Brilliante Baskets verlieren in Berlin in letzter Sekunde

Der Start war schlecht für die Telekom Baskets Bonn beim Meister aus Berlin. Nach knapp fünf Minuten musste Bonns Headcoach Predrag Krunic die erste Auszeit nehmen. Soeben hatte Berlins Marco Pesic per Dreier das 10:5 für die Gastgeber erzielt und damit einen 8:0-Lauf der Albatrosse abgeschlossen. Schnell zeichnete sich eine entscheidende Schwäche im Bonner Spiel ab: Am Brett bestimmten zu Beginn eindeutig die Berliner das Geschehen. Mike Mardesich bemühte sich redlich, Aleksandar Nadjfeji half nach Kräften, doch zunächst drückten die Langen bei Alba der Partie den Stempel auf. Ohne den verletzten Marc Suhr als Verstärkung unter den Körben konnte die Devise nur schnell spielen lauten. Mit Erfolg, denn ein überaus motivierter Terrence Rencher gewann das Duell gegen Albas Derrick Phelps für sich und führte sein Team bis zum Ende des 1. Viertels zu einer 16:12-Führung. In den zweiten zehn Minuten zeigten sich die Baskets dann in Höchstform. Ein vier Punkte-Spiel (Dreier mit Foul) von Hurl Beechum brachte die Baskets auf 25:14 (12.) in Front. Bonn machte Druck und brachte den Meister ein ums andere Mal in Verlegenheit. Dem fiel bis zur Pause gegen eine hervorragende Bonner Defense nicht viel ein. Es waren vor allem Einzelaktionen, z.B. zwei Dreier von Derrick Phelps, die Berlin einigermaßen im Spiel hielten. Der Pausenstand von 44:29 ließ daher nur die mitgereisten 200 Bonner Fans unter den rund 6.000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle jubeln. Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte sich der Deutsche Meister weitaus konzentrierter. Die Baskets waren scheinbar mit den Köpfen noch in der Kabine, denn Alba verkürzte innerhalb von zwei Minuten auf 39:46. Die Auszeit Krunics verhinderte Schlimmeres und weckte den Vizemeister auf. Wieder führte das Aufbau-Duo Rencher und Burke die Baskets auf eine 13-Punkte-Führung davon (42:55, 27.). Doch Alba hielt dagegen und verkürzte bis zum Viertelende auf 51:59. Mit nur acht einsetzbaren Spielern machten sich bei den Baskets nun Foulprobleme bemerkbar. Zu Beginn der letzten zehn Minuten hatte Aleks Nadjfeji bereits vier Fouls auf dem Konto, Mike Mardesich schon drei. Zusätzlich musste Bonn nun dem hohen Tempo und der kurzen Bank Tribut zollen. Auf drei Punkte war die Führung der Gäste zusammen geschmolzen (58:61, 32.), als Aleksandar Zecevic von außen wieder für etwas Luft sorgte. Der Ansturm der Berliner war vorerst gestoppt, die Halle wurde wieder ruhig. Bonn spielte clever und konnte wieder zehn Punkte zwischen sich und die Gastgeber bringen. Zu wenig. Denn als Mike Mardesich sein fünftes Foul kassierte (36.), war Iceman Wendell Alexis nicht mehr zu halten. Schnell schmolz der Vorsprung dahin und nur eine Minute später ging der Deutsche Meister erstmals seit langem wieder in Führung (73:71, 37.). Aber die Baskets zeigten Herz und stemmten sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Tilo Klette war es, der per Dreier das Unmögliche schaffte und sein Team wieder in Führung schoss (74:75). Er hätte der Held von Berlin werden können, denn Albas nächster Angriff 40 Sekunden vor dem Ende wurde von Bonn gestoppt. Terrence Rencher hat den Ball und signalisiert, dass er es alleine machen will. Zwei Punkte würden seinem Team einen guten Vorsprung verschaffen, denn Berlin müsste im letzten Angriff drei Punkte erzielen, um sich in die Verlängerung zu retten. Doch Rencher entscheidet sich für einen Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie. Trifft er, ist Bonn der Sieger, scheitert er, hat Alba die große Chance auf den Sieg. Er scheitert und Derrick Phelps bedankt sich per Korbleger im Gegenzug. Die letzten vier Sekunden können die Baskets nicht mehr nutzen; ihr letzter Korberfolg mit der Schlusssirene wird von den Schiedsrichtern nicht mehr gegeben. Trotz dieser äußerst unglücklichen Niederlage bewiesen die Telekom Baskets Moral und vor allem, dass sie auch mit nur acht Spielern den Deutschen Meister fast in die Knie zwingen konnten. Ich bin sehr stolz auf mein Team. Leider hatten wir am Ende zu wenig Optionen, meinte Baskets-Coach Predrag Krunic nach dem Spiel.