Erst gefeiert, dann gezittert

Die Telekom Baskets bleiben durch einen 91:84-Sieg gegen die Bayer Giants aus Leverkusen weiter Tabellenführer der Basketball-Bundesliga. Damit haben die Bonner den zweiten Platz nach Abschluss der Hauptrunde auf jeden Fall sicher. Ein Sieg im letzten Punktespiel am Ostersonntag in Trier würde Platz 1 bedeuten.3.500 Fans in der ausverkauften Bonner Hardtberghalle waren bis zur Mitte des letzten Viertels bester Laune. In einem bis dahin hochklassigen und attraktiven Spiel hatten die Telekom Baskets die Bayer Giants aus Leverkusen fest im Griff. Die Krunic-Truppe zeigte eine wahre Lehrstunde in Sachen Fastbreak-Spiel. Eine starke Verteidigung ließ den Giants nur wenig Luft und ständig rollte der Bonner Fastbreak-Express auf den Leverkusener Korb zu. Schnell zeigte sich, dass der Ausfall von Leverkusens John Best (Mandelentzündung) nur schwer von den Gästen zu kompensieren war. Bonns Aleksandar Nadjfeji, der mit verletzter Hand angeschlagen ins Spiel ging, war wieder einmal kaum zu halten. Mit Standing Ovations wurde das Bonner Vorbild für Kampf und Einsatz von den Fans bejubelt. Zusammen mit Brian Brown, Brad Traina und Aleksandar Radojevic legte der Jugoslawe in den ersten drei Vierteln den Grundstein zum Erfolg. Zwei Dinge werden Fans und Coaches bei diesem Spiel aufmerksam beobachtet haben. Zum einen können die Baskets auch ohne Terrence Rencher auf hohem Niveau spielen. Als der Commander nach 23 Minuten bereits mit vier Fouls auf die Bank musste, gab es keinen Bruch im Bonner Spiel. Im Gegenteil: Teamkollege Brian Brown machte seine Sache sehr gut und führte die Baskets bis ins letzte Viertel zu einer 27-Punkte-Führung (81:54, 33.). Zum anderen scheint die zweite Bonner Garde nicht in der Lage zu sein, einen hohen Vorsprung erfolgreich zu verteidigen. Als Krunic sieben Minuten vor dem Schlusspfiff seine Bankspieler auf das Parkett schickte, starteten die Giants einen 19-0-Lauf gegen die eben noch souverän führenden Bonner. Die Defense der Baskets war nun überfordert. Nur halbherzig wurde vor allem gegen die Distanzschützen der Leverkusener verteidigt, die ihre Chancen dankbar nutzten. Als der Vorsprung zwei Minuten vor dem Ende auf magere neun Punkte zusammen geschmolzen war, hatte Predrag Krunic genug. Er schickte die Leistungsträger wieder zurück auf das Spielfeld, die den bereits sicher geglaubten Sieg über die Ziellinie retteten. Baskets-Coach Predrag Krunic: "Wir hatten eine schwierige Woche und mussten die beiden Niederlagen der letzten zehn Tage verdauen. Daher bin ich zufrieden." Giants-Coach Heimo Förster: "Wir hätten den Sieg heute nicht verdient gehabt, obwohl er durchaus möglich war."