Magic Murphy trifft den Gamewinner in Chemnitz!
Baskets drehen Spiel in Chemnitz
Zur Halbzeit lagen sie noch mit 12 Punkten im Rückstand (30:42), doch am Ende durften die Telekom Baskets Bonn jubeln! Am 28. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga zeigte das Team von Headcoach Marko Stankovic nach einer schwachen ersten Hälfte eine starke Reaktion, kämpfte sich zurück und entschied das Auswärtsspiel bei den NINERS Chemnitz mit 76:75 (14:17, 16:25, 20:13, 26:20) für sich. Rund drei Sekunden vor dem Ende verwandelte Grayson Murphy den spielentscheidenden Dreier! Durch den Sieg klettern die Baskets auf den dritten Tabellenrang.
Key Facts
- Inside hot: Bonn erzielte 42 der insgesamt 76 Punkte in der Chemnitzer Zone
- Outside not: …traf aber nur 5/24 Dreipunktewürfe (21 Prozent)
- Comeback-Sieg: die Baskets lagen im dritten Viertel mit 14 Punkten zurück (30:44, 21. Minute), ehe sie das Spiel in der zweiten Halbzeit drehen konnten
- Eng umkämpft: die Führung wechselte zehn Mal im Spiel, sechs Mal war der Spielstand ausgeglichen
- Verantwortung übernommen: Grayson Murphy erzielte neun seiner insgesamt 13 Punkte im Schlussviertel
- Topscorer: Jalen Finch und Jeff Garrett erzielten mit je 16 Punkten die meisten Bonner Zähler
Spielbericht
Die fehlende Pause und die lange Busfahrt nach Chemnitz schien den Baskets noch in den Knochen zu stecken. Auch Chemnitz‘ Offensivspiel wirkte gehemmt, beide Mannschaften suchten im ersten Viertel nach ihrem Spiel. Zwar ging Bonn durch Mike Kessens mit 2:0 (1. Minute) in Führung, anschließend übernahmen aber die Gastgeber die Kontrolle. Doch auch bei den Niners war das Spiel zerfahren, jedoch machte Chemnitz die mangelnde Abstimmung mit vielen erfolgreichen Eins-gegen-Eins-Aktionen wett (8:14, 6.) und traf bereits im ersten Viertel drei Dreier. Jeff Garrett schloss gegen seinen Ex-Club noch einmal auf 10:14 auf, ehe Bonn mit einem 14:17-Rückstand ins zweite Viertel startete.
Auch im zweiten Viertel nahm die Partie nicht an Fahrt auf. Wiederholt musste in der Messe Chemnitz die Spieluhr nachjustiert werden, ebenso fehleranfällig war die Bonner Offensive, die nur wenige gute Würfe herausspielen konnte (16:23, 12.). Auch wenn sich die Baskets nur selten belohnen konnten – der Einsatz stimmte. So schloss Alijah Comithier mit dem einzigen erfolgreichen Bonner Dreier in der ersten Halbzeit auf 26:27 auf und zwang Chemnitz zur Auszeit (16.). Doch die gute Phase hielt nicht lange an: Chemnitz setzte sich bis zum Ende der ersten Halbzeit mit einem 14:4-Lauf auf 30:42 ab (20.).
Nach dem Seitenwechsel blieb zunächst alles beim Alten. Chemnitz punktete, Bonn haderte mit der Chancenverwertung (30:44, 21. Minute). Doch die Telekom Baskets Bonn zeigten einmal mehr, dass sie in dieser Saison nicht in der Offensive glänzen müssen, um Spiele zu gewinnen. Wiederholt forcierten sie nun schwierige Würfe und kontrollierten den Defensiv-Rebound. Bonn ließ im dritten Viertel lediglich 13 Punkte zu und arbeitete sich so Schritt für Schritt zurück. Vom 37:50-Rückstand in der 24. Minute verkürzten sie bis zur Viertelpause auf 50:55 – Jeff Garrett krönte den 13:5-Lauf mit einem Dunking!
Das Momentum gehörte nun den Baskets! Joel Aminu zwang Gegenspieler Corey Davis durch seine starke Defense zum Offensivfoul, direkt danach traf Jeff Garrett an alter Wirkungsstätte von außen zum 59:60 (34.). Anschließend war es Grayson Murphy, der die erste Bonner Führung seit der ersten Minute erzielte. Garrett legte noch einmal nach, plötzlich lagen die Baskets fünf Minuten vor Spielende mit 63:60 vorn! Das Spiel wurde zur Nervenschlacht: Auf der Gegenseite traf Chemnitz Nike Sibande zwei schwierige Dreier zum erneuten Führungswechsel (63:66, 36.), auf Bonner Seite punkteten Jalen Finch und Alijah Comithier (67:66, 37.). Die Führung wechselte alleine im Schlussviertel sieben Mal! 33 Sekunden vor Spielende erhöhte Kevin Yebo für Chemnitz noch einmal auf 75:73. Dann folgte Murphys großer Auftritt. Zunächst holte sich der Aufbauspieler 16 Sekunden vor der Schlusssirene den wichtigen Defensiv-Rebound und avancierte wenig später zum Helden: Drei Sekunden vor Ende traf er per Dreier über das Brett zur 76:75-Führung (40.). Chemnitz hatte noch eine Chance, doch der letzte Dreipunktewurf von Davis traf nur den Ring.
Stimmen zum Spiel
Marko Stankovic (Headcoach Telekom Baskets Bonn):
"Glückwunsch an mein Team. Wir haben heute zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten gespielt. In der ersten Hälfte fehlte uns die Energie, wir erschienen irgendwie platt, hielten uns nicht an den Game-Plan und hatten große Probleme gegen die aggressive Pick-and-Roll-Verteidigung der Chemnitzer zu scoren. Ich bin froh, wie wir dann in der zweiten Halbzeit reagierten. Wir waren bereit und kamen Schritt für Schritt zurück. Das Ende verlief ähnlich wie im Hinspiel, mit dem Glück auf unserer Seite. Wir trafen den Big Shot, Chemnitz vergab seinen letzten Wurf und so gewannen wir ein Spiel, das in beide Richtungen hätte ausgehen können. Ich wünsche den NINERS, dass ihre angeschlagenen Spieler bald zurückkommen. Grundsätzlich ist es enorm schwer, hier in Chemnitz zu gewinnen. Die Atmosphäre ist sehr heiß, die Fans sind extrem laut und die Nniners konnten ihre letzten fünf Heimspiele gewinnen. Umso glücklicher bin ich über unseren Sieg und möchte mich vor allem auch bei unseren mitgereisten Bonner Fans für die tolle Unterstützung bedanken!"
Rodrigo Pastore (Headcoach Niners Chemnitz):
“Glückwunsch an Bonn und Marko Stankovic zu diesem Sieg. Wir sind sehr enttäuscht, weil es schon das zweite Mal in dieser Saison war, dass wir durch einen Wurf in der letzten Sekunde verloren haben, der übers Brett reinging. Das Glück scheint nicht gerade auf unserer Seite zu sein. Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt. Bonn machte die Zone dicht, weshalb sehr viel an unseren Distanzwürfen hing. Dennoch bewegten wir den Ball gut, kamen an die Freiwurflinie, hielten unsere Turnover in Grenzen und im Reboundkampf dagegen. In der zweiten Hälfte taten wir uns vor allem dann schwer, wenn Corey Davis nicht auf dem Feld stand. Eric Washington kommt gerade aus einer Erkrankung zurück und ist noch nicht wieder bei hundert Prozent. So konnten wir uns in der zweiten Hälfte leider nicht mehr die gleichen Chancen wie in der ersten Halbzeit erspielen. Zudem gelangen Bonn einige ‚Hustle-Plays‘, sie trafen wichtige Würfe, forcierten Turnovers und kamen besser zum Korb. Wir hatten am Ende die Chance, auf drei Punkte davon zu ziehen, holten uns nach dem vergebenen Freiwurf auch noch den Offensivrebound, aber konnten es nicht in einen weiteren Treffer ummünzen. Dann kassierten wir den besagten Dreier mit Brett. Dennoch bin ich stolz auf das Team. Die Jungs haben gekämpften und so müssen wir versuchen weiterzumachen.”
Dyn Highlights
Statistik
| PTS | 75 | 76 |
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| 2 PTS | 55% 12 / 22 | 59% 24 / 41 |
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| 3 PTS | 30% 10 / 33 | 21% 5 / 24 |
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| Freiwürfe | 78% 21 / 27 | 65% 13 / 20 |
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| Rebounds | 34 | 37 |
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| Assists | 14 | 12 |
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| Steals | 5 | 6 |
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