"Die einvernehmliche Trennung hat definitiv keine sportlichen Gründe"

Einige Fans sind sauer über die Info-Politik des Vereins. Können Sie das verstehen? WIEDLICH: Ja, kann ich. Aber manchmal sind die Lebenslagen und Zwänge so, dass es kaum anders geht. Was für ein Zwang? LUKSCH: Wir hielten es für ein Gebot der Fairness, dass in unserer sehr speziellen Situation Danijel und sein Agent mitbestimmen können, was in der Pressemitteilung steht und was nicht. Ist das so üblich? Schließlich ist es eine Pressemitteilung der Telekom Baskets Bonn und nicht von Danijel Jusup . . . LUKSCH: Auch wenn es Sie verwundern mag: Es ist üblich, dass bei gravierenden Personalveränderungen, die zudem von öffentlichem Interesse sind, Pressemitteilungen verhandelt, zumindest aber zwischen den Betroffenen abgestimmt werden. Die Fans rätseln über die Hintergründe. Was könnten Sie Erklärendes sagen, ohne das vereinbarte gegenseitige Stillschweigen zu verletzen? Was zeichnet diese sehr spezielle Situation aus? LUKSCH: Die einvernehmliche Trennung hat definitiv keine sportlichen Gründe. Das Team hat zum Saisonstart unsere Erwartungen sogar übertroffen. Im Interesse der Fans muss die Internetredaktion trotzdem nachbohren: Wenn nicht der Tabellenstand ausschlaggebend war, was dann? WIEDLICH: Ich bitte unsere Fans inständigst, dass sie versuchen zu akzeptieren, dass es Lebensumstände oder -situationen gibt, die eindeutig dem privaten Bereich zuzuordnen sind. Wir wollen mit dem vereinbarten Stillschweigen nicht die Fans durch Nicht-Information beleidigen, sondern einfach privat lassen, was privat ist. Manchmal ist dieses Gut höher anzusetzen als der Anspruch auf Information. Und jetzt wird Michael Koch einfach ins kalte Wasser geworfen? WIEDLICH: Der kann schwimmen und hat mehr als das Freischwimmerzeichen. Er hat es verdient, dass wir, und da gehören auch die Fans zu, ihn in dieser schwierigen Situation voll unterstützen so wie jeden neuen Chef auf der Baskets-Brücke in der Vergangenheit.