Jetzt wird es richtig eng

Langsam fährt der Zug in Richtung Playoffs ohne die Baskets ab. Nach einer schwachen Vorstellung vor 3.300 Zuschauern in der Bonner Hardtberghalle verlor das Team von Coach Predrag Krunic am Samstagabend gegen die BG Karlsruhe mit 73:85 (14:24, 20:27, 19:15, 20:19). Vor allem in der ersten Halbzeit fanden die Bonner kaum zu ihrem Spiel und lagen zur Pause schon mit 17 Punkten zurück. Nach dem Seitenwechsel lief es besser, doch überzeugen konnte die Mannschaft nie. Die Ausgangssituation war klar. Das vorletzte Heimspiel der Hauptrunde musste unbedingt gewonnen werden, um weiterhin gute Karten für eine Playoff-Teilnahme zu besitzen. Entsprechend beherzt zeigten sich die Baskets in der Anfangsphase. Mit guter Defense und schnellem Umschalten in den Angriff präsentierte sich Bonn in den ersten Minuten von der besten Seite. Ein Auftakt, der sich schnell als Strohfeuer erwies, denn nach nur sechs Minuten kam das Bonner Spiel ins Stocken. Ein 14:0-Lauf der Gäste brachte diese bis zum Viertelende mit 24:14 in Führung, während bei Bonn zunehmend die Nerven versagten. Wie Blei schien der Druck auf den Schultern der Baskets zu liegen. Die Gäste dagegen spielten befreit auf revanchierten sich für die Niederlage im Pokal-Achtelfinale vor einigen Wochen. Bei den Telekom Baskets lief bis zur Halbzeit so gut wie nichts mehr. Egal ob Branko Milisavljevic oder Balazs Simon, Altron Jackson oder Kueth Duany alle Spieler präsentierten sich an diesem Abend nicht in Normalform und so war es kein Wunder, dass die erste Halbzeit mit 51:34 an die Gäste aus Baden ging. Nach dem Seitenwechsel flammte zunächst Hoffnung bei den Fans auf. Ein Dreier von Oluoma Nnamaka startete einen 9:0-Lauf der Baskets zum 43:51, doch es gelang nicht, den Druck über längere Zeit aufrecht zu erhalten. Immer, wenn die Baskets durch die Hilfe der lautstarken Halle wieder auf acht oder sieben Punkte heran kamen, hatten die BG-Spieler um deren Topscorer Narcisse Ewodo (22 Punkte) die passende Antwort. Dabei schien es fast so, als ob die Bonner nicht nur gegen Karlsruhe, sondern auch gegen sich selbst spielten. Immer wieder drehten sich leichte Würfe aus dem Korb, Schnellangriffe wurden zu hastig abgeschlossen und nur elf von 22 Freiwürfen fanden das Ziel. Auch als Altron Jackson in der 35. Minute den Rückstand auf sieben Punkte verkürzen konnte (63:70), gelang es den Baskets nicht, weiter heran zu kommen. Am Ende mussten 3.300 Zuschauer in der Hardtberghalle frustriert und enttäuscht mit ansehen, wie ihr mut- und stellenweise hilflos aufspielendes Team von Karlsruhe mit 73:85 geschlagen wurde. Das Erreichen der Playoffs rückt nach dieser Leistung in weite Ferne. Baskets-Coach Predrag Krunic: "Ich muss mich bei unseren treuen Fans für dieses Spiel entschuldigen. Wir waren anfangs zu zögerlich in der Defense und haben schlecht getroffen. Das hat auch mit mangelndem Selbstvertrauen meiner Spieler zu tun. Nach der Pause wurde es besser, aber es hat nicht mehr gereicht. Ich hatte gehofft, dass ''Mili'' noch Impulse setzen könnte, weil ich ihm in der Offense am meisten zutraute." BG-Coach Uwe Sauer: "Ich bin natürlich sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir hatten uns zwei Dinge vorgenommen: Zum Einen die Saison anständig zu beenden. Zum Anderen Revanche für die Pokalniederlage vor zwei Monaten zu nehmen. Das Team hat Charakter bewiesen, deshalb hat beides geklappt. Bonn wirkte sehr hilflos, aber wir haben gut gespielt und deshalb verdient gewonnen."