Knappe Niederlage nach 14 Punkten Rückstand

MHP RIESEN Ludwigsburg - Telekom Baskets Bonn: 91:86

1,2,3 - wer hat den Ball? Bonn und Ludwigsburg schenkten sich in einer intensiven Partie nichts! Foto: Pressefoto Baumann

Keyfacts:

  • Bonuspunkte: Bonn traf nur acht von 14 Freiwürfen (58 Prozent) gegenüber 18 von 21 auf Seiten Ludwigsburg (86 Prozent)
  • Meilenstein: Karsten Tadda lief in seinem 512. Basketball-Bundesliga-Spiel auf. Damit zog er mit Immanuel McElroy gleich und belegt nun den vierten Platz in der seit 1998 geführten Bestenliste der meisten Bundesliga-Einsätze
  • Ausgeglichenes Spiel: Die Führung wechselte im Spiel acht Mal, acht Mal herrschte Gleichstand

Spielbericht: Das erste Viertel gestaltete sich ausgeglichen, auch wenn die Baskets einige Minuten brauchten, um sich auf die von Beginn an aggressiven Ludwigsburger einzustellen. Das Team von Coach John Patrick übte an der Dreierlinie hohen Druck aus, sodass Bonn kaum zu offenen Dreiern kam (9:9, 5. Minute) und im ersten Viertel bereits sechs Ballverluste verursachte. Stattdessen fanden die Telekom Baskets Bonn vermehrt in der Zone zum Erfolg: So punkteten die sonst für ihre Distanzwürfe bekannten Jeremy Morgan und Skyler Bowlin wiederholt in der Zone und lagen nach dem ersten Viertel nur knapp zurück (18:21, 10.) Im zweiten Viertel punkteten die Baskets weiterhin viel im Halbfeld, da Ludwigsburg ihre Fastbreak-Angriffe weitestgehend zu unterbinden verstand. In einer daher seltenen Sequenz lief jedoch der Ball von „PJC“ über Karsten Tadda, der per Alley-Oop-Pass Justin Gorham bediente und damit einen Bonner 10:2-Lauf beendete (28:23, 13.). Das Team von Coach Tuomas Iisalo blieb in der Folge weiterhin in Führung (36:33, 17.), brachte sich jedoch kurz vor der Halbzeitpause mit nicht-cleveren Fouls sowie Ballverlusten selbst aus dem Konzept. Die Hausherren nutzten die Bonner Schwächephase und übernahmen zur Halbzeit mit unter anderem fünf erfolgreichen Freiwürfen in Folge die Führung (38:41, 20.). Nach dem Seitenwechsle drohte den Baskets das Spiel zu entgleiten, da Ludwigsburg alleine im dritten Viertel sieben Dreier traf und Bonn so in Bedrängnis brachte (51:65, 26.). Zum schwierigsten aber denkbar besten Zeitpunkt schlugen dann jedoch die Baskets zurück: So tanzte Jackson-Cartwright zwei Mal hintereinander Trainersohn Jacob Patrick an der Dreierlinie aus. Mit einem 17:3-Lauf, darunter acht Punkte in Serie von Saulius Kulvietis, beendeten die Baskets anschließend den Spielabschnitt und lagen plötzlich wieder gleich auf mit Ludwigsburg (68:68. 30.). Ihre hohe Dreierquote (insgesamt 48 Prozent) hielten die Gastgeber aber auch zum Start des Schlussviertels aufrecht. Zwar erzielte Kratzer am Korb die erste Führung seit der 17. Minute (70:68, 31.), doch angeführt vom brandheißen Jonah Radebaugh (24 Punkte, sechs von neun Dreier) übernahmen die Schwaben wieder die Kontrolle (74:80, 34.). Ein Bonner 5:0-Lauf ließ drei Minuten vor Schluss noch einmal Hoffnung auf ein Baskets-Comeback aufkeimen (79:80, 37.), jedoch agierte die Rheinländer in der anschließenden Crunchtime zu statisch, um sich gute Würfe zu kreieren. Erst 38 Sekunden vor Spielende unterbrach Kulvietis eine Punkte-Durststrecke seines Teams (81:85, 40.). Nach einer Auszeit forcierten die Baskets zwar einen Ballverlust, den Bowlin anschließend in einen Dreier ummünzte (84:85, 40.). In den verbleibenden 28,8 Sekunden gaben sich die RIESEN an der Freiwurflinie jedoch keine Blöße und brachten den 86:91-Sieg nervenstark über die Ziellinie.  Stimmen zum Spiel

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

„Glückwunsch an John Patrick und seine Mannschaft: Ludwigsburg hat ein sehr gutes Spiel gespielt. Wir hatten in der ersten Halbzeit ein paar Probleme mit der Identifizierung der verschiedenen Spielertypen – zum Beispiel dem Unterschied zwischen Hulls, Simon und Radebaugh und wie man diese dann verteidigen muss. Da haben wir in der ersten Halbzeit keinen wirklich guten Job gemacht. Im dritten Viertel hatten wir dann zunächst große Schwierigkeiten. Aber schon wie in jedem Spiel in dieser Saison haben wir immer weiter gekämpft und uns damit zurück ins Spiel und am Ende in eine Position gebracht, in der wir eine Chance hatten, zum ersten Mal auch in meiner Karriere, in dieser Arena zu gewinnen. Das hat dann allerdings leider wieder nicht geklappt. Die sechs getroffenen Freiwürfe und auch die hervorragende Dreierquote der Ludwigsburger war heute ein bisschen zu viel. Trotzdem war ich sehr zufrieden mit unserem physischen Spiel: Wir haben mehr Rebounds geholt als Ludwigsburg, das sieht man nicht so oft.“

 

John Patrick (Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg):

„Das war ein hart umkämpftes Spiel. Im dritten Viertel – als wir mit +14 in Führung lagen – dachte ich, dass wir das Spiel haben. Aber, wie Tuomas gesagt hat, kämpft sich Bonn immer zurück; hat in der zweiten Hälfte des dritten Viertels glaube ich sieben Dreier getroffen. Die Konzentration insgesamt war heute allerdings hoch, wir haben wichtige Würfe getroffen und waren deutlich sicherer an der Freiwurflinie. Vor diesem Spiel waren wir eines der schlechtesten Freiwurfteams der Liga, heute waren es 18/21 – das ist ein gutes Signal. Aber man konnte auch sehen, dass wir nach dieser freien Woche ohne ein internationales Spiel viel mehr Power hatten. Das war wieder ein sehr wichtiger Sieg gegen eine starke Mannschaft. Ich bin stolz, dass wir trotz unserer Verletzungsprobleme die Partie für uns entschieden haben.“ Punkteverteilung Telekom Baskets Bonn:  Jackson-Cartwright (22 Punkte/2 Dreier), Gorham (14/1), Morgan (13/3), Kulvietis (12/2), Ward (6), Kessens (5), Tadda (5), Bowlin (5/1), Kratzer (4), Hasbargen (dnp) Radebaugh (24), Simon (21), Alkins (14), Hulls (11), Darden (9), Ja. Patrick (6), Polas Bartolo (3), Wohlfarth-Bottermann (3), Jo. Patrick (0), Bähre (0), Herzog (0), Walker (dnp) Boxscore >>>