Es gibt viel zu tun…

Interview mit dem neuen sportlichen Leiter der Jugend- und Amateurabteilung der Telekom Baskets Bonn

Karsten Schul übernimmt ab sofort die sportliche Leitung für die Jugend und die Amateure der Telekom Baskets Bonn und tritt somit die Nachfolge von Pete Miller an. Bereits von 1989 (damals noch beim Baskets-Vorgänger Godesberger TV) bis 1996 war der jetzt 41-jährige als Basketballer aktiv und gehörte der Aufstiegsmannschaft an, die den Sprung in die erste Bundesliga schaffte. Danach wechselte er als Spieler für ein Jahr nach Leverkusen um anschließend zwei Jahre als Assistant Coach unter Dirk Bauermann zu arbeiten. Seit 2001 ist er wieder bei den Baskets tätig, diesmal als Assistant Coach der Bundesligamannschaft. Daneben betreute er zwischenzeitlich die Zweite Herrenmannschaft und verschiedene Jugendteams. Karsten, du bist ab dieser Saison der sportliche Leiter für die Jugend und die Amateure der Telekom Baskets Bonn. Herzlichen Glückwunsch! Zunächst möchte ich mich auf diesem Wege von Herzen bei den Baskets bedanken, dass sie mir die Möglichkeit geben und das Vertrauen schenken, zukünftig die sportliche Leitung des Vereins zu übernehmen. Ich bin froh und auch durchaus ein wenig stolz und ich freue mich ungemein auf diese Aufgabe. In der Vergangenheit konnte ich ja schon mehr oder weniger intensiv bei den Amateuren reinschnuppern und daher freue ich mich besonders auf eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Abteilungsleiter Martin Horn. Martin und ich kennen uns schon lange und führen jedes Jahr die Sommercamps unseres Vereines durch. Worin siehst Du denn deine Aufgaben als sportlicher Leiter? Das ist sicherlich nicht so einfach in einem Satz zu beschreiben. Mir schwirren tatsächlich tausend Dinge im Kopf herum und ständig kommen neue Ideen und Anregungen hinzu. Zu Beginn muss ich mir erst einmal einen Überblick über die Gesamtsituation verschaffen und dann entscheiden, was am dringendsten erledigt werden muss. Im Grunde sehe ich mich verantwortlich für die gesamte sportliche Ausrichtung des Vereins. Angefangen von der Planung und Durchführung einer einzelnen Übungseinheit über die Trainingsinhalte unserer Camps bis hin zu einem periodisierten Jahresplan für die einzelnen Mannschaften. Das beinhaltet natürlich in erster Linie die Ausbildung und Förderung des Nachwuchses, aber auch die Aus- und Weiterbildung unserer Trainer. Nicht zu vergessen unsere Senioren, welche ebenfalls eine wichtige Stütze des Vereins darstellen. Ich möchte das Vereinskonzept weiter entwickeln und umsetzen, was eine für unseren Verein optimale Förderung der Jugend und auch darüber hinaus darstellt. Es geht mir nicht darum, wie am Fließband neue Jungprofis zu produzieren, sondern möglichst jedem einzelnen die für ihn optimale Ausbildung zu geben. Meine Vision ist es, ein richtiges Basket(s)Ball-Programm zu schaffen. Jeder, der zu uns kommt, muss wissen: Ich gehe zu den Baskets, die haben das und das Programm, mit diesen und jenen Inhalten und ich werde so und so ausgebildet… Selbstverständlich sind wir froh über jedes Talent, welches es später in unser BBL Team schafft, aber der Breitensportbereich ist für uns genauso wichtig wie der Leistungssportbereich. Das Ziel unseres Programms ist eine ganzheitliche Ausbildung der Jugend, welche sich nicht nur positiv auf die basketballerische Laufbahn eines jeden, sondern auf sämtliche Aspekte des Lebens auswirken soll. Das hört sich ja alles schon sehr gut an aber wie möchtest du dieses Projekt konkret angehen? In der Tat kommt da sicherlich jede Menge Arbeit auf mich und auf alle meine Mitarbeiter zu. Aber hier sind alle hoch motiviert und mit dem neuen Telekom Dome und dem Ausbildungszentrum stehen uns natürlich sensationelle Rahmenbedingungen zur Verfügung. Das ABZ wartet nur darauf, mit Leben gefüllt zu werden und ich kann es kaum erwarten anzufangen und die ersten Ideen umzusetzen. Du sprühst ja gerade zu vor Energie und Tatendrang… Selbstverständlich - für mich ist es das tollste, kreativ zu arbeiten, mit jungen Menschen in der Halle zu stehen und ihnen Basketball zu vermitteln. Welches Projekt willst du nun als erstes in Angriff nehmen? Wie schon gesagt: zunächst muss ich mir einen Überblick verschaffen und viel mit den Verantwortlichen in den verschiedenen Bereichen reden. An oberster Stelle steht bei mir die Kommunikation. Ich werde mich möglichst zeitnah mit all unseren TrainerInnen austauschen, um so direkt in den Trainingsbetrieb einwirken zu können. Unsere Trainerinnen und Trainer spielen eine unglaublich wichtige Rolle in unserem Konzept, denn sie sind es, die täglich in der Halle stehen und sich um unseren Nachwuchs bzw. um die Senioren kümmern. Die Aus- und Weiterbildung unserer TrainerInnen liegt mir sehr am Herzen und bildet daher einen großen Schwerpunkt meines Aufgabenbereiches. Nach dem Motto: Es gibt viel zu tun... ...packen wir`s an! Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg…