'Ich hab noch einen Koffer in Berlin'

Baskets reisen zum Pokalachtelfinale in die Hauptstadt

Karsten Tadda (mit Ball) zieht gegen Christ Koumadje, Jaleen Smith und Malte Delow (von links) zum Korb. Alle drei Berliner sind auch in diesem Jahr Teil des ALBA Kaders. (Foto: Wolter)

„Ich hab noch einen Koffer in Berlin. Der bleibt auch dort und das hat seinen Sinn. Auf diese Weise lohnt sich die Reise, denn, wenn ich Sehnsucht hab, dann fahr ich wieder hin“. Was Marlene Dietrich 1954 ins Mikrophon hauchte und anschließend auf Schallplatte gepresst wurde, ist für die Baskets aktueller denn je. Denn im zweiten Jahr in Folge muss die Mannschaft von Trainer Tuomas Iisalo im Pokalachtelfinale in Berlin antreten. In der vergangenen Saison verpasste Bonn um Haaresbreite die Überraschung, als es erst nach Verlängerung und nur knapp mit 80:83 gegen Berlin verlor. Bereits in der Saison 2020/2021 kam es in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs zum Duell der alten gegen die neue Hauptstadt: In einer der damals regional ausgespielten Vorrundengruppen trafen die Baskets neben Oldenburg und Braunschweig im Telekom Dome ebenfalls auf Berlin.

Ein Gutes hat es: Das Scouting-Video über Berlin können die Baskets schnell aus der Schublade ziehen. Und das ist auch ein Jahr später noch ziemlich aktuell, so wenig hat sich im Kader des amtierenden Double-Siegers im Sommer verändert. Mit Ziga Samar, Gabriele Procida und Yannick Wetzell verpflichtete Berlin lediglich drei neue Spieler, von denen Samar sogar umgehend nach Hamburg ausgeliehen wurde.

“Für uns Trainer ist die taktische Vorbereitung dadurch natürlich einfacher", erklärt Baskets-Headcoach Tuomas Iisalo. "Berlin hat eine klare Identität - und die hat sich in den letzten Jahren nicht grundlegend verändert. Alba hat einen eigenen Stil, auf den sie sich verlassen können. Andererseits gehört Berlin zu den Teams, auf die man sein Team am schwierigsten vorbereiten kann. Das liegt nicht nur an der Qualität der Spieler und des Coachings, sondern auch daran, dass sie einen Basketball spielen, der sich grundsätzlich von allen anderen Mannschaften in Europa unterscheidet. Es ist ein einzigartiger Spielstil, der viel weniger Dribblings und mehr Pässe als bei anderen Teams beinhaltet. Zudem haben sie zum Beispiel mit Luke Sikma einen Spielgestalter auf der Position des Power Forwards und spielen weniger Pick-And-Roll.“

Außerdem lege Berlin sowohl im Halb- als auch Ganzfeld ein hohes Tempo vor und setze viel auf Bewegungen abseits des Balles, sagt Iisalo und fügt an: „Daher kann die Spielweise Berlins für viele Spieler ein Schock sein, wenn sie zum ersten Mal auf diese Mannschaft treffen. Alles, was sie machen, ist schnell und präzise. Ich denke, dass sie in diesem Jahr zu den Top-10 in der Euroleague gehören können, auch wenn sie im Euroleague-Vergleich kein Big-Budget-Team sind."

From a land down under

Letztes Jahr noch Mit- nun Gegenspieler: Finn Delany und Berlins Yannick Wetzell spielten in der vergangenen Saison noch für die New Zealand Breakers und könnten am Montag auf der Center-Position aufeinandertreffen. Beide spielten auch für die „Tall Blacks“, wie die neuseeländische Nationalmannschaft im Volksmund genannt wird. Während Delany bislang in allen Baskets-Spielen zum Einsatz kam, lief Wetzell krankheitsbedingt nur in zwei Partien auf.

Happy Birthday, TJ Shorts II!

Auch Geburtstagskind TJ Shorts II (ist heute 25 Jahre alt geworden) hat mit Berlin eine gemeinsame Pokalvergangenheit: In der vergangenen Saison kämpfte sich der Point-Guard mit Crailsheim bis ins Pokalfinale vor und schenkte dort dem Hauptstadtklub 30 Punkte ein. "Wir haben heute für TJ gesungen, das machen wir immer so, wenn wir die Geburtstage auf dem Schirm haben. Es ist immer lustig zu sehen, wie verschieden die Spieler dabei reagieren", sagt Iisalo lachend und fügt an: "Ich habe auch ein paar Donuts in der Spielekabine gesehen, also sollten wir genügend Treibstoff für das Pokalspiel am Montag getankt haben!"

Baskets-Pokalhistorie: Eine Serie an Auswärtsspielen

Auch 2019/2020 teilte das „Losglück“ den Baskets ein Auswärtsspiel beim amtierenden deutschen Meister im Achtelfinale zu, damals warfen sie jedoch den FC Bayern München Basketball aus dem Pokalwettbewerb! Sieht man vom einmaligen, coronabedingten Pokalturnier in der Saison 2020/2021 ab, in der die Baskets Ausrichter eines von vier regionalen Qualifikationsturnieren waren, wies ihnen das Losglück nur ein Erstrundenheimspiel in den vergangenen zehn Jahren zu.

In der Saison 2014/2015 empfingen die seinerzeit noch von Matthias Fischer trainierten Bonner die BG Göttingen in der Pokalqualifikation, ehe dann im Halbfinale des Pokal-Top-Fours gegen Oldenburg (ebenfalls auswärts) Endstation war. Fünfmal begann der Pokalwettbewerb für Bonn in fremder Halle: 2021/2022 in Berlin, 2019/2020 in München, 2018/2019 in Bremerhaven, 2016/2017 erneut in München sowie 2013/14 wieder in Berlin. In den Saisons 2017/2018, 2015/2016 und 2012/2013 verpassten die Telekom Baskets die Pokalqualifikation.

Zuletzt bis ins Halbfinale schafften es die Baskets in der Saison 2018/2019, obwohl ihnen im Achtelf-, Viertel- und Halbfinale jeweils ein Auswärtsspiel zugelost wurde. Das Pokalfinale erreichten die Baskets zuletzt in der Saison 2011/2012. Zuvor kamen sie 2009 und 2005 ins Endspiel.

TV-Übertragung

Das Achtelfinalspiel des MagentaSport BBL Pokals wird ab 18:45 Uhr live auf MagentaSport übertragen.


Die nächsten Heimspiele der Telekom Baskets Bonn:

Samstag 29.10.2022, 18:00 Uhr vs. BG Göttingen (easyCredit BBL) inklusive After-Game-Party im FoyerTickets >>>

Samstag, 05.11.2022, 20:30 Uhr vs. MLP Academics Heidelberg (easyCredit BBL) - Tickets >>>

Mittwoch, 23.11.2022, 20 Uhr vs. AEK Athen (Basketball Champions League) - Tickets >>>