Gießen hat die Nase vorn

Im Getriebe der Telekom Baskets knirscht nach dem dritten Testspiel in der Saisonvorbereitung noch viel Sand. Beim ersten öffentlichen Auftritt in der heimischen Hardtberghalle musste sich das neue Bonner Team vor 1.500 Fans den Gießen 46ers mit 64:69 (19:21, 14:20, 14:14, 17:14) geschlagen geben.Drei Wochen vor dem ersten Bundesligaspiel in Ludwigsburg liegt noch eine Menge Arbeit vor Cheftrainer Danijel Jusup. Die Laufwege der einzelnen Spielzüge sind bei weitem noch nicht einstudiert und so war es kein Wunder, dass zu viele Angriffe der Baskets gegen verletzungsbedingt dezimierte Giessener improvisiert werden mussten. Doch auch die Baskets konnten einen Leistungsträger nicht einsetzen. Center Milos Paravinja verfolgte das Spiel wegen seiner Augenverletzung vom vergangenen Mittwoch vorsichtshalber in Zivil. Unter dem Korb mussten daher andere in die Bresche springen und dies taten besonders die beiden Alten im Bonner Team, Martin Mihajlovic und Branko Klepac. Der Slowene stand für Paravinja in der Startformation und wurde mit 16 Punkten (sechs Rebounds) in 21 Minuten Bonner Topscorer. Klepac gelangen in der gleichen Zeit neun Punkte und vier Rebounds. Pech hatte dagegen der andere Lange im Baskets-Team. Der sonst so wurfsichere Michael Meeks erwischte einen schlechten Tag und traf nur zwei seiner insgesamt zehn Würfe auf den Korb, diese allerdings von jenseits der Drei-Punktelinie. Dazu gelangen ihm acht Rebounds. Für die Alt-Baskets Mihajlovic und Klepac war der Auftritt in der Hardtberghalle scheinbar nichts Besonderes. Den anderen merkte man die Nervosität in vielen Szenen an. Selbst Baskets-Guard Andrew Wisniewski ließ sich von dieser Stimmung anstecken und blieb mit zwei Assists und elf Punkten unter seinen Möglichkeiten. Nach dem Seitenwechsel lief es bei den Bonnern ein wenig besser, vor allem, weil man durch eine intensivere Verteidigung Gießens Louis Campbell fast ausschalten konnte. Zudem erlaubte man den Gästen im zweiten Durchgang nur noch 28 Punkte. Die ausgezeichnete Wurfquote der Gäste von 57% vor der Pause (Bonn: 35%) sank bis zum Spielende auf 43%, doch den Baskets gelang es nicht, Kapital daraus zu ziehen. Zu viele Ballverluste (zwölf in der zweiten Halbzeit) machte jede Aufholjagd zunichte. Fazit: Es gibt noch viel zu tun. Der Umstand, dass die Truppe nach vier Wochen Aufbautraining erst seit einer Woche Spielpraxis sammelt, relativiert jedoch die Niederlage bei der ersten öffentlichen Vorstellung des Teams. Bereits in einer Woche haben die Fans Gelegenheit, sich über den Fortschritt der Saisonvorbereitung ein genaueres Bild zu machen. Dann spielen die Baskets bei einem Turnier in Bad Neuenahr zunächst gegen Tübingen (Samstag) und einen Tag später erneut gegen Gießen. Tickets gibt es vor Ort an der Tageskasse.