Feature: Exkurs in den Zahlendschungel

Telekom Baskets legen gute Zahlen auf

Auf der Suche nach einer Erfolgsformel für den guten Saisonstart der Telekom Baskets wurde also die digitale Machete (lies: der Taschenrechner) ausgepackt, um sich durch den statistischen Zahlendschungel zu schlagen. Heraus kam die Erkenntnis, dass die Mannschaft im Verlauf bisher absolvierten Spiele immer besser miteinander harmoniert. Den Beweis dafür liefert die „Field Goals Made/Assists-Ratio“. Dahinter verbirgt sich nicht weniger als das Verhältnis von Treffern aus dem Feld zu Pässen, die zum jeweiligen Korberfolg führten. Beim Saisonauftaktsieg über den FC Bayern München ging 44,4 Prozent aller Feldkörbe ein Assist voraus. Dieser Wert stieg beim Auswärtssieg in Hagen auf 50,0 Prozent, ehe daheim gegen die LTi GIESSEN 46ers mit satten 54,5 Prozent ein neuer Spitzenwert erreicht wurde. Endgültig durch die Decke ging die „FGMA-Ratio“ dann in Frankfurt, wo 30 Treffern aus dem Feld sage und schreibe 25 Assists gegenüber standen (83,3 Prozent). Diese numerischen Werte untermauern die Worte von Headcoach Michael Koch, der schon bei der Zusammenstellung der Mannschaft im Sommer postulierte: „Wir wollen europäischer spielen, den Ball besser passen und den freien Mann finden, anstatt per Dribbling etwas zu erzwingen.“ Gemessen am aktuellen Stand der Dinge lässt sich sagen, dass die Rechnung voll aufgegangen ist. Viel hängt damit zusammen, dass Koch mit Jared Jordan einen absoluten Pass-First-Point Guard auf dem Feld stehen hat, der seine Mitspieler nicht nur auf ihre Lieblingspositionen lotst, sondern sie dort auch noch regelmäßig füttert. Der 27-Jährige legt derzeit gemeinsam mit Triers Dru Joyce ligaweit die meisten Assists pro Spiel auf (7,3). Das allein ist schon aller Ehren wert, der Teufel liegt aber im Detail. Aufs Team umgerechnet ist Jared Jordan mit seinen teils spektakulären Vorlagen für 23,4 Prozent aller Bonner Feldkörbe verantwortlich. Doch wo ein Assist ist, muss auch immer ein dankbarer Abnehmer für den Pass sein. „Seid bereit, jederzeit einen Wurf zu nehmen“, drückte es Coach Koch selbst aus. Wer weiß, dass die Mannschaftskollegen bereitwillig den Ball teilen, ist automatisch fokussierter, um den eigenen Wurf auch zu verwerten. Und schon geht es weg von Mathematik und Physik hin zur (Team)Chemie. Diese lässt sich zwar nicht in zahlen fassen, aber auf dem Feld mit dem Auge erkennen.