. Und wenn es unter dem Korb läuft, dann klappt es plötzlich auch wieder von außen. Diesmal gab es kein sinnloses Geballere von der Drei-Punkte-Linie, sondern eine hervorragende Dreier-Ausbeute von acht Treffern bei 15 Versuchen. Bambergs Leistungsträger wurden systematisch kalt gestellt. Weder Gert Kullamäe von außen, noch Center Chris Ensminger konnten vor der Pause an ihre Leistungen aus den ersten beiden Spielen anknüpfen. Nur noch einen Sieg benötigten die Oberfranken und sie hätten sensationell das Halbfinale erreicht. Doch diese Aussicht schien die Gäste eher zu hemmen, als zu beflügeln. Dazu kam, dass diesmal nicht die Baskets, sondern der TSK mit Fouls seiner Leistungsträger zu kämpfen hatte. Eine Minute vor der Halbzeitpause betrug die Bonner Führung bereits 15 Punkte (45:30, 19.), doch so richtig freuen wollte sich darüber niemand. Auch im ersten Spiel am letzten Sonntag führten die Baskets zunächst souverän, um dann am Ende einzubrechen. Zunächst jedoch zeigten sich die Hausherren weiter voll konzentriert. Kamen die Gäste durch den jetzt stärker aufspielenden Ensminger wieder heran, konterten Hurl Beechum und Paul Burke per Dreier. Doch gegen Ende des dritten Viertels zeigten sich erste Lücken in der Bonner Verteidigungsarbeit. Bambergs Derrick Taylor und Fred Williams waren nur durch Fouls zu stoppen und brachten ihr Team wieder heran. Spätestens als Chris Ensminger von der Baskets-Defense völlig alleine gelassen auf 54:59 (28.) verkürzen konnte, schrillten auf der Bonner Bank die Alarmglocken. Aleksandar Zecevic schien sie gehört zu haben, denn der Jugoslawe ergriff nun die Initiative und baute im Alleingang die Bonner Führung bis zur Viertelpause von der Freiwurflinie wieder auf zehn Punkte aus (64:54). Im letzten Abschnitt waren die Telekom Baskets wieder voll da. Diesmal sollte es keinen Bruch im Bonner Spiel geben. Die Defense zog wieder an und verleitete die Gäste zu Fehlern. Die Bonner Fastbreak-Maschine kam ins Rollen. Als Aleksandar Zecevic in der 35. Minute per Dunking das 74:60 für sein Team markierte, direkt gefolgt durch einen Korbleger seines Landsmanns Aleksandar Nadjfeji, war das Spiel auch für Bambergs Coach Dirk Bauermann gelaufen. Wir hatten nicht konzentriert genug gespielt. Vielleicht hat die Mannschaft schon an unser Heimspiel am Montag gedacht. Bonn hat völlig verdient gewonnen, so der Trainer des TSK. Baskets-Coach Predrag Krunic meinte: Wir haben endlich eine sehr gute Defense gespielt, das war der Schlüssel zum Erfolg. Am Montag müssen wir an diese Leistung anknüpfen. Mit 87:68 gewinnen die Telekom Baskets deutlich gegen den TSK uniVersa Bamberg und können damit die Serie Best-of-five auf 1:2 verkürzen. Trotz des Sieges hat sich an der Ausgangslage nichts geändert. Nach wie vor benötigen die Oberfranken nur noch einen Sieg, um das Halbfinale zu erreichen. Bereits am kommenden Montag, 29.04.2002, kann der TSK vor eigenem Publikum alles klar machen. Die Baskets stehen dagegen immer noch mit dem Rücken zur Wand. Aber auch für Bamberg ist der Druck nun groß geworden. In eigener Halle muss nun gewonnen werden, will man ein fünftes Spiel am 1. Mai im Hexenkessel Hardtberghalle vermeiden. Zeigen die Telekom Baskets im vierten Spiel eine ebenso starke Leistung wie am Samstagnachmittag, haben sie alle Chancen, die Serie zurück nach Bonn zu holen. Kommt mit nach Bamberg Baskets-Spieler Tilo Klette verkündete das Motto für das vierte Spiel in Bamberg: Kommt mit nach Bamberg, das Team braucht euch! Über das Hallenmikrophon rief er alle Zuschauer auf, die Baskets am Montagabend in Bamberg zu unterstützen. Bereits wenige Minuten nach dem Spiel hatten sich 200 Fans trotz Wochentag-Termin beim Fanclub angemeldet. Auch am Sonntag können Reisewillige noch über die Telefonnummern 0228/ 9649167 bzw. 0163/4071094 die Fahrt nach Oberfranken buchen. Busfahrt und Ticket gibt es für 9,99 Euro (Nicht-Fanclub-Mitglieder zahlen 14,99 Euro).