Comeback kommt zu spät: Baskets verlieren gegen Rostock
Rückspiel bereits nächste Woche Samstag
Am 17. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga haben die Telekom Baskets Bonn mit 77:81 (26:30, 17:23, 13:18, 21:10) gegen die ROSTOCK SEAWOLVES verloren. Nach zwischenzeitlich 20 Punkten Rückstand im dritten Viertel kämpften sich die Baskets im ausverkauften Telekom Dome mit viel Einsatz nochmal zurück, das Comeback blieb aber letztlich ohne Erfolg.
Key Facts
- Ausverkauft: Zum zweiten Mal in dieser Saison war der Telekom Dome mit 6.000 Zuschauern restlos ausverkauft
- Beinahe Monster-Comeback: Nach zwischenzeitlich 20 Punkten Rückstand (49:69, 26. Minute) kämpften sich die Baskets mit noch sechseinhalb Minuten auf der Uhr bereits auf sieben Zähler heran. Trotzdem gelang der Führungswechsel nicht mehr. Am Ende verkürzten die Baskets aber noch auf vier Punkte und haben sich damit zumindest eine bessere Ausgangslage im Kampf um den direkten Vergleich gesichert
- Turnover-Festival: Bonn zwang Rostock zu 20 Ballverlusten, gab den Ball selbst aber auch 17 Mal ab
- Schwache Wurfquoten: Die Baskets trafen nur 37 Prozent aus dem Feld (27/73 FG)
- Topscorer: Alijah Comithier und Tylan Birts wurden mit jeweils 16 Punkten die Bonner Topscorer
- Ballverteiler: Grayson Murphy verteilte zehn Assists und damit die Hälfte aller Bonner Korbvorlagen
- Zu einfache Gegenpunkte: Rostock erzielte 44 Punkte in der Zone
Die Baskets starteten mit der bekannten Anfangsformation um Grayson Murphy, Joel Aminu, Tylan Birts, Jeff Garrett und Michael Kessens ins Spiel. Die ersten Minuten gehörten klar den Rostockern. Immer wieder kamen die Gäste zu einfachen Abschlüssen unter dem Korb und in der Folge auch zu offenen Dreiern. Nach knapp vier Spielminuten griff Baskets-Headcoach Marko Stankovic bereits zur ersten Auszeit (7:16, 4. Minute). Die kurze Besprechung zeigte prompt Wirkung. Patrick Heckmann von der Freiwurflinie, Garrett per Korbleger und Aminu mit einem And-One sorgten für einen 7:0-Lauf in 63 Sekunden (14:16, 6.). In der Defense zeigten die Bonner nun endlich, was sie in der bisherigen Saison auszeichnet. Kampf, schnelle Hände und für den Gegner schwierige Abschlüsse. Und im Angriff erzielte Kur Jongkuch per Hakenwurf die erste Baskets-Führung (23:21, 8.). Rostock antwortete auf den Führungswechsel jedoch eiskalt und riss mit einem 7:0-Lauf das Spiel wieder an sich. Mit 26:30 endete das erste Viertel und damit kassierten die Baskets das erste Mal in dieser Saison in einem Heimspiel 30 Gegenpunkte in einem Viertel.
Auch zu Beginn des zweiten Viertels gelang es den Baskets zu selten, Rostock zu stoppen. Einige Male waren die Bonner beim Umschalten in die Verteidigung einen Schritt zu langsam und plötzlich wuchs der Rückstand bis auf 13 Zähler an (34:47, 16.). Nachdem Alijah Comithier seinen zweiten Dreier des Viertels getroffen hatte, Jongkuch per Alley-Oop-Dunking abschloss und Zach Cooks sowie Comithier zwei weitere erfolgreiche Abschlüsse nachlegten, konnte der Rückstand kurzzeitig in den einstelligen Bereich gedrückt werden (43:51, 19.), bevor es beim Stand von 43:53 in die Halbzeitpause ging.
Nachdem sie sich in der ersten Hälfte langsam wieder ins Spiel reingekämpft hatten, waren die Baskets in den ersten sieben Minuten des dritten Viertels völlig von der Rolle. Mit einem 18:6-Lauf zogen die Rostocker sogar bis auf 20 Punkte davon und zu diesem Zeitpunkt sah alles nach einem deutlich Erfolg der Gäste aus (49:69, 27.). Die Baskets gaben sich aber trotz der scheinbar aussichtslosen Lage nicht auf! Comithier markierte fünf Punkte in Serie und Heckmann legte einen Korbleger nach für einen wichtigen 7:0-Lauf (56:69, 30.). Die letzten Punkte des dritten Viertels gehörten aber Rostock (56:71, 30.).
Zum Start ins Schlussviertel netzten Birts und Garrett zwei Dreier ein und plötzlich war der Rückstand wieder nur einstellig (62:71, 32.). Team und Telekom Dome witterten die Chance auf das Mega-Comeback, doch in den folgenden zwei Minuten wurden reihenweise Chancen vergeben, den Rückstand schnell noch mehr zu drücken. Gerade hatten sich Aminu und Co. einen Ball erkämpft, schon war er wieder weg oder prallte beim Wurfversuch nur auf den Ring. Dann verkürzte Comithier auf sieben Punkte (64:71, 34), bevor der Korb für die Baskets komplett zugenagelt war. Vier Minuten lang blieben die Hausherren in der Crunchtime ohne Punkte. Und obwohl die Defense weitestgehend weiterhin erfolgreich war, konnte sich Rostock durch die fehlenden Bonner Punkte wieder deutlicher absetzen (64:77, 37.). Anderthalb Minuten vor Spielende schien die Partie dann tatsächlich endgültig gelaufen zu sein (66:80, 39.). Doch auch jetzt wollten die Baskets noch einmal alles versuchen, um ihrem Headcoach doch noch einen Sieg zum Geburtstag schenken zu können. Murphy und Birts per Dreier und nach einem Ballgewinn nochmal Birts per Dunking sorgten für einen schnellen 8:0-Lauf (74:80, 40.). Vier Sekunden vor Spielende netzte Birts dann sogar noch seinen vierten Dreier ein, für die tatsächliche Wende kam das aber etwas zu spät. So endete die Partie mit 77:81.
Durch das starke Comeback haben sich die Bonner aber eine deutlich bessere Ausgangslage für das Rückspiel kommenden Samstag verschafft. Nun würde ein Sieg in Rostock mit fünf Punkten ausreichen, um den direkten Vergleich noch zu gewinnen.
Stimmen zum Spiel
Przemyslaw Fransunkiewicz (Headcoach Rostock Seawolves):
“Wir waren sehr besorgt über unsere Transition-Defense, weil wir wussten, dass Bonn ein Team ist, das sehr gut ins Laufen kommt und extrem früh angreifen kann. Über vielleicht die Hälfte des Spiels haben wir das sehr gut kontrolliert. Leider haben wir ihnen jedoch in der zweiten Hälfte sehr einfache Punkte aus dem Schnellangriff erlaubt. Das müssen wir vor dem nächsten Spiel korrigieren. Gleichzeitig bin ich aber zufrieden, dass wir trotz unserer Foulprobleme beim Rebounding ausgeglichen waren. Das ist für uns sehr wichtig, weil wir phasenweise mit kleinen Line-ups spielen und dann extrem fokussiert und motiviert sein müssen, um diese Bälle zu sichern. Deshalb bin ich froh, dass uns das gelungen ist. Insgesamt war es ein sehr intensives und sehr gutes Spiel. Am Ende sind wir ein wenig nervös geworden und haben zu viele Ballverluste begangen. Wir sind etwas in Panik geraten, weil wir gemerkt haben, dass wir auswärts gewinnen können.”
Marko Stankovic (Headcoach Telekom Baskets Bonn):
“Das war von unserer Seite aus kein gutes Spiel. Wir müssen unserem Gegner zu einem absolut verdienten Sieg gratulieren. Ehrlich gesagt sind diese minus vier Punkte fast ein kleines Wunder. Sie hätten es vielleicht sogar verdient, mit einem größeren Abstand zu gewinnen.Wir hatten bereits im ersten Viertel viele individuelle Fehler in der Defense und dabei auch taktisch mehr Fehler als noch in der jüngeren Vergangenheit gemacht. Diese Fehler haben ihnen einfache Abschlüsse am Korb ermöglicht. In der ersten Halbzeit konnte Rostock 30 Punkte in der Zone erzielen, alle direkt unterm Korb und ohne Rim-Protection. In der zweiten Halbzeit haben wir das etwas besser organisiert, aber es war nicht ausreichend. Wir sind zu spät aufgewacht. Rostock hat am Ende das Tempo etwas herausgenommen, was es uns erlaubt hat, wieder näher heranzukommen. Das war eines unserer schwächsten Spiele in letzter Zeit, und wir müssen analysieren, warum wir diese Fehler gemacht haben und was wir in der kommenden Woche besser machen müssen.”
Highlights
Statistiken
| PTS | 77 | 81 |
|---|
| 2 PTS | 44% 17 / 39 | 55% 22 / 40 |
|---|
| 3 PTS | 29% 10 / 34 | 36% 10 / 28 |
|---|
| Freiwürfe | 77% 13 / 17 | 47% 7 / 15 |
|---|
| Rebounds | 43 | 43 |
|---|
| Assists | 20 | 15 |
|---|
| Steals | 12 | 9 |
|---|
TOP Player