General Anzeiger vom 23.01.04:Volle Konzentration auf die Bundesliga

Bonn. Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Nach dem nun auch rechnerisch feststehenden Ausscheiden im europäischen ULEB-Cup gingen die Telekom Baskets Bonn gestern schnell zur Tagesordnung über. Und dazu gehört die Konzentration auf den nationalen Alltag: Basketball-Bundesliga und Liga-Pokal. "Ich hoffe aber, wir können uns im letzten Heimspiel gegen Bologna mit einem Sieg aus dem ULEB-Cup verabschieden", meinte Trainer Predrag Krunic. Die Italiener laufen am kommenden Dienstag (19.30 Uhr, Hardtberghalle) in Bonn auf. Krunic trauerte dem verpassten Achtelfinaleinzug zwar ein wenig hinterher, musste aber zugeben, dass seine junge Truppe gerade auswärts nicht gut genug dagegen halten konnte - wie in Badalona. "Joventut hat sehr stark gespielt und hat sich auch von unserem Blitzstart nicht beeindrucken lassen. Ich kann meiner Mannschaft eigentlich nichts vorwerfen. Ihr fehlt halt in Europa die Erfahrung", blickte er zurück. Das habe man vor allem nach dem 11:2-Blitzstart gemerkt, als die Baskets zu eifrig bemüht waren, den Vorsprung auszubauen. Krunic: "So gut haben wir noch nie angefangen. Doch wir haben dann zu hektisch und nicht kontrolliert genug gespielt und mit unseren Fehlern den Gegner zu Schnellangriffen eingeladen." Wichtig sei es jetzt, die europäischen Erfahrungen mit in die Bundesliga zu nehmen und dort umzusetzen. Damit wollen die Baskets schon am Sonntag (16 Uhr, Hardtberghalle) anfangen, wenn mit der BG Iceline Karlsruhe ein in den letzten Wochen erstarkter Aufsteiger in Bonn zu Gast ist. Entscheidend an dem kleinen Höhenflug beteiligt ist der neue Trainer Stefan Koch, der schon bei Bundesligisten wie dem SV Tally Oberelchingen und danach den Skyliners Frankfurt in der Verantwortung stand. Nach seiner Trennung von den Frankfurtern hat Koch in der ersten italienischen Liga bei Kinder Bologna und Benetton Treviso, in der ersten spanischen Liga in Malaga und Barcelona und sogar in der nordamerikanischen NBA bei den Dallas Mavericks hospitiert. Er schlug sofort zu, als ihm die Nachfolge des ehemaligen Iceline-Coaches Ivan Vojtko angeboten wurde. Koch: "Ich war heiß auf die Bundesliga." Offensichtlich ist sein Erfahrungsschatz so groß, dass er mit Karlsruhe in den ersten drei Spielen unter seiner Führung zwei Mal erfolgreich war, zuletzt überraschend gegen die EWE Baskets Oldenburg, die allerdings ersatzgeschwächt angetreten waren. Kochs erstes Ziel in der badischen Metropole: "Ich will in unser taktisches Repertoire mehr Variabilität bringen." Sein Fernziel: "Den Klassenerhalt schaffen und in der Bundesliga etablieren." Krunic glaubt die Handschrift des neuen BG-Coaches schon zu erkennen. "Das Spiel der Karlsruher ist schneller geworden, und Stefan Koch hat die Rollen im Team anders verteilt", so Krunic. Darüber hinaus sind zwei neue Spieler zum Aufsteigerteam gestoßen: Guard Travis Conlan (ehemals Skyliners Frankfurt) und Forward Saulius Kazevicius. Die gefährlichsten Karlsruher sind Narcisse Ewodo, mit im Schnitt 21,5 Punkten pro Spiel an zweiter Stelle der BBL-Punktewertung, Rouven Roessler und Etogo Makanda, die beide auch aus der Distanz treffen können. "Dieses Spiel hat für uns enorme Bedeutung. Wichtig ist, dass wir den Gegner nicht unterschätzen", meinte Krunic. Ein wenig Sorgen muss er sich um Branko Klepac (Muskelprobleme) und Aleksandar Nadjfeji machen, der sich in Badalona an der linken Hand verletzte. Ihr Einsatz soll aber nicht gefährdet sein.