Drittes Viertel verschlafen

Diese Niederlage haben wir uns selber zuzuschreiben, erklärte Baskets-Coach Predrag Krunic nach der Schlusssirene. Der 35jährige Bosnier spielte auf die schlechte Verteidigungsleistung seines Team in der zweiten Halbzeit an, durch die die Hausherren vom TSK Würzburg erst richtig ins Spiel kamen und die ihnen einen knappen aber verdienten 95:93-Sieg einbrachte. Zuvor hatten die rund 3.000 Zuschauer in der Carl-Diem-Halle eine überlegene Bonner Mannschaft gesehen, die ohne zu glänzen das Spiel in der ersten Halbzeit im Griff hatte. 13 Punkte betrug vor der Pause bereits die Führung für die Gäste vom Rhein (42:29, 16.), als sich langsam der Schlendrian ins Spiel des Tabellenzweiten der BBL einschlich. Aleksandar Nadjfeji hatte mit bis dahin 15 Punkten maßgeblichen Anteil an der Führung seiner Mannschaft. Nach dem Seitenwechsel kam es dann zum Bruch im Bonner Spiel. Von der Überlegenheit der ersten 20 Minuten war plötzlich nur noch wenig zu sehen. Leichtsinnige Fehler vor allem in der Verteidigung brachten die Mainfranken wieder auf Tuchfühlung und damit zurück ins Spiel. Plötzlich war auch das Publikum da, das den Lauf der X-Rays lautstark begleitete. Bonns Coach Krunic musste Haare raufend mit ansehen, wie sein Team das Heft aus der Hand gab. Gleichzeitig machten ihm einige Entscheidungen des Schiedsrichter-Trios gehörig zu schaffen, die in der zweiten Halbzeit 21 Freiwürfe für Würzburg gaben, für die Baskets allerdings nur fünf und das bei ausgeglichener Foulbilanz von 22 Vergehen auf beiden Seiten. Dass sich die Bonner dennoch nicht geschlagen gaben, lag vor allem an Aleksandar Capin und Rimantas Kaukenas. Zwei wichtige Dreier des jungen Baskets-Guards hielten sein Team im Spiel, während Kaukenas erneut als Topscorer glänzen konnte (21 Punkte). Gleichzeitig brachte Oluoma Nnamaka mehr Druck in die Bonner Defense. Altron Jackson läutete mit sieben Punkten in Folge einen 14:2-Lauf für die Bonner ein, der aus einem 66:76-Rückstand in drei Minuten eine 80:78 machte. Doch Würzburg war nun hellwach und hatte zudem Igor Perovic, der insgesamt 25 Punkte erzielte und dabei sechs mal von der Dreier-Linie traf. Insgesamt warfen die "X-Rays" neun von 18 "Dreiern", zuviel für die Bonner Aufholbemühungen. Am Ende konnte der Blackout des dritten Viertels nicht mehr kompensiert werden. Die Telekom Baskets mussten mit 93:95 die erste Bundesliga-Niederlage gegen Würzburg hinnehmen und verpassten die Chance, die Tabellenführung von Alba Berlin zu übernehmen.