Großer Kampf in Ludwigsburg: Baskets ringen Riesen nieder
Bis zur Schlusssekunde stand das Spiel auf Messers Schneide, doch nach über zwei Stunden und zwanzig Minuten gingen die Telekom Baskets Bonn mit 86:85 (21:13, 14:30, 27:22, 24:20) gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg als Sieger vom Parkett! In einem echten Kampfspiel überzeugten die Baskets insbesondere durch ihren Einsatz und ihre mentale Stärke und schafften es so, einen zweistelligen Rückstand im dritten Viertel doch noch zu drehen. Alijah Comithier avancierte mit 23 Punkten zum Bonner Topscorer. Insgesamt vier Baskets-Spieler punkteten zweistellig. Mit dem vierten Sieg aus den vergangenen fünf Spielen rücken die Baskets auf den fünften Tabellenrang in der easyCredit BBL vor.
Key facts
- Physisches Spiel: 57 Fouls wurden im Spiel geahndet
- Freiwurf-Festival: insgesamt nahmen beide Teams 74 Freiwürfe (Bonn 36, Ludwigsburg: 38)
- Freiwurf-Festival II: Alijah Comithier erzielte 13 seiner 23 Punkte von der Freiwurflinie
- Fehlerquote: Bonn verursachte 17 Ballverluste, zwang Ludwigsburg jedoch zu 22 Turnovers
- Auf Messers Schneide: Sieben Mal war die Partie ausgeglichen, 12 Mal wechselte die Führung
- Bestleistung: Patrick Heckmann erzielte mit 14 Punkten und acht Rebounds zwei persönliche Saisonbestleistungen
Spielbericht
Im ersten Viertel hatten die Telekom Baskets Bonn noch alles im Griff: Mit solider Verteidigung und schnellen Fastbreaks wurde schnell eine 11:4-Führung herausgespielt, die Ludwigsburg zur ersten Auszeit zwang (5. Minute). Das war insbesondere Grayson Murphy zu verdanken, der sechs der ersten 11 Bonner Punkte im Alleingang erzielte. Bonn ging sogar zweistellig in Führung als Murphy erneut per Korbleger auf 19:9 erhöhte, ehe das Viertel mit einer komfortablen 21:13-Führung endetet (10.).
Diese schmolz jedoch im zweiten Viertel schnell dahin: Ludwigsburg erhöhte deutlich die Aggressivität in der Verteidigung und ging auch im Angriff physischer als zuvor zur Sache. Die Baskets wurden mit vielen Eins-Gegen-Eins-Situation konfrontiert und konnten Ludwigsburg oftmals nur durch Fouls stoppen. So hatten sie bereits nach drei Minuten im zweiten Viertel die Teamfoul-Grenze erreicht, wodurch Ludwigsburg bis zur Halbzeitpause 23 Mal an die Freiwurflinie kam. Auch wenn Joel Aminu in der 13. Minuten den ersten Bonner Dreier überhaupt im Spiel versenken konnte, schlossen die Gastgeber erst auf 28:27 auf, ehe sie die Führung übernahmen (28:29, 15.). Bonn hatte den Faden in der Offensive verloren. Nur drei Feldkörbe versenkte das Team von Headcoach Stankovic im zweiten Viertel und konnte nicht verhindern, dass sich Ludwigsburg bis zur Halbzeitpause auf 35:43 (20.) absetzen konnte.
Bonn stand unter Druck, kassierte jedoch direkt nach dem Seitenwechsel den nächsten Dreier und lag plötzlich zum ersten Mal zweistellig zurück (35:46, 21.). Doch die Baskets bewiesen abermals in dieser Saison Charakterstärke. Nach einem 45:56-Rückstand in der 26. Minute erkämpften sich die Rheinländer mit einem 15:2-Lauf die Führung zurück! Dabei schulterte Baskets-Neuzugang Patrick Heckmann viel Verantwortung. Der Routinier behielt in vielen Drucksituation mit klugen Aktionen die Übersicht und schloss den Bonner Lauf mit sechs Punkten in Serie zum 60:58-Führungswechsel ab (28.). Doch auch Ludwigsburg bewies Nehmerqualitäten und holte sich bis zum Ende des dritten Viertels mit einem eigenen 7:2-Lauf die Führung zurück (62:65, 30.)
Den Kräfteverschleiss war beiden Teams im Schlussviertel deutlich anzusehen. Gleich mehrere Baskets-Spieler waren mit Fouls belastet, das Spiel dauerte zu diesem Zeitpunkt schon über zwei Stunden. Nun war es erneut Grayson Murphy, der die offensive Last schulterte: Der Point Guard markierte die ersten sechs Bonner Punkte in Folge und erkämpfte seinem Team so eigenhändig die Führung zurück (68:67, 33.). Doch entschieden war noch lange nichts. So wechselte alleine im Schlussviertel die Führung sechs Mal. Heckmann steuerte weitere sieben Punkte im Schlussviertel bei, Joel Aminu erhöhte drei Minuten vor Spielende sogar auf 82:76 (37.). Doch Ludwigsburg ließ sich einfach nicht abhängen und erwies sich als ebenbürtiger Gegner: So antworteten die Riesen mit zwei Dreiern von Tray Buchanon (20 Punkte) zum 82:82-Ausgleich in der 39. Minute. Jetzt zählte nur noch die mentale Stärke: Heckmann glich 29 Sekunden vor Spielende von der Freiwurflinie erneut aus. Ludwigsburg hatte die Chance, abermals in Front zu gehen, vergab aber durch Buchanon von der Dreierlinie. Beim anschließenden Rebound wurde Mike Kessens gefoult, traf jedoch nur einen von zwei Freiwürfen zum 86:85 (40.). So hatten die Hausherren noch eine letzte Chance auf den Sieg, doch der Buzzer-Beater-Dreier von Elijah Hughes traf nur den Ring.
Stimmen zum Spiel
Marko Stankovic (Headcoach Telekom Baskets Bonn):
„Zunächst möchte ich meinem Team zu einem sehr wichtigen Sieg gratulieren. Das war ein sehr interessantes und physisches Spiel – was wir erwartet hatten. Von unserer Seite hatten wir einen sehr guten Start. Wir haben quasi das komplette erste Viertel so gespielt, wie wir das wollten. Natürlich haben wir aber gegen einen sehr guten Gegner gespielt, sie [Ludwigsburg] sind ab dem zweiten Viertel deutlich besser geworden. Wir waren in beiden Richtungen gewissermaßen nicht auf unserem Level, was zu einem Acht-Punkte-Rückstand geführt hat. Ich denke, dass wir in der Halbzeitpause einen sehr guten Austausch [in der Kabine] hatten. Unsere Spieler haben die zweite Halbzeit sehr seriös gespielt und den Gameplan respektiert. Wir haben hier drei Viertel gewonnen, was in dieser Arena fantastisch ist. Das Ende war sehr interessant, wir hatten ein wenig Glück. Ludwigsburg macht zwei Würfe nicht. Auch wir hätten einige Würfe und Freiwürfe mehr treffen können. Es hätte in beide Richtungen gehen können. Heute war das Glück auf unserer Seite – wir haben es heute meiner Meinung nach verdient und nehmen es natürlich gerne an.“
Mikko Riipinen (Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg):
„Glückwunsch an Bonn zu einem hart erkämpften Spiel und zum Sieg. Für uns ist das eine sehr frustrierende Partie gewesen. Natürlich macht Bonn viele Dinge sehr gut, bringt uns in schwierige Situationen. Aber es war die Rückkehr eines alten Problems: Wir haben eine Vielzahl an Turnovern, verpassen zahlreiche Freiwürfe und verlieren mit einem Punkt Abstand. 19 zugelassene Offensivrebounds, 13 vergebene Freiwürfe, 22 Ballverluste… das ist ein toughes Spiel. Wir hatten heute nicht die notwendigen Qualitäten [um das Spiel zu gewinnen]. Meiner Meinung nach geben die Jungs alles, heute haben wir das uns mögliche Level aber leider nicht erreicht.“
Pressekonferenz
Statistiken
| PTS | 85 | 86 |
|---|
| 2 PTS | 60% 18 / 30 | 58% 23 / 40 |
|---|
| 3 PTS | 32% 8 / 25 | 17% 5 / 29 |
|---|
| Freiwürfe | 66% 25 / 38 | 69% 25 / 36 |
|---|
| Rebounds | 37 | 46 |
|---|
| Assists | 10 | 15 |
|---|
| Steals | 7 | 13 |
|---|
TOP Player