Generalprobe in Frankfurt

Ist das kommende Spiel bei den Opel Skyliners (Samstag, 23.04.05, 18:30 Uhr) das letzte Auswärtsspiel der Telekom Baskets in der laufenden Bundesliga-Saison, oder schaffen die Bonner doch noch den Einzug in die Runde der letzten Acht? Eine Vorhersage scheint kaum möglich, denn wie kein anderes Team schickten die Baskets ihre Fans in dieser Spielzeit auf eine Achterbahnfahrt, nur vergleichbar mit der ersten Oberhaus-Saison 1996/97, als erst im letzten Hauptrundenspiel der Einzug in die Playoffs perfekt gemacht wurde. Ähnliche Formen könnte der Zieleinlauf auch in dieser Saison annehmen, denn zwei Spieltage vor Hauptrundenschluss stehen die Telekom Baskets auf Rang Acht der Tabelle, nur durch den besseren Direktvergleich vom punktgleichen Neunten, EnBW Ludwigsburg, getrennt. Doch anders als Ludwigsburg haben es die Baskets noch selbst in der Hand, das zu schaffen, was außer ihnen seit dem Aufstieg 1995 nur Alba Berlin gelang: zum neunten Mal in Folge die Playoffs erreichen. Nötig sind dafür zwei Siege aus den letzten beiden Spielen. Die Gegner: Der Deutsche Meister aus Frankfurt und TSK Würzburg, das bereits als Absteiger feststeht. Wird eines dieser beiden Spiele verloren, fährt der Zug Richtung Playoffs nur noch mit Schützenhilfe anderer Teams gegen die direkte Konkurrenz aus Ludwigsburg bzw. Oldenburg. Um die Spannung am letzten Spieltag in Grenzen zu halten, muss daher am kommenden Samstag in der Ballsporthalle ein Sieg her. Aleksandar Nadjfeji: Ein hartes Stück Arbeit wird nötig sein, vor allem in der Defense. Das wichtigste ist jedoch, dass wir endlich wieder als Team auftreten. Der Bonner Powerforward wurde beim Hinspiel am Neujahrstag in der Hardtberghalle wegen einer Meniskusverletzung schmerzlich vermisst. Damals verloren die Baskets nach drei guten Vierteln gegen den Deutschen Meister 68:79. Trotz der Niederlage ist der Nimbus der Frankfurter als Angstgegner der Baskets zuletzt geschwunden. Zwar konnte Bonn aus bisher zwölf Begegnungen erst vier gewinnen, doch drei davon alleine in der letzten Saison. Zuletzt in der Frankfurter Ballsporthalle, als es der Krunic-Truppe im Halbfinale 2004 beinahe noch gelungen wäre, eine bereits verloren geglaubte Serie doch noch herumzureißen. Durch einen hauchdünnes 68:67 erzwang man ein fünftes Spiel in Bonn, musste sich dort jedoch dem späteren Meister geschlagen geben. Brisanz erhält das kommende Spiel in Frankfurt nicht nur durch den Kampf um die Playoffs, sondern auch als Generalprobe für das Halbfinale um den BBL-Pokal. Das Losglück wollte es, dass die Baskets ihren ersten Auftritt beim diesjährigen TOP4-Turnier (07.05.05) ausgerechnet gegen die Opel Skyliners bestreiten. Auch dies wird in den Hinterköpfen der Spieler beider Teams am Samstag stecken. Doch taktische Spielchen in Bezug auf das Pokal-Turnier 14 Tage später wird es nicht geben, denn auch Frankfurt kämpft noch um eine gute Playoff-Position. Es geht um den vierten Tabellenplatz, den momentan die Gießen 46ers inne haben und der Heimrecht im Viertelfinale bedeuten würde. Dass es auch bei den Frankfurten in dieser Saison nicht allzu rund läuft, zeigte sich erst am vergangenen Wochenende, als das Team von Coach Murat Didin in Braunschweig 82:90 verlor und sich dabei wenig meisterlich präsentierte. Nach dem Weggang von Mario Kasun vor der Saison, dem Anfang diese Jahres Robert Maras folgte, hapert es in Frankfurt besonders bei den Rebounds. Der vielleicht beste Spieler der Bundesliga, Chris Williams, hält hier mit 10,6 pro Spiel den Rekord für sein Team. Gleichzeitig ist der US-Forward mit im Durchschnitt 20 Punkten bester Scorer und mit 3,5 Assists der zweitbeste Passgeber. Er ist sicher der herausragende Spieler der Frankfurter, meint auch Baskets-Abwehrspezialist Oluoma Nnamaka. Doch Williams ist nicht der einzige Ausnahmespieler in den Reihen der Skyliners. Mit Nationalspieler Pascal Roller führt bei den Hessen einer der besten Spielmacher der Liga Regie, der wie sein Gegenüber Branko Milisavljevic jederzeit in der Lage ist, dem Spiel als Passgeber und Vollstrecker seinen Stempel aufzudrücken. Auf die Baskets wartet also in der Frankfurter Ballsporthalle Schwerstarbeit. Gelingt es denn Bonnern endlich wieder als Team aufzutreten und auch in der Offense zu überzeugen, ist die Überraschung beim amtierenden Meister möglich. Geschäftsführer Jochen Luksch bringt es auf den Punkt: Die Spieler wissen, um wie viel es bei den letzten beiden Spielen geht. Und Sie wissen auch, dass dies die letzte Chance ist, zu beweisen, dass sie als Team diesem Druck gewachsen sind. Neben zahlreichen Bonner Fans darunter einige sogar per Fahrrad -, wird sich auch das BasketsMobile auf den Weg nach Frankfurt machen. Mit dabei: vier glückliche Gewinner, die den Trip im kultigen VW-Bulli beim BBL-Spiel der Baskets gegen RheinEnergie Köln vor wenigen Wochen gewonnen hatten. Einen Tag vorher wird das BasketsMobile seinen ersten Einsatz im Rahmen der Highschool-Tour 2005 haben. Der erste Tourstop führt das Team um Jugendcoach Peter Schmücker an die Gemeinschaftshauptschule Mechernich-Satzvey. Fans, die nicht nach Frankfurt fahren, haben im Bad Godesberger Kinopolis wieder Chance, das Spiel auf der großen Leinwand im Kino 11 zu verfolgen. Der Pay-TV-Sender PREMIERE beginnt mit der Übertragung am Samstag, 23.04.05, um 18:30 Uhr.