Chance vertan

Die Telekom Baskets haben ein große Chance auf den ersten Tabellenplatz nach der Hauptrunde in der s.Oliver BBL vertan. Am 24. Spieltag unterlag das Team von Headcoach Predrag Krunic den EWE Baskets Oldenburg mit 95:105 (26:24, 22:25, 20:23, 27:33). Damit ist Bonn nun hinter Alba Berlin nur noch zweiter der Tabelle. Nur durch eine Niederlage des Meisters in Köln am Sonntag könnte die Spitze wieder an die Baskets zurück gehen. Bonn war gewarnt. Mit Oldenburg meldete sich das stärkste Team der Rückrunde auf dem Hardtberg. Die Niedersachsen hatten zuletzt vier Siege in Folge einfahren können; dass sie in Bonn den fünften folgen lassen wollten, daran ließ das Team von Coach Don Beck von Beginn an keinen Zweifel. Die 3.500 Zuschauer in der ausverkauften Hardtberghalle konnten sich auf einen heißen Tanz gefasst machen. Eine Halbzeit wurden sie nicht enttäuscht. Beide Teams lieferten sich ein schnelles, abwechslungsreiches Spiel, bei dem sich die Baskets vor allem in zweiten Viertel Vorteile erspielen konnten. Wieder einmal war es besonders Aleksandar Nadjfeji, der bei den Bonnern um jeden Ball ackerte und sich als Scorer und Rebounder in Szene zu setzen wusste. Zusammen mit Terrence Rencher und Brian Brown, war der Jugoslawe erneut der Beste Bonner Spieler. Das Highlight aus Baskets-Sicht setzte allerdings Terrence Rencher in der Mitte des zweiten Viertels, als sein Team das bis dahin knappe Spiel bei einen 30:31-Rückstand (14.) im Alleingang in eine 41:33-Führung verwandelte. Der amerikanische Guard der Telekom Baskets machte elf Punkte am Stück. Es sah so aus, als könnte sich Bonn absetzen. Doch die Antwort der Oldenburger folgte sofort. Tyron McCoy und Elvir Ovcina machten ebenso schnell aus dem Vorsprung der Hauherren wieder einen Rückstand. Ein 11:1-Lauf der Niedersachsen dämpfte die Hoffnungen der Bonner Fans beträchtlich. Die Baskets wurden zunehmend nervös. Die Distanzschützen, allen voran Brad Traina, der bei insgesamt neun Versuchen nur einen Dreier versenken konnte, hatten einen zudem rabenschwarzen Tag erwischt. Von elf Versuchen in Halbzeit eins fand kein einziger Bonner Schuss von jenseits der Dreierlinie sein Ziel. Brian Brown war es, der die ersten Punkte nach der Pause aus der Distanz zum 51:55 erzielen konnte. Doch da war Oldenburg bereits in der Erfolgsspur. Die Niedersachsen hatten spätestens nach dem Seitenwechsel jeglichen Respekt vor dem Tabellenführer verloren, der jetzt kaum noch an das Team erinnerte, das vor knapp zwei Wochen in Berlin den Deutschen Meister eindrucksvoll bezwingen konnte. Die Linie war aus dem Bonner Spiel. Vor allem in der Defense zeigten sich Lücken, wie sie schon lange nicht mehr auf dem Hardtberg zu sehen waren. Die Gäste nutzen die Konfusion der Baskets eiskalt und setzten sich bis zur 25. Minute mit 66:52 ab. Trotz des 14-Punkte-Rückstands rissen sich die Baskets noch einmal zusammen. Der einzige Dreier von Brad Traina leitete den Zwischenspurt der Bonner ein, der das Team tatsächlich anfangs des letzten Viertels wieder auf 70:72 heran brachte. Die Halle tobte und witterte die Wende, doch die Aufholjagd entpuppte sich als Strohfeuer. Trotz weiterer Chancen agierte die Krunic-Truppe nun fahrig und ohne den letzten Biss. Aleksandar Nadjfeji war schon seit der Pause mit vier Fouls so gut wie aus dem Spiel. Zu ihm gesellte sich wenig später Aleksandar Radojevic und dann auch noch Oluoma Nnamaka. Neun Punkte war Oldenburg nach 33. Minuten wieder enteilt (82:73), als Krunic Nadjfeji zurückbrachte, der prompt die zweite Aufholjagd der Baskets einleitete. Doch beim 80:83 (35.) war erneut Endstation. Die Gäste aus Niedersachsen ließen sich den Erfolg gegen jetzt schwach aufspielende Telekom Baskets nicht mehr nehmen. Baskets-Coach Predrag Krunic: "Wir haben heute praktisch ohne Verteidigung gespielt. Das war nicht in Ordnung." Oldenburg Coach Don Beck: "Trotz der 95 Gegenpunkte haben wir eine gute Defense gespielt. Ich bin stolz über den Sieg gegen die beste Mannschaft der Liga. Wir haben zur Zeit einen Lauf."