General Anzeiger Online vom 24.10.03:Die erste ernsthafte Bewährungsprobe

Bonn. Drei Siege in drei Pflichtspielen - das sieht für die Basketball-Profis der Telekom Baskets Bonn zum Auftakt der Saison doch ganz gut aus. Den zwei Erfolgen in der Bundesliga gegen Leverkusen und Karlsruhe folgte am Mittwoch der Einzug ins Viertelfinale des BBL-Pokals mit dem 96:72 gegen Gießen. Doch Euphorie will sich damit bei den Bonnern nicht breitmachen. "Wir dürfen nicht vergessen, dass die Gegner zu den schwächeren Mannschaften in der Liga zu zählen sind", stellte Sportmanager Arvid Kramer fest. Dagegen erwarte er vom kommenden Heimgegner EWE Baskets Oldenburg (Samstag, 19.30 Uhr, Hardtberghalle) wesentlich größere Gegenwehr. "Das wird unsere erste ernsthafte Bewährungsprobe." Bonner Fans, die es unlängst im BBL-Pokal zum Zweitligisten nach Rhöndorf zog, werden wissen, wovon Kramer spricht. Da sahen sie beim Sieg der Oldenburger eine Mannschaft, in der viel spielerisches und athletisches Potenzial steckt. Dabei war Trainer Don Beck da noch ohne seinen am Fuß verletzten bärenstarken Center Elvir Ovcina angetreten. "Wir sind eine eingespielte Mannschaft und haben uns zudem gezielt verstärkt. Es macht Spaß, hier zu spielen, und auf die Partie in Bonn freue ich mich besonders", erklärte Steven Hutchinson, der unter Trainer Bruno Soce zwei Jahre bei den Baskets spielte. Ovcina wird am Samstag erstmals wieder auflaufen, und mit Hutchinson, Pavel Becka und Gary Gray wird er den Bonnern unter den Körben schwer zu schaffen machen. Damit nicht genug. Was die Oldenburger im Aufbau und auf den Flügeln zu bieten haben, nötigt Respekt ab. Allen voran Spielmacher Terrell Castle und Tyron McCoy. Wichtigste Verstärkung ist Terry Black, der im Sommer noch für die Chicago Bulls in einem Summer Camp spielte und dort von Beck entdeckt wurde. Der athletische Flügelspieler versteht sich auf Angriff und Verteidigung gleichermaßen gut. Baskets-Coach Predrag Krunic setzt unter den Körben auf die Erfahrung von Miladin Mutavdzic, der sich speziell um Ovcina kümmern soll. Kramer glaubt, dass der 31-Jährige sich noch deutlich verbessern kann. "Er kommt langsam. In der Vorbereitung hatte er ein paar Verletzungsprobleme und in Sachen Fitness viel Nachholbedarf", meinte Kramer. Getragen wird das Bonner Spiel vom Dreieck Aleksandar Capin, Rimantas Kaukenas und Aleksandar Nadjfeji. Letztgenannten sieht Kramer im Vergleich zum Vorjahr noch einmal aufgewertet. "Dass er punkten kann", so der Bonner Manager, "wissen wir. Aber er hat auch Führungsqualitäten entwickelt." Immer häufiger sei Nadjfeji auch als Vorbereiter an Körben beteiligt.