„Ich genieße jede Minute“

Baskets-Youngster Florian Koch im Interview

Am 26. März feiert Florian Koch seinen 21. Geburtstag. Der Youngster aus Reihen der Telekom Baskets Bonn ging 2012/2013 parallel per Doppellizenz für Kooperationspartner Rhöndorf in der ProB auf Korbjagd. Nach einer anstrengenden Woche samt EuroChallenge-Flug ins russische Samara sowie dem jähen Ende der Zweitliga-Postseason fand der Flügel die Zeit für ein ausgiebiges Gespräch.

Florian, nach dem unglücklichen Ausscheiden aus den ProB-Play-Offs ist es Zeit für ein kleines Fazit. Wie zufrieden bist du mit deiner Zweitliga-Saison? Florian Koch: „Ich bin grundsätzlich zufrieden, wie es gelaufen ist - zumindest was mich selbst betrifft. Am Schluss habe ich konstanter gespielt, als das noch zu Beginn der Saison der Fall gewesen ist. Gemeinsam mit Nick Larsen und den beiden Amerikanern Geddes Robinson sowie Alejo Rodriguez war ich einer der Leistungsträger und bin von Coach Boris Kaminski auch entsprechend in die Pflicht genommen worden. Meine Rolle hat sich im Laufe des Jahres immer mehr geformt, was ja vollkommen normal ist, da wir uns als Team natürlich erst einmal finden mussten.“ Fast die Hälfte deiner Würfe aus dem Feld waren Dreier. War das etwas, was du bewusst forciert hast? „Ja und nein. Auf der einen Seite steht Coach total auf Teamplay - was uns als Einheit auch ausgezeichnet hat - wodurch jeder Spieler ein Stück weit schauen muss, was sich aus dem Verlauf einer Partie heraus ergibt. Andererseits wollte ich die ProB-Saison nutzen, um eine Waffe aufzustocken und damit unberechenbarer zu werden. So hat es sich ergeben, dass ich mehr Dreier genommen habe, zumal Nick und Geddes mit ihren Drives ans Brett die Verteidigung oft auf sich gezogen haben, so dass außen dann mehr Platz war.“ Wobei das Penetration-Dribbling doch auch immer eine deiner Lieblings-Optionen war... „Das ist auch immer noch so. Wenn ich mich viel an der Dreierlinie aufhalte, muss ich mich je nach Situation entscheiden, ob ich den Wurf nehme oder den Ball aufsetze. Ich bin immer noch dabei meine Court-Vision zu verbessern, um den Ball aus der Zone heraus auch wieder rausstecken zu können. Ich tausche mich viel mit Coach Kaminski und auch Carsten Pohl aus, gucke aber auch Videos unserer Spiele, um zu sehen, was ich besser machen kann und wo meine Schwächen liegen.“ Du hast primär in der ProB gespielt, aber auch einige Auftritte in der Beko BBL gehabt. Wo liegen deiner Meinung nach die gravierendsten Unterschiede? „In der ersten Liga werden dir viel weniger Fehler verziehen. Ich genieße jede Minute, die ich dort bekomme und gebe dementsprechend Gas. Der Unterschied zwischen den Ligen ist deutlich, aber genau das ist die Herausforderung, die ich meistern will.“ Und dann musst du aufgrund der Verletzungsmisere plötzlich mit nach Samara, um EuroChallenge zu spielen. „Das hat zu dem Zeitpunkt zwar nur bedingt in den Spielplan gepasst, da wir zu dem Zeitpunkt mit Rhöndorf noch in den Play-Offs standen, aber es ist eine unglaubliche Erfahrung gewesen. Nicht nur sportlich ist solch ein internationales Spiel kaum aufzuwiegen. Auch abseits des Feldes haben wir auf dem Trip - trotz des 17-stündigen Rückfluges - viele Eindrücke gewinnen können.“