Dreier-Show und ein litauischer Buzzer-Beater

EuroChallenge: Telekom Baskets Bonn - Elan Chalon 91:89 (28:26, 23:24, 17:22, 23:19)

| Bereits am Dienstagabend trennten sich in der zweiten Partie der Gruppe J Szolnoki Olaj und Okapi Aalstar mit 112:76. Damit haben die Teams aus Ungarn und Belgien in der Runde der „Last 16“ aktuell jeweils einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto. Für die Baskets geht es nach einem spielfreien Wochenende kommende Woche mit dem nächsten Heimspiel in der FIBA EuroChallenge gegen Szolnoki Olaj (Mittwoch, 25.1.2012, 19:30 Uhr) weiter. Die Begegnung bot den 4.700 Zuschauern im Telekom Dome ab der ersten Minute beste Unterhaltung. Beide Seiten verschwendeten keine Zeit damit, sich großartig abzutasten, sondern befeuerten den gegnerischen Korb aus allen erdenklichen Lagen. Drei frühe Dreier der Gäste aus Chalon machten klar, wohin die unterhaltsame Reise gehen würde (2:11, 3. Minute). Bonn konterte ebenfalls aus der Distanz und übernahm nach Treffern durch Benas Veikalas, Tony Gaffney sowie Simonas Serapinas die Führung (23:22, 9. Minute). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem Bonn zur Pause - natürlich dank eines Wurfs von jenseits der Dreierlinie - die Nase vorn hatte (51:50, 20. Minute). Es blieb weiter eng, auch wenn es zwischenzeitlich kurz danach aussah, als ob sich die Baskets würden absetzen können (63:57, 26. Minute). Drei französische Dreier sorgten allerdings dafür, dass Chalon zur Viertelpause nicht nur dran blieb, sondern das Momentum auf seine Seite holen konnte (68:72, 30. Minute). Die Gäste hatten Fahrt aufgenommen und drohten endgültig zu enteilen, was Michael Koch nur durch eine Auszeit verhindern konnte (70:79, 33. Minute). Bonn antwortete mit mehr Intensität in der Verteidigung sowie einem 9:0-Lauf, der die Partie wieder offen gestaltete (79:79, 36. Minute). Es lief auf ein Herzschlagfinale hinaus, bei dem Jared Jordan nach Pick-and-Roll mit Tony Gaffney einen gewohnt präzisen Alley-Oop-Pass auf seinen Landsmann gab, den dieser 3,7 Sekunden vor Spielende per Dunk zum 89:87 verwandelte. Chalon wählte aus einer Auszeit kommend trotz starker Quote aus der Distanz ein raffiniertes Einwurfspiel, bei dem Blake Schilb völlig unerwartet frei zum Korb schnitt und per Leger abschloss (89:89). Den Baskets blieb eine Auszeit zur taktischen Besprechung und 1,9 Sekunden auf der Uhr, um die Partie für sich zu entscheiden. Das eigentlich angedachte Anspiel auf Gaffney am Brett fiel zu hoch aus, doch Simonas Serapinas griff den Ball auf und brachte aus der linken Ecke trotz schwerster Bedrängnis auf den Weg gen Korb - der Rest ging im kollektiven Jubel unter. Bonn versenkte im ersten Viertel fünf von sieben Dreierversuchen (71,4 Prozent). Zur Halbzeit verzeichneten die Scouter immer noch eine starke Quote von neun Treffern aus 16 Würfen (56,3 Prozent). Am Ende der Partie waren es noch überdurchschnittliche 46,7 Prozent (14/30). Elan Chalon versenkte als Mannschaft sagenhafte 66,7 Prozent (16/24) seiner Dreier. Einen absoluten Sahnetag aus der Distanz erwischte der Ex-Frankfurter Ilian Evtimov. Sonst nicht im Ruf eines Scharfschützen stehend versenkte der Forward gleich im ersten Abschnitt vier Dreier ohne Fehlversuch. Der 28-Jährige traf vor der Pause einen weiteren Schuss von außen und legte gegen Ende des dritten Viertels bei weiterhin hundertprozentiger Quote noch zwei Dreier drauf (7/7) - Evtimov beendete die Begegnung mit 21 Zählern. Mit den EWE Baskets Oldenburg und den Artland Dragons spielen in der FIBA EuroChallenge zwei weitere deutsche Mannschaften in der Runde der „Last 16“. Die Donnervögel unterlagen in ihrem zweiten Gruppenspiel bei Roanne Basket mit 80:86, die Drachen hingegen setzten sich in ihrem Heimspiel gegen den russischen Vertreter Triumph Moskau mit 83:74 durch. Genau in einer Woche folgt das nächste Euro-Highlight im Telekom Dome. Dann empfangen die Telekom Baskets den ungarischen Meister Szolnoki Olaj auf dem Hardtberg (25.01.2012, 19.30 Uhr). Michael Koch (Trainer Telekom Baskets Bonn): „Das Spielkonzept war heute aufgrund des Ausfalls von Chris Ensminger natürlich anders, das war für alle Spieler auf dem Feld gewöhnungsbedürftig. Ich denke, dass heute alle Bonner Fans stolz auf ihr Team sein können, denn wir haben uns nach einem Rückstand wieder heran gekämpft und die Chance auf den Sieg nie abgehakt. Wir mussten am Ende in der Verteidigung eine Schippe drauflegen und haben genau das in den entscheidenden Situationen umgesetzt.“ Tony Gaffney (Spieler Telekom Baskets Bonn): „Unsere Mannschaft hat heute viel Charakter bewiesen. Viele Spieler haben zu diesem Sieg beigetragen, da mit Chris Ensminger unser bester Mann fehlte.“ Gregor Beugnot (Trainer Elan Chalon): „Es war wunderschönes, spannendes und intensives Spiel. Ich denke, dass bei dem letzten Bonner Einwurf vor dem Wurf noch ein Spieler am Ball war und die Uhr hätte herunter ticken müssen. Sonst kann ich beiden Mannschaft nur gratulieren, eine tolle Partie absolviert zu haben.“ Ilian Evtimov (Spieler Elan Chalon): „Wir wussten, dass Bonn viele Punkte machen kann und auf den kleinen Positionen stark besetzt ist. Uns ging es ursprünglich darum, nicht so viele Punkte zuzulassen, da Bonn diesen Stil über ein ganzes Spiel gehen kann - was sie bewiesen haben.“ Telekom Baskets Bonn: Serapinas (13/3 Dreier), Veikalas (17/2), Buljan (23/1, 9 Rebounds), Mangold (0), Thülig (3/1), Jordan (11/3, 8 Assists), Hain (0), Koch (dnp), Gaffney (13/1), Battle (11/3), Wohlfarth-Bottermann (dnp) Elan Chalon: Aminu (14), Delaney (9), Smith (0),Adjagba (0), Lang (14/4), Aboudou (0), Schilb (20/1), Evtimov (21/7), Tchicamboud (11/1), Baptiste (0), Lauvergne (0)