„Klaus Perwas vermittelt, was einen Profi ausmacht“

Ryan Brooks im Interview

(Foto: Jörn Wolter/wolterfoto.de)

Ryan, du hast die zweite Hälfte der Saison 2012/2013 bei den SKYLINERS gespielt. Was ist dir aus dieser Zeit besonders in Erinnerung geblieben?

Ryan Brooks: „Es war eine tolle, spannende Erfahrung, Frankfurt auf und abseits des Feldes erleben zu können. Ich habe nicht in der Nähe des Trainingszentrum gewohnt, sondern mitten in der City. Das war super, denn so hatte ich in der Kürze der Zeit die Chance, viel von der Stadt mit zu nehmen und zu erfahren, was Frankfurt alles zu bieten hat.“

Hast du denn auch eine richtige Sightseeing-Tour gemacht?

(lacht) „Nein. Aber ich bin mit LaQuan Prowell, der mit mir gemeinsam aus Gießen nach Frankfurt gekommen ist, viel und oft an den unterschiedlichsten Plätze essen gegangen. Gefühlt haben wir so ziemlich überall, wo man in der Stadt etwas Gutes auf den Teller bekommen konnte. So sind wir automatisch viel rumgekommen und haben die verschiedensten Ecken zu sehen bekommen.“

War die Eingewöhnung in die Mannschaft ebenfalls so unkompliziert?

„Das ging auch relativ schnell. Die Umstellung auf den Basketball, wie Frankfurt ihn gespielt hat, war nicht sonderlich schwer. Da kamen für mich gleich zwei Dinge zusammen. Auf der einen Seite haben sie nach einem Spieler gesucht, der ihnen Scoring gibt und in der Verteidigung aggressiv Druck macht - das hat genau gepasst. Andererseits hatte wir als Mannschaft außerhalb der Halle ein gutes Verhältnis zueinander, was sich dann wiederum aufs Feld übertragen hat.“

Du bist in Frankfurt in den Genuss gekommen, mit jungen Talenten wie Johannes Voigtmann oder Danilo Barthel zu spielen. Was hältst du von den beiden?

„Sie haben beide noch unheimlich viel Luft nach oben und haben das Potenzial, richtig gute Spieler zu werden. Ich mochte immer, dass sie wirklich hart an sich arbeiten und gewillt sind, viel dafür zu tun, um individuell besser zu werden. Um sich in der Bundesliga zu etablieren, ist es wichtig für sie, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu bekommen, fokussiert zu bleiben und sich auf jedes Training oder Spiel gewissenhaft vorzubereiten. Außerdem haben sie mit Klaus Perwas jemanden, der ihnen sehr deutlich vermittelt, was es bedeutet, ein guter Profi zu sein.“

Hast du im Sommer mit Klaus über Bonn gesprochen, bevor du dich für ein Engagement bei den Telekom Baskets entschieden hast?

„Nein, das nicht. Ich war mir aber immer bewusst, dass er hier viel Ansehen genießt und nicht umsonst ein riesiges Bild von ihm im Telekom Dome hängt. Er ist ein großartiger Coach, der das Spiel verstanden hat und aus seiner Zeit als Aktiver gewisse Dinge weitergibt, die nur Leute vermitteln können, die auf hohem Niveau gespielt haben.“

Wenn es nun mit Bonn gegen Frankfurt geht: Worauf wollt ihr als Team besonders achten?

„Für uns geht es in erster Linie darum, beim Rebounding einen Zahn zuzulegen. Wir sind in gewissen Teilaspekten schon besser geworden, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen. Irgendwie haben wir teilweise Mittel und Wege zu finden, auch dann Spiele zu gewinnen, wenn wir viele zweite Chancen abgegeben haben - aber das soll kein Zustand von Dauer sein.“

Siehst du dich - da du vermehrt auf der Position des Small Forwards aufläufst - diesbezüglich mehr in die Pflicht genommen?

„Ein Stück weit ist das so, ja. Immerhin gibt es viele große Flügel, die beim Offensiv-Rebound sehr aktiv sind. Da muss ich gegenhalten. Gleichzeitig will ich aber auch unsere Big Men unterstützen. Und wenn ich selbst den Ball sichere, kann ich auch direkt nach vorn Tempo machen.“