Fehlstart in die neue Basketball-Saison

Die neue Basketball-Bundesliga-Saison begann für die Telekom Baskets mit einer herben Enttäuschung. Bei EnBW Ludwigsburg kam das Team von Headcoach Danijel Jusup mit 77:101 (24:32, 21:26, 18:23, 14:20) unter die Räder. Die Bonner waren den Gastgebern aus der Barockstadt an diesem Abend in so gut wie allen Belangen unterlegen. Vor über 3.000 Zuschauern in der Ludwigsburger Rundsporthalle legten die Hausherren einen furiosen Start auf das Parkett. In weniger als vier Minuten war das Team von Trainer Silvano Poropat auf 16:1 davon gezogen. Die Baskets dagegen wirkten nervös und vergaben ihre Wurfchancen gleich reihenweise. Anders die Hausherren: Nach dem Motto jeder Wurf ein Treffer spielten sie sich einen Rausch, dem die Bonner im ersten Viertel kaum etwas entgegen setzen konnten. Vor allem die Dreierschützen Ludwigsburgs, allen voran die Neuzugänge Justin Love und Miljan Goljovic schenkten den Baskets einen Dreier nach dem anderen ein. Auch ein Indiz für schwache Verteidigung bei Bonn. Coach Danijel Jusup: Sicher hatte Ludwigsburg von außen einen guten Tag, doch hat unsere schlechte Defense sie auch dazu eingeladen. Es darf einfach nicht passieren, dass der Gegner so oft frei zum Schuss kommt." Dabei schien es zum Ende des ersten Viertels fast so, als ob die Baskets doch noch ins Spiel kommen sollten. Nach dem großen Rückstand der ersten Minuten trieb Pointguard Andrew Wisniewski seine Kollegen zur Aufholjagd an. Mit Erfolg, denn der komfortable Vorsprung der Gastgeber schmolz Punkt für Punkt. Auch ein Verdienst der jetzt endlich stärker werdenden Defense der Baskets, die den leichten Würfen des Gegners zwischenzeitlich einen Riegel vorsetzen konnte. In der 16. Minute hatte Bonn den Rückstand bis auf zwei Punkte verkürzen können (39:41). Die 80 mitgereisten Bonner Fans witterten Morgenluft, doch der Lauf der Baskets erwies sich als Strohfeuer, das Ludwigsburg bis zur Pause durch einen 14:6-Lauf zum 45:58 schnell wieder löschte. Die Arbeit unserer Offense war mit 45 Punkten vollkommen in Ordnung. Doch die 58 Punkte des Gegners zur Halbzeit waren einfach eine Katastrophe, erklärte Danijel Jusup. Die schlechte Verteidigungsarbeit bei den Bonnern fand auch im der zweiten Halbzeit ihre Fortsetzung. Ludwigsburg spielte aus einem Guss, konnte in der 35. Minute auf 29 Punkte davon ziehen (47:76) und deckte die noch großen Abstimmungsprobleme in der Bonner Abwehr schonungslos auf. So war der Sieg Ludwigsburgs zu keiner Zeit mehr in Gefahr. Auf Bonner Seite konnten nur Andrew Wisniewski, der 25 Punkte erzielte und Jason Conley, der um jeden Ball kämpfte und dafür mit fünf Steals, zehn Rebounds und 14 Punkten belohnt wurde, überzeugen. Ebenfalls positiv: Alle zehn Spieler wurden über zehn Minuten eingesetzt. Für die Baskets bringt die hohe Niederlage zum Saisonauftakt die Erkenntnis, dass noch eine Menge Arbeit auf Coach und Spieler wartet. Schon am Sonntag kann das Team beweisen, dass es auch anders geht. Leichter wird es jedoch nicht, denn um 19:15 Uhr sind die EWE Baskets aus Oldenburg zu Gast in der Bonner Hardtberghalle. EnBW-Coach Silvano Poropat: "Vor dem Spiel haben wir etwas Angst gehabt. Wir wussten nicht, wo wir genau stehen. Aber das Spiel heute stimmt mich optimistisch. In der ersten Halbzeit war unsere Offensive das entscheidende Kriterium, in der zweiten Halbzeit war unsere Defense aggressiver. Das hat uns auf die Siegerstraße gebracht. Wir sind zufrieden, aber das war nur das erste Spiel. Am Sonntag geht es weiter gegen Bremerhaven." Baskets-Coach Danijel Jusup: "Es war kein gutes Spiel von uns. Aber entscheidend ist, dass wir mit 24 Punkten verloren haben. Unsere Verteidigung war überhaupt nicht da. Das war unser Problem. 58 Punkt in der ersten Halbzeit ist zuviel. Wir brauchen noch mehr Zeit und besonders die Zusammenarbeit in der Verteidigung muss unbedingt verbessert werden."